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Jurtel⸗Jaube
Nemlich der Chriſtlichen
Nirche.
Se gal u. Erfahrungs wolle Leidens u. engen
Als darinnen beydes die Vorkoſt der neuen Welt als
auch die darzwiſchen vorkommende Creutzes⸗ und Leidens =
Wege nach ihrer Wurde dargeſtellt, und in
Reiſtliche Reimen gebracht
10 einem Friedſaman und nach der
ſtillen Ewigkeit wallenden
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Und nun
1 800 Gebrauch ber Einſamen und Verlaſſenen zu Zion
8 geſammlet und ans Licht gegeben
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Drucks der ee 7 et 174 7. Se
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HALLELUIAH.
Es freue ſich das Heer
Der Heiligen im Himmel und auf Erden,
Das Hertz derer, die durch das Blut des
LAM MS erkauffet iind. _
Es freue ſich, und huͤpfe auf die Zahl
der Erſtlingen / die dem Lamm nachfolgen,
wo Es hingehet.
Es gehe in dem allerreineſten Braut⸗
Schmuck einher die Schaar der Jungfrauen,
die da ſind u. gehen auf der Weide der
reinen Lammer ⸗Heerd.
Ol wie neiget ſich der Himel herunter
vor ſeinen Heiligen, die GOTT
angenehm iind,
Nun muß die Hoffnung von dem
zukuͤnfftigen Gluͤck vergeſſen machen alle ir⸗
diſche Sorgen dieſes Lebens; dann die hin
liſche Schönheit übertrifft alles; was in
dieſer Welt lieblich u. ſchoͤn iſt.
SEXEIER ! EIEREREIZS
BESSER 2 SUSE LES
Borbericht.
—
2
ES
*
Menſchen: Es iſt ein Damm gebrochen in dem Goͤttlichen Meer durch
die Offenbarung der Gemeinſchafft, welche von Ewigkeit her in GOtt als
zwiſchen Vater und Sohn verborgen geweſen; aber in der Fuͤlle der Zeit
ſich unter den Menſchen geoffenbaret, und nun an dem Ende der Tagen ſich
aufs neue blicken laſſen, auf daß das Ende ſeinem Anfang gleich ſeye.
Aller maaßen nun dieſe H. Gemeinſchafft durch die H. Taube, die ſich
in erſtern Zeiten uͤber unſer Oberhaupt Chriſtum bey feiner Taufe her nie⸗
der gelaſſen, ſich geoffenbaret, und je und je Seelen an ſich gezogen, die
da unter ihrer H. Obhut den Lauf ihrer Pilger» Fahrt in Heiligkeit vollen⸗
det: fo erkennen wir, daß die Gemeinſchafft ſeye Gottes H. Gegenwurff,
ja ſein H. Weib, und daß alles, was durch die Propheten und Apoftel
zuvor verkuͤndiget, daß es geſchehen ſoll in denen zukuͤnfftigen Ewigkeiten,
ſeinen Urſprung in der Gemeinſchafft nehme, als in welcher alle Wunder
und Kraͤffte der zukuͤnfftigen Herrlichkeit verborgen liegen. Wer nun die
Bemeinfcbaffe verehret / der verehret GOTT/ dann GOTT
et der Gemeinſchafft: und wer in der Gemeinſchafft bleibet /
er bleibet in GOTT, und hat feine Freyſtadt / da er bewah⸗
ret iſt vor dem hoͤlliſchen Blut⸗Naͤcher.
Gleich wie aber der hochgelobte GOTT alle feine Geheimnuͤſſe bis in
igkeit an der Gemeinſchafft off enbaret: alſo hat Er auch fein Lob und
die Verherrlichung feines Namens bis ins Ewige hinein hinwiederum aus
der Gemeinſchafft zu erwarten. Dieſemnach hat es dem Geiſt der Ge⸗
meinſchafft, oder der reinen Taube alſo gefallen, die Gabe des Singens
der Gemeinſchafft mit ein zu verleiben, als wordurch das Lob Gottes bis
ins Unendliche hinein ſolte ausgebreitet werden, welches ſich zu allererſt
. R r 1 bey
Ss ſtehet geſchrieben: Siehe da eine Huͤtte Gottes unter den
8 Vorbericht.
bey den H. Eng eln geaͤuſert, als ſie bey der Menſchwerdung deſſen, der
das Hertz der Gemeinſchafft war, die Gemeinſchafft beruͤhret, und durch
Singen ſeine Ankunfft ins Fleiſch beehret. 8 *
Und weilen dann uns, die wir an den Zaͤunen lagen, die Goͤttliche
Regierung ergriffen, und an die Gemeinſchafft gebracht, auf daß wir er⸗
erben das Looß der Heiligen durch die Reinigung im Blut Chriſtt, wel⸗
cher da iſt das Hertz der GE MEJN SCH A8 N d „in welcher
Gemeinſchafft bishero wir auch den Zuſat gefunden iu unſerer Reis
nigung; fo erkennen wir uns Schuldner an dieſelbe zu ſeyn mit allem,
was wir ſind und haben. Dann fie iſt bis hero in allen Verlaſſen⸗
ſchafften unſere Geiſtliche Mutter / in Troſtloßigkeiten unſers
Saͤug⸗ Amme in Kalte unſer Gewand / in Hitze unſere H. Be⸗
ſchattung in der Schmach unſere Kron, in Verluſt unfer Ge
winn und im Mangel unſer Ueberfluß geweſen: ja ſie hat ſich
mit ihren Sittigen als eine Gluckhenne über uns ausgebreitet /
und uns vor den hoͤlliſchen KRaub⸗Voͤgeln bewahret. Es hat
ſich aber gleich anfaͤnglich bey dem Eintritt in die Gemeinſchafft eine wich⸗
tige Ungleichheit hervor gethan, welche eine Urſache zu einer trefflichen
Reinigungs: Schule geweſen. Dann, wle oben gemeldet, 0 wolte
ſich GOTT aus der Gemeinſchafft fein Lob bereiten, worzu nicht allein
menſchliche Stimmen, ſondern auch ein geiſtlicher Vorrath erfordert wurde.
Nun aber war nach Art Goͤttlicher Eigenſchafft die Gemeinſchafſt gebend
mittheilend und ausflieſend: und im Gegentheil die Beſchaffenheit unſers
Seyns brachte es ſo mit ſich, daß das Gute, welches aus der Gemein⸗
ſchafft ausfloß, beſtaͤndig in unſerer Selbheit verzehret wurde. Woraus
der Gemeinſchafft haͤtte ein ſolcher Verluſt koͤnnen zuſtoſen, wordurch die
Urquelle des Guten waͤre erſchoͤpfft worden, wann nicht Urſachen waͤ⸗
ren noch zuruͤck geweſen im Geheimnuß der Gemeinſchafft, wordurch der
Schade konte erſetzet werden.
Nachdeme aber ſolcher Geiſtliche Vorrath des Lobs Gottes nicht zu ſu⸗
chen war in unſerm Selb⸗Vermoͤgen oder denen Kraͤfften der Natur
(dañ an unſerer Natur ſchlieſet ſich der Himmel beſtaͤndig zu)
ſondern in dem Bermoͤgen, welches GOTT darreichete: ſo war ein be⸗
ſtaͤndiger Zufan der Leldenſchafft und Kraͤnckung unſerer Natur Ne
ſolte
*
Vorbericht. |
folte anders der Himmel an unſerer Menſchheit wieder aufgeſchloſſen, und
Gottes Lob daheraus geholet werden. So viel nun als wir mit unſerer
Glaubens ⸗Magia uns der Gemeinſchafft zunaheten um die Gabe des
Singens zu erlangen: fo viel ward die Natur in wichtige und nachtruͤck⸗
liche Leidenſchafft geſetzt. Alſo hat die Gemeinſchafft ſich unſerer
bemaͤchtiget / und uns allen Schmuck / Zierrath / Reichthum und
Schoͤnheit benommen / mithin uns in die Geiſtliche Armuth
und Entbloͤſung geſetzt / worinnen allein das Lob Gottes aus:
gebohren wird. Dann die Gemeinſchafft laͤſſet uus nichts übrig von
dem Unſern: und wer in all ſeinem Thun der Gemeinſchafft iſt heim ge⸗
fallen, derſelbe iſt wol recht der Aermſte unter allen Menſchen: Und im
Gegentheil fo viel als der Troſt der Creaturen noch wird zu Hertzen ge⸗
nommen, ſo viel verlieret man die Gemeinſchafft, der Geiſt des Sin⸗
gens, als die reine Taube entziehet ſich, und das Lob Gottes wird nicht
mehr gehoͤret. Darum iſt es eine uͤber alle maaſen wichtige Sache, ſtets
Gemeinſchafft zu pflegen, iſt auch nicht wol zu ſagen / welch einen
bedachtſamen Wandel / Nuͤchternheit des Gemůts / Reinigkeit
des Hertzens und ſaubere Verpflegung des Leibes es erfordert /
a anderſt in dieſer Goͤttlichen Schule etwas Profiti«
ren ſoll. i 5
In dieſer Schule wird erlernet das beſtaͤndige Abkommen von ſich
ſelbſten / welches allerdings noͤthig iſt, ſoll anderſt eine woleingerichtete
Harmonie und Eintracht der Geiſter ausgeboren werden. Dahero, wei⸗
len dieſes alles in der Gemeinſchafft gefunden wird: ſo koͤnnen wir wol ver⸗
ſichern, daß in der Gemeinſchafft die Leiden ſich ohne Ende und Ziel befin⸗
den, wordurch unſere Menſchheit muͤrbe und geſchlacht gemacht wird, auf
daß das Lob Gottes beſtaͤndig aus dem Hertzen ausquille. Und ſo haben
wir ebenmaͤßig in der Gemeinſchafft ein richtiges Ausſehen in Anſehung der
Seligkeit, welche ſoll durch die Gemeinſchafft offenbar werden an allen de⸗
nen, welche denen Leidenſchafften nicht aus dem Weg gegangen, ſondern
haben ſich dem H. mit ſich Machen laſſen ergeben. Da es dann
freylich geſchehen, daß da wir lang ſtumm geblieben, endlich unſere Hertzen
unter der Preſſe aufgewachet, in ein H. Nachdencken gerathen, und GOtt
die Ehre gegeben, der uns zu einem ra Werck berufen, welches Br
It liber
*
Wr.
uͤber unſern Begriff scher. . i 1
Ss iſt und bleibet demnach die Gemelnſchaff hoch geprieſen. Dann
fie iſts, die uns hat Feſſeln Bande und Hals⸗Eiſen angeleget, und
uns unter ihre Zucht gefangen genommen, daß wir ohne ihre Bewilligung
keinen Fuß verſetzen doͤrffen; welches, gleich wie es wichtige Leidenſchafften
über die Natur brachte, alſo hat es auch ſolchen Segen eines geiſtlichen Li⸗
der⸗Vorrats heraus gepreſſet, und zwar hauptſaͤchlich an denen Orten, wo
zu erſt das Eiß iſt gebrochen worden ii
Was nun überhaupt betrifft die Sammlung dieſer geiſtlichen Gedichte
und Lieder: fo find fie zu achten als Roſen, welche unter den rauhen Creu⸗
#8: Dornen hervor gewachſen, und um des willen nicht ohne Anmuth bey⸗
des in Farbe und Geruch ſind. Zwar was den wichtigſten Theil dieſes
geiſtlichen Vorrats betrifft, fo find ſolche Lieder ans Licht gebracht worden
in einer wichtigen Creutzes Schule von vielen Jahren, und zwar an ſolchen
Orten und Enden, wo das Aufſehen in der Schule geweſen. Und
weilen der Geiſt der Gemeinſchafft in unſerer Creutzes⸗ und deidens⸗ Schule
uns alſo unterrichtet, nach unſerm beſten Vermögen die Fruͤchte
der Heiligen zu beehren / welche ſich in ihrer Ceidenſchafft un?
ter dem Creutz ausgebohren / und um der Salbung willen / wel⸗
che darinnen iſt, dieſelbe als Kleinodien zu verwahren: ſo haben
wir auch allhier gethan, und beydes in der Sammlung als auch in dem
Druck dieſer geiſtlichen Arbeit unſern beſten Fleiß angewandt, auf daß kein
Mangel entſtehe, darauß Urſachen koͤnten genommen werden unſere Schul
gering zu achten, aller maaßen es geſchrieben ſtehet: wer nicht recht thut /
iſt nicht von BOTEN. Um aber noch etwas zu melden von der Sam
lung dieſer geiſtlichen Arbeit, ſo iſt diefelbige ein geiſtliches Blumen⸗ Feld,
darinnen Blumen von mancherley Farben und Geruch hervor gemachfen
> fo wie dieſelbe aus dem Myſterio Gottes durch den Geiſt der Gemein ſcha
ſind gewuͤrckt worden. In etlichen hat ſich der Geiſt der Weiſſagung empor
geſchtwungen uͤber alle Creutzes⸗ Berge, hat feinen Feinden Hohn geſprochen,
und die zukuͤnfftige Herrlichkeit der Kirche Gottes als gegenwaͤrtig darge⸗
ſtellt. In andern iſt der Geiſt in den innern Chor getreten, und 8
ſeine Stimme in dem Allerheiligſten erhoben. Wiederum andere haben
einen anmutigen Roſen⸗Geruch, andere im Gegentheil ſind auf den Myrr⸗
7 | hen⸗
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hen» Bergen entſprungen. Wie nun fi) die Gemeinſchafft hat weiter
aus gebreitet, fo find auch der Stimmen mehr worden in unſerer geiſtli⸗
chen Schule, darinnen unſre Hertzen zum Lob des groſen Gottes zu berei⸗
tet wurden. Und kan es ein Erfahrner, der in dieſer unſerer geiſtlichen
Schule auch nur ein wenig bewandert iſt, leicht mercken, daß in dieſem
ganzen Werck nichts gefunden wird, das nach einem eigenen Gewuͤrck
oder einer loßgelaſſenen Phantaſie ſchmecket, ſondern daß in allen Ausdruͤ⸗
cken der Woͤrter dieſes zu bemercken, daß gemeldte geiſtliche Gedichte aus vie⸗
len und mancherley Leidenſchafften entſprungen.
Nun waͤren wir mit dem Vorbericht ans Ende gekommen, wann nicht
noch etwas Wichtiges uͤbrig waͤre. Dann nach deme ſich ein ſolcher reicher
Vorrath hervor gethan zum Lob unſers Gottes, fo war noch eine Classe
übrig in unſerer geiſtlichen Schule, nemlich, wie unſere Stimmen zu
einem geiſtlichen Geſang zubereitet wuͤrden, dahero ohnumgaͤnglich noͤthig
war ein ſolches geiſtliches Exercitium, darinnen auch die Stimmen
tn eine geiſtliche Harmonie gebracht würden, und unſer Lob⸗Opffer auch
vor der geſunden Vernunfft nieht anſtoͤſig ſeyn möge. Dieſem nach
wollen wir nun auch den Vorbericht Aber die Sing⸗Arbeit mittheilen,
welches wir allerdings zur Erganzung des ganzen Wercks
noͤthig iu ſeyn erachtet haben.
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Vorbericht. 17
5 |
| Hefhreibung
die ſich dieſes hohe und wichtige
Werck dieſer unſerer geistlichen
Bing⸗Orbeit
Erboren , und was der Nutzen von der
den Gantzen Sach ſey.
9 bes Gegeben ite
Von einem Friedſamen und nach
15 Der ſtillen Ewigkeit wallenden Pilger.
— —
SS wird durch dieſe kleine Beſchrelbung ein Bericht ertheilet von ei⸗
nem nicht geringen Preiß beydes der Weißheit und Guͤte unſers
Gottes „ wie nemlich felbe uns entſieglet das Geheimnus des Creu⸗
ges, wodurch das in Ott verlohrne Gut wieder gefunden, da die ewige Weißheit
des Vatters als der Sohn Gottes feinen Trohn⸗ Ste verlaſſen, und aus ſeiner
Kammer zu uns heraus in dieſe Welt ging, und die Bottſchafft des Sries
dens an uns gebracht, und die Erloͤſung durch ſich ſelbſt am Creutz entſieglet
und offenbaret, und nach ausgefuͤhrtem Procefs, wiederum zum Vatter gekehret,
und in feine Kammer eingegangen , und fein beruffnes Belek „Kirche,
oder Gemeine, mit derſelbigen Hoffnung und Vertroͤſtung das Er wieder kom⸗
men , und ſie zu fich nehmen wolle (zuruͤck in dieſer ſtreitbaren Welt gelaſſen)
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Vorrede über die Sing ⸗Arbeit.
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dabey den Goͤttlichen Brief der Bottſchafft des Friedens mit dem Siegel des
Creutzes, Leidens u. Sterbens in ihren Haͤnden gelaſſen, mit dem Befehl, ſolche
Bottſchafft aus zu tragen biß an die Ende der Erden, doch ſo, daß fie ſolten
warten „ biß fie angethan wuͤrden mit Krafft aus der Höhe, welches alles er⸗
fuͤllet u. geſchehen, daß der Aufgang aus der Hoͤhe von da an ſich uͤber die gan⸗
Be Erde ausgebreitet, und die Bottſchafft des Friedens mit GOtt faſt allen
Voͤlckern kund worden, ſamt dem Geheimniß des Creutzes, worauf
der Friedens ⸗ Contract beruhete. Dahero es auch auf eine gar wunderbare
Weiß bald au ein ſeltſames Wuͤrgen und Schlachten ging, zu wel⸗
cher Zeit ſich der Saame von dem Wort des Lebens und des Creutzes ge⸗
ſaͤet, auch fort gewachſen und bis auf uns kommen. Und weilen er gar
nachdruͤcklich mit derſelbigen Hoffnung verknuͤpfft: ſo hat ſichs auch zu⸗
getragen, daß wir neben denen muͤhſamen Creutzes⸗ und Leidens⸗Staͤn⸗
den, womit wir beladen, als das Wort des Lebens und des Creutzes an
uns kam, auch fo gleich mit demſelbigen Hoffnungs⸗Kleid begabet
wurden, und ward uns ſo gleich im heiligen Schauen gegeben, den Tag der
voͤlligen Erloͤſung mit vollen Augen des Geiſtes ein zu ſehen. Und ob
wir wol neben dem in den aller ſchmertzhaffteſten und bitterſten Leidens⸗ Proben
ſtunden: ſo zog uns doch N cet g. immer dort hinein, wo auf
den Tag der Erloͤſung die Kroͤnung mit vollen Freuden folgen wird,
welches dann viele Urſachen an die Hand gab, daß Geiſter offt angezogen
wurden mit Krafft aus der Hoͤhe; alſo daß wir offt neben unſern unablaͤſi⸗
gen Leidenſchafften in Gleichheit der Engliſchen und Himmliſchen Chören auf⸗
gezogen wurden, welches uns nicht allein bey dem freudigen Auf⸗ und Abs
Reigen der Geiſter nicht konte laſſen ſtille ſeyn, ohn daß wir nicht haͤtten ſollen
in Worten aus brechen, um die Wunder unſers Gottes zu verherrlichen;
ſondern wurden ſo gleich nach Art der Engliſchen Choͤren und Thronen
Herrſchafften und Gewalten angetrieben, den Allmächtigen mit Aeb⸗ und
Lobes⸗Geſangen zu verehren. Und ob zwar wol zu Zeiten die Englts
ſchen Choͤre ihre Lieder mit uns anſtimmeten: ſo wurden wir doch gewahr, daß
unſere Stimmen die wenigſte Zeiten mit ihnen ein traffen, wegen der
annoch an uns tragenden Grobheit in der noch nicht gaͤntzlich gecreutzigten
Natur, welches bey uns ein genaues Aufmercken verurſachete. Neben
dem allem verlieſen unſere e uns niche, ſondern 0
n
Vorrede
— — —— — — ———
den mehr gehaͤuffet, weilen wir eine Untuͤchtigkeit bey uns ſpuͤreten, daß
wir SOT nicht konten nach dem vollen Eindruck des Geiſtes verherrli⸗
chen. Wiewol wir erkennen, daß die Natur nicht gantz unter dem Creuß
aufgerieben und vernichtet ſondern unter demſelben geheiliget und in eine
Engliſche Klarheit aufgeloͤſet muͤſſte werden. Neben dem dachten wir: iſt
unſere Natur nicht einmal: bequaͤm einen deutlichen Thon zu einem Engli⸗
ſchen Geſang von ſich zu geben: wie wollen wir dann tuͤchtig ſeyn zu wich⸗
tigern und höheren. Dingen, nemlich wo man Gott im Geiſt ohn Unterlaß
Tagund Nacht dienet in ſeinem heiligen Tempel. Daneben ſollen unſe⸗
re Leiber und Geiſter ſeyn Tempel und Wohnungen des heiligen Geiſtes:
dann der heilige Geiſt nicht wohnet in einem unreinen Gefaͤſe , ſondern
nur in ſaubern Geiſtern Herzen und Naturen. 5 N
Dieſes hat uns Ulrſach gegeben GOTT auch von auſen auf die aller⸗
ſauberſte Weiſe zu dienen: weilen wir wuſten, daß Er keinen Gefal⸗
len an dem Geplärr der Boͤcke und Gefchrey- der wilden Tiere; aber wol
an dem Lob ſeiner Heiligen hat. Und weilen wir dann merckten, daß der
Geiſt des Singens ſo gar ſaͤuberlich will bedienet ſeyn: ſo gab
es uns mehr Urſach mit demſelben in Freundſchafft uns einzulaſſen, als zu
gedencken, daß etwas bey der Sach zu verlieren wäre „wie wir es auch erfah⸗
ren. Dann ſo bald wir uns einlieſen: ſo fanden wir nicht allein keine
Urſach zur leichtſinnigen Freude und Luſt, ſondern wurden ſo gleich mit
der allerbitterſten und wehmuͤtigſten Leidenſchafft beladen, daß
auch unſere ganze Menſchheit daran gecreutziget war. Und, weilen man
nicht geſinnet war denen Leidenſchafften aus dem Wege zu gehen; ſondern
blieb ſtehen, und hielt an am Werck: ſo iſts geſchehen, daß unſere gan⸗
ze Menſchheit nach eben demſelben Grad der Leiden in eine
gewiſſe Geſchlacht machung und Dinnheit gebracht / wordurch
allerdings der reine und ſaubere Geiſt der Goͤttlichen Weißheit, als der ein
Meiſter dieſer hohen und Goͤttlichen Kunſt iſt, eine offene Tuͤhr gefunden,
und uns nach allen und jeden Graden der Leiden dieſe Engliſche Sing
Kunſt aufgeſiegelt, welches ſich endlich fo weit ausgebreitet daß aller⸗
dings weder Maas noch Ziel mehr darinnen zu finden war Wes we⸗
gen man auch genoͤchiget war, dieſes hoch there Geſchenck nicht für ſich al
lein zu behalten / ſondern auch anderen Liebhabern des Goͤttlichen und Ache
193 i N N ö en
Ns
Ueber die Sing; Arbeit.
liſchen Luſtſpiels mit zu beguͤnſtigen, und die Sach ſo an Tag zu legen, wis
ie gegeben, und unter viel Gedult und Langmuth nacheinander auf geſie⸗
gelt. Und ob wir auch ſolten von denen Meiſtern und Kuͤnſtlern der
irdiſchen und unteren Weißheit getadelt werden, weilen wir annoch
mit dieſer unſerer edlen Gabe in dieſem untern Theil der Welt zur Herber⸗
ge find, und doch nicht nach derſelben Gleichheit mit unſrer hohen Gabe
nuftreten: fo vergeringert ſolches unſern edlen Schatz nicht allein nicht,
ſondern bewahret uns mit demſelben, daß ſich nicht etwas Fremdes allzu ſehr
in uns verliebe. Dann fo wir mit dieſer hohen Gabe nicht anderſt er⸗
ſcheinen koͤnten als nach Art der Kuͤnſtler dieſer ſichtbaren Welt ⸗Weißheit:
ſo waͤre ja kein Unterſcheid zu ſehen, ob dieſe unſere Sach von unten her,
dder ob fie von oben her, ob fie aus dieſer Welt, oder von jener Welt Weiße
heit entſtanden; doch wollen wir uns nicht laͤnger mit dieſer Sach aufs
halten; ſondern weiter fortfahren. Und wiewol wir allerdings mit dieſer
unſerer Vorſtellung am End find: ſo iſt uns doch das noͤthigſte und nuͤtzlich⸗
ſte noch übrig, worinnen beſchrieben ſoll werden, was zu allererſt noͤthig
bey einem recht artigen Lehr⸗Meiſter zu oblerviren bey denen anfahenden
Lehr⸗Juͤngern dieſer hohen Kunſt, und was hernach die Sach in ihrem
Weſen und Adel ſeye, wann nemlich bey der Sach geblieben, und ſie nicht
mit fremder Materie vermenget wird. Hernach ſoll auch ſelbſt denen ge⸗
uͤbten Schuͤlern in unſerer Schul ein gruͤndlicher Bericht von dem Geheim⸗
nuß der gantzen Sache ertheilet werden: wie zu erſt alle Arten der Melodi⸗
en in ſich ſelbſt ihre eigene Manier und Art haben: wie und auf was Wei⸗
ſe die andern Stimmen zu paſſen, und was vor Buchſtaben auf eine jede
Weiſe nach ihrer Art eintreffen, daß fie nicht disharmoniren, und einan⸗
der entgegen lauffen. Und das wollen wir thun ſo wie gegeben.
Der Himmel / der ſich ſchon vor langen Zeiten auf uns her⸗
nieder gelaſſen / bleibe auf uns beruhen mit der Heiligen Tau⸗
be die bishero unſere Vorſteherin und Rathgeberin geweſen
in allen unſern Wegen / da ſie uns dann unter viel Gedult und
Leidenſchafft kein Geheimuuß der Liebe unſers Gottes vers.
helet / ſondern die Pforten der heimlichen und verborgenen
Weißheit aufgeſiegelt / und zu uns heraus getreten / uns im
Vorblick das Geheimnuß 185 N geoͤffnet / und ſo gleich
K 72. im
Vorrede
4 rr
3 — —— — — — ³ —————— — r
im F. Schauen uns angereitzet / um mit dergleichen Sachen
beſchaͤfftigt zu ſeyn / welche alldorten in jener Welt werden
vorkommen / von dem reden wir. |
ANN wir ſolten beſchreiben den Nutzen, fo wir bey
Gelegenheit dieſer Sache erfahren: ſo ſolten wir uns wol
ins Unendliche aus breiten muͤſſen, weilen wir in Erfin⸗
dung dieſer hohen Gabe gar ungemeine hohe Studienerler⸗
net. Da wir dann nicht allein unſern Gewinn aus dem
Nutzen der Sache ſelbſt holeten: ſondern wurden da⸗
neben des gantzen Menſchen Abfall von Gott kundig / wie
nemlich demſelben ſo gar nichts Coͤrp erliches uͤber geblieben
von dem wahren Guten / oder auch nur eine blinde Geſtalt, daß nur
ein Bild koͤnte von dem wahren Weſen dargeſtellet werden; ſondern ein
pures und lediges Nichts⸗ſeyn, das weder Geſtalt noch Farben von etwas
Wahrhafftiges darzuſtellen vermag, welches alles uns ſehr klein und ge⸗
ring in unſern eigenen Augen machte. Dabey wir alſo demnach in dieſen
unſern Schulen mehr Erfahrungen erlernet, als zuvor in vielen und lang⸗
Jaͤhrigen Leidens⸗ und Glaubens⸗Wegen, weilen uns dieſe hohe Schule
allen unſern gehabten Reichthum und Schoͤnheit hinweg nahm, alſo daß
wir nun zum voraus gar kuͤhnlich ſagen doͤrffen, wie auch allerdings noͤ⸗
thig zu wiſſen, ſonderlich in Anſehung dieſer hohen Goͤttlichen Gabe und
Schule, daß wir gefunden, welches wir allerdings wollen an die Spitze
geſtellt haben; wie daß nemlich kein einiger Menſch von Adam
u. Eva geboren vermoͤge einen deutlichen Thon von ſich zu ge⸗
ben / der in dieſer Schule zu paſſen waͤre / noch weniger einen
rechtartigen Geſang helffen zu zieren. Wobey ſich am meiſten zu
verwundern, daß ſich der Fehl des Thons allemal darinnen
findet / nemlich daß er die rechtartige Hoͤhe nicht erreichet /
die in dem Geſang dieſer hohen Kunſt vorkom̃t / woraus zu mercken,
daß der natuͤrliche Menſch von unten her u. von der Erden, dieſe hohe Kunſt
aber von oben her und vom Himmel. Dahero auch das befländige Sin⸗
cken
Ueber die Sing: Arbeit.
cken und Fallen im Singen vorkommt, da in allen Umſtaͤnden niema⸗
len ſich einiger Fehl zeiget, der im hohen Aufſteigen uͤber den rechtar⸗
tigen Thon vorkommt, welches wir alles in vielem und wichtigem Nach⸗
dencken behertziget, was nemlich der abgefallene Menſch ſeye, und wie um
ruͤchtigſ er ſey zu Goͤttlichen Sachen, wes wegen wir allerdings an dieſem
Ort wollen den Anfang machen, weil ſolches zu allererſt vorkommt. Doch
ehe wir weiter ſchreiten, wollen wir einen Schritt zuruͤck gehen, und zu
erſt noch ein wenig betrachten, was neben dem allem zu dieſer hohen
Kunſt gehoͤre, die weil unſer Sinn nicht darauf aus iſt, dieſer hohen Gabe
der von Gott hoch⸗gradirten Sing⸗Kunſt viel Schmuck und Ehre in
Worten anzulegen, weilen ſie ſchon zuvor alles deſſen voll, und genugſam
iſt, ſich ſelber anzupreiſen. Darum wir uns auch nicht viel mit dergleichen
Sachen wollen aufhalten, ſondern zur Sach ſelbſt ſchreiten; doch ein We⸗
niges im Vorbeygehen melden, welches dieſes hohen Geiſtes Art und
Weſen ſeye, und durch was Mittel wir uns bey Ihm koͤnnen beliebt ma⸗
chen, daß wir in feine Gleichheit kommen.
Die Weißheit von oben / die bishero unſere geheime Rath;
geberin / Fuͤhrerin und H. Unterricht geweſen in allen unſern
Wegen / und uns dieſes hochtheure Geſchenck entſiegelt und
aufgeloͤſet; die gebe fernerhin einem jeglichen / daß er in feinem
Thun Gott gefaͤllig und den Menſchen werth / ſo wird ſich
auch wol die Gabe / ſo zu dieſer Kunſt gehoͤret / mit finden.
Ob zwar wol bey vielen Unwiſſenden viele unbedaͤchtliche Urtheile gefaͤllet
werden, gleich als ob man mit dieſer von GOtt hochgeadelten und gradir-
ten Kunſt mit dem Geiſte dieſer Welt in Gleichheit ſtuͤnde; ſo koͤnnẽ wir doch
ſolches gantz und gar nicht geſtehen; ſondern vielmehr das Gegentheil zu
erweiſen haben, weilen wir zu dieſer wichtigen Sache weder fremde Farben
noch grauſe Haar gebraucht; ſondern blieben alleine bey den menſchlichen
Stimmen, als die durch das Bewegen der Hertzen und Geiſter angetrie⸗
ben zu Lob und Ehre dem Allmaͤchtigen. Denn ſo die geheime und
verborgene Weißheit nicht waͤre zu uns heraus aus ihrer Kammer ge⸗
treten; es ſolte uns wol dieſe Goͤttliche Kunſt ein geheimes Raͤtzel und ver⸗
ſiegelter Brief geblieben ſeyn. Sintemal wir geſtehen ſchlechter dings dem
Seiſt dieſer Welt keine Kunſt zu, die zum Gebrauch himmliſcher Dinge noͤ⸗
* (773) thig
Vorrede.
ſthig; ſondern wir legen vielmehr ihren Urſtand dem Paradies bey; aber doch
fo, daß es in denſelben erſtorben, wie auch der Menſch am Himmel⸗
reich erſtorben, und doch, wann er durch den rechten Geiſt erwecket wird,
wieder nichtig wird ins Himmelreich ein zugehen. Alſo iſt auch in dieſer Sa⸗
che zu verſtehen, wenn fie durch den rechten Geiſt erwecket wird: ſo gehet
fie wieder mit ins Paradies ein, weilen daſelbſt ihr rechter Urſtand und
Heimat iſt. 5
Wir 0 0 nun den Anfang machen, und zur Sach ſchreiten, und
ſo viel moͤglich in Kuͤrtze Meldung thun, durch was Mittel und Gelegenheit
wir fo wol geiſt⸗ als leiblich beguaͤm gemacht werden zu dieſer hoch⸗gradir-
ten Kunſt zu kommen, und hernach weiter gehen, wie es die Umſtaͤnde de⸗
rer Sachen erfordern. Vors erſte ſo dienet zur Nachricht, daß die Tu⸗
gend Gottes im hoͤchſten Grad auf dem Gipffel der Vollkom⸗
menheit muß beaͤuget werden / und an der Spitze ſtehen zſo man
nach rechter Art gedencket ein Schüler und hernach Meiſter
zu werden in dieſer hohen und Goͤttlichen Kunſt. Ferner dien et
ſo wol Meiſter als Schuͤler zu wiſſen, wie neben allen andern Um⸗
ſtaͤnden noͤthig, daß man ſich zu allerley Gelegenheiten bey dem Geiſt dieſer
hohen und Goͤttlichen Tugend ſuche beliebt angenehm und gefaͤllig zu ma⸗
chen, weilen Er nach unſerer Erfahrung und Erkaͤntnuß den allerſauberſten
und reineſten Geiſt der ewigen und himmliſchen Jungfrauſchafft in ſich haͤlt.
Welches allerdings einen Fleiß von einem engliſchen und himm⸗
liſchen Leben erfordert: da dann inzwiſchen die Wartung des
Leibes auf das aller genauſte ein zuſchraͤncken und in acht zu
nehmen / damit die Stimm engliſch / himmliſch / ſauber und
rein / vnd nicht durch die Grobheit der Speiſe auch ſtreng und
herb und alſo folglich untůchtig gemacht werde / den rechten
Thon von ſich zu geben / und an ſtatt eines rechtartigen Ge⸗
ſangs ein unmanierliches Krechzen und Kaͤuchen gehoͤret wer⸗
de. Dabey dann ſonderlich zu wiſſen noͤthig, welche Arten der Koſt
den Geiſt bis und die Stimm lubtil und dinn machen; hergegen was ihn
grob / trag / faul und ſchwer machet; gleich wie dann gewiß, daß al⸗
te Sleiſch⸗Speiſen / wie fie auch einen Namen haben, uns allerdings
gantz unbequaͤm machen, und thun ſchlacht hin einem nach der 175
n
Uber die Sing ⸗ Arbeit.
len Ewigkeit wallenden Pilger ohne diß und das nicht gerin⸗
gen Abtrag Worzu inzwiſchen noch kommen die Tractawenten, die wir
von dem Vieh mit viel Unrecht an uns bringen, als da iſt: Milch macht
ſchwer und eng: Kaͤß macht feurig und hitzig und begierig zu
noch andern und unerlaubten Dingen: Butter macht fam und
ſchwer / und dabey allzu ſatt und wol / daß man weder Sin⸗
gens noch Baͤttens bedarf: Eyer erwecken viele und mancherley
wunderliche Luͤſte: Honig machet helle Augen und dabey einen
muntern Geiſt; aber keine helle Stimme. Von Brod und Koch⸗
Speiſen iſt dieſes zu bemercken, daß vor des Geiſtes Munterkeit und der
Natur Leichtigkeit nichts beſſers als Weitzen und dann Buch⸗weitzen /
welches zwar von auſen ungleich, aber im Anlegen des Gebrauchs allerdings
einerley Tugend hat, es ſey oder werde zu Brod oder Koch: Speifen ange⸗
wandt. Was ſonſt andere einfaͤltige Erdgewaͤchſs angehet, fo iſt wol
nichts zu traͤglicher als die einfaͤltige Erd⸗ Aepfel Rüben und andere
Wurtzeln. Bonen tragen eine Laſt mit ſich / und machen all⸗
zuſatt / erwecken auch wol unreine Luft. Vor allen Dingen iſt da⸗
bey an zu mercken, daß der Geiſt dieſer hohen Kunſt, wle er ein reiner ſau⸗
berer und jungfraͤulicher Geiſt iſt: ſo leidet er keine unreine / befleckte
und ſuͤndhaffte Weiber ⸗Liebe / welches bey jungen Hertzen die
Blut⸗Geiſter ſo feurig macht / und durch einander jaget / daß
ſie allerdings gantz untuͤchtig und unbequaͤm an Sinnen / Hertz /
Stimm und Geiſt werden: bey denen Aeltern aber erwecket es
die grimmen⸗Eſsentz nach der fuͤnſtern Welt Eigenſchafft / und
ſchlieſet folglich dieſem reinen und ſaubern Geiſt feinen Himmel
an Hertz / Sinnen und Stimmen zu. |
Was ſonſten das Trincken angehet, fo iſt ſchon lang ausgemacht,
daß den geraden Weg nichts iſt, ſo mehr Richtigkeit hat als das unſchuldi⸗
ge helle Waſſer, und zwar ſo, wie es vom Brunnen kommt; doch auch ſo,
wo es zu einer gantz dinnen Supp mit ein wenig Brod gemenget gebraucht
wird. Sonſten iſt alles Gekoͤch zu trincken, woſelbſt man dem Waller
ſeine geſunde Natur in eine widerſinnliche Art der Leckerey ver⸗
wandelt / fündlich eitel und mißbraͤuchlich zu achten / gleich
wie die Eß⸗Speiſen / welche wir hier nicht werth . .
wi Bi uͤhren !
Vorrede | |
füyren/ die durch die viele und mancherley Luͤſte wider ihre
rechte Art der unſchuldigen Natur in eine andere⸗ als in Lecke⸗
rey / verwandelt werden. Und auf der andern Seiten der unmanir⸗
lichen Bauchfuͤlle auch nicht zu gedencken, zumalen unſer Sinn nur auf
digenigen gehet, die in allen Dingen ſchon Regel und Geſetz⸗maͤßig im geiſt⸗
lichen Kampff ſtehen. Wir haben demnach folglich mit keinen unordene⸗
chen und Schräncken⸗loſen Menſchen eiwas zu hun. Darneben ſo ha⸗
hey wir freylich die Krafft zur Tugend Gottes nicht in Erwaͤhlung dieſer oder
tener Speiße zu ſuchen, da wir dann frey wuͤnſchen, wo es ſeyn koͤnte, der⸗
ſelben gantz entuͤbrigt zu ſeyn, und ein Enochianiſches / übernatürlis
ches und überfinnliches Leben führen zu koͤnnen: fo wuͤrde ſich von ſelbſt
der Himmliſche Wunder⸗Geſang auf loͤſen ohne einigen Zufag derer Din⸗
gen, die doch alle mit der Zeit vergehen, und die Ewigkeit nicht erreichen.
Neben dem allem, fo iſt unſer Sinn nicht uns in dieſer Sach allzulang auf
zu halten, ſondern fert zu fahren, und zu unſerem Zweck zu ſchreiten. Aber
dieſes wollen wir noch erſt melden, daß nemlich, wo wir uns ſolten unterwin⸗
den, alles ſo vollkommen aus zu wickeln, wie es in der gantzen Sache vor ⸗
kommt, wir weder Ziel noch End finden würden. Doch wollen wir keinen
„Fleiß ſparen, die Sach nach beſtem Vermoͤgen an Tag zulegen; wollen abek
doch darauf bedacht ſeyn, daß wir den Verſtaͤndigen und Geuͤbten noch etwas
zum Nach forſchen und Nach ſinnen übrig laſſen, und wollen fo kurtz gehen ⸗
als wir immer koͤnnen. 1
Das aller noͤthigſte wie auch nuͤtlichſte iſt zu aller erſt einem Melſter bey
anfangenden Schülern zu wiſſen, daß man fie nicht nur fo oben hin
lehre das A. B. C., oder die ſieben Buchſtaben fingen, und hernach fo gleich
mit ihnen zu den Tertzen und Sprüngen fort ſetze, ehe fie eines jeden Buche
ſtabens Art und Eigenſchafft haben erkennen lernen, oder auch gar nicht ein⸗
mal wiſſen, was ſie gelernet, da dann mit gar ſonderbahrem Fleiß darauf
muß zugelegt werden, daß eines jeden Buchſtaben Art und Thon ins beſonder
heraus gehohlt werde, welches einen ſolchen Fleiß fordert, der hier nicht
zu beſchreiben, weilen es gar viel Muͤh koſtet, daß einer koͤnne den recht artte
gen Thon von ſich geben. Dann entweder kommen die Stimmen allzuhare
und ungebrochen heraus, oder der Thon kommt verkehrt und falſch 5
ohne die rechtartige Hoͤhe zu erꝛeichen, da dann nicht muß nachgelaſſen weten
| Ueber die Sing+ Arbeit.
bis man mercket und ficher , wie weit es einer dem Duͤncken nach zubringen
hat. Scheinet etwa eine gaͤntzliche Unfaͤhigkeit zu ſeyn, ſo gebe man es ei⸗
ne Zeitlang mit ſolchem auf, damit man ſein Gemuͤt nicht gar verſtuͤrtzt ma⸗
che. Wann aber eines jeden Buchſtabens Art heraus gebracht iſt: ſo muß
hernach aller Fleiß angewandt werden, daß man die Stimme lerne brechen,
und was eines jeden Buchſtabens Art ſeye, anweiſe, auf daß er fie lerne verſte
hen, damit, wann hernach fol weiter gegangen werden, man ſich bey Feh⸗
lern und Mißſchlaͤgen zu helffen wiſſe. Dann es kan allerdings an dieſem
Platz alles geholet werden, was hernach in der gantzen Sache noͤthig, und
kan auch ſo viel verſehen werden, daß es hernach kaum in viel Jahr kan her⸗
um geholet werden. Das iſt nun dieſes: Nun werden wir an dieſem Pfo⸗
ſten nicht weiter gehen, ſondern wollen den graden Weg darlegen, was el⸗
nen 4. Stimmigen Geſang ausmachet, und was bey allen und jeden Wels
ſen nach threr Art vor Buchſtaben in einer jeden Stimm auf den Choral paſ⸗
fen, wie auch den Schluͤſſel einer jeden Weiß in 4. Stimmen auf einer Ta⸗
ſel ſehen laſſen, und wann ein Geſang gefallen, wie er wieder zu he⸗
ben, daß er nicht auſer ſeiner Art und Manier geſetzt werde
Es iſt zu wiſſen, daß nicht mehr als 3. Buchſtaben ſeyn koͤnnen, ſo die
4. Stimmen aus machen, weswegen die 4 te Stimm allemal mit der Octav
geſchieden wird, welche 3. Buchſtaben dann allemal bey einer jeden Melo⸗
die gleich von Anfang aufgetreten kommen, daß fie uns die 4. Stimmen ges
ben, wobey dann zu mercken, daß dieſe 3. Buchſtaben, die im Anfang vor⸗
kommen, die Meiſter und Herrn ſind, wo alles von Anfang bis zu Ende muß
auf beruhen bleiben, weilen der Geſang allemal am End wieder mit eben den⸗
ſelben 3. Buchſtaben aushalten muß, womit er angefangen. Iſt es eine
C- Weiß, fo iſt und folget fein Anderer, als der e. und machet den Schluͤſ⸗
ſel zu dem Barrir, der g. iſt fein. Dritter, da dann der obere den Tœner yu.
der untere Choral g. den Baſs anfaͤngt; doch kans kommen, daß ſie verwech⸗
ſelt werden, wenn nemlich der Choral nicht juſt mit dem C. anfaͤngt, doch
bleiben fie beyfammen ‚fangen den Choral an, und endigen ihn auch. Was
noch ſonſten die anderen 4. Buchſtaben, die wir hier Knechte nennen, an⸗
langt, als f. a. h. d. ſo ſoll einem jeden von ſelbigen ſein Mitknecht bemerket
werden, wie ſie nemlich zuſamen ſtimmen. Und ob wir zwar wol am En⸗
de alles auf Tafeln wollen ſehen 12 5 ſo wollen wir doch daneben den Sr
) thun
Der Barrie iß nach der el Redens⸗Art der Tenor, der Toner abet der Als
Vorrede.
: 1 — — — m — — —
thun, u. eines jeden Buchſtaben ins beſonder ſeine 2. Mitgeſellen ſerklaͤren und
darthun. Kommt der f. im Choral vor, fo dienet ihm im Barrir und Baſs
der d. und in Tœner der a. Der a, machet im Barrir und Bals den d. und im
Tœner den a. zu Zeiten auch im Bals. Der h. machet dem Barrir d. dem Tœner
und Baſs den g. Der d. machet im Barrir h. und im Tœner und Bals g: auf die⸗
fe Manier fan eine C- Weiß ordentlich in 4. Stimmen gebracht werden.
Nun wollen wir Meldung thun, wann ein Geſang gefallen, wie man ihn
gar fuͤglich wieder heben kan, ohn daß der Geſang auſer ſeiner Ordnung
geſetzt werde, da dann zu wiſſen, daß es allemal bey dem Buchſtaben zu
holen, der in der Melodie das Ruder fuͤhret. Alſo muß es nun allhier bey
dem c. geholet werden, da ich dann auf andere Weiſe einen . mache, und
ſage c. d. dis, fo bald man den rechtartigen Thon von dent dis hat, fo ges
het man zuruͤck, nennet ihn c. und ſetzet feinen Geſang fort, die Prob iſt
richtig. Nun wollen wir von den C- auf die Ar Weiſen ſchreiten, da dann
auch zu erſt 3. Hern find, fo die 4. Stimmen anfangen und endigen, und
hernach die uͤbrig gebliebene J. Knechte auch zuſammen geſellen, und ei⸗
nem jeden ſeine Arbeit geben. Wie dann allhier der a. im Choral der erſte
Herz iſt „fo folget ihm im Barrir der c. (bey Gefall auch im Bals) der Tœ⸗
ner und Bals haben e. Diß iſt nun der 4. Stimmen Schluͤſſel in den A⸗Wei⸗
ſen, die übrige 4. Knechte, die darzwiſchen ihre Dinſte thun, find t. g. h.
d, da der f. im Barrir den h. im Tœner und Baſs den d. machet. Der g. mas
chet im Barrir und Bals e. und im Tœner e. Der h. machet im Barrir gis und
im Tœner und Baſs e. Der d. machet im Barrir h. im Tœner und Bafs g. Iſt
der Geſang gefallen, fo iſt dieſes der Weg: ich muß meinen c. den ich has
be a. nennen, und aufſteigen, daß ich einen anderen c. kriege, und ſo bald
ich meinen c. wieder habe, ſo gehe ich wieder zuruͤck, und mache meinen a.
recht artig lauten, und ſetze meinen Geſang wieder mit dem a. fort. So iſt
nun hier auch ein gruͤndlicher Bericht, wie die A. Weiſen in 4. Stimmen
zu bringen, und wie der Geſang zu heben, wann er gefallen.
Nun kommen wir von den As auf diez⸗Weiſen, und wollen derer Art
und Manier beſchreiben: allhier iſt b. d. f. Primas, Herr und Meiſter, der b.
beherꝛſchet den Choral, der d. den Barrir, und der f. den Teener und baſs
wiewol doch allerdings im Baſs der b. ſelbſten Oberſter und Meiſter bleibet,
die 4. Bediente und Knechte find g. a. c. dis, davon dem Choral g. dem Bar-
Lix
Ueber die Sing: Arbeit.
— — — —
rir und Baſs aber Der c. zugeſellt, ( wiewol der obere g. g. dem Bafs füglecher
den dis machet:) Der Toner machet unumgänglich dis. Der a. machet dem
Barrir c. dem Tœner und Baſs f. Der c. machet dem Barrir a. dem Tœner und
Baſs f. Der dis machet dem Barrir und Baß c. dem Tœner g. Iſt der Geſang
gefallen, ſo nenne ich meinen b. g. und feige nach Ordnung auf, und ma⸗
che einen andern b. und ſetze hernach meinen Geſang fort. i
Wie nun in dieſen Weiſen der b. Oberſter und Meiſter und den t.
— b. zu ſeinen Gegen wuͤrffen hat: alſo wollen wir nun hier die Weiſen
beſehen, wo der g. Primas und der b. und d. ſeine Andere ſind. Allhier
dreher ſich das Spiel gantz wunderlich herum, und werden in denen 3. Ne⸗
ben⸗Stimmen gantz andere Buchſtaben, als ſonſten in andern Weiſen „zu
Bedienden; doch wollen wir mit denen 3. Heren den Anfang machen. In
dieſen Weiſen nun fangen die Stimmen an mit g. b. d. Hier iſt zu wiſſen,
daß allemal die 3. Buchſtaben unzertrennlich beyſammen bleiben und das
Led in 4. Stimmen anfangen, und allemal, wie oben ſchon gemeldet, die
Octav die vierte Stimm aus machet, und daß ſolches keinen Unterſcheid
machet, welcher von dieſen 3. Buchſtaben das Lied anfaͤngt. Daß wir aber
in unſerer Beſchreibung allemal die Sach mit dem Buchſtaben anſetzen, der
—
im Choral das Ruder fuͤhret, geſchiehet um der Richtigkeit
willen. Das iſt dann nun die Urſach, weswegen wir auch in unſerem Be⸗
richt es ſo vorſtellen, als ob alle Weiſen mit denſelben Buchſtaben
anfingen, der die oberſte Stelle im Choral vertritt, welches doch nicht ſeyn
kan. Wir bleiben dann mit unſerer Beſchreibung in der Ordnung, daß
wir unſere Sache allemal nach des Chorals ſeiner Meiſter⸗ und Herꝛſchafft
wollen vorſtellen. So iſt dann nun dieſes die Art, welche vorkommt
in den G⸗ Weiſen, die den b. machen. Der g. im Choral machet im Barrir b.
im Tœner und Baſs d. Dieſes dann ft der Schluͤſſel, und bleiben beyeinan⸗
der durch das gantze Lied, nur daß der Barrir allemal, wo im Choral der
g. anshaͤlt, derſelbe ſtatt des b. mit dem h. aushaͤlt, welches bey den A- Weir
ſen ebenfals vorkommt, alſo daß wo der Choral a. aushaͤlt, ſo haͤlt der Bar⸗
rir cis aus, und in dieſer Weiß ſind die uͤbrigen 4. Buchſtaben als f. a. c.
dis Knechte, der f. machet im Barrir und Bafs b. im Tœner d. Der a. machet
im Toner und Baſs d. und im Barrir fis. Der c. machet im Barrir a. und
im Toener und Baſs f. Der dis machet im Barrir g. im Toner und Baſs e.
ö eff. den
Vorrede.
, VP!!! ˙ . ˙ . ²˙ EEE
den Geſang zu heben, wann er gefallen, kan man zuruͤck auf die B⸗Weiſen
ſehen, es iſt einerley. a
Nun kommen wir auf die G⸗Weiſen, die den h. u. fis. haben, da dann g.
h. d. miteinander ein und anſtimmen, und die 4. Stimmen aus machen
der 4. übrigen als fis. a. c. e. Ordnung iſt dieſe. Der fis. machet dem Barrir h.
auch bisweilen dem Bals, dem Tœner u. Baſs d. Der a. machet dem Barrir
und Baſs d. und dem Toener fis. Der c. machet dem Barrir den obern e. und
dem Toner und Baſs a. Der e. machet dem Barrir und Ba ſs c. und dem
Taner a. Wie es zu heben, wann der Geſang gefallen, ſolches kan oben
aus den B⸗Weiſen geholt werden.
Nun find uns die Fr Weiſen noch uͤbrig, allwo f. a. c. den Schluͤſſel zu den
4. Stimmen ausmachen, die übrigen 4. Bedienten, als g. b. d. e. haben ſol⸗
che Ordnung, der g. machst dem Barrir und Bals den c. und dem Tœner
den e. Der b. machet dem Barrir den d. und dem Tœner u. Baſs den g. Der
d. machet dem Barrir und Baſs den b. und dem Toener den g. Der e. machts
dem Barrir und Bafs c. dem Tœner a. auch zuweilen g. Wann der Geſang
gefallen, ſo wird gethan, wie oben ſchon gemeldet, nemlich ich mache einen
andern f. welches dann durch f. g. as geſchaffet wird, da ich meinen f. neh⸗
me und aufſteige, und wenn ich den as. habe, fo nenne ich ihn f. und fene
meinen Geſang fort, die Prob iſt richtig.
Nun haben wir das Geheimnuß unſerer geiſtlichen Sing⸗Arbeit nach Ver⸗
moͤgen mitgetheilet. Dann ob wir wol in gegenwaͤrtiger Arbeit es mehr mit
Liedern als Melodten zu thun haben, daß uns alſo ein Verſtaͤndiger koͤnte fra⸗
gen: warum wir hier der Noten⸗Arbeit gedaͤchten, da doch dergleichen in die⸗
ſem Werck nicht vorkommt? fo haben wir doch nicht gegen die Billigkeit erach⸗
tet zu ſeyn, ſolche Arbeit vorher gehen zu laſſen, einen Theils weil aus derſel⸗
bigen die Lieder, in dieſem Werck verfaſſet, ihren Schmuck und Zierrath her⸗
genommen, andern Theils weil einem Liebhaber dieſer edlen u. Paradiſiſchen
Kunſt hiermit Anlaß gegeben wird, dem Geheimnuß weiter nach zu forſchen.
Solte aber nun jemand unſern Fleiß in dieſer Arbeit wollen vor uͤber⸗
ßig achten: deme dient zur Nachricht, daß man auch dergleichen Ver⸗
ſuchungen nicht wenig hat durchgehen muͤſſen, aflermaafen unter befläns
digen Gegen fprüchen der Vernunfft das ganze Werck ſich ausgebore 10
— 8 na
r
Ueber die Sing» Arbeit.
Bon — —— 2
Nachdeme es ſich aber in der Probe erwieſen, daß durch dieſe geiſtliche
Sing» Arbeit eine nicht geringe Leidenſchafft uͤber unſere Natur verhaͤngt:
fo haben wir uns auch nicht entziehen koͤnnen, ſondern um GOttes und
des Gewiſſens willen muͤſſen mit ins Spiel ſetzen, aus Beyſorge, es moͤg⸗
te anders das Gewiſſen Schaden leiden. Was es aber vor Leidenſchafft ver⸗
urſachet als dieſe Schule ſich zuerſt eroͤffnet, ſonderlich da, wo zuerſt der
Weg iſt gebahnt worden, ſolches iſt nicht wol zubeſchreiben. Weilen man
Aber allerſeits nach Vermoͤgen in der Probe aushilte, und bey Verluſt des
geiſtlichen Lebens nicht durffte feine Schule vorbey gehen: ſo iſt es geſche⸗
hen, daß allerdings eine gewiſſe Fähigkeit in dieſer Schule iſt erhalten wor⸗
den; dabey man aber in dieſer Parad iſiſchen Kunſt eine
unerforſchliche Tiefe angetroffen / welche allen menſchlichen
Begriff uͤberſteiget. f
Und ob nun iemand uns wolte anders berichten, nemlich: es ſeye die⸗
fe Arbeit weder nuͤtzlich noch GOT gefällig, dem können wir allerdings
einen andern Bericht abſtatten, nemlich: daß wir in unſerer Schule ande⸗
ke Lectiones erlernet, und uns nicht unterwinden ein Iudicium uͤber ine
Sache zu faͤllen, ehe wir ſie durch forſchet haben, ob nicht etwas darinnen
enthalten, deſſen ſich die Weißheit bedienen moͤgte zu unſerer Herumſchmel⸗
sung. Und weilen wir dergleichen in unſerer geiſtlichen Sing⸗Schu⸗
le in reicher Maaß erfahren, maßen ſich der Nußen davon über unſere gan⸗
tze Menſchheit ausgebreitet, gleichwie in der Vorrede des Singens gemel⸗
det wird: ſo haben wir uns allerdings nicht doͤrffen unterwinden unſere
Vernunfft durch ein unzulaͤngliches Urtheil die Meiſterſchafft ſpielen zu laſſen.
Und ob uns jemand hierinnen wolte beurtheilen: fo find wir ſchon zu⸗
voren eines andern berichtet. Darum beruffen wir uns auf unſere Schu⸗
le, und wollen ſolche dahin einladen, nemlich S chul⸗Kecht zu thun /
gleich wie wir gethan haben, ſo wird ſich am Ende und Ausgang der Schu⸗
le ein guͤtigers Urtheil Aber dieſe gantze Arbeit hervorthun, mit welchem wir
Hann auch die gantze Arbeit wollen ſchlieſen, und dem Leſer dieſes alles viel
Gutes aus der reichen Fuͤlle⸗ GOTTES und feiner
Gnade anwuͤnſchen.
Weine Gaube in den gefstöchern,
In den Steinritzen,
Zeige mir deine Geſtalt,
Qaß mich hören deine Stimme;
Denn deine Stimme iſt ſuͤſe, und Beine
Geſtalt iſt lieblich.
. Ham . Ad. Mal; . 5 3
1 ©
12 Der
Geistliche Braut⸗Schmuck
Der heiligen
Jungfrauen And Glieder⸗ „Zahl
gi an m 8.8
— — —
— —. —!. T —— ———̃ ( (Ä S
* —
9 6 H Gott! wie man⸗ eee doch iſt ſo vi ler
her bittrer Schmertz Drang dabey, als ob er zu⸗
durchdringet meinen geſchloſſen ſey. |
Geiſt und Hertz, hier in dem F. Wie klein und niedrig wird
Leib der Sterblichkett, auf mei⸗ der Sinn, der auf denſſelben
nem Weg zur Seeligkeit. gehet hin! Wie rein und ſau⸗
2. Ich leide zwar in viel Ge⸗ ber wird der Geiſt, der dieſen
dult: eil Gottes Gnade Guͤt Bet: gu Gott hinreißt. |
und Huld fich breitet da unend⸗ 12 nt; ertoͤdet die Na⸗
lich aus, wo man getreu in al⸗ 00 da findet man erſt dieſe
lem Strauß. Spuhr zum Himmelreich: da
3. Doch iſt diß gar ein bittrer Fefus Chriſt durchs leiden
| Tod: wann in dem groͤſten eingegangen iſt.
Schmertz und Noth dabey 7. Diß kan erfahren wol ein
noch iſt des Treibers Grim, Mann, ſo einmal gehet dieſe
mit feiner Wuth und Unge⸗ ae weil nichts ſo niedrig
ſtuͤmm. je kan ſeyn, 75 nicht die en⸗
4. Der enge Weg iſt zwar 4 Thuͤr zu klein.
gebahnt, woͤrzu uns IEſus 8. Ein Get, der rein 8 70
f 0
han 7 WE
2.
Gold 5 „ we ng bis auf den Tod hin
GOtt zugekehrt, erftorben ale wagen. ie
lem Ich ze Mein, der geht 3. Die Krone iſt 9 a
zur engen Pforte ein. durch ſeine Huld erworben, da
9. Dann da bleibt keine an⸗ Er für mich geſchlacht und an
dre Haab, als die gekommen dem Creutz d 1
aus dem Grab; was nicht weil in feiner Treu ich ale Full
vom Tod e rein, das gefunden; fo bleibe ich Ihm
kan zu GOtt nicht gehen ein. auch auf ewig hin verbunden.
10. ae ka: Aue 3. RE
muͤder Geiſt, der du bift aus RAR |
dir ſelbſt gereißt: wel dert D Ta 4b fen N
wird werden offenbar, was hier ſchon ausbreiten, wir
inan verborgen war. ſechn die Erndte blühn in Gei⸗
| ee ſtes Fruchtbarkeiten: die Trau⸗
10 | er⸗Zeit ift hin, der viele Drang
B In ich ſchon Lebens ſatt, vergeſſen, wir ſehn ein andre
wenn meine Zeit will al⸗ Welt, weil wir in GOTT
ten ; fo laßt die Liebe doch geneſen. So gluͤcket uns die
mich nimmermehr erkalten: ahrt auf Gottes Wunder⸗
De a Fürd undEc- Wegen: well ſich thut alle
11 55 5 ich werd verherr⸗ W nun gantz |
icht werden. 2. Was Freud und füfer
2. Verd ich ſchon oͤffters hier Troſt * im Geiſt auf⸗
mit Bitterkeit getraͤncket, wird ſteigen: wann in vereinter
fo viel Suͤſſes doch daneben ein⸗ Krafft wir uns zu Ihm hin
geſchencket. Das ſanffte JE neigen! Die Suſſigkeit, die
us⸗Joch macht alles leicht zu t ent⸗
tragen: drum will ichs auch Huld, aus Gottes 4
ſprungen: hat uns in fich er⸗
hoͤht, daß unſtem Fuß gelun⸗
gen. Des Tempels Heilig⸗
thum, wo GO TT thut Sel⸗
ber thronen: hat ſich nun auf⸗
gethan, daß wir darinnen
wohnen. |
3. Wir gehen da hinein in
unſre Ruhe⸗Cammer: alwo
wir gantz befreyt von allein
Leid und Jammer. Der har⸗
te Zwang und Draug, wo wir
in warn geſeſſen: eilt nun zu
ſeinem End, wo Alles gantz
vergeſſen. So gehen wir da⸗
hin, beſitzen Gottes Frieden,
von Menſchen, Ehr und
Ruhm, und aller Welt, ge⸗
ſchieden.
4. O ſeliger Gewinn, der
uns in GOTT erworben! da
bey ſo viel Gedraͤng wir ſchei⸗
nen faſt erſtorben. Nun bluͤ⸗
het uns die Ruh im ſtillen
een: wir find deſ⸗
ſelben froh, nach Gottes Wol⸗
gefallen. Die Muͤh und Ta⸗
ae ae wir Ae 0
‚ur nun vergeſſen gant
ſanit aller Noth und Klagen.
| 3.
5. Nun muß uns der Genuß,
von Gottes Guͤte wegen, aus
dem ſo langen Drang nur lau⸗
ter Heil zulegen. GOTT
iſt nun unſer Ruhm: wir tra⸗
gen Seine Laͤſten wie es al⸗
hier gezieuit den fremden
Mander- Gäften Wir
gehen dann dahin, vergeſſen
allen Jammer: bis daß wir
kommen heim in unfie Ruhe⸗
Cammer.
6. So find wir dann gecroͤnt,
mit lauter Huld umgeben: die
Gottes Langmuth heißt. O
angenehmes Leben! O ſichre
Friedens⸗Burg! Wer deine
Hoͤh beſtiegen: dem muͤſſen al⸗
le Feind zuletzt zu Boden lie⸗
gen. Wol dann du ſuͤſe Ruh,
die wir nunmehr genieſen! du
thuſt all unſer Leid ohn Zeit
und End verfüfen.
4.
Er tiefe Fried aus Got⸗
D tes reinem Weſen, nim̃t
unſer Hertz und gantze Sin⸗
nen ein Und weil wir al⸗
ſo ſind in GO T geneſen: ſo
2 werden wir auch ewig bey Ihin
kon,
4.
ſeyn.
uns dort wird zum Erbe wer⸗
den, genieſen ſchon im Vor⸗
ſchinact hier, auf Erden
2. Ob unſer Leben ſchon in
GOTT, verborgen; ſo iſt doch
unſer Wandel offenbar: wir
haben auch ſonſt keine andre
Sorgen, als Ihm zu ſeyn er⸗
geben gantz und gar. Wir ha⸗
ben doch das beſte Theil darin
gefunden: weil wir Ihm ſo in
Treu und Lieb verbunden.
3. Und weil wir dann kein
ander Gut genieſen, als was
uns kommt aus ſeiner Fuͤlle
her: thut Es uns alle Bitter⸗
keit verſuͤſen, und machet leicht,
was ſonſten ſaur und ſchwehr.
Der lautre Sinn nach Gottes
Lieb und reinem Weſen macht
Hertz und Geiſt und Seel in
GO T geneſen.
4. Wir leben dann, wie uns
wird eingemeſſen aus Gottes
reicher Guͤte und Genad: und
wird daneben gantz und gar
vergeſſen, was nicht aus ſei⸗
nem weiſen guten Rath. Es
iſt nns wol, weil wir ins Heil⸗
gen. ei
5. Und weil uns dann ein ſol⸗
ches Theil iſt worden, das wird
zu keinen Zeiten mehr vergehn,
ſo thun wur auch deſſelben ſte⸗
tig warten: wann wir vor
Gott im Heiligthum auflehn.
Und, weil in Allem wir kein
beſſer Gut zu hoffen: ſo haben
wir das rechte Ziel getroffen.
5 |
Ne Bluͤht iſt aus, die
D Blume iſt nun abgefal⸗
len, nun kan der Geiſt ges
troſt zur andern Welt hin⸗
wallen. O wol! wer hier bey
Zeit der eitlen Welt abſaget,
der wird alldorten nicht vom
andern Tod genaget.
2. Haͤtt ich mein Gluck all
15 in dieſer Welt erloffen, 5
aͤtt ich dorten nicht das wah⸗
re Gut zu hoffen: nun aber mei⸗
ne Fahrt ſo fruͤh iſt angelaͤndet,
iſt alles mit dahin, was ſonſt
ſo leicht verſchwindet.
3. Mein beſtes Theil muß
mir
.
mir dann nun alldort zu kom⸗ Lauf auf Erden: weil wir
men, weil ich vereinet bin mit durchs Lammes Blut dort mit
denen wahren Frommen: die erhaben werden. i
dort ihr Erb und Theil, ſo 4. Was wird uns ſcheiden
IEſus uns erworben. Wer mehr? Wir tragen feine Laͤ⸗
dieſes Ziel erreicht, iſt nicht zu ſten, die Es auf uns gelegt,
Früh geſtorben. als feine Wander⸗Gaͤſten,
8. weil Es in dieſer Welt ſo hart
| | von GO TT geſchlagen, da un⸗
D Je Hoffnung ſteht dort⸗ fer Sunden⸗Burd' auf feinem
hin, nach jenen Zions⸗ Mücken lagen. |
Auen: was wir in Nidrigkeit 5. Da Es war ſtumm und
alhier, im Geiſte, ſchauen, ſtill, ohn einiges Erroͤthen vor
Da ſehen wir das Lamm die ſeinem Wuͤrger, der Es ſchlach⸗
edlen Schaaren weiden am ten wolt, und tödten. Die
reinen Lebens⸗Strom mit vie⸗ Bahn iſt uns gemacht, wir
len tauſend Freuden. lernen ſeine Sitten, und folgen
2. Die Liebe croͤnet uns, daß feinem Gang und reinen Lie⸗
wir vereinigt werden: und zie⸗ bes⸗Tritten.
ret unſern Gang mit himmli⸗ 6. Sind wir mit Ihm vereint
ſchen Geberden. So wallen in feinen Creutzes⸗ Wegen: ſo
wir dahin, und gehn dem wird Es uns auch dort mit
Lamm entgegen: und tragen Himmels ⸗Freud belegen. Die
ſeine Schmach, bis Es uns Gleichheit einet uns, und weil
wird anlegen. j wir ſo auf Erden: ſo werden
3. Das reine weiſſe Kleid, wir auch dort mit Ihm ver⸗
und wir dorthin erhaben: da herrlicht werden. {
Es am Lebens⸗Strom uns 7. Der Troſt iſt uns ſo tief in
wird zugleich mit laben. Diß unſer Hertz geſprochen: daß er
iſt damm unſer Troſt in wust in Ewigkeit wird mimmermehr
. 4 2. ge⸗
a De; 2 . 7.
gen ſehn, und reine Hertzen N |
faſſen, laßt weder hier noch dort Doe Liebe iſt mein Looß
noch in dem Tod erblaſſen. und Erbtheil worden,
8. Diß iſt nun unſer Lohn, und ſetzet meine Hoffnung dort⸗
da wir ſind eingetreten, wo hinaus: wo ich zu den verklaͤr⸗
wir dem Lamm vereint in ſei⸗ ten Hümmels⸗ Pforten werd
nen Creutzes⸗Noͤthen: das gehen ein in meines Gottes
nun von GOTT erhoͤht, und Haus. Wer alſo gantz mit
mit ſo vielen Freuden die gan⸗ Ott und ſeiner Lieb unge
tze Ereutzes⸗Schagr am Le⸗ ben, hat ſchon die wahre Ruh
beus⸗Strom thut leiten. alhier in dieſem Leben.
9. Deß ſind wir Freuden⸗voll, 2. Ich trag Zar meine Laͤ⸗
weil wir ſchon das Verſuͤſen ſten Noch auf Erden, doch nur
der Bitterkeit afhier auf dieſer ſo, als ein Gaſt und Wan⸗
Welt genieſen. Der Vorblick ders⸗Mann: komm ich nach
zeiget uns das Freudenvoll Er⸗ Haus, es wird ſchon anders
eben: fo weder Zeit, noch werden, diß it mein Troſt auf
Jahr, wird nimmermehr ver⸗ meiner Glaubeus⸗Bahn. Dan
letzen. bier bleibt mir mein Schatz in
10. Wir leben dann dahin, meinem GOtt verborgen: weil
und warten mit Verlangen, Er mir leget bey ſein Gutes a
bis uns die edle Schaar eütge⸗ alle Morgen
gen kommt gegangen, auf je⸗ 3. Auf dieſer Bahn lernt man
ner Zions = Au, da ſie mit gantz andere Sachen, als aller
vielen Freuden GOtt und dem Menſchen Witz und Kunſt ver⸗
werthen Lamm ein ewigs Lob fteht, Gott weiß es Selber
bereiten. Alles fo zu machen: daß ſelbe
gantz daruber untergeht. Wohl
nun, es iſt das Gute mir zum
7
I»
m Sn m ne mu
Erbe worden: die Liebe öffnet
mir die ſtille Friedens⸗Pforten.
4. Dann wann mein Hertz
ermuͤdet auf den Wegen, ſo
führt mich GOTT in meine
Kammer ein: und ſpeiſet mich
mit reichem Troſt und Segen,
und traͤncket mich mit feiner
‚Güte Wein. O was ein Theil
und Erbe wird ſchon hier ge⸗
funden, wer alſo iſt mit GOt⸗
tes reiner Lieb verbunden.
5. Drum kan ich wohl in ſei⸗
ner Liebe raſten, wie es auch
fonften mir zu gehen hat: ich
trage doch ſonſt keine andre La⸗
ſten, als die verhaͤngt durch
ſeinen weiſen Rath. Ich habe
fo viel Guts aus feiner Full
genoſſen: daß weder hier noch
dort mich mehr wird was
umſtoſſen.
6. So bluͤhet dann mein
Gluͤck in denen Wegen, wo
Gottes Rath mich hat hinein
gebracht, und thaͤt mir ſeine
Gnad und Guͤt beylegen: da
ich 1 allen Dingen gute
Nacht. Mein Hertz ift Lob⸗
und Danckens⸗ voll in GOtt
geneſen weil Er in allem
Leid bisher mein Troſt geweſen.
5
Je Welt iſt mir ein bitt⸗
D rer Tod, und macht mir
offt viel Schmertz und Wun⸗
den: doch wird in dieſer Lei⸗
dens⸗Noth zuletzt ein beſſer
Gut gefunden. f
2. So bald ich in dem Geiſt
erblickt, was mir alldorten
wird erſcheinen: ſo bin ich hin
zu GO T gerückt, und kan
vergeſſen alles Weinen.
3. Drum acht ich weder Freud
noch Leid, noch einig Ding
auf dieſer Erden: weil mir in
jener Ewigkeit ein beſſer Theil
dafuͤr wird werden.
RE 9.
DIR Wunden, die ich in
dem Hertzen umtrage,
die ſind mir durch Leiden
und ieben gemacht: wer wird
mirs wol glauben, wenn ich
es ſchon ſage: daß Lieben mich
in ſo viel Jammer gebracht;
doch wart ich mit Freuden der
guͤldenen Zeiten, was e
3.
8.
—— —
die Er nde mir ſchencken wird
ein. Die Lie be wird lohnen
mit guͤldenen Cronen; die Freü⸗
de wird waͤhren ohn Wechſel
und Schein.
2. Doch kom̃t iir mein Gu⸗
tes in Dulten und Hoffe ſchon
alhier auf Erden mit vollem
Gewinn: Die leidende Liebe
hats endlich getroffk, das kran⸗
ken und Den chen ift gänklich
dahin. O Hertzens⸗Ver nuͤ⸗
gen! was wird wol beſiegen
den hohen in GO T Teinge⸗
kehreten Geiſt? der in Ihm ge⸗
ueſen, ſonſt alles vergei en, und
alſo iſt auſſer ſich ſelbſten ge⸗
reißt.
3. Wann andere prangen in
nichtigen Dingen, und brin⸗
gen Gedancken vor Weſen her⸗
vor: ſo pfleg ich ins Hertze der
Lieb einzudringen, und ſinge
Lob⸗Lieder im inneren Chor.
Das heiſſet zufrieden; von al⸗
lem geſchieden, und bin ich zu⸗
weilen ſchon toͤdlich verwundt:
die leidende Liebe hat maͤchti⸗
ge Triebe, und machet Hertz
Geiſte und Seele geſund.
1
4. Es muͤſſen ſich freuen die
hünmmliſchen Choͤre: wann
Seelen auf Erden in Liebe ver⸗
wundt: fo daß fie kein Freude
noch Leiden verzehre, und alſo
umtragen den ewigen Bund.
Wir loben in Freüden, und
ſieben in Leiden: und leben auf
Erden in himmliſcher Freud,
die Liebe uns naͤhret, zur a
beſcheret ein Leben, das wah⸗
ret ohn Ende und Zeit.
10.
In lautrer Geiſt iſt gar ein
reines Weſen, wer den be⸗
ſitzt, der iſt in GOTT ge⸗
neſen . Der reine Sinn
bringt ihn dahin: daß er vor
GOTT rein ohne Mackel als
eine reine Warheits⸗Fackel.
2. Wer kan dann wol ein ſol xx
ches Hertze kennen, wo Got⸗
tes Geiſt in reiner Lieb thut
brennen? Sag! wer iſt wol ſo
Gnaden⸗ voll: als wer in ſei⸗
nem gantzen Leben ſich GOtt,
mit Leib und Geiſt ergeben?
3. Das Heiligthum, das
GOTT ſich hat erbauet, wird
ſilb⸗
9.
71 da, dne aalen Licht, n
geſchauet: wo Stel und Geiſt Bl OR
verrlaͤret heißt. Da muß die Esch der gautze Hauff
Andacht ſtets aufſteigen nach Teen Tin Bande an
Gottes Sinn, und tiefstem geſchen / und heben ihre Haup⸗
Beugen. 8 ler auſ, um freudig to vor
4. Wie hoͤret man alda ſo GOTT zu ſtehen, erfüllt mit
ſchoͤne Weiſe, wo Hertzen GOtt Hein keinen Sinn, nach Got⸗
im innern Tempel preisen. kes weiſen Rath und Gaben;
Der Freuden⸗Hall ſchallt uber⸗ der ihnen Selbſt gegeben hin,
all, und wird gehoͤrt in ſtillem um ſie in Seiner Full zu Ins
Sauſen 5 ohn allen Trug und ben; in reiner Heiligkeit zu ſte⸗
Schein von aufen. hen ſtets bereit, und bleiben ſo
5. GOT redet da mit ſtil⸗ in Eins vereinet: weil ſie ſo reich
len Geiſtes Worten, zum Un⸗ getroͤſt, aus aller Noth erloͤßt,
terricht dem reine Prieſter⸗Or⸗ Und alſo Keines weiter weinet.
den, die allzeit ſtehn vor Iöm 2. Was iſt dann diß vor ein
zu flehn: damit Er mög in Geſchlecht, das ſo in Fried bey⸗
Guͤte walten, u. fie in Krafft ſauumen wohnet? Sag! ob fie
und Starck erhalten. nicht das Erbe⸗Recht woch Ott
6. Wir find dann wohl mit mit lauter Güte lohnet e Ach
unſers Gottes Thaten, wie Er ja! ſie ſind das 1 um,
uns ſelbſt von Innen thut be⸗ das GO TT ſich Selber hat er⸗
rathen. Sein reiner Sinn bracht kohren, um auszubreiten ſeinen
uns dahin! ſo , daß wir in Ruhm, da fie doch vor auch
Deſſelben Weſen ſind kommen warn verlohren. Sie ſind das
zum wahren Geneſen. Erb des Herrn; ein jedes folget
| gern, zu erben das, was GOtt
8 wird geben den n, die Er auser⸗
waͤhlt in jener neuen Welt, da
Alle in die Laͤnge leben.
| 8 3 Drum
— er E a
10. i
3. Drum bleibt diß unſer ſte⸗ zieren. |
ter Ruhm (wann unſte Geiſter 1
find erhoben in ſeines Tempels ER
Heiligthum) daß wir Ihn oh⸗ Ec iſt geſchehn, wir konnen
ne Ende loben. Es Fan uns gehn nut Freuden fort auf
doch kein andre Tracht zu un⸗ den geheimen Wegen dorthin
ſerin Theil und Erbe werden, zu GOTT, da alle Noth und
ale, GOTT zu dienen Tagu. Jammer ſich wird endlich gantz
Nacht, weil wir alihier auf darnieder legen. |
dieſer Erden. So iſt es dann 2. Was iſt es dann, das uns
bestellt, wir thun was Ihm ge⸗ die Bahn init jo viel Freud u.
fällt, und warten fein in Dul⸗ reiner Lieb verſüſet? es heiſſet
ten, Hoffen, bis Alles gang er⸗ Krafft, die Leben ſchafft, 10
neut, von aller Laſt befreyt, u. man aus GOTT und ſeiner
uns das rechte Ziel getroffen, reichen Full, genieſet. |
4. So find wir dann mit 3. Wir find nun ſatt aus
GOTT verſehn in der fo ſelge GOttes Rath: und werden
Fahrt auf Erden, und warten, alſo keinen Mangel leiden
bis wir dort eingehn, da wir Wir find erloͤßt, von GOT
mit Ihm verherrlicht werden. getroͤſt, zu bleiben Ihm getreu
Wohl nun! Es bluͤhet unſer nun, und zu allen Zeiten.
Troſt, es kommt entgegen uns 4. Die Lauterkeit hilfft aus
gegangen das Gluͤck, worinnẽ dein Streit, und aus ſo viel u.
wir erloͤßt, wir warten Sein manchen harten Proben. Die
mit viel Verlangen. Diß foͤr⸗ Ereutzes⸗Noth erwirbet SO,
dert unſern Lauff; wir mercke daß man zuletzt Ihn kan ohn
| eben drauf: damit wir Nichts Zeit und Ende loben
| von dem verlieren, was uns 5. Wer Langmuth uͤbt wan
dart zubereit in jener Ewigkeit, er betrubt, und in Gedult die
da EOtt uns wird mit ane Hoffnung nicht laͤßt fahre ißt
6 a im⸗
1
8 = 11.
Himmel⸗ Brod in Leidens = muß mein Hertz bewegen: daß
Noth, kann ſich zuletzt mit ich wurtzle unter ſich, oben iſt
Gott und ſeiner Liebe paaren. der Dornen⸗Stich. a
6. So find wir dann auf unſ⸗ 5. Waun die Sonne ſchei⸗
rer Bahn mit ſo viel Troſt u. net, ſo wird gautz verneinet:
reicher Lieb begabet. Wir ſind was mich hat gemacht ſo kalt
ſein Theil, Er unſer Heyl: finſter, grob und ungeſtalt.
wann Er uns fo aus feiner rei⸗ 6. Ihre Schoͤnheit giebet,
chen Fuͤlle labet. was mein Hertze liebet: der
7. Der lautre Sinn bracht Genuß von ihrem Schein
uns dahin, allwo das ein ge macht mich froh und fre dig
wahre Gut gefunden: die wah⸗ ſeyn. ; i
re Ruh blüht immer zu; drum 7. Thut ſie höher ſteigen, muß
bleiben wir Ihm auch auf es mir anzeigen: daß die rau⸗
Ewig hin verbunden. 8 zeit dahin, wo ich in geſeſ⸗
| en bin. |
13. f a
28 a 8. Sie thut meiner warten,
* Ch bin eine Rose, Niemand daß in GOttes Garten mein
ſich auſtoſe: wann darbey Gewaͤchß ſich ſchoͤn ausbreit
der Dornen Stich, daß er nicht in des Geiſtes Niedrigkeit.
geh hinder fich. 9. Bleibt ihr Glantz verbor⸗
. Mein Geruch muß geben gen, ſchlaf ich bis an Morgen:
Sa en 12 886 — ſo ge t auf ein neuer Schein,
r d 1 0 ea i 1 i 791 a nichts kan ſchoͤners
3. Ju den Winter⸗Tagen ro. Will mich was erſchre⸗
nun ich es ertragen: daß ich cken, thut ihr Gang iR de⸗
Mr e gantz verſteckt, und mit cken: daß ich froh in ihrem Licht
Kalt und Froſt bedeckt. und bleib ſtehen aufgericht.
7. Dunckelheit und Rege = 11. Wandle ich um Kühlen un⸗
12.
ter den Geſpiel en, muß ihr So bin ich un ein Bain
Schatten mir ein Schein vol⸗ mit Früchten, Blattern, Zwei⸗
ler Süſigkeiten ſeyn gen, die in dem Aufgungs⸗
12. Bleib ich ihr gepaaret, Licht die Frühlings = Zeit au:
bleibt mein Hertz bewahret: zeigen. 1 A
daß kein falſcher Glantz noch 3. Die rauhe Winters⸗Zeit
Schein kan daſſelbe nehmen hat ihre Macht verloren, wo
einn 9 mein Gewachſe ſehien vor Kalt
13. Ob ich ſchon mit Dornen, und Froſt erftoren. Die lauge
hinden und von vornen, bin Nacht, der Zwang, wo ich
umgeben: es kan nicht ſchaden in war geſeſſen, hat ihre Zeit
mir ein Dornen⸗Stich: erreicht, und iſt nunmehr verz,
14. Weil ich eine Roſen, die geſſen. ene
alda entſproſſen: wo die Dorn 4, Und ſtunde mein Gewaͤchs
mir ſchencken ein, daß ich kan ſchon oft in viel Beſchwerden:
fo ſchoͤne ſeyn. ſo konte ſolches doch nicht un⸗
| Pre a terdrucket werden. Der Lebens⸗
ch bin ein grüner Zweig Saft, 0 N 8 Wale
ne Hertz entſprungen, gab meiner
aus duͤrrem Reiß entſproſ⸗ e 1
rg aus Wurtzel Krafft, daß dem Ge⸗
fen, der Lebens⸗Strom aus waͤchs gelungen.
Gott hat meinen Geiſt durch⸗ M a se
SE 5. So ſtiminet dann zuletzt
floſſen. Ich bin gepflantzet ielem Wind und Re
f nach vielem Wind und Regen
nun, und ſteh in GOttes Gar⸗ „ in ol ien in e
ine Frucht der Geiſt ſein Lob⸗Lied an von
ten, und trage meine Frucht Gottes Wunder⸗ Wegen
von viel und manchen Arten. Tr due? Weigel
2. Die Stel Meines . „<> .E
Saffts die müſſen ewig gru⸗ Lob, Ehr u Herrlichkeit ſey
nen, und ihrer Schönheit Zierd mm dem groſen GOTT, u.
dur Steud und Wonne dienen, auch dem Lamm, von unt ge⸗
Pi
hr:
ſungen, dieweil durch feine erworben: wer dieſen geht vor⸗
groſe Macht es uns annoch ſo bey, heißt hier und dort ver⸗
wunderbar bißher gelungen. dorben. Drum iſt diß meine
2. Wir freuen uns, und ruͤh⸗Luſt und Freude hier auf Er⸗
men das, was mim zur Zeit den, weil ich durchs Leiden
an uns geſchehen, dieweil wir dort werd eins verherꝛlicht
ohne Maaß die Wunder⸗Huͤlff werden.
aus GOtt mit unſern Augen 16.
ſehen. g . 5 11
en Ch bin ſehr gering und klein,
Amen Hallelufah. Iweil ich nichtig auf der Er⸗
101 den doch ich dring in GOT T
Nh bin in GO T erfreut, hinein, da kan ich erhoͤhet wer⸗
2 weiß keine andre Sachen, den. Iſt es aus mit meinem
als was deſſelben Lieb will Thun, ſo kan GO TT mich
Gutes aus mir machen: will wohl berathen, drum wil ich
mich ſchon oftermal der Kum⸗ in Ihm beruhn, weil es nichts
mer zeitlich plagen, kan ich mit meinen Thaten.
ihn doch gar bald mit Gottes 2. Weiß ich nicht mehr fort zu
Huld verjagen. gehn auf den Leid⸗ und Ster⸗
2. Wann Gottes Freundlich⸗ bens⸗Wegen, thu ich GOTT
keit mein Hertz zur Liebe len⸗ um Gnad anflehn, und mich
cket, faͤllt aller Schmertzen Ihm zun Fuͤſſen legen: ſo werd
weg, ohn, daß man ſein ges ich in Ihm erfreut, und vergeſ⸗
dencket: und wann ich Trau⸗ fe allen Jammer: daß in Gei⸗
reus⸗ voll mit Finſternuß um⸗ ſtes Niedrigkeit ich kan ruhn in
geben, fo ſchenckt mir Gottes meiner Kaminer. 5
Huld das Liebſte in dem Leben 3. Was alda geſchencket ein,
3. Diß heißt der Leidens ⸗ wird kein fleiſchlich Hertz er⸗
Weg, wordurch uns GOTT meſſe, es wird nebſt dem Mr 15
ICH" | en
.
7
Ba,
a
14.
hen⸗Wein fo viel Gutes ein⸗ genefet. 12
gemeſſen: daß auch ſelbſten der 7. Und ſo bin ich heymge⸗
Verſtand ſich darinen muß ver⸗ bracht, weil ich meine Hoheit
gehen: weil er dieſe hohe Hand funden in des Geiſtes Nieder⸗
nicht kan faſſen noch verſtehen. tracht, wo man wird mit GOtt
4. So die reinen Seelen fuͤhrt, verbunden. Alſo lebe ich dahin,
die alſo hineinwaͤrts gehen: wo wie mir taͤglich eingemeſſen:
ſich alles gantz verliehrt, was weil diß eintzig mein Gewinn,
nicht kan in GO TT beſtehen: daß ich bin in GOTT geneſen.
denn Be iſt 18 555 > 7. 8 |
die Thuͤr zu GOTT gefunden, i
und der ſchmale Himtels⸗Steg, 7 Th bin verlobet nun des
wo wird alles überwunden. 3 höchften Königs Sohn, der
5. Alle Sorge Müh und Laſt mir wird ſetzen auf die rechte
muß ſich auf einmal verliehren: Ehren⸗Kron: die ich alldorten
und der Seelen ſuͤſe Raſt laßt werd in jener Welt erlangen.
in dieſem Grund ſich ſpuͤhren. wo die vereinte Schaar wird
Gottes Segen wird nicht ewig umen prangen.
muß, chut die Seel unendlich 2. Hier ſind wir fo vereint,
laben mit fo voller Gnad und wie es ziemt Wauder⸗Gaſten,
Güt, und ſehr reichen Himels⸗ und tragen auf der Fahrt noch
Gaben. | viele ſchwere Laͤſten: doch weñ
6. Deſſen bin ich innig wohl wir kommen heim, wird uns
weil ich dieſe Kleinheit funden: das Lamm verfügen des Le⸗
wo mein Hertze Freuden⸗voll bens Bitterkeit, und laſſen
iſt mit GOttes Lieb verbun⸗ uns genieſen fie
den. Meine Kleinheit ift mein 3. Was wir geſuchet hier in
Grab, da der alte Menſch ver⸗ dieſer eitlen Welt, da wir in
weſet; und des Geiſtes reiche heiſer Lieb uns feine Schmach
Haab: da die Seel in GOT erwaͤhlt: das iſt nun Thal
Theil, wir tragen die auf Er⸗
den, bis wir alldort mit Ihm
werden verherꝛlicht werden.
18.
Ch gehe hin, und wandle
03 fort auf jener Zions Straa⸗
ſen: bis ich geh ein zur Sa⸗
lems⸗Pfort, da wird ſich nie⸗
derlaſſen mein viele Muh und
groſes Leid, wo ich oft in ge⸗
weſen, und bey fo vielem har⸗
ten Sreit oft traurig bin ge⸗
genen. |
2. Nun lebe ich, und bin gantz
ſtill, und warte meiner Sa⸗
chen, wie GOTT es ſchickt
und haben wil: Er weiß es
wol zu machen. Ich geb mich
fein gelaſſen hin in ſeines Wil⸗
lens Schrancken, ſo bleib ich
in Ihin, wie ich bin, ohn hin
und wieder Wancken.
3. Mein Leben iſt zwar aus⸗
ey von Bildern und von
eiſen; doch iſt mein Her 0
zu GOTT gern, laͤßt fi
von nichts abreiſſen. Er wird
es alles machen wol, und mich
zu Ehren bringen, daß ich 1 55
f 8
mit viel Freuden ⸗ voll ewig
15
— —
werd Lieder fingen.
5 5 19.
Ich liebe gantz umſonſt;
Ri) doch weil ich bin gezaͤhlet
zur keuſchen Jungfraun⸗Zahl,
die ſich dem Lamm vermahlet:
da geh ich mit vorher, und
folg mit hinden nach, daß ich
dem keuſchen Lamm helff tra⸗
gen ſeine Schmach.
2. Die es alldorten trug, als
es ein Opfer worden, und an
des Creutzes⸗Stamm geſtiff⸗
tet dieſen Orden: Es iſt von
GOTT erhoͤht, wir werden
mit zugleich erhoͤhet werden
dort in ſeines Vatters Reich.
3. Diß iſt nun unſte Kron,
die wir auf Erden tragen, wañ
wir in Leiden ſtehn in unſern
Truͤbſals⸗Tagen: wir freuen
uns, weil wir alldorten mit
erhöht in ſolcher Herzlichkeit,
die nimmermehr vergeht.
20.
ICh lebe zwar ſo hin, bin ſe⸗
Ilg in dem Hoffen! doch iſt
mein rechtes Ziel dabey nich
3. | n
26.
nicht getroffen: ich liebe zwar Hand, ich hab es Ihm ergeben:
ein Gut, das ohne Maaß zu die Hoffnung iſt mein Gegen⸗
ſchaͤtzen, doch will der bloͤde Pfand auf jenes Frenden⸗
Siun gar oft den Muth ver⸗ Leben. \ |
letzen. | Ob ich hier wohl viel enge
2. Was iſt dann wol mein Weg und Steige muß durch⸗
Glück, das GOTT mir wird gehen: und leiden viel geheime
beſcheiden ? die Hoffnung ſaget Schlag, ich achte nicht der
mir: es ſeynd die frohe Zeiten, Wehen. Ah
die dort in jener Welt ich werd 6. Die Schmertzen, die ich lei⸗
mit Augen ſehen, da ich werd de hier: machen mich rein im
mim̃ermehr aus GOttes Ten Weſen, und find mein Schmuck
pel gehen. i und Jungfraun⸗Zier, den ich
a Wit DR erleſen. 0
eh raſefertnach jener elt nn din n helle Se
A wel ven mare ine kn; doch mir Daneben zuge=
a g eulic ie Sry 85 7
vor mich haͤlt, thut mich mit he daß ich zu ae Yan
Fluͤgeln decken. 8. Werd daucken in der neuen
2. Er leitet mich nach feinem Welt für fo viel Bunder⸗Pro⸗
Math, und . 1 ed für Gottes Thron
hat hie Er es ſelbſt beſehloſſen geſtellt, Ihn ohne End zu lo⸗
at, laͤßt mich in keiner Enge. 7 et
3. Jin Frieden kan ich wallen fe |
hin, ſo wie Er es beſchloſſen: wer 157. ih
und weil ich gantz Sein eigen Ch wil trage meine Schmer⸗
bin, bleib ichs auch unverdroſ⸗ Jen, leiden Gottes ſchwe⸗
. re Hand: was mich guaͤlet in
4. Mein Leben iſt aus meiner dem Hertzen, iſt am ee
*
8 17.
— —— 2 — — — — — —
dem Elend rathen, laſſen ſeine 3. Sonſt muͤßt der Himmel
ulfte ſehn. ſelbſt durch Liebe Abgang lei⸗
3. Dort ſind die Erquickungs⸗ den, wann er ſich ſolte ſchlecht
Zeiten, hier der harte Zwang in unſte Lieb einkleiden. Die
und Drang. Gottes Troſt ver⸗ Liebe, die nur ſchlaft; doch
ſuͤßt das Leiden, wann die Zeit reinen Hunger hat: wird in
will werden lang. Gelaſſenheit aus ihrer Fuͤlle
4. Solte auch mein Schmer⸗ ſatt. l
N währen gar biß in das Grab 4. Und ſolte ſte fuͤr Noth auch
inein: wird er endlich doch auf⸗ gar im Tod erblaſſen: koͤnt ſie
dren, wan ich geh zum Him⸗ doch nimmermehr was anders
mel ein in ſich faſſen. Die Liebe, die
nicht haͤlt den bittern Todes ⸗
he Strauß: fällt endlich gar da⸗
TEN GOTT verliebet ſeyn hin, weñ ihre Zeit iſt aus.
J beißt ſaufft und ſuͤſe ſchla⸗ 5. Wer mit Gelaſſenheit in
fen. O wol! wer ſonſten nichts Liebe Willen⸗loß, der hat das
in dieſer Welt zu ſchaffen. Das ſchoͤne Kind bereits in ſeinem
Lieblichſte aus GO TT und ſei⸗ Schoos: ſo die Verborgenheit
ner Fuͤlle her iſt, wenn Er ſtil⸗ der Weißheit ſelbſten traͤncket,
Gſhbr und gibt uns kein und ihm aus ihrer Bruſt viel
ehör.
reichen Troſt einſchencket.
2. Wañ wir in heiſer Brunſt 6. So ſchlafe dann nur hin
Ihn wolten nimmer laſſen, in deinem ſanfften Schlummer,
ſo haͤlt Er ſich zurück, und lag mein Hertz, und laſſe fahrn
ſet ſich nicht faſſen. Die Liebe den viel gehabten *
er
BE |
18.
Wer durch Gelaſſenheit iſt ner Ewi keit: wo mein aͤngſt⸗
Kind und Mutter worden, der liches Bemühen endet ſich in
hat bereits erlangt den reinſten lauter Freud.
Jungfraun⸗Orden. 4. O wol dann! ſo ſey mein
| 24. 6901 7 ar auch
3 1 85 bela⸗ fruͤh und ſpat gantz auf ewig
J Sr mein £cben bon bela⸗ übergeben, der is fo befchloffen
den mit viel Leid u. Trau⸗ hat: daß durch Leiden, Dul⸗
rigkeit, wird mir doch die Hoff⸗ den, Hoffen man ererb die
nung rathen dort in jener Ewig⸗ Seligkeit, wo das rechte Ziel
keit. Allhier trag ich meine ctroffen, und zu Ende alles
Laſten, als ein Gaſt u. Wan⸗ Leid 4
ders⸗Maunn. Dorten werdich “""
fiber raſten, wo zu Ende al⸗ 25. f
ler Bann. Ken das Verlangen ſchon
2. Iſt mein Leben ſchon ver⸗ M meta Hertz in GOtt erfreuͤ⸗
borgen, ſcheint die Hoffnung en, was wirds erſt ſeyn, wann
aus zu ſeyn, gehet mir doch Er mich einſt wird gar verneu⸗
alle Morge auf ein neuer Gna⸗ en? ich gehe zwar fo hin in mei⸗
den = Schein. Gottes Lieb, nen Leidens⸗Tagen; doch mer⸗
darum ich leide, richtet mich cke ich dabey die Liebe Gottes
in Hoffnung auf, ſchencket ſagen: |
mir viel tauſend Freude in dem 2. Daß ich mit hin gezählt zur
muͤden Lebens= Lauf. reinen Laͤmmer⸗Heerden, die
3. Fahr nur fort, O meine ſich das werthe Lalnm erkaufft
Seele! trag dein Creutz in allhier auf Erden; da geh ich
Hoffnun hin: du entgehſt der dann mit an, und folge treu⸗
Trauer⸗Hoͤle endlich noch mit lich nach, u. trage auf der Welt
viel Gewinn. Ich ſeh ſchon mit ihnen feine Schmach.
die Krone blühen dort in je⸗ 3, Was Freude gehet auf? h
e
I9.
ſeh nach langem Jammer die worben durch viele Müh und
Thuͤr ſich öffnen mir zur ſtil⸗ harten Streit, da Er fuͤr mich
len Ruhe⸗Kamer: wo ich werd am Creutz geſtorben.
gehen ein, um ſicher da zu ra⸗ 3. Demi will ich folgen treu⸗
ſten, allwo ich gantz befreyt von lich nach, ſo laug ich leb allhier
ſo viel Muͤh nud Laſten. auf Erden: fo werd ich ohne
4. Ich lebe dann getroſt, bin alle Klag alldort mit Ihin ver⸗
frölich in dem Hoffen, weil mir herꝛlicht werden. a
5 en ragt das Ziel iſt nun 27.
etroffen. So ruhe dann mein : .
Hertz in deiner fille Kammer, M öhab 1 11 1 DE
vergißdein langes Leid und viel in jener Welt erſcheinen: und
ehabten Jammer. f J
95 Die groſe Seligkeit, die wenn es meinem GOTT ges
dorten wird erfeheinen, iſt mei⸗ 1 endigt ſich das lauge
s Geiſt kan alles Lei Br 7
a : 9 5 e 2. Die lang und ſchwere Pil⸗
ihr Ziel die viele Geiſtes⸗ nn 8 noch 5 Zeit
Wehen, werd ich alldorten mit ſich un enden, und wenn
in groſer Freud eingehen der Kummer uͤberjahrt, wird
a eee ſich der Schmertz auf einmal
FFV wenden. -
Me Hertz weiß keine beſſ⸗ 3. Die Liebe hat mir zu ge⸗
re Tracht zu nehmen an dacht viel Leiden hier auf dieſer
allhier auf Erden: als nur al⸗ Erden; doch wenn mein Lauf
lein ſeyn drauf bedacht, was zum End gebracht, ſo wird es
mir in jener Welt wird wer⸗ alles anders werden.
1 4. Leid ich ſchon manchen
2. Dort bluͤhet meine Selig⸗ Druck und Drang, und trage
keit, die JEſus mir allhier 6 und ſchwere Laſten: >
20.
ich dort nach dem mnden Gang ohne Ende nach ihr brennen:
ſehr ſaufft in ſüſer Ruhe raſten. bis daß ihre treue Gunſt mich
5. Wann die Gedult den wird gantz ihr eigen neunen.
x gr 7 un das Ver⸗ 29.
een EWIGEN: Mx Ein lieb⸗verliebter Sinn
bin ich zur andern Melt ae. M wills mit FE An
9909 Be iſt mir dort u. hier und gern und willig Ihim ſein
nge 1 5 und! n
N 11 oa, Creutze hier nachtragen: dan
1 wird das Glück die ches kan Liebers ſeyn, nichts
8 ger hne mit vieler Schoͤners wird gefunden, als
Freud belohnen: und wer dem Me
an wann ein Hertze gantz mit
ſanfften Lamm nachart, wird Gottes Lieb verbunden.
dort in Gottes Huͤtten wohnen. 2. Und weil das keuſche Lam
| Fest! ſch hat zur Braut erſehen die
M Ein in GOtt verliebter Seelen, die allein nur feinem
Sinn weiß von keinen an⸗ Fuß nachgehen: drum geb ich
dern Schmertzen, als nur, daß alles hin, was ſonſt erfreut auf
ich nicht ſo bin, wie ich wuͤnſch Erden, damit ich Gottes Braut
in meinem Hertzen. und Liebſte möge werden.
2. Haͤtt ich mein erwuͤnſchtes 3. Diß iſt die hoͤchſte Luſt,
Loos und der Weißheit Schatz die meinen Geiſt bewogen, daß
unden: waͤr ich aller Sorgen ich die Welt verſchmaͤht, und
oß, und mein langer Schmertz jener nachgezogen. Und weil
verſchwunden. ich bin vereint des reinen Lais
3. Und fo muß ſich meine Luft Jungfrauen: werd ich mit ih⸗
When Er 155 an O TT ohne Ende
weil ich ihrer ſuͤſen Bruſt muß ſchauen. .
ſo lang und del 9 „
3 Doch ſoll meine heiſſe Brunſſtt * Se
IRF —
21.
i | 5 ibet feine Gnad allezeit
Mee neee ie anden nee
und Ziel: weil zu End das lan⸗ 6. Und weil auch mein Theil
ge Hoffen, und ich mit viel Se⸗ wird werden mir in jener neuen
gens⸗Fuͤll werd von innen an: Welt: darum willich hier auf
gel wodurch aller Schmertz Fl u de 5775 ches
2. O was wird da eingemef; Hoffen wird das rechte Ziel
fen! wer erwartet feine Zeit: bis Fal
& En 10 lee genen, und 31.
n aller eyt, lang ge⸗ ir auf
fehl HE DO verſe ertzt, 9 Niem 1 1
38 Hi lee ri 5 N auf unſerm Lauff allhier
breitet ſich unendlich aus: 85 well ie 11805
getreu an Gott geblieben in genomen 1 17 9 95
dem allerhaͤrtſten Strauß. macht Age biens ed.
Wer darinn iſt rein bewaͤhrt, Wir un Got 5 255 wo
bleibt GOtt ewig zugekehrt volle Gnad und 4 Balls
4. Nun mein Herb! erſenck dich bringt zu n bolt end .
nieder, lobe deinen guten GOtt: Ziel, und werden wir auch oft
finge neue Liebes⸗Lieder, ſey ge⸗ des vielen Dranges müde: ſo
treu bis in den Tod, und geden⸗ labet doch zuletzt die reiche Enns
Pe 2 0 was Er dir vor Dr den müden Geift, und
5. Seine Güte hat kein Ende chu ahn n rg fe
feine Langınuth hat kein Ziel: Lieb umarmen. de e
ſeine treue Liebes⸗Haͤnde Mr 2. Wir lauffen zwar, u. doch
2
22,
mit eng⸗und kleinen Schritten Bruſt. ind weil hier unſer
auf unſerm Weg dorthin zur Glück blüht in Beſchwerden,
frohen Ewigkeit: doch, wenn ſo werden wir auch dort, nach
auf dieſer Bahn genug wird dem verherꝛlicht werden.
ſeyn gelitten, ſo wird derſelben i
End uns lohnen mit viel Freud. . |
Wann der Genuß, fo wird dar⸗ Eht die edle Schaaren
zwiſchen eingeſcheucket, uns — weiden, ſeht die reinen
5 macht auf der muͤhſam⸗ Geiſter gehn, und das Lamm,
und rauhen Bahn, was wirds das ſie thut leiten, auf dem
erſt ſeyn: wann man auch des Berge Zion ſtehn. Hoͤret, wie
nicht mehr gedeuket, was Weh⸗ fie in dein Gehen Gottes Wun⸗
muth heißt, oder uns ſonſten der⸗Macht erhoͤhen, und mit
ſchaden kan. Drum find wir vielen ſchoͤnen Weiſen Ihn ohn
wol in unſern Tages⸗Laſten, Zeit und Ende preiſen
weil wir alldorten einſt in Ruhe 2. Sonſt wird kein Geſchren
werden raſten. | gehöret, auch kein Schmertzen
3. O wol uns nun! wir tra⸗ mehr geſehn. Ihre Hoheit wird
gen dann mit vielen Freuden, verinehret, fo oft fie gebeuget
wie GOttes weiſer Rath uns ſtehn vor GOtt und des Lam⸗
taͤglich G ein: weil unſer mes Throne: der hell leuchtet,
rechtes Looß in jenen Ewigkei⸗ wie die Sonne. Alles Wei⸗
ten 15 De verdecket war) erſt nen iſt vergeſſen: wo fie vor
offenbahr wird ſeyn. Die Freü⸗ find in geſeſſen.
de, die wir ſchon allhier im Hof⸗ 9 wie kan ſo ſicher raſten
fen haben, die ſpeiſet uns ſehr allda das erwaͤhlt Geſchlecht!
oft mit ſuſer Himmels ⸗Luſt: weil fie, ohn alle Laſten, haben
ſo, daß wir uns dabey an Got: Stadt⸗ und Burger⸗Recht.
tes Güte laben, und trinken oh⸗ Weiſe Kleider, goͤldne Cronen
ne Maaß an feiner Liebes⸗ traͤgt man da, wo 9
| RR | 23.
thronen: dis iſt dort der Lohn Selbſt thut leiten.
der Frommen, die aus groſem 7. Und ſie traͤncket aus dem
Truͤbſahl kommen. Brunnen, der vom Stul des
4. Freuet euch, Ihr lieben Lebens fleußt, und fü haben fie
Hertzen! Freuet euch nun all⸗ gewonnen, weil ſie nun dahin
zugleich! die ihr traget Creutz gereißt: wo die Baͤume ewig
und Schmertzen, werdet weder grünen, und die Blätter muͤſſen
traͤg noch weich: dann das Lam dienen zum Geneſen aller Hei⸗
fo überwunden, hat den Sieg den, die das Lamm noch letzt
am Creutz gefunden, wodurch wird weiden.
Es ſo hoch erhoͤhet, auf dem g. Unſte Hoffnung muß uns
gl Zion ftehet. kroͤnen ſchon hie in der Sterb⸗
5. Mit ſo groſem Sieges⸗ lichkeit, weil wir auch gr
Prangen vor der gantzen Creu⸗ zu denen, die das Lamm ſich
tzes⸗Schaar: die Ihm hier ſind zubereit: daß ſie dorten vor
nachgegangen in ſo mancher⸗ Ihm ſtehen, und mit an dem
ley Gefahr. Wann die Feinde Reihen gehen, mit der Schaar,
fo erhitzet, daß fie mit Ihm die GOtt erheben, und Ihm
Blut geſchwitzet: und, wann Preiß und Ehre geben.
ſie geſchienen traͤge, truncken ſie 9. Unſer Creutz, das wir hier
vom Bach am Wege. tragen, traͤget uns zu Gott
6. Dieſes hat ſie mit erhoben dahin: darum ſind die Truͤb⸗
zu des Lammes Herꝛlichkeit, ſahls⸗Tagen lauter Seegen u.
da ſie GOtt ohn Ende loben Gewinn. Wann wir hier ans
mit ſo groſer Sieges⸗Freud, u. Ziel gekommen, werden wir
nach vielen Schmertz und We⸗ mit allen Frommen erben, was
hen thun ſie ſo am Reihen ge⸗ uns Gott wird geben dort, in
en, auf den angenehmen jenem Freuden⸗Leben.
Weiden, da das Lamm x
* | So
24
33. ſo viel Erbarmen. =
O können wir dann nun 3. Und weil wir nun den bes
DD im Segen wallen dort⸗ ſten Schatz gefunden: daß unſer
hin, nach jener ſchoͤnen neuen Hertz fo reichlich iſt getroͤſt: ſo
Welt: weil GOtt, nach ſei⸗ bleiben wir auch ewig Ihm
ner Gut und Wohlgefallen, uns verbunden, weil wir durch ſei⸗
hat geliebt und Ihme guser⸗ ne Wunder⸗Macht erloͤßt. Wir
waͤhlt. Wir freuen uns, und eſſen nun aus Gottes reinem
rühmen feinen Namen, und Weſen, und trinken aus dem
preiſen feine Guͤt und Wunder⸗ reinen Wolluſt⸗Meer: die Liebe
Macht: weil Er, durch ſeines machet uns in GOtt geneſen,
Geiſtes Feuer⸗Flammen, uns wer wird uns von derſelben
hat in ſolche heiſſegieb gebracht: ſcheiden mehr? diß wird wol
daß wir zu jederzeit feinLob ver⸗ bleiben unſer Theil auf Erden,
mehren, und Ihme Herzlichkeit bis daß wir dorten einſt verherꝛ⸗
und Ehre geben. licht werden. 1
2. Wir haben nun das rechte 4. So iſt uns un er Theil ſchon
Ziel getroffen: weil Gottes hier beſchieden, o See |
Guͤt u. Liebe unſer Theil. Wol dem Leib der Sterblichkeit:
uns! es ſtehet uns der Himmel ben daß wir wohnen in dem⸗
offen, und haben nun an Chris ſelben Frieden, der bey uns blei⸗
ſti Erbe Theil. Die Herzliche ben wird in Ewi keit. Wir tra⸗
keit, die dorten wird erſcheinen, gen zwar noch aſten hier auf
wird alles Leiden von uns neh⸗ Erden, doch ſehen wir mit Gei⸗
men hin, u. wird vergeſſen ma⸗ ſtes⸗Augen hin, allwo wir einſt
chen alles Weinen, mit reichem davon befreyet werden: erlan⸗
Seegen und mit viel Gewinn. gen unſern Lohn mit viel Ge⸗
Drum ruhen wir in ſeiner Liebe winn. Der Nutzen von deu
Armen, die uns umgeben mit u. Trauer⸗Leben wird dor
25.
ew'ge Freud und Ruhe geben. 2. Wie ſelig iſt der Tag, da⸗
5. Drum ſind wir auch ſo wol rinn ich eingenommen zu dieſer
in unſerm Ballen, weil wir mit reine Schaar der wahren Got⸗
fo viel Freud und Troſt erfüllt: tes⸗Fromen, die als die Lamer
und weil wir alſo unſerm Gott gehn vereint auf ſuſen Weiden,
gefallen, iſt aller Zorn und Ha⸗ allwo das keuſche Lamm fie
der gantz geſtillt. Und weil wir tuht unendlich leiten. O ſeliger
dann mit ſo viel Guͤt umgeben, Gewinn! wer da iſt eingegaͤn⸗
und unſer Gang mit GOttes gen, weil fie mit Heiligkeit im
Huld verſehn: ſo werden wir innern Tempel prangen.
auch in die Laͤnge leben, wann 3. Wie ſtill kan nicht ein Hertz
ſonſten alles andre wird ver⸗ daſeibſt von inen werden, weil
gehn. So lohnt uns dann die gantz vergeſſen find die Sorgen
Hoffnung mit den Freuden, die dieſer Erden: nun iſt mein Hertz
Gott in jener Welt uns wird vergnuͤgt, weil ich da eingenom⸗
bereiten. men, wo mein verliebter Sinn
. 34. Ba au 11 N 10 1 Re
0 D in dann! das ſuͤſe Gluck wird mir
Se e en 1 denen mein Theil eetverben, daß ich
Scharen, die hier die Jung⸗ in Ewigkeit werd nim̃ermehr
f f verderben.
frauſchafft auf dieſer Welt bes 4. Fahr hin, O ſuͤſe Welti mit
den rann Land nachgehen Den den mich ft
in keuſcher Ciebes⸗Zucht U. bit⸗ MM nümmermehr nach deinem
tern Leidens⸗Wehen. Wol Aue 0 . 1
daun du liebe, Geſchlecht, ich ſigkeiten, wodurch du dir zu
komine euch entgegen, tuh Eh⸗ 9 urch du dir zuletzt
re, Sama or wirſt tauſend Weh bereiten
| nd Kron euch zu Wann du aufs Höchfte komſt,
den Füſen legen. wird dich der Wind ker
26.
und ich werd nimermehr aus wie es um uns bewandt.
Gottes Tempel gehen. Wañ das ſehnende Verlangen
Die Rirche, flehet feine Vatters⸗ Treu, fo
5. Willkom̃ du werthe Braut! konunt feine Hulff gegangen,
wir ſtunmen allzuſammen, u. u. ſteht unſrer Schwachheit bey.
5 unſer Ja in Lieb⸗verlibten 2. Wo wir alhier ſind beladen
Flammen: der Weißheit Liebe⸗ mit fo manchem Drang und
Brun muß num unendlich flie⸗ Leid, thut Er felbit dem Elend
fen, und alle Bitterkeit durch rathen, u. hilfft uns zur rech⸗
Gottes Huld verfüfen. So ten Zeit. Seine Treu laßt
find wir nun gepaart im Geiſt nimmer wancken waͤhrt der
11 Taube, trotz wer uns a: ar er
unfte Kron u. Jungfrauſcha in Schrancken,
beraube. N gfrauſchafft und erloͤßt aus aller Noth.
6. Die Welt iſt uns ein Born, 3. Darum bluͤhen unſte Cro⸗
der bittres Waſſer quillet, wer nen hier im Thal der 3
daraus wird getraͤnckt, wird keit: die uns dorten werden loh⸗
mit dem Tod umhuͤllet. Wie nen in der füllen. Ewigkeit.
rein iſt unſte Quell, ſo aus dein DIE iſt Freude die wir haben,
Hertzen flieſet, das IEſus Lie⸗ wann wir auch ſonſt traurig
be heißt, und unfer Leid verſü⸗ Gaben ſind unſte Opffer⸗
ſet. So find wir dan getraͤnckt Gaben, die wir bringen, wañ
mit Gnade Huld und Liebe, u. wir flfenn.
unſte Quelle wird in Ewigkeit + Und, weil wir find einge⸗
truͤbe. gangen, wo der reinen Laͤmer
Richt
nich e Schaar in 1 Be Tempel
| . prangen, und GOTT dienen
1% Leben iſt verborgen, Mind werden wir ohn End
unſer Wandel Z Ott bekant; erfreut in des Lammes Nie ⸗
der weiß alle unſte Sorgen, u. drigkeit, und Hertz, Seel und
‚ze .
27.
Geiſt erneuet: daß vergeſſen al⸗ 3. Diß iſt unſte Hoff auf
les Leid. Erden, diß iſt unfrer Hoffnung
5. So bluͤht unfer Leben wie⸗ Lauf: weil GOtt bey ſo viel
der, das in GOTT verborgen Beſchwerden in den muͤden
heißt: u. wir ſingen neue Lieder, Lebens⸗Lauff, unſte Geiſter
wann uns Himmels ⸗Mannag oft eutzucket, daß ſie werden
ſpeißt. Wohl dann weil uns hingeruͤcket, und im Schauen
Gott erleſen Ihm zu Eigen in a ein, was dort offenbar
der Zeit, koͤnnen wir in Ihm wird ſeyn. | |
geneſen hier u. dort inEwigreit. 4. Welches nie ein Aug geſe⸗
1 35 1 0 PH 15 lan Hertz
| Se verſteht, wird auch bleiben ewig
U Nire Hoffnung muß uns ſtehen, wann ſonſt Alles unters
Welt: weil wir ſind gezehlt zu Hoffen weil du dieſes Ziel gez
denen, die Sich GOtt hat aus⸗ troffen: wo dein Schmat u.
len Freuden, ſich in reiner Wol⸗ aufer Freud. b N
luſt weiden, und Gott, ohne 5. Darum wallen wir mit
End und Zeit, loben in die Freuden hin zur frohen Ewig⸗
Ewigkeit. f keit: u. vergeſſen alles Leiden,
2. Dann wird man mit Au⸗ weil GOtt unſer Hertz erfreut.
gen ſehen, was uus hier ſo klein Allhier, fremd und Unbekante,
emacht: da wir unter ſo viel dorten Gottes Anverwandte:
ehen wurden gantz gerung hier verworffen auf der Welt,
gemacht. Wann das Leben dorten von Gott auserwahlt.
wird erſcheinen, das fo unter 6. Wohl dann nun! weil wir
langem Weinen tief in GOtt beleget mit fo reichem Ueber⸗
verborgen war, wirds recht fluß: den uns Gottes Güt zus
werden offenbar. | 53 mit viel Segen und 15
Mor auf
28.
nuß. Wann uns ſeine Liebe 3. Die eitele Dinge ſind nich
trancket, u. vie Hummels⸗Moſt tige Sachen, drum hümmli⸗
einſchencket, ſind wir auf der ſche Seelen diß alles verlachen:
rechten Bahn, wo uns nichts die eigene Liebe in Suͤnden er⸗
mehr ſchaden kan. boren wird gaͤntzlich zernichtet
7, Und, weil wir des Freude und ewig verloren.
haben, (wie uns auch wird ein⸗ 4. O Hertzens⸗erwuͤnſchete
geſchenckt) ob Er uns mit Him⸗ ſelige Stunden! wir haben
mels⸗Gaben, oder Bitterkeiten, das wahre Vergnuͤgen gefun⸗
traͤnckt. Wird uns auch noch den: wir leben geſchieden von
Schmertz noch Leiden mehr allem auf Erden; drum muß
von Seiner Liebe ſcheiden: obs uns die hummliſche Glorie dort
auch waͤr des Todes Pein, werden. s
dorten wirds ſchon anders ſeyn. 5. Der heilige Wandel in
37. . kan in bah
| as wahre Vergnügen gebaͤh⸗
aan alles zu Pulver und ren: wir allen — Bleiben
Aſchen e Ren dem, wo wir ergeben, um
werden die Goͤttliche Wege da nach feinen Gefallen
zu leben.
en 1 Din d e |
macht richtig den Handel, ver⸗ 9% Die vi RER
klaͤret die Hertzen zum Göttl⸗ 1 Wehen 115 nuch Sachen
chen Wandel. d Sinnen die müſſen vergehen: wir has
. Wo Hertzen und Sinnen ben nun alle ein Beſſers ge⸗
en be dan unn funden, weil wir find mit @ötte
leben: das wahre Vergnuͤgen licher Liebe Varneden,
wird ninuner gefunden, wo 8. |
Seelen an etwas auf Erden I ann ein Beift iſt in Gott
verbunden. verliebt, ſo kan fein Na
geneſen: daß Ihn kein Leiden
mehr betruͤbt, wo er ſonſt in
geſeſſen. Wohl dann, dieweil
wir ſolchen Sinn, der Alles
Andre nimmt dahin! drum
wird uns weder Schmertz,
noch Leid beruͤhren mehr in
8 7
2. Die eitle Welt, mit ihrem
Schein, iſt ewig hin vergeſſen:
weil uns viel reiner Liebes⸗
Wein von GOTT wird einge⸗
meſſen. Wol uns! wir find
nun kommen hoch, dieweil wir
tragen Chriſti Joch: u. ſeines
Geiſtes Niedrigkeit iſt unſer
Troſt in Traurigkeit. a
3. Wir preiſen Gottes Guͤt
und Gnad, und wollen ſtets
erheben: was Er an uns erwie⸗
ſen hat in unſerm gantzen Leben.
Weil Er uns hat durch feine
Huld getragen in ſo viel Ge⸗
dult: und uns von Sind und
Tod befreyt, alhier, und dort,
in Ewigkeit.
4. Was Freud und Wonne
muß aufgehn in Lieb⸗ verliebten
ro „wann Gott geheilet
ihre Wehn und Lieb⸗ verliebten
29.
Schmertzen. Da wird ſonſt
kein Geſchrey gehoͤrt, als nur
was Gottes Liebe naͤhrt: und,
weil wir damit angefüllt, iſt
aller Zorn und Haß geſtillt.
5. Das Erbtheil iſt uns bey⸗
gelegt in viel Gedult und Hof⸗
fen, wen Gottes Huld u. Lang⸗
muth traͤgt, da iſt das Ziel ge⸗
troffen. So ſind wir dann
damit geſpeißt, bis unſte Hoff⸗
nung Sachen : da ſteter Fried
und Sicherheit u. Ruh wird
ſeyn in Ewigkeit.
39.
Ann meine Seel in GOtt
erfreut, ſo kan ich leben oh⸗
ne Kum̃er, und iſt mir alle Bit⸗
terkeit gleich einem ſanfft⸗ und
ſuͤſen Schlummer: des groſen
Gottes Wunder⸗Macht hat
mich der eitlen Welt entnom⸗
men, und mir dagegen zuge⸗
dacht mein Theil mit allen
wahren Frommen.
2. Mein Gluͤck, das ich mir
hab erwaͤhlt, wird dort in je⸗
ner Welt erſcheinen: und wenn
es meinem GOtt gefaͤllt, ſo en⸗
2. digt
30.
digt ſich das lange Weinen. Gut zu hoffen, das in jener
Die lang⸗ und ſchwere Pilger⸗ Welt beſteht: allhier will i
Fahrt wird endlich ſchoͤn zur dulten, leiden, weil das Eitle
Zeit ſich enden, und wenn der dieſer Zeiten ploͤtzlich wie ein
Kummer überjahrt, wird ſich Rauch vergeht.
der Schmertz auf einmal wen⸗ 2. Bin ich einſam und verlaſ⸗
den. fen, u. weiß keinen Troſt zu faſ⸗
3. Die Liebe hat mir zugedacht ſen, ruh ich in der Liebe Schooß:
viel Leiden hier auf dieſer Er⸗ die mein Hertze hat bewogen,
den; doch wenn mein Lauf zum daß ich wurd dahin gezogen,
Ziel gebracht, ſo wirds guf ein⸗ wo man aller Sorgen loß.
mal anders werden. Leid ich 3. Wann mein Hertz in Lieb
ſchon manchen Druck u. Drang, zerfloſſen, wird ein ſolches Gut
und trage viel und ſchwere La= genoſſen, das die Sinnen uͤber⸗
ſten, werd ich doch nach dem ſteigt: alles Elend wird ver⸗
muͤden Gang um ſo viel mehr geſſen; wo ich ſonſt betruͤbt
und füfer raſten. | geſeſſen, ſich ein ander Leben
4. Wann die Gedult den Glau⸗ zeigt.
ben ſpeißt, und das Verlangen 4. Haben Andre vielen Jam⸗
Gott bezwungen: bin ich zur mer, ruh ich ſanfft in meiner
andern Welt gereißt, und iſt Kammer, und vergeſſe Welt
die Fahrt im Sieg gelungen. und Zeit. Bin ich ſtill und ab⸗
Drum will in Geiſtes⸗Niedrig⸗ Alben et fuͤhret mich derſelbe
keit demamm nachgehen ſchoͤn Frieden ein zur ſtillen Ewigkeit.
am Reihen: ſo werd ich mich 5. Wann diß ſanfft⸗ und ſuͤſe
in Ewigkeit mit Gottes Aus⸗Sauſſen thut in meinem Her⸗
erwaͤhlten freuen. | sen brauſen, ſpuͤr ich Lufft der
95 Ba a che che
„ radieſes⸗Sonne gehet auf ini
Ann mein Ziel iſt recht |
Wagrnoffen, babe ich Hi win kan 81
| | 31.
Gott gefällt. und wieder Dencken, ſo muß
6. Wann die Blumen vieler der Himmel ſelbſt mir tauſend
Arten gehen auf in Gottes Gutes ſchencken.
Garten, eß ich Brod der Se 3. Wan mir die Hoffnung
ligkeit; kan ich Welt und Zeit ſcheuckt, was die Gedult erlof⸗
vergeſſen, wird mein Hertz in fen, ſo hat mein bloͤder Sinn
Gott geneſen, und erfreut in ſein rechtes Ziel getroffen. Hier
. waͤchſt der Glaubens⸗Baum
7. Drum bin ich ſehr wol be⸗ auf unter vielem Leiden, dort
rathen, weil an Welt u. Men⸗ eß ich feine Frucht mit vielen
ſchen⸗Thaten ich bin ſtill und tauſend Freuden. |
heim Ne 7 muß es 42. a
mir gelingen, ich kan meine N al |
Ä auf dieſer Welt zu finden
nen Tag und Nacht. als fich deu keuſchen GD tt in
41. reiner Lieb verbinden: Ich
DIV Ann ſich das Glück der leid, ich lieb, ich dult, bin freu⸗
Zeit mir treff lich will an⸗ dig in dem Hoffen; doch iſt
preiſen, flieh ich davon, und thu bey dieſem all das Ziel noch
zur andern Welt hin reiſen: nicht getroffen.
und tuht der Kummer ſchon 2. Wo Langmut keine Pein
mich oftmal Eye plagen, und Hoffnung kein Verdruß,
d muß des Todes Pein im da fließt der Segen aus mit
Hertzen umher tragen: reichem Ueberfluß. Wo an⸗
2. So ſagt die Hoffnung doch, dre ihre Freud an Schein und
dort iſt ein ander Leben, das Bildern haben, kan ſich ein
dir der gute GOTT nach ſo Hertz in GOtt und feiner Lie⸗
viel Leid wird geben. Bin ich be laben.
ſchon oft beſchwert durch 5 3. Wie ſuͤß iſt der Geſchmar⸗
| 3. | er
32.
der aus dem Hertzen fliefet der ten an j |
Liebe, die mir mein fo re auch 00 pic 5 99 09 15
Leid verſüſet: fo bald ich kom⸗ 3. Die Tage gehen hin, die
men heim in meiner Mutter Zeit kan mir nicht geben was
Stadt, die keuſche Liebe heißt, mich vergnügen kan aldort in
macht ihre Full mich ſatt. jener Welt: und konte ich auch
4. Bin ich ſchon noch ſo bloͤd ſchon hier in die Länge leben
in meinem langen Hoffen: ſo ſo finde ich doch nicht was
wird doch endlich noch das rech⸗ meinem Geiſt gefaͤllt f
te Ziel getroffen. Wann die 4. Ich habe zwar allhier ſonſt
vereinte Krafft aus GOtt mich keine andre Freude, als die mir
gantz durchdrungen: ſing ich Gottes Geiſt in keiner Liebe
das neue Lied: Gott Lobles ſchenckt: doch iſt mir diß d
iſt gelungen. bey noch eine groͤſre ? er
bey noch eine groͤſre Beute,
43. wenn mein verliebter Sin aus
Ar: j N 3
DIR As iſt doch liebers wol JEſu Hertz getrauckt.
auf dieser Welt zu nenen e 5. Die Liebe hat mich ſchon
als wann ein Here ſtets dem dein. Deen einverleibet, fo m
Himmel zugethan; diß iſt die der Weißheit dicht als Wun⸗
Brunſt, die mir thut in dem der wird eraunt und mim
Herten brennen, u. mich ſtets don eine Deifährunie fein une
treibet fort auf meiner Glan Meute treibt ſo wird 1e Seel
bens⸗Bahn. erhoͤht und ihrem GOTT vers
2. Drum ſuch ichs hoͤchſte 5 >
Gut, ob zwar noch nicht gefun⸗ 6. Die holde Mutter Tren
den, was mich in meinem Sin wird ſchon ihr Hertz aufſchlie⸗
in ſelche Brunſt gebracht: doch Fir, u. in ſich nehmen ein den
lang- verliebten Sinn: und
bin mit Geiſt und Hertz in au. i
treuer ich verbunden zu war⸗ mein gehabte Müh u. langes
| 1 | Leid
| 33:
Leid oerfüfen, da ich noch frein⸗ Erden, als mein Heil in jener
de war, und nun ihr eigen bin. Welt: drum muß mir mein
7. Wol daun! du ſuͤſes Gluͤck, Gluck noch werden, wann es
das mir alldort muß blühen, meinen Gott gefallt. Muß
wann dieſe eitle Welt wird fal⸗ ich ſchon verlaſſen ſtehen, aller
len und vergehn: ſo wird kein Freud vergeſſend ſeyn, wird
Fleiſch vor GOtt u. dein Ge⸗ mir doch nach vielen Wehen
richt entfliehen, und ich werd mein GOtt anders ſcheuckẽ ein.
mit viel Freud die Wunder Got⸗ 3. Hätte ich mein Glück ges
tes ſehn. | funden, wo mein Hertz vergnuͤ⸗
8. Wie Er zu einem mal das get heißt: ich waͤr ewig GOtt
Kleine wird erhöhen, das Ho⸗ verbunden, hin zur andern
he ſetzen ab und treten in den Welt gereißt. Aber nun muß
Koht: dann werd ich nimer⸗ ich umſchweben oft in mancher⸗
mehr aus Gottes Haufe ge⸗ ley Gefahr, u. in ſteten Sorgen
hen, weil komen an ihr Ziel leben, daß oft Zeiten Tag und
die viele Leidens⸗Noth. Jahr.
4 4. Mir zu eng und lang auf
ie Liel Erden, weil mein Gluͤck noch
Wind ee de en Len nicht e wo mir wird
trinckt, wird vom hoͤchſten Gut mein@rbf 775 werden 155 ER
ernähret; O was wird da ein⸗ anger Schmert, geſchweigt.
eſchenckt! Ob ſich ſchon mein Doch ich 8 ee 75
6m da ung deren h ic at Lehe
mein Berlangen währt wird zreiße 9255 Gores Hud.
fie mir doch noch einſchencken, x a
was mein langer Wunſch b:. _. |
gehrt. DIN Je bin ich doch allhier ſo
2, Ich ſuch nichts auf dieſer W gantz und gar Bra
34: |
auf meiner Glaubens⸗Bahn vielem Weh u. Leiden, bis ich
und engen Leidens⸗Straaſen: alldorten werd am Lebens⸗
das Glaubens⸗Fuͤncklein zuͤndt Strom mich weiden mit der
zwar oft den Eiffer au; doch erwaͤhlten Schaar, die hier auf
ſinctt der ſchwache Muth oft dieſer Erden dem Lame gingen
nieder auf der Bahn. nach in himliſchen Gebaͤrden.
2. Allein ſeh ich dorthin, wo 6. Diß iſt dan nun mein Looß,
mit viel Freuden prangen, die diß hab ich mir erwaͤhlet, daß
hier in dieſer Welt den ſchina⸗ ich des Lammes Schaar als
len Weg gegangen: ſo faͤngt Jungfrau zugezaͤhlet: drum
mein Hertze an fuͤr Freuden auf⸗ geh ich ſo dahin, u. trage mei⸗
zuſpringen, daß ich in meinem nen Jammer, bis ich werd ge⸗
7 kan Hoffnungs⸗Lieder hen ein zur ſtille Ruhe⸗Kam̃er.
ingen. f * |
3. Trag ich ſchon manches a 4055
Leid allhier auf dieſer Erden, MI fein ſiehts aus? der
ſo wird mir doch alldort ein W harte Strauß iſt nun zu
Beſſers dafuͤr werden: wann ſeinem End gekommen. O edle
einſt die Erndte wird die Tre Kron! mein Gnaden⸗ Lohn
er⸗Saat erfreuen, und GOTT wird mir nun mit der Schaar
in jener Welt wird alles gar der Frommen. da
erneuen. 2. Ich bin erneut, von GOtt
4. Und ob mein Leid auch erfreut, mein Glück hat ſchon
waͤr dem beſten Freund ver⸗ fein Ziel getroffen: in jener
borgen: ſo weiß ich doch, es thut Welt, wenns Alte fällt, hab ich
die treue Liebe ſorgen. Wann das wahre Gut zu hoffen.
meine vebens⸗Kraft verſchwun⸗ 3. Der Weißheit Schein geht
den ſcheint zu ſeyn: ſo ſchenckt tiefer ein, macht leicht der reinen
dieſelbe mir viel füfe Freude ein. Tugend Spiegel: ich trinck
5. So gehets auf und ab bey mit Luft aus ihrer Nn N
mir druckt ein das volle Siegel.
4. Daß mir mein Recht bey
dem Geſchlecht, ſo wird der
Jungfraun⸗Chor genennet. O
groſe Freud! in Ewigkeit werd
ich nicht mehr davon getreüet.
5. Diß iſt mein Looß, in die⸗
fan Schooß werd ich wol ohne
Ende raſten. Die ſuͤſe Ruh
blüht imer zu, weil ich befreyt
von allen Laſten.
47.
Je innig kan ein Hertz in
W Gottes Biche raſten, ſo
einmal gantz befreyt von Welt
und Tages⸗Laſten: der Friede
muß ſich da gleich einem Meer
ergieſen, und die gehabte Muͤh
und vieles Leid verſuͤſen.
2. Diß wird wol kein Gedicht
noch Meuſchen⸗Rath ermeſſen,
was da in ſüſer Still vor Gu⸗
tes eingemeſſen: holdſelig iſt der
Ort, wo ſolches Hertz in woh⸗
net, weil Gottes reine Lieb da⸗
rinnen ſelbſten trohnet.
Ay angenehme Koſt! in fo
viel Leid erworben, da oͤfters
meine Krafft von Schmertzen
*
i 37.
gar erſtorben. O theure Got⸗
tes⸗Huld! unendlich hoch zu lo⸗
ben, die mich erhalten hat in
ſo viel ſchweren Proben.
e 480
Wde kan doch:: ein Hertze
nicht loben den lieblichen
Herrſcher den Koͤnig von oben:
das alles Vergnuͤgen in Ihme
efunden u. bleibet Ihm zeit⸗
ch und ewig verbunden.
2. Kom̃t alle:, Ihr liebende
Seelen, wir wollen zuſammen
die Wunder erzehlen des, der
uns gibt Segen u. ſtetigs Ge⸗
deyen, daß Hertze und Geiſte
und Seele IM freuen. 805
3. Kein Zaͤgen :,: werd imer
gefunden, dieweil wir mit Goͤtt⸗
licher Liebe verbunden. Das
Wehen des Geiſtes haͤlt alle zu
ſammen, dieweil wir vereinet
in liebenden Flammen. f
4. Wie lieblich: ſind unſere
Gaͤnge, wann die ſich erweiten
4
mach vielem Gedraͤuge! wo
zeitlich⸗vergnuͤgende Freude ver⸗
ſchwunden, da werden die him⸗
liſche Schaͤtze gefunden.
Drum
E. 5
36; . — — — {
5. Drum koͤnnen: : wir alles Seelen ſtille Ruh wird nach u
vergeſſen, wo wir auch in toͤd⸗ nach gefunden. Wie werd ich
lichen Schmertzen geſeſſen: die⸗ ſeyn ſo froh, wann alles gantz
weil wir die ſelige Fruͤchte ges vergeſſen: wo meine Seel zu⸗
nieſen, die unſere bittere Leiden
verſuͤſen. fe
6. Nichts kan uns:: den Him⸗
mel verſagen, dieweil wir das
Treutze im Hertzen nintragen:
O ſelige Wegfahrt! wer damit
verſehen, wird dorten mit Freu⸗
den zum Himmel eingehen.
7. Drum hoffen:, wir alle
zuſammen, wir werden alldor⸗
ten den Segen 1688 Das
lange Erwarten in Schmertzen
und Jamer macht endlich ein⸗
gehen zur ſtillen Ruh⸗Kam̃er.
49.
kan mein Hertze nun
Inge
3 ſanfft in Ruhe raſten:
weil GO TT mich hat befreyt
von ſo viel ſchweren Laſten.
Ich gehe zwar dahin in Leiden,
Dulten, Hoffen; doch wird zu⸗
letzt noch wol das rechte Ziel
getroffen.
2. Dann meine Zeit iſt hin,
die eitle Luft verſchwunden: der veralten.
vor in fo viel Leid geſeſſen.
3. Diß iſt nun meine Freud,
die mir Geneſung giebet, weil
meine Seele wird von meinem
Gott geliebet. O reicher Troſt!
was Huld, die mich bringt zum
Geneſen, wo ich zuvoren war
in fo viel Leid geſeſſen.
4. So ruhe dann, mein Hertz
in deiner ſtillen Kammer: weil
dich dein Gott befreyt von al⸗
lem Leid und Jammer: dann
innig eingekehrt, fein ſtill, und
abgeſchieden bringt alle Voͤlle
ein, und den erwuͤnſchten
Frieden. ke
40. 150
Je lange ſoll mein Hertz
W̃᷑ in dem 1 bremen,
bis mein fo treuer Hirt mich
wird ſein eigen nennen? die Lie⸗
be laͤſſet mich zwar nimmer⸗
mehr erkalten; doch will der⸗
ſelben Krafft oft vor der Zeit
2, Ich
3
r nenn
N ge zwar ohn End men auf die Bahn, wo täglich
heit an dem ! 3 neue Lieder ſchallen, und Jedes
ee in ſich erhöht, und hei⸗ Be thut 1 an. Es muͤſſe
let meinen Schmertzen: * 5 75 eine Weiſe, daß wir ſo
iſt mirs nicht genug, daß ich loben unſern GOtt, auf der
kan dieſes wiſſen, ich moͤgte . — Himmels⸗Reiſe ges
gern das Liebſt, den Braͤut⸗ treu zu bleiben bis in Tod.
gam ſelber, kuͤſſen. 3. Die Liebe wird uns wol
5 Und a. e ere. noch lohnen in iener ſchoͤnen
mir ſo ins Hertz gefallen, daß neuen Welt, wo GO Ott wird
Er mir bleibe der Liebſt 5 — Selber innen 5 und je⸗
ſend andern allen: ſo wirds noch des thun, was Ihm all
wol geſchehn, per wird Wir gehen hin, beſitzen Frieden,
umfaͤſſen, drum will ich Ihn den alle War a t geben er
auch nun und ewig ninuner und wallen ſo gantz ab ahn
N den die ſtille Eh und San
7 r fad erquicket in
RE Wei ian in dem Se ertzen, weil wir durch Bien
ten Kinder⸗Sin wer an das ind befreyt von allem alten
wol ee Eis ri ahine uns hat von Gott: ien, So
Birk ben wol und find bera⸗ iſt uns dann das Zie a
chen aus GOtt und feiner Fül- en gen die rechte B Die
fe her, trotz was uns fonften © een A 0 Theil zu hof⸗
En a weil Liebe unſer m ver Hi: Cangan.
Bru
. koͤunen wir im Frie⸗ Wing ſind Ar mm ſo innig
. wallen: weil wir . wohl in Gottes Salbe
bey⸗
38.
beyſammen: weil unſre Hertzen ja alles Guten voll: weil GOtt
Freuden⸗voll in heiſſen Ein⸗ Selbſt unfre Sachen in allem
trachts⸗Flammen. Die Liebe laßt gerathen wohl, und thuts
macht uns Engel⸗rein, u. hei⸗ aufs Beſte machen.
lig an Gebaͤhrden; damit wir, 5. Wohl dann! Wir leben ſo
ohne Trug und Schein, mit dahin nach unſers Gottes Wil⸗
Ihm vereinigt werden. len, der lohnet uns mit viel
2, Sag! Wer hat wohl ein Gewinn, thut alle Schmertzen
beſſer Theil in dieſer Welt ge⸗ ſtillen. Und, weil wir dann
funden: als ſo, mit Gottes Lie⸗ ſein Erb und Theil allhier, auf
bes⸗Seil, zuſammen ſeyn ge⸗ dieſer Erden: ſo wird das al⸗
bunden. Wir wiſſen doch kein fergröfte Heil uns dort, nach 5
ander Gut, das uns hat dort dieſem, werden. |
u werden: als in fo reiner Lies 6. Lind weil wir dann ſo wol
es⸗Gluth vereinigt ſeyn auf verſehn mit Gottes Guad und
Erden. Gute: ſo wird auch unſer Thun
3. Gott hat uns angenehm beſtehn, ohn daß wir werden
une durch ſeine Gunſt u. müde. Wir bleiben dann dem
Guade: weil Er uns ſo zuſam⸗ fue wo Ott uns Selbſt
men bracht, daß Er dem Elend hinlencket: auch gibt, was un⸗
rathe. Es iſt uns wohl bey ſer Hertz begehrt, und Freuden⸗
diefein Sinn, wir werden nim⸗ Wein einft encket.
mer ſterben. Die Liebe lohnt 53 —
mit viel Gewin, u. laͤßt nicht en eee |
mehr verderben. | DT Je find wir nun ſo wohl,
4. So iſt dann unſte Freund W durch Engel⸗ſüſe d tebe von
vereint mit GOT und Him⸗ Oben angefüllt, unt Ott ber:
mels-Trieben Wohl uns! weil eintem Triebe. Die Eintracht
wir deſſelben Freund: wird uns iſt die Flamm, daß unſte Brunſt
kein Leid betruͤben. Wir find vermehret: wir ſind in Vd
1 eee 39.
Huld, drum macht uns Nichts durch reine Gottheits⸗Triebe.
mehr truͤbe. 6. Drum muß der Lebens⸗
2. Was wird uns ſcheiden Lauf dorthin gerichtet ſeyn nach
mehr von dem vereinten Band, jener Freuden⸗Welt, die ſich
das uns gefangen Halt in Lieb⸗ alsdann wird zeigen, wan wir
verliebten Weiſen. Wir ſind zum Ziel gebracht, und gantz
en 2 151 5 4 Eh und Ihn in
f reinen Liebes⸗ Ewigkeit beſingẽ ohne Schwei⸗
8 ohn Trug und falſches en. | 5 3 4
Gleiſen. 42 5 2 | N
3. So ſind wir dann daheim n
u. haben den Genuß aus Got⸗ II thut die Lieb ſo wol,
tes reiner Huld und füfer Lieb W ſie machet Freuden voll:
erworben. Wir trincken reinen ſie ſchmnecket Himels⸗ſuß, bringt
Wein, u. eſſen Gottes Brod, uns ins Paradieß
das uns das Lamın erheiſcht, 2. Sie iſt der Gottheit Krafft,
da Es fuͤr uns geſtorben. die neues Leben ſchafft: gibt ei⸗
4. Die angenehme Huld aus nen Kinder⸗Sinn nümmt alles
Gunſt von Oben her, nimmt Alte hin
unſre Sinnen ein, und ſchaffet 3. Die Lieb iſt unſte Cron, fie
ſteten Frieden. Wir leben, wie heiſſet Gottes Sohn, auch Ehr
es GST durch Seine Gunſt und Schmuck dabey: ſag! Ob
. u. uns mit Liebe naͤhrt was beſſer ſey?. |
n Jammer⸗Thal hiemeden. 4. Sie gibet Kraft im Kampf,
5. So find wir dann begabt vertreibt der Suͤnden⸗Dampf:
aus Gottes reiner Guͤt, die uns gibt einen Helden⸗Muth, zu
an ſich gebracht durch die ver⸗ ſtreiten bis aufs Blut.
einte Liebe. Wir leben dann 5. Sie iſt die Kraft im Lauff
dahin, wie feine Gunſt zutheilt: fie muntert freudig auf: wait
weil wir nun ſind ehe es an Rath gebricht, ſo gal, ſie
Ez. 14
40.
Unterricht. a pe
75 Seid a Bahn Sen f weil mie den Ort gefunden: wo
macht uns Engel⸗rein: wer ihr Gott a | Rast 85
bleibt zugekehrt, wird wie das nicht mehr hinar iſt ge⸗
Gold zerahet hehe: doit babe tt ur
7. Wir. find ihr e fie eint, und vor Ihm ſtehen ei
hat uns auserwaͤhlt: in ſieben⸗ 4. GOtt iſt dun unſer 4
facher Prob bereit zu Gottes u. ei nun unfer Lohn
Bob, 3 Erbtheil worden: weil
8. Wir ſind nicht mehr wie ee g e
vor, dann ſie hat Hertz u. Ohr Gottes⸗Dienſt ohn Ende waͤh⸗
mit ſolchem Sinn erfüllt, der ren: den weder Zeit noch Jahr
aus der Liebe quillt. mehr wird verzehren.
i 1 LIE e. iſt — worden wol,
eben gantz vergnügt vir den Schatz gefunden:
Win aller Sorg ent aden: wo wär auf eivig hin bieiben
wir haben GOtt zum Freund, ut Gott verbunden. Diß iſt
trotz, was uns könne schaden! das beſte Theil, dae uns Font
der Kumer iſt dahin, und gantz werden: drum wird vergeffen
vergeſſen: weil wir ſind Freu⸗ gantz die Freud der Erden.
den⸗voll in GOtt geneſen. 6. Da ſoll es bleiben bey, es
2. Wir ſind zuſammen ein ins wird nicht mehr gebrochen,
Hal getreten, um da was Gott uns zugefagt, und
vor G Ott zu ſtehn mit heiligen elbſt wit Eyd verſprochen.
Gebaͤten. Da muß der reine Was wird uns dann hinfort
Sinn zu GStt aufſteigen vor mehr koͤnnen ſcheiden? weil Er
dei Genaden⸗Stuhl in kiefſtem uns hat beglücht mit fo viel
Beugen. | Funden Wan
3. Wir ſind nun komen heim 5 7» Iſt uns dann unſer Looß
ie 1
—
41.
von Gott nun ſelbſten worden, nicht zuletzt bringt Wonne, und
daß wir Ihm bleiben treu in ſeinen vollen Lohne.
feinem heil gen Orden: fo hof: 4. Drum bleibet unſer beſter
fen wir noch das, was dort Troſt uns hier im Ereutz ver⸗
wird werden: wann wir erlo⸗ borgen: wir warten, bis uns
ſet ſind von dieſer Erden. Gðtt erloͤßt von aller Muͤh u.
56. ee m ar 1 5 klein,
0 Fun U es muß fo ſeyn, ſo lang wir
DEF" leben in viel Herzens hier auf Erden: dort wirds
Freud weil GOtt uns ſo ſchon beſſer werden.
begluͤcket: und in des Geiſtes 5. Drum iſt der Schluß bey
Niedrigkeit ſo manchen Troſt na gemacht, zu tragen unſte
zuſchteket. Es iſt der Sinn ge⸗ gaſten: wenn wir zuln rechten
nuch borthin, mach duenwaß⸗ Jil gehracht, werden wir fie
ren Freuden, die GOTT uns cher kasten. Die Trauer⸗Zeit
FF bringt lauter Freud, in jener
2. Ob wir zwar wol ein ar. Melt dort oben, da wir Gott
mer Hauff, veracht, gehaßt ewig loben
verſchoben: ſo wird doch unſer ;
Glaubens-Lauff, nach ſo viel 57.
harten Proben, uns bringen Walen wol und find voll
in zu dem Gewinn: da ewig anck und Loben, weil
in vergeſſen, wo wir einſam wir errettet find aus fo viel Pro⸗
n ben: durch Gottes Macht und
3. Sind wir gleich elend, arm ſtarcke Wunder⸗Hand, wo⸗
und bloß, von Jederman ver⸗ durch Er uns bisher gethan
laſſen: GOTT ſcheuckt uns Beyſtand. en
Troſt vons Hinunels Schooß, 2. Sein Gnad und Guͤte wer⸗
wann wir es koͤnen faſſen. Es de hoch gepriefen, die Er zu je⸗
iſt kein Leid in dieſer Zeit, das der zeit an uns erwieſen: gi
6. Von Kind zu
4.
ſeine Gnad und treue Gottes⸗
Huld, uns hat getragen mit
ſo viel Gedult. |
3. Wañ unſer Leben nah war
an der Hoͤllen, thaͤt Er bald
allen Schmertz und Jammer
ſtillen: und hat geholffen aus
ſo viel Gefahr, durch ſeine rei⸗
che Guͤt ſehr wunderbahr.
4. Wann wir geſchienen gantz
und gar verlaſſen, ſo that Er
uns mit reicher Guͤt umfaſſen:
und halff uns aus dem hart⸗
und ſchwehren Streit, damit
vergeſſen wuͤrde alles Leid.
5. Drum koͤnen wir auch Sei⸗
ner nicht vergeſſen, weil Er uns
ſo viel Gutes eingemeſſen. Wir
ſagens nach, und ruͤhmen ſeine
Macht, die uns ſo wunderbar
urecht gebracht.
eh Kindes⸗Kind
wird man Ihn preiſen, Ihm
geben Lob und Ehr mit ſchoͤ⸗
nen Weiſen. Wir freuen uns,
find froh in unſerm GOtt, der
uns zuletzt noch hifft aus aller
Noth. | we
u . AA.
reu kennen, und geben Lob Ehre
mit innigem Beugen, wann ie |
| h
Fa EL.
DIT IR fißen nun in tiefer
Still bey der ſo reichen
Gnaden⸗Fuͤll, die GOtt uns
eingemeſſen. Wir haben einen
neuen Sinn, weil GOtt den
alten nahm dahin, daß wir in
Ihm geneſen. O wohl uns!
wir haben gefunden hienieden
den inneren heimlich verborge⸗
nen Frieden.
2. Wir ſind gantz anders als
uvor, dieweil wir in den in⸗
nern Chor des Heiligthums eine
gangen: alwo man reine Opf⸗
fer bringt, und ſtetig neue Lie⸗
der ſingt, vor GOtt in ſtillein
Prangen. Das ſeelige Den⸗
cken in heiliger Stille bringt
wahres Vergnügen in Goͤttli⸗
cher Fualie.
3. Die Andacht ſteiget ſtetig
auf vor GOtt, in dieſem Geiz
ſtes⸗Lauff, in reinem Liebe⸗
Brennen. Der reine Orden
geht einher, geziert mit Heilige
eit und Ehr die all den HEer⸗
3 43.
fo die Andacht der Hertzen an⸗ das GOtt wird zu ewigen Zei⸗
zeigen ten erheben.
4. Da findet man des Glau⸗ fi
bens Gold, welches des Prie⸗ i > FR
ſter⸗Ordens Sold, wo Gott Med die vereinte Krafft der
fie mit begabet: dabey das W Geiſter dringt zuſammen,
reiche Salbungs⸗Oehl, wovon wird aller Wahn verzehrt, wie
erquickt der Krancken Seel, u. Stoppeli in den Flamen. Die
Geiſt und Hertze labet. Wer Einheit iſt die Krafft, wo Zwey⸗
damit begoſſen, iſt ſeligſt ges heit dran verſchwindet, u. das
neſen, und von GOtt zum Ei⸗ verdoppelt Ein, ſo GOtt und
genthum innigſt erleſen. Menſch verbindet, |
J. Da fliefet auch der lautre 2. Beſieget alle Hoͤh, Geſtal⸗
Strom auf die, ſo heilig, keuſch ten, Form u. Weiſen, gehn in
und fromm, und da feynd ein⸗ ihr Weſen ein, und 11 den
nn gruͤnt des Geiſtes Schöpfer preiſen: weil nichtes
Fruchtbarkeit, die ſich daſelb⸗ ſo gering und klein auf dieſer
ſten ſchoͤn ausbreit, wann fie Erden, wo nicht des Schoͤpfers
den Her anbaͤten, erzeigen Macht font dran verherꝛlicht
Ihm Ehre in reinen Gebaͤrden: werden | |
bis daß fie dort mit Ihm, ver⸗ 3. Die Viel⸗ und Zweyheit iſts,
herrlichet werden. ſo alle Ding verkleinet, u. durch
6. Drum find wir auch innig SGetheiltheit fo des Schoͤpfers
ſo ſtill, weil mit ſo reicher Macht verneinet: weil nichts
Gnaden⸗Fuͤll wir ſind von ohn Urſprung iſt, was kan ge⸗
Gott begabet: in Seines Tem⸗ ſehen werden. Von GOTT
pels Heiligthum, wo ſteter Frie⸗ kommt alles her, was auf der
de um und um, und Hertz und gantzen Erden.
Geiſt ſich labet. O wohl uns! A. Wann auch das Boͤſe ſelbſt
wir haben gefunden das e feheinet zu verlieren, 90
5. eine
4 |
— —Uä—H———— —— —— — — — u
feine Urſach doch mich zu dem 2. Thut ſchon der Schmertzen
Schöpfer führen: drum wol oft durch Geiſt u. Seele drin⸗
mir! wañ ich hab die Eintracht gen, fo daß der ſchwache Muth
wieder funden, dann iſt der will ſincken auf der Bahn:
muͤde Geiſt mit GOttes Lieb wird doch der Hoffnungs⸗
verbunden. Ä Baum noch feine Früchte brin⸗
60. gen, wann der Gedeyen gibt,
Z letz muß werden gut, ders Beſte geben Fan.
wenn alles Leid zu Ende, 3. So Oe ich dahin in mau⸗
ich ſehe ſchon im Geiſt die Hoff⸗ cherley Veſchwerden, die GOtt
nungs⸗Baͤume blühn: zuletzt nur zugedacht allhier auf dieſer
ſiehts anders aus, da ruhn die Welt alldorten wird es ſchon
Ba era: die fich hier auf Hl a a a
b viel und manche Weiß be⸗ ich werd gehen ein ins frohe
E —T—bPVTX—X—X—ÄM—
r —
a8
KJ RREN
Der einſamen und verlaſſenen
Jurtel⸗Jauben.
Die Choͤre des Himmels ſtimmen mit an, und die
Geiſter, die vor GOT gehen, ſchallen mit hernieder.
Seel
Bu
1. 1
Les, was wir allhier vergehn.
ſehen auf der Erden uͤ⸗ 3. Zion zchlet ihre Gaͤnge, eylt
berall, das wird fallen und jagt dem Ende zu, ſieht
und vergehen: wann da komen erweitet ihre Enge: wo bereit
wird ihr Fall. Aber Zions die wahre Ruh, u. das rechte
Stadt bleibt ſtehen, auf den Ziel getroffen in der ſchoͤnen
Bergen ſchoͤn erbaut, u. wird neuen Welt. O du ſeligs Dul⸗
nimmermehr vergehen, daß ſie ten, 2— 16 derer, die GOT
Jederman anſchaͤut. zugezehl
2. Mit Verwunderung zu ſa⸗ 4. Danndie Ruthe iſt zerbro⸗
gen, werden ſie beſtuͤrtzet ſtehn: chen, und des Treibers böfer
wann die Suͤnder mit viel Za⸗ Grimm: GO TT hat .
gen werden fallen u. vergehn: cen Wer e durch der ſtar⸗
id Zion mit groſen Freuden ck chter Stimm. Die
wird aus 7 Kercker gehn, erthoͤnen und erſchallen, zeigen
Gottes Wunder Macht aus⸗ Babels Sünden an: wann die
kiten: die wird 3: wird zu Boden fallen, rn. |
* 2, Sa
N
ER
— 4 N
_
fich öffnen Cangan.
5. Drum muß Freud u. Won
aufgehen der ſo kleinen Zions⸗
Heerd: weil ſich enden ihre We⸗
hen, u. die Caſt in Luft verkehrt.
Nun ſteht man fie wieder kom⸗
men in viel Frieden nach dem
Streit, und auf ewig hiuge⸗
ſehen der Gedult und Cedigkeit
im Entſagen aller Dingen,
und im Hoffen, rein bewaͤhrt.
Wohl nun! ſo muß es gelingen
der ſo kleinen Zions⸗Heerd.
9. Ich bin froh in meinem
ertzen, freue mich der Gottes⸗
ren, die mir heilet meinen
nommen ihr ſo vieles Weh u. Schmertzen, und mir ſo thut
Leid. ſtehen bey: fuͤhrt mich ein zur
6. Da ſie ſonſten oft geſeſſen in ſtillen Kammer, und erweitert
ſehr vielem Zwang und Drang, meine Eng, daß vergeſſen aller
u. ihr wurde eingemeſſen Leid Jammer, und das viele Noth⸗
u. Jammer fuͤr Geſang: weil Gedraͤng. |
in ihrem Trauer⸗Stande, fie zo. O du reines Liebe⸗Leben
als Fremd und Unbekannt, u. derer Seelen, die ſich GOtt ſo
ein Gaſt in fremdem Lande, in Allem übergeben! weichen
auf dem Weg zum Vatter land. auch in keiner Noth. Ihr Ge⸗
7. Freuet euch, Ihr lieben neſen in dem Hertzen aus der
Hertzen, die ihr treu geblieben reinen Liebes⸗Bruſt macht ver⸗
ſeyd in ſo vielem Leid und geſſen allen Schmertzen, und
Schmertzen, und ſo manchem genieſen Himmels⸗Luſt.
ſchwerem Streit. Nun muß 11. O du heiligs GOtt⸗Erge⸗
euch die Sonn aufgehen nach ben! O du füfes Himels⸗Brod:
der truͤb⸗ und duncklen Zeit, u. wer in feinem gantzen Leben
wird nimmer untergehen: bis wird geſpeißt init Schmertz u.
ihr gantz und gar verneut. Noth: Freud u. Wonne wird
8 O was Freude thut auf⸗ gegeben in die Seelen in der
Jak: hier ſchon, in der Lebens⸗ Still, fangen an ein himmliſch
.
eit? wo man kan die Fruͤchte Leben aus der reichen er |
47%
Sul. | vertraut: mit zu dulten und zu
12. O du Thron⸗Sitz reiner tragen ſeine Schmach auf die⸗
Liebe! O du heiligs Boͤlckeleinn ſer Welt, drum wird, nach
das durch keine Leidens⸗Trie⸗ den Truͤbſahls⸗Tagen, fie gehn
be, noch durch Schmertzen, ein ins Hümmels⸗Jelt.
Noth und Pein, weichet von 16. O du Freuden⸗volles Le⸗
den reinen Schrancken der Ge⸗ ben, das alsdann wird offen⸗
dult in Leidens⸗Zeit: im Er⸗ bahr! wer ſolt ſich nicht gantz
warten, ohne Wancken, anf hingeben, mit der lieben from⸗
GOtt, der Erquickungs⸗Zeit. men Schaar feine Saat, hier
13. O ihr reinen Seelen alle, auszuſpreiten mit viel Schmer⸗
die ihr Zion zugenamt, freuet tzen, Angſt und Pein: weil in
euch mit frohem Schalle, die jenen Ewigkeiten Alles wird zu
Ihr mit von GOtt herſtamt: Freuden⸗Wein.
und zu ſeiner Luſt erkohren, als 17. So dann, lieb u. werthe
ſein werthes Ei re und Seelen, freuet euch der guͤld⸗
aus ſeinem Gei 155 ohren, zu nen Zeit: laßt uns Gottes Lob
erzehlen ſeinen Ruhm. erzehlen hier ſchon, in der Sterb⸗
14. Tretet freudig mit zuſam⸗ lichkeit. Keines laſſe ſich ver⸗
men, ſtimmet eure Lieder an! weilen, einzugehen in die Stadt,
brennt in Lichter⸗lohen Flam⸗ weil nun balde kom̃t mit Eilen,
men! laufft mit Freuden fort was Gott lang beſchloſſen hat.
die Bahn zu dem frohen Freu⸗ 18. Kommt, wir wollen nun
den⸗Leben, das mit Eilen bricht erheben unſers groſen Gottes
herein, fliehet alles Widerſtre⸗Macht! Herꝛlichkeit und Ehr
en! dringet ſo ub gan ein. Ihm geben, Der uns bis hieher
15. Denn da ſind die guͤldnen gebracht. Annen! Nun kom̃en
3 der vermaͤhlten Jeſus⸗ die Zeiten: da die from̃e werthe
Braut offen in dem Bundes⸗ Schaar, in die Laͤng der Ewig⸗
Orden, weil ſie ſich mit Jus keiten Ihn wird loben A ;
5 . 3» g se
48.
2,
aa Er Glaube fiegt dur
D IEſum Chriſt, Der al
Macht bezwungen der Feinde,
die zu jeder Friſt guf meine Seel
gedrungen: Er herꝛſchet nun
durch feine Kraft in mir, daß ich
werd tugendhafft. 2
2. Ehdeſſen ging ich groß ein⸗
her in meinen eignen Wegen:
gedachte wunder, wer ih war,
Font viele Ding auslegen. Gab
von mir vielen Glantz und
Schein, u. war doch nicht, wie
ich ſolt ſeyn. f
3. Das rechte Klein⸗ſeyn fehl⸗
te mir, ich war no
beuget. Ob ich ſchon Wunder⸗
Dinge hier den Menſchen an⸗
gezeiget: ſo war es meiſtens
doch nur Schein, es muſten an⸗
dre Sachen ſeyn.
4. Als die uns blaſen nur voll
Wind, und doch das rechte Les
ben nicht geben, wo man uͤber⸗
windt die Art vom Widerſtre⸗
ben: da man auch in dem be⸗
ſten Schein oft Ott thut gantz
zuwider ſeyn.
FC
Ob man auch hin und her ſchon
lieff vom Abend bis an N
ch nicht ge⸗ gefu
uͤberwunden.
5. Die Wege Gottes ſind ſehr
tief vor unſerm Aug verborgen.
or⸗
gen: ſo findet man doch insge⸗
mein nur Sachen, die nicht
Gottes ſeyn.
6. Dieweil des Menſchen Hertz
verkehrt, u. ſchwehr herum zu
wenden: drum werden ihr fo
viel bethoͤrt, daß ſie den Weg
nicht finden. Man ſucht ihn in
der Hoͤh und Breit, und er iſt
in der Niedrigkeit.
7. Nicht uͤber Lufft, im Ster⸗
nen⸗Zelt, wird GOttes Weg
funden: wer da ihn ſucht,
wird bald gefällt, vom Teuffel
nden. Ja auf der
Welt, in weitem Raum, da
wirſt du ihn auch finden kaum.
8
3. Wo Jeſus erſt gebohren
war, da thut je Weg anfan⸗
en: im Stall, 4
Zierrath war, da fing Er an zu
prangen mit ſeinem heimeli⸗
chen Pet und ſo die Welt
zu nicht gemacht,
9. Mit ihrem Glantz e
wo gantz kein |
| 49.
lichkeit, und falſchen Trug und treuer Mann, und wird nicht
Weſen. Und was fie ſonſt in überwunden; ob Sünde Teuf:
dieſer Zeit zu ihrem Theil erle⸗ fel und die Welt ſich gegen ihn
fen: das wurd zernichtet gantz ſchon hart anſtellt. |
und gar, als JIEſus nur geboh⸗ 14. Der Glaube ziehet IE⸗
ren war. ſum an mit gar geheimen Kraͤf⸗
10. Der weißt den Weg zum ten: ſo daß man in Ihm ſiegen
Vatterland, wo man die Ruh kann wider die viel Geſchaͤff⸗
kan finden: wer hier der Welt ten, die Satan, Welt, in Fleiſch
wird unbekannt, laͤßt ihre Luft: und Blut, in uns ſehr oft er⸗
dahinden, der hat gefunden die⸗ regen thut. |
ſe Bahn, wo man auch nim⸗ 15. HErꝛ IJEſu! du mein eine:
mer irꝛen kan. eine Theil, dir hab ich mich er⸗
11. Wer da gedencket treu zu geben: Du Du biſt meiner See⸗
ban, der ſeh dann auf fein Le⸗ len Heil, in meinem gantzen Le⸗
en, wie diß war bis ins Grab ben. Ach! bleibe ftefig doch bey
nein, und wie Ers hin gege⸗ mir, daß ich kan treulich folgen
en, daß es zu einem Vorbild dir.
werd den ſeinen, hier auf dieſer 3.
Erd. | a 4
12. Und wer ſich daun in al⸗ N Er Tag von Freuden voll /
lem Thun diß Vorbild laͤßt ge⸗ D worauf ich lang thaͤt war⸗
allen: der wird ſehr ſauft im ten, hat nun eröffnet ſich in
2 ruhn, u. ficher können meinem Hertzens⸗Garten: vor
wallen. Dann dieſer Weg iſt meiner Thür. hat oft gewar⸗
voll Beſcheid, voll Demuth u. tet mit Verlangen das treue
en 19 mich brünſtig
13. Wohl mir, ich habe dieſe zu umpfangen. .
Bed in Demuthe- Thal ge : Da ih in wieer gun mit
funden: wer drauf geht, iſt ein Unruh und EN 5
firchte hie und da gelabt, er⸗
quickt zu werden: wie muͤde
wurd ich oft, daß ich kont
ſchwerlich tragen die Laſten
vieler Buͤrd in ſo viel Truͤbſals⸗
Tagen. |
3. Nun aber ich erblickt in
meiner Hertzens⸗Kammer das
treue Mutter⸗Hertz, vergeß ich
allen Jamer, der ehmals plag⸗
te mich in vielerley Gefahren,
die mich betretten hier in mei⸗
nen Creutzes⸗Jahren.
4. O Thorheit! daß ich ſucht
den Schatz, in mir verborgen,
in aͤuſerein Gewerb, und vie⸗
ler Muͤh und Sorgen: Nun
aber, da ich hab ſo nah vor
meiner Thuͤr gehoͤrt die holde
Stümm, die ruft: kommt her
zu mir.
5. Und folget meiner Lehr, die
tuch mit Himmels⸗Gaben er⸗
quicken wird, daß ſich die Seel
und Geiſt kan laben. Drum
folg ich ihrer Stimm, der in⸗
nern Himmels⸗Lehren, verach⸗
te, was auch ſey, thu mich an
nichts nicht kehren.
4. 8
D Je heilige Einheit vermeh⸗
ret die Reinheit, verdop⸗
pelt die Wege zur inigen Klein⸗
heit. Wann Hohes und Tiefes
in Eines zerfloſſen, kan Sünde
noch Hölle es nimer umſtoſſen.
2. Wann heilige Seelen zu⸗
ſammen verbunden mit bins
liſcher Liebe, da werden gefun⸗
den die ewige Schaͤtze in wah⸗
rem Vergnuͤgen: da Alles ſonſt
Andre zu Boden muß liegen.
3. Wenn Sinnen u. Dencken
von 1 Sachen die
Hertzen von Freuden und Liebe
voll machen: ſo muͤſſen ver⸗
ſchwinden die eitelen Sinnen,
und alle getheilete Bilder zer⸗
rinnen.
4. Wo Hertzen ſind ſtetig hin⸗
einwaͤrts gekehret: da werden
die himmliſche Schaͤtze ver⸗
mehret. Die Freude der Erden
iſt ewig verſchwunde, dieweil ſie
mit Goͤttlicher Liebe verbunden.
5. O heilige Eintracht! O in⸗
niges Weſen, wo Stelen Zus
ſammen in Liebe geneſen! “en
bes.
5
beſſere Haabe wird jemals ge- uns halten, und nimmermehr
funden: als wo man iſt alſo
zuſammen verbunden.
6. Vergnuͤgende Wolluſt u.
inniges Schweigen bringt hei⸗
lige Eintracht u. tiefeſtes Beu⸗
en Vereinigte Hertzen erhe⸗
en zuſammen den Hoͤchſten zu
Zion, in liebenden Flammen.
7. Es muͤſſen Gedancken u.
Sinnen ſelbſt ſchweigen von
Goͤttlichen Sachen, wo GOtt
Sich thut zeigen bey innigen
Seelen, die alſo vereinet, u. ale
le getheilete Vielheit verneinet.
8. Es muͤſſen ſich freuen die
Engliſche Schaaren, wenn
Seelen ſich alſo in Liebe thun
paaren: ſo daß ſie Nichts An⸗
ders mehr ſuchen auf Erden,
als daß ſie im Lieben, vereini⸗
get werden. |
9. Der Himmel u. Erde die
muͤſſen ſich freuen, wenn alſo
vereinet die Lieben Getreuen
im HeErzen, u. Ihme zu Eigen
ergeben, um gaͤntzlich nach ſei⸗
nem Gefallen zu leben.
1 O. du Liebſten! Wir
wollen zuſammen
G
laſſen im Lieben erkalten. Es
muͤſſe nun Alles ſonſt Andre
vergehen, was nicht in verei⸗
nender Liebe kann ſtehen.
11. Es werde zernichtet, von
Gott ſelbſt gerochen das, was
uns bishero die Liebe zerbro⸗
chen, und alſo gezweyet ohn
wahres Geneſen, wozu uns
doch ſelber GOtt Ihme erleſen.
12. Es müfle nun ſchweigen
und ewig vergehen das, was
nicht in ſeinem Gerichte kañ ſte⸗
hen. Es werde nun Alles zu⸗
ſammen zerſtreuet das, was
uns bishero die Eintracht ge⸗
zweyet! |
13. So werden wir nimmer
im Lieben ermuͤden, wañ wir
uns von aller Getheiltheit ge⸗
ſchieden. Wir werden, als gruͤ⸗
nende Zweige, da ſtehen, an
welchen die Wunder des Her⸗
ren zu ſehen.
14. Die Treue, die Er uns
von Innen an werd von
uns zu ewigen Zeiten geprie⸗
ſen: und ſonderlich, weil wir
auch jetzo beyſam̃en, die vn
U.
52... |
zu reißen in liebenden Flamen. Göttliche Seelen, die» täglich,
15. Erzeigen Jh Ehre, in mit reineſtem Wandel, erzeh⸗
reinen Geberden, als Erſtling len die Wunder des Herzen an
der Liebe, ſchon hier auf der Sinn und Geberden, erkaufft
Erden: die Er Sich erkauffet von Geſchlechtern u. Voͤlckern
zum reineſten Leben, als Jung⸗ der Erden. a |
fraun, die Ihme ſich eintzig er⸗ 20. Er lehret ung täglich viel
geben. heilige Sitten: daß alle die
16. Zu leben gantz heilig, in Menge der Feinde beſtritten:
Engliſcher Klarheit, und blei⸗ wenn wir Ihn verehren nach
ben zuſammen verbunden in ſeinem Gefallen, ſo koͤnnen wir
Warheit: ein ewiges Jubel freudig im Segen fort wallen
muß innig erſchallen, dieweil 21. Die Wege, worinnen wir
wir nun leben nach Seinem werden erlangen die Crouen des
Gefallen. Lebens mit ewigem Prangen:
17. Wir werden nun bleiben kein Zeichen vom Weichen
und ewig beſtehen, wann Al⸗ muß nunmehr geſchehen, fo koͤn⸗
les ſonſt Andre zu Grunde wird nen wir alle zuſammen beſtehẽ.
gehen: wir wollen Ihn ruͤhmen 22. Dann, was Er erbauet,
mit Engliſchen Weiſen: daß kann nimmer zerbrechen, noch
Hertzen u. Munde Ihm Ehre Zeiten, noch Tage, noch Jah⸗
erweiſen. ke, es ſchwaͤchen: und ſolt es
| 8 Je Engliſche Choͤ⸗ auch kommen zum zeitlichen
Dre die werden mit Sterben, fo kann es doch nim⸗
ſtimmen, wan wir ſo die wil⸗ mer im Todte verderben.
lige Opfer darbringen in reinen 23. Dann, bey Ihm iſt keine
Geberden u. himliſchem Lichte, Verwechslung der Zeiten.
da Alles ſonſt Andre muß wer⸗ wohl uns! die wir uns ſo laſſen
den zu Nichte. bereiten: ſo daß wir erbaut, als
19. Wir ſinnd nun erbauet als lebendige Steine, zum Hauſt j
a . Jeho⸗
—
N.
—— — ———
Jehovah, als eine Gemeine. von tungen Seelen, die ſich
24. Gantz ſauber und reine, mit dem ya: des Himmels
ohn 9 ackel, hell leuch⸗ vermahlen! O ſelige Eintracht,
tend in Klarheit, als brennende wer fo iſt verbunden! dann da
Jackel, in reiner Gemeinſchafft, wird die ewige Freyheit gefundk.
geſchieden von Allen, die nicht 29. Wir lieben, wir leiden,
md gerichtet nach feinem Ge⸗ wir dulden, wir hoffen, wir ha⸗
fallen. ben, in Allem, das Ziele getrof⸗
2 De heilige Salb⸗ fen: mit Reden u. Schweigen
5 + Oel iſt auf uns thun wir es auzeigen: wañ un⸗
getroffen: vereinet die Geiſter fere Hertz vor Ihine ſich beuge,
zum Dulden und Hoffen; er⸗ 30. Wann Andre fich mühen
or die innere fehinachtende in eitelen Dingen, thun wir
Sinnen, und machet erneuerte Ihm die Opfer der Lippen dar⸗
Kraͤfte gewinnen. bringen: u. kommen zuſam̃en
26. Wir wachſen und grünen iu heiliger Stille, mit Segen
zur Goͤttlichen Blüte am Bau: eſchmuͤcket aus Goͤttlicher
me des Lebens mit Hertz und Fulle |
Gemuͤthe: die Kräfte des Gei⸗ I DIR Ir werden er⸗
ſtes, die in uns einflieſen, die 3 * freuet, und inigſt
müſſen die toͤdliche Leiden ver⸗ erquicket: wenn unſere Geiſter
ſuͤſen. > in Liebe entzuͤcket: wann alles
27. Wir find nun verbunden, zuſammen in Schlaf iſt erſun⸗
uns nimmer zu laſſen; viel⸗ cken, fo find wir im Waſſer der
mehro uns tiefer zuſammen zu Liebe ertruncken.
faſſen: als Zeugen der Wahr⸗ 32. Die feurige Flammen er⸗
heit vom Goͤttlichen Leben, das wecken uns wieder, u. machen
Er uns hat ſelber von Innen uns ſingen viel liebliche Lieder:
gegeben. e die heilige Eintracht erquicket
283. O werthe es die Geiſter, zu geben 15
BE 2. * re.
54.
ch e ä —— — — — —ę— —e— N | ln
Ehre dem freudigen Meiſter. erwaͤget die Sachen: was end⸗
33. Es werde die heilige Ein⸗ lich der himmliſche Koͤnig wird
heit Früchte worinn wir die machen mit ſeinen Geſpielen
ſelige Fruͤchte genieſen: die in und reinen Gefährten, die r
uns erboren im Wachſen und Sich erkauft und erkohren auf
Gruͤnen, in innigſter Kleinheit, Erden. |
zum vollen Berfühnen. 38. Seyd einig und innig in
34. Das werde geſchrieben, liebenden Flamen, dieweil wir
und ewig behalten, daß wir uns vom hümmliſchen Samen her⸗
von nichtes mehr laſſen erkal⸗ ſtaunnen: gezeugt und erboren
ten: dieweil wir erwachet und zum Eis Leben, als eine
früh aufgeſtanden, geflohen von geheiligte Jungfrau, daneben ‘
Sodom und fündlichen Ban: 39. Als Mutter der Kinder
den. unzaͤhlicher Schaaren, die alle
35. Drum wird uus die reine den reineſten Braut⸗Schmuck
Zucht ewig bewahren, dieweil bewahren u. leben gantz heilig,
wir ſind frey von den ſuͤndlichen als en Geiſter, zu ch
Schaaren: und wañ wir zu rei⸗ ren dem oberſten Koͤnig und
nen Jungfrauen bereitet, ſo Meiſter. | 2
ſtehn wir in güldenen Stuͤcken 0 reineſte Kirche, die
gekleidet. 4 „ alſo erbauet mit
36. Mit reineſtem Braut⸗ heiligen Seelen, die JEſu ver⸗
Schmuck von innen gezieret, trauet! O ſeligs und heiliges
dem, der uns auch endlich zur Kinder⸗Gebaͤhren, wo ſich thut
Hochzeit einführet, und mit ſich der Goͤttliche Same vermehren.
vermaͤhlet, in praͤchtigem 41. Die Eintzle, ſo lange vom
Scheinen, Sich mit uns, als Manne verſtoſſen, thut nun⸗
zeineften Jungfrauen vereinen. mehr zur Rechten u. Lincken
1 ausſproſſen: ob Voͤlcker und
37. Ihr Jungfrauen⸗Kinder, Schaaren ſchon ſolches vernei⸗
BR 5 | . nen:
ne ausgruͤnen durch unſers Im⸗
nen: ſo wird es doch balde
noch vollig e 0 3 5 |
42. Daß alle verdorꝛte Gebei⸗ Dde hümmliſche Liebe die
S hat mich durchdrungen:
manuels anildes Verſühnen: mein auſſers und inneres Le⸗
was lauge erſtorbẽ, wird wach ben bezwungen. Ich werde
fen zum Leben, wann GOtt wohl bleiben an GOtt ſtets be⸗
wird den Geiſte des Lebens hangen, bis daß ich dort ewig
drein geben. im Triumph werd prangen.
43. Weil Sara nunmehro 2. Hier will ich treu bleiben
den Sohn hat gebohren im im Leiden und Dulden, auch
Alter der Zeiten, die GOtt hat helfen ertragen, was andre ver⸗
geſchworen: ſo iſts auch geſche⸗ ſchulden: mein Hertze ſoll num⸗
Den, Gott laͤßt ſichs nicht reu⸗ mer im Lieben ermuͤden, drum
en, ihr Same wird bleiben u. wird mir nichts rauben den
ewig "one Goͤttlichen Frieden
44. Drum freuet euch alle ihr 3. Die viele Getheiltheit in
Kinder zuſammen, die aus dein mancherley Waaren, die Fön
verheiſſenen Samen herſtam⸗ nen mit denen ſich nim̃ermehr
men: das Erb⸗Theil wird end⸗ pagren: fo einmal verlaſſen das
lich gewißlich noch werden, eitle Getuͤmmel, und wohnen
dann werden verſchwinden die mit JEſu, im inneren Himmel.
Laͤſte der Erden. a 4. Das viele Bedencken und
45. Wir wollen indeſſen in hin und her Wancken laͤßt nim⸗
Hoffnung uns freuen, im Vor⸗ mer geneſen in Goͤttlichen
ſchmack erwarten als ſeine Ge⸗ Schrancken: wo Hertzen und
treuen: bis daß wir das Hof⸗ Sinnen diß alles verlaſſen, da
fende ſelber erlangen, und end⸗ werden gefunden die richtige
lich im Triumph dort ewig⸗ Straaſen.
lich prangen. | 5. Was Sinn und e
G3.
56.
auch koͤnnen errathen, iſt eitel
und nichtig, weils menſchliche
Thaten: der wahre ſelbſtandige
Der wird funden, wo Sets
en zuſammen mit IeEſu ver⸗
bunden.
6. Da bluͤhet die Treue, die
keinen laͤßt wancken, und ma⸗
chet ſelbſtaͤndig in Goͤttlichen
Schrancken: die Sinnen ver⸗
gehen in vielerley Sachen, wo
Andre viel Wunderns und
Ruͤhmens von machen.
7. Wann JeEſus die Hertzen
A verbindet, ſo daß ſich
ein fremde Verbildung mehr
findet: fo iſt in derſelbigen Lie⸗
be getroffen, worinnen das
himmliſche Erbe zu hoffen.
8. O weiſeſter Meiſter! Du
Lehrer der Heiden! wie thuſt
Du die Deinen ſo ſicher fort⸗
leiten: wann Andre bemuͤhet,
wie daß Du zu finden, thuſt Du
Dich mit denen in Liebe verbin⸗
den.
9. Die Dir ſind ergeben ohn ei⸗
genes Dichten, nach deinem
Gefallen, font Alles zernichten:
die Menge der vielen und man⸗
hen. Daun was ſie belebet ohn
cherleh Weisen, wo Sundre fich
mühen iu truglichem deinen
10. O Einheit! O Kleinheit!
du bift es alleine, womit wir
erbauet, als deine Gemeine: du
haſt uns die richtige Wege ge⸗
lehret, daß Jedes zu folgen
von Hertzen begehret.
11. Mein Hertze iſt innig in
Liebe zerfloſſen: dieweil ich der⸗
ſelbigen Voͤlle genoſſen. Ich
kañ es nicht rahten, nicht meſ⸗
ſen, noch dencken, was mir die
eindringende viebe thut ſchenckẽ.
12. Sie wircket inwendig mit
maͤchtigem Triebe, damit ich
auf ewig ihr eigen verbliebe:
fie hat mich gemeiſtert, und in
mich gedrungen, daß alles ver⸗
derbliche Leben bezwungen.
13. Sie leitet mich richtig die
Goͤttliche wege: kein Zagẽ, noch
Klagen, kann machen mich traͤ⸗
ge. Ih hohes, Ihr tiefes und
innigs Vereinen kann alle die
nichtige Bilder verneinen.
14. Die vielerley Sache in Lei⸗
den und Wehen: macht himm⸗
liſche Liebe zu Grunde verge⸗
eige⸗
enn LES OR UERSRLSO SR ST:
eigenes Wancken, wird ſtetig er⸗ inniges Weſen, dieweil wir
halten in Göttlichen Schraucke. aun lle im Geben geneſen! O
15. Hochtheure Gebietherin wares Vergnuͤgen, O Göttliche
helliger Sachen! wirſt du es Fulle; dann da ift die ewigan⸗
von Innen und Auſſen ſo ma⸗ wendige Stille.
che: daß unſerediebe wirdnim cho:
mer gebrochen, ſo wird mir, | A, Ä
was ich Dir mit Eide verſpro⸗ 20. Nun ruhe, mein Liebſte,
chen. ich will dich umfaſſen, u. will
16. Und hab ich erlanget mein dich in Ewigkeit nimmermehr
langes Begehren, wann Du laſſen: ich will dir vergnuͤgen
mich wirſt ſelber darinnen ge⸗ dein innigs Verlangen, eh daß
währen. Mein Glück iſt ge⸗ du biſt gaͤntzlich von Liebe zer⸗
troffen, ich habe ein Leben, das gangen.
5 kann zu ewigen Zeiten er⸗ Gegen⸗Hall.
eben. 5 21. Ja amen! es komen die
17. Ach liebſte Geſpielin in⸗ ſelige Stunden, worinnen w ir
wendiger Seelen, die Dir ſieh, ewig zuſammen verbunden. O
Pi Geiſte und Leibe, vermaͤh⸗ selig!“ wir ruhen im liebenden
len! gib Tuche Eintracht, mit Leben, und bleiben demſelbigen
innigen Trieben, worzu wir ewig ergeben.
Dir alle auf ewig verſchrieben. g
13. So werden wir nimmer Rt, Sa
von deiner Bruunſt ſchweigen, Doe Liebe wirckt und treibt
dieſelbe im Geiſte und Weſen in mir ohn alle Maſen, gibt
anzeigen: und werden Dich hal⸗ wahren Unterricht im Weg der
ten, da nieder zu laſſen, wo Sin⸗ Weißheit⸗Straaſen: die hohe
nen, noch Dencken, noch Wor⸗ Gottheits⸗Kraft kann immer
te, Dich faſſen. ſtille ſeyn, daß ſie nicht neues
159. O ſeligs Vereinen und ſchafft, u, ſchenckt Ihr Weſen
FON ein.
ein. 6. Die Seele, die ſich gantz in
2. Wie fü und angenehm iſt Ihre Lieb verpflichtet u. Sin
Ihr Geſchmack zu nennen, ein und Hertz und Muth nach Ih⸗
uͤbertreffend Gut muß es ſeyn rem Sinn gerichtet: die treibt
zu bekennen: wer Ihre Gunſt und reget ſie im neuen Weſen
geneußt, und davon angefüllt. fort, und macht fie gehen ein
Es iſt daſſelbe Gut, das allen zur ſtillen Friedens⸗Pfort.
Hader ſtillt. | 7. Kein Mund kañ reden aus,
Genug, wer dieſes Gut was da wird eingemeſſen: wer
ohn alle Maaß genieſet, iſt al⸗ in dem Friedens⸗Haus einmal
les Segens voll, der ſtets von in GOtt geneſen. Die Liebe
Oben flieſet. Kein Sinn, noch treibet ihn zur ſteten Frucht⸗
Mund⸗Gedicht, kann es gnug bahrkeit, und voller Segens⸗
ſprechen aus, was da vor ein Kraft, dem HErꝛn zu ſeyn bes
Genuß und Segen kommt reit: | | |
nach Haus. | 8. In Seinem Haus und
4. Wer alſo gangen ein zur Stadt, u. der erwaͤhlten G mei⸗
ſtillen Ruhe⸗Kammer: da wird ne, die Er ſich zubereit gantz
nicht mehr gehoͤrt Schmertzen, ſauber, heilig, reine: deß freu
Geſchrey, noch Jammer. Ein ſich Hertz und Sinn, daß es
eintzigs Liebes⸗Wort aus Zot⸗ gegangen ein, und koͤnne ewig:
tes Unterꝛicht bringt alle Voͤl⸗ da in ſeiner Ruhe ſeyn.
le ein, worzu man iſt verpflicht. |
5. Sie ift der Weyſen Rath, Rz, ve
des Schwachen Kraft u. Staͤr⸗ Der reine Jungfrauſchaft,
cke, des Blöden Unterricht, der = die vor fo lang verloren,
Kleinen Wunder⸗Wercke. Sie bricht wiederum herfuͤr, in
richtet Alles auf, was gantz zu GOttes reinem Licht. Der
Boden ligt: Sie iſt der Ihren Weißheit reine Schaar wird
Kraft, und heil ger Unterzicht, nun aus GOTT geboren: fo
*
wird
wird die
aufgericht. Das Priſterlich
Geſchlecht, ſo GOtt im Geiſte
dienet, geht in dem reinen
Schmuck der Heiligkeit einher:
da iſt der Sunden⸗Sinſt durchs
Lammes Blut verſuͤhnet; Ge⸗
rechtigkeit und Licht zeigt von
des Schoͤpfers Ehr. |
2. Das Licht, der reine Geiſt,
aus Gottes Hertz entſproſſen,
bricht taͤglich mehr herfuͤr, theilt
ſeine Kraͤfte aus: ſo wird der
gantze Leib mit reinem Oel be⸗
goſſen, und ſteht die Kirche da
als wie ein Gottes⸗Haus. Der
reine Huͤtten⸗Dinſt wird da im
Geiſt gepfleget, da iſt kein an⸗
dre Tracht, als was GOtt ſelb⸗
ſten lehrt: ſo oft deſſelben
Geiſt, Hertz, Ohr und Mund
beweget, ſo werden Wunder⸗
erte aus deſſen Mund ge⸗
oͤrt.
3. Und weil das Priſterthum,
reine Kirche wieder
FI
ſelbſt vermaͤhlet und vertraut.
O welch ein Wunder Ding! |
was vor ſo lang verloren, ſteht
nunmehr wieder da, wie man
im Geiſte ſieht, und iſt durch
Gottes Raht aufs neue ausge⸗
boren, daß beydes ſtehet da in
ſeiner vollen Bluͤt.
4. Dis iſt der reine Schmuck,
ſo Gottes Kirche zieret, wo
man das Priſterthum in GOtt
erhoͤhet ſieht; und ſo die reine
Braut deinſelben zugefuͤhret,
ſo ſtehet wieder da ein Goͤttli⸗
ches Gebluͤt. Dis iſt der goͤld⸗
ne Stand, den Adam hat ver⸗
ſchwendet, da er das Priſter⸗
thum und Jungfrauſchaft ver⸗
lorn: der uns vom Hünmel
kam, hat alles umgewendet,
durch ſeinen reinen Geiſt von
oben neugeborn.
5. Das falſche Weib, die Luſt,
hat ihren Schmuck verloren,
dieweil ein Andre min ſtatt Ihr
das vor fo lang verdorben, nun⸗ getreten ein, die ewige Jung⸗
mehr in voller Kraft im Geiſte
auſchuft, die vor fo lang ver⸗
wird geſchaut: ſo iſt die Jung⸗ loren, ſteht da im ſchoͤnſten
frauſchaft auch wiederum er⸗
worben, die nun dem Priſter
Glantz u. hellen Lichtes Schein.
> moͤrderiſch Gebluͤt der
Staͤm⸗
60, .
Stämmen und Geſthlechten 2. Ich trug mein Creutz mit
der falſchen Priſterſchaft iſt todt viel Geduld auf Erden, was mir
und abgethan; in unſers Got⸗ vor Leids auch angethan kont
tes Haus ſieht man die Liebe werden, war mir mein Brod.
rechten, wodurch iſt ausgeſoͤhnt Die viele Noth, die ich allhier
der lange Fluch und Bann. umher getragen, wird nie ein
6. Des freue ſich die Schaar, Mund, noch Feder, koͤnnen ſa⸗
die GOtt dazu erſehen, daß ſie gen.
im reinen Glantz der Heiligkeit 3. Doch bin ich wohl, (weil
da ſtehn: im wahren Priſter⸗ Gott es hat gewendet, wie es
Schmuck vor GOtt ſo einher ſeyn ſoll,) daͤß ich den Lauff
gehen, und alſo nimmermehr vollendet. Die Ewigkeit wird
aus Gottes Tempel gehn. So all mein Leid vergeſſen machen
iſt die Jungfrauſchaft, die ſelbſt und verſchwinden, ſo daß nichts
von Gott erwaͤhlet, nunmehr mehr wird ſeyn davon zu fine
(ſoͤhnet aus durchs Hohen den.
an 515 Ae Er ſie 9. Ber
erkaufft, daß fie Ihm werd ver⸗ . —
maͤhlet, fo ſtehet wieder da das Ede e en &
lang verlorne Gut. ner Plage, es rühmet feine
N 8. ö Wunder⸗That, u. fuͤhret keine
Der Zeit iſt aus, mein Lei⸗ Klage: ob es ſchon hat des Lei⸗
DD den iſt geendet: ich geh dens viel, es leidet alles in der
nach Haus, GOtt hat es um⸗ Still, und ruͤhmet Gottes Guͤt
gewendet. Die Ehren⸗Cron und Gnad, die alles jo verord⸗
wird wohl mein Lohn alldor⸗ net hat. 13
ten ſeyn, wenn ich eingangen: 2. Wer eingegangen iſt in
wo ich in Ewigkeit werd inne Gott, dem iſt fein theil geworde :
prangen. er weiß von keiner e RE ö
ö f ih,
61,
Noth, weil ſich die Frledens⸗ Lich und nad. Wir wollen
Pforten Heoffürt zu ber stin loben, die wir ſeyn fein vorce⸗
Seit, mare Die wahre Selig⸗ wahltes Hauffelein.
eit ſich ſelbſten gibet, und dar⸗ 6, Darlchrjch ſey unſtruich Ott
beut iu lang gehoͤftarwünſch⸗ in der Geuein geſungen, die er
ter Freud. . durchs Ereutz bewaͤhret hat:
3. Die frohe Mund wird Lo⸗ ſo daß es ihr gelungen zu ſte⸗
hens⸗ vou und tan es doch nicht hen in der Warte hier, wo
jagen, wie Gottes Gnad ihm man Ihim dienet fur u. für. Es
thut jo wohl; doch thut er et⸗ ſey und ble. be allezeit ſein vob
was wagen: er ſingt, er ruͤhnit, bey uns in Ewigkeit.
er ſchweiget ſtill, er trifft in je⸗ .
dein Ding ſein Ziel, er kehr ſich a |
hin, er kehr ſich her, fo iſt er der, Eden Hertz, das ſich GOTT
und bleibet der. hat ergeben, u. ſeiner Huld
4. Kein Mund kann dieſes re⸗ und Freundlichkeit allhier, in
den aus, noch jemands Ohr ſeinem gantzen Leben, u. bleibt
vernehmen, was da vor Segen auf jeden Winck bereit: hat
flieſet aus, wo GOtt ſelbſt kan ſchon allhie, auch ohne Muͤh,
bezaͤhmen des Menſchen Bild, was es nur wünſchet und be⸗
und ſein Geſtalt, und allem ſel⸗ gehrt, u. wird ſtets ſeiner Bitt
ber thut Einhalt: es iſt ein Le⸗ gewährt.
ben ohne Tod, und hilft zur 2. Man kañũ nicht ſagen, was
Letze aus der Noth. ein Leben daſelbſt wird endlich
5. Deß dancken GOtt mit offenbar, wo man mit allem
dertz u. Mund, die ſeines Theils ſich ergeben: um SOtt zu die⸗
find worden, und ruͤhmen Ihn nen imimerdar im Heiligthum,
zu jeder Stund in der Gefell- wo man gibt Ruhm u. Preis
ſchaft Orden: die GOtt darzu Ihm, als dem groſen SOtt,
berordnet hat durch feine 15 der endlich hilft aus e
| | 2. 3.
1.
3. Wer ſolte ſonſt was anders
lieben? als Ihm allein getreu
zu 1 0 wenn Suͤnde Teu⸗
fel, Welt, uns ſieben, ſo ſchenckt
Er doch daneben ein viel ſuͤſen
Moſt, daß man getroſt kann
halten aus in allen Streit, bis
datz man uͤberwindet weit.
4. So wird der Friede ausge⸗
boren, wenn man mit Gottes
Hertz vereint, ſo wird gefunden,
was verloren: wann man hat
lang genug geweint. Es thut
mir wol, ich bin nun voll, von geh
ſeiner Huld u. Guͤtigkeit, die
mir Hertz, Seel und Geiſt er⸗
freut.
5. Ich bin bereit nach Gottes
Willen zu ruͤhmen feine Gut
und Gnad, die mir thut meinen
Schmerken ſtillen, der mich fo
oft beklemmet hat. Nun iſts
ethan, ich geh die Bahn, mit
Freuden hin nach jener Wel
elt:
a einzugehn ins Himmels E
elt.
6. So lebet dann ein
vergnüget, das alle Luſt der
u. in dem Glau⸗
ben die beſieget:
Hertz mit Geduld,
*
Sr en EEE EEE
dlenen Tag und Nacht. Der
Ueberfluß, von dem Genuß,
aus GOtt und feiner Fulle her,
macht leicht, was ſonſten ſaur
und ſchwehr.
7. Was wird dann wol all⸗
dort erſcheinen, wañ einſt wird
werden offenbar; was hier ver⸗
deckt durch langes Weinen in
ſo viel Moͤthen u. Gefahr? es
iſt die Freud und Seligkeit: die
nie ein menſchlich Aug geſehn,
und wird auch nimermehr ver⸗
ehn. |
8. So wird der Gang der reis
nen Seelen belohnet, die hier
keuſch und rein, und thaͤten ſich
dem Lamm vermaͤlen: ſo daß
fie treu geblieben feyn. Ich
freue mich, gantz iniglich, auf
die erwuͤnſchte Freuden⸗Zeit,
die waͤhret in die Ewigkeit.
ur, |
In Laͤm̃lein geht und träge
die Schuld, und leidet Alles
was du doch ſelbſt
verbrochen: Es leidet fich, und
ſchweiget ſtill, weil Gottes vor⸗
um GSOtt zu bedachter Will, das Urtheil ſo
EN | geſpr
geſprochen.
2. Der Tod verlohr da ſeine
Macht, als dieſes Laͤmmlein
wurd geſchlacht: die Sund iſt
nun gerochen. Die Bitterkeit
des Tods verfügt: weil dieſes
Lamm am Creutz gebuͤßt, was
fie an GOtt verbrochen.
3. Der Weg iſt ſchlecht und
ſehr gering, den Es alſo zum
Creutz hinging: wer folget,
wird mit leben. Wer ſeinen
Tritten gehet nach, und traͤget
mit Ihm ſeine Schmach, wird
Es mit Sich erheben.
4. Das Gute, ſo diß Lamm
erwarb, da es vor uns am Creu⸗
tze ſtarb: iſt ohne Maaß zu ſchaͤ⸗
sn. Wer Ihimn nachfolget bis
dorthin: erwirbt ſein Theil mit
viel Gewinn, und Freuden⸗voll
Ergetzen.
rr
62, a
erwirbt, in Ewigkeit nicht mehr
verdirbt: weil Es iſt vorgegan⸗
gen mit Licht u. Recht in Got⸗
tes Reich, und fo gebahnt den
Himmels⸗Steig um ewig da
zu prangen. 8
7. Wer einen kleinen Kinder⸗
Sinn, u. folget bis zum Creutz
mit hin, wo Es iſt an geſtor⸗
ben: der kann vergieſen Lames⸗
Blut, durch welches wird das
höchſteczut erbeutet u. erworbẽ
8. O Lam̃es Unſchulds⸗volle
Beut! wer in dir wahre Selig⸗
keit erworben u. eriaget. Wir
folgen willig deinem Gang, ob
gleich noch mancher Trang u.
wang uns in dem Hertzen
naget. 1
9. Wir haben uns diß Theil
erwaͤhlt, wo man in GOTT
wird auserwaͤhlt: dieweil wir
F. Viel Cronen ſind zuwegen hier auf Erden, in Creutz und
bracht, da dieſes Lamm am Schmertzen, Angſt und Noth,
Creutz geſchlacht. Die Sieger getreu zu bleiben bis in Tod,
werden prangen, weil in Ge⸗ dort wirds ſchon beſſer werden.
duld und Leidſamkeit, in vieler 10. Sind wir mit Liebe an⸗
Muͤh u. hartem Streit ſie Ihm gethan, ſo ſchadet uns kein Fluch
N bee Ades dag Noch Bann; wir gehn in Lam⸗
6. Wer dieſes Laͤmleins Huld mes⸗Sitten: weil wir in allem
. 23 Schmertz
Schzuiertz und Leid, nur Liebe anzeigen ein andre Haab, ſo als
und Barmhertzigkell finden in das gedik Heil diu werden wird
feinen Tritten. als ann zu deinen Theil.
11. So find wir dann dem 3. Durch Demuth Hoffen u.
Exit vereint, u. werden, wann Geduld konumt man zu jenem
genug geweint, mit Ihm den Theil und Erbe, und wird (is
Sieg erlangen, u in viel groſer worben Gottes Huld, daß auch
Hertzens⸗Frcud dort in die Lang kein Fall noch Noth verderbe.
der Ewigkeit im Triumph mir O treue Lieb! die vor uns Sorge
Ihm prangen. trägt, wann uns der Feind im
12. Das Lamm ſey hoch ges Hertzen nieder ſchlagt. a
benedeyt, das uns am Creutz 4. Wie lange Zeiten, Tag u.
die Seligkeit, durch ſüͤſe Lieb, Jahr muß G; Ott uns in den
errungen: und uns erloͤßt aus Handen haben, bis uns befant
N
4
aller Moth, daß Sünden, Teu⸗ und offenbar: daß Er mit d
fel, Hoͤll und Tod, auf ewig viel Gut thut laben das arm
in, verſchlungen. Geſchlecht, das nach Ihm iſt
hin, 9 genannt, und hier der Walt iſt
12. worden unbekannt.
Ednet dich in deinen Ott, F. O theure Seelen, die ihr
Straaſe, vernichte alle ſterbene⸗ genommen, daß ihr von She
noth, die dir zuftögt ohn alle ine zubereit, als feine Lieb⸗
Maaſe: dan GOtt, Der dich 1 From̃en! Seyd Liebe⸗
a e ed e
„werft euch in Demuth Ihm zun
2. Die uͤber dich beſchloſſen len bin ! | f
ſeyn, zu gehen fort auf deinen 6. So wird die hohe Gott⸗
Steigen, bis daß du dorten ges heits⸗Kraft euch konnen aus
heſt ein: allwo das Ende wird dem Staub erheben, bewahre
| | r ewaͤhr⸗
und gehe freudig fort die ſeyd von GOtt nun darzu 2 |
|
en
bewährte Leidenſchaft auflö- näher bey: uns einen tiefern
ſen zu dem wahren Leben, wo Weg zu führen, daß wir auch
die Geduld mit Gottes Gut ge⸗ von dein werden freh: was wir
ſpeißt, durch welche man Ihm ſonſt kaum im Hertzen ſpuͤhren.
Danck und Ruhm erweißt. Die tiefe Liebe, die von Ihm
7. Halt t an mit Flehen und ausfleußt, ſich nun mit reichem
Gebet, daß Er euch möge bald Maaß in uns ergeußt.
erretten von der ſo harten La⸗ 11. Das treue Gottes Va⸗
gerſtaͤtt, des alten. Menſchen ter⸗Hertz thut über uns ſich nun
Suͤnden⸗Ketten, die feine Huld ausbreiten, u. nimmt uns weg
und Langmuth an euch traͤgt: den alten Schmertz, der auf uns
wann der Gewiſſens⸗Geiſt das lag vor denen Zeiten. Es faͤngt
Hertze ſchlaͤgt. in uns ein neues Leben an, u.
8. Habt einen treuen Kinder⸗ leitet uns ein ganke andre
Sinn, und opfert Ihm Hertz Bahn: %
u. Gemuͤthe, ergebt euch Ihm 12. Als uns, vor Zeiten, of⸗
zu Eigen hin: ſo wird euch fenbar: da ſeine Langmuth
laben Gottes Guͤte, und Euch uns getragen in vielen Noͤthen
mit ſeiner Freundlichkeit und und Gefahr der rauhen Wind
Gunſt begnaden und erfreuen und Trübfahls- Tagen; nun
gantz umſonſt. aber, weil eintritt ein hoͤhre
9. Wann wir bedencken, wie Zeit, ſtehen wir da zu ſeinem
daß Er mit feiner Langmuth Dinſt bereit.
uns getragen, bey ſo viel Wan⸗ 12 Oe belebe uns
cken hin u her: da wir nicht 3 + deñ nun, u. zeuch
thaͤten Alles wagen nach ſei⸗ uns an mit Kraft und Staͤrcke:
nein Sinn, ob wirs ſchon mein⸗ daß wir vom eignen Willen
ten nicht, ſo mercken wir doch ruhn, beleben deine Wunder⸗
nun ein hoͤhre Pflicht. Werrcke. Schenck ſelbſten, was
10. Dieweil uns GO TTtritt zu thun, nach deinem 2
66.
ſo wird ſonſt Alles andre fallen bis daß wir alle völlig zubereit.
hin: 1ᷣ39. Zu leben heilig, rein vor
14. Was- nicht gericht nach Dir, wie es Dir ſelbſten
deinem Rath, laß bald mit wohlgefallig, als deine reinſte
Eins in uns vergehen: ſo wird ſchoͤnſte Zier, die uns gemacht
der vollen Wercke That uns in Dir einhellig. Wir wol⸗
machen koͤnnen vor Dir ſtehen len deinen Namen früh u. ſpath
in reiner voller Geiſtes Nie⸗ ausberiten durch dein groſe Gut
drigkeit, wodurch man wird zu und Guad. |
deinem Dinſt bereit. 19. Es wird zu aller Stund
15. O Vater aller Lichter dun und Zeit an uns durch deines
fo ſchenck dann ſelbſten, was zu Geiſtes Staͤrcke dein Lob und
geben! damit wir ſo zur wah⸗ Wunder aus gebreit, die wir
ren Ruh gelangen, noch in die⸗ ſind deiner Finger Wercke. Wir
fen Leben: damit wir werden wollen nun zu deinem Dinſte
völlig 17 zu deinem Dinſt ſtehn, wie es gefaͤllig Dir an
ſchon hier in dieſer Zeit. uns zu ſehn.
16. So wollen wir, dein Ei⸗ 20. Nun Amen! Es muß wer⸗
gauche, Dich ohne Unterlaß den wahr, was deine Gut u.
verehren, und alſo ſtetig deinen Treu beſchloſſen, weil wir ſind
Ruhm in uns, zu aller Zeit, die erkaufte Schaar: wird
vermehren. Wir wollen dei⸗ nichts uns koͤnnen mehr une
ne Treu⸗Ergedne ſeyn, bis daß ſtoſen. Wir gehen nun nicht
wir dort zuſamen gangen ein. mehr von Innen aus, weil wir
17. Da deine groſe Wunder⸗ find worden ſelbſt dein Tem⸗
Macht in Ewigkeit wird hoch pel⸗ Haus. |
aa e gr 05 13. ;
| bracht, und ohne End, vor z O Tr. wir komen Dir ent⸗
Dit ſich beugen. Wir feinen Gagen zeigen unſte Frucht
mit ſchon in der Sterblichkeit, der Saat, die wir, unter dei⸗
» | | nem
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nem Segen, ausgeſaͤt durch dei⸗ 6. Gottes Kirch find reine Ste=
ne Gnad. Hier ſind wir, und len, die im Blut gewaſchen
zeigen an, was Du an uns haft ſeyn, und ſich init deim Lamm
gethan. vermahlen, ſo ins Heil ge gan⸗
2. Unſre Gänge find gezieret gen ein: wo ſein Blut cebeutet
HErꝛ in deiner Weisheit Licht, hat feiner Kirchen Ruheſtatt.
die uns bisher hat geführet un⸗ 7. Und weil wir auch einge⸗
ter deiner Bundes⸗Pflicht, die gangen in das wahre Heilig⸗
uns hat gezeiget an, wo die thum, koͤuen wir auch mit Ihim
wahre Lebens⸗Bahn. prangen als ſein werthes Ei⸗
3. Unſer Thun iſt zwar gerin⸗ genthum, aus zu breiten früh
ge, klein und niedrig unſre Hoͤh, und ſpat feine Guͤt und feine
doch es zeigets jedes Dinge, Gnad. N
daß auch nimmermehr vergeh, 8. Heilig, Heilig wird geſun⸗
was einmal durch deine Hand
iſt gebaut und Dr ch Stand.
4. Wir find ein grün Zweig⸗
lein worden an dem Stamm⸗
Baum JeEſu Chriſt, daß in ſei⸗
nem reinen Orden unſer Gang
a iſt. Bleiben wir in
f ba bewährt, ſo iſt unſre Bitt
erhoͤrt.
5. Wo wir ſingen, wo wir
baͤten, wo wir ſeinen Ruhm
en da im innern Heiligthum.
ol uns! es iſt uns gelungen,
daß wir ſeinen groſen Ruhm
da ausbreitẽ in der Still, durch
die reiche Gnaden⸗Fuͤll.
9. So daſelbſt zuſamen flieſet
auf die et Seelen bin, u.
man feine Gunſt genieſet mit
viel Segen und Gewinn. O
was Segen und Genuß! bey
dem reichen Ueberfluß.
erhoͤhn, thut ſein Geiſt uns ſelbſt ro. Unſre Saat muß herꝛlich
vertreten, und zu unſrer Seiten gruͤnen, und ſehr ſchoͤn ſich brei⸗
ſtehn, reichet dar den reinen ken aus, daß es muß zum Se⸗
Saft aus der reinen Gottheits⸗ gen dienen, und viel Freud in
Kraft. 1 Gottes Haus, wo man neue
| . | Lieder
68.
Lieder ſingt, und Ihim reine zeigen, die im Geiſte offenbar,
Opfer bringt. thuͤt das Rauchwerck init aufs
„. O wie unbekant iſt wor⸗ ſteigen auf dein guͤldenen Al⸗
den allhier das erwaͤhlt Ge⸗ tar, welche wir nach ſeinem
ſchlecht! das in dieſem hohen Sinn bringen Ihm zum Op⸗
Orden hat erlanget dieſes Recht, fer hin. f 8
wo das ſel ge Erb und Theil, 16. Und weil Er nun hat ge⸗
und das allergroͤſte Heil. geben uns das Loos in unſern
12. Ob wir zwar der Welt Schoos, daß wir Ihm zu Eh⸗
verborgen, bleibet Er doch un⸗ ren leben, und von allen Sor⸗
ſer Licht, und gibt Naht auf gen loß, bleibet es ein ewig
jeden Morgen, dabey ſteten Un⸗ Recht, daß wir Gottes Erb⸗
terꝛicht auf den Wegen, die wir Geſchlecht.
geht wann wir ſeine Macht
erhoͤhn. r
13. Drum wol uns! es muß Ertz der Liebe! reine Triebe
uns bleiben G0 TT das aller⸗ „ gieb in unſte Hertzen: rei⸗
groͤſte Heil: Er wird uns Sich ne Flammen ſchlagt zuſamen,
ſelbſt zufehreiben, als ſein eigen brennt als Eich LEE |
Erb und Theil. Drum bleibt wir an Dir leiben; laß uns
Segen, Freud und Luſt uns zu nichts abtreiben, ſtetig Dir zu
jeder Zeit bewußt. leben, bleibend ſeyn ergeben.
14. Und weil it auf uns ge⸗ 2. Gib Gedancken ohne Wan⸗
troffen von des Hoͤchſten Sal⸗ cken, tief hinein zu dringen: wo
bungs⸗Kraft, daß zu End das man heilig u. jungfrau ich Dir
lange Hoffen, und das Leiden thut Opfer bringen. Gantz ohn
weg gerafft: bleiben wir ohn alles Klagen Dir dein Ereut
End und Zeit Ihm zu ſeinem nachtragen: u. mit groſen Freu⸗
Dinſt bereit. den uns von allem febeiden.
15. Wann wir unſte Gaben 3. Gib uns allen, daß wir .
14.
Wi]
gantz zerꝛinen eure eigne Kraͤf⸗
69.
len ſtets in deinen Schrancken: hellig: laßt die Liebe walten.
gib uns Weiſen, dich zu preiſen Werdet Männer, Lichts⸗Be⸗
ohne alles Wancken. Daß wir kenner, laßt euch nichts erkal⸗
ohn Ermuͤden loben Dich hie⸗ ten. Singet um einander, ſtrei⸗
mieden mit Hertzen und Munde tet vor einander: daß uns kei⸗
alle Zeit und Stunde. ne Leiden von einander ſcheiden.
4. Schenck uns Kraͤfte zum e
Geſehafte, worzu wir verbun⸗ 3. Schweſtern holde, weñ ich
den: daß wir alle ohne Galle, wolte, koͤnte ich was ſagen:
in den Prüͤfungs⸗Stunden: doch die Liebe bringet Triebe,
wann wir ſollen leiden, vor ein⸗ daß ich es kann wagen. Leber
ander streiten, um die Wette zuͤchtig, heilig, werdet gantz
ringen, in die Lieb eindringen. jungfraͤulich: daß ihr koͤnt vor
3. Laß uns kampfen, daß wir allen eurem Freund gefallen.
dampfen alle bittre Flammen: 4. Hertz, Schmertze, Schmer⸗
die da brennen zum Zertrenen, tzen, Hertzen, laſſet gleich gefal⸗
halte uns beyſamen. Daß wir len. Er, der Holde, wenn Er
uns beſtreben, Dir zu Ehren le⸗ wolte, koͤnte wohl vorlallen:
ben: bis wir Dich dort oben oh⸗ wie die treue Liebe brunget ſol⸗
ne Ende loben. che Triebe, daß die bittre beiden
a 1 gleich den ſuͤſen .
0 Ertzens⸗Bruͤder, die Ihr 5. Kommt, wir wollen, wie
7 nn 9755 5 wir ſollen, allzuſamen Sie
be: ich neigen, 1 tief uns neigen, tief un |
beugen, als ein keuſches Weibe. vol nrg neigen, bier uns beugen
„dert vor dem Thron mit Baͤten.
Wendet Seraphinen: laſet Daß des Herren Klarheit uns
a erfuͤll mit Wahrheit: |
i, eure Manus⸗Geſchaͤfte. “ul mir Wahrheit und fein
2. Seyd einhellig, ſtreit t ein⸗ T
Licht im Segen ſey auf unsern
egen. A
J 2. 16. Ich
70.
16.
Nh bin daheim und ruh
) in meiner Kaminer, genieſe
nun der edlen ſuͤſen Frucht, die
ich ſo lang mit vieler Muh ge⸗
ſucht: wie wird nicht gantz ver⸗
geſſen aller Jammer? der eh⸗
mals plagte meinẽ bloͤden Sin,
nun iſt derſelbe gantz genom⸗
men hin. |
2. Die Mutter⸗Treu iſt mir
zum Erbe worden, weil ich mit
ihrer Gunſt ſo reich begabt, daß
ſie mich mit ſo reicher Fuͤlle
Labt: fo daß ich ruhen kañ in ih⸗
rem Orden. Was rechte Lieb⸗
linge u. Kinder ſeyn, die gehen
in die ſtille Kammer ein.
3. Der bloͤde Sinn, der ſonſten
Haab, die niemand ſagen kan,
es iſt das üͤberſinnlich Canaan:
wer will dann ſolches Hertz von
dem abtrennen? was ihm ſelbſt
worden iſt zu ſeinem Theil, der
hat erlangt das allergroͤſte Heil.
5. Drum bleib daheim, mein
Hertz, in deiner Kammer, und
diene deinem GOtt ohn Unter⸗
laß, Der ſo viel Gutes ſchenckt
ohn alle Maaß: u. weggenom⸗
men allen deinen Jamer, der
ſonſten dich ſo lang und oft ge⸗
kraͤnckt, u. dir nun alles Gute
voll einſchenckt.
6. Die ſuͤſe Lieb aus Gottes
reicher Güte, und der Genuß
aus feiner Freundlichkeit, die
macht das Hertze voller Geiſtes⸗
Freud: da kann ſich laben ein
nichts Font wagen, der hat ge⸗ geſetzt Gemuͤthe in der ſo reichen
fundẽ nun vor ſeiner Thuͤr das, Gottes Segens⸗Luſt, ſo flieſet
was Vergnügen bringet dort aus der reinen Liebe Bruſt.
und hier: O was kann doch ein 7. So ruhe dann, mein Hertz,
ſolches Hertz nicht tragen! das in deiner Kammer, und weiche
kommen heim in ſeine Mutter⸗ nimmermehr von deiner Staͤtt,
Statt, allwo es nun die reiche bleib da in deinem fanften Ru⸗
Fuͤlle hat. he⸗Bett: ſo bleibeſt du befreyt
4. Gedancken⸗loß von Sorgen von allem Jammer, und Se⸗
frey zu nennen, bringt ſoſche gens⸗voll vergnuͤgt 2 1
A
7%
Deer
Streit, gegangen ein zur ſtillen 18.
Ewigkeit. en ; it ich
| CH bleib daheim, damit ich
| 17. | nicht verſaͤum mein groſes
Ch bin ein ſehr beſchwerter Heil, das mir von GO zu
. Menſch, wer wird mir hel⸗ Theil erworben durch die Macht
fen rahten, was mir zu thun der reinen Liebe: O daß ich ewig
in meinem Stand, wo ich bin drinnen treu verbliebe!
mit beladen? Ich gehe hin, ich 2. Kein eitler Schein kommt
ehe her, ſo trag ich meinen mehr in mich hinein, ich achte
Jammer. Ach GOtt! wenn nicht, wie mir auch ſonſt ges
werd ich gehen ein in meine ſchicht: bin ich mit GOtt und
Ruhe⸗Kammer. ſeiner Lieb verbunden, ſo hab ich
2. Der Schmertzen, der mich meinen beſten Schatz gefunden.
dringt und treibt, iſt mir oft 3. Dann Gott iſt mir die al⸗
ſelbſt verborgen: diß iſts, was Terfchönfte Zier: es iſt Gewinn,
mir ſo enge macht und ſo viel wer ſich Ihm gantz gibt hin,
ſchwere Sorgen. So wird und laͤſſet feine Huld und Lang⸗
mein Leben in viel Schmertz muth walten, der wird durch
und bitterm Leid verzehret:weil feine Gunſt u. Treu erhalten.
ich nicht ſehen kann dis Ziel, 4. Ich geb nicht mehr der eit⸗
wo mir die Ruh beſcheret. “» len Welt Gehoͤr, was fie auch
3. Jetzt trag ich meine Leiden ſpricht: mein Hertz iſt hingericht
zwar ſo hin und her auf Erden; zu dem, was mir in jener Welt
doch werd ich dort in jener Welt wird werden, drum acht ich kei⸗
dafür verherzlicht werden. Und nes Dinges mehr auf Erden.
weil die Hoffnung iſt mein 5. Kein andre Luft ift mir
Stab, wenn ich geh hart ge⸗ nunmehr bewuſt, als nur allein
drungen:ſo werd ich ſingen noch bey meinem GOTT zu ſeyn.
diß Lied: GOtt Lob! es iſt ge⸗ So halt ich es in meinem Thun
lungen. | 3 u, Leben;
72. i f
u. Leben, damit ich bleibe ewig ſcheint: wann ich genug ge⸗
Ihm ergeben. weint, dann wird fc ſchon
6. So iſts beftellt, ſo hab 10 die rechte Heimat finden, drum
mirs erwaͤhlt: mein Theil iſt laſſe ich hier Alles gern dahin⸗
GOtt, der mich aus aller Noth den. 4
zur letze noch wird endlich her⸗ 11. Iſts dann gethan auf mei⸗
aus reiſſen, und allen Jamer ner Glaubens⸗Bahn, ſo geh ich
von mir gehen heiſſen. ein, ewig bey EOtt zu ſeyn:
7. So bleibt mein Tuhn in ſo hat es dann ein End mit den
meinem GoOtt beruhn, bis ich Beſchwerden, die ich getragen
erlang nach meinem Ereutzes⸗ hier auf dieſer Erden.
Gang mein volles Loos in je⸗ 12. O ſuͤſts Lamm! das von
ner Freud dort oben, da ich dem Himmel kam, ſey du mein
Gott ohne Zeit u. End werd Gang, wann es geht krumm
loben. 905 und lang: du biſt mir doch die
g. So traͤgt mich dann auf Eintracht meiner Seelen, drum
meiner Creutzes⸗ Bahn die thu ich hier fo. gern dein Lob
Hoffnung fort, bis zu des Le⸗ erzehlen.
bens Pfort ich werd eingehn 1
mit Freuden ohne Sterben, u. 3
ſo mein Heil und Seligkeit er⸗ D hab mir die erige
en. 0 Schaͤtze erwaͤhlet, u. ob ich
9. Diß iſt mein Loos, diß werd zeitlich daruber entſcelet,
bringt mir in den Schoos viel das bringt mich nur näher zum
tauſend Freud ſchon hier in die⸗ Ende hin zu. Was allhier ver
fer Zeit; ob ich ſchon trage viele dirbet, aum Lreutze erſtuͤrbet,
ſchweredaͤſten: es geht nicht an⸗ erlanget alldorten die ewige
derſt fremden Wander⸗Gaͤſten. Ruh. 1 5
10. Ich geh ſo hin, frag nichts 1. Und ob mir gleich Geiſte
nach dem Gewinn, fo hier er⸗ und Hertze ee
73.
Engeln u. Menſchen ein Schau⸗ ee Du:
Spiel geachtet: ſo bleib ich doch 5 1
eben derſelbe wie vor. Hier C lebe vergnügt, werd
zeitlich vergehen heißt ewig Be⸗ „nimmer belegt krotz Ten⸗
ſtehen; diß iſt mir geſchrieben fel und Welt, ſamt was mich
ins Hertze und Ohr. zur Lincken und Rechten an⸗
3. Ich weiß mir kein beſſere fallt e ea |
Haabe auf Erden, ohn daß ich 2. Ich lebe voll Freud, werd
erwarte, was dorten wird wer⸗ taglich erneut: viel Göttliche
den: dieweil mir kein andere Luſt erfreuet mein Hertze, er⸗
Freude bewußt, als zeitlich Ver⸗ füllet! die Bruſt.
Ba u. 1 6 15 diß BA 1 91 N 955
eiſſet genieſen viel hummli borgen und Braſt ha
Luſt. 9 ee mich befreyt: mein Leben ver⸗
+ Wann alles auf Erden in ändert, mich innigſt erneut.
Triunmern zergehet, ſo hab ich 4. Viel Leiden und Noth war
ein Leben, das ewig beſtehet: oͤfters mein Brod, viel Weinen
das ruhet auß keinerley Wech⸗ mein Tranuck, viel Thränen
ſel noch Zeit. Was Winde ver⸗ mein Freuden ⸗ u. Lobe⸗geſang.
wehen, ingg inner vergehen, 5. Wie mancherley Schmer
dieweil iir alldorten ein Veſ⸗ thaͤt kraͤncken mein Hertz: wie
ſers bereit. mancherley Noth ich muſte er⸗
5. Wann Goͤttliche Klarheit tragen mit Schande u. Spott.
mein Hertze belluchtet, und 6. Das Feuer brandt heiß,
hinmnliſches Tar en mein In⸗ bracht blutigen Schweiß: er⸗
ners befeuchtet: fo wachſen die barme dich GOTT, ich muſte
rüchte des Geiſtes herfuͤr. Da ausrufen in vielerley Noth.
ann ich mich laben, und alles „7. Es leidet ſich wohl, wenns
an haben, was intr auch kann Hertze iſt voll vom Goͤttlichen
werden alldorten und hier. Wein: doch anders, c
u 0
74.
ſo verlaſſen muß ſeyn. Noth, und thaͤt mich erꝛetten
8. Doch fahren dahin mit vie⸗ vom ſuͤndlichen Tod. |
lem Gewinn die Leiden der Zeit: 16. Drum fahr ich dahin mit
die Fruͤchte derſelben ſind Frie⸗ vielem Gewinn des Leidens der
de und Freud. | Zeit, weil es mir erwirbet viel
9. Das beſteſte Loos wird ges Göttliche Freud. |
ben in Schoos: wer es ſo er⸗ 17. Es fehler mir nicht, wann
wirbt, im Ofen des Elends am Huͤlfe gebricht: ſo leg ich mich
Creutze erſtirbt. dar zum Stuhle der Gnaden
10. Das Leiden der Zeit bringt und reinen Altar.
ewige Freud: erquicket den 18. So werd ich erhoͤrt, der
Sinn, der ſo iſt gerichtet zum Bitte gewaͤhrt: der Hader ge⸗
Himmliſchen hin. ſtillt, mit Gnaden des Vaters
11. Wer dieſes erfährt, und von Innen erfullt. |
darinn bewährt: wird fauber 19. So werde ich klein ohn
und rein, zu gehen mit Freuden gleiſenden Schein, und innigſt
zum Himmelreich ein. erhoͤht zum Leben, das immer
12. Ich mercke darauf, werd und ewig beſteht. i
munter im Lauff: es gluͤcket zo. Drum bin ich vergnuͤgt,
mir ſchon, ich ſehe ſchon bluͤhen trotz was mich bekriegt: ich le⸗
die güldene Eron. be in Gott, Der mich hat erꝛet⸗
13. Der leidende Sinn bringt tet in Leiden und Noth.
lauter Gewinn: erwartet der 21. Das iſt nun dahin, mit
Zeit, da alles veraͤndert in vielem Gewinn veraͤndert die
Goͤttliche Freud. Zeit: worinnen erworben die
14. Weil dieſes mein Theil ge⸗ ewige Freud.
weſen, le he Ru 47 |
ertz mit vielerley Wehen un . BR.
Faden und Schlee lege mich dennoch nich
15. So iſt es gefehehn, daß Iſchlafen mit Eva in das
Gott angeſehn mein Elend u. Suͤnden⸗
77.
Suͤnden⸗Bett: ob ſie ſchon vie⸗ bitter ſchmaͤckt: ſo ſpuͤret doch
fe weg thut raffen um zu zer⸗ der reine Wandel, wie hart ſie
brechen unſre Kett: ſo bleiben das Gewiſſen ſchreckt. Ein
wir doch veſt verbunden mit Hertz das ſich GOTT gautz er⸗
IEſu reiner Himmels⸗Lieb, geben, verſaget folchein eitlen
Worinnen alles überwunden, Wahn, verachtet alles Wider⸗
was nicht iſt aus deiſelben ſtreben, geht ſo mit Freuden
Trieb. fort die Bahn.
2. Ich kenne wohl das fremde 5. Laͤßt die Veraͤchter nur ver⸗
Machen der boͤſen Luft in fal⸗ achten, jo nie berührt den rei⸗
ſchem ſchein: hab Hertz u. Hand nen Sinn: thut in ſich ſelbſt vor
davon gewaſchen mich traͤnckt GOtt betrachten, was in dein
nicht mehr ihr Zauber⸗Wein. Ausgang ie Gewinn. So
Mein Leben iſt von ihr geriſſen, kann er gehen ſeine Straaſen,
gebracht unter die reine Zucht, mit vollen Segen halten aus,
allwo man beſſer unterwieſen, laͤßt ſich die Welt auch Freunde
als Tod und Hoͤll zu bringen haſſen, gnug, daß er nicht iſt
Frucht. hier zu Haus. 6
3. Ob zwar die Luſt zum rei⸗ 6. Sein Weg iſt bey der Welt
nen Leben viel Bittres bringet verborgen, auch oft den Goͤn⸗
noch herfür aus dein, was noch nern unbekant: befielt deswegẽ
nicht hingegeben, nach reiner Gott die Sorgen, Der beſſer
voller Zucht⸗Gebuͤhr: ſo bleibt weiß um ſeinen Stand, als das
ſie ſelber doch ohn Wancken, verkehrte falſche Tichten der
weicht nimmer von dem reinen Menſchen, die nur lieben Schein:
Sinn der Weisheit ſcharfen drum thut er ihren Hohn zer⸗
Liebes⸗Schrancken, die fie aus nichten, und dringt in Gottes
ſich genommen hin. Liebe ein. N 0
4. Ob zwar der falſchen Liebe 7. So wird fein Ziel, und iſt
Handel der Eva Sinn acht getroffen: ſo muß e |
a
76.
1
aller Schein, u. endet ſich das gelegt aus lauter Gnad. Laßt
lange Hoffen, weil er bereits andre ſich die Zeit vertreiben in
gegangen ein in GOtt, wo die eitler Welt⸗ und Fleiſches⸗Luſt:
Verlobung bluͤhet, und gruͤnet die Liebe kan uns wohl beſchrei⸗
als im Paradies: allwo man ben, daß beſſre Sachen uns be⸗
5 Fruͤchte ſiehet, wodurch
geheilt der Schlangen⸗Biß.
8. Nun gruͤnet aus der neuen
Erde der neue Menſch als Got⸗
tes Bild, in voller Lieb rein an
Geberden, wodurch die neue
Welt erfuͤllt mit reinen Seelen
und Jungfrauen, die hier dem
Lamm gefolget nach, u. thaͤten
ſich mit Ihm vertrauen zu hel⸗
fen tragen ſeine Schmach.
9. Dis iſt wohl ein Geſchlecht
zu nennen, ſo hier zum Lager
gangen aus, und treulich ihren
GoOtt bekennen bey manchem
harten ſchweren Strauß. Die
Liebe zu dem reinen Leben mit
Jeſu durch der Weisheit Schein
vernichtet alles Widerſtreben,
weil ſie an Hertz und Sinnen
rein.
( Ochtheure werthu.
10. H Mit⸗Geſpielen, er⸗
waͤget dieſen hohen Grad und
Adel der uns vor ſo vielen iſt bey⸗
wußt.
11. Die Lieb iſt GOTT, die
ausgeſoͤhnet in unſerm Fleiſch
der Suͤnden Graͤul. Wohl
dem! der ſich zur Lieb gewoͤh⸗
net, der kann mit IEſu haben
Theil, und gehen in die reine
Kammer, allwo das keuſche
Bett bereit, und man vergiſſet
allen Jammer der vielen Muͤh
und harten Streit.
12. So ſich in fremder Buhl⸗
ſchafft thaͤte in falſchem Gleif⸗
ſen miſchen ein. O daß ich doch
nie einmal haͤtte geglaubet ei⸗
nem falſchen Schein: ſo waͤr
das Uebel lang verſchwunden,
das mich ſo viele Zeit u. Jahr ſo
manchen Tag ſo mauche Stun⸗
fahr bekraͤncket mit ſo viel Ge⸗
ahr. 4
1
1
13. O reine Liebe ſey gepriefent
daß du durch deine ſcharfe Zucht
mich haſt ſo treulich mache buͤſe
N dam 2
1 NER
— ——— — ——— —-—-— —ꝛ
damit ich deiner edle Frucht teil⸗ chen nimmermehr. Trotz, wer
hafftig werd, u. noch genieſe all⸗ gedenckt mich umzuſtoſen, weil
Diet in dieſer nah: Ich Liebe ift mein Bruſt⸗Gewehr.
ge mich vor deine Süß, und 17. Der reine Geiſt aus Got⸗
bin auf deinen Winck bereit. tes 3 455 bleibt a0 well
| a 15 Got⸗ Fer in dem Gang, und wei
100 l Heiden elt 1 9099 Ihn zur Luft erleſen, bleibt Er
hast ier; ich will dir kla⸗ mein Vorſprach im Geſang,
mein Panier; ich will dir = u. lehret mich die ſchönſte Reiz
N nen) to fen, daß ich in Engel reiner Lieb
Der nu als deinen When Ibn fs ann un die Wette
mich hat durch al Bine 90 ee feinen reinen Feu⸗
genomen ein, wie ichs erleſen, ſo HD. 3
Beibef du voll mein Gewinn. ud: Sa IH RR
15. Weil JEſus⸗ Lich Iban doch mein Theil, weil fie auch
Harz befeffen, ſo bleib ich Ihin thut vom Tod erretten, gibt
verbunden feſt, wird mir dar⸗ ſtlbſt das allergroͤſte Heil. Wol
neben BE EI[eN Verachtung, rien ich werde nunmehr haben
Schmach aufs allerbeſt: ich ein Leben, das nicht mehr ver⸗
halte mich an feine Schrancken, geht; gedenckt was anders mich
wie Er getreten mir die Bahn, zu laben, ſo wirds vom Winde
bleib ich in Ihme ohne Wan⸗ weg geweht.
cken, kann ich ererben Cangan. 19. Mein dels iſt G Ott, mein
16. Mein Hertziſt feſt an Ihn Wehr und Waffen ſind die Ge⸗
gebunden, ich folge feiner reinen baͤthe nach dem Sin der Liebe,
Lehr, ich werd auch nummer die inich lehret ſchaffen, daß es
überwunden, ob toben Welt u. mich bringen muß dahin, was
Holle her. Es iſt einmal bey fie mir hat am Ereutz erwor⸗
nir beſchloſſen, ich werde RR ben, ich trag es gern u. willie
| 15 2. na
28.
—
nach: war fie nicht ſelber dran dem Erwünſchten, leiſten ihre
geſtorben ſo müßte bleiben mei⸗ Dinſten, deiner ſtets erwarten
ne Klag. auf ſehr manche Arten, wie Du
20. So iſt der Schluß bey mir fie thuſt leiten, Dir ſie zu berei⸗
getroffen, ſo lebe ich in Gottes ten. | r
Huld: ich hab das wahre Gut 4. Sie ſind Dir ergeben, gantz
zu hoffen in jener Welt ohn alle zu Ehren leben, ſie ſind deine
Schuld: die Liebe macht mich Gaͤſte, tragen deine Laſte: wenn
rein im Herten, verneuet ſtetig fie müde worden find in deinem
meinen Sinn, nimmt weg den Orden, kommen ſie mit Wei⸗
alten Suͤnden⸗Schmertzen, daß nen, thun vor Dir erſcheinen.
ich allhier ſchon felig bin. 5. Fallen vor Dir nieder, ſin⸗
gen ihre Lieder, bringen ihre
* Gaben, die ſie von Dir haben:
sr Efirt den ich liebe, wenn loben Dich im Hertzen, achten
PR mich was macht truͤbe. I E⸗ keiner Schmertzen, laben im
fü Luft im Herten, der in allen Gemuͤthe ſich von deiner Guͤte.
Schmertzen mir Erquickung 6. Sie ſind deine Diener, und
giebet: wann ich bin betrübet, Du ihr Verſuͤhner: fie find dei⸗
iſt Er meine Sonne, meine Freud ne Knechte; fie find deine Maͤg⸗
und Wonne. de, habẽ Dich zum Fuͤhrer Vor⸗
2. Himmels⸗ſuſe Weiſe, an⸗ gang u. Regierer, bleibeſt Du
genehme Speift, Koſt der reis ihr Treuſter; bleibeſt Du ihr
nen Seelen, die ſich dir vermaͤh⸗ Meifter. |
len: Hertz in unſerm Zagen, 7. Laͤſſeſt Du ſie hoͤren deine
Freude, wañ wirs wagen: Zu⸗ Himmels⸗Lehren, werden fit
verſicht im Weinen, wan wirs wie truncken: deine Feuer⸗Fun⸗
redlich meinen. cken ſchlagen in die Hertzen, trei⸗
3. Hertzog deiner Schaaren ben weg den Schmertzen, un
Du kanſt wol bewahren die dir, das tiefe Beugen macht 7
*
Dir neigen. im Ringen, in Ihn ein zu drin⸗
8. Deine Liebes⸗Gaben in dem gen, weil ſie beſter Maaßen Ihn
Hertzen haben, deine Liebes⸗ ſelbſt in ſich faſſen, u. die Kraft
Vercke, deine Kraft und Staͤr⸗ im Leiden nicht von Ihm zu
cke zeiget im Geneſen, was Du ſcheiden.
vor ein Weſen, wenn Du ihnn 13. Was iſts denn nun Wun⸗
einſchenckeſt, u. im Geiſte traͤn⸗ der? wenn ihr Liebes⸗Zunder
ckeſt. nimmer kann aus gehẽ, weil ſie
9. Ach wie muß nicht allen dei⸗ allzeit ſtehen im Genuß der Lie⸗
ne Gunſt zufallen? die ſich Dir be, durch die reine Triebe, in
fo üben, über alles lieben, und des Geiſtes Freuden in der Kraft
in einer Kette ringen um die zum Leiden. |
Wette: und fo von Dir mas 14. Weil ſie dann genieſen im
chen eitel Wunder⸗Sachen. zuſamen Flieſen viele Segens⸗
10. Thut fie jemand fragen, Kräfte, zu des Herrn Geſchaͤf⸗
können ſie's nicht ſagen, was ſie te: bleiben fie einhellig, wie es
macht fo truncken, wenn ſte fo Ihm gefällig, achten kein Be⸗
erſuncken, weil es lauter Sa⸗ trüben, wann Er fie will uben.
chen, die GOtt ſelbſt thut mma⸗ 15. Dann iſts recht getrof⸗
chen in der reinen Wahrheit u. fen, wann man kommt gelof⸗
des Himmels Klarheit. fen, und erfüllt mit Segen auf
Da Er fie thut leiten auf des HErꝛen Wegen, und thut
die beſten Weiden, und ſehr fehö= alles wagen, was vom HErꝛn
1 luſtig an zu ſchauen: zu tragen: Himmel, Freud und
weil ſie da erquicket, und von Leben wird in die gegeben.
Gott begluͤcket, feiner zu er⸗ 16. Drum muß FEfus-Liebe
warten in dem Myrꝛhen⸗Gar⸗ loͤſchen alle Triebe, die mir in
ten. a dem Hertzen machen viele
12. Was noch ſonſt zu ſagen: Schmertzen: Er bleibt meine
“die thun alles wagen, alten Wonne, meine Sreuden⸗Song,
3.
80,
— een nen nen ͤ ü v— —t—¾- — —
die Erquickung giebet, wann ich Stege, daß ich allzeit emſiglich
bin betruͤbet. mich darauf bewege. *
17. Alles muß Dich loben, 3. Immer laß eien Juß nach
was hieunten droben, muß es dem andern eilen, und fortſetzen
ewig ſchallen nach deinem Ges ohn Verdruß, und ja nicht ver⸗
fallen mit viel ſchoͤnen Weiſen weilen, weil die Zeit gar edel iſt,
ſtetig Dich zu preiſen, Him⸗ und ſo leicht verſchwindet, dis
mels⸗ volle Klarheit, aufge⸗ bedenckt ein jeder Chriſt, ſich mit
on Wahrheit. nichts verbindet. '
18, Lobet freudig, lobet; ob⸗ ee hindern will,
ſchon alles tobet: obſchon alles halten ab vom Ziele, oder ma⸗
ſchnauhet, doch den Muth nichts chen ſtehen ſtill, durch der Welt
raubet ſeinen treuen Knechten, Gewuͤhle: ſtehet aller Dingen
die ſein Lob verfechten. Lobet bloß, gantz an nichts nicht kle⸗
all zu ſamen feinen Namen, bet, nichts iſt, das ihm bringt
. 0 W er Pele Br
% 2% Ae J. Der ihn in viel reutz und
i De 4 1 « & 1 720 Pein ſuͤſiglich erquicket, u. ihn
J ESus Hirte meiner Seel, traͤnckt mit Freuden⸗Wein, daß
mich, dein Schaͤflein leite, er nicht erſticket: wan der Dran⸗
führe mich aus der Trauer⸗Hoͤhl ger treibet ihn, giebt ihm Schlaͤg
auf die grüne Weide: meinem und Wunden, muß ihm brin⸗
Geiſte ſtehe bey, und ihn unter⸗ gen nur Gewinn, weil er hat
ſlütze, mach ihn von dem Kun⸗ gefunden Ä 5
mer frey, und mit Kraft beſitze. 6. Eine Fuer der Geduld,
2. Leite mich die Pilger⸗ſtraas, da er ſich kaun ſetzen in die Ruh:
die Du ſelbſt gegangen, nimer⸗ iſt er ohn Schuld, nichts kann
mehr zu ſehn aüf das, was der ihn verletzen, wer ihn draͤn⸗
Menſche Prangen: deine Kraft get, träger ihn, fordert in
erhalte mich auf dem ſchmalen im Reiſen, vieler Druck bringt
| SE ihm
1 ar
dieſer Erden,
|
\
2 —
7. IEſus iſt ſein Augenmerck,
in viel Creutz und Leiden, weil
Er oͤfters unvermerckt ſuß ge⸗
macht das beiden, drum ich nun
und nimermehr will von SE
ſu weichen, und Ihn lieben mehr
und mehr, bis ich werd erꝛeichen
8. Zion, Gottes guͤldne Stadt,
da die Thor ſtets offen vor die,
wo in Thraͤuen⸗Saat, hier in
Schmertzen hoffen; lang ver⸗
langtes frohes Feſt wird uns all
erfreuen, wenn die Freund und
Hoch zeit⸗Gaͤſt werden gehn am
Reihen. ar
9. Gottes Harfen ftünnen an
mit viel tauſend Freuden, ſin⸗
gen Lieder vor dem Thron, weil
Gott all ihr Leiden weggenom⸗
men, das fie hat unter ſo viel
Proben oft gedrückt: O groſe
Gnad! ewig will ich loben
10. Gottes Lamm, das wuͤr⸗
dig iſt Preiß und Ruhm zu neh⸗
meu, ewig und zu jeder Friſt,
und zwar noch von denen, wo
es von erwuͤrget war hier auf find,
wie groß wird
O
1.2
Ir
wohl die Schaar bis zuletzt noch
werden. b
11. Drum ſich freu ein jeder
Chriſt in viel Creutz und Leiden,
wenn er hart bedraͤnget iſt, zaͤh⸗
let Stund und Zeiten, weil der
frohe Tag iſt nah, der uns all
erfreuet, und die letzte Stund iſt
da, da wir gantz verneuet.
12. Ich will nimmer ſtille ſtehn
hier auf dieſer Erden, alle Ta⸗
ge weiter gehn, achten kein Be⸗
ſchwerden, weil die ſchoͤne Fruͤh⸗
lings⸗Zeit alles wird vergeſſen,
auch wo man in Schmertz und
Leid ef iſt geſeſſen.
e DEF IE Be
13. O ihr Zions⸗Schweſtern 8
ſeht! ſeht die frohe Zeiten, JE⸗ g
ſus euch entgegen geht, thut euch
wohl bereiten, daß ihr euren
Hochzeit ⸗ Schmuck reinlich
moͤgt bewahren, und auch keines
ſeh zuruck, wegen viel Gefah⸗
ren.
14. Tragt die Lamp in Her:
und Haͤnd, freudig geht entge⸗
gen, daß ſich keines ſchlaͤfrig
und verſchertz den Segen,
der den Klugen beygelegt, e |
| ie
Vena — —
ihm Gewin wunderbarer Wei⸗
32.
fie reine Hertzen, und find wor⸗ harte Proben. |
den niemals traͤg, auch in bit⸗ 3. Sehr früh ich thaͤte fangen
tern Schmertzen. an den Hünmel zu erjagen,
15. Alles was noch ruͤhmen doch ging ich irre auf der Bahn,
kann, brenn mit mir in Flam⸗ weil ich noch nicht kont tragen
men, GOtt, dem groſen Wun⸗ das Creutz, wo JEſus Gottes
der⸗Mann, ſinget allzuſamen: Sohn aus Liebe dran geſtor⸗
gebet Ehr und Herꝛlichkeit ſei⸗ ben, und mir daſelbſt die Eh⸗
nem groſen Namen. O daß ihr ren⸗Kron und Seligkeit erwor⸗
doch recht bereit! ſo wirds wer⸗ ben. 2
den, Amen. 4. Doch wurde endlich bey
5 Geduld in viel ⸗ und langem
1 Hoffen durch Gottes Güte,
St es nun aus mit mei⸗ (nad und Huld das rechte Ziel
nein Leid und Leben hier getroffen. Das Creutz war mir
auf dieſer Erden, ſo wird mir ein ſanfte Laſt, das IEſus
in der Ewigkeit ein Beſſers da⸗ mich hieß tragen, bald fand 10
für werden. Drum fahre ich meiner Seelen Raſt, als ich
im Frieden hin, und ruh in mei⸗ that alles wagen. —
ner Kammer, wo ich nach lang⸗ 5. Und drunge ein zur engen!
verlangtem Sinn befreyt von Thuͤr, den ſchmalen Weg zu
allem Jammer. gehen, bald that das theure
2. Die Zeiten meiner Tag u. Gnaden⸗Wort mir heilen mei⸗
Jahr, jo ich gelebt auf Erden, ne Wehen. O wol mir! weil.
warn wenig, und in viel Ge⸗ ich dieſe Bahn bey Zeiten hab |
fahr und mancherley Beſchwer⸗ gefunden, drum werd ich erben
den. Das Gramen um die Fanaan, wo alles überwunden.
wahre Freud u. Heil aus GOtt 6. Da iſt die Ruhe nach dem
von oben bracht mich in man⸗ Streit und Leiden hier auf Er⸗
chen. ſchweren Streit und viele den, da iſt die wahre See |
8 r
| 83.
keit nach den ſo viel Beſchwer⸗ Schuld, ob ich ſchon oft hart
den. So iſt gefunden dann geſiebet. Meine Freude bluͤhet
mein Heil, das ich allhier bes mir doch zur letze qus dem Ster⸗
gehret, und ruh in meinem Erb ben, ob ich ſchon im Leben hier
und Theil, das mir GOtt hat oft muß ſcheinen zu verderben.
beſcheret. 3. Wann die Trauer⸗Zeit zu
7. So leb dann wol! du liebs End, wird Gott die Erloͤſung
Geſchlecht, das ich jetzt hinter⸗ geben: was ſich jetzt in Schmer⸗
laſſen, bleib hier auf Erden Kenfindt, wird in lauter Freu⸗
ſchlecht und recht auf deiner de leben. Alſo faͤhret mit dahin
Friedens⸗Straaſen: ſo kommẽ aller Kummer Muͤh und Sor⸗
wir zuſammen ein, allwo wir gen, und der lang⸗ verliebte Siñ
bey Gott wohnen, da Er nach wird gekroͤnt an jenem Mor⸗
vielem Creutz und Pein uns gen.
wird mit Segen lohnen. 4. Doch muß ich zu meinem
ö . | 195 meinen er ſtetig
eh A agen, in viel Geiſtes⸗Engig⸗
| M Eine Freude iſt dahin, keit daß in Worten 2 75 5
meine Herrlichkeit ver⸗ ſagen. Wann die Ehre aus
ſchwundenz was zuvor war dem Staub dort wird ſeyn in
mein Gewinn, macht mir jetzo GOtt erhoben, hat der Feind
lauter Wunden. Was wirds den letzten Raub, und ich kann
wohl zu letze ſeyn? wann der Gott ewig loben.
Troſt iſt gar verſchwunden. F. Uunterdeſſen iſt der Troſt
wird mich wohl des Crrutzes öfters vor dem Aug verborgen,
Pein machen ſeyn mit GOtt weil der Geiſt noch nicht erloͤßt
verbunden? von des Leibes Buͤrd und Sor⸗
2. Zwar wann Hoffen und gen. Hoffnung kann zwar zie⸗
Geduld in Gelaſſenheit mich hen an, das Verlangen fort pi
ubet, wird mein Leben ohne ſetzen, wenn die enge rauhe
Ne, L Bahn
84.
Bahn will den ſchwachen vieler Noht erworben, die oft
Muht verletzen. in ſo viel Drang geſchienen gar
6. Wenn die Noht das Le⸗ erſtorben. Nun wird der muͤde
ben bricht ohne weiter fort zu Geiſt aus Gottes Hertz getraͤn⸗
gehen, wird der letzte Feind be⸗ cket, das täglich neue Kraft in.
fiegt, der gemacht ſo viele We⸗ reicher Fuͤll einſchencket.
hen. Wann die Hoffnung nach 3. Iſt auch was beſſers wohl
dem Streit wird den freuen zu finden auf der Erden? dann
Helden lohuen, und fie in der alſo voll von GOtt und feiner
Ewigkeit dort in Gottes Hau⸗ Liebe werden. Wañ aller Troſt
wohnen. dahin, der uns kann zeitlich la⸗
7. Da geht auf ein neue Welt, ben, ſchenckt feine Volle ein viel
die dem bloͤden Aug verborgen, ſuͤſe Hummels⸗Gaben.
wenn die Alte gantz zerfaͤllt, 2. Der ſelige Genuß laͤßt nim̃er⸗
wird der Schöpfer ſelber ſorgen: mehr ermuͤden, die unverruͤckte
daß wir dahin ein gebracht zu Treu bringt den erwuͤnſchten
dem wahren Freuden⸗Leben, Friede: Hoffnung macht Freu⸗
und des Schoͤpfers Wunder⸗ den⸗voll, wen Dulden, Lieben,
Macht ohne Zeit und End er⸗ Leiden die Erndte bringet heim
heben. in den Erquickungs⸗Zeiten.
5. Nichts wollen, wiſſen, ſeyn,
33 nichts koͤnnen noch begehren er⸗
M Ein Geiſt iſt voller Troſt, wirbet einen Schatz, den Nie⸗
Au hoch in Gott erhaben, mand kann verſehren: wo die 6
weil feine reiche Gut mich thut Gelaſſenheit dem Himmel ſelbſt
unendlich laben: wie wird nicht abſaget, da wird das hoͤchſte
aller Drang zur letze gantz ver⸗ Gut in einem Nun erjaget.
eſſen? wann der Genuß aus 6. Beym rechten Stille ſeyn
Ott die Seele macht geneſen. kann man ſein Theil erlauffen,
=D ſuͤſe Leidens⸗Frucht! in wo andre im N
im⸗
Himmel felbft verkauffen: ein Verknüpfung aller Geiſter,
kleiner Augenblick, der GOtt mein Hertz ergibt ſich dir, als
in Liebe fahet, erwirbet uns ein oberſten Lehrmeiſter: du biſt der
Hut, das nimmermehr verge- beſte Raht, und treuſte Un⸗
het. 92 5 terricht, wan Weisheit man⸗
. Ss gien will, haͤlt Liebe das Ge
e wicht. |
Mein Hertz das iſt bereit 5. Du hohe Urſtands⸗Kraft,
F von Gottes Lieb zu ſagen, du Weſen aller Mefen, wo du
doch kann ich ſolche nicht in Beherꝛſcherin, iſt man in GOtt
Worten voll vortragen: die geneſen: die Weisheit ſelbſten
Kraft, die fich bewegt in mei⸗ muß dir weichen im Gericht,
nem Hertzeus Grund, die wo du haft deinen Thron und
dringt und treibet mich, und Wohnung aufgericht.
macht ihr Weſen kund. 6. Wenn du nicht waͤrſt, fo
a. Ihr Ausgebahrungs⸗Werck waͤr nie einig Ding geweſen,
iſt ohne Maaß zu nennen, die die Weisheit ſelbſten hat aus
volle Liebes⸗Kraft aus ihr laßt dir ihr Spiel erleſen: drum was
niemand trennen: ſie wircket uns Freude macht, komt nur
klein zu ſtyn, wirft alle Hoheit von Liebe her: fie macht das
hin, fie macht das Alte neu, Bittre ſuͤß, und alles leicht,
gibt einen Kinder⸗Sinn. was ſchwer.
3. Wer ihre Zeit erreicht, daß 7. Dan wo die Weis heit auch
er dahin iſt kommen, wo die ſelbſt Braut u. Schweſter wor⸗
Erneurungs⸗Kraft das Hertz den, da iſt Sie Koͤnigin in die⸗
bat eingenoihen :der kann nicht fen hohen Orden. In Zeit u.
fille pn, fie dringt u. treibet Ewigkeit im Himmel und auf
ahn, damit werd offenbahr ihr Erd wird nichts gefunden, das
hoher Liebes⸗Sinn. Ihr zu vergleichen werd.
4. Hochtheure werthe i 8. Mein Hertz vergehet gang
| &z, un
|
86.
ET — a ARE r
— —— — —
und kann es nicht ausſinnen; daß ich nicht kont wancken, bey
ihr hohe Wunder⸗Kraft zieht denen ſo mancherley Libes⸗Ge⸗
meinen Geiſt von hinnen: denn ſchaͤfften, die oͤfters nur ſchwaͤ⸗
was ich bin, das bin ich blos chen und rauben die Kraͤften.
durch Liebe nur, die mich ſelbſt 2. Ich ruhe nun wieder in ſanf⸗
hat gebracht auf dieſe hohe teſteln Schlummer, und werd
Spur. ich ſchon öfters durch Liebe er⸗
9. Ich eß u. ſauge ein ihr rein weckt: dis machet mir keinen
u. lautres Weſen, ſo werd ver⸗ Hertzpreſſenden Kummer, weil
göttet ich, daß ich kann voll ge- ich mich zum Lieben hab nieder
neſen: der ausgeleerte Sinn von gelegt. Drum wird mich nichts
der Vergaͤnglichkeit hat ſeine ſchrecken, noch koͤnnen erwecken,
Volle nün aus ihr ohn allen als wann ich hör ſprechen: ſteh
Streit. auf dich zu paaren! fo biſt du
10. Die Liebe hat mich gantz u. befreyet von allen Gefahren.
gar nut ſich durchdrunge, drum 3. So werd ich bald konnen vor
auch die alte Welt iſt gantz u. Liebe nicht ſchlafen, ob ſie mich
Bat verſchlungen. Da ſoll es ſchon ſelber geleget dahin: fo
leiben bey, ich lebe nun in ihr, hat man mit ihr nur alleine zu
und ſoll nichts ſcheiden mehr ſchaffen, wen fie ſelbſt erwecket
mich weder dort noch hier. den liebenden Sinn. So koͤn⸗
nen die Sachen, was man auch
| ee thut machen, zuſamen im Frie⸗
M Ein Hertze iſt plotzlich in den und Segen gerathen u. heiſ⸗
Ohnmacht geſüncken, in ſen recht Gottes ſelbſtaͤndige
tiefeſter Demuth gefallen da⸗ Thaten. |
hin: bald wär ich im Waſſer 4. O heimliche Kraͤfte inwendi⸗
der Liebe ertruncken, wan mich ger Stille! da man auch Gott
nicht gehalten der Goͤttliche ſchlafend und Kae geneußt:
Sinn in maͤſigen Schrancken, denn in Ihm iſt al evergnügen
| Pa 14
*
85 e aa 18 15 e .
daß da ſich ergeußt. O heiligs ERSTER, |
Erwarmen! O Liebes Umakr⸗ M Ein Hertz iſt Freuden⸗voll
me ! wer alſo ſich ſelber iſt gaͤntz⸗ A in Gott erhoben, u mei⸗
lich entnommen, und zu der in⸗ ne Seele ſoll Ihn ſtetig loben:
wendigen Stille gekommen. weil mich Baͤrmhertzigkeit und
5. Hertz Seele und Geiſte ſich Gnade kroͤnt, und ſeine Lang⸗
koͤnnen erlaben in dieſem Ur⸗ muht meine Schmach verſöhnt.
ſtande der inneren Ruh: hier 2. Die in ſo viel Geduld ich
findt ſich, was Gottes Erloͤſete mußt ertragen zur Zeit, da ich
haben: wer einſt will geneſen, ſehr hart von Gott geſchlagen:
der komme oe und lerne ſich und ſo viel Feind auf mich ge⸗
beugen in kindlichem Schwei⸗ drungen hin; bis daß mir Gott
gen. Wo alles in tiefer gelaſſe⸗ gab einen Kinder⸗Sinn:
ner Stille, da wohnet der Friede 3. Der mich macht klein, und
in Goͤttlicher Fuͤlle. tief vor Ihin mich beugen, da
6. Was iſt es dann Wunder? mußte ſich der Himmel zu mir
wer dahin iſt kommen, wenn er neigen: und mich in Huld und
auch ſchon öfters in Ohnmacht Langmuth kleiden ein, daß al⸗
hinfaͤllt: die Liebe macht trun⸗ ler Orang mußt gantz vergeſſen
cken, man wird ſich entnommen, ſeyn. en ee
e wird dann das Hertze zu 4. Drum danck ich Gott für
Frieden geſtellt, und thut fich ſeine Gnad und Guͤte, weil Er
ergeben, nur deme zu leben, was nicht worden des Erbarmens
ihne zu ſolchem Fried⸗Lieben be⸗ nude: und meinen Gang mit
wogen, und in die inwendige ſeiner Huld verſehn, ſo daß ich
Sttllle gezogen. Ä kann in allem Leid beftehn.
| 5. Und ob gleich Freund und
42 32 80 * | Feind ſchon oft noch ſchnauben,
25 . ſo kann doch meinen Muht mir
23. nimand
88.
Mimand rauben: weil ich mich Du vor mich Sorge tragen, an⸗
meinem GOtt ergeben hin, ſo noch allhier in dieſem Trauer⸗
daß ich gantz und gar ſein eigen Zelt: was wirds erſt ſeyn all⸗
bin. | dort in jener Welt:
6. Er thut mich oft auf ſeinen 11. Da alles Wohl wird in
Haͤnden tragen, drum kan mich die Laͤnge waͤhren, daß weder
uch kein Unglück nieder ſchla⸗ Zeit noch Jahr es wird verzeh⸗
gen: und wann ich ſchon von ren: deß freu ich mich, und bin
Ihm verlaſſen ſchein, fo ſchenckt unendlich wohl, weil ich ſchon
mir feine Güte anders ein. hier bin alles Guten voll.
7. Und thut am Brunn der 8
Gnad mich reichlich traͤncken? jr
ſo thu ich dann an feinen Bund M Ein Hertz kann wohl zu
gedencken: der mir verſpricht 51 frieden ſehn, weil ich das
die wahre Seligkeit zu erben ſelbſt gegangen ein, wo Gott
dorten, die ohn End und Zeit. thut ſelber walten: ins innre
8. Drum will ich Ihn ſchon wahre Heiligthum, wo ſteter
hier unendlich loben, und achten Frieden um u. um ohn eiuges
nichts der vielen Völcker Toben; Veralten. Das ſtetige Den⸗
dann wa die Zeit des Streits cken von Goͤttlichen Sachen,
zu End wird fern, ſo gehe ich in kann Hertzen u. Geiſter in Liebe
meine Kammer ein. voll machen. 1
9. Da bin ich dann vor aller 2. Daſelbſten blüht die wahre
Welt verborgen, und ſchlafe bis Ruh u. ſchleußt die aͤuſern Sin⸗
an jenen frohen Morgen: dann neu zu von allem abgeſchieden,
wird der Tag mein Glück mir u. wird vergeſſen aller Schein,
theilen aus, und ich werd gehn auch was fonft mag entgegen
in meines Gottes Haus. ſeyn dem inern wahren Frieden.
10. Indeſſen will ich noch zur O ſeligs Vergnügen! das da
letze ſagen: O Gott! wie thuſt wird gefunden, wo alles che
RN
89.
— — ne — —
ſche auf ewig verſchwunden. fallen. N
3. Man geht nicht mehr von 6. Da wird das Laͤmumlein
da hinaus in das verkehrte ſelbſt der Hirt der Seelen, die
Welt⸗Gebrauß, weil Gottes es init ſich fuhrt in Gottes
Huld und Gaben daſelbſt ſich Haus beyſammen: u. richt da⸗
theilen denen init, die ſonſt um ſelbſten ihnen an ein vollen Tiſch
anders nichts bemüht, als ſich von Himinels⸗Mann, u. nen⸗
in Ihm zu laben. Wer alfo net fie mit Namen, fein eige⸗
geſchieden von allem Getumel, nes Erbe, das es ſich erworben,
beſitzet ſchon allhier auf Erden da es iſt vor ſie an dem Creutze
den Himmel. geſtorben. |
4. Wie iſt die Ruh fo uͤber⸗ e |
groß daſelbſt in des Geliebten WE |
Schoos, wo alles überfliefet, Man Hertz ſoll ſingen G Ott
was nur Geduld u. Langmuth hu Ehren von wegen ſei⸗
heißt, und Himmel⸗Brod die ner Gut und Gnad, die Er er⸗
Seele ſpeißt, u. alles Leid ver⸗ =, früh ge drum will
füfet. Da muͤſſen aufhören die ich ſtets ſein Lob vermehren, und
Bilder und Weiſen, und was laſſen hoͤren.
nur im Scheinen von auſen thut 2. Wer kaun ausdencken, was
Gleiſen. # gu jagen? die Treu iſt unermeſſ⸗
Da findet man den neuen lich groß, die Er vergilt in uns:
Weg, der durch des Fleiſches ſern Schoos: wann wir in De⸗
Vorgehaͤg gebahnet ſtehet offen muth nach Ihm fragen in un⸗
durchs Blut des Laͤmmleins 751 0 89 1
voller Huld, das ausgeſoͤhnet 3. Ex ſchencket ein ohn alle
unſte Schuld, erwarft durch Maaſen den Segeus⸗ wollen Lies
langes Hoffk. Da findt man die berfluß dem, der Ihm dienet
heilige Seelen hinwallen, die ohn Verdruß: und gehet fort
alſo nur leben nach feinem Ge⸗ die Friedens Suuaaſel ö
> 75 —
N
*
.
2
99
Ablaflen rechtigkeit, und hilft zuletzt aus
4. O groſer GOtt von Macht allem Leid, auch dringen durch
und Güte! wie reichlich ſchenckſt das Fleiſch⸗Gehege, wann wir
Du denen ein, die Dir allzeit er⸗ find kraͤge.
geben ſeyn, u. opfern Dir Hertz 10. Drum ſoll mein Hertz zu
und Gemuͤthe in voller Bluͤthe. allen Zeiten hoch rühmen feine
Es muͤſſe Hertz und Mund Wunderthat, die Er erweiſet
Ihn loben, die Er mit ſeiner fruͤh und ſpat, u. will ſein gro⸗
Lieb erfreut, daß fie zu feinem fe Macht aus breiten vor allen
Dinſt bereit, auch bleiben ſtets Leuthen. 5
dariũ erhoben in allen Proben. 1x. Hertz, Seel u. Geiſt bleib
6. Wohl deme, der fo fein ges in den Schrancken der unver⸗
dencket in Leiden, Truͤbſal, faͤlſchten Lieb und Treu, die al⸗
Augſt und Noth getreu zu blei⸗ le Tag und Stunde neu: ich
ben bis in Tod, wann er mit will in 1 Ihm dancken
Bitterkeit getraͤncket, wird er ohn einigs Wancken.
beſchencket:: 1 | |
7. Mit reichem Troftausfe 32.
ner Güte. O! ſelig wer deſſel⸗ M Ein Leben iſt dahin und
ben voll, der weiß recht, wie er Mad verſchwunden, drum
wandeln ſoll: beſitzet GOtt, hat ſuche ich nun eine andre Welt.
ſteten Friede in dem Gemuͤthe. Wohl mir! das wahre Gut iſt
8. Lobſinget GOtt mit Hertz nun gefunden, das ich ſchon |
und Munde, danckſaget Ihm lang zuvor mir hab erwaͤhlt.
ohn alle Maaß, geht freudig Wie froh bin ich auf meiner
fort die Friedens⸗Straaß: ge⸗ Fahrt, weil ich nun bin mit
denckt der Gnade in dem Buͤn⸗ Gott gepaart, Der nach ſo lan⸗
de zu aller Stund. gem Leid und Wehen mich
9. Er fuͤhret uns auf rechtem macht mit in fein Reich eingehe.
Wege der Wahrheit und Ge⸗ 2. Drum wird die Wa
9 .
ſchaft ſich ſelbſt belohnen, wan Grab die leere Duͤnſte, die nur
meine Reiſe nun wird ſeyn vol⸗ brauſen, und ſuchen GOtt im
lendt, und ich in Gottes Haus Schein von auſen. i
werd ewig wohnen, und aller 5. Mein Paradieß iſt GOtt
Schmertz und Leid wird ſeyn und reine Liebe, die mir beſtaͤn
zu End. Wie freuet ſich mein dig aus dem Hertzen quillt.
Hertz und Geiſt, weil ich bin Und weil die reine Quell nicht
aus mir ſelbſt gereißt, drum mehr wird trübe, ſo iſt auch al⸗
wart ich nur, bis kommt ge⸗ ler Zorn und Haß geſtillt. Wie
gangen, was mir wird ſtillen ſanfte laͤßt ſichs allda ruhn,
mein Verlangen. wo man ſonſt nichtes weiß zu
3. Ich bin zwar ſchon getroͤſt thun, als was Geduld und Lie⸗
52 f langes Aue weil mir be ſchaffen; wie ſanfte laͤßt ſichs
der füge Fried im Hertzen blüht, allda ſchlafen.
mein Geiſt iſt ſchon erloͤßt, fein 6. Drum Fan mein Hertz ſich
Ziel getroffen, um welches mich auch mit ſonſt nichts paaren,
ſo manche Jahr bemüht. weil es fo ſanft im Schoos der
Drum bin ich alles Troſtes voll, Liebe ruht: es laͤſſet allen Troſt
weil GOtt mir thut ſo innig und Schein⸗Werck fahren,
wohl, und weg genommen mei⸗ Trotz was ihm ſonſten ſchwaͤ⸗
ne Laſten, daß ich in Ihm kann chen kann den Muth. Ich wer⸗
ſuͤſe raſten. de nun nicht mehr verſtellt,
4. Wie muß zuletzt nicht al⸗ weil ich in einer andern Welt;
les anders werden, wann man wo alles andre gantz ver⸗
einmal das rechte Ziel erzeicht. ſchwunden, und ſtete Ruh in
Wie enden ſich nicht die ſo viel GOTT gefunden.
Beſchwerden, wo man in Treu
und Glauben nicht erweicht. 33.
Wie wird nicht alles ſtill und In Un fließt die Liebe ein und
ab, wo gantz berſencket in 85 8 aus, und reinigt a
3 ; ? er⸗
92.
Hertzens⸗Haus, daß ich geniefen einte Liebe zweyt, und laͤßt
kann der edlen Frucht vom Pa⸗ nicht in ſich gehen ein
radies, die machet alles Bittre 6. Die volle Liebes⸗Harmo⸗
ſuß zu gehen auf der rechten nie, wo alle Geiſter dort und
Bahn. | | bie zuſammen ftünen ein. Die
2. Wenn diefe Liebes⸗Winde Liebe zweyet nimermehr, und
wehn, dann muß der eitle Sinn kommen gleich der Stunmen
vergehn, der noch an anders mehr, muß es um fo viel befz
was ein Leben und Vergnuͤgen ſer ſeyn.
hat: es zeigt der volle Liebes⸗ 7. So lobet GOtt mit Hertz
Raht die rechte Lieb und Frie⸗ und Mund und Geiſt die Seel
dens⸗Straaß. zu aller Stund, die voll von
3. Wer ſo mit Liebe ange- Liebe iſt. Das Spiel muß all
füllt, daß aller Zorn und Haß zeit vor ſich gehn: fo lang die
geſtillt, der hat das beſte Ziel: Liebes⸗Winde wehn, muß
ſein Leben iſt vergnuͤgte Luft, ſchweigen aller Trug und Lift.
und aller falſche Heuchel⸗Wuſt r
ift ausgekehrt bey dieſem Spiel. IE a
4. Die Seele trincket Him⸗ Nin gehen die Geiſter ins
mels⸗Moſt, wilt du erraͤhten, Innere ein, und thun ſich
was vor Koſt da wird gemeſſen erlaben im Goͤttlichen Weſen:
ein? fo gehe hin, und 1 nur: u. laſſen dahinden den nichtigen
wo iſt die reine Liebes⸗Spur; Schein, wo nimmermehr kon⸗
du wirſt bald voll von Liebe te das Hertze geneſen. Nun
ſeyn. muͤſſen aufhoͤren die viele Ge⸗
5. Die wird dein gantzes dancken, die anders nichts koͤu⸗
Hertzens⸗Haus mit voller Tu⸗ nen, als hin und her wancken.
gend zierẽ aus, und nichts mehr 2. O Ruhe! wie ſchmeckeſt du
nehmen ein von dem vergiff⸗ denen ſo wohl, die lange ermu⸗
ten Haß und Neid, das die ver⸗ det in vielerley Sa Nu 1
9
ne nen
wird nicht das Hertze des Gu⸗
ten ſo voll, weil GOtt es nun
alles ſo herꝛlich thut machen.
Nun werden genoſſen in heili⸗
ger Stille viel innere Kraͤfte
aus Goͤttlicher Fuͤlle.
3. Es iſt nicht zu ſagen, was
himliſche Luſt man innigſt ges ten fo voll, die ſtetig
mieſet, wo Gott iſt gefuͤnden:
wenn ſtetiger Friede erfuͤllet die im Frieden,
u. alles ſonſt andre iſt bey der 1
Bruſt,
gantz uͤberwunden. Da muͤſſen
auf hoͤren die vielerley Weiſen,
wenn wir Ihn im inneren Hei⸗
ligthum preiſen.
4. Da ſtehen die Geiſter ohn
gleiſſenden Schein, u. bringen
die Gaben im reineſten Weſen:
die weil fie erſcheinen ſehr ſauber
und rein, fo koͤnnen fie alle im
Frieden geneſen, mit Dancken
und Loben u. kindlichem Lallen
erheben die Stimmen nach ſei⸗
nem Gefallen.
5. So werden fie alle von In⸗
neu erquickt in wahrem vergnuͤ⸗
gen und heiligem Schweigen:
der innere Teimpel ſteht herrlich
geſchmuͤckt, weñ alſo die Fruͤch⸗
ſe des Geiſtes ſich zeigen. Das
| M
der liebenden Flammen.
2
Leben vom Goͤttlichen Segen
und Fuͤlle erſencket die Geiſter
zur innigſten Stille.
6. O Liebe! wie thuſt du den
Deinen ſo wohl, die in dir ge⸗
funden das wahre Geneſen: wie
find nicht die Geiſter des Gu⸗
enieſen
dein reineſtes Weſen. Sie leben
in ſeligſter Stille,
inwendigen reichli⸗
chen Fuͤlle.
7. Das Feuer, ſo nimmer ver⸗
löͤſchet die Glut, muß ewig ohn
Ende mit ſtetem Aufſteigen er⸗
wecken den heiligen Goͤttlichen
Muth, mit Dancken u. Loben
ohn einiges Schweigen. So
wird GOTT geehret mit Gei⸗
ſtes⸗Geſaͤngen, wenn wir Ihm
die inneren Opfer darbringen.
8. Die ſtetig auf ſteigen vom
reinen Altar zum Stuhle der
Gnaden, in vollem Verſoͤhnen:
da wird erſt von innen u. auſen
recht wahr, was andre in For⸗
men u. Weiſen erthoͤnen. So
find ſie im inneren Tempel bey⸗
ſammen, u. brennen im Feuer
9. Diez
H.
—— er —
9. Dieweil wir nun alle ver⸗ nummehro IEſus Mutter heißt.
einigt da ſtehn, zu loben den 7. Die Zeit, wo unſer Glück er⸗
Herzen mit himmliſchen Weis ſcheint, iſt kommen, eh man es
fen u. zu Shin ins innere Hei⸗ vermeint: der Vater Hoffen ift
ligthum gehn mit Ehr u. An⸗ zu End, GOtt ſelbſten wird ein
baͤtung Ihn ſtetig zu preiſen. kleines Kind.
Drum werden wir bleiben und 6. So ruhet in der Jungfraun
ewig 1 9 u. werden auch Schoos gering und arm, O
mmer zum Tempel aus gehen. Wunder groß! der alle Welt zu
| nmaͤhren wuſt, ligt dem Geſchoͤpf
35. nun an der Bruſt.
Ser iſt die frohe Zeit er⸗ 7. Wie heimlich iſt der Weiß⸗
wacht, allwo der Vaͤter heit Raht, der dieſes fo beſchloſ⸗
Hoffnung lacht. Ein Jung⸗ ſen hat, geblieben bey der Welt
frau rein von Armut groß hat gericht, das uns zum Troſt auf⸗
nun das Kind in ihrem Schoos. gangen iſt.
2. Wohl dann du reine Him⸗ g. Weil Gott ſelbſt als ein
mels⸗Sonn, die du des keuſchen Kind erwacht, wird das ver⸗
Gottes Sohn in deinem Herz lorne wiederbracht: die GOtt
tzen ausgeboren, und funden, geweihte Jungfrau hat erfuͤllet
was fo lang verloren. Gottes Wunder⸗Raht.
3. Wie keuſch . 0 muß 9. GOtt Lob, wir ſingen dann
nicht ſeyn ein Leib, wo dieſe zugleich ein neues Lied in Got⸗
Sonn geht ein: denn da geht tes Reich. Wir ſind nun froh
alte gantz zerfällt, daran haben Theil.
4. Die Himmels= Ehör find 0 gal.
hoch erfreut, ſo bald die Jung⸗ 36. |
frau benedeyt. Die ſich zur UN iſt mein Glaubens⸗
auf ein neue Welt, wordurch die in dieſem Heil, weil wir auch
Magd ſelbſt GOTT anpreißt, N Weg vollendt, Een {
mein
JJ
mein Elend abgewendt, und Gnadẽ⸗Thuͤr: verlaßt die ſtren⸗
mich erquicket nach dem Streit: ge Herbigkeit: fo koͤnt in ru⸗
drum geh ich ein zur geen gend. 525 nach dem Streit.
2. Die se von harter Kalt 8. Seht an die Schmertzen,
und Froſt iſt hin, nun kommt Angſt und Noth, die ich erlit⸗
der reiche Troſt aus GOtt und ten vor dem Tod, eh daß das
feiner Guad und Huld, die aus⸗ fanfte Gnaden⸗Oehl, erquicken
geſoͤhnet meine Schuld. konte meine Seel.
3. Nun iſt die Seel in GOttes 9. Und mir mein Haupt da⸗
Hand, Der fie erloͤßt vom eit⸗ mit begoß, O reicher Troſt:
len Band, der vielen Muͤh und den ich genoß, der Bruder⸗Bal⸗
Tages⸗Laſt. Nun hat fie fun⸗ ſam trunge ein, und macht
den ihre Raſt. mein Hertze ruhig ſeyn.
4. Man traͤget mich zwar hin 10. Das ſanfte Oel gibt Lin⸗
ins Grab; doch hab ich eine derung, die Strengigfeit Ver⸗
beſſre Haab, als dieſes Bild der hinderung, daß dieſer Balſam
Sterblichkeit, zu hoffen in der nicht kann We ins Hertz, zu
Ewigkeit. heilen unſre Wehn.
5. Dem Leib iſt da ein Bett 11. Gewiß wer dieſes Wegs
bereit nach vieler Muͤh u. har⸗ verfehlt, der wird den Suͤn⸗
tem Streit: die Seel kann ru⸗ dern zu gezehlt: waͤr er auch
hen nun in Gott, nach ausge⸗ kommen an den Ort, wo man
ſtandner vieler Noth. hoͤrt unausſprechlich Wort.
6. Nun findt ſie ihre Frucht 12. Die Liebe hat Barmher⸗
der Saat, die fie hier ausge⸗ tzigkeit, die uns verſoͤhnt zur
ſtreuet hat in vieler Muͤh und boͤſen Zeit: die Langmuth iſt
ſo viel Fleiß; drum geht ſie ein von Gnad und Huld, und weiß
ins Paradeiß. von keiner Suͤnden⸗Schuld.
7 Gehabt euch wohl ihr Freun⸗ 13. Es wird ein unbarmher⸗
de hier! laufft nach der . Looß zur Letze e
| M 3 den
. i | — —
den Schoos: wer nicht Barm⸗ ſelber zu eigen erkoren, zum rei⸗
hertzigkeit gethan, und ſich ges neſten Wandel und Goͤttlichen
uͤbt auf dieſer Bahn. Leben, das Er uns hat ſelber
14. So kann erfahren wohl von Innen gegeben.
ein Knecht des HErꝛm, der ſon⸗ 4. Es muſſen nun Hertzen u.
ſten ſchlecht und recht: und doch Sinnen ſich freuen, die in ſich
verfehlet dieſe Spur, ſo muß genieſen das Goͤttlich Gedeyen:
er in die harte Cur. Und alſo mit neuer und Goͤkt⸗
15. Diß war mein Fehler in licher Liebe erwecket aus heilie
der Zeit, drum ich ſo einen har⸗ gem innigen Triebe. 5
ten Streit mußt gehen durch 5. Das neue Vermehren in⸗
in letzter Noth, bis ich erloͤſet wendiger Gaben thut wieder
von dem Tod. mit Goͤttlicher Fuͤlle uns laben:
| wir werden nun tiefer vereinet
37. zufamımen, weil Er uns thut
N Un kommen die Zeiten wieder aufs neue auflammen
verdoppelt gefloſſen, die 6. Mit himmliſcher Liebe zum
Gott ſich in feinem Raht ſel⸗ heiligen Leben, damit wir zu⸗
ber beſchloſſen:der Himmel er⸗ fammen die Wunder erheben,
höret die Erde nun wieder, und die Er uns erwieſen in Zeiten
machet erſchallen viel liebliche und Jahren, geholfen aus Noͤ⸗
Nieder. then und vielen Gefahren.
2. O Goͤttlichs Gedeyen! O 7. Drum kommen wir alle zus
himliſchs Verneuen! wir wol⸗ ſammen getreten, Ihn innigſt
len nun alle game uns freu⸗ zu loben mit Singen u. Baten:
en: wir wollen aufſteigen zum in tiefer Fußfaͤlliger Ehre uns
ſtetigen Loben, ob Suͤnde und beugen, und alſo die Andacht
Teufel und Hoͤlle ſchon toben. der a. anzeigen.
3. GOtt hat uns erneuet und 8. Wir werden aus heiligem
wiedergebohren, und Ihme ſich innigen Triebe aufs neue 125
. —
| 97.
wecket mit Goͤttlicher Liebe: I 3. Laß deine Zucht ewig die
um ewig uns nimmer einander Deinen bewahren, damit ſie be⸗
zu laſſen, vielmehro einander freyet von allen Gefahren der
noch feſter zu faſſen. vielen Geſchaͤfften in nichtigen
9. Die feurige Liebe und him⸗ Dingen, die öfters unſchuldige
liſche Sinnen die machen viel Hertzen bezwingen. |
innere Kräfte gewinnen: das 14. Laß deine vereinende Sal⸗
heilige Dencken von Goͤttlichen bungs⸗Kraft flieſen, und viele
Sachen kann unſere Hertzen in erneuete Kraͤfte genieſen: die
Liebe voll machen. hümmliſche Sinnen in reinen
10. O himmliſche Liebe! O Geberden die mache verſchwin⸗
inniges Weſen! wo Seelen in den die Freuden der Erden.
Goͤttlicher Liebe geneſen. O 15. Wann Liebe in Liebe zu⸗
heilige Eintracht der liebenden ſammen gefloſſen, ſo werden
Hertzen! die niuunermehr wei⸗ wir alle von innen begoſſen, u.
chen in Leiden u. Schmertzen. haben das wahre Vergnuͤgen
11. Was ſollen wir ſagen? gefunden, worin wir auf Ewig
wir haben empfunden, daß zuſammen verbunden. |
Gott ſich hat ſelber mit denen 16. Kein Jagen noch Klagen
verbunden: die alſo vereinet ohn wird jemals ge höret, allwo ſich
einigs Zerbrechen, und laſſen die himmli che Eintracht ver⸗
noch Suͤnde noch Hölle ſich mehret. Auf Seelen! erwecket
ſchwaͤchen. die ſterbende Glieder, u. opfert
12 Oswige Weisheit! die neuen erbohrne Ihm wieder.
du biſt es alleine, 17. Wir werden erlangen ein
die uns hat erbauet als eine Ge⸗ ewiges Leben, wann wir uns
meine: dann unſere Thorheit Shin alle zu eigen ergeben: kein
haͤtt nimmer gefunden, worin⸗ Tod noch Verderben wird über
nen wir alſo zuſammen ver⸗ uns kommen, dieweil wir ſind
bunden. GSieottss geheiligte 925 28 :
BR 18. Wit
*
28.
18. Wir wollen anhalten im
Wachen und Baͤten, und alſo
zerbrechen die fündliche Ketten:
wir wollen den Goͤttlichen Ei⸗
fer erwecken, und laſſen nichts
9 uns von Ihim abſchre⸗
A
durch alles Gehege, noch Teu⸗
fel, Welt, Sünde ſoll machen.
uns traͤge: der breite Weg blei⸗
be auf ewig verlaſſen, ſo koͤn⸗
nen wir wandeln die himmli⸗
ſche Straaſen.
20. Durch vieles Verlangen
und ernſtliches Sehnen kann
ertz und Gemuͤthe zu GOtt
ich gewoͤhnen: um an Ihm zu
bleiben in allerley Wehen, und
endlich mit Freuden zum Hin-
mel eingehen.
21. Wir wollen deswegen nun
nummer ermuͤden, bis daß wir
ſind voͤllig von alleim geſchie⸗
den: was finſter und dunckel
in Gleichheit der Erden: ſo wer⸗
den wir dortenverherꝛlichet
ben Em ſietigs Bert
22. Ein ſtetigs Verlangen
nach Liebe und Warheit, bringt
1.
19. Wir wollen durchbrechen
Hertzen und Seelen zur himm⸗
liſchen Klarheit: ſo werden be⸗
reitet die innige Seelen, die ein⸗
tzig alleine mit Gott ſich ver⸗
maͤhlen.
23. Wir wollen nun alle mit
Fache erwarten die Goͤttliche
rüchte im Paradies⸗Garten:
wenn himmliſche Tauen ſich
auf uns ergieſen, ſo thun wir
zuſamen in Liebe zerflieſen.
24. Die Goͤttliche Sonne bele⸗
bet die Glieder, erwecket Hertz
Seele und Sinn u. Gemuͤther:
die himmliſche Flammen mit
ihren Lieb⸗Strahlen thun unſe⸗
re Leiber u. Geiſter beinahlen.
Ir leben nun
4 5 * DIV wieder in voriger.
Gnade, da GOtt uns gefuͤhret
auf richtigem Pfade: der Weg
iſt getroffen, wir haben gefun⸗
den, worinnen wir ewig zu⸗
ſammen verbunden.
26. Was iſt es dann? das
uns hinfuͤhro wird zweyen, die⸗
weil wir nun ſind die vereinte
Getreuen: die manche Erdul⸗
dung in Leiden und Hoffen hat
endlich zur Letzte das ai x
| |
wm Du
troffen. b
27. Das wird uns nun blei⸗
ben, und nimmer entgehen, die⸗
weil wir nun alle zuſammen
beſtehen in Gottes ſelbſtaͤndi⸗
ger Wahrheit, daneben Ihn
ſtetig mit Hertzen und Sinnen
erheben.
28. Ihr Lieben Bewaͤhrten in
Treue und Wahrheit? wir ha⸗
ben gefunden die himmliſche
Klarheit Durch Dulden und
Leiden erwartet der Zeiten, die
Gott ſich beſtimmet und wol⸗
len bereiten.
29. Wir werden nun balde
die Kronen erlangen, worinnen
wir dorten mit ewiglich pran⸗
gen. O theure liebhabende
Seelen in allen! wir wollen
nun leben nach feinem Gefallẽ.
30. Weil unſere Hertzen im
Lieben zerfloſſen, drum wird
uns auch nichtes mehr koͤnnen
umſtoſen: die leidende Liebe er⸗
wirbet das Leben, wo andre
in vielen Gefaͤrden umſchwebẽ.
31. Die heilige Inbrunſt zum
Goͤttlichen Le
99.
theure Gemeinſchaft, die GOtt
uns geſchencket, am Brunnen
der Gnade u. Liebe getraͤncket.
2 O himmliſchs Ge⸗
3 1 deyen und Goͤtt⸗
lichs Verwalten! worinnen
wir alle bishero erhalten; daß
Treue und Treue ſich ewig ver⸗
bunden, und alſo das wahre
Vergnügen gefunden. 15
33. Das laßt uns bedencken
und nimmer vergeſſen, daß
Gott uns ſo wunderbar laſſen
geneſen: wo Deucken und Hof:
fen geſchienen verloren, da wur⸗
den wir alle zum Leben erkoren.
34. Die Treue muß bleiben u.
ewig beſtehen, wer alſo bewaͤh⸗
ret in Leiden und Wehen: die
Wunder des Hoͤchſten man da
kañ ableſen, wañ leidende See⸗
len in Liebe geneſen.
35. Was wird uns dann ſchei⸗
den von hümmliſcher Liebe ?
was wird uns auf loͤſen die
maͤchtige Triebe? was wird
uns die Bande der Liebes⸗
Macht ſchwaͤchen? noch Engel
| | ben erwecket ung, noch Thronen fie werden zer⸗
daß wir zuſam̃en erheben iu brechen, |
36, Wir
100.
36. Wir wollen nun ſchlieſen weil ſeine Zeit vorbey, da er
vondiebe zu ſagen, die Liebe ſoll gedruckt daͤrnieder : die ſchoͤne
ſelbſten die Sachen vortragen: Fruͤhlings⸗Sonn macht ſeine
das Leben, ſo GOtt uns von in⸗ Laſt verſchwinden, die rauhe
nen gegeben, wird ſolche ohn Zeit iſt hin, und bleibet gantz
Wort in den Wercken erhebẽ. dabinden.
37. Da wird es ſich zeigen in 2. So gruͤnt der edle Zweig der
heiligem Wandel, und reinen reinen Kirche wieder mit vielem
Gebärden. O herrlicher Han⸗ Segen aus, erneuet die Gemuͤ⸗
del! wann Seelen ſind worden, ther zur reinen Fruchtbarkeit in
was andre nur ſagen, und thun Gottes Haus b ſammen, da
es im Geiſte und Weſen vor⸗ fie gepflantzet ſtehn, init Bluͤth
tragen. und Fruͤchten prangen. 5
23. Das iſts auch, was GOtt 3. Viel Segen kroͤnet uns, viel
thut ſo ernſtlich verlangen an Heil muß uns bekleiden: die
liebende Geiſter, und ſelber will Hoffnung wird belohnt mit den
prangen mit ſeinem ſelbſtaͤndi⸗ Erquickungs⸗Zeiten. Obſchon
en Gottes⸗Gebaͤhren, da al⸗ die lange Nacht in kalten Win⸗
es ſonſt andre muß endlich ter⸗Tagen uns ſo gemeſſen ein,
auf hoͤren. daß es ſehr ſchwehr zu tragen:
39. Nun Amen, das Ende 4. So koͤnen wir doch nun von
hat endlich getroffen das, was beſſern Zeiten ſingen, weil un⸗
wir erwartet im Bulden u. Hof⸗ fer Glaubens⸗Baum thut neue
fen: dabey ſolls nun bleiben, Fruͤchte bringen: und weil wir
wir haben das Leben, das GOtt dann erhoͤht mit fo viel ſuͤſen
wird zu ewigen Zeiten erheben. Freuden; fo find vergeſſen gantz |
1088855 die harte Winter⸗Zeiten. u
e 5. O ſeliger Gewinn! in viel
Ml muß der painen⸗Baum Geduld erworben, da wir in ſo
(3
aufs neue gruͤnen wieder viel Drang oft ſchienen 9 er⸗
tor⸗
1
: 5 |
101.
ſtorben. Der reine Lebens⸗ſaft, ich von Ihm gnommen auf.
der im uns thut einflieſen, thut z. So hab ich ſteten Unter⸗
alle Bitterkeit und vieles Leid richt, wenn mirs an Huͤlf und
verſuſen. Kraft gebricht: zeigt Er mir,
3. So grünet unſer Zweig aus wie ich wandlen ſoll, und macht
7 1 a 5 mich Fried⸗und Freuden⸗voll.
Wurtzel aus, daß ihn wir im ich hin mu z
nichts umſtoſen. Der Segen ah 75 en A
von den Saft der uns wird ein⸗ fer Schatt: und meine Labſal
gemessen, macht uus piel Freu⸗ in dem Tod und Helfer in der
den⸗voll, weil alles Leid ver- groͤſten Noth.
geſſen. | nz |
J. Vas iſt dann beſſers wohl 5. Mein Lebens⸗Brod auf
als in Gd 4 92 meinem Weg, mein Forthelf,
man gepflantzet ein in ſeines wenn ich werde traͤg: und mei⸗
Gottes Garten; die Ernde ner Seelen Nahrungs⸗Tranck,
bringt den Lohn der vielen rau⸗ Erquickungs⸗Saft, wenn ich
hen Zeiten, und das verlangte bin kranck.
Gluͤck in jenen Ewigkeiten. 6. Du biſt mir worden wun⸗
3 derbar, wer darauf mercket,
- 39, fichet klar: daß Du der rechte
Nn ich im Frieden Helfer biſt bey deme, der verlag
fort, bis ich 91 ein zur ſen iſt.
Himeles⸗ fel, i auf ich ee
renn u. ſtehe fill, erwarte nur; „ i
was Ges Will 15 Ni wird mein Hertze wie⸗
2 So komm ich fort in ſchnel⸗ der wohl nach fo viel Leid
lerEil, wenn ich mich ſchon mit und Truͤbſals⸗Tagen, Gott
Gott verweil: das hindert macht mich Fried und Segens⸗
mich nicht in dem Lauff, weil voll nachdem ich ward ſehr hart
N 2. geſch la⸗
102.
geſchlagen. Ich geh nun wieder Ihme hat erwaͤhlt allhier, auf
meinen Gang, frag nichts nach dieſer gantzen Erden, daß ſie
jenen böfen Rotten, die mir au⸗ mit ſeinem Sohn vermaͤhlt, u.
thun viel Zwang und Drang, mit Jh fo vereinigt werden.
laß die Gortlofen immer ſpot⸗ Ich bin ergeben hin nach feinem
ten. Ich ſehe in dem Lauff, und Naht und Sinn, wie der es u⸗
mercke eben drauf, was noch zu⸗ ber mich beſchloſſen. Ich achte
letzt wird auf fie kommen, wan vor Gewinn, wann ich beladen
Gott wird ſeinen Sohn ſenden bin mit Creutz, und trag es un⸗
von ſeinein Thron, um zu erloͤ⸗ verdroſſen.
ſen ſeine Frommen. 4. Doch faͤllt mir hart der Ju⸗
2. Drum lebe ich in Hoffnung gend Hohn, der mich zur Letze
hin, trag gern und willig mei⸗ hat betroffen, u. wann ich nicht
ne Laſten, dort wird man ſehen, die Ehren⸗Kron in jener Welt
wer ich bin, wann ich gar fü dafür zu hoffen, fo waͤr ich bald
in Ruh werd raſten, und hin⸗ des Kummers ſatt, den ich er⸗
genomen wird mein Leid, das litten ſchon auf Erden, u. durch
ich in dieſer Welt getragen, und Ermuͤdung abgematt bey den
fd erlang die Seligkeit, da man fo mancherley Beſchwerden: ich
befreyt von allen Plagen, ſo klag es meinem GOtt, Der
hier auf dieſer Welt der Seelen alle meine Noth zur Letze noch
zugeſellt, wann ſie im Frieden wird von mir reiſſen. Drum
thaͤte wallen. Diß iſt nun mei⸗ will ich Ihm dafür auch ſchon
ne Freud, daß ich in dieſer Zeit im Leben hier Preiß, Lob, Ehr,
kan alſo meinem Ott gefallen. Ruhm und Danck erweiſen
3. Dan Er iſt ſelbſt mein Theil 5. Ich werde wohl mein Le⸗
und Lohn, Der es fo über mich ben lang an meines Gottes Lie⸗
beſchloſſen, daß ich auch tragen be halten, und will in allem
muß den Hohn, wie alle ſeine Zwang und Drang nur ſeine
Bunds⸗Genoſſen, die Er ſich Guͤte laſſen walten. Er er; |
dl,
wohl, was mir nutz und gut,
Fan meiner Sach am beſten ra⸗
then; obs ſchon oft ſchmertzlich
wehe thut: es helfen doch nichts
meine Thaten. Ich weiß ſonſt
nichts zu thun, als nur in Ihm
zu ruhn, und ſtehn bereit nach
ſeinem Willen, und warten in
Geduld, bis daß wird ſeine Huld
mir meinen Schmertz u. Jam⸗ U
mer ſtillen.
6. Und bleib ich Ihm fo zuge⸗
kehrt, ſo kan mir gantz kein Un⸗
gluͤck ſchaden, denn Er der Ar⸗
men Bitt erhoͤrt, die zu Ihm
ſchreyen hart beladen. Ich leb
auf das allein dahin, was mir
in jener Welt wird werden,
drum acht ich alles fuͤr Gewiñ,
wann ich allhier auf dieſer Er⸗
den mit Kummer, Angſt und
Müh beladen ſpath und früh,
weil ich in Hoffnung werd er⸗
langen die Freud und Ehren⸗
Kron mit JEſu Gottes Sohn,
dariũen ich werd ewig prangen.
7. Es iſt zwar meinem GOtt
bekant, was Leiden mich noch
oft umgeben, ſo daß ich auch in
ſolchem Stand oft 8
ger nicht zu leben ;
103.
doch wurd
mir, was mir nutz und gut, nur
in dem Leidens⸗Sinn erwor⸗
beu: obs auch ſchon ſchmertz⸗
lich wehe thut: beſſer ſo hier als
dort verdorbẽ. Der harte Eigen⸗
Sinn muß fallen gantz dahin:
ſo wird erworben Gottes Guͤ⸗
te, die ſich ſo den 'n anpreißt, die
in zu SOtt gereißt mit Geiſt,
Hertz, Seel, Sinn u. Gemüte.
8. Drum will ich leiden mei⸗
ne Noth, die mir iſt auferlegt
gu tragen, und waͤhrte es auch
is in Tod, weil dort wird df
den Truͤbſals⸗Tagen die Hoff⸗
nung ihre Erndte ſehn, wann
ich entbunden aller Laſten, und
vor GOtt werde freudig ſtehn,
gar ſanft in ſeiner Liebe raſten,
da meine Noth u. Pein zu lau⸗
ter Freuden⸗Wein, und gantz
vergeſſen aller Schmertzen, der
mich in dieſer Zeit in fo viel Weh
und Leid oft hat gekraͤnckt in
meinem Hertzen.
9. Drum ſey getroſt, O mei⸗
ne Seel! und laſſe deinen GOtt
nur walten, weil Er auch gantz
ohn allen Fehl dich hat ſo wun⸗
N 1 derbar
104,
derbar erhalten in ſo viel Drang bunden an das Creutz Imma⸗
und harter Noht, da du geſchie⸗ nuel, wo wird alles uͤberwun⸗
nen gantz verlaſſen, und muſteſt den, Welt und Teufel, Suͤnd
ſeyn der Voͤlcker Spott, die auf u. Holl: weil ſie gantz kein We⸗
dich drungen ohne Maaſen, dich ſen finden in der Abgeſchieden⸗
durch fo vielen Drang zu hin- heit, dann da muß ſich alles en⸗
dern in dem Gang, wo du nach den, was veraͤndern kann die
jener Welt thuſt wallen. Nun Zeit. |
hat dich GOtt gekroͤnt in Gnad 4. Alle eitle Muͤh u. Sorgen
und Huld verſoͤhnt, u. die Ver⸗ werden gantz zu nicht gemacht,
aͤchter ſind gefallen. GO TT giebt Raht auf jeden
et ! Morgen, ſorget ſelber Tag und
751 Nacht. O! da iſt ja groſer Frie⸗
O Du ſeligs einſambeben! da den, wo man aller Sorgen loß:
Jall das Geſchoͤpfe ſchweigt, gantz von allem abgeſchieden,
wer ſich GOtt ſo hat ergeben, und ſo ruht in Gottes Schoos.
daß er nimer von Ihm weicht, 5. Ach! es iſt nicht zu ermeſſen,
hat das beſte Ziel getroffen, u. was vor Ruh und Süfigfeit u.
kañ leben ohn Verdruß; Glau⸗ vor Frieden wird beſeſſen in der
ben, Dulden, Lieb und Hoffen Abgeſchiedenheit: Niemand
ſind gekommen zum Genuß. weiß davon zu ſagen, als wer
2. Andre Haan nun ſtoltziren kommen auf die Spur, daß er
in der eitlen Wohlluſt Freud: IEſu Creutz thut tragen in der
ich thu hier was beſſers ſpuren, Goͤttlichen Natur. 5
das verzehret keine Bel: Mei⸗ 6. Denn da wird das alte Le⸗
ne Luſt iſt nun gefallen auf das ben gantz in Chriſti Tod ver⸗
ewig⸗bleibend Gut: drum kann ſenckt: u. auf ewig hingegeben,
ich im Frieden wallen, weil es daß man ſein nicht mehr ge⸗
mir gelingen thut. denckt. Der iſt frey von allen
3. Denn hier werd ich recht ge- Laſten, ſo gefunden dieſe Bahn:
| 15 wo
105,
wo nichts mehr iſt zu betaſten, mit mir von Dir herſtammen,
das 5 Wld 91 kaun. halten mit das Abendmahl,
7. Hier fieht inan weit offen um zu eſſen von dem Brode,
ſtehen die ſo enge Lebens⸗Thuͤr: das erloͤſet von dem Tode, und
da ſonſt Niemand kan eingehen, auch trincken, Herr! dein Blut,
als wer feine Luſt⸗Begier abs das vergoſſen uns zu gut.
geſchieden von der Erden, und 3. Halle ſtets in deine Schran⸗
von aller Cregtur. Der kann cken deinen Saamen, groſer
eingelaffen werden, ſo gefunden Gott: laß ja nimmer von Dir
dieſe Spun. wancken, die erlöfet durch den
8. Odu ſcligs einſam Leben! Tod zu das Blut des Lans er⸗
da ſich ſelbſt der Schoͤpfer zeigt: kauffet, die mit Geiſt u. Kraft
und ſich da thut denen geben, getauffet: laſſe ſtehe HEr: bey
wo die Welt u. alles ſchweigt. Dir, dein zu bleiben dort u. hier.
Nun hab ich die Spur gefün⸗ 4 Olſo werden täglich fehallen
den, wo ſich endet aller Streit: Lieder aus dem innern Grund,
und inan wird mit GOtt vers Opfer, die Dir, GOtt, gefal⸗
bunden in der Zeit u. Ewigkeit. len: weil erfuͤllet Hertz u. Mund
| | mit dem reinen GOttes⸗Lebẽ,
i FINE , das Du felbft in uns gran,
O du tiefe GOttes⸗Liebe! durch des GeiſtesFeuers⸗ raft,
ließ in meine Seel hinein: der ein neues Leben ſchafft.
zünde an viel Liebes⸗Triebe, F. Und auch ferner noch darne⸗
daß mein Hertze keuſch und rein, ben durch die ſtarcke Liebes⸗
mit viel Eifer dir nachjage, mich Macht treibet an zum heil gen
als dir verlobet trage, daß dein Leben, daß Dir werd Lob, Ehr
ſuͤſer Lebeus⸗Saft gebe meiner gebracht: ſchencket auch gehei⸗
Seelen Kraft. me Kraͤfte, daß wir treiben dein
2. Bind auch feſt in dir zuſam⸗ Geſchaͤfte, die dein treuer Got⸗
men deine ſiebe heil ge Zahl: die tes⸗Raht weislich uns verord⸗
7 | Be net
net hat. feinem Weſen! O was groſe
o. Drum wird oft aufs neu be⸗ Vortreffrichkeiten komen aus
ſchloſſen, um zu bleiben Dir ge⸗ ſeiner Fuͤlle her.
treu, von uns, deinen Bunds⸗ 6. O wie tief iſt doch das un⸗
Genoſſen, bis wir dort mit Dir erſchoͤpfliche Meer Gottes und
aufs neu, und der lieben ſel gen ſeiner Liebe! f |
Schaar, ewiglich und imerdar 7. O wie wohl hat der gefun⸗
werden in dem Himmels⸗Saal den, der ſich drinnen verloren
halten mit das Abendmahl. hat! O wer will ausdencken!
43 was allda vor Tiefen gefunden
WERE werden? |
en Hefe Liebe Gottes! g. Wir verlieren alle Sinnen,
wie ſuß labeſt du deine und könnens nicht ausfagen,
Freunde? ee ma⸗ ob wir ſchon viel Ruͤhmens das
cheſt du dich deinen Lie haberne von machen.
2. Es iſt deiner Angenehm⸗ 9. Je tiefer, je tiefer wird die
heit und dem Genuß, der von Tiefe, je lieber, je lieber wird
dir konunt, nichts zu verglei⸗ die Klebe.
chen: du biſt über alles, und 10. Je mehr man ſein verlan⸗
zu allem herrlich, lieblich und get, jemehr man ſein begehret,
a „ je mehr man fein empfindet,
3. Drum wohl denen, die da je mehr will man ſein haben.
wohnen in deinem Hause, und 1. O was hat der vor ein tiefes
ſehen deine ſchoͤne Geſtalt. Meer gefunden, der fein Troͤpf⸗
4. Die werden gelabet und fein Ich u. Selb verlohren hat!
geſpeiſet mit deinen Gütern, 12. Er kann die Schaͤtze feiner
und genieſen das Gute ihres Reichthuͤmer nicht ermeſſen,
Gerten noch der Güter feines Erbes
| | Danck,
TON
Danck, und Ruhm jetzt und in im Leiden, gleich wie in den
Ewigkeit geſungen werden von Freuden, mich koͤnn laben füfig-
uns u. allen die Er hat fo reich lich, u. im Hertzen kuͤſſen dich.
begabet. 4. Laß mich nichtes von Dir
14. Hallelujah! das ſey der trennen, noch verhindern mei⸗
Stimen ſtetigs klingen. Heil, nen Lauff: ſolten es auch ſo zu
Ihn in alle, u. Ruhm werde nennen, die mit mir in gleichein
Ihm in alle, Ewigkeit. Lauff ringen, daß ſie deine, aber
| doch nicht reine in der Keuſchen
4 Liͤebes⸗Art, die ſich nur mit Lie⸗
Mein Taͤublein reiner be paart.
Liebe, laß mich deiner Au⸗ F. Alles muß ſich von mir tren⸗
gen Luſt bruͤnſtig ziehen, durch nen, was nicht reine Liebe hegt:
die Triebe reiner wohlluſt, dei⸗ waͤr es auch ſchon from zu nen⸗
ne Bruſt leg in meinen Mun⸗ nen, ſcheidets doch vom Him⸗
de, daß ich werd geſunde in der mels⸗Steg. Wenn in Keuſchen
reinen Gottes⸗Kraft, die dem Hertzen reine Lieb thut ſchertzen:
Hertzen Leben ſchafft. kann der Heuchel⸗Sinn nicht
2. Caß die Strome reiner viebe, ſtehn, ſondern muß von hinnen
die aus deiner Ungrund⸗See, gehn.
flieſen aus, daß nichts betrube 6. O! Wie will ich mir noch
meinen Geiſt in Leid und Weh: pflegen in der reinen Wohlluſt
Dir allſtets zu leben, gaͤutzlich See, wenn ich mich werd nie⸗
ſeyn ergeben, in der Keuſche Lie⸗ derlegen, und vergeſſen Leid u.
bes ⸗Luſt, fremder Buhlſchaft Weh: ganslich in den Armen
unbewußt. deiner Lieb erwarmen, ſtetig
3. Fuͤhre mich in deinen Gartẽ, trincken deine Bruſt, die mir
daß ich deiner Blumen⸗Zier, giebet Himmels⸗Luſt.
tauſendfacher vieler Arten, koͤn 7. Alles, alles will ich meiden,
genieſen mit Begier: daß ich ſo Fa beflecken will den Geiſt,
und
8
108.
u. auch gaͤntzlich mich abſche⸗ 11. Ales, was ich bin u. habe,
den, was auch oft unſchuldig brenne ſtets in reiner Brunſt:
gleißt: ſich vielmal verſtecket, u. niemal nichts zur Nahrung
zuletzt beflecket. In der Un⸗ habe fremder Kräfte, daß um⸗
ſchuld⸗ vollen Lieb find ich oft ſonſt ſey ihr an fich Ziehen, da⸗
vermiſchte Trieb. mit ſie ſich muͤhen mir zu rau⸗
8. Reine Taube keuſcher Sees ben meine Kraft, die ein wah⸗
len, die mit JEſu ſich gepaart:
und mit denen wilt vermaͤhlen,
die von deiner Liebe Art trun⸗
cken in dem Hertzen, weichen
nicht in Schmertzen, u. ſo gleich
in aller Pein gaͤntzlich Dir er⸗
geben ſeyn.
9. Laß mich ſtetig in Dir blei⸗
ben, und ſo gleich, in reiner
Brunft, gantz in Dich mich ein⸗
verleiben, alles andre ſey um⸗
ſonſt: was ſich Liebe nennet, u.
dich nicht erkennet, die von au⸗
res Weſen ſchafft.
12. Wann ich dann in reinem
Lieben deinen Gaͤngen folge
nach: fo kann mich kein Leid be⸗
truͤben, noch, was ſonſten trau⸗
ren macht. Dann in Liebe Her⸗
tzen heilet alle Schmertzen, in
der Lieb verwundet ſeyn, iſt ſo
viel als ſelig ſeyn.
13. O du Liebe meiner Liebe!
zeuch mich gantz in dich hinein:
was nicht geht aus reinem Trie⸗
be, laß in mir vergraben ſeyn.
fen nur im Schein gleiffend dir Du biſt doch die Meine, weil 11 7
bin der Deine, und genieß aus
10. Reiner Spiegel reiner Lie⸗ deiner Bruſt viele keuſche Lie⸗
ergeben ſeyn.
be, laß dein Bild auch in mir bes⸗Luſt.
ſehn, u. zerſtoͤr vermiſchte Trie⸗ 14. Ewig bleib ich dir verbun⸗ |
e, hell u. rein vor dir zu ſtehn: den, nichts ſoll ſtoͤren meine
daß in meinem Handel leucht Treu: in Dir hab ich Ruh ge⸗
ein reiner Wandel, u. ſo gleich funden, deine Lieb wird oͤfters
in allem Thun nur in deiner neu. Auch in bittern Schmer⸗
Liebe ruhn. tzen fuͤhlt man in dem aden
f
De
den geheimen Liebes⸗Sinn, der
nimint allen Kummer hin.
25. Tauche mich, in deinem
Namen, tief in deiner Gottheit⸗
See, damit alles Ja u. Ainen
unverruͤckt in Dir beſteh: daß,
zu deinen Ehren, man von mir
moͤg hoͤren Lob und Danck u.
Ruͤhmens viel, trotz dem, der
mirs wehren will. |
| 45.
O Suͤſer Fried! O edle Ruh!
wo man die Augen ſchlieſet
zu, der aͤuſern Sinen Sinnlich⸗
11 ” lang gehofft⸗erwuͤnſch⸗
ter Zeit.
2. Nun kommt die Seele zum
Genuß: die lang geführte ſtren⸗
ge Buß iſt ſanft durchs innre
Gnaden⸗Wort. Man gehet ein
zur auen) Pfort.
3. Was iſt denn wohl, das den
beſtegt, wo alles gantz zu Bo⸗
den liegt: was kann vergnuͤgen
in der Zeit, und lebt im Nun
der Ewigkeit. |
4. Wohl dem! der dis gefun⸗
den hat, nach dem geheimen
Gottes⸗Rath: der endlich alles
den
|
O 2.
109,
bringt zum Ziel, wie Er es ſel⸗
ber haben will. |
5. Die viele Bande find ent
zwey, man iſt von allem Kum⸗
mer frey: man kann nicht ſa⸗
gen den Genuß und Segens⸗
vollen Ueberfluß. .
6. O ſelige Vollkommenheit!
O lang gewuͤnſchte Seligkeit!
die mit ſo vielem Schmertz und
Muͤh ich hab gefüchet ſpat und
7. Da mir die Zeit oft wor⸗
lang, und oft muſt trauren
ear eng in ſo viel Muh und
bittrem Leid, und manchem
harten ſchwehren Streit.
8. Nun iſt gefunden, was ges
ſucht: die ſuͤß und innre Gei⸗
ſtes⸗Frucht wird nun geſamlet
in der Still bey der ſo reichen
Gnaden⸗Fuͤll.
9. Ich kann nicht ſagen, was
es iſt, das mir mein bittres Leid
verſuͤßt: ich muß vergeſſen, was
eh war in ſo viel Noth und viel
efahr. 9
10. Ich lebe nun, und weiß
nicht wie: mein Gutes kommt
nir ohne Muͤh ich Leide 9 5
un
#10,
und halte ſtill, wie GOtt es ſel⸗ DIE
ber machen will. Zn en: |
11. Der weiß wohl zu⸗ und abs Was herꝛliche Gänge fin⸗
deten, bleib ich nur ſo in Ihm / det man bey den jungen
beruhn, das Wehthun leiden in Schaf⸗Hürten Chriſti: wo das
der ftill bracht mich zum rech⸗ Lamm mit den Geſpielen und
ten End und Ziel. Jungfrauen im Reihen einher
12. Ich hab doch ein Werck geht. W
in mir zu ſchaffen, das ich nicht . Da treten die Soͤhne und
verlier? den edlen Stand von Töchter unſers Gottes im rei⸗
dem Genuß, der mir erworben neſten Schmuck einher, und la⸗
durch die Buß, ben ſich in ſuͤſer Stille.
13. Und viele Geiſtes⸗Engig⸗ 3. O was herꝛliches Gethoͤn
keit, in vieler Muͤh und hartem von Lob⸗und Freuden⸗Geſaͤn⸗
Streit: bis ich gekommen an die gen wird alsdan gehoͤret, wann
Thür, wo IEſus ruft: kommt die angenehme Hirten⸗Stimm
her zu mir: | ihres oberſten Koͤniges auf⸗
14. Ich bin der Weg zur wah⸗ wacht. h
ren Ruh, das eigne Thun int 4. O wie n die 170
immer zu: wer mich nur hoͤren tze Schaf 1 Chriſti ſo
kann bey Zeit, erlangt. die wahre ı reudenreic
m.
eich einher! wann das
Seligkeit. aͤmmlein ſie ſelbſt mit ſeinen
15. Dis iſt Nr in meinem Augen leitet.
Sin ich gab Ihm meinen Wil⸗ F. Da hoͤret man in ihrem Ge⸗
len hin: der hat gethan, was hen viel liebliche Lieder von der
ich begehrt, und mir die wahre Huldreichen Gunſt ihres treuen
Ruh beſchehrt. Hirten⸗Stimm. N
No) (e 7 6. Die Strome und Baͤche
| u von dem Waſſer, das aus de
Stul Gottes flieſet, machet ge⸗
= ſund
>
IT 9 * a
III,
fund u. fruchtbar die reine Wei⸗ Er ihr Hirt: find fie ſeine Braut,
de der Schaf⸗Huͤrde Chiſti und fo iſt Er ihr Braͤutigam.
des Laͤmmeleins. 14. So komet da, ihr Söhne
7. Da ſelbſt flieſen auch Waſ⸗ und Töchter der Jungfraͤuen,
fer und Brunnen von den Ber⸗ wir wollen unſerm Lamm nach
gen herab, und befeuchten und gehen, weil wir ſeines Geiſtes
waͤſſern daſſelbe gantze Land. Erſtlinge ſind. |
3.Owasvor gnadige Rege fal⸗ 15. Wir ſehen der Könige
len daſelbſt auf das duͤrꝛe Erd⸗ Toͤchter prangen im goͤldenen
reich von den ſanften Winden Stuck, und Kraͤntze tragen in
und Sauſen des Geiſtes. der ſchoͤnen neuen Welt.
9. O wie wohl und herꝛlich iſt 16. Auf dem Berge Zion iſt
der Gang dieſer reinen Schaf⸗ die Zahl der Hundert und vier
Huͤrden Chriſti, wan man ſie an und viertzig Tauſend, die den
dem Strom des Lebens wan⸗ Namen des Vaters an ihren
deln ſteht. Stirnen tragen |
20. Da ſiehet man lagern die 17. Dieſe finds, die den Trit⸗
Jungfrauen des Lammes auf ten des reinen Lames hier uach
ruͤnen Weiden, und im Thal gangen: diefe ſinds, die ihr Bett
ich hertzen in der Liebe ihres nicht beſudelt haben.
Braͤutigams. 18. Darum ſind ſie unſtraͤff⸗
11. Da iſt die Heerde Chriſti lich vor dem Stuhl Gottes und
Braut und Jungfrau worden: des Lammes, dieweil ſie ihre
und erfreuet ſich in des Braͤu⸗ Leiber und Geiſter rein ohne
tigams ſchoͤnen Geſtalt. Flecken und ohne Mackel be⸗
Iz. Was iſt Biene vor ein wahret. e
Wunder über alle Wunder, 19. O wie erfreuẽ ſich die Eng⸗
wenn die Schafe ſich mit dem liſche Thronen, Herꝛſchaften u.
Hirten vermaͤhlen? Gewalten über der Herꝛlichkeit
13. Sind fie feine Heerde, ſo iſt der reinen Braut u des Braͤu⸗
Ki | O 3. tigams,
41 2.
tigams. i
20. Dann ſie ſinget und ſpielet
ſchoͤn von dem herꝛlichen Sieg
des Lamms mit Harfen an dem
glaͤſern Meer: und breitet aus
die groſen Wunder Gottes und
des Lamms.
21. O wie wird alsdann der
Tau Gottes in der neuen Welt
ſich ſo weit ausbreiten, und die
Kirche Gottes und Braut des
Lamms ſo fruchtbar machen.
22. Dann wird ſich das heili⸗
ge Geſchlecht vermehren in die
viel tauſend mal Tauſende, und
wird die neue Erde erfüllen mit
dem Saamen der Erſtlingen.
23. Als dann ruhet die Braut
mit ihrem Braͤutigam in der
allerꝛeinſten Kammer und ge⸗
nieſet die Fruͤchte und den Lohn
von ihrer Arbeit.
24. Das iſt das Loos des Ge⸗
ſchlechts von dem Saamen der
reinen Jungfrauen⸗Zahl, die
das Lamm ſich auserkauffet
mit ſeinem Blut aus den Ge⸗
ſchlechten und Sprachen der
Menſchen⸗Kinder.
25. Lobet unſerncß OT T/alle
3
*
feine Knechte beyde klein und
groß die Ihn fuͤrchten. Amen
Halleluja.
Ehre ſey GOTT.
47.
O was vor verborgne Kraͤf⸗
von der Welt Geſchaͤffte: wo
man alles uͤber geben, mit GG Ott
lebt an Ihm klebt in dem gan⸗
tzen Leben.
2. Wer in ſeiner ſtillen Kam⸗
mer in Ihm ruht, ſonſt nichts
thut, der iſt frey von Jammer:
dann da wird oft eingemeſſen
aus dem Saft wahrer Kraft,
und dem wahren Weſen.
3. Niemand kann es hier aus⸗
ſagen, was ein Seel in der Still
thut im Hertzen tragen: die ge⸗
halten aus die Proben, durch
viel Leid zubereit, ihren GOtt
zu Loben.
4. Kaum kan fie ein Frommer
te flieſen ein, wo man rein
kennen, dieweil die meiſtens hie
ihre Zeit zubringen in des
ſches Vorgehege, da man
wird erkalt auf dem Glaubens⸗
Wege.
a
. 5. Aber, >
=sr
D r
113.
5. Aber, die hinein gegangen 10. Auch iſt ihn n zum Erbe
in den Ort, da man Wort kann worden ein groß Theil, GOtt
von Gott erlangen: muͤſſen ſich ihr Heil hat mit Eydes⸗worten
gantz rein enthalten aller Ding, Sich zu eigen ihn n verfprochen,
wann fie ſtehn, und ihr Amt dieſes wird Er, mein Hirt, hal⸗
verwalten. ten unverbrochen.
6. Und wann fie des Altars 11. Drum will ich auch frey
pflegen, daß ſie GOtt ihre Noht bekennen, das Er mein, und ich
und des Volcks vorlegen: thun fein, niemand ſoll uns trennen.
fie Unterꝛicht empfangen, ſo das Thut die Welt mich ſchon zer⸗
ſie ſpat u. früͤh bleiben an Ihm tretten in den Koth, ſo wird
hangen. a Gott mich daraus erꝛeten.
7. Wann das Rauchfaß ſie in 12. Alles leiden, alle Plagen,
Haͤnden, das fie ſtehn, vor Gott will ich gern meinem HEren
flehn: ſo thut Er ſich wenden, u. gantz getroſt nachtragen: Er
zuͤndt an ihr Opfer⸗Gaben, die wird au dem frohen Morgen ſei⸗
ſie rein, ohne Schein, zuberei⸗ nem Knecht ſchaffen Recht,
tet haben. drum laß ich Ihn ſorgen.
8. O was vor ein Goͤttlich Le⸗ 13. Dann ein Seel, die ſich er⸗
ben haben die, ſo ſich hie Gott geben, daß ſie G Ott bis in Tod
zu eigen geben! in dein Inner⸗ kann zu Ehren leben: wird al⸗
ſten zu bleiben, und zum Haus hier Schalt verſchohen, Spott
nicht gehn aus, GOttes Werck und Hohn iſt ihr Lohn, und viel
fort treiben. Leidens⸗Proben. 15
9. Dieſe ſind ſelbſt GOttes ei⸗ 14. Wer die Welt mit ihren
gen, drum thun fie ſchon allhie Schaͤtzen hier verlacht, wird ver⸗
ſeinen Raht anzeigen auch dem acht: doch kann nichts verletzen
übrigen Geſchlechte, das da haͤlt den in Gott ergebnen Willen,
vor der Welt ihres Gottes der bereit jeder zeit, ſelben zu
Rechte. erfüllen, 19
15. Alles
b.
15. Alles Dencken, alles Dich⸗ vor Ihm ſtehet. Ä
ten iſt gemein und nur Schein: 20. Hat das befte Theil und
was die thun verzichten, fo der Erbe, weder Noth noch der Tod
Huͤtten Dinſt nur pflegen, er⸗ kann ihn mehr verderben: er iſt
ben nicht, was verſpricht GOtt durch den Vorhang gangen,
vor reichen Segen traͤgt davon eine Cron, wird
16. Denen, ſo hinein gegan⸗ drinn ewig prangen.
gen, wo man wacht, Tag und
Nacht nur an GOtt zu hangen: 48. g
und dem innern Altar dienet, Was wird das ſeyn! wen
mit Gebaͤt an der Staͤtt, wo V ich gangen ein zu den ſtil⸗
wird aus geſoͤhnet len Salems⸗- Pforten, da der
17. Das, was man auch nicht Frieden aller Orten über mir
thut dencken, und doch oft, eh wird ſeyn, wenn ich gangen ein.
mans hofft, Hertz und Geiſt 2. Sicherheit und Ruh wird
thut kraͤncken. Drum muß als ſeyn immer zu: da die Zions⸗
les ſtille ſchweigen, wann fie Bürger wohnen, thut GOtt
ſtehn, vor GOtt flehn, ſich vor uͤber ihnen thronen: Darum
ihme beugen. i muß die Ruh bleiben immer zu.
18. Alles liegt zu ihren Fuͤſen, 3. Denen noch gefaͤllt dieſe
ſolts auch ſein Schmertz und Luſt der Welt, erben nichts von
Pein, weil fie GOtt genieſen; denen Gaben, fo die Hinmelg=
ja! ihr Glück wird. ewig waͤh⸗ Bürger haben: weil ſie ſich er⸗
ren in der Stadt, die ſich hat wählt dieſe Luft der Welt.
Gott erbaut zu Ehren. J. Aber denen, die mit viel
19. O du Nazaraͤer⸗Leben, Angſt und Muͤh ihre Saat hier
wer dich hat in der That, und aus geſpreitet, iſt die wahre
ſich gantz hingeben! nimer aus Ruh breitet: weil ſie ſuchten die
dem Tempel gehet, vor GOtt mit viel Angſt und Müh. 2
wacht Tag und Nacht, ewig 5. Auserwaͤ cee, W
| ber
|
ſchon oft geſchicht, daß du muſt durch fein maͤchtigs Sprechen
te bey dem Recht deines GOt⸗ nicht. ;
tes hier auf Erden: es wird dir rr. Traue du nur GOTT, Er
dein Theil ſchon werden. Sey wird deine Noth und dein Leid
nur ſchlecht und recht, auser⸗ zergehen laſſen, und dich in die
waͤhlt Geſchlecht. Arme faſſen: helffen aus der
6. Aber jenem Hauf (mercke Noth, darum traue Gott.
eben drauf die das Unrecht in 12. Denn Er weiß gar wohl,
ſich ſauffen, und der eitlen Luſt wie er dir thun ſoll, dich zur Se⸗
nachlauffen: folget bald darauf ligkeit bereiten, drum laß dich
ihre Qugal mit Hauf. nur von Ihm leiten: denn Er
7. Zions kleine Heerd ein weiß gar wol, wie Er dir thun
noch viel Beſchwerd hier auf ih⸗ ſoll. |
rer Pilger⸗Straaſẽ, aber Ott 13. Häfteft du den Stand
kaũ ſie nicht laſſen: dann ſo wird ſelbſt in deiner Hand, wo du
bewaͤhrt Zions kleine Heerd. meinteſt wol zu fahrẽ du braͤchſt
8. Geh nur immer fort, folge dich ſelbſt in Gefahren: darum
ſeinem Wort, das Er ſelbſt in muß dein Stand ſeyn in GOt⸗
dir thut ſprechen, Er wird ſchon tes Hand.
die Feinde raͤchen. Geh nur im⸗ 14. Beug nur deinen Sinn
a
mer fort, traue feinem Wort. Ihm zun Süfen hin Er weiß
9. Wie kanns anders ſeyn? ſchon in allen Sachen etwas
wilt du gehẽ ein in die ſtille Ru⸗ guts daraus zu machen: da⸗
he⸗Kammer, wo vergeſſen aller rum gib Ihm hin deinen gan⸗
ammer: ſo muſt du erſt drein; tzen Sinn.
wie kanns anders ſeyn. 15. Gehts zur Hoͤllen⸗Pfont,
10. Zage du nur nicht, weis halt dich an fein Wört, Er kan
im Leid zerrinnen, und am aller Hoͤllen Macht zerbrechen:
Kummer⸗Faden inne: GOtt daß mit einem Wort weicht der
hats ſo gericht, darum zage N Pfort. ö 5 5
* 1 5
TT6,. 4
16. O was groſe Freud fol⸗ und Schuld: Drum muͤſſe nun
get nach dem Leid! O was ſuͤſe fo fort Dir alles ſeyn ergeben,
Himn els⸗Wonne! O was vor was Dir nur wohl gefallt in
ein voller Lohne folget nach dem ihrem gantzen Leben. Ä
Leid! O was grofe Freud. 4. Damit fie deiner Zucht in
17. Ich bin darum ſtill ruh treuer Liebes⸗Pflicht ergeben,
in Gottes Will: es wird mir und ſo gantz zu deinem Dinſt⸗
mein Theil ſchon werden nach gericht: und alſo nur allein nach
dem Leiden und Beſchwerden: deinem Willen leben, auch in
ch bin darum ſtill, ruh in der ſchaͤrffſten Zucht dir bleibẽ
Gottes Will. ſtets ergeben.
| | 5. Bis deine Liebes⸗Hand ſie
5755 voll bereitet aus, und alſo brin⸗
O Weisheit! fahre fort mit gen wirft in ihres Vatters⸗
deiner e Zucht bey Haus: da dann der frohe Tag
deinen Kindern hier die oͤfters ſte machen wird vergeſſen der
lang geſucht mit Sorg u. gro⸗ duͤrren Thraͤnen⸗Saat, da oͤf⸗
ſer Muͤh und mancherley Ge⸗ ters ſie geſeſſen.
fahren den Weg zum fahne 6. In Kummer und Be⸗
thum bis daß fie einſt erfahren: ſchwerd und mancherley Ges
2. Wie deine groſe Lieb ſo fahren, da ſie gedrückt, geklemt
treulich Sorge trägt, da ſte und ſehr gedranget waren: u.
nicht mehr bezwang, was ſich weil fie dann in Dir die wah⸗
im Hertzen 55 vom alten re Ruh e ſo iſt die
e Graͤul, ſamt vieler Trauer⸗Saat auf ewig hin ver⸗
eitlen Luſt / die dir zuwider ſind, ſchwunden. .
und gaͤntzlich unbewuſt. |
3:9 reine Hinnnels⸗ Lieb D/ S 2 00 20
treue Gottes⸗Huld! weil du ge⸗ O Wie wohl und herꝛlich iſt
ſoͤhnet aus der Deinen Sind dein Gang, du te,
2 Se? Koͤni⸗
“
— — — — une
eines grüne Feldes: deine Heer⸗ und Froſt iſt voruͤber: jetzt ſehen
de gehet daſelbſt einher u. wei⸗ wir das rechte Leben.
det ſich. 10. Die Braut iſt nicht mehr
4. Da lagern ſich die Jung⸗ allein, ſie traͤget nicht mehr ihrẽ
frauen des Lammes : an der eigenen, ſondern den Schmuck
Seiten des Stroms iſt Holtz deſſen, der in fie verliebet iſt.
des Lebens, u. die reine Traͤncke 11. Sie ſtehet nun zur Rech⸗
machetfie fruchtbar auf der ten des Hirten u. des Koͤniges,
Ebene. | welcher Schmuck ift Heiligkeit
5. Sie tragen Zwillinge: auf und ihre Zierde reine Liebe.
der Hoͤhe und Bergen breiten 12. Wer iſt dann die, ſo als
ſich ihre Aeſte und Zweige aus, die Sonne leuchtet, und die, ſo
u. ihr Geruch dienet den Maͤgdẽ. als die Sterne Blincken: das
6. Dort kommen die Toͤchter liebe Volck, das liebe Geſchlecht.
meiner Mutter, u. der Aufgang 13. Sagets nach! machets
der Morgen⸗roͤthe bringet feine kund in der Naͤhe, breitets aus
Kinder mit herbey. in der Ferne: wer haͤts gedacht,
J. Ihr Toͤchter u. Geſpielen! wer haͤtsgemeint, daß des Hirtẽ
ſehets und vernehmets, u. ihr Stimm der Könige und der Koͤ⸗
Jungfrauen merckets, u. ſehet nigen tochter Schmuck bereitet.
kure Brüder von Ferne komen. 14. Sie regt höher, ſie gehet
8, e auf, eee 5
2; Blu⸗
verheiſſen. |
17. Da muß blühen feine Kro⸗
ne, das lieb: Volck, das liebe
Geſchlecht, das ſo geſchmuͤcket
einher geht in ſeiner Kraft.
18. Sie tretten auf höhere
Stuffen, u. folgen dem Gang
ſeiner Mutter, und haben ihre
Freude an der Tochter inwendi⸗
gem Schmuck. 5
19. Sie ſind erhoͤhet in ſeiner
Ehre und frolocken in ſeinem
Sieg. Die Verachtete iſt ge⸗
kroͤnet, u. die Krone der Fremdẽ
ligt zu boden. m
20. O wie herzlich und lieblich
iſt dein Gang! und O wie an⸗
genehm und holdſelig iſt deine
Geſtalt! .
51.
O Wo iſt mein Braͤut gam
beſter Freund? hat Er aufge⸗
hört zu lieben die, wo es fo hertz⸗
lich meynt? feine Thore find
verſchloſſen, ö
net nicht: tauſend Thraͤnen mich
blieben, meiner Seelen
ſeine Sonne ſchei⸗
begoſſen, daß mir Zeit u. Kraft
zerbricht.
2. Seine Sorge laͤßt 5 |
ae
lein, daß ich in ſo viel Gefahren
ren fuͤr mich, und laͤßt mi
meynt, ich werd nicht ſicher ſeyn
*
d
*
von den Feinden, die umgaben
meine Seele
ich umſah nach dem Leben, das
zuvor erquicket mich.
3. Aber da war nichts zu fin⸗
Es. | den,
a 4
*
aͤngſtiglich, daß
N
| 119,
den, das der Seelen Nahrung 3. Die Weisheit pruͤfet ihre
war. O ich arm⸗gejagte Hindin Kinder, legt ihnen Band und
goſſe faſt ein Thraͤnen⸗Meer! Feſſel an: halt fie in Eng als
weil ich ſahe mich umgeben mit warn ſte Suͤnder, daß ſie nicht
des Feindes Grimmen⸗Wuth, weichen von der Bahn. So
daß ich dacht: wie kann ich le⸗ wird die Liebe oft probieret,
ben? weil der Streit ging bis ob ſie auch lauter keuſch und
aufs Blut. | rein, damit man fich nicht ſelbſt
fi | verfuͤhret durch falſchen Trug
N am uud Heuchel⸗Schein.
ER aller kenſch⸗verlieb⸗ 4. Die reine Jungfrau kann
Y ten Seelen, ich hab erblicket uicht leiden, daͤß ihr ein Andre
deinen Schein, drum will ich an der Seit: drum muß man
mich mit dir vermahlen, da⸗ ſich von allem ſcheiden, ch fie
mit ich bleibe keuſch und rein, das keuſche Bett bereit, wo
von aller fremden Liebe Kraͤf⸗ man kann reiner Liebe pflegen
te, die oft bethoͤret meinen Sin, mit ihr im keuſchen Jungfraun
und durch ihr zaubriſche Ge⸗ Sinn. Wer ſich kann in diß
ſchaͤffte mir meine Kraft ge⸗ Bette legen, der iſt befreyt von
nommen hin. Adams⸗Sinn.
2 Ich will mich nun aufs 5. Und thaͤte fie nicht ſelber
neu verbinden, dir, meiner Lieb, wachen, ihr Bett das wuͤrd
getreu zu ſeyn: ich weiß, ich nicht bleiben rein: weil ſo viel
werd noch uͤberwinden, und ko⸗ andre Neben ⸗Sachen, die oft
ſtets auch ſchon Schmertz und auch einen keuſchen Schein, u.
Pein. Die Liebe muß ja et⸗ doch im Grund nur truͤglich
was haben, woran ſie ihre Treu gleiſſen, daß ſchon verfuͤhret
verſucht: ſie ruhet gantz in kei⸗ manches Hertz. Wann ſich
nen Gaben, haͤlt Probe in der das Fleiſch ſchon thut anprei⸗
ſchaͤrfſten Zucht. p wird man belohnt mit bit⸗
| 31 term
120.
term Schmertz. us 9. Sie ſteht mir bey in allen
6. Wie iſt die Weisheit ſo Proben, thut Mutter⸗Recht,
verborgen oft ihren liebſten und pfleget mein, drum bleib
Kindern hier: doch laͤſſet man ich ihr in Lieb gewogen, weil
fie ſelber ſorgen, ſo giebt ſie ei⸗ fie mir Alles iſt allein: und
ne offne Thur zu gehen ein in thut vor mich ſtets Sorge tra⸗
ihre Kammer, da fie eröffnet gen, daß nichts bethoͤre meine
ihren Schatz, und macht ver⸗ Sinn, drum kann ich es wohl
geſſen allen Jammer, weil da 1 fie wagen, daß ich ihr gebe
der Seelen Ruhe⸗Platz. Alles hin.
7. Ich weiß, es wird mir 10. Sie ha ja lang um mich
wohl noch werden, was mir geworben, bis ſie erfahren, daß
verſprochen hat ihr Mund: ich treu: ſonſt wäre ich wohl
wenn ich nur alles, was auf Er⸗ gar verdorben, wann ſie mir
den, verlaffe in dem tiefſten nicht geſtanden bey wider die
Grund, ſo wird ſich dieſe Spur mancherley Geſchaͤffte, die ſich
ſchon finden, daß ich werd ruhn verliebt in meinen Sinn, und
in ihrem Schooß. Da will ich durch der falſchen Liebe Kraͤfte
mich mit ihr verbinden, ſo werd oft meine Kraft genomen hin.
ich aller Sorgen loß. 11. Ich bin verliebt, ich kans
8. Denn fie mir einen Eid ges nicht haͤlen, O reine keuſche
ſchworen, der wird gebrochen Himmels⸗Braut l ich will von
nimmermehr: da ich ſie mir deiner Lieb erzehlen, die ſich mit
hab auserkoren, zu folgen ih⸗ mir im Geiſt vertraut: denn
rer reinen Lehr. Sie thut mir deine Treu hat mich bewogen,
ihre Zuſag halten, die ihr ge⸗ daß ich dir gebe alles hin; du |
gangen aus dem Mund: laͤßt haſt mich gantz in dich gezogen,
mich im Lieben nicht erkalten, und hingenom̃en meinen Sinn. 1
wenn ſchon der Schmertz mein 12. Du reiner unbefleckter
Hertz verwundt. Spiegel, laß hertzen mich an
f | deiner
N
5
FZ T.
deiner Bruſt, und drück mir auf Gnaden⸗Fuͤlle. Dring ins Süre
das volle Siegel, daß ich mit ein, Seele ſchließ dich ein.
voller Liebes⸗Luſt dich koͤnn ge- 2. So erlangeſt du die verlang⸗
nieſen ohne Maaße, weil ich in te Ruh, die dir in ſo viel Be⸗
dich verliebet bin, und ſonſten ſchwerden nicht zu deinem Theil
alles fahren laſſe, was dir nicht kont werden. In dem ſtillen
iſt nach deinem Sinn. Nu wohnt die wahre Ruh.
13. Denn deine Treu, die mich 3. Dann dein vieler Schmerk,
bewogen, u. mich erhalten wun⸗ ſo gekraͤnckt dein Hertz, iſt nun
derbar, da ich von freinder Lieb gantz hinweg genommen, daß
gezogen, mich hat erꝛettet aus du zum Geneſen kommen: weil
Gefahr: u. machte allen Schein ohn allen Schmertz nun erquickt
zu nichte, der ſich verkleidet in dein Hertz.
dein Licht, die hielte in mir das 4: Wie iſt mir fo wohl, wenn
Gewichte, daß ich blieb ſtehen ichs ſagen ſoll, ich kans nicht vor
aufgericht. Liebe nennen, was in mir vor
14. Drum ſoll der Schluß nun Brunſt thut brennen Wenn
ewig ſtehen, daß ich verbunden ich ſagen ſoll: ich bin Liebe voll.
bin mit dir: ſolt ich etwa nach F. Der Genuß in Gott hilft
andern ſehen, fo halt du wache aus aller Noth. Es kans Mie⸗
an der Thuͤr, daß keine fremde mand gnug erheben, was da
ſich einſchleiche, und dir einneh⸗ wird ins Hertz gegeben: wo
me deinen Platz. Haͤltſt du mich man in der Noth bleibet feſt an
feft, daß ich nicht weiche, fo blei⸗ GOtt. !
beſt du mein ſchoͤnſter Schatz. 6. Dann die innre Still reichet
er | dar die Süull, wo ſich Seel und
ern Geiſt kann laben. O was füge
| Sele ſchließ dich ein dring Himmels⸗Gaben fliefen in der
ins inure ein, wo die an⸗ Fuͤll ein in füfer Still.
genehme Stille, und ſo reiche 7. Man geht ein und iii in
m
kein.
A
122.
dem Friedens⸗Haus, nimmer dabey im Hertzeu ſpuͤhren, daß
nimmer kann es fehlen: man in allen Wehn du wirſt ewig
kan es nicht gnug erzehlen, was ſtehn.
das Friedens⸗Haus theilt vor 13. Angenehme Still, O du
Segen aus. | reiche Full! wo man kommen
8. Alles wird verheert, was zum Geneſen und dem wahren
den Frieden ſtoͤrt: alles, alles innern Weſenz O du reiche Füͤlll
muß vergehen, was in Gott halt mich in der Still. u,
nicht kann beſtehen, u. in Ihm 14. Damit ich in dir bleibe für
bewaͤhrt, alles wird zerſtoͤrt. und fuͤr. O du ohn⸗unendlichs
9. Ein Beſtaͤndigs Lob in der Leben! laß mich dir fo ſeyn erge⸗
Leidens⸗Prob muß in dieſem ben, daß du meine Zier bleibeſt
Grund aufſteigen, und deſſel⸗ für und für.
ben Fruͤchte zeigen: weil die Lei⸗ 15. Nimmer gehn hinaus in
deus⸗Prob bringt ein ſtetigs das Welt⸗Gebrauß: ſondern
b. ewig bleibe wohnen, wo der
10. O du ſuͤſe Frucht! durch die Friedens⸗Geiſt thut thronen,
Geiſtes⸗Zucht in der Creutzes⸗ in das Welt⸗Gebrauß nimmer
Schul erworbe, de zer Sünde each gehn hinaus.
n 8 1 füfe Frucht! O du 1
arfe Zucht! 5 5
r. Darum schließ dich ein, oe Ereinte Lieb! laß mich in
Seele, halt dich rein, weiche O dir zergehen, und bringe
nimmer von der Staͤtte, da das mich von aller Vielheit ab, daß
ſanfte Ruhe⸗Bette: dring ins ich in mir kein fremdes Leben
Innre ein, halt dich keuſch und hab: bring mich aus mir, laß
in. e mich in dir beſtehen: zeuch mich
121 Dann ſo kanſt du ſtehn aus mir in dich, den Weſen,
auch in allen Wehen, und wird hin, daß mein Verlangen voller
dich kein Leid mehr ruͤhren: und Luſt⸗Gewinn. | 550 g
I 5 2. Mein
8
2. Mein Leben ift, O Lieb! man zu End ir auf derselben
ohn dich verkehret, nimmt Auf
enthalt in Dingen, die nicht
rein, und weidet ſich in falſcher
Luͤſte Schein: ſo daß dein Spiel
ſehr oft in mir zerſtoͤret, und
alſo deiner reinen Liebe Kraft
verſchwindet und in mir wird
weg gerafft. | |
3. O Lieb! wie ſchmachten
meine innre Kraͤfte u. ſtrecken
ſich nach deinen Weſen hin: wie
ſehnet ſich mein Ausgeleerter
Sinn nach dir, mein Heil u.
deiner Lieb Geſchaͤffte. Ich
wolte gern gantz uͤbernommen
ſeyn, und alſo gantz in dich ge⸗
kleidet ein.
4. Ich waͤre gern gantz in dich
eingenommen, damit ich uͤber⸗
kleidet wird von dir, und ſich
die Bloͤß und Nackendheit ver⸗
lier: damit ich alſo mir wuͤrd
einſt entnommen, und deine
Kraft mich alſo nehme hin, all⸗
wo ich Segen⸗ voll mit viel
- Gewinn.
F. O daß mein Geiſt ſchon wär:
dahin gekommen, wo die ver⸗
keinte volle Liebs⸗Natur,
und
Q
123
Spur: So wird mein Wandel
ſich mit allen Frommen verei⸗
neu hier und dort in jener Welt,
und geben ein ins frohe Him⸗
mels⸗Zelt.
6. Die Glaubens⸗Kraft kann
mich zwar wohl hin ziehen,
wenn ich im Geiſt in voller Lie⸗
be bin, und der Genuß mich
gantz genommen hin: daß ich
auch werd ohn eintziges Be⸗
muͤhen Vergnuͤgens⸗voll in rei⸗
cher Segens⸗Luſt, fo bleibet
doch was beſſers noch bewußt.
7. Die rechte Rein⸗ und Ein⸗
heit gantz zuſammen, daß un⸗
veraͤndert ich in ihr bekleib, da⸗
mit ſie werd mein reiner Gei⸗
ſtes⸗Leib: worinnen ich kann
grunen, wurtzeln, ſtammen.
Diß iſts, worinnen ich ſo mei⸗
nen Lauf geendigt ſeh, u. gantz
genommen auf. =
8. Das Ehebett der Liebe zu
dem Leben iſt in der reinſten
Kammer beygelegt, beſonders
dem, ſo keuſche Liebe hegt: dann
denen wird zur Zeit noch wohl
gegeben, daß er kan liegen bey
N in rei⸗
liche Intreſſen,
124.
in reiner Lu ft, wo gantz kein
Mackel mehr wird ſeyn bewuſt.
9 Ich koͤnte wol von Liebe et⸗
was ſagen, wo, da mein Hertz
noch in Careſſen ſtund, und alſo.
wurde oft ſo hart verwundt von
ihrem Pfeil, daß ich kont alles
Wagen, und ruhen gantz von
Lieb in ihrem Schooß; ſo wat:
ich doch nicht von mir ſelber loß.
10. Die Liebe gieng auf geiſt⸗
u. viel Gewinn
in jener Ewigkeit, auch vielen
Vorſchmack ſchon in dieſer Zeit:
fo wurd der wahren Liebe oft
vergeſſen, die anders nicht, als
nur zu lieben weiß ohn Ziel u.
End nur bloß auf
11. Mun aber, da ich gern war
näher kommen, und gantz zur
Liebe waͤr hinüber bracht, werd
ich auf hoͤhre Pflicht in mir be⸗
dacht: damit ich gantz und gar
werd uͤbernom̃en, u. angethan
mit Gott durch alles hin mit
allem was ich hab und was
ich bin.
12. So wuͤrde ich im
koͤnnen ſchlafen, wann alle Luſt
in Gott hinein gewandt, und
kom zum rechten ſel gen Ruhe⸗
ihr Geheiß.
rieden
*
4
2
ſtand: da man kann legen hin
die viele Waffen, und endigt ſich
der viele harte Streit mit Ruh
in lang gehoffter Seligkeit.
13. So ruhe daun, mein Heil,
in deſſen Armen, der dich aus
Lieb zu ſich gezogen hat, und
machet dich aus ſeiner Fuͤlle ſatt:
halt dich nur feſt in ſeiner Lieb
Erbarmen, ſo wirſt du gantz in
Ihn gekleidet ein, und ewig da
in ſeiner Ruhe ſeyn.
14. Ich will nun bleiben ſtets
an Ihm behangen, und auſſer
Ihm nichts anders ſuchẽ mehr,
ohn daß ich gebe ſeinem winck
Gehoͤr: der wird mich machen
koͤnnen froͤlich prangen in ſtol⸗
tzer Ruh und ſtiller Sicherheit,
und hab erlangt die wahre Se⸗
ligkeit. |
55. N
DR Ann alles iſt in mir volle
bracht, daß ich kann freu⸗
dig ſagen: GOtt hat durch ſeine
groſe Macht der Holen Macht
geſchlagen, ſo werd ich ſingen
noch diß Lied von Gottes
Gnad und Wunder⸗Guͤt. 2
| 2. Del
*
*
|
|
| 123,
2. Der HErr hat groſe Ding bunden, hat Er durch ſeine ſtar⸗
gethan durch ſeiner Finger Wer⸗ cke Hand mich doch daraus ge⸗
cke, wo ſonſten niemand rathen wunden: und legte Pharaonis
kann, thutErs durch ſeine Staͤr⸗ Heer darnieder in dem rothen
cke. Zeigt ſich als einen Wun⸗ Meer. |
der⸗GOtt, und hilft den Ser 7. Dafelbften gieng Er vor
nen aus der Noth. mir her, und thaͤt mich ſelber
3. Drum ſoll mein Hertz zu je⸗ leiten: ob ich ſchon war in Noͤ⸗
der Zeit von meines G Ottes we⸗ then ſchwer, half Er mir doch
gen, zu ſtehen feinem Dinſt be⸗ beſtreiten die Zweiffel⸗Burg
reit: weil Er mir bey thut le⸗ durch ſeine Macht, und wurde f
gen, daß ſeine Guͤt und groſe ſo hin durch gebracht.
Treu an mir muß werden taͤg⸗ 8. Drum kaͤnn ich fingen die⸗
lich neu. . ſesbied, und will, zu ſeinen Eh⸗
4. Er heiſſet wohl recht wun⸗ ren, mit Hertz und Seele und
derbar ein GOtt, der kann er⸗OGemuͤth fein Lob in mir ver
retten aus aller Angſt, Noth mehren: und ruͤhmen feine
und Gefahr: auch in den gro Wunder⸗That, die Er an mir
ſten Nöthen hat ſein Raht ſchon erwieſen hat.
zuvor bedacht, daß dein Leid 9. Dann Er führt ſeine treue
werd ein End gemacht. Knecht gar ungemeine Wege,
5. Und weil®r als ein treuer daß ſie erfahre ſeine Recht, auch
Gott ſich meiner angenommen, nimer werden traͤge: ob fie ſchon
und ließ in keiner Seelen⸗Noth oft mit vielen Wehen hier durch
mich fallen noch umkommen: die rauhe Wuͤſten gehn.
drum danck ich Ihm zu jeder 10. Er ſendet Brod vomHim⸗
‚Seit, weil Er mein GOtt und mel h rab, laͤſſt Manna auf fie
Helfer iſt. | fallen, und ſchiens auch ſchon,
6. Als ich noch in Egypten⸗ es ging ins Grab: laͤßt er fie
‚dan ſehr hart im Dinft ide doch nicht fallen, ja oft a
ü N F 5 Huch
K
126.
auch ein Felſen⸗Stein zum Heil und gar.
Troſt⸗Waſſer ſchencken ein. 15. Da ich noch oft in vielem
11. Doch hätt ich hier ges Leid und Trauren bin umgeben,
ſtrauchelt bald, daß ich bey nah und unter manchem ſchweren
geglitten, wenn GOtt ſich ſtellt Streit im Elend muß um⸗
ſo hart und kalt, und ſich nicht ſchweben: und oft muß wei⸗
laͤßt erbitten: Doch wann Er nend umher gehn, wann die
wie ein Felſen⸗Stein, ſo muß Verſuchungs⸗Winde wehn.
die Huͤlf am naͤchſten ſeyn. 16. Doch ſoll mein Hertz nun
12. Drum ift die Aergernuͤß ſtille ſeyn von meinen Leidens⸗
dahin, GOtt hat ſie ſelbſt ges Sachen ich weiß, es wird ſchon
rochen, der harte Fels hat mei- anderſt ſeyn, wenn Gott ein
nen Sinn zermalmet und zer- End wird machen von meinem
brochen: weil Er ſich hat ges Leid und Jaminer⸗Stand, der
ſtoſen an wo niemand über Ihm am beſten iſt bekaunt.
kommen kann. *
X NX N *.
13. Drum ſingen wir das neue 17. In deſſen ſinget doch zu⸗
Lied des Lammms mit GOttes letzt mein Hertz im Glauben
Weiſen: dann in dem Hertzen Hoffẽ daß ich noch werde wohl
wohnt der Fried, wo man Ihn ergetzt, wenn ich mein Ziel ge⸗
ſo thut preiſen. Wer nicht thut troffen. Hier will ich tragen
gehen dieſe Bahn, der kann diß meine Schuld, dort werd ich er⸗
Lied nicht ſtimmen an. ben Gottes Huld.
14. Ich will in deſſen nim⸗ 8. In Cangan iſt erſt der
mermehr von Ottes Wundern Ort, wo meine Seel wird ra⸗
ſchweigen, dieſelbigen je mehr ſten, da ſie nach dem Verheiſ⸗
und mehr den Menſchen hier ſungs⸗Wort kein Feind mehr
anzeigen: bis daß ich von aller wird antaſten: drum ſoll mein
Gefahr entriſſen worden gantz Hertz alhier in Schein an Ge
5 K
89
127,
tes Lob zufrieden ſeyn. be Stunde hab ich drin zu ge⸗
19. Bis ich gekommen an das bracht.
Ziel, wo alles ſtill muß ſchwei⸗ z. Ich thaͤt mich Ihr verſchrei⸗
gen: denn was allhier nur als ben, der Einzigſt in der Welt,
ein Spiel, wird dort ſich völlig ihr ewig treu zu bleiben, hatt
zeigen. Kein Leid wird da ich mir auserwaͤhlt; aber der
mehr ſeyn zu ſehn, und ich werd viele Schmertz thaͤt kraͤncken
mit viel Freuden ſtehn.
20. Und dann erſt recht mit
vollem Thon das Hallelujah
ſingen: da allzuſamen vor dem
Thron Gott ihre Opfer brin⸗
gen, und alſo ſtetig ſeyn bereit,
zu loben GOtt in Ewigkeit.
56.
DIR As hilft mich dann mein
Lieben, das ich hab ange⸗
wandt, es macht mir nur Be⸗
trüben, weil fie fo unbekannt
ſich ſtellet gegen mir, die doch
die ſchoͤnſte 8 ier und meiner
Seelen Leben und ein' ge Luſt⸗
Begier.
2. Mein Tichten und mein
Sinnen war gantz zu Ihr ges
richt, mein einziges Beginnen
auf ihren Dinſt verpflicht: ich
habe Tag u. Nacht auf ihren
Dinſt getracht, wie manche lie⸗
%
mir mein Hertz, weil ich nicht
wurd geſaͤttigt von ihrem Lie⸗
bes⸗Schertz. „
4. Es wird ſich wohl noch fin⸗
den, daß ich erlang die Gunſt,
mich naͤher zu verbinden mit ih⸗
rer keuſchen Brunſt: Sie bleibt
mir doch allein die Aller ſchoͤnſt
und fein, von Schoͤnheit und von
N ee
5. Die Lieb, ſo ewig bleibet,
hat mich zu ihr gebracht, und
mich ihr ein verleibet, daß ich
darauf bedacht: zu bleiben feſt
an ihr, als meiner ſchoͤnſten
Zier, weil fie mich hat gezogen
mit reiner Himmels⸗Gier.
6. Wang wird es dann ges
ſchehen? daß ich vermaͤhlet: ach
wenn heiſſet ſie mich gehen zu
ſich in ihr Gemach: daß ich koͤnt
liegen bey rein ohne alle Scheu,
ainit eimnal bewaͤhret, er
„ i
*
>
A
128.
— meines ann rem.
ich ihr eigen ſey.
7. Soll dann die Treu verge⸗
hen, die ich ſo lang veruͤbt? ſoll
es dann ewig waͤhren, daß ich
muß ſeyn betruͤbt: ich hab ja ſo
II. Ich könt vor Lieb vergehen,
wann ich nicht bald begluͤckt:
ich koͤnte kaum beſtehen, daß ich
nicht wird verrückt. Ich foͤrchte
die Gefahr, die oͤfters in mir
viel Fleiß gethan um ihre Preiß, war, daß ich durch fremde Lies
denſelben nie geſparet auf viel⸗ be wuͤrde verleitet gar.
und manche Weiß.
8. Ihr Name ſelbſt ift wor⸗
den mir auserwaͤhlt und ſchoͤn,
drum ich den Liebes⸗ Orden
mit ihr ſucht an zu gehn: u. ſo
verbunden ſey zu bleiben ewig
treu in ihrem Dinſt zu leben von
allen Sorgen frey.
9. Drum thut es mich ſo
ſchmertzen, von ihr verlaſſen
ſeyn: ich moͤgte fie gern hertzen,
und gantz ihr eigen ſehn. Sie
iſts, die mir gefallt, drum ich
ſte mir erwaͤhlt vor vielen an⸗
dern allen auf dieſer gantzen
Zelt.
10. Es iſt ja uͤberjahret unſre
Verlobungs⸗Zeit zich moͤgte
ſeyn gepaaret, u. ſehn das Bett
bereit der reinen Liebes⸗Luſt,
die meinem Geiſt bewuſt in vol⸗
ler Maaß zu trincken aus ihrer
reinen Bruſt. f
12. Es wird mir wohl noch
werden, was ich ſo lang geſucht,
daß ich noch auf der Erden ge⸗
nieß der edlen Frucht von mei⸗
ner liebſten Braut, die ich mir
hab vertraut in rein⸗ und keu⸗
ſcher Liebe auf ſie mein Schloß
gebaut. wi
13. Ob fie mich ſchon verlaf
ſen ſehr oft gar lange Zeit, daß
ich faſt thaͤt erblaſſen bey fo viel
ſchwerem Streit: ſo hielt ich
doch an Ihr zu bleiben mit Be⸗
gier in unverꝛuckter Treue, als
meiner ſchoͤnſten Zier.
14. Nun hab ich wieder fun⸗
den ihr erſte Liebes⸗treu, da ich
mich ihr verbunden, daß ich ihr
eigen ſey. Sie bietet ſich mir
an auf meiner Trauer⸗Bahn,
mir treue Huͤlf zu leiſten, daß
ich nicht fallen kann.
. 15. Nun muß gantz ſeyn ver⸗
8 geſſen
129,
geſſen die Leid⸗ u. Trauer⸗Zeit, halt: dem hat Gott fein Theil
da ich einſam geſeſſen in vielem beſcheret kann verlachen alle
ſchwerem Streit: die Tage ſind Welt. N \
dahin, der Tod iſt mein Gewin: 2. Wer nicht alles aufgegeben,
das Sterben iſt mein Leben was in dieſer Welt begluͤckt:
nach dem verlobten Sinn. der kommt nicht zum wahren
16. So ſolls daun dabey blei⸗ Leben, wird zuletzt wohl gar
ben, weil die Verlobung da, erſtickt. 1
will ich mich ihr verſchreiben 3. Es muß alles ſeyn verlaſ⸗
auf ewig ewig ja. Ihr Nam ſen, wo ſich zeigt die Lebens⸗
iſt wohl bekaunt: ich reich ihr Bahn: und die Lieb und Frie⸗
meine Hand, ſo iſt der Schluß dens⸗Straaſen, da man Ruhe
gemachet zu unſerm Ehe⸗ſtand. finden kann. N
17, Nun will ich erſt recht lie⸗ 4. Wo noch was am 171
ben fie, meine ſchoͤnſte Luft, weil klebet von der Welt, da hilft es
nach jo viel betruben fie nir aus nicht: ob man auch ſchon eng⸗
ihrer Bruſt mit reichem Maaß liſch lebet, es wird doch nichts
einſchenckt, daß ich daran ge⸗ ausgericht. ö
traͤnckt, und alſo werd vergeſ⸗ 5. Alles, was die Augen ſehen,
ſen, wo ich vor war gekraͤuckt. und das Hertze wuͤnſchen thut
18. So lege dich nun ſchlafen, in der Welt, wird nicht beſte⸗
du meine Liebes⸗Luſt, hab an⸗ hen, wann der Tag anbrechen
ders nichts zu ſchaffen, als daß thut. |
dir ſey bewuſt, zu halten dich 6. Der da wird das Stroh an⸗
recht nah bey deiner Liebſten da zuͤnden, und die Stoppeln neh⸗
ſo bleibeſt du verbunden mit inen hin: und die eitle Luſt der
SUNGERAM SOPHZA.- Som fegen aus nach Gottes
n inn.
57. 7. Drum will ich von Hertzen
LEN DIE Liebe aufgezehret, haſſen, was allhier auf dieſer
Woh a nichts von ſich be⸗ a Welt:
130. i
— 6—ä—ů— —— — — — —ͤ— —
Welt: und will alles fahren laſ⸗ ben bor weil noch etwas Le⸗
fen, was ſo bald zu Boden faͤllt. ben hat: und die Schlang ſticht
8. Bringet es ſchon Schmertz in die Ferſen, bis die volle Got⸗
und Leiden, leb ich doch in Got⸗ tes⸗Guad |
tes Huld: Er wird mir ſchon 15. Meiner gantz iſt mächtig,
helfen ſtreiten, zu ertragen mit worden, ſo daß ich auf ſein m
Geduld Altar bin zu einem Opfer wor⸗
9. Das vernüͤnfft ge Schlan⸗ den, Ihm zu dienen immerdar.
gen Sprechen, ſo nichts weiß 16. Wann ich haͤtt die Kraft
als lauter Nein: Gott wird von oben, die mein Hertze wün⸗
ſchon ihr Urtheil raͤchen, und 95 kann: ſo wuͤrd ich in allen
mich von ihr machen rein. droben ſtehen als ein Sieges⸗
10. Er hat ſchon in Vorſchmack Mann.
geben feiner Liebe Ueberfluß: 17. Muß ich ſchon durchs Feu⸗
und ſchafft mir ein neues Leben, er gehen, und mein Hertz in
daß das Alte weichen muß. Angſt und Noth will im Leiden
11. Wann der Tod iſt aufge⸗ gantz zergehen, graut mir doch
hoben, und als letzter Feind be⸗ nicht vor dem Tod. a
ſiegt: ſo werd ich GOtt ewig 18. Dann es kann ſonſt nichts
loben dort vor ſeinem Angeſicht. hinſterben, als was auſer Got⸗
12. Hier will ich die Gunſt tes Rath lebet: es muß doch ver⸗
nicht haben, daß Er mir ſo wohl derben, was Gott nicht gebau⸗
thun ſoll: es moͤcht ſich ſonſt da⸗ et hat. 5 | '
ran laben, was doch in imir ſter⸗ 19. Ich wart ohn das mit Ver⸗
ben ſoll. langen auf die letzſte To des⸗
13. Ne e mein Urtheil Stund: da der alte Menſch ge⸗
tragen, weil ich leb in dieſer Zeit: fangen, und geſchlagen in den
bin ich ſchon von GOtt geſchla⸗ Grund. 4
gen, es hilft mir zur Seligkeit. 20. Dann wolt ich ſein Grab⸗
14. Dann der Tod muß in mir Lied ſingen, und mit Freuden
ftims-
N
%
4
P\
—
3 z . 1
ſtimmen an: und von groſen
Wunder⸗ Dingen ſagen, was
ich vor ein Mann.
21. Doch ich weiß es wird nicht
fehlen, ich ſeh ſchon ſein Bett
bereit: wo ihn Gott ſelbſt wird
entſeelẽ zu dein Tod in Ewigkeit.
22. Nun es ſtimen aller Or⸗
ten die vereinte Choͤr mit an:
und was treue Bunds⸗Conſor⸗
ten, ſagen nach, was GOTT
thun kann.
23. Der die Suͤnd darnieder
ſchlaͤget, und des alten Men⸗
ſchen Raht gantz und gar zu
Boden leget, was er je gebauet
at
24. Von den Wundern werden
ſingen alle Heiligen zur Zeit:
wann G Ott wird in allen Bin⸗
gen alles ſeyn in Ewigkeit.
58.
| DR Enn mein Geift iſt in
| Gott genefen, fo kann ich
Leid und Weh vergeſſen: und
kann vernehmen in der Still,
| 15 1 5 geheimer Raht und
ill.
2. Dann wann ich mich Juin,
Be N
ZT.
gantz ergebe, und nur nach fer
nein Willen lebe: ſo wird mit
aller Schmertz und Pein zu letzt
zu lauter Freuden⸗Wein.
3. Man kann oft viel in guten
Tagen von Gottes Treu und
Liebe ſagen: doch bringt das
Leiden erſt an Tag, was lang
zuvor verborgen lag.
4. Im Hertzens⸗Grund ſehr
tief danieden, da man in ſelbſt⸗
gemachtem Frieden gedienet
GoOtt nach eignem Sinn, das
nimmt das Truͤbſals⸗Feuer hin.
5. Und ſchmeltzt die eigene Ge⸗
dancken, die doch nur hin und
wieder wancken: u. ob ſie ſchon
gut in dem Wahn, fo fliehen fie
doch die rechte Bahn.
6. Und waͤhlen eigne Form
und Weiſen, zu dienen GOtt
in fremdem Gleiſſen: darin ver⸗
birgt ſich die Natur, und wird
verfehlt die rechte Spur.
7. Wo man, in Geiſtes⸗Nied⸗
rigkeiten, von Gott ſich ſelber
laͤßt bereiten zu feinem Dinſt,
da man allein Ihm erſt kaun
recht gefällig ſenn.
8. Das rechte Leben GOtt zu
i ien wedümen
dienen thut nach dem Sterben nicht erben, drum muß es im
erſt ausgruͤnen: und unter vie⸗ dem Tod verderben: und iſt ihm
lein harten Streit wird man auch in Ewigkeit kein Aufer⸗
erſt recht dazu bereit, ſtehung zubereit. 17
9. Zu dienen GOtt im reinen 15. Drum ſoll das Nicht nein
Weſen, ſo wie Er es ſelbſt aus⸗ ſeyn mein Leben, weil es iſt ſelbſt
erleſen: denn wo man gantz zu⸗ von Gott gegeben: die Erea⸗
nicht gemacht, wird man zum tur und Eigenthum weiß nichts
rechten Ziel gebracht. von dieſem hohen Ruhm.
10. Da man kaun leben ohne 16. Es iſt das groͤſte das kan
Staͤrcke, ohn eigne Kraft, ohn werden, wer Nichts beſitzt auf
eigne Wercke: und alles, was dieſer Erden: und auch das
ſonſt war Gewinn, thut fallen kleinſte auf der Welt, das wird
gantz zu Boden hin. zum Wunder dargeſtellt.
11. So waͤchſet auf das rechte 17. Wer alles hat, hat nichts
Leben, das GOtt den Preiß u. gefunden, wer Nichts hat, 75
Ruhm thut geben: und was mit GOtt verbunden: wer Et⸗
noch was will ſeyn geacht, wird was hat / kommt nicht zum Ziel,
dann erſt recht zu h hene dann Etwas iſt dem Nichts
12. Drum will ich ruͤhmen ſei⸗ zu viel. a |
nen Namen, der mich gebracht 18. Wer dieſe Armuth hat ge⸗
fo nah zuſammen: daß ich zer⸗ funden, hat Hoͤll und Teufel
nichtet gantz und gar, was ich berwunden: und lebet in dem
wolt ſeyn, und was ich war. groſen All, iſt reich und arm
u Ich lebe zwar in einem in gleicher Wahl. 1
Leben, das Er aus Gnaden 19. Sein Leben iſt ein lautres
mir gegeben: doch ſo ich es Sterben: dieweil der Tod kann
wuͤrd heiſſen mein, fo. muͤſſts nicht verderben was eben heißf,
zur Stund zernichtet ſeyn. und iſt und war, es wird nun
14. Das eigne Leben kann drinnen offenbar. 95
20. Jun
*
m u 00000
o In dieſer Schule hat ſtu⸗ 26. Die Seligkeit, die Gott
dieret der Mann ſo uns zucz Ott verſprochen, wann Teufel,
N 90 fuͤhret: fein Name heiſſet Welt, und Sind gerochen: daß
; u 2 der aller Schüs fe au 1155 Ziel gebracht,
er Meiſter iſt. und ewig ſind zu nicht gemacht.
2. Der hat den Tod am Creutz a 5 Ä i 0 a 25
erochen, da ihm ſein Liebes 59. f
5 durchſtochen: und mußt WIR die ew ge Schaͤtz will
ein Leben geben hin, nach dem finden, muß auf Erden
geheimen Raht und Sinn, werden arm, und ſich an das
22. Der über ihn ſehr lang be⸗ Creutz hin binden, daß Gott
ſchloſſen von Gott, den nie⸗ feiner ſich erbarm: in Entbloͤ⸗
mand Font umſtoſſen: doch ſung aller Dingen, was durch
wurd im Tod erſt offenbar das -eitle Luſt bethoͤrt. Wer es ſucht
Leben, ſo verborgen war. dahin zu bringen, wird zu letzt
23. Dann dieſes mußte nur des Guten wehrt.
hinſterben, wo GOttes Reich 2. Denn da muͤſſen gantz ver⸗
nicht kont ererben: am Creutze gehen alle Sorgen dieſer Welt:
wurd zunicht gemacht, was was nicht ewig kann beſtehen,
Uns in ſo viel Leid ebracht. endlich mit der Zeit hinfaͤllt.
24. Drum hab ich auch mein. Aller Muͤhe wird vergeſſen, und
eignes Leben in feinen Creutz⸗ was ſonſten Trauren macht.
Tod hingegeben: da ſoll es mit Wer will recht in GOtt gene⸗
begraben feyn, fo wird der Tod fen, muß Ihm dienen Tag und
mein Leben ſeyn. „ Nai,
23, Und werde mit Ihm hoch 3. Wo der wahre Grund ges
aufſteigen, wo Tod und oͤlle leget zu der innern Geiſtes⸗ſtill,
ſtill muß ſchweigen: und zu muß das Hertz ſeyn rein gefeget
Ihm gehen in ſein Reich, daß von der Ereaturen Fuͤll: was
ich ererbe mit zugleich 9 e und Graͤmen wa
Beh N mu
r
134. .
muß reinaus dem Wege ſeyn. ſich GOtt ſo übergeben. O du
Wer die eitle Luſt verlaſſen, geht ſel ge Armuthey! wo man gantz
zur engen Pforte ein. iſt aus geleeret von dem Glantz
4. Denn das innre wahre Le⸗ der eitlen Welt, und von Herz
ben, das in GOtt beſtehen thut, Ken zu gekehret, um zu thun,
muß in Truͤbſals⸗Hitzen ſchwe⸗ was Gott gefaͤllt.
ben, und in heiſſer Feuers⸗Glut, 8. Sterbend faͤngt man an zu
rein gefeget und bewaͤhret, ſoll leben, ſteigt mit Freuden aus
es bleiben ewig ſtehn. Was die dem Grab: alles wird dahin
Feuers⸗Glut verzehret, kann gegeben, was ſonſt ſcheint die
zu letzt der Wind verwehn. beſte Haab. O erwuͤnſchte To⸗
5. O du Luſt! die nie vergehet, des⸗ Stunden! und begluͤckte
die erworben aus dem Tod. O Sterbeus⸗Noth! wo wird alles
du Leben, das beſtehet nach viel uͤberwunden, was uns hat ges
ausgeſtandner Noth! wer den zweit von Gott.
Reicht hum hat gefunden in 9. Aber ach wie viele Schmer⸗
Eutbloͤſung aller Bing, wird Ken dringen auf den Geiſte zu!
zu letzt mit GOtt verbunden, u. wie manche Wund im Her⸗
weil ihm dieſes zu gering. ten, eh er kom̃t zur wahren Ruh:
6. O du angenehmes Leben! weil er in der Fremde wallet,
wo Gott ſelbſt den Tiſch bereit, und oft ſeyn muß unbekannt,
Niemand hat dem was zu ge⸗ daß der Muth zu Boden fallet
ben, wo fein Hertz in GOtt er⸗ auf dem Weg zum Vaterland.
freut. Klein und niedrig auf der 10. Wann die Seel daran ges’
Erden bringet alle Hoheit ein, dencket, ſo moͤgt fie vor Leid zer⸗
heißt mit GOTT verherꝛlicht gehn, weil ſie ſo oft wird getraͤn⸗
werden, macht zunicht den eit⸗ cket mit viel Schmertzen Leid
len Schein. und Wehn, und ohnablaͤſigen
7. O vergnuͤgtes Marter⸗Le⸗ Noͤthen, da das Leben wird ges
ben! O du ſel ge Sclaverey wer kraͤnckt, und ihm e
950 0 oͤden
Toͤden werden täglich einge⸗
enckt
11. Doch ſind die Erquickungs⸗
Zeiten nach dem Sterben zube⸗
reit: wer ſich ſo laͤßt zubereiten,
sue ein zur Seligkeit, in die
tille Ruhe⸗Kammer, nach viel
ausgeftandner Noth, da ver⸗
geſſen aller Jammer, und Ges
neſen iſt in GOtt.
12. Wo die wahre Ruhe gruͤ⸗
net, und das ſanfte Bett bereit,
da wird GOtt nicht mehr ge⸗
dienet nach den Bildern dieſer
Zeit: weil man zu dem Weſen
kommen, und Genuß, der komt
aus GOtt, drum iſt gantz hin⸗
weg genomen die unſel ge Ster⸗
bens⸗Noth. |
13. Alles muß nun gantz ver⸗
gehen, und ſich ſcheiden davon
ab: was in Gott nicht kann
beſtehen, wird geleget in das
Grab. Nun wird erſt im Fried
eſaͤet die Frucht der Gerechtig⸗
eit: wann das Unkraut abge⸗
maͤet, kommt die Ueberwin⸗
dungs⸗Zeit.
14. O was vor ein ſeligs Ster⸗
be ziehet es von hinten nacht wer
13 5.
ſein Leben laßt verderben, kraͤgt
mit Chriſto ſeine Schmach.
Da wird nunmehr wieder fun⸗
den das in GOtt verlorne Gut,
und der Teufel uͤberwunden,
yamf der Macht der Höllen-
Glut.
DIR ER wird in jener neuen
Welt, O HErꝛ! wol bey
dir wohnen, und ruhn in deiner
Huͤtt u. Zelt, wo du thuſt ſelber
thronen? wer wird den Berg
der Heiligkeit beſteigen, den Du
Dir bereit? Sag mir, wer
wird doch ſeyn der Mann, der
ſeine Hoͤh beſteigen kann?
2. Wer rein und ſauber wor⸗
den iſt im Blut des Lamms ge⸗
waſchen, und wer auf ewig hin
vergißt die Luſt vom fremden
Naſchẽ: wer einen reinen Wan⸗
del fuͤhrt, und Licht und Recht
denſelben ziert, und laͤßt nichts
reden ſeinen Mund, was nicht
iſt in des Hertzens Grund.
3. Wer nichts hinter den Waͤn⸗
den thut, u. laͤßt die Zung nichts
reden, als nur, was heilſam,
60.
R 3. recht
136.
recht und gut, und thut ihrn me thronen. Der iſts, ſo ewig
Graͤuel töden, den ſie hinter dem bleiben wird; ob er auch zeitlich
Herten hat, wenn es verfehlet ſchon abirꝛt: er wird mich ſehen
Gottes Rath. Wer mie ein Ar⸗ von Geſicht, weil ſein Hertz war.
ges in dem Sinn laͤßt uber an⸗ auf mich gericht.
dre gehen hin. r 10 Lob und Ruhm,
4. Wer ſeinen Freund und Danck, Kraft und Ehr ſey dir,
Bruder liebt, und thut ihn nicht mein GOTT, gegeben vor die
verſchmaͤhen, wann er an ihm heilſam und gute Lehr, die mir
was ſtraͤflichs ſieht; ſondern ſo nutz im Leben. Diß wird
vor ihn thut flehen. Wer die wohl hier mein Leben lang mein
Gottloſen Leut veracht, und ih⸗Wahl⸗Spruch bleiben in dem
ren Handel gar nichts acht: wer Gang, bis ich in deiner Huͤtt
hoch und werth die Frommen und Zelt erfreuet werd in jener
ſchaͤtzt iſt ſicher, und bleibt un⸗ Welt.
verletzt. | e 5
5. Wer Treu und Glauben ee ee.
ewig haͤlt, was er hat guts ge⸗ DIT Je faͤhret dahin mein ir⸗
ſchworen dem Naͤchſten, wann diſcher Sinn: das Eitle
der auch ſchon fällt: der wird der Welt pergehet, ich dringe
nicht gehn verloren. Wer kei⸗ ins himmliſche Zelt.
nen fremden Handel treibt, wo 2. Weg irdiſche Luſt: es iſt
man dem Boͤſen einverleibt, mir bewußt ein Leben voll
wer nicht einwilligt in den Freud, das nimmer verändert
Rath, wo jemand nichts ver⸗ durch Stunde und Zeit.
ſchuldet hat. i 3. Weg weltlicher Pracht!
6. Diß iſt der Mann der dort dein Lieben nichts acht mein
bey mir in meiner Huͤtt Soͤttlicher Sinn: er laͤſſet dich
wird wohnen: den werd ich ſeg⸗ fahren mit vollem Gewinn.
nen dort und bier, und über ib 4. Dein nichtiger Sen 8
5 ji i
1377.
— —— — —
62,
Jon bluͤht u. grüner wieder,
—
nicht in mich ein, ich bleibe ver⸗
mir aber iſt nunmehr ein Beſ⸗ bet: ſteht man nun nicht mehr
ſers bewußt. betruͤbet: weil ſie Gottes Guͤt
8. Dein 1 Spiel iſt erneut.
138.
tragen, wird vergeſſen nachzu⸗ verlaſſen du oft gingeſt deine:
ſagen, weil dich Gottes Gut er⸗ Straaſen, weil dich GOtt Ihm
freut:die dein Dunckles macht auserwaͤhlt. 175
vergehen, daß nichts mehr da⸗ 10. Kommt, Geſpielen! Laßt
von zu ſehen ſeyn wird dort, in uns gehen! Kommt! Laßt uns
Ewigkeit. die Schoͤne ſehen unſrer Mut⸗
6. Die erhoͤhte Glaubens⸗Fluͤ⸗ ter, Schweſter, Braut, die zum
gel; das vereinte Gottes⸗Sie⸗ Heil uns eingeladen, u. bisher
gel ſeines Geiſtes, feiner Braut, ſo wohl berathen, und zu Got⸗
muͤſſen neue Kraͤfte geben, wan tes Lob erbaut. |
wir in dem Dunckeln ſchwe⸗ Ir. Wohl dann, ſo wir wor⸗
ben, wo man Nichts mit Au⸗ den Kinder: werden wir dann
gen ſchaut. auch nicht minder in der Mutter
7. Ob wir ſchon noch muͤſſen Haus eingehn, da man lehrt
ſchweigen, es mit Worten an⸗ die ſchoͤnſten Weiſen, rein, gantz
zuzeigen, was der Geiſt in uns ohne einigs Gleiſen, unbefleckt
erthoͤnt: wird es ſo viel ſchoͤner vor GOtt thut ſtehn.
heiſen, wann wir dort mit neu⸗ 12. Haben wir nun Kindes
en Weiſen ſingen, u. von GOtt Rechte, und ſind worden dass
gekrönt. Geſchlechte, wo die Mutter
8. Freu ſich Zion die Geliebte, Gottes Braut: muß ihr Glantz
freu dich Zion, du Betruͤbe! uns herzlich zieren, u. uns zu der
weil dein Gluͤck nun hoͤher ſteigt: Schaar hinfuͤhren, die GOtt
als in den vergangnen Zeiten, ſeinem Sohn vertraut. 9
da, in ſo viel Niedrigkeiten, du 13. Sind wir dann die Taube
Gering nnd Klein gebeugt. worden ſo blüht auch der Jung⸗
9. Seh, die viel und ſchoͤne fraun⸗Orden mitten unter dein
Kronen, womit dir dein GOtt Geſchlecht: ſo den reinen Wan⸗
wird lohnen vor dein Leid auf del zieret, und ein Goͤttlich Le ⸗
dieſer Welt: da ſehr einſam u. ben fuͤhret, nach der e
— nn
hen g — 4 — re * 139.
Kinder Recht. 16. Lob und Danck muß da
14. Was ein Schmuck und erſchallen, wo, nach Gottes
hohes Prangen, wann fo komt Wohlgefallen, Zions Herzliche
einher gegangen die ſo reine Zi⸗ keit gusbricht: wo der Glantz
ous⸗Heerd: ſo die ſchoͤnſte Weiz der Welt zernichtet, und auf
ſen fingen, u. ſich hin zu GOtt e e durch das hel⸗
Gut ae der ihr Leid in le under⸗ Lichtt.
Luſt verkehrt. 17. Wohl dann nun! es wird
15. Was kann lieb⸗ und ſchö⸗ uns werden, was wir hoffen
ners heiſen, wann man ſtehet hier, auf Erden, in Re Geiſtes
ohne Gleiſen die verlobte Jung⸗ Niedrigkeit. Zions Reich wird
fraun⸗Zahl mit dein Braut⸗ ewig waͤhren, das wird keine
Schmuck ſchoͤn gezieret, wo ſte Zeit verzehren, in die Läng der
mit wird eingefuͤhret zu des Ewigkeit. Die
Königs Hochzeit⸗Mahl. }
tr
i Mull Is En,
1418 dr © als ſi 2 ede wird Br
Duc di Stimme ihres Geliebten, aberſeiget
en im Propheiſchen Geiſt |
proben, Berge,
und erblicket ihre zukünftige Verweilung
unter
Roſen und Lilien.
SERTATANTIRENEN KH eee \
VEVECTCCTECC > >> 2 — — — ——
S O der Tauben Einfalt pranget in dem reinen Kinder⸗
Sinn: iſt der Weisheit Schatz erlanget mit viel Se⸗
| en und Gewinn. Wohl dann nun! es iſt gerahten:
ich vergeſſe, was ich war. Ich bin ſonſt mit nichts beladen,
weil ich bin ein Tauben⸗Paar. |
KORK DOREKEDREDK DR DIRED EDDIE KELPIEOKED He .
Wan zwey verliebet ſeynd, und ſich in eins verpaaren, fait
eins des andern Schatz und Jungfrauſchaft bewahren
Der
Der reine Geiſt, die Taub, die mi
mit ſich gepaart, durch heiſſe Lieb bewogen. Was wird uns
ſcheiden mehr von den vereinten Flammen, die uns durch ihre
Brunſt gebracht in eins zuſammen.
IN ich gleich als ein muntres Reh, wenn mich der Weis⸗
heit Bruft auf ihrem Schooße traͤncket: ſo heiſts doch
— — * 141. >
ch an fich gezogen, hat mich
öfters; ich vergeh, wenn ſo viel Todes⸗Kraft darneben einge⸗
ſchencket. Das Leben, das in Gott beſteht, muß ſeiner Schoͤn⸗
heit hier in dieſer Welt abſterben: ſo heißts ein Gut, das nicht
vergeht, und kann in Ewigkeit auch mimmermehr verderben.
* CCCP
bin ein Blum im Roſen⸗Thal, die unter Dornen ſich
Is ausbreitet, gezehlt zur keuſchen Jungfraun⸗Zahl, die ſich
in Lieb dem reinen Lamm beeidet. 2
gen unſer Creutz auf Erden, bis wir dort mit dem gantzen Heer
der Jungfrauen verherꝛlicht werden. | 5
ENTER ICHITCH EHELEUTE. ;
Erſter Chor.
D ER Geiſt und die Braut ſprechen: komm, und, wer es
hoͤret, der ſpreche: komm: Ja, ich komme fehnell, Ja,
199 AMEN. AMEN. 5
Der Mittel⸗Chor.
W̃ Ohlauf: wohlauf! und ſchmück dich herzlich in dein Ge⸗
hen, ſuch dein Geſchmeid, 1 Kleider an: du ſolt
nun bald vor Gottes Throne ſtehen. Du heiliges Volck! ſteh
auf, denn, der dich liebt, r der Bahn. Hoͤr das Geſchrey
von
ir gehn einher und tra⸗
1242.
von denen obern Ehoͤren, und thu auf Erden auch mit ſtimmen
an, und helf mit ihnen Gottes Lob vermehren, auf deiner engen
Leid⸗ und Ereutzes⸗Bahn. Sie rufen dit: ſteh auf! laß deine
Schöne ſchauen. Sieh mit was heiſſer Lieb ſich HSOTTwill
ſelbſt mit dir vertrauen. Mia en Bei en ene een
—
> RE: . S
FFP DIE DR . > Be ron
mh erreiche | FRE
NIE Braut ift erwachet von dem Geſchren der Wachter:
Sie iſt angethan mit dem reinen Hochzeit⸗Schmuck: Sie
act entgegen dem Bräutigam: Sie ruft: Er kommt. Ge⸗
lobet ſey, der da kommt im Namen des HErzen. Hoſianna
ee ee eee ee eee i es
Erſter Chor. Gottes Lob vermehren.
Drey Vers werden mit dem fol⸗ 2 R
enden des here, Eren che
geſungen. 3. Das iſt die Tracht bey unſ
e. 8 vinat rer Fracht und Nichtigkeiten
D u gener, and hier auf Erden: daß i |
ſchallen neue Lieder im hohen 8 e vol 1 alſo ſeines
un 15 1 ihr 9 ond +. Der machet Wind, daß wir
Gemmüther! bÿ́ũehend und fertig find alſo zu
er Ehe lauffen, auf dieſer Bahn nach
u, Canaan. Wohl ung! wir fol⸗
2. Wir hoͤr n den Schall vom gen da mit Hauffn.
Wieder⸗Hall, der ſich von oben 5. Wir reden ſchoͤn, wann wir
laſſet hoͤren: wir ſtimmen an, po gehn, betrachten unſers Got⸗
und machen Bahn, damit wir tes Weiſen: geben Ihm Ehr,
| | au
| 143.
auch un Gehoͤr, wann wir fo hen Ruf und Stimm erſchal⸗
ſeine Wunder preiſen. len: auf ſey bereit! es kommt
6. Wir hoͤren wohl, find Freu⸗ die Zeit, daß bald die ſtoltze
den ⸗voll, wann wir vernehmen Welt wird fallen. |
Gottes Thaten: dann, was Er zweyter Chor.
ſpricht, das 9185 nicht, ſein 2. Such dein Geſchmeid, und
Wort macht Al es wol gerathẽ. ſey bereit, den, der dich liebet, zu
2. Der reine Sinn bruͤigt uns empfangen: der ſelbſt dein Lohn
dahin: daß wir Ihn ſchmecken und deine Cron, ſteh eilend auf,
und empfinden. Wir werden Er kommt gegangen!
ſatt, nach ſeinem Rath, ſo ble Swepter Chor,
ben wir mit Ihm verbunden. 3 Es iſt geſchehn! wir wollen
8. So iſts gethan auf unſrer gehn dem Freund und Brauti⸗
Bahn: wan wir finddenGeruch Jam entgegen: uns mit viel
nach gangen der reinen Lehr, Freud machen bereit, und ſo den
mit dem Gehoͤr, und werden reinen Schmuck anlegen.
dort mit Eronen prangen. 5 Erſter Chor.
Zweyter Chor / Ber le N
mit beyden zuſammen Sind e en 7
K nern + Sind wir die Braut, die
9, Drum wird der Gang mit (GOTT vertraut, ſo wird uns
viel Geſang und Liebes⸗Liedern unſer Theil ſchon werden in je⸗
ausgezieret; des find wir wohl ner Welt, wanns Ihm gefaͤllt,
und Freuden⸗voll, weil wir der daß wir mit Ihm verherꝛlicht
kitlen Welt entfuͤhret. Ade Jh 0 0
Zweyter Chor. 5. Wer wird uns dann auf die⸗
Drey Vers werden mit dem vor⸗ ſer Bahn der reinen Himmels⸗
hergehenden Lied Chor⸗ Liebe ſcheiden? es bluͤht uns
weiß geſungen. ſchon die Ehren⸗Cron dorten,
N & Braut hört ſchon vom in jenen Ewigkeiten.
ee, 6. Die Suͤnden⸗Rott wird
3. | nun
144. ER — NER
nun zu Spott, ſo die Geliebten Leid und Traurigkeit: du wirſt
vor vers. DEN: die werthe nun in die Lange leben. *
Schaar erlangt das Jahr, wo g. Dein Wittwen⸗ Stand iſt
fie G Ott ohne End wird loben. GOtt bekant, den du in dieſer
7. Drum ſey getroſt, du wirſt Welt getragen: es iſt vorbey,
erloſt. GOT wird dir Fried du wirſt nun frey von deinem 3
und Ruhe geben vor dein viel Leid und Truͤbſals⸗ Tagen.
FEREERRFTERSELERRTRFERRRER 5
5 EN Nun folget die ee
Abendslaͤndiſche Morgen ⸗Roͤthe
dtle ſich am Abend der Zeiten ausgebreitete
uber die Chriſtliche a
Darinnen beydes der bald heran⸗brechende Tag ihrer Erloͤſung,
als auch ihre nächtliche Verwellung unter .
dem Creutz erblicket wird:
vorgeſtelt in geiſtlichen 10
SGeſaͤngen.
2 8 b 2 . 0
7 L dein Thun u. deine Werck zernicht. |
N Thaten, ſollen die in Iſt du noch nicht gantz ge⸗
GSbtt gerahten: ſo halt ſchieden von dem ſelbſt⸗er⸗
aus, bis das Gericht deine beſte waͤhlten „’
145.
beſten Thun doch deln Hertze Frei Schein doch zuletzt nur
mimmer run. Schmertz und Pein.
| N: u. Schmertzen Angſt RA, dein Wollen und Begeh⸗
und Leiden muͤſſen dich da⸗ a ren mußt du gantz nur da⸗
zu bereiten: haͤlteſt du darinnen hin kehren, von dir ſelbſt zu ſeyn
aus, ſo findſt du das Friedens⸗ befreyt, ſo verſchwindet aller
Haus. Streit. 0
Einer Haͤnd und Finger Lag, noch fuͤhre keine Rechte
D Warte und dein ue Kube oc Erbgeſchlechte:
Kraft und Staͤrcke mußt du laſ⸗ ſonſten bleiben deine Sund,
—
ſen aus der acht, ſo wirſt du zu⸗ waͤrſt du auch ein Gottes⸗Kind.
recht gebracht. 5 ggebft du mehr deine Sa⸗
a E Igues Wollen, eignes Mei⸗ © hen als die, ſo GOtt ſelbſt
nen mußt du gantz in dir ver⸗ thut machen; ſo wird, was du
neinen: ſo kam GOtt, mit auch erleſen, im Gericht das
Werck und That, dir anzeigen Feuer freſſen.
ſeinen Raht. N ;
ne al endende Thaten, wirn fie auch
) ſen, ob ſie auch ſchon guͤlden aufs beſt gerahten: dann der
gleiſen, mußt du ſie doch laſſen. Tod nimmt alles hin, was dir
ſtehn, wann du wilt in GOTT ſcheint zu ſeyn Gewinn.
eingehn. ' N Ichtes wollen, nichtes wiſ⸗
Gr und mächtig iſt der AL fen, darauf fen mit Ernſt
Herze; gibſt du Ihm al- befliſſen: ſo wird GOTT dir
lein die Ehre in dem, was du Alles ſeyn, daß du kanſt in Ru⸗
thuſt und haſt, ſo findeſt du Ruh he ſeyn.
und Raſt. * O on n
Aſt du noch nicht angefan⸗ troffen dein Ziel, wornaͤch
gen, und biſt aus dir ſelbſt du geloffen: ſo ſteht doch die
gegangen, ſo bringt dir dein be⸗Gnaden⸗Thuͤr dir noch offen
glaube
*
* — - *
>
i | *
e 5
14 * 2
M̃ Ache nichts aus deinen
B du ſchon nicht haſt ge⸗
glaube mir. ER V
Nacht und Hoffart muſt du Omen, fo wird ſich GOTT.
meiden, und dich von dir dein erbarmen, und in Schmer⸗
ſelber ſcheiden: ſo kann GOtt tzen, Creutz und Pein dir ein
dir zeigen an, was vor Ihm ſey ſichrer Ancker ſeyn.
recht gethan. f ’ BIS I LuNe Ziel getrof⸗
Q Uillet nicht aus deinem fen, ſo ſteht dir der Himq⸗
Hertzen ſuſe Lieb in Leid mel offen, haft. erworben eine
und Schinertzen: ſo haſt du noch Beut, und die groſe Seligkeit.
nicht die Spur von der Goͤtt⸗ Etzund laß dir wohl gefal⸗
lichen Natur. len, wann du mußt in
— ——
A
RE
On deim deinen gib den Ar⸗
R Ichte nicht des Nechſten Schmertzen wallen, du traͤgſt
I, Sachen, ch du ſiehſt, was doch zuletzt davon den verheif⸗
deine machen; ſonſten baueſt nen Gnaden⸗Lohn. f
du auf Sand, bleibſt dir ſelb⸗ O Jehe nun fo hin im Segen, |
ſten unbekant. 388 wirſt du dich nieder legen,
SF du den Nechſten wo die wahre Ruh bereit, in
chen thus andern nicht der ſtillen Ewigkeit.
erzehlen, rechneſt du ihm feine e,
Schuld, ſo verlierſt du Gottes 8 5
Huld. A Ufl du gantze Zions⸗Heer⸗
8 in allen deinen Sa⸗ lde, die du in Leiden u. Be⸗
chen, daß fie ein gut Ende ſchwerden ſchon biſt geſeſſen lau⸗
machen: fo wird dir der treue ge Zeit: es wird nun bald bee.
GO T helfen aus der letzten ſer werden? wir ſehen ſchon im
Noth. Ä Geiſt auf Erden, daß die Er⸗
U dich mit allem Fleiß loͤſung nicht mehr weit. Drum
A daß du gebeſt GOTT den freue ſich numnehr das gautze
reis, du haͤbſt wenig oder viel, Zions⸗Heer, das verlaſſen, und
ſo trifſt du das rechte Ziel. Unbekant war in dein 9 4
* V
BT: 2 147,
da fie ein Gaſt im fremdenfand. Schmertz und Sammer ftillen,
2. Nun wird erſt dein 7935 und loͤſen allen Fluch u. Bann.
recht blühen, wenn du wirſt aus Nun wird nicht mehr geſchehn,
dem Lande ziehen, da du ver⸗ daß dich wird jemand ſehn ſeyn
worfen u. verlacht. Deine Hoͤh⸗ verlaſſen von deinem GOTT,
ner und Veraͤchter, und dieſes Der dich nun hat mit Heil ge⸗
Landes Erb⸗Geſchlechter, die kroͤnt durch feine Gnad.
werden ſeyn als Koth geacht, 5. Nun ihr Glieder aller Or⸗
der auf der Gaſſen war zertret⸗ ten, die ihr ſeyd Zions Bunds⸗
ten gantz und gar. Darum Conſorten, kommt nun, und
jauchze, und freue dich in die⸗ ſamumlet euch zu Hauf: ſehet
fein auh das dir nun auf das auf das Licht der Zeiten, und
neu anbricht. thut aufs neue euch bereiten, u.
3. Ob dich G Ott ſchon hat ver⸗ mercket alle eben auf. Dieweil
laſſen zur Zeit des Zorns, thaͤt der Glantz aufgeht von Zion,
Erdoch faſſen die Thraͤnen dein darum ſeht! es wird konnen
in ſeinen Schoos: dieſes hat fein das, was Gott hat, nach ſei⸗
Hertz bewogen, daß Er mit nem Raht, verheiſſen lang
uͤte angezogen, dich nun zu durch feine Gnad.
machen frey und loß von dei⸗ 6. Dann es wird nicht lang
nem Druck und Drang, da mehr werden, ſo wird auf die⸗
du geſeſſen lang, und getragen ſer gantzen Erden der Frieden
Zorn ohne Gnad, nach Got⸗ blühen nah und fern: Zions
tes Raht, um deine Suͤnd u. Glantz wird hoch aufgehen, u.
Miſſethat. Babels Macht wird nicht be⸗
4. Gott wird nun fo mehr ſtehen, ſondern geſtuͤrtzet von
ausflieſen, mit Güte dir dein dem HErzn? Dann wird er⸗
Leid verſuͤſen, u. ſich dein wie⸗ ſchrecken ſehr ihr Kean Suͤn⸗
der nehmen an: Er wird dich den⸗Heer, weil iſt kommen ihr
mit Troſt erfuͤllen, und deinen as und Tag, Angſt, 15 u.
ag/
Klag, worinnen Zion jauchzen den werden komen, und wan⸗
mag. e deln in dem Licht der Zromme,
7. Hüͤpfet auf ihr treuen See⸗ die nun vom Herren zugericht,
len, und thut es nah und fern daß fie fein Wunder ⸗Macht
erzehlen, was GOtt an feinem erheben Tag und Nacht, und
Volck gethan: Er wird nun da ſtehen in Licht und Recht,
nicht mehr verweilen, u. zu der als treue Knecht, und Gottes
Huͤlf gus Zion eilen, daß bald eigen Erb⸗Geſchlecht.
wird ſehen jederman das groſe 10. Tretet nunmehr allzuſam⸗
Gottes ⸗Heil, das Zion wird men, ihr Geiſter, die aus Ott
zu Theil, wann wird kommen, herſtamen, und ruͤhmet GOtt
daß Gott ihr Schmach und mit aller Macht: ja du gan⸗
Ungemach wegnehmen wird tze Zions⸗Heerde, die noch zer⸗
auf einen Tag. a ſtreut guf dieſer Erde, und die
8. Weil die Sonn nun aufge⸗ nun ſchon zuſammen bracht.
gangen im Mittags⸗Licht mit Seht auf, und ſeyd bereit, weil
vollem Prangen, drum muß die Verheiſſungs⸗Zeit iſt ge⸗
die Dunckelheit vergehn: ſo die kommen, u. Zion werd zu einen
Voͤlcker hat bedecket, und, was Heerd gebracht auf dieſer ganz
ſich hinters Licht verſtecket, wird Ken Erd.
nun mit Schaam und Schand rr. Dann wird alles Heer |
beſtehn. Weil dieſes groſe Licht ſich ſaminlen, auch Kinder, die
nun allen Schein zernicht, auch anitzt noch ſtamlen, die Lahme,
bey denen, die ſich verſtellt vor Schwangre, Kindbett rin: da⸗
aller Welt, und ſelbſt zu Zion mit keins vergeſſen werde, auch
mit gezehlt. an dem aͤuſern End der Erde,
9. Darum kann man naͤher das hat gerichtet ſeinen Sin
trete ins Heiligthum zu Ott, auf die Verheiſſungs⸗Zeit, und
mit Baͤten, weil Zions Glantz ſich auch hat bereit, um zu kom⸗
auf gangen iſt: dann auch Hei⸗ inen nach Zion dar, zur 990
4
149
tzen Schaar, die auf der Welt ſeyn, thut nicht mehr einfchla-
zerſtreuet war. | fen: kauft bey Zeiten Oele ein,
12. Viele werden weinend greiffet nach den Waffen: denn
kommen, wenn fie die Zurufs⸗ es iſt wenig Friſt mehr in dieſen
Stimm vernommen, und mit Tagen, wie die Wächter ſagen.
viel Muͤh ſich machen auf: die 4. ne alles von euch weg,
fehr fern am End der Erden, die was euch will auf halten, oder
komen auch mit viel Beſchwer⸗ machen faul und trag, und die
den, und ſammlen alle ſich zu Lieb erkalten: weichet nicht, bis
Hauf. Da iſt die Ruhe⸗Stadt, geſchicht, daß der Waͤchter
die GOtt erbauet hat, u. wird Stime ſehr hoch von der Zinne
heiſſen: Hie iſt der HERR! 5. Ruft: der Bräutigam iſt
Dem Preiß und Ehr gebührt nah, auf! ihr Hochzeit⸗Leute,
von ſeinem gantzen Heer. geht entgegen, ſinget da, ihr
| 15 00 Wel, 1h 5 105 19
Ra e ohn Verweil, thut euch n
Daf, du keuſches Jungfrau unſehen, ſonſten bleibt ihr ſtehẽ.
A Heer, thu den Schmuck an⸗ 6. Denn es iſt das letzte mal,
legen; geh im Pomp u. Pracht daß die Knechte laden zu dem
einher unſerm Lamm entgegen, groſen Abendmahl, darum
ſo kanſt du in die Ruh gehen laßt euch rahten, damit ihr noch
ein mit Freuden; drum thu dich alhier werdet zubereitet, u. ſchoͤn
bereiten. „ angekleidet.
2. Fliehe alle Schlaͤfrigkeit, 7. Dann fo kann man gehen
und was auf dem Wege dir bes ein mit des Lam̃s Jungfrauen,
fleckt dein weiſſes Kleid, und die gantz heilig, keuſch uͤnd rein,
dich machet traͤge:geh die Bahn, ſich mit Ihm vertrauen, und
flieh den Wahn, der dir deinen weil nur feiner Spur fie allhier
Glauben oͤfters ſucht zu rauben. nachgangen, drum ſteht man
3. Laßt die Geiſter munter ſie prangen.
1 he . 8. Dort
15
250, |
8. Dort im weiſſen Kleider: meine Seel ſoll in der That
Pracht vor dem hohen Throne, ſtets erheben ſeinen Raht, und
da ſie ruͤhmen GOttes Macht denſelbigen hoch preiſen mit viel
mit viel Freud und Wonne. Wunder⸗ſchoͤnen Weiſen.
Drum, wohl dir, die du hier, in 4. Dann Er hat gar manche
den Leidens⸗Tagen, ſeine Jahre mich getragen in Ge⸗
Schmach getragen. dult, da ich bey ſo viel Gefah⸗
mel 9 a d. md: re haͤuffte immer Schuld mit
melbvdi : 4. Schuld, ginge meine eigne
A uf du meine Seele! ſinge, Weg, wußte nichts vom Le⸗
lobe deinen guten GOTT, bens⸗Steg, leere Wohlluſt eit⸗
und Ihm deine Opfer bringe: les Prangen hielte meinen Sin
weil Er dir aus aller Noth hat gefangen. |
geholfen wunderbar, und, wan 5. San Erbarmen hat ent⸗
ſonſt kein Helfer war, ließ Er laden mich von ſolchem eitlen
ſpuͤren feine Güte in dem Her⸗ Sinn: feine Langmuth mich
tzen und Gemuͤthe. berahten, und mein Hertz ge⸗
2. Darum will ich feinen Na⸗ zogen hin auf den Weg der Se⸗
men loben, rühmen früh und ligkeit, den Er ſelbſten hat be⸗
ſpat; ſeine Wunder an reit denen, die allhier auf Er⸗
men, die Er mir erwieſen hat, den wollen Gottes Erben wer⸗
haben weder Maaß noch Ziel, den. 1
und, wann ſchon des Leidens 6. Dieſen Weg hab ich betret⸗
viel, weiß Er doch in allen Sa⸗ ten nun ſo viel und manche
chen etwas Guts daraus zu Jahr, mit viel Seufzen mit
machen. g viel Baͤten mit viel Aengſten u.
3. Ich kann es nicht gnug er⸗ Gefahr, mit viel Muͤh und mit
meſſen, was Er mir zu jeder⸗ viel Leid, mit viel Angſt und
zeit hat vor Gutes eingemeſ⸗ Traurigkeit, mit viel ſchweren
gen, und von aller Laſt befteyt: Truͤbſals⸗Hitzen, wann ich
157.
mußte aͤngſtlich Baum wann ich traurig geh, loben,
7. O! was ſoll ich davon ſa⸗ wann ich ſchier vergeh, loben,
gen, Du mein HErꝛ und treu⸗ wann ich nichts kann machen,
er GOtt, weil Du mir in ſo viel u. nicht rahten meinen Sachen.
Zagen haft geholfen aus der 11. Ich will Ihn zu allen Zei⸗
Noth: deine Guͤt und Wun⸗ ten lieben, loben in der That,
der⸗Macht hat mich oft zurecht ſeine Wunder⸗Macht ausbrei⸗
gebracht, und aus aller Angſt ten, die Er mir erwieſen hat:
eriſſen, deine Gunſt mich laͤſ⸗ auch zu Nacht will ich aufſtehn,
ſen wiſſen. ſeines Namens Ruhm J
8. Ich bin 5 im Elend gan⸗ daß ich auch in dunckeln Zeiten
an auf dem Feld und in der koͤnne ſeinen Ruhm ausbreiten.
Wuͤſt, Troſt und Huͤlfe zu er⸗ 12. Wann zu Morgens vor
langen, und alſo zu jeder friſt dem Tage ich erwache, ſoll mein
nach gefolget Gottes Raht, der Mund davon machen eine Sa⸗
es ſo beſchloſſen hat, bis mein ge, Ihn zu loben in der Stund;
Seufzen und mein Flehen Er auch zu Abends wann der 170
hat endlich angeſehen. iſt dahin mit ſeiner Plag, wi
9. So daß ich in allen Sachen ich ſeinen Namen preiſen, und
hab erfahren ſeine Treu, Der es Ihm Lob und Ehr erweiſen.
allzeit ſo thut machen, daß es 13. An dem Abend und am
gut und nuͤtzlich ſey: Er bleibt Morgen, zu Mittag und Mit⸗
mir der Allerbeſt, weil Er mich ternacht, ſchlafend wach end
niemal verlaͤßt; darum ſoll in thut Er ſorgen, daß ich werd
allen Proben Hertz und Mund zurecht gebracht; darum ſoll
Ihn ſtetig loben. ſeindob auch nie bey mir ſchwei⸗
10. Loben will ich alle Tage, gen ſpat und fruͤh, u. will ſeinen
loben will ich auch bey Nacht, Ruhm erheben, Ihm Lob,
loben in der Niederlage, loben, Preiß und Ehre geben.
wann ich bin veracht: loben, 14. Dann ich kann es taͤglich
Eh fpüren
152,
ſpuͤren, daß Er mich durch feine. gefticht, und die Zeit der Erndt
Hand ſelber leiten thut und fuͤh⸗ wird geben ew ge Freud und
ren, machet offenbahr bekant ew'ges Leben. 8
feine reiche Gütigkeit, die zu | ' 15
ruͤhmen jeder Zeit, drum ſoll „
bleiben mein Verlangen, ſtetig A US! ihr Gaͤſte, macht euch
nur an Ihm zu hangen. fertig, zundet eure Lampen
15. Muß ich ſchon mein Brod an, ſeyd des groſen Heils gewaͤr⸗
oft eſſen in dem Staub der Nie⸗ tig: jedes thue, was es kann.
drigkeit, will ich doch nicht mehr Dan es kommt herbey die Zeit,
vergeſſen feine groſe Guͤtigkeit; daß ihr werdet gantz verneut:
ſind auch Thraͤnen ſchon inein weil ſich die Erloͤſungs⸗Stun⸗
Tranck, will ich Ihm doch ſa⸗ den haben ſchon im Vorſchingck
gen Danck, u. zu allen Stund funden.
u. Zeiten feine Wunder⸗Macht 2. Dann die Tage gehn zu En⸗
ausbreiten. de, die beſtimet ſind von GOtt:
16. O mein GOtt! was ſoll darum hebt auf 1 und
ich ſagen? womit ſoll ich dan⸗ Haͤnde, wartend, be
cken Bir, was ſoll ich Dir doch de Spott, auf den ſchoͤuen Freu⸗
vortragen? Dich 5 loben nach den⸗Tag, da man jauchzend ſin⸗
Gebühr: ich will alles geben gen mag, und zieht an das rei⸗
hin, was ich hab u. was ich bin, ne Kleid, voll Licht und Gerech⸗
ſo kann ich durch deine Gnade tigkeit. 5 g |
wandeln auf dem rechten Pfade. 3. Habet einen Helden⸗Glau⸗
17. Und, wann ich zum Ziel ben, und dabey getroſten Muth:
ekommen auf dem engen Le⸗ achtet keiner Feinde Schnau⸗
ens⸗Pfad, ſo werd ich init al⸗ ben, ſtehet feſt bis auf das Blut.
len Frommen gehen ein in Got⸗ Weil der Feinde Stoltz und
tes Stadt: da wird ſeyn die edle Pracht bald wird gantz zu micht
Frucht, ſo durchs Leiden hier gemacht: wann GOtt aus
. N j g W 1
y der Fein⸗
—
| |
wird ihr Suͤnd, daß mit ihnen Hauf, und thut Babel Krieg
werd ein End. anmelden: mercket aber eben
4. Hirten⸗Knaben werden drauf, daß ihr nicht durch ihren
kommen, und fie ſchleiffen gantz Schein, war fie will ein Jung⸗
zu Grund: ſolches haben wir frau ſeyn, werdt geblendet und
vernommen, daß ihr Fall in ei⸗ bethoͤrt, wodurch eure Kraft
ner Stund kommen wird, daß verzehrt. N
ſte zernicht t, wann des HErꝛen g. Thut fie aller Ort erſchre⸗
Zorn anbricht; weil ihr's Fre⸗ cken, wo fie ſich verbergen will,
vels wird gedacht, den fie an und mit falſcheim Schein bede⸗
Zion vollbracht. cke; ſchweiget ſchweiget ja nicht
5. O! ihr Waͤchter an den ſtill: damit ſich an euch nicht
Pforten Zions, ruft mit heller findt, daß ihr Theil an ihrer
Stimm; daß an allen End⸗ und Suͤnd, wodurch man empfaͤhet
Orten man es höre und vernim̃: mit ihrer Plage / wie man ſieht.
damit ſich der fromme Hauf 9. Ziehet aus mit vollem Se⸗
ſamimnle, und ſich mache auf aus gen, leget Schwerdt und Pan⸗
zu ziehen in den Streit wider tzer an; thut ihr Heer darnieder
die gottloſen Leut. legen, ſeyd vereinigt als ein
6. Dann es kann nicht anders Mann: und habt einen Helden⸗
kommen, weil die Hur ſich hat Muth, feſt zu ſtehn auf eurer
getraͤnckt mit dem Blut der Hut, daß ſie werde ſelbſt verletzt,
wahren Frommen, daß ihr auch wann ſte gegen euch ſich ſetzt.
werd eingeſchenckt voll ein Be⸗ 10. Dann fo werden eure Krie⸗
cher mit viel Leid, Angſt, Quaal ge lohnen euch mit voller Beut,
Schmertz u. Hertzen⸗Leid; weil wann ihr haltet bis zum Siege,
GOtt ſelbſt zieht aus zum und fo überwindet weit: weil
Rechte, zu erꝛetten ſe ine Knechte. der Feind und boͤſe Rott doch
7. Sammlet euch, ihr tapfern muß werden gautz zu Spott,
Helden, tretet freudig mit zu und mit Schand hn
tehn,
feenbahr, was ſchon lang verhei⸗ kom̃en, daß die Wächter rufen
=
thum, und ſo in die Lange leben, winnen, weil fie GOTT nicht
rechte Samen aller Ort ſein Lob Frommen zubereit.
154.
ſtehn, wann fie ſo zu Grunde zu erzehlen ſeinen Ruhm: dann
gehn. wird auf den Gaſſen wohnen
11. O! ſo eilet derowegen, eis Friede, womit Gott thut loh⸗
let, und verſaͤumet nicht dieſen nen, und in Haͤuſern ſeyn bereit
Sieg mit vollen Segen: wann ſtoltze Ruh und Sicherheit.
Gott alle Macht zernicht eurer 15. Drum ihr Helden halt euch
Feind, die Spott und Schmach fertig, ſtehet feſt als wie ein
euch anthun den gantzen Tag: Mann: ſeyd des groſen Heils
weil euch doch muß alles from⸗ gewaͤrtig, und ſchreyt aller Or⸗
men, u. zu eurem Beſten komen. ten an, wo ſich finden, die ein
12. Dann, wann alle Feind auf Leib mit dem falſchen Huren⸗
Erden find vertilget und ver⸗ Weib, machet ihren Schein zu⸗
ſtoͤrt, ſo wird Zion herzlich wer: nichte durch das helle War⸗
den, und ihr Leid in Freud ver⸗ heits⸗Lichte.
kehrt: dann wird werden of⸗ 16. Dann die Zeit iſt nun ge⸗
fen war, daß in dieſer letzten Zeit auf, damit alle wahre From⸗
die Erde voll Gerechtigkeit. men ſich verſammlen nun zu
13. Und man von des HErꝛen Hauf: daß ſie ſich bereiten recht,
Namen pred gen auf der gan⸗ ein zu gehn, als treue Knecht, zu
tzen Welt, weil der fromm ge des HErꝛen Herzlichkeit, die den
rr
erzehlt: dann wird inan auch 17. Tragt die Laimpe in den
weit und breit ruͤhmen feine Händen, brennet eure Lichter
Herꝛlichkeit, weil nun worden an, fo wird ſich an euch bald fin⸗
offenbahr das verlangte Freu⸗ den, daß kein Feind euch ſchaden
den⸗Jahr. kann. Ob ſich ſchon thut ma⸗
14. Da GOtt wird Erloͤſung chen auf der verſtellte Heuchel⸗
geben feinem Volck und Eigen⸗ Hauf, koͤnnen ſte doch nichts ge⸗
k
4
155,
frey bekennen. vollendt, da du gefangen biſt ge⸗
18. Drum, ihr Klugen allzu⸗ ſeſſen: und muſteſt tragen Feſ⸗
ſammen, freuet euch der Got⸗ ſel, Eiſen, Band, u. dazu woh⸗
tes⸗Treu: preißt und ruͤhmet nen in dem fremden Land.
ſeinen Namen, der bisher ge⸗ 4. Im Lande, da man deine
ſtanden bey wider vieler Fein⸗ Sprach nicht kont vernehmen
de Macht, und ihr Thun zunicht noch verſtehen, u. in viel Orang
gemacht: darum gebet ewigs und Ungeinach gedruckt, ges
Lob Gott, dem ſtarckẽ Zebaoth. gebuckt, muſt einher gehen: es
6. bwi.ird verheert Ehalden, Babels
Macht wird gantz zerſtoͤret, und
A U! ſchmuͤcke dich, du klei⸗ zunicht gemacht. |
ne Heerd, die du gehaßt, ver⸗ F. Drum dulde noch ein kleine
acht verſchoben, und von der Weil, und trage deine Band
Welt gantz ausgekehrt: man und Ketten, denn GOtt wird
wird bald aller Orten loben den dich gewiß in Eil von deinem
ſchoͤnen Glantz, der uͤber dir harten Dinſt erretten: und Hohen
aufgeht, wann Gott fein Ehr dir den lang verheiſſnen Lohn,
und groſe Macht erhoͤht. den Er dir (oe wird durch
2. Dein Haupt wird tragen ſeinen Sohn.
eine Kron, und wirſt in groſem 6. Der dir erworben Gottes
Pracht u. Prangen ſchoͤn leuch⸗ Huld, da Er vor dich ein Op⸗
ten hell, als wie die Sonn, die fer worden, und ausgeſoͤhnet
uͤber dir iſt aufgegangen: drum deine Schuld durch ſeinen Tod
freue dich, weil bald der frohe und Creutzes⸗Orden, den Er be⸗
Tag vergeſſen wird all Leid und ſchloſſen uͤber ſeine Braut, die
Ungemach. hi Er ſich hat mit Ihm am Creutz
3. Die Trauer⸗Tage gehn zu vertraut.
End, es iſt von GOtt ſchon ab⸗ 7. Drum folgen wir Ihm treu⸗
gemeſſen, wann alles Leiden iſt lich nach in Spott, Verachtung,
| U. Schmach
156.
Schmach und Schande: kein
Druck, noch einig Ungemach,
und was auch waͤren Schlag
und Bande: kann ſcheiden uns
von ſeiner Gunſt und Gnad,
die Er an uns bisher erwieſen
hat. |
g. Und hat uns fo zuſammen
bracht aus den Geſchlechtern,
Voͤlckern, Zungen, daneben
uns ſo wohl bedacht, daß es uns
iſt bisher gelungen: drum ſin⸗
gen wir aus vollem Hertzens⸗
Grund, und dancken Ihn das
für zu jeder Stund.
9. Damit an uns werd offen⸗
bahr, daß wir ſein eignes Erb⸗
Geſchlechte, und mit der gan⸗
tzen Gottes⸗ Schaar erzehlen
ſeine Wunder⸗ Rechte: die Er
uns wiſſen laſſen in dem Bund,
und machte ſeinen groſen Na⸗
men kund
10. Drum iauchze Ihm die
gantze Heerd, die Er ſich durch
ſein Blut erkauffet aus allen
Voͤlckern auf der Erd, und ſie
in ſeinen Tod getauffet: zu tra⸗
1 In nach ſein Ereutz auf dieſer
Welt, bis ſie mite
in dort vor
den Thron geſtellt.
11. Drum auf! u ſaͤume dich
nicht mehr, dann die Erlöfung
wird bald kommen, die GOtt
beſchloſſen lang vorher hat uͤber
ſeine wahre Frommen: die letzte
Stunde eilet nun zum End, da
ſich dein Leid in lauter Freude
125 9 | ] |
12. Heil, Preiß, Lob, Ehr
Danck, Ruhm u. Macht 155
Ihm dem groſen Gott gege⸗
ben, der uns durch Lieb zuſam⸗
men bracht, daß wir Ihm gantz
zu Ehren leben: des ſchweige
nun ewig und nimmermehr
das gantze auserwaͤhlte Got⸗
tes⸗Heer. * eee eee
7 5
As freudige Lallen der Kin⸗ |
Di allhier, die gaͤntzlich
entzündet mit Liebes⸗Begier:
wird taͤglich erneuet, ſie werden
erfreuet, wenn Liebe anbrennet
die Himmels⸗Begier. =
2. In Stuͤrmen und Wellen
erheben fie ſich, ihr Alles iſt
gaͤntzlich ins Eine gericht: das
ewig beſtehet, und nimmer ver⸗
gehet,
7
|
| entzund. 1
157»
*
und Alles zerbricht. lich zu Schanden, verſchertzet
was Hummel und Erden will tritt ferne von mir, mein Hertz
lieben zugleich. iiſt entzuͤndet mit Himels⸗Be⸗
4. Ihr Kinder der Liebe, kom̃t gier, von Wohlluſt und Leben,
alle heran, erhebet und ruͤhmet die in mich gegeben mein freu⸗
den maͤchtigen Mann, den Koͤ⸗ dige Wonne, die ſchoͤneſte Zier.
nig der Wunder; das thuet je⸗ 9. Die Schoͤnſte von allen ich
tzunder, weil Er uns eroͤffnet habe erblickt, drum iſt auch
der Tugenden Bahn. mein Hertze von Liebe entzuͤckt:
F. Erhebet zuſammen Hertz, weiß wenig zu fagen von Kla⸗
Munde und Hand, daß keines gen und Plagen, weil Goͤttlt⸗
vom andern ſich mimmermehr chesveben mich imigft erquickt.
trennt: ſeyd munter im Hertzen, 10. Drum fliehen von hinnen
laßt Liebe ſtets ſchertzen, daß die Feinde ohn Zahl, die taͤglich
feurige Inbrunſt euch innigſt befliſſen mich bringen zu Fall,
| iin vielerley Sachen mich muͤde
5. So wird euch Schmach zu machen, die werden zerſtaͤu⸗
Schande erſchrecken nicht mehr, bet nun alle zumal. f
vielmehro verdoppeln des Ko⸗ kr. Ihr Zious⸗Geſpielen er⸗
niges Ehr: Der ſtetig von oben, hebt euch mit mir, werdt kraͤf⸗
in Letden und Proben, mit tig entzundet mit Himmels⸗
Freuden erfuͤllet fein glaͤubiges Begier: trett t näher zuſamen,
Heer. N verdoppelt die Flammen der Lie⸗
. Wer hier nicht will * be, voll Leben .
154 32. ier
2
’ .
158.
Zier. | len⸗Hort! dein wahres Lebens⸗
12. So geben wir Glorie und Wort ſich laſſe hören in voller
Ehre zugleich dem maͤchtigen Kraft, die uns macht tugend⸗
Koͤnig, der Liebe⸗voll reich: u. haft, und wahres Leben ſchafft
zieren den Handel mit Goͤttli⸗ zum Gottes⸗Leben. 5
chem Wandel, mit Freuden zu 5. Schenck auch dabey, daß
gehen ins himmliſche Reich. wir, ohn Heucheley, dir bleiben
| recht getreu, als deine Freunde;
e damit ohn Ziel dein reiner Got⸗
Dein helles Licht nun durch tes⸗Will Uns täglich voll an⸗
das Dunckle bricht, im füll, zum Trotz der Feinde.
Hertzen aufgericht, das ſich er⸗ 6. Daß uns erfreu dein unver⸗
eben dem reinen Geiſt, der taͤg⸗ fälfchte Treu, und alſo ohne
ich in uns fleußt, auch Kraͤfte Scheu dein n Ruhm vermeh⸗
uns darreicht zum Gottes⸗ ren, damit die Welt, die nur
Leben. vor Thorheit haͤlt, wenn man
2. Und ferner auch, nach dei⸗ dein Lob erzehlt, es moͤge hoͤren.
nem weiſen Brauch, und rei⸗ f
nen Gottes⸗Hauch, uns voll 9. 1
anfuͤlleſt, und macheſt wahr an D ER bittre Kelch u. Myrr⸗
deiner werthen Schaar, was hen⸗Weine ſchieckt einem
lang verheiſſen war, an uns Chriſten gut, der kaͤmpfet bis
erfuͤlleſt. aufs Blut: die Prob verſüßt
3. Drum fingen wir, O aller⸗ des Creutzes Peine, dieweil
ſchoͤnſte Zier! mit reiner Him⸗ man da findt lauter Sachen,
mels⸗Gier dir unſre Lieder; da⸗ die Frieden machen. Br
mit fie nun an deinem Eigen: 2. Ein Chriſt weiß laͤnger nicht
thum, zu deines Namens zu ſagen, als nur von einer
Ruhm erſchallen wieder. Stund, daß Leiden ihn ver⸗
4. Und alſo fort, O treuer Se⸗ wundt: und laͤßt GOtt a 1
Koſt
N 1
1
—
—
739.
Koſt vortragen, daß er im Frie⸗ ben hin, daß er im Kampf ges
den kann geneſen, ſo iſts ver⸗ winn den Sieg, wodurch er
geſſen. auserkohren, zu tragen in des
3. Doch muß der Glaub die Himmels Throne die goͤldne
Probe halten, daß nicht entfall Krone. ER
der Muth, wenn er mit Fleiſch g. Drum muß den Kaͤmpfern
und Blut zu kaͤupfen hat auch doch gelingen, wie es auch ges
der geſtalten: daß er fich findet hen thut, fällt ihnen nicht der
aller Maaſen gantz ſeyn ver⸗ Muth: wer will den alten Feind
laſſen. bezwingen, der muß auch in des
4. Ein Kaͤmpfer, der einmal Todes Rachen nur feiner lachen.
geſetzet ſein Theil zu dieſem 9. Dem noch gefaͤllt ſein eigen
Spiel, dem iſt es nie zu viel, Leben, der bleibe nur zu Haus,
wenn er gleich in dem Kampf er haͤlt den Kampf nicht aus:
verletzet: er hat ja ſchon zuvor denn diß muß man zu erſt hin⸗
ſein Leben gang bingege en. geben, eh man ſich denckt in
F. Die Ritter⸗Krone muß doch Kampf zu wagen, den Feind zu
werden den treuen Kaͤmpfern ſchlagen.
| dort, nach dem Verheiſſungs⸗ 10. Wie viele ſeynd zu Schan⸗
Wort: weil ſie in allen den Be⸗ den worden, die ſtatt der Sie⸗
ſchwerden, wo fiefich eimnal zu ges⸗Kron bekleidt mit Spott
verſchrieben, find treu geblieben. und Hohn: weil ſie die rechte
6. Blut, Feuer, Aengſte, Hitz Krieges⸗Orden verachtet, und
u. Schlaͤge find oft, an ſtatt der ihr eigne Sachen nur thaͤten
Beut, den Kaͤmpfern zu bereit: machen. |
u. wenn noch wird im Hertzen 11. Wer Jacob will imKampf
rege der alt und boͤſe Graͤul der nachgehen, daß er Iſtaels Nam
Suͤnden, muß überwinden. ererb aus feinem Stam: muß
7. Ein Kaͤmpfer, der zur Fahn Weib und Kinder laſſen ſtehen,
geſchworen, und ſich gantz 91 ſo kann er in dem Kampfe⸗Nin⸗
| 43, gen
*
160
gen Gott ſelbſt bezwingen. bis daß ich unch werd nieder
12. Und kann den neuen Na⸗ legen, und gaͤntzlich von der Laſt 1
men tragen, ſo heiſſet Iſrgel, der Erde entbunden werde. |
weil er in dieſe Stell getreten, | |
und den Kampf that wagen: 3 7 | DB
drunn iſt er auch im rechten We⸗ y ER frohe Tag bricht an,
ſen in GOtt geneſen. Des legt ſich nieder der harte
13. Mun thut die Gnaden⸗Jacobs⸗Dinſt, es wird im
Sonn aufgehen nach einer wieder gegeben ſeine Braut, die
ſchwartzen Nacht, die er hat zu⸗ ihm vermaͤhlet, und ſich beym
gebracht vor GOtt im Kampf Lebens⸗Bronn zu ihm geſellet.
mit vielem Flehen, da feine Haͤ⸗ 2. Nun wird erſt fruchtbar
tigkeit gebrochen, und ward ge⸗ ſeyn, die lang verſchloſſen als
rochen. e ee it ein junges Weib vom Man
114. So wird die Treu mit verſtoſen: nun wird fie eine rei⸗
GOTT belohnet, der nicht im che Mutter werden, daß davon
Kampferweicht, bis daß er hat wird erfüllt die gantze Erden .
erreicht: daß GOtt nun ſelber 3. Der neuen Liebes⸗Welt,
bey ihm wohnet, und machet, die ſich thut zeigen mit ihrem
daß auch ſelbſt die Feinde nun vollen Pracht, wer ſolte ſchwei⸗
werden Freunde. gen, und es nicht zeigen an, was
Ag. Lob Preiß und Danck ſey er thut fehen: weil es bald allen
dein geſungen, der mir erworben Welt wird offen ſtehe. 09
hat die Fülle feiner Gnad:ſo 4. Die Baͤume bluͤhen ſchon
daß es mit bisher gelungen: Er von mancher Arten, die Fruͤh⸗
wolle mich nun ferner fuͤhren, lings⸗Sonne leucht t in Gottes
und ſelbſt regieren Garten: der Winter geht zu
16. Zu gehen fort auf rechten End die Nacht muß fliehen,
Wegen, die lauter ſind u. rein, der Lentz nun hoͤher ſteigt, die
ohn allen Trug und Schein: Roſen blühen. 1 9
71 5 n 5. Der
— — ———üää4ä
5. Der Glantz vom Paradies
iſt aufgegangen, darum wird
fallen bald der Welt ihr Pran⸗
gen, ſamt allein, was ſie ſich zur
Luſt erlefen: den wird erſt Zion
recht im Grund geneſen.
6. Der Libanon ſteht ſchoͤn die
Zweige gruͤnen, die Mayen
thun zur Luſt und Freude die⸗
nen: damit das frohe Feſt ſchoͤn
werd gezieret im Bang, wo nun
die Braut wird eingeführet.
7. Die vor verſchoben war, und
mußte girren in einſam⸗wilder
Wuͤſt, die ſteht man führen vom
Koͤnig aller Welt in ſeine Kam⸗
mer, da ſie wird ſeyn befreyt
von allem Jammer.
8. Dañ Er ein Held im Streit,
dem es gelungen, da Er vor ſei⸗
ne Braut im Kampf gerungen
mit |
und hat geſieget, daß aller Sein:
de Macht zu Boden lieget.
urcht die gantze Nacht,
9. Drum geht fie aus und ein,
mit groſen Freuden, dieweil ſein
Sieges⸗Recht an ihrer Seiten:
die Ruhe iſt bereit, wo ſie wird
raſten, da fie wird nummermehr
kein Feind antaſten. |
rahten, daß fie nun aller Sorg
16 T,
ro. Ihr Bett iſt zugericht von
eitel Stücken, womit des Koͤ⸗
nigs Sohn ſie wird begluͤcken:
da ſtehen rund umher die ſtar⸗
cken Waͤchter von Staͤmmen
Israel und der Geſchlechter.
11. Sie geht im Pomp einher
mit Freud und Wonne, in vol⸗
lein Lichtes⸗ Pracht, hell wie
die Sonne, die Toͤchter folgen
ihr mit den Geſpielen: doch blei⸗
bet fie die Schoͤnſt unter ſehr
Vielen! % C |
12. Da werden Wunder ſehn,
die fie verachtet, und fie vor eis
nen Graͤul und Spott geachtet:
die Lieblich und die Schoͤn wird
man fie heiſſen, und wird fie
alle Welt mit ſelig preiſen. |
13. Der Mutter Kinder ſelbſt
die werden ſtehen erſtaunet und
beſtüͤrtzt, wann die es ſehen: daß
fie fo reich begabt, nach ſo viel
Proben, und werden ſie zugleich
mit andern loben. |
14. Weil fie von Ewigkeit dar⸗
zu erwaͤhlet, daß ſie des Koͤnigs
Sohn ſo werd vermaͤhlet: da⸗
rum iſt es ihr auch ſo wohl ge⸗
und
8. - W
a 2
3
1 nn
1
N
3 2 *
2 N
162.
und Furcht entladen. zu preiſen, dieweil ich ſeine Lieb
15. Mein Geiſt iſt Liebe⸗voll im Hertzen kenne, und ſoll in
von Himmels⸗ Freuden, weil Ewigkeit mich auch nichts tren
mich mein trautſter Hirt thut nen. 1
ſelber leiten auf feiner Liebes⸗ 20. Ihr Glieder indem Bund,
Bahn, wo man kann finden, ſtimmt mit zuſamen, und bren⸗
wie Er mit. feiner Braut ſich net Lichter⸗loh in Liebes⸗Flam⸗
thut verbinden men: erhebet Hertz und Mund
16. Allhier auf dieſer Welt, zu deſſen Ehren, dem bald wird
da fie muß gehen in einſam⸗wil⸗ alle Welt fein Lob vermehren. *
15 er e | Fendt 1
fie ihr Freund verlaͤßt, u. fremd . Schall
iſt worden, und faͤhret ſie oft a e en e 6
91 11 89 0 SE dich die Lieb 155 und Sinnen mit, Ihn
du 77 2155 ds wenn ſtets zu Toben; ſo ftimmen wir
1 Deneſchlag ihrn ie. an die ſchouſten dein,
1 end n wird 1 en Ihn ohne Zeit u. Ende 5
mu tiefer in den Grund vertun⸗ 22. Biel Danck und Ruhm⸗
den, wenn Schrecken Jucht u. Geſchrey muß nun erklingen,
Angſt das Hertz verwunden. wann wir dem groſen GOTT
18. Der Braut gam kaus an ſein Lob darbringen; wohl dat
beſten auf die wagen, ſo FEINE es bleib dabey, es mußt woche
keuſche Lieb im Herten tragen: ren, und ſelbigs weder Zeit noch I
und halten aus die Prob in al- Jahr verzehren 1
lem Leiden do daß ſie auch nichts Y.; Hiß ſey nun unfer Ruhm
unn en ge be⸗ und Werck auf Erden, daß wir
29. Drum iſt mein Hertz be⸗ zu einem Dinſt geheiligt wer⸗
reif nit Cicbes Beten ihn mei⸗ dee d wird Ein Ruhm erhöht
ner Seelen Schatz aufs ſchoͤnſt den: ſo wild | 1
—
163.
zu allen Zeiten, und koͤnnen oh⸗ Ihime ſchreyn in ihren Noͤthen.
ue End ſein Lob aus breiten. 9. Er thut ſich des Elenden früh
17 8 erbarmen: ſteht den Bedraͤng⸗
ar, ten bey mit feinen Armen.
Er HERR ift hoch in ſei⸗ 10. Er thut zerſtoͤren die gott⸗
Duem Thron erhaben: Er loſe Rotten, die feinen Namen
ſchencket uns viel reiche Him⸗ hoͤhnen und nur ſpotten.
mels⸗Gaben. | 11. Zu feiner Zeit wird der
2. Er machet, daß wir unſer Gerechte loben: und wird nicht
Haupt aufheben: und Ihm ſcehen inehr der Feinde Toben.
Kraft, Herrlichkeit und Ehre 12. Und nicht erſchrecken mehr
geben m ae, vor ihrem Schelten: ſondern es
Z. Durch ſeine Hand wird al⸗ ihn n auf ihren Kopff vergelten.
les ausgerichtet, was wir zu 13. Wer iſt denn, der ich wi⸗
thun, u. wozu wir verpflichtet. der den kann ſetzen? wer kann
4. In ſeinein Sieg kann man denn einen ſolchen Maun ver⸗
Ihm willig dienen: Er thut der letzen. N
Feinde Hohn und Trutz ver⸗ 14. Wohl dem! der ſeine Hoff⸗
fühnen. nung hat geſtellet auf feinen
F. Durch ſeine Herꝛſchafft muß Gott, der wird nicht mehr ges
es uns gelingen: daß wir Ihm faͤllet. | | 78
freudig unſre Opfer bringen. 15. Es wird doch unſer GOtt
6. Wer iſt denn, der ſich wider zuletzt aufwachen: und helfen
Ihn kann ſetzen? wer iſt denn, uns und unſrer armen Sachen.
der kann feine Macht verletzen: 16. Wir wollen feinen Na⸗
7. Er herꝛſcht, durch fein Ver⸗ men hoch erheben: und Ihme
‚mögen können ſiegen die, ſo von Preiß und Ruhm und Ehre
ihren Feinden unten liegen. geben. 1
8. Durch ſeine Hand Er hel⸗ 17. Dann Er iſt unſer Licht
fen kann und retten die, ſo b auf unſern Wegen hg 11155
5 nade.
.
a | ER
| ON
9 *
164.
Gnade aus mit reichem Segen. 27. Preiß, Ehre, Macht und
18. Er iſt es, dein wir alle ſind Danck ſey Dir gegeben, Du
verſchworen, weil Er uns hat groſer GO TT von uns in un⸗
zu feinem dag erkohren. ſerm Leben.
19. Wir doͤrffen Ihm in al⸗ 28. Dein Name werde ſtets
lem wohl vertrauen: auf feine von uns erhoben, wir wollen
Guͤte und Verheiſſung bauen. preiſen Dich und ewig loben.
20. Er hat gehoͤret der Elen⸗ 29. Dann es wird nun und
den Schreyen: und ihnen laſſen ewig ſeyn vergeſſen: da wir zu⸗
Troſt und Huͤlf gedeyen. vor in ſo viel Leid geſeſſen.
21. Er hat die Kinder dom 30. Wir werden nun nicht
abgekehret: u. ihre Rahtſchlaͤg mehr daran gedencken, wo wir
wider uns verwehret. in ſo viel Leid uns mußten kraͤn⸗
22. Da ſie gedachten ihren Fuß cken. eee,
zu fuͤrben in unſerm Blut, mu⸗ zr. Drum ſoll fein Lob von
ſten fie ſelbſt verderben. nun und ewig waͤhren: und ſoll
23. Von den Philiſtern und daſſelbe keine Zeit verzehren.
viel andern Rotten, die ſeinen Ehre ſey GOTT. 1
Namen hoͤhnen u. uur ſpotten: 0
24. Er uns errettet hat durch n 7
feine Stärde, und groſe Macht N ER reine Lebens ⸗Ge iſt
und viele Wunder⸗Wercke. ſchwingt ſich empor in mei⸗
25. Drum muß es uns in ſei⸗ ner Hertzens⸗Kamer, und macht
neim Sieg gelingen: daß wir vergeſſen in mir allen Jammer:
Ihm willig unſte Opfer brin⸗ der vormals oft Hertz, Seel und
5 e, Geiſt gekraͤuckt. Nun iſt der
26. Im Schmuck, der heilig Ruhe = Sabbath angegangen
heißt, zu ſeinen Ehren, und ſei⸗ in meinem Hertzens⸗Haus, die
nen Ruhm allzeit in uns ver⸗ Unruh iſt hinaus, der Geiſt kan
mehren mum eee
*
| N
16%,
2. Es ſterben gantz dahin die 5. Preiß, Ruhm und Gloria
viel⸗u. mancherley Natur⸗Ge⸗ werd Ihm ohn alle Maaß von
ſchaͤfte, und zeigen ſich der rei⸗ uns gegeben, weil Er uns hat
nen Gottheit Kraͤfte: die gantz geſchenckt ein neues Leben: da
verneuen meinen alten Sinn, man in allem nun kann anders
drum muß in mir die reine d Bar⸗ ſeyn als vor, da das vergiffte
heit gruͤnen, die mich ſo wohl be⸗Süͤͤnden⸗Lben die arme Seel
—
dacht, daß ich zurecht gebracht, befleckt, ſo viel Unruh erweckt,
und alſo kann im neuen Weſen und nichts war als ein ſtetigs
dienen. Widerſtreben.
3. Das Alte iſt dahin, nun iſt 6. Nun aber ſeynd wir ſtill, und
der Geiſt zu feiner Ruhe kom⸗ ruhen fanft in feiner Liebe Ar⸗
men, die ſchwehre Laſt iſt ihm men, die uns umgeben mit fd
hinweg genomen, das vormals viel Erbarmen, daß wir verbun⸗
thaͤte qualen meinen Sinn: es den ewig ſein zu ſeyn: und alſo
muſſe nun das Lebe aufwärts bleiben ſtetig an Ihm hangen,
ſteigen, das Gott in mich ges und gehn nicht mehr hinaus ins
legt, und reiche Fruͤchte tragt, wilde Welt⸗Gebrauß, und alſo
die Gnaden ⸗Sonn thut ihren fort im ew gen Frieden prangen.
Glantz nun zeigen. | jr
4. Es müuͤſſe Frieden ſeyn bey 13. u
mir und allen, die ſich GOtt er⸗ Der Weg zum Vaterland
geben, und bleiben ſtets an Ihm |
un reinen Leben: und werden cken: wer einmal in dem Stand,
gantz befreyt von aller Pein, daß er recht wird gewahr, was
daß ſie in ſtillen Salems⸗Pfor⸗ da vor viel Gefahr, der lebet
ten wohnen, wo GOtt die Ruh nie ohn Schmertz, die Liebe
iſt voller Dorn und He⸗
1
bereit ſchon hier in dieſer Zeit, kraͤnckt ſein Hertz.
und da thut ewig uͤber ihnen 2. Weil er nicht kann bewaͤhrt
thronen. N 0 zur vollen Klarheit kommen
| . 2. | ea
wie einem thut bote der 8. Allein ich hielte an mit ſeuf⸗
gen Lebens⸗Pfort eindringet auf der Bahn: die Enge ſchloß
166.
S... ðͤ ne
ſo, wie ſtin Hertz begehrt, das dringt durch das viel Geheeg.
treibt ihn in die Eng bey dem 7. Ich habs ſchon oft verſucht
ſo viel Gedraͤng, daß er kaum zu dringen durch vor Allen; al⸗
weiß, obs geht, oder gar ſtille lein die ſcharfe Zucht hielt mich
ſteht. | | ſo in der Eng Und vieler Noth⸗
3. Es kaũs keinGeiſt verſtehn, Gedraͤng, daß ich mußt ſtille
wenn man es ſchon thut ſagen, ſtehn, ohn weiter ſort zu gehn.
einmal nach dem Wort zur en⸗ zendem Verlangen, ſo blieb ich
mit Gewalt, und Allem thut mich ein, daß ich kont ſtille ſenn,
Einhalt. Zus und warten, bis die Thuͤr ſich
4. Die Enge iſt ſo groß, daß ſelbſten oͤffnet mir. .
es nicht zu ermeſſen, wie man⸗ 9. O was vor ein Genuß kann
chen harten Stoß der innre Glauben, Lieb und Hoffen er⸗
Geiſtes⸗Will muß leiden in der werbe: wan die Buß die Frucht
Still: was Andern oft iſt leicht, der Liebe ſaͤet durch Wachen u.
macht ihn klein und gebeugt. Gebaͤt, u. alſo mit Begier geht
5. Denn HeErꝛ Herz fagen ein zur engen Thür. Ei
will es allhier nicht en 10. Es iſt nicht boͤß gemeint,
man komint ſo nicht zum Ziel: wann Gott uns ſchon laͤßt ſte⸗
es fordert a um Hertz, bey che: wer einmal Gottes Freund,
vielem Weh und Schmertz, und der wird dadurch geuͤbt, je haͤr⸗
unverfaͤlſchte Treu, ſonſt gehet ter er gefiebt, je reiner wird der
man vorbey. | Sinn gericht zum Himmel hin.
6. Es find gar viele Ding, 11. Was ſolte ſonſt die Treu
wo unſer Hertz an klebet, drum ver uchen und probiren; wan
iſts nicht fo gering, ſich nichtes nicht die Wuſteney der Liebe
ſeyn bewußt als reine Liebes⸗ Feuer⸗Herd, worinn fie wird
Luft: die auf dem engen Weg bewährt, des Glaubens 9 f
| * tigkeit
>
bey vielerley Gedrange, das Frucht der neuen Erd
in Gott ſich wieder finden, u Ein jeder, der geſchrieben ein,
f n & 3.
167,
tigkeit iſt ſtets darzu bereit. nach ſo lang gedürft mein Seel
12. Die Treu, die nicht ver⸗ in viel Geduld nach GOtt u.
. 575 re a . Huld: nun iſt die Zeit
har aur es geht: die ſte⸗ geborn, daß funden, was ver⸗
het bis ins Grab, kann Allem 5 W
ſagen ab, Hertz, Seel, Geiſt, 17. Viel ſuͤſer Liebes⸗Moſt
Muth und Sinn ſie alles gibt wird mir nun eingeſchencket:
dahin. > ich leb, und bin voll Troſt, weil
13. Sie aber bleibet ſtehn ohn Gott mich hat erneut, von fo
hin und wieder Wancken, wie viel Laſt befreyt, und meine
es auch ſonſt thut gehn, fie lei⸗Sterbens⸗Noth geendiget in
det bis in Tod: haͤlt feſt an ih⸗ Gott.
rem GOtt. Der rechte Ster⸗
bens⸗Sinn bringt lauter Luſt⸗ 14.
Gewinn. D Es HErren Zweig iſt lieb
14. So wird das Ziel erreicht und werth, und ker die
ey de⸗
Hertze wird erweicht: die Lei⸗ nen, die behalten, und uͤber blie⸗
den ſind nicht ſchwer, man ſpuͤh⸗ ben zu der Zeit der vielen Truͤb⸗
ret ſchon vorher die ſuͤſe Frucht ſals⸗Hitz und Leid, und thaͤten
der Zeit zur frohen Ewigkeit. nicht erkalten: die ruͤhmen Got⸗
15. Drum ſoll das Fleiſch⸗ tes Wunder⸗Macht, Der uͤber
Geheeg mich nimmermehr ab⸗ fie in Gnaden wacht. |
ſchrecke auf meinem Glaubens: 2. Die alſo uͤberblieben ſeyn
Weg: ich dringe tiefer ein in in Zions Reich und der Ge
Gottes Liebe rein, die bleibet mein, die muͤſſen heilig heiſſen:
ewig 9 wann Alles wird weil GOtt Jeruſalem, die
vergehn.
Stadt, erwahlet und bereitet
16. So wird mein Leben erſt hat, daß ſie nicht ſoll zerreiſſen.
wird
168.
wird unter den Lebend gen ſeyn.
3. Mun wird die Tochter Zi⸗
ons hell gewaſchen ſeyn an Leib
und Seel von dem Linflat der
Sünden :weil GOtt durch ſei⸗
ne Gnad und Huld fie waſcht
in Goͤttlicher Geduld, ſo daß
nichts mehr zu finden von dem,
worinnen ſich ihr Blut ver⸗
ſchuldet hat am hoͤchſten Gut.
4. Dann GOtt durch feinen,
Wunder⸗Geiſt ſich ſelbſt von
feiner Stätte reißt, und faͤhret
aus mit Flammen des Feuer⸗
Eifers im Gericht: worinnen
gantz und gar zernicht der boͤß
und gottlos Saame, und wird
nichts mehr zu ſehen ſeyn von
dem, was Suͤnd iſt u. gemen.
fich, zur Zeit der heiſſen Sonen⸗
Stich, fuͤr Wetter und für Res
gen, friedſam und ruhig, ſicher,
ſtill, in der fo reichen Guaden⸗
Full: drum muß ſich alles legen,
was Sunde, Furcht und Schre⸗
cken heißt, weil GOtt ſie nur
mit Guͤte ſpeißt. Nr
7. Deß lobe GOtt mit Hertz
und Mund die Kirche Zions alle
Stund, und preife feinen Na⸗
men: ſie dancke Ihm zu jeder
Zeit, und ruͤhme ſeine Herzlich⸗
keit, durch ſeines Geiſtes Flam⸗
men. Sie ſchweige nun und
nimmermehr, und geb Ihm
ewig Ruhm und Ehr.
„
5. Die Wunder⸗volle Gottes⸗ J Je Flammen der Liebe
Macht wird dann verſchaffen, vom heiligen Feuer ver⸗
daß bey Nacht ein Feuer ſey, brennen die Stoppeln, verzehre
das brenne, Rauch, Wolcken, die Spreuer: damit wir von
die da an dein Tag ein Schirm Bildern zum Weſen gelangen,
wider die Hitz und Plag, und von Liebe gezieret mit trefli⸗
heiſſen Glantz der Sonnen: die chem Prangen. —
Stadt und Wohnung ſeiner 2. Die Liebe wird bleiben,
Gmein wird unter feinem wenn alles vergehet, auch Din
Schatten ft mel und Erden, ſie dennoch be⸗ 6
re. 0
6. Daſelbſt wird ſie verbergen ſtehet: drum ich mir dieſelbe
Nr ER I g vor
169.
vor allen erkoren, weil ſie mich preiſen: weil Er mir geſchencket
zum Goͤttlichen Leben geboren. viel Göttliche Kräfte, und ma⸗
3. Sie machet uns heilig, chet mich freudig zu feinem Ge⸗
vergoͤttet die Geiſter, bereitet ſchaͤffte.
die Leiber zur Zucht unſerm 8. Er thut mich auch oͤfters
Meiſter: die Seele daneben von neuem entzuͤnden, daß ich
wird trefflich gezieret mit Blu⸗ es kann freudig im Hertzen eim⸗
men der Tugend, dieweil ſie be⸗ pfinden: drum thu ich nicht
ruͤhret 8 ſchweigen, ich will es erzehlen,
4. Vom Funcken der Liebe, ich brenne vor Liebe, ich kanns
die alles anfeuret, was alt u. nicht verhaͤlen.
erſtorben auch wieder verneu⸗ 9. Und rufe mit Freuden den
ret: ſo wird man bereitet zum Kindern der Liebe, ach ſehet doch
Sn dc Leben, daß man ſich Wunder! was Göttliche Triebe
dem Liebſten zu eigen kann gebẽ ich innigſt empfinde, weil ich
F. Zum Opfer, das brennet mich ergeben der ewigen Liebe,
im Feuer der Liebe. Ach ſehet zum Goͤttlichen Leben.
doch Wunder! was heilige Trie⸗ ro. Drum bleib ich erwarinet,
be das Goͤttliche Feuer in him⸗ thu nimer erkalten, und wachſe
liſchen Flammen erwecket in de⸗ zur Mannheit ohn einges Ver⸗
nen, die aus Ihm herſtammen. alten: was ſag ich? ich werde
6. Drum werden ſie taͤglich vielmehro verneuet, mein Her⸗
entzuͤndet im Hertzen, ſo daß ſie tze u. Geiſte u. Seele ſich freuet.
Ihn loben in Leiden u. Schmer⸗ xx. Dieweil ich erblicket die
Ken: und fingen Ihm Lieder in heiligen Wege, die IEſus mich
lieblichen Choͤren, mit feuriger fuͤhret auf ſchmaleſtem Stege,
Liebe dem Koͤnig zu Ehren. allwo ſich verlieret das hin und
7. Drum helf ich auſtimmen her Wancken, und laͤſſet mich
mit ſchoͤneſten Weiſen, gantz bleiben in Goͤttlichen Schran⸗
ohne Ermuͤden den deren zu cken. W
5 N E. .
16. Mit lieblichem 01
170.
12. O Wunder! ich fühle aufs ruͤhmet den Herzlichen Namen
neue im Hertzen viel Goͤttliche 17. Des HErꝛen, der alle zus
Triebe mit heiligem Schertzen: ſammen gezogen mit himmli⸗
wer muß ſich nicht freuen, wañ ſcher Liebe, damit wir bewo⸗
er ſo iſt truncken vom Weine gen, zu haſſen das alte verdor⸗
der Liebe, und innigſt erſuncken bene Leben, und Ihme auf ewig
13. Jin Goͤttlichen Meere, da⸗ zu eigen uns geben.
mit man begoſſen, als Strö- 18. Drum folget den inneren
men der Liebe, die kommen ge⸗ heiligen Zuͤgen, ſo findet ihr
floſſen in Seelen, die ohne Erz Ruhe und wahres Vergnuͤgen:
muͤden geſuchet ein heiliges Le⸗ und laſſet verſchwinden das
ben, das Eitle verfluchet. Dencken der Zeiten, fo koͤnt ihr
14. Das Waſſer, ſo unter der genieſen die Goͤttliche Freuden.
Schwelle gefloſſen vom Tem⸗ 19. O ſelig! die ihres Selb⸗
pel, hat meinen eiftEräftig bes Lebens entworden, den n muͤß⸗
goſſen: drum werd ich fort⸗ ſen ſich oͤffnen die Goͤttliche \
wachſen in lieblichem Gruͤnen, Pforten zum Eingang der in⸗
daß alles zum Frieden und Se⸗ neren Stille und Frieden, wo
gen muß dienen: man ſich verlieret und ewig ge⸗
15. Au allen die meine Lieb⸗ ſchieden
Bundes ⸗Genoſſen, und alſo 20. Von allem, was oͤfters
auch werden damit uͤbergoſſen, mit truͤglichem Gleiſen die uu⸗
zum heiligẽ Wachſen im Goͤtt⸗ G geblendet: O Goͤttlichs
f erꝛeiſen! wo man auch ver⸗
nig der Ehren erheben. giſſet ſein Heymath u. Staͤtte,
en, fa lar was ruhet im fine
ö elfe lichen Bette. 9
auſtimen mit Goͤttlichen Wer 2 r. Ich warte im Hoffen, thu
fen, und rufe mit feurigem Ei⸗ innigſt verlangen, euch alle zu
fer zuſammen: ach! lobet und ſehen im Segen gegangen 10
e heili⸗
lichen Leben, und alſo den Koͤ⸗
Ihn taͤglich zu preiſen,
3 .
ä 2 3 171.
heiligen Wege mit lieblichem Freuden am Reigen, beſingen
Singen, in ſtiller Einſenckung die Wunder ohn eintzigs Ver⸗
Ihm Opfer zu bringen. ſchweigen: bis endlich wir ſelb⸗
22. Ihr muͤſſet zerbrechen die ſten von GOtt aufgenommen,
Kraft der Naturen, ſonſt koͤnt wenn alles zum Ziele und Ende
ihr nicht finden die heilige Spu⸗ gekommen⸗
ren: da alles entbunden von 27. Da werden wir erſt recht
Sorgen und Laſten, wo man zusammen uns freuen, u. ewig
auch im Gehen kann ruhen u. G Ott loben, als feine Getreuen:
raſten. drum laſſe ſich keines ermuͤden
23. Ich freu mich im Geiſte, guf Erden, bis daß wir dort mit
ſo oft ich kann ſehen, daß ihr die Ihm verherꝛlichet werden.
inwendige Wege thut gehen: 5
da wahres Vergnuͤgen u. Ruhe ae
ſich findet, und alles Geraͤuſche ON JE Flammen reiner Got⸗
auf ewig verſchwindet. tes⸗Lieb erwecken rechte
24. Die Feinde die toben im heil ge Trieb in mir, daß ich zur
Haufe der Sinnen, was da Fruchtbarkeit kan wachſen fort
wird begunnen, muß alles zer⸗ die Lebens⸗Zeit: damit von
rinnen: ja ſelbſten die falſche u. Tag zu Tag ich ſteige auf, und
gleiſſende Stille muß auch mit alſo Freuden⸗ voll erfuͤll den
vergehẽ nach Goͤttlichem Wille. Lauf.
25. Wann ihr fo entbunden 2. Der enge ſchmale Creutzes⸗
der Bande und Stricke, fo müf en öfterg Freud und
fen ſich kehren die Feinde zus Lob⸗Geſang: wer GOT von
ruͤcke: und koͤnnet mit Dan⸗ gantzem Hertzen ſucht, die Welt
cken und Loben verehren den und Eitelkeit verflucht, findt
Koͤnig von oben, nach ſeinem voll Vergnuͤgen ſchon in dieſer
Begehren. Zeit, und wird erfreuet dort in
26, So gehen wir alle mit Ewigkeit.
e 3. Drum
17% BP, ff N SE 4; Ben
3. Drum folg ich meinem JEſu hier, und dort in Ewigkeit.
nach in Spott, Verachtung, 7. In ſein m Gezelt erhaben
Creutz und Schmach: ergebe ſeyn, da erſt der rechte Freudeun⸗
mich Ihm gantz dabey, zu tra⸗ Wein wird werden dann ge⸗
gen ſeine Lieberey, damit ich ſchencket aus, daß alle, die in.
möge als ein treuer Knecht bes Gottes Haus ſind kommen,
ſtehn, und halten aus bey ſei⸗ werden davon truncken ſeyn: der
nem Recht. Thraͤnen⸗Saat wird gantz ver⸗ 1
4. O JeEſu, treuer Seelen⸗ geilen ſeyn. 1
Hirt! wie haſt du mich ſchon oft 8. Drum freu ich mich in mei⸗
efuͤhrt durch Angſt und Wel⸗ nem Sim, daß ich mit Ihm 1
en, Creutz und Grauß, u. treu⸗ verlobet bin, zu helfen tragen
lich mir geholfen aus: laß fort⸗ ſeine Schmach, u. treulich Iyxm
hin deine treue Liebes⸗ Hand zu folgen nach, weil Er mich
mich leiten, und mir ferner thun wird in jener Freuden⸗Welt er⸗
Beyſtand. f uicken ewiglich ins Himmels
5. Damit ich feſt in Dir beſteh, Zelt. . 5
und mich nicht ſchwaͤche Leid 9. Ihr Bürger unſter Mut⸗
und Weh: wenn die Verſu⸗ ter⸗Stadt, die euch mit mir ge⸗
chung rund umher, u. meinem boren hat, mit Schmertzen u.
Geiſt wird ſaur und ſchwer zu mit groſer Muͤh erzogen, daß
dringen durch, daß ich nicht nie⸗ wir 3 ä ö |
— C
175.
freyer Huld und unverdienter ſen wahre Gottes⸗Kraft, die
Gnad. reine Zucht und keuſche Liebe
I. Ihr Töchter aus der obern ſchafft.
Welt, die ihr auch mit zur 15. Erlernet hier im Creutzes⸗
Schaar gezehlt, geht mit einher Gang ſo gleich des Lam̃es Lob⸗
im ſchoͤnſten Flor: hebt Hand geſang, fo koͤnt ihr dort im Rei⸗
und Hertz und Haupt einpor zu I gehn mit denen, die vorm
Se, daß in Zucht und Hei⸗ Throne ſtehn, gekleidet an mit
ligkeit ihr wandeln koͤnt nach je⸗ reiner weiſer Seid, weil ſie ge⸗
ner Ewigkeit. lliebet Zucht und Heiligkeit.
132. Damit in reiner Liebes: 16. Da wird der ſchoͤne Jung⸗
Zucht ein jedes bringe feine frau n⸗Nam, der hier auf keu⸗
Frucht, zu Lob dem Koͤnig, der ſche Seelen kam, dann erſt recht
uns liebt, ſich ſelbſt darzu zu ei⸗ werden offenbar, dieweil die
gen giebt den Seelen, die ſich gantze ſel ge Schaar, viel tau⸗
Ihime gautz vertraut in reiner ſend, tauſendmal zuſamen ein,
Lieb, als ſeine keuſche Braut. und all ein reine keuſche Jung⸗
13. Drum liebet Zucht und frau enn.
Meinigkeit, macht eure Hertzen 17. Doch iſts die eine nicht als
recht bereit: damit der reine lein es muͤſſen auch Geſpielen
Jungfraun⸗Sohn in euch, als ſeyn, die ſie begleiten auf dem
ſeinen Braͤuten, wohn, und ihr Gang, mit herꝛlich⸗ſchoͤnem
in Ihm ſo mit erbauet werd t zu Lobgeſang: dabey ſehr hell und
einem Leib noch hier auf dieſer ſchoͤn und weiß gekleidt, die
Erd. Sieges⸗Palm in Haͤnden nach
14. So koͤnt ihr treulich wan⸗ dem Streit.
deln fort, und dringen durch die 18. O ſel ge Seelen allzuſa
enge Pfort, und noch dabey mit die hier gefolget Gottes Lamm
Hlnele⸗Luſt ſtets trincken aus in keuſcher reiner Himels⸗Lieb,
der Liebe Bruſt: und ſo us und ſich ergeben Gottes a
8; 15 2 | dle
*
e Seelen allzuſam m
174.
tzens⸗Freud Lob, Ehre geben in geſtellt mit voller Klarheit in
die Ewigkeit deim Licht, daß Er in ihnen auf⸗
19. Ihn, als dem groſen ſtar⸗ gericht zu einem Zeugnuß hier
cken Gott, Preiß, Ehre, Ruhm vor aller Welt, und alſo leben,
a If,
T Jeklugen Jungfraun ſind 5. Zu kauffen Oel im Kraͤmer⸗
Dawacht durch das Geſchrey Land, da die
zur Mitternacht der Wächter, auf Sand gebauet ihrer Hoff⸗
die nicht ſtille ſeyn, bis daß der nung Haus,
Her.
8
und werden mit
8: denn weil ihr
N 7. Denn da Er als ein Lamm
3. So Er ſich Ihme auser⸗ geſchlacht, wurd das Vu
der Art, ſo von ihr aus gebohren
ward. Der Jungfraun⸗Sohn iſt die Mutter vom Geſchlecht
muß auch ein Jungfraun⸗Kind der Kinder, wo GOTT Vater⸗
| DEN ſich mit Ihm in Lieb Recht erweiſet, u. das Erb wird
verbindt.
und Bann, weil herꝛſchet ein
gantz andrer Mann, ein Mann, fenbar, was hier nur in dem
der ſelbſt von feiner Braut ges Vorſpiel war: die Mutter wird
born, und die hernach erbaut zu dem erſten Sohn aufſetzen eine
einem Weibe, die nach feinem guͤldne Cron, davon ein heller
Bild, und ſeine hole Seite wie- Glantz wird gehen aus, daß
wiederbracht:die lang verſchloß⸗
ne Adams ⸗Seit ſich wiederum
that öffnen weit, da geht die rei⸗
ne Jungfrau wieder ein, die vor
ſo lange Zeit mußt Witwe ſeyn.
8. Die Mutter, fo dig Kind ge⸗
bahr, ſelbſt eine reine Jungfrau
175.
Creutz geſchlacht, der fie gebro⸗
chen, u. den Eid, daß er in Mai
und Weib gezweyt: der Scha⸗
den iſt nun wiederum erſetzt, die
Braut ſich nun am Braͤuti⸗
gam ergetzt.
12. In dieſer Eh iſt nur ein Leib,
war, die nie erkenet einen Man, denn da iſt weder Mann noch
und ſo geoͤffnet dieſe Bahn: da⸗ Weib: man ſteht das reine Him⸗
mit die lang verlorne Jungfrau⸗ mels⸗Bild, wodurch die neue
ſchaft nun werde offenbar in Welt erfullt mit Kindern, die
ihrer Kraft. allein von ſolcher Art, wo Liebe
9. Mußt ſelbſt die Mutter Jung⸗ ſich mit keuſcher Liebe paart.
frau ſeyn: ſo kaun es ja nicht an⸗ 1 Er reine Geiſt aus
ders ſeyn, daß auch daſſelbe von 3. Gottes Hauch lehrt
haltẽ dieſen heilgen Brauch: diß
| theilen aus, und zu der Mutter
10. Nun legt ſich aller Fluch bringen in ihr Haus. 5
14. Da wird erſt recht ſeyn of⸗
der füllt. davon wird erfuͤllt das gantze
I. Die rechte Eh iſt nun ge⸗ Haus.
macht, weil Adams Sinn am 15. Dañ wird die Tochter auch
1 „ Wie a belegt
N
er _
176.
belegt mit einem Schmuck, den
ſie da trägt, geſticket aus mit
purem Gold: weil ſte ſonſt au⸗
ders nichts gewolt, als daß ſie
bleib in ihrer Mutter Art, die
Jungfrau blieb, da ſie geboren
ward.
16. Die Freunde u. Verwand⸗
ten warn, da Sohn und Tochter
ſich thut paarn, die komen auch
zu ihrem Recht, weil ſie geliebet
diß Geſchlecht: und werden auch
mit Kleidern angelegt, ſo wie
man ſie ins Koͤnigs Haufe fragt.
17. Der gantze Staat u. Hof⸗
Geſmd, den man in dieſem Hau⸗
ſe findt, ſind all von adlichemGe⸗
mal, die ſchon bereit zu Dinſte
ſtehn, ſo bald ſie thut zur Thur
eingehn. Willkomm, du
und werthe Jungfrau rein, dir
yn.
20. Jetzt geht das rechte Leben
an, da man der Liebe pflegen
kann: dañ da hat jedes ſein Ge⸗
ſpiel zur volle Freud, ohn Maaß
und Ziel. Wer ſolte nicht gern
eine Jungfrau ſeyn? daß er auch
da mit koͤnne gehen ein.
21. Wer kommen will zu dem
Geſchlecht, der muß ſein irdiſch
Vuͤrger⸗Recht gantz laſſen fah⸗
ren aus der Hand, ſonſt kommt
blut: dieweil man da nichts an⸗ er nicht zu ſolchem Stand, und
ders ſieht, als Kinder, die von kaun nicht gehen ein in dieſes
Jungfrauen Geſchlecht, da hat Haus, wo man das himimliſch
kein Fremder einigs Erbe⸗Recht.
18. Nun treten alle rund um⸗
her, die ſo gezehlt zu dieſem Heer,
und wuͤnſchen Gluͤck der wer⸗
then Braut, die aus IEhovaͤ ſchen Braut, die ſel
*
Hochzeit⸗Saal hinein gebracht. Mutter ſelbſt ift Jungfrau und
1 Da hoͤret man den Jubel⸗ ein e
Schall der reinen Geifter allzu⸗
Erbe theilet aus.
22. Mun freuet ſich mein Geiſt
und Sinn, daß ich auch neu ge⸗
boren bin aus dieſer reinen keu⸗
Mann.
| f lbſten iſt mit
Seit erbaut: und mm in ihrem GOTT vertraut. O was ein
ungemeinen Pracht wird in den Wunder man da ſehen kann! die
23. Die Weis ae i get ihren 1
8 Raht
du hold⸗
990 an Ehre nichts zu gleichen
ſe 0
a
2
1
;
177.
— — . — EEE
Raht dem Volck, das ſie erkoh⸗ die Vorſprach, die im Geiſt er⸗
ren hat, und rufet aus in alle ſchallt, hat dig Geheüinniß ab⸗
Land, wo ihre Sprache iſt be⸗ gemahlt: drum ſinget Lob das
kant: daß ihre Kinder machen gantze Jungfraun⸗Heer, und
ſich bereit zum Eingang in die giebt dein Schoͤpfer aller Ding
frohe Hochzeit⸗Freud. die Ehr.
24. Drum kommt, ihr klugen |
allzuſam, die ihr gezeichnet mit ne |
dem Lamm, u. durch fein Blut S Je Sonn iſt wieder auf⸗
gewaſchen ſeyd: wir wollen ma⸗ gegangen im Lichtes⸗
chen uns bereit, damit wir alle Pracht init groſem Prangen:
koͤnnen gehen ein, wo die verlob⸗ drum freuet ſich mein Geiſt u.
te keuſche Jungfraun ſeyn. Her tz, daß ich vergeſſe allen
25. Dann wir ſind nun darzu Schmertz.
gezehlt, und ſelbſten von GOtt 2. Da ich, in mancherley Be⸗
duserwaͤhlt, damit bald werde ſchwerden, gedachte oft: was
voll die Zahl, die komen zu dem wills noch werden? weil gantz
groſen Mahl: und wañ ſie wird vertrocknet war mein Saft, u.
an uns erfüllet ſeyn, fo wird der ausgezehrt die Lebens⸗Kraft.
Tag der Hochzeit brechen ein. MR dach |
26. Drum fpielen wir das Vor⸗ ſehr lange, ſo daß mir oft wurd
ſpiel ſchoͤn, wann wir als Jung⸗ angſt und bange, weil ich Font
fraun⸗Kinder gehn, und auge⸗ meinen Freund nicht ſehn, daß
fuͤllt mit ſolcher Ueb, die GOtt Er mir khaͤt zur Seiten ſtehn.
in reine Seelen giebt, ſo kann die 4. Die Flüß und Brunnen
Weisheit zeigen ihren Schein, warn verſchloſſen, die ſonſten
8 ihre Kinder fo vereinigt mich ſo reich begoſſen: das Hie
ee ich ſehien gantz verlaſſen ſeyn.
der Jungfrauẽ un Gegenſchein,
| vw
Die kalte Nacht war mir
| 114 i u 1: EB 47 0 gi 1 4 Ag Ph
27, Halleluja ſingt die Gemein 5. Die ſüſen Lock⸗ und Liebes⸗
Stim⸗
verbarg auch einen Schein daß
*
Stimmen kont ich in mir nicht 11. Und wolt Ihn in die Arme
mehr vernehmen: ich war vers faſſen, wurd aber wied r allein
laſſen u. einſam, daß ich es tief gelaſſen, da fand ich, daß in mir
zu Hertzen nahm. die Lieb ſehr war vermiſcht mit
6. Und ſenckte mich in demuth fremdem Trieb. |
nieder, wuͤnſcht: Ach haͤtt ich 12. Doch lieſſe ich nicht nach
nur einmal wieder ein eintzigs im Suchen, und thaͤt die falſche
Wort aus feinen Mund! daß Luft verfluchen, die mich verfuͤh⸗
ich erneuen koͤnt den Bund. ret auf dem Weg daß ſo verdeckt
7. Den ich in meiner Jugend den Himmels⸗Steg.
machte, da alles Eitle ich ver⸗ 13. Und fand ich ſchon viel
lachte: und mich Ihm gantz er⸗Schmertz und Wehen, ſo blieb
geben hin, zu leben nur nach ſei⸗ ich doch nicht ſtille ſtehen: ich
nem Sinn. gieng im Suchen hin und her
8. Doch da ich mich fo thaͤte mit vieler Muͤhe und Beſchwer.
beugen, kont Er mirs laͤnger 14. Und meint, ich wolte Ihn
nicht verſchweigen: und zeigte dann finden, wo ich mich thaͤt ſo
mir ſo gleich mit an, daß ich ge⸗ oft verbinde vorm Lager draus,
wichen von der Bahn. wo ſeine Schmach ich Ihm thaͤt
9. Und haͤtt den Bund in gar treulich tragen nach..
viel Sachen, den ich mit Ihm 25. Doch fand ich nichts als
zuvor thaͤt machen, gantzlaſſen lauter Schmertzen, das gieng j
fahren aus der acht, daß ich in mir dann noch mehr zu Hertzen:
ſolches Leid gebracht. wieil Er auch da zu finden nicht,
10. So bald als ich diß Wort wo ich doch ſtund auf meiner
vernommen, ward ich mit Lieb Pflicht. | !
gantz eingenommen, und thaͤt 16. Letzt dacht ich dran, wo
aufs neue mich verſchreiben, ver⸗ wir vor Jahren ſehr oft in Lieb
meint, Er wuͤrd nun bey mir beyſammen waren: und ſuchte
bleiben. Ihn im Garten fein, da man
1 1 e hh
US
Ihn findet gantz allein. Geruch und Schein man inigſt
17. Doch war Er auch nicht kann vergnuͤget ſeyn.
da zu ſehen, ob ich ſchon hin und 23. Die Brunnen, Bäche,
her that gehen: ließ aber nicht Fluͤß und Ströme thaͤten durch⸗
im Suchen nach, bis daß zu: brechen ihre Damme, u. mach⸗
letzt der Tag anbrach. ten gruͤnen alle Baͤum, die ne⸗
18. Da ſah ich Tritte in dem ben ſie gepflantzet ſeyn. |
Thauen, ich dacht: nun werd 24. Die Segens⸗Kraft von
ich wieder ſchauen den, der ver⸗ ihren Fluͤſſen muß ſich ins ganz
wundet mir mein Hertz, daß tze Land ergieſen: damit ihr
ich wurd Franck von Liebes⸗ Fett ſich da qus breit, wo JE⸗
Schmertz. ſus feine Schafe weidt.
19. Judeſſen thaͤt die Sonn 25. Und führet fie ins Thal
aufgehen, da ſah ich mir zur zuſamen, a wo Er ihnen ruft
Seiten ſtehen, den ich geſuchet mit Namen, und leitet ſie zur
hin und her, mit vieler Muͤhe Lebens⸗Quell, ſo wird erquickt
und Beſchwer. Geiſt, Leib und Seel.
20. Da kont Er mich nicht laͤn⸗ 26. Die reinen Geiſter allzu⸗
A laſſen, und thaͤte mich in ſam̃en, ſo nur allein aus GOtt
ieh uinfaſſen: verſprach hin⸗ herſtammen: die ſammlen ſich
fort bey mir zu ſeyn, auch in dem auf dieſer Weid, und rühmen
groͤſten Schmertz und Pein. Gott mit groſer Freud.
2x. Und leitete mich bey den 27. In dieſem Thale thun aus⸗
aͤnden, thaͤt mir mein Leid in ſproſſen die Roſen, ſo zuvor ver⸗
Freuden wenden, und bracht ſchloſſen durch Kaͤlte in der rau⸗
mich wieder auf die Bahn, wo hen Zeit, die ſieht man da ſchoͤn
ich auch nimmer irren kann. ausgebreit. N 5
22. Und zeigte mir in ſeinem 28. 525 Seiten guf den Berg⸗
Garten die Blumen vieler Farb und Hoͤhen da ſieht man fehon
und Arten: ſo daß auch N Cedern ſtehen: ihr 0
f un
L
180.
Jꝙ63b — T . — ATELIERS TEEN
und Zierath breit t ſich aus zur Kinder ſo thun fingen, im tief
Freud in Gottes Teinpel⸗Haus. u. hoch erhabnen Thon, ſo ſingt
29. Auf ihren Zweigen hört die Schaar dort vor dem Thron.
man fingen die Nachtigal mit 165
ſchoͤnen Stimmen: und in dem Br |
Thal der Tauben Klang, die S Je ſtarcken Bewegung
preißt den Schoͤpfer mit Ge⸗ der Goͤttlichen Kraͤfte die
ſung. | | machen uns freudig ins HErꝛen
30. Die Lilien ſtehen an den Geſchaͤffte, damit wir befoͤrdern
Baͤchen ſo ſchoͤu, daß man es deu Goͤttlichẽ Lauff kein Schre⸗
nicht fan ſprechen: am Ufer da cken der Feinde uns halte mehr
kan man auch ſehn die Palm⸗ auf: drum koͤnnen wir freudig
Baͤum gruͤnen trefflich ſchoͤn. viel Lob und Danck bringen
31. Ihr treu in GOTT ver⸗ dem König der Ehren, Er laͤſ⸗
bund ne Seelen, kommt, helft ſets gelingen den Seinen, und
mir Gottes Lob erzehlen: es ſoll hilfet die Feinde bezwingen.
hinfort kein Schweigen ſeyn bey 2. Drum kommet, ihr Kinder
ſeiner auserwaͤhlten Gmein. aus Goͤttlichem Saamen ge⸗
32. Die Er ſich Ihme zuberei⸗ bohren, und traget den heiligen
tet, und ſelbſt mit ſeinen Augen Namen Jeruſalems, das uns
leitet: und fuͤhret ſie zu rechter erwaͤhlet ſich hat, zur Freude
Zeit mit Ihm auf fette Him⸗ erkoren aus Goͤttlicher Gnad:
mels⸗Weid. uAnfaſſet und liebt euch mit hei⸗
33. Da fie denn in dem Grund ligem Kuͤſſen, zu loben den Koͤ⸗
geneſen, und alles Leid u. Weh nig ſeyd kaͤglich befliſſen, wel
vergeſſen: dieweil Er ihnen thut Er uns hilft legen die Feinde
ſo wohl, und macht ſie alles zun Fuͤſen. ai
Guten voll. 330]w Dann kommen wir oͤfters
34. Drum muß es ſchoͤn und mit Freuden zuſammen, ent⸗
lieblich klingen, wann Gottes zuͤnden einander mit bauen
7
|
ſchen Flammen: weil Er uns,
die Seinen, geliebet umſonſt,
und hat uns begabet mit him⸗
liſcher Gunſt, damit wir im
Lieben und Loben zerflieſen, die
Schmertzen und Leiden einan⸗
der verſuſen, ja unſer Blut ſelb⸗
ſten zum Opfer vergieſen.
4. Ihr Bruͤder und Schwe⸗
ſtern! dies hertzlich noch mei⸗
nen, in Liebe gezogen, nun freu⸗
dig erſcheinen, zu bringen Lob,
Ehre dem Koͤnig von Macht:
weil Er uns aus Liebe zuſam⸗
men gebracht. Schließt feſt
in einander die Haͤnde u. Her⸗
en, entbrennet in Lie be als
chende Kertzen: ſo werden
verſuͤſet die leidende Schmertzen.
5. O him mliſche Liebe! o
Goͤttliches Leben! das in uns
der Koͤnig des Himmels gege⸗
ben: wir freuen uns billig mit
innigſter Brunſt, dieweil wir
begabet mit himliſcher Gunſt,
und loben den, der uns ſo in⸗
ion geliebet, auch täglich da⸗
ne
en viel Leidens⸗Kraft gie⸗
bet, damit uns kein Schmer⸗
ßen noch Leiden betruͤbet.
>
I\
18 f.
6. Drum kommet aufs neue,
ihr Kinder der Liebe, u. folget
dem heiligen Goͤttlichen Trie⸗
be, ergebet euch innigſt der wir⸗
ckenden Kraft, die in uns ein
Goͤttliches Weſen verſchafft:
auch oͤfters einfloͤſet verborgene
Kraͤfte, und machet zu nichte
des Feindes Gemaͤchte, damit
wir beſtehen ins Denen Ge⸗
ſchaͤffte.
7. Wan Babel wird Schmer⸗
tzen und Weh uͤberkommen, ſo
werden geſammlet die Heiligen
Frommen. Die oͤfters verwor⸗
fen und worden zum Raub, von
Babel verlachet getretten in
Staub: die werden nunmehro
antz herꝛlich erſcheinen, wann
IEſus wird komen zu retten die
Seinen, und machen verſchwin⸗
den all Seuftzen und Weinen.
8. Erwachet, ermannet, er⸗
muntert euch wieder, und ſtrei⸗
tet in Ordnung, verdoppelt die
Glieder, u. ziehet entgegen dem
Feinde mit Macht, dieweil er
euch öfters viel Schmertzen ges
macht: habt Stiefel an Beinen,
die Schwerdter zur Seiten, ſeyd
8 freudig
182.
freudig als Helden den Feind zu hen entgegen mit Göttlicher
beſtreiten, ſo Fönnet ihr ſiegen, Kraft, die alles verderbliche Le⸗
weil JEſus zur Seiten. ben wegſchafft. Wo Geiſter
9. Das Schrecken der Feinde im Herzen der Liebe verbunden,
wird machen verzagen, die vor⸗ da werden erlanget die ſeligen
hin getrotzet auf Roſſe u. War Stunden, wo Seufzen und
gen: den Fuͤrſten und Hohen Klagen auf ewig verſchwunden.
wird fallen der Muth, wenn 12 Ja, Ann, wir warten
Gott nun wird rachen der Hi mit groſem Verlangen, bis
ligen Blut, und machen zu nich⸗ daß uns kommt ſelber ent⸗
te das Trotzen der Feinde, ent⸗ gegen gegangen die Liebe, ſo
bföfen die Schande der Babels unfere Schmergen verse oͤhut,
Gemeinde, der Kleinen und wenn wir find verachtet, ver
Groſen, die ihre Gefreunde. ſpottet, verhoͤhnt. Ja komu
10. Wenn Zion wird hoͤren doch, O Liebe! laß balde er⸗
die Stimme erſchalleu, die plöͤtz⸗ ſcheinen die Hülfe aus Zion zu
lich wird rufen, daß Babel ges vetten die Deinen, dauut wir
fallen: ſo werden ſie freudig dem erloͤſet von Seufzen und Wei⸗
Koͤnig von Macht lobſingen, nen.
dieweil Er zu nichte gemacht die | |
Feinde, daneben, weil Zion ge⸗ 10 }
zieret mit dem Kleid der Hoch⸗ N Stille des Geiſtes in
zeit, Er fie nun einfuͤhret zur heiligen Seele, die ſich nur
Freude, da nim̃er kein Schmer⸗ alleine mit IEſu vermaͤhlen:
tze ſie ruͤhret. bringt wahres Vergnuͤgen und
11. Des müͤſſen ſich freuen die heiliges Schertzen, weil IEſus
himmliſchen Schaaren, die all⸗ pfalliret und ſpielet im Hertzen.
hier auf Erden den Braut⸗ 2. Das Loben der Geiſter,
Schmuck bewahren, und ge⸗ die innigſt beyſammen in Liebe
| RAN E gezogen,
gezogen, mit him̃lichen Flam⸗
men entzuͤndet, muß ummer von
neuem erſchallen, damit ſie von
Innen dem Koͤnig gefallen.
3. Wenn man iſt geſammlet
in heiliger Stille, und innigſt
vergnuͤget in Goͤttlichem Wille:
genieſet man Freude, die nim⸗
mer zu meſſen, auch Sinnen
und Dencken wird gaͤntzlich
vergeſſen.
4. O ſelige Seelen! die alſo
empfunden das wahre Ver⸗
gnugen, die haben gefunden
die ewige Stille in Goͤttlichem
Frieden, dieweil ſie vom Eitlen
der Welt ſich geſchieden.
F. Kommt, Seelen, kommt
alle von Innen gezogen, mit hei⸗
ligeim Hunger in Liebe bewo⸗
11 05 zu eſſen vom Manna ver⸗
borgen im Hertzen der Liebe in
1 735 das heilet die Schmer⸗
en.
6, Das heilige Dencken ver⸗
liebeter Seelen hat endlich ge⸗
funden, hoͤrt! was ſie erzehlen:
das aͤngſtliche Warten in Zei⸗
ten und Stunden iſt nunmehr
183.
den. 5
7. Man ſitzet erſunckeu und
tief eingezogen, kein Sinnen
noch Dencken hat iemals er⸗
wogen, was da wird gefunden,
wo alles verlaffen, auch Höhe
faſſ Tiefe kaun ſolches nicht
aſſen. |
8. Man kann es nicht fagen,
man muß es nur zeigen mit
Goͤttlichem Leben und heiligem
Schweigen: ſo leuchtets zwar
helle, doch koͤnnens nur ſehen,
die ſelbſten in GOttes Gezel⸗
te eingehen. |
9. Wer noch nicht erlernet
das ſtille Erſencken, findt oͤftes
viel Schinertzen durch Sinnen
und Dencken: weil alles ver⸗
aͤndert durch Zeiten und Stun⸗
den, auch nimmer kein wahres
Vergnuͤgen wird funden.
10. Wie mancher iſt uͤber die
Sterne geflogen, und fand ſich
zuletzte erbaͤrmlich betrogen;
wers nimmer vermeinet, muß
öfters noch ſitzen im Keꝛcker und
1 9 mit aͤngſtlichemSchwi⸗
en. 8
vernichtet und ewig Wenne 11. Das machet, weil
man
nicht
U
184,
nicht nach Goͤttlichen Weiſen men. 5
im Lieben ſich uͤbet, den HEr⸗ 16. Vernuͤnftiges Forſchen
ren zu preiſen, nach feinem Ge⸗ durch Sinnen u. Dencken fan
fallen, nur Ihme zu leben, auf nimmer errathen, was IEſus
ewig zu eigen Ihm bleiben er⸗ thut ſchencken den Seelen, die
geben. Alles um Ihne gegeben, um
12. Erſincken, Erſterben und gaͤntzlich nach ſeinem Gefallen
alles Verlieren muß uns auf zu leben.
dem Wege zur Tugend hinfuͤh⸗ 17. Durch Lieben vergeſſen all
ren: da wieder gefunden in hei⸗ Zeiten und Stunden wird ende
ligem Haben und wahrem Ver⸗ lich die edele Perle gefunden:
guügen die Göttliche Gaben. die öfters geſüchet mit Leiden
13. Wer alſo erfunden und und Schinertzen, durch aͤngſt⸗
alles vergeſſen, was Sinnen u. liches Sehnen und Ouaͤhlen im
Dencken auch koͤnnen ermeſſen, Hertzen. | 4
muß täglich der Himmel von 18. O Ruhe! O Friede! DO
oben bethauen, ißt Paradies Goͤttliches Leben! das JE ſus
Fruͤchte im heiligen Schauen. in heilige Seelen gegeben: die
14. Die Ströme des Lebens, nimmer ermuͤdet, bis daß ſie
von Innen gefloſſen, ſie gantz gefunden, daß Sorgen und
uͤberſchwemmen, damit ſie be⸗ Quaͤhlen in ihnen ver chwundẽ.
goſſen, um ferner, in tief⸗ein⸗ 19. O JE! Du Luſt der in⸗
gezogener Stille, genieſen den wendigen Stille! Du Brun⸗
Segen aus Goͤttlicher Fülle, nen des Lebens voll Goͤttlicher
15. O Goͤttlichs Verlieren! Fülle! wo Du biſt, iſt wahres
O heiliges Sterben! wodurch Vergnuͤgen gefunden, das Eit⸗
man kann ewige Schaͤtze erer⸗ le vergeſſen, u. ewig verſchwun⸗ 7
ben: kein Auge noch O re hat den. i ,
jemals vernommen, was alſo 20. Du Brunnen der Weis:
bereitet den wahren Lieb⸗From⸗ heit von Innen gefloſſen, mit
13
. 185.
— 5 5 *
welchem dein heiliges Erbe be⸗ ſteht: dan alles ſonſt Andre gar
goſſen: dein ewig zu bleiben, balde vergeht. Drum wart ich
um nimmer zu wancken, muſt der Zeit, wo Alles verneut, und
du uns erhalten in Goͤttlichen halte ſtill nach Gottes Will. Ol
Schrancken. das bringet mehr Genuß, denn
21. Wer ſo ſich ergeben, und das Brauen, ſo von auſſen. In
innigſt erſuncken, iſt gaͤntzlich der ſtillen Sabbaths⸗Mus lebt
im Meere der Gottheit ertrun⸗ man ſchon in dieſer Zeit gleich
cken: hat wahres Vergnügen. der ſtillen Ewigkeit.
Ada die Fülle, beſitzet den 3. Es iſt nun aus mit aller Fein⸗
rieden in ewiger Stille. de Toben, die Seele kann in ih⸗
3 rer Stille loben: und ruͤhmen die
f Thaten vom herzlichen Sieg,
DE ſtille Sabbaths⸗Jey r dieweil nun zu Ende der blutige
itt angegangen, der Geiſt e
kann ſchon vom Sieg im Vor⸗ liche Full! O groſe Freud ſchon
rath prangen: das heilige Leben in der Zeit! wer gekommen an
in himmliſcher Still kann ſon⸗ den Ort, wo ſich enden alle Win⸗
ſten nichts dencken es ruht in der den, und geht ein zur Friedeus⸗
Fuͤll der Goͤttliche Gnad, die al⸗Pfort, lebet ſchon in dieſer
les voll hat zu dem Genuß, da Zeit gleich der ſtillen Ewigkeit.
ohn Verdruß wird genoſſen 4. Nun iſt der Neid in Ephra⸗
wahre Kraft aus dem Weſen, im zerbrochen, GOTT hat den
zum Geneſen. Wo das Alte ab⸗ Haß, ſo wider ihn, gerochen:
geſchafft / lebt man ſchon in dieſer auch Juda halt Friede mit je⸗
| A gleich der ftillen Ewigkeit. nem zugleich, ſein Scepter iſt
2. Die Belt hat ihre Gunſt an kommen, er hero ſchet un Reich.
mir verloren, weil GOtt mich Sein Regiment iſt Fried ohn
von derſelben auserkohren zum End Salem, der Stadt, dit
Reben, das ewig und unmer bes Er ſich hat auferbauet n
8 1 f tand
186. d .
—ꝛꝛ————ͤ ͤUU— — . BETTTE EN
Stand, da die Freunde und Be⸗ 7. Die Zeit iſt wun zu ihrem
keuner Ihm oft wurden unbe⸗ Ziel gekommen, Iſrael hat ſein
kannt; aber nun iſt Ihm die Erbe eingenommen: man ſichet
Zeit gleich der ſtillen Ewigkeit. erbauet die heilige Stadt Jeru⸗
5. Es werde Freud und Wonn ſalem, die ſich GOtt auserwaͤhlt
in allen Gaſſen Jeruſalems ges hat, der Friede iſt da, es ſchallet
hoͤrt, da ohne Maaßen der Friede jaja! Preiß Gloria! man rüh⸗
wird bluͤhe in ewiger Still, das inet da, u, auf allen Gaſſen her
iſt auch IEhovah fein Göftli- hoͤrt man Hallelujah fingen, als
cher Will: Der fie Ihm erbaut, dem groſen GOtt zu Ehr, dieſe
nach welcher Halten Joſephs frohe Freuden⸗Zeit waͤhret bis
Geſchlecht, ſo haͤlt ſein Recht, u. in Ewigkeit. i
wuͤnſcht ihren Mauren Heil, ih⸗ |
re Thore ſtehen offen, und die REED DER: |
daran haben Theil, leben ſchon & Je Weisheit iſt mein be⸗
in dieſer Zeit gleich der ſtillen N Raht, dann ſie erwei⸗
Ewigkeit. | ſet in der That: daß den nichts
5. Die Bürger dieſer Stadt mehr verderben kann, ſo ein⸗
haben geſchwohren, dem Koͤnig mal gehet ihre Bahn. ;
treu zu ſeyn in allen Thoren: zu . Wer fie erwaͤhlet zum Ge⸗
halten die Wache bey Tage und nuß, iſt voll vom Troſtes Ue⸗
Nacht, damit nichts Unreines berſtuß: ſein Thun iſt voller
werd in ſie gebracht, ſie leben Kraft und Staͤrck, voll Segen
wohl, find Freuden⸗ voll, kein ſeiner Haͤnde Werck.
Noth noch Klag, noch Unger 3. Sie iſt mein Siege in der
mach nahet mehr zu ihrem Theil Hand, den treuſter Schatz, u.
da ihr Bürger⸗Recht und Erbe. Unter⸗Pfand: und meiner Lieb
Wer ihr nur wuͤnſcht Gluͤck und verlobtes Gut, und Raht wi⸗
Heil, lebet ſchon in dieſer Zeit der der Feinde Wuth.
gleich der ftillen Ewigkeit. + Sie iſt mein Huch Bi
4
* eee
Waͤrterin, wenn alle Kraͤfte ſagt, zu bleiben bey mir Tag
fallen hin: daß ich kaum weiß und Nacht: und mich verlaſſen
den Weg zu gehn, ſo thut fie nimmer mehr, wann ich folg
mir zur Seiten ſtehn. ihrer reinen Lehr.
Auch wider alle Strengige k. Sie iſt mein richtiger Ma⸗
keit hat fie ein ſanftes Oel be⸗ gnet; wann meine Lieb un Rin⸗
reit: womit fie kann der Liebe gen ſteht: fo hält ſie in mir das
Schmertz erquicken, wann ver⸗ Gewicht, daß ich bleib ſtehen
wundt das Hertz. aufgericht. *
5. Sie heiſſet Heil, Kraft, 12. Wer fleiſig nachgeht ihrem
Troſt in mir, und Unterricht, Gang, der geht nicht irr, noch
wann ich bin irr: auch Mut⸗ krum, noch lang: ſie bringet al⸗
ter, wann ich arm und klein, les zu dem Ziel, ſo wie ſie es
und ſcheine gantz verlaſſen ſeyn. nur haben will.
7. Was geb ich ihr vor Na⸗ 13. Es iſt niemalen boͤß ge⸗
men doch? Sie hat es mit meint, wann es ſchon oftmals
mir bracht fo hoch: daß ich es anders ſcheint: ihr treuer Raht,
nicht all ſagen kann, was ich und reiner Sinn, bringt alles
erfahren auf ihrer Bahn. zu demſelben hin.
8. Sie war auch meine Huͤ⸗ 14. Sie iſt der treue Ehegatt;
terin, wann von ihr abgeirꝛt was andre ſuchẽ nur im Schatt:
mein Sinn: bracht fie mich wie⸗ das ift bey ihr Selbſt⸗Weſen⸗
derum zurecht, und macht, daß heit: ihr Thun iſt recht und voll
es ging 9 7 und ſchlecht. Beſcheid.
9. Sie hat erwieſen ihre Treu, 15. Wer ſte einmal zu ſeinem
und mir in Noth geſtanden bey: Raht erwaͤhlet, wie ſie in der
wann ich noch Brod noch Waſ⸗ That: der bleibet niemals ohne
ſer hatt, wurd ich aus ihrer Troſt, ſein Haus bewahrt vor
Fuͤlle att! Kalt und Froſt.
10. Dabey hat fie mir auge 16. Sie iſt und bleibet, au
| | Ag iſt;
.
N
188.
iſt; ob inan aus Untreu ihr ver⸗ ben, zum Zeichen: daß Er ein
gißt: ſo bringt ſie den verirrten Koͤnig der Ehren, und thut die
Sinn herum, und wieder zu ihr Machten der Feinde zerſtoͤren.
hin. E 3. Er wird erretten die Ar⸗
17. Es geht recht zu in ihrem men Elenden, und ihnen Hülfe
Haus, wer Untreu hegt, der vom Heiligthum fenden: daß
muß hinaus: fie liebet nur den fie erlöſet von allen Beſchwerdẽ,
reinen Sinn, der bloß auf ſie ge⸗ ſo wird ſein Name verherrlichet
richtet hin. werden. 2
18. Es iſt gar wohl um ſie zu 1. Freudig ſie werden dann
ſtehn, ſie hilft aus den Verſu⸗ gehen ohn Schweigen, und ihr
chungs⸗Wehn: wann andre lei⸗ Geſchencke und Gaben Ihm zei⸗
den Kalt und Froſt, bleibt ſie der gr init Lob und Dancken dem
ihren voller Troſt. önig zu Ehren, vor Ihm ſich
19. Im Thor man ruͤhmet ſol⸗ beugen nach feinem Begehren.
chen Mann, der einmal gehet 5. Dieſes wird bleiben ein ewi⸗
dieſe Bahn: es wird ſein Lob ge Weiſe, daß ſie Ihm brin⸗
nicht mehr zernicht, ſo lang die gen, zun Goͤttlichen Preiſe,
Weißheit bleibt fein Licht. willige Opfer aus heiligem
2 Triebe, zum reinen Altar voll
* 3* Goͤttlicher Liebe. ©
SH: werd unſerem Kö= 6. Laſſet uns freuen drum alle
nig geſungen! Dem es durch zuſammen, daß wir ſo ruͤhmen
Siegen ſo trefflich gelungen: den herrlichen Namen des
Er hat die Feinde darmieder ge⸗ Henn, Der uns zum Loben
ſchlagen, und fie entbloͤſet zur erkoren, und aus dem himm⸗
Schaue getragen. liſchen Saamen geboren.
2. Dieſes iſt von Ihm im 5. Solches muß bleiben ein
111
Ti
Buche geſchrieben, und auf die ewiges Rechte, weil wir ſein
Nachkommen ſtehen feft bie: eigenes Erb und Geſchlegn
| | und
19
189,
und von Ihm alle ins Buche viel ſuͤſer Ruch von Innen
geſchrieben, damit wir ewig ſein ſteige auf. |
Eigenthum blieben. 3. Treu, Aufricht⸗ und Klar⸗
8. Ich werd indeſſen auch nim⸗ heit ziere meinen Gang, un⸗
mermehr wancken, weil Er verfaͤlſchte Wahrheit ſey mein
mich leitet in heiligen Schran⸗ Lob⸗Geſang: fo kann ich Dich
cken: und will hoch ruͤhmen preiſen, auf die beſte Weiſen
Kinn herzlichen Namen, bis geben Lob und Ehr mit freu⸗
wir Ihn loben dort alle zu⸗ digen Gefang. „
ſammen 4. Kinder einer Mutter, trettet
9. Ewig, mit herzlich⸗und her zu mir: laßt die Winde
ſchoͤneſten Weiſen, trefflich hoch brauſen, die euch noch allhier
ruͤhmen, und ſtetig Ihn prei⸗ zu dem Gottes⸗Leben volle
ſen. Amen, wir wollen indeſ⸗ Kraͤfte geben, daß in heiſſer
ſen hier lallen, und alſo leben Lieb ihr brennet für und für.
nach ſeinem Gefallen. 5. Und die reine Flammen
| N wahrer Gottes⸗Lieb kraͤftig
7. ſchlag zuſammen, daß kein
Fim will ich ſingen dei⸗ fremder Trieb mehr in eurem
nem Namen hier, und Lob⸗ Hertzen, und euch mache
Opfer bringen, daß voll Him⸗ Schmertzen, durch die Welt,
mels⸗Gier mein Hertz noch Natur und Creaturen⸗Lieb.
moͤg werden hier auf dieſer Er⸗ 6. Heil, Preiß, Kraft und
den daß in heiſſer Lieb ich bren⸗ Staͤrcke gebet unſerm Gott:
ne ſtets nach Dir. weil Er Kraft zu ſiegen gie⸗
2. Nichts ſoll meine Treue bet, daß zum Spott unſre
hindern, daß mein N Freu⸗ Feinde werden noch allhier auf
den⸗voll gedeye, daß ich wach⸗ Erden, die ſich ſetzen wider
ſe auf: wie in Thal die Ro⸗ dich, HErr Zebaoth.
ſen unter Dornen ſproſſen, md te
190,
en un
25. 1 0 U 88 wenn
NR dich Zion Gottes Stadt, or auch noche piel, Got rail
Fel dich GOtt getroſtet hat: fie gar bald vewagen
dann dir wird nun wieder wohl, J. Nun kann Zion frölich jet,
daß du Fried⸗ und Segens⸗ voll bey dem grofen Sreuden⸗Schen
wohnen kanſt in deinen Maurk. der ih r aufgegangen iſt und ſo
Nun ſeynd deine Thort heil, alles Leid verfuß „er kann
und die an dir haben Theil, derer diß genug ermeſſen“ was alda
Glück muß ciwig dauren. bor ein oenuß und vor teiche
ag mid ſtine Saat, 1 wo man iſt in GOtt
ie ſie ausgeſtreuet hat, bringen wie
ein mit vic Gewin eil eben 6.Der kann erſtrecht ſtille ſeyn,
getragen hi, und mit Schiner⸗ wer allda gegange ein, woman
ben that ausſpreiten. Nun muß findet lauter Rast, und nicht
ſtoltzer Fried u. Ruh in ihr blei⸗ mehr wird angetaſt von der eite
ben immer zu, weil zu End it len Winde Toben: alles wird
Ales deen: da ausgeſpeyt, was die Seel
3. Glück zu du erwaͤhlte Stadt. von GOtt gezweyt, drum kann
die GOtt ſo begnadigt hat, weil fie Gott ewig loben. f
man nunmehr in dir ſicht, daß 7 Preiß, Lob Ehr und Herz
dein Ruh u. Frieden bluͤht, und lichkeit ſey GOtt und dem Lain
viel Heil in deinen Wegen. Det bereit in der neuen Jous Sradt,
ne harte Selaveren iſtzu End, die Er auserwählet hat, und zu
du wirſt nun fren, daß dich wird ſeinem Lob erbauet. H alleluſg,
nichts mehr bewegen. Gloria! ſingt zuſammen, ruft.
. Dein Gefüngnus und Elend Ja ! ja wir ſind nun mit dir 7
iſt nun kom̃en an fein End: dei⸗ f
ane ne Op LOL ge
auter Raſt. Deine 9 ingen wir das frohe
Seufzen, deine Klagen ſeynd N und ruͤhmen 85
8 tes
191.
tes Wunder⸗Macht: Der uns ten treue Waͤchter dargeſtellt,
durch feinen groſen Namen er⸗ drum wird ſie nicht mehr gefällt.
halten und zuſammen bracht. 4. Obſchon Heide obſchon Voͤl⸗
Es dancke Ihm zu jeder Stund cker auf ſie haben angethuͤrmt,
Hertz, Seele, Geiſt und Mund. und mit voller Macht beſtuͤrmt,
2. Wer nur geht auf den rech- ſieht man fie doch bleiben ſtehen,
ten Wegen, der ſtimm ſein Lob⸗ und der vielen Feinde Heer ſind
Lied auch mit an: Weil GOtt zerſtreuet hin und her.
mit vollem Heil und Segen uns 5. Lobet GOtt ihr feine Kuech⸗
führet auf der rechten Bahn. te, u. du auserwaͤhlt Geſchlecht,
Wir wollen feine Gut u. Gnad halte feſt bey deinem Recht: ſeht
erheben fruͤh und ſpat. wie Er der Voͤlcker Dichten, ih⸗
ren Sin und boͤſen Raht gantz
26. und gar zernichtet hat.
| Fan und Freud ſey in den Nachklang.
Thoren unſter treuen Mut⸗ FI Rum muß loben, drum
ter⸗Stadt, die uns auserwaͤhlet muß ruͤhmen Zion, das er⸗
hat? die Beſitzer, ſo darinnen, wählte Heer, und Ihm geben
haben Glück und ſtoltze Ruh, Danck und Ehr: Der es ſo hat
Segen, Heil und Fried dazu. ausgerichtet, und fie froh u. frey
2. Ihre Thore ſtehen offen, gemacht von der vielen Feinde
ſeynd verſchloſſen nimmermehr, Macht. =
kein Feind kañ fie aͤngſten mehr: 2. Nichts wird fie mehr koͤnnen
und ob ſte s ſchon wolten wagen, ſchrecken, nichts zu ihren Huͤt⸗
ie nicht kommen ein vor ten kehr'n, noch verwunden noch
koͤnnen | |
dem hellen Lichtes⸗Schein. verſehr n: weil die Wohnungen
3. So da leuchtet auf den Gaſ⸗ der From̃en haben ihren GOtt
ſen und den Straafen hin und zum Schutz, Der ſelbſt ihrer
her , da in mitten ſelbſt der HErꝛ: Feinde Trutz.
Bl ee Piot- 3.Dramnioß babe mgge-
! * 9 en
*
192.
hen Zions Burg u. ihre Stadt, bis daß des Herren Wohnung
die ſich G Ott erwaͤhlet hat: Er da wird ſtehen, erbauet ſeyn an
wird bleiben drinen wohnen, fie ihrer Statt. Es ſoll kein Schlaf
verlaſſen nimmermehr: darum mehr in mich kommen, bis daß
geb Alles Ruhm und Ehr Gott feinen Tempel einge⸗
4. Alles, was demſelben Na⸗ nommen. e
men, und zu dem Geſchlecht ger 3. Wir haben ſchon ein Wort
zehlt, die GOTT darzu auser⸗ davon vernommen, zu Ephra⸗
waͤhlt, daß ſie ohne Ende loben ta hört man von ihr: wir wol⸗
feine groſe Wunder⸗Macht, die len da vor Ihm zuſammen
fie hat fo wohl bedacht: kommen, daß wir Ihm dienen
5. Daß ſie nimmer von Ihm fuͤr und für. Im Feld des Wal⸗
ſchweigen, wo der Halleluja⸗ des iſt gefunden die Wohnung,
Klang ewig ſchallet mitcZeſang. wo ſich GO TT mit hat ver⸗
Diß muß bleiben eine Weiſe, die bunden. | 2
in Ewigkeit beſteht, und auch 4. Her! ſtehe auf zu dieſen
nimmermehr vergeht. deinen Staͤtten, Du und die
47 Lade deiner Macht: da man
vor Dir erſcheinet mit Gebaͤ⸗
Gen een HEr:, an David ten, und deines Bundes wird
U) und fein Leiden, weil er gedacht, gedencke unſter Opfer⸗
Dir ſelbſt geſchworen hat: daß Gaben, die wir daſelbſt vor
er Dir dienen will zu allen Zei⸗ Dir bereitet haben. 4
ten in deinem Tempel früh u. 5. Laß deine Prieſter ſich mit
ſpat: Du wolleſt ſein a nicht Heil ankleiden, Gerechtigkeit
vergeſſen, wann ihm wird Leid anf ihrer Bruſt: damit ſie die⸗
vor Freude eingemeſſen. nen Dir zu allen Zeiten, in
2. Ich will (pricht er) nicht deinem Haus mit Freud und
in mein Haufe gehen, noch le⸗ Luft. Laß deine Heiligen ſich
gen mich in Muh aufs Bett: freuen, damit ihr San 1
un | RS RO ER 2 in
193.
moͤg vor Dir gedeyen. das Zion heißt, und wird ge⸗
6. Es wird ein loͤblich Regi⸗ nennt mit Namen, und halten
ment geſehen da, wo des HErꝛn feſt bey deinem Recht. Daſelb⸗
Geſalbte ſeyn: die Tag und ſten wilt Du bleiben trohnen,
Nacht in ſeinem Dinſte ſtehen, und ewig da in deiner Ruhe
und in ſein Hauſe gangen ein. wohnen. | —
Das wolleſt du, HErd, laſſen 10. O groſer GOtt! wie reich
walten, und ſelbſt durch deine biſt Du von Guͤte, das wird
Macht und Staͤrck erhalten. geſpuͤhrt in deinem Haus: Du
2. Um deines Knechtes, dem fuͤhreſt es dem Hertzen zu Ge⸗
Du ſelbſt geſchworen, und ei⸗ muͤthe, wann du theilſt deinen
nen wahren Eid gethan, Da: Segen aus, u. laͤſſeſt manglen
vid, den Du erwaͤhlt und aus⸗ keiner Gaben, dat auch die
erkoren, daß ihm ſoll folgen Aermſten Brods die Fuͤlle habe.
| feinem Stul und Trohne, da⸗ mit Heil gekleidet, und Licht u.
mit dein Volck im Fried bey⸗ Recht auf ihrer Bruſt: und
ſammen wohne Tag und Nacht zu deinem
8. Du wolleſt ſelbſt, HERR Dinſt bereitet, an Dir nur ha⸗
ſeine Kinder lehren, in Demuth ben ihre Luft. Drun deine Hei⸗
Dir gehorſam ſeyn: und ſie ligen ſich freuen, die weil ſie Se⸗
nach deinem Wort und Zeugs gens⸗voll in Dir gedeyen.
nuß führen, zu halten die Ge⸗ 12. Denn Du haft eine Leuch⸗
botte dein. So wird dein Bund te zugerichtet dem David, dei⸗
nicht mehr gebrochen, den Du nem treuen Knecht: und haft
ſie haſt mit einem Eid ver⸗ daſelbſt ſein Horn ihm aufge⸗
ſprochen. richtet, und haͤlteſt ihn ben dei⸗
9. Du haſt ja Luſt an dem er⸗ nem Recht. Du laͤſſeſt blühen
wählten Saamen, und woh⸗ ſeine Krone, und kleideſt ſeine
neſt gern bey dem Geſchlecht: Feind mit Spott W e
1 13, Drum
nach ein Mann, der ſitzt auf 11. Die Prieſter ſtehen da
194.
13. Drum wird Dir Preiß
und Danck und Ruhm gege⸗
ben in deinem Tempel fruͤh u.
ſpat: da allzuſammen in die
Laͤnge leben, und dein Lob nie
kein Ende hat. Drum muß
auch nun und jetzt erſchallen
ein ſtetigs Lob nach deinem
Wohlgefallen.
28. 1
i G Elobt ſey GOtt der Ehren,
Der auf mich fruͤh und ſpat
ſein Aug thut fleiſig kehren,
erzeigt mir feine Gnad, hilft
meiner armen Sachen: wenn
ich nichts weiß zu machen, muß
Er mein Helfer ſeyn.
2. Drum will ich fein’ geden⸗
cken in meiner letztẽ Noth, mich
allzeit nach Ihm lencken, treu
bleiben bis in Tod, weil ſeiner
Guͤte Armẽ mich faſſen mit Er⸗
barmen, daß ich kañ ſicher ſeyn.
3. Ich werde wol beſtehen in
jener boͤſen Zeit, wann alles
wird vergehen, ſo werd ich ſeyn
bereit, daß ich kann froͤlich ſter⸗
ben, die Seligkeit ererben, die
mir iſt beygelegt.
me loi der, fx een 1 |
4. Jetzt will ich mich fo üben
auf dem gerechten Weg, und
achten kein Betruͤben, das mir
mein Hertz zerſchlaͤgt: und will
in allen Sachen Gott ſelber
laſſen machen, wie es mir nuͤtz⸗
lich iſt.
5. Er iſts doch gantz alleine,
der mich berahten kan, wenn
ich mein Thun beweine, nimmt
Er ſich meiner an, thut mich mit
Guͤt umarmen, und zeigt mir
ſein Erbarmen, daß ich nicht
fallen kann. |
6. O! Vater aller Güte, Du
wunderbarer GOtt! wie wohl
iſt dem Gemuͤthe, das Du er⸗
rett aus Noth! mein Hertz ſoll
Dir ſtets dancken, wei[ Du mich
haͤltſt in Schrancken auf dei⸗
nem rechten Pfad. 1
Elobt ſey GOtt zu alle
Stund, Der mich thut ek
ber leiten, und dencket ſtets an
feinen Bund, hilft mir aus gl
len Leiden: u. thut mir beyſtehn
früh und ſpat, führt mich
auf dem gerechten Pfad del
' wahre
| 195,
wahren Lieben Frommen. 6. Wañ ich an ſeinen Bund ge⸗
2 Er fuͤhret mich zu rechter Zeit denck, werd ich mit Troſt erfuͤl⸗
aus meiner dunckle Hoͤhle: daß let: denn mich derſelbe dahin
ich werd wiederum erfreut, und lenckt, was allen Hader ſtillet.
mich nicht langer quale. Zur Drum werd ich wohl in aller
Zeit der groſen Traurigkeit hat Noth an Ihm feſt bleiben bis
Er mir einen Weg bereit, daß in Tod, Er wird mich nicht ver⸗
ich kann ſicher wandeln. laſſen. | 95
3. Und geh ich ſchon oft hin u. 7. Und ſolt ich nichts als
her, u. ſcheine gantz verlaſſen, ſo Angſt und Noth in meinem
hilft Er mir aus Noͤthen ſchwer, Hertzen ſpuͤren: ſo ſoll Er blei⸗
thut mich mit Guͤt umfaffens ben doch mein GOtt, Er kann
und gibt mir Troſt in allem es wohl ausführen. Die Huͤlfe,
Leid, zeigt mir feine Barm⸗ die oft lang verzeucht, macht
hertzigkeit, daß ich werd hoch mich nur kleiner und gebeugt,
erfreuet. daß ich kann freudig ſagen:
4. U. eh ich wolt vergeſſen ſein 3. Gelobet ſey der Name dein,
in meinen Trauer⸗Stunden: ſo O! Vater aller Güte: dein
nußt mein Nam vertilget ſeyn, Wort ſoll meine Leuchte ſeyn, u.
u feinem Buch nicht funden. troͤſten mein Gemuͤthe. Ich will
Ich wolte lieber Creutz u. Noth hinfort zu aller Zeit hoch ruͤh⸗
ier tragen fort bis in den Tod, men dein Barmhertzigkeit, die
h ich ſein nicht ſolt dencken. Du an mir erwieſen. .
5. Ich will vielmehr zu jeder 9. Ich will Dir dancken fort
dei fein Wunder⸗Macht aus⸗ und fort zu aller Stund und Zei⸗
reiten: Ihm geben Lob u. Herꝛ⸗ ten: und will mich halten an
ſchkeit zu aller Stund und Zei⸗ dein Wort, das mich thut ſicher
in, und dancken Ihm zu jeder leiten. So werde ich mein Leben
ſriſt, weil Ex mein Schutz und lang Dich preifen nen mit Ge⸗
Hulfe iſt in allẽ e eng in deinem Haus 1
196.
dem Koͤnig, und vor Ihm ſich
| 30. beugen, und ſchmiegend werden
OTT, ein Hersfcher aller thun Fußfall vor feiner waͤhrten
Heide, Der fein Volck bald Braut die vor im Geiſt geſchaut
wird herzlich leiten, u. ihr Recht ſolche Wonne, fo haben die we
laſſen hoch hergehn: wenn Er öfters bie geſeſſen ſind in Angſt
Zion ſchoͤn wird ſchmuͤcken, ihr und Muh. | |
Heil wird laſſen naher ruͤcken, 4. Werde froh, du liebe From⸗
ſo wird man Freud und Wonne ME! es werden auch noch zu dir
ſehn an feinem Eigenthum, das kommen, die dich gedrucket und
num giebt Preiß und Ruhm verhöhnt und dich muſſen eng
SOLL, dein König, Der ſie er⸗ preiſen, und dir Sußfällig Ehr
hoͤht, ihr Völcker ſeht wie Got⸗ erweiſen weil deine Schmach
tes Braut num einhergeht. nun iſt verſohnt. Drun wird
2. Schoͤn im Glautz, hell wie 05 50 enen
die Sonne, ſie leuchtet nun, O e
Himmels⸗Wonne! weil fie des den Seinen zubereit. 1 |
gluͤckt und hoch erhoͤht von dem 5 Nah u fern wird man Ih .
oͤnig, der ſie liebet, ſtatt deſſen, reiſen auch Eh werd S 1 |
wo fie war betruͤbet, ſie nun zu Nu die Kegeln de Ihm
feiner Rechten ſteht, gekleid t in tzen Welt: ach de x Mi .
purem Gold, well ihr der Konig dem Mere die warten in, zu
hold: und daneben wird man bringen n ene
auch ſehn am Reigen gehn der 1005 le BIER c
Braut Geſpielen trefflich (bon. erhoͤhet hat, baue |
3. Alle Voͤlcker hie auf Erden Stadt, Ihm zu Ehren und Lob
darüber fich verwundern werde, auf Erd, daß! wie ein Heerd,
ſo daß ſie werden komen all: ihr alls Volck a nee
Beſchenck und Gaben zeigen werd. 9
9. Want
197,
6. Wann von allem End der der Zahl, daß zu Ehren nah und
Erden viel Lob⸗Geſang gehoͤrt auch fern, von Hertzen gern, ſie
wird werden: ſo werden komen dienen werden ſolchein HErꝛn.
auch herzu Nebajoth ſamt ihren 9. Halleluja! ſingt zuſanmen,
Boͤcken, die werden ihre Haͤnd ihr die ihr ſeyd vom heilgen Sa⸗
ausſtrecken, damit ſie in dir fin⸗ men der ewgen Gottheit ausge⸗
den Ruh. Der Neid und boͤſer born: geht entgegen ſchoͤn am
Grim wird gaͤntzlich fallen hin Reigen, und thut Shin eure
zu den Fuͤſen, muß gantz ver⸗Schoͤne zeigen, weil Er cuch
ache kann nicht beſtehn, wenn darzu auserkorn, zum Lobe
ſolche Herꝛſchafft wird angehn. feiner Macht. Drum ſeyd Datz,
7. Dan wird alles lieblich gruͤ⸗ auf bedacht, zu empfangen des
nen, und wird zu Lob und Ehren Koͤnigs Sohn, den Salomon,
dienen dem groſen GOtt in aller der euch wird ſetzen auf die Kron.
Welt: ſolches werden auch ver⸗ N |
nehmen die Tyrer, Mohren, die eee
von denen, ſo vor ſehr wild und Ottes Wohnung iſt ſehr
gantz verſtellt. Die werden nun⸗ O ſchoͤne, und gantz lieblich
mehr zahm, u. bringen allzuſam anzuſehn: weil mit heilgem
ihre Gaben der edlen Schaar, Lob⸗Gethoͤne viel vor ſeinem
die immerdar, GOtt jauchzend, Throne ſtehn. Geben Ihm
haͤlt ein Freuden⸗Jahr. Kraft ewigs Lob als dem ſtar⸗
. Auch zuletzt wird noch auf⸗ cken Zebaoth. ii
wachen die Rott der Boͤſen, die 2. Drum thu ich mich hertz⸗
da ſchlafen, und truncken bis zur lich ſehnen, Her! durch die
Mitternacht: und daneben wird Vorhoͤfe dein einzugehen auch
nan ſehen die Heerden Kedar zu denen, die dort ſtetig bey Dir
nuch hergehen, daß Ihm werd ſeyn. O! ich freu mich Gottes
Lob u. Preiß gebracht von Voͤ⸗ Gut in dem Hertzen und Ge⸗
kern allzumal, ſo viel ihr ran muͤth. n
b ber. 3. Die
|
|
198.
3. Die erhaben von der Erden, Saft, und verzehrt die Lebens⸗
fliegen auf zu Gottes Zelt: fin⸗ Kraft. is 10
den, daß ſie ruhig werden in dem 8. Muß doch alles ſchoͤn aus⸗
Haus, wo man erzehlt Gottes grünen, wenn es wieder licht u.
Wunder groß und klein, die in hell: und zu lauter Segen die⸗
Zion herzlich ſeyn. nen, weil der offne Brunnen⸗
4. Denen, die Ihmopfer brin⸗ Quell ſich ergieſet zum Genuß,
gen auf dem Altar IEſuChriſt, fort zu gehen ohn Verdruß.
muß es alles wohl gelingen: ſo 9. Gottes Segen thut nicht
daß ſie zu jeder friſt wachſen ſchweigen denen, die ohn allen
fort, und ſich vermehru zu des Schein andern auch die Wege
Königs feinen hrn. Feigen, daß ſie dort mit gehen
F. Jebaoth HErꝛ Gott und ein: und nach vollem Glaubens⸗
Koͤnig, trefflich biſt Du meiner Lauff werden mit genomen auf. |
Seel: deiner Wunder ſind nicht 10. Solche werden herꝛlich fies"
wenig, drum ich auch mit Freud gen uͤber ihrer Feinde Macht:?
erzehl, was dein treue Gottes⸗ nie einmal auch unten liegen,
Gnad an iir voll erwieſen hat. ob der Feind fie ſchon verlacht;
6. Drum wohl denen die da wachſen ſie doch in dem Streit
wohnen, HEY! in deinem ümmer fort zur Tapfferkeit.
Haus und Stadt: die wirſt Du r. Denen muß es gluͤcklich
mit Segen lohnen, weil ihr Lob ehen, wo GOtt ihre Zuver⸗
kein Eude hat. Wer hier dei⸗ Nicht : daß man wird mit Augen
nem Fuß nachgeht, auch in dei⸗ ſehen, wie der Hoͤchſte gufge⸗
ner Kraft beſteht. | richt unter Zion fein Gezelt, daß
7. Muß er oft ſchon traurig ſich wundert alle Welt. F
gehen durch das Thraͤnen⸗Jam⸗ x2. Dann Gott haͤlt in hohen
merthal: und viel Schmertzen, Ehren die, ſo Ihim ergeben ſeyn,
Leid und Wehen ihn umgeben thut fie ihrer Bitt gewähren,
überall, Daß vertrocknet aller weñ ſie Ihn um Huͤlf one 0
| eigt
\ EEETTFEETETCTTETT— FL. 4 *
Zeigt ſich als ihr Schild und nennen, deß du, Her, ſein Zu⸗
Hh. und hilft ihnen aus der Den Ned Au 5
dot. . abgewinnen, der auf Dich ver⸗
13. Groſer GOtt! ſchau doch laͤſſet ſich, und Dich hat in aller
in Gnaden deins Geſalbten Noth nur zum Schutz als ſei⸗
Erbtheil an: thu ſie aller Sorg nen GOTT.
entladen, weil Du biſt, der hel⸗ |
fen kann. Dann in den Bor e 1
hoͤfen dein muß ein Tag doch G Ott iſt bekant dem Stam
beſſer ſein ns? OQO aus ſeinem Saamen, fin
14. Als ſonſt tauſend, die ver⸗ Nam iſt herrlich dem Haus Iſ⸗
| dude mit der Welt in Eitelkeit. rael: zu Salem, da ſein Volck
Lieber will ich dorten ſtehen, in Fried beyſammen, hat Er ge⸗
wo vergnuͤget ich in Freud, ſolt bauet feine Huͤtt und Zell, und
ich huͤten nur die Thuͤr, als noch wohnet da, wo Zion herrlich iſt,
lange wohnen hier mit voller Kraft und Staͤrcke
15. Unter denen, die vergeſſen zubereit, und ſtehen da, als
ihres Gottes gantz und gar: Helden in dem Streit: daſelbſt
und mir vieles Leid einmeſſen. iſt Er mit voller Kraft geruͤſt.
Ja, ich ſage Dig fuͤrwahr: daß 2. Und thut zerbrechen Pfei⸗
ich lieber dort will klein, als hier le, Schild und Bogen, und
groß bey Suͤndern ſeyn. macht zu nicht die Schwerdter
16. Denn der HEr: iſt meine in dem Streit: alsdann wird
Ehre, meiner Seelen Sonn u. Iſrael zum Lob bewogen, und
Schild: mir zu Nutz und Ihm dienet Ihm mit Ehr u. Danck⸗
zu Ehren Er mit Segen mich barkeit. Betrachtet ſeine Wun⸗
anfuͤllt. Scheuckt den Seinen der früh und ſpath, und gehet
zum Genuß, daß kein Gutes ein ins innre Seifathınn: daß
manglen muß. er ausbreite GOttes Ehr und
17, Selig iſt der Menſch 55 Ruhm, dieweil allda ſein Lob
1 ö a | 3,
| Fein
i *
290,
kein Ende hat. 8 Luſt: und wird die Erd, mit ih⸗
3. O Gott! wie herzlich biſt rem Suͤnden⸗Heer, in Schre⸗
Du anzuſehen, Du biſt viel cken, Angſt und groſe Furcht ge⸗
maͤchtiger als unſte Feind: die ſetzt, und weil GOtt ihren ſtol⸗
ſich verſchantzen hinter Berg u. Ken Muth verletzt, ſo ſind ſie
Höhen, daß ſte berauben, die dein ſtill, und geben Ihm die Ehr.
eigen ſeynd. Du machſt zu 6. Wann GOTT wird mit
nichte ihren hohen Muth, wann Gericht und En auf wachen:
Du beraubeſt ihren ſtoltze Sin: ſo wird Er helfen dem elenden
dann müflen fie zu Boden fal⸗ Mann, der gantz verlaſſen war
len hin, daß ſie entſchlafen ſchnell in ſeiner Sachen, weil er auf
und ohn vermuth. Erden kein Huͤlf finden kann.
4. Dann werden aller Krieger Der tiefe und geheime Gottes⸗
Hände ſincken, wann allen Ho⸗Raht wird ihm alsdann voll
ben fallen wird der Muth: u. werden offenbar: der vor fo
Gott an ihren Frevel wird ge⸗ manche Zeit verborgen war,
dencken, und fragen wird nach. und gehet ein in Gottes Sa⸗
feiner Diener Blut. Von dei⸗ lems⸗Stadt. | *.
nem Schelten, Du GOtt Ja⸗ 7. Wann der gottloſe Hauffe
cob, muß in Schlaf einſincken wuͤtt und tobet: ſo zeigt GOtt
Wagen, Roß und Mann: Nie⸗ feine Ehr und Herꝛlichkeit an ih⸗
mand iſt, der vor deiner Macht nen, daß das fromme Haͤuf⸗
ſtehn kann, wann auch die Ho⸗ lein lobet ſein groſe Macht und
hen fallen Dir zu Fuß. Warheit weit und breit. Und
5. Dann ſchrecklich, O HErꝛ wann fie dann in ihrem harten
GOTT! ſeynd dein Gerichte, Sinn verboßet find, daß ſie
wer kan Dir flehen, wan Du noch wuͤten mehr: ſo iſt der groſe
zoͤrnen thuſt? Wann deine Ur⸗ Gott und ſtarcke Her geruͤ⸗
theil kommen zu Geſichte, ſo ſtet noch zu rächen ihre Suͤnd.
fallt zu Boden alle Freud und 8. Nun tret t zuſammen, 115 *
Pe
201.
und Ruhm⸗Geſchrey, daß mit
ihr habt gelobet dem Herꝛen eu⸗
rem Gott getreu zu ſeyn: die
um Ihn her ſeynd, komt her⸗
bey, und lobet, und geht zuſam⸗
men durch den Vorhof ein, und
bringet eure Gaben und Ge⸗
ſchenck dem grofund maͤchtigen
und ſtarcken GOTT, der eure
Huͤlf u. Schutz iſt in der Noth.
Seyd ſeiner Macht und Guͤte
eingedenck. b
9. Dann Er den Fuͤrſten ihrer
Muth thut buͤſen, daß ſie ge⸗
beugt und ſcham⸗ roth vor Ihin
ſtehn: daß alle Voͤlcker ſich ver⸗
wundern muͤſſen, wann ihre
Macht wird fallen und vergehn.
Auch unter Koͤnigen iſt ſeine
Macht und Schrecken groß und
hoch auf dieſer Erd: daß alles
unter Ihn gebeuget werd, und
unter feinen ſtarcken Arm ge⸗
bracht. |
/ G Roſer GOtt, ich will Dir
h ſingẽ aus gantz vollem Her⸗
ßens⸗Grund: u. Dir meine Lie:
der bringen, weil mir uͤberlaͤufft
nein Mund mit viel Danck⸗
ſchoͤnſter Melodey ich muß ſin⸗
gen Dir zur Ehre, damit ſich
dein Lob vermehre
2. Mah und fern bey allen Leu⸗
teu, daß ſie ſehen deine Werck:
und auch machen kund den Hei⸗
den deine Wunder, Macht und
Staͤrck, die Du laͤſſeſt werden
kund denen, die auf deinen Bund
achten, daß ſie treu verbleiben,
laſſen ſich von nichts abtreiben.
3. Niemand kann es hier aus⸗
ſagen, wie GOtt feiner Kinder
pflegt, thut ſie auf den Haͤnden
tragen: wann der Feind ſte nie⸗
derſchlaͤgt, richtet Er fie wieder
auf, daß ſie freudig ihren Lauff
wallen fort mit Daͤnck u. Loben,
unter vielen Creutzes⸗ Proben.
4. O! was vor geheime Gänge
fuͤhret GOTT die, ſo Er liebt:
wenn oft alles in der Euge, daß
von Hertzen fie betruͤbt, ſo läßt
Er ſein Huͤlfe ſehn, und thut ih⸗
nen ſelbſt beyſtehn. Machet, daß
muß alles frommen, und zu ih⸗
rem Beſten kommen.
5. Dieſes hat gar oft erfahren
meine Seele in der Noth, weil
Ä in
202.
f , . en
in meinen Creutzes⸗Jahren Er 9. Ja, es iſt nicht wohl zu ſa⸗
geblieben iſt mein GOtt: und gen, wie ſo manchen ſauren
mir hat geholfen aus in ſo man⸗ Tritt müſſen thun, dies einmal
chem Kainpfu. Strauß. Weüns wagen, und um anders nichts
auch ſchien, ich mußt vergehen, bemüht: als zu leben nur allein,
ließ Er ſeine Huͤlfe ſehen. daß ſie Gott gefaͤllig ſeyn, ja
6. Dieſes fen don mir geſchrie⸗ fie muͤſſen oft mit Flehen in der
ben 0 ein m Zeichen feiner Treu Wuͤſten umher gehen. f
weil Er iſt mein Helfer blieben, 10. Wie verirret und verlaſſen, |
und mir hat geſtanden bey: daß wann ihr Freund von ferne ſteht,
muß ſehen jederman, was ſein daß viel Zahren fie benaſſen, u.
ſtarcke Hand thun kann, u. man die Sonne untergeht: wañ ver⸗
ſage bey den Heiden, wie Er thut lieret ſich der Weg/ daß verdeckt
die Seinen leiten. | der ſchmale Steg, u. ſie in dem
7. Veil ſie ſich ohn alles Wan⸗ Dunckeln gehe mit vil Schmer⸗
cken halten feſt an ſeine Treu, u. tzen Leid und Wehen.
auch bleiben ſo in Schrancken, 12. Doch, wer ſich in Lieb ver⸗
daß nicht zu bewegen ſey ihr in bunden, der kañ halten treulich
Gdptt verliebter Sinn, dem ſie aus: bis Ott die Verſuchungs
ſich ergeben hin, gantz von Her⸗ Stunden herzlich hat geführt
tzen treu zu bleiben, daß auch hinaus. Denn rot oft gantz
nichts ſie kann abtreiben. unvermuth Ott thut ſchenken
9. Doch indeſſen muͤſſen leiden neuen Muth: laͤſſet ſein Licht
noch die arme Schaͤfelein, ob wieder ſcheinen, daß vergeſſen
fie IEſus ſchon thut leiten zu Leid und Weinen.
den friſchen Waſſern fein: und . Den, wer treulich aus thu
ſie 11 775 auf grüner Au, wo rab halten, wenn ſchon alles in d
fällt des Himmels Thau; thun Eng, u. die Lieb nicht laͤßt erkal⸗
ſie ſich doch oft noch finden unter ten unter ſo viel Noth⸗Gedraͤng
vielen Sturm und Winden. der erfaͤhret Gottes Gut in 85 |
er⸗
90 203.
———— — — — nenn nen
Hertzen und Gemuͤth, weil die in die Eng. Es iſt lauter Himel⸗
rauhe Wind und Regen bringen Brod, wo man leidet Schmertz
lauter Kraft und Segen. u. Noth: denn ſo kann man lie⸗
13. Wann die Sonne wieder ben lernen wen die Lieb ſich thut
ſcheinet, ſo wird alles Freuden- entfernen.
voll: u. mit Gottes Raht verei⸗ 17. Dann ſo werden ausgebo⸗
net, Der es weiß zu machẽ wohl. ren Gottes Kinder in der Nacht:
Del die kalte rauhe Nacht ma⸗ wenn es ſcheint/ es wär verloren,
chet nur das Hertz geſchlacht: u. wird man nur zurecht gebracht.
vermehret das Verlangen, bis Wie die Thaues⸗Tropfen ſeynd
mau ſteht den Freund gegangen zubereitet, wañ nicht ſcheint ihre
14. Huͤpffend, jauchzend von Sonn, die ſie gezeuget. Wohl
den Hoͤhen Libanons init groſer dem! der fo iſt gebeuget
Freud: wer ſolt nicht entgegen 18. Durch die truͤb⸗und dunckle
gehen, und ſich machen ſchnell Naͤchte, wo gantz keine Sonne
bereit, zu empfangẽ dieſen Gaſt, ſcheint: der erlanget Kindes⸗
der ſo ſanfte hat geraſt, und ge- Rechte, wird geheiſſen Gottes
ſchlafen an der Thuͤre, wo die Freund. Denn das iſt die rechte
Seel ging in der Irre. Spur, wo die neue Creatur aus
15. O! wie herzlich find die geboren wird zum Leben, daß
Thauen, die ſein heiligs Haupt man Preiß u. Ruhm kañ geben
benaßt. O! was fette Hünels⸗ 19. Gott, dem Herꝛſcher aller
Auen, wo Er hat ſo fanftgeraft: Dingen, Dem durch ſeine groſe
uch ſieht man der Lockẽ Pracht Macht alles muß zuletzt gelin⸗
oll mit Tropfen von der Nacht, gen: weil Er thut bey Tag und
ie gezeuget aus der Sonen, und Nacht hüten, pflegen und bey⸗
ey Nacht auf Ihn geronnen. ſtehn denen, die Ihin nach thun
16. O! was groſe Wunder⸗ gehn. Drum will ich, weil ich
Bege, O! was vor geheime hier walle, leben, daß ich Ihm
Gang: wer ſolt doch noch wer⸗ gefalle. |
en traͤge, kom̃t man ſchon oft Ce 34. Gro⸗
204.
N ein: wilt du nur in guten Ta⸗
G Roſer König, treuer Hirte! gen mir ein treuer Ehgatt ſeyn?
hoͤr das Rufen meiner Seel: Nein, das gehet gar nicht an:
weil mit bruͤnſtiger Begierde du muſt auf der Lebens⸗Bahn
Dich zu meinem Schatz erwaͤhl. wandeln fort bey allem Strauß,
Laß mich nim̃er von Dir wan⸗ bis du komen wirft nach Haus.
cken, daß ich bleib in deinen 5. Sieh auf alle Bunds⸗Ge⸗
Schrancken: hoͤre doch mein noſſen, die vor dir geweſen ſeyn:
ſehnlich Flehn, ſonſten kann ich Thranen⸗Fluthen fie begoſſen,
nicht beſtehn ehe ſie den Freuden⸗Wein trun⸗
2. Vor dem Feind mit ſeinen cken in des Vaters Haus, da
Trouppen, die er täglich an man nimer geht hinaus. Wilt
mich hetzt, und nicht müde wird du ſolches unt genieſen, muſt
gu 11 7 5 See oft ver⸗ auch a Bi vergieſen.
etzt, daß ich kom̃ in harte Preſ⸗ ele. |
fe : doch ich deiner nicht ee 6. Nun ich faſſe Muth und
weil Du trittſt ſehr nah zu mir, Glauben, halt mich an dein
Z. Doch wirds ofte ſchier zu Hoffnung rauben, wenns auch
lange, daß ich wancke hin und ging zur Hollen Pfort. Wahrt
her, und der Seel wird augſt es gleich bisweilen lang, daß der
und bange, wenn ſie fragt: wo Seelen angſt und bang; ey ſo
iſt der HErzͤ und oft wird von ſtehſt du doch bey mir, rufſt mir
Seufzen ſchwach in dem Rufen zu ich helfe dir.
vieler Ach, daß ich muß mit 7. Nun, mein treuer, Du ſolt
Thraͤnen ſäen, und ſo lang von bleiben eintzig meiner Seelen
ferne ſtehen. Ruhm, mir der Ciebſt in allem
Jaeœ)ſus. Leiden, mein Schatz und mein
4, Liebe Seel, was ſoll das Eigenthum: nur zu ſehn allein
ſagen? ſtelle doch das Klagen auf Dich, wenn die Feinde dru⸗
I. | EEE Rp cet
*
. 4 4
205.
cken mich. Ich ergeb Dir alles ſchmachtet ſeyn: gehen ein zur
hin, gnug daß ich der Deine bin. Himmels⸗Pforten, da ihr Leid
3. Hab ich Dich, ſo kanns nicht zu Freuden⸗Wein, und ſie wird
fehlen, denn Du thuſt den Dei⸗ erquicken dort, daß ſte werden
nen wohl: was ich ſonſten wolt fort und fort ſtinnnen an im ho⸗
erwaͤhlen, macht zuletzt oft hen Thon Sieges ⸗Lieder vor
Trauren⸗voll, und viel Plage, dem Thron. b 1
Angſt und Schmertzen, dazu 12. Drum, ihr Klugen, ruͤſtt
Unruh in dem Hertzen. Wer euch hurtig, und bereitet eure
fo meint, er hätte Dich, findt Seel: mae het eure Lampen fer⸗
zuletzt betrogen ſich. tig, daß 2 5 Auf bruch euch
9. Drum gibts viele, die ſich nicht fehl. Kauffet Oele, weils
nennen, tragen deinen Namen noch waͤhret, euch nicht an die
hier: mit dem Munde, HErꝛ! Thoren kehret: die nur ſpotten
bekennen, aber doch nicht folgen euren Weg, wenn ihr geht den
Dir. Schreyen Dir nach: HeErꝛ ſchmalen Steg.
und Meiſter, bleiben doch nur 13. Wenn ſte aber werden ru⸗
Fleiſches⸗Geiſter. Darum wird fen, und ſtehn vor der Himels⸗
ihr Rufen, Her! fie am End Pfort, fagen, HErꝛ, ach thu
betriegen ſehr. | uns offen! wir ſind kommen auf
J. Nicht die, welche mit viel dein Wort: wird der HErꝛ mit
Worten Dir zu dienen ſind be⸗ ſtarcker Stimm rufen: weichet
reit / gehen ein zu Salems⸗Pfor⸗ weg von hin, denn ihr habt euch
ten, in die frohe Ewigkeit: ſon⸗ ſelbſt gemeint, wenn ihr habet
dern, die geſuchet Dich, in dem fromm geſcheint. 5
anverfälehten Licht, die mit 14. Weh! O Weh leuch allzu⸗
Wort⸗u. Wercken thaten, was ſammen, die ihr nur in Wort u.
fie andern wolten rahten. Schein habt gewandelt: da die
11. Die oft mud von Seuf⸗ Fromen mußten eure Schlacht⸗
zen worden, daß ſie ſchier *. Schaf ſeyn. Nunmehr werd
2 |
t
| ihr
206.
ihr ſtehen nicht vor des HErꝛen
Angeſicht: ſondern werdet bins
verwieſen in die ew'ge Finſter⸗
nuſſen.
15. Drum, ihr Frommen!
nicht verzaget, ob ſchon manch⸗
mal Thraͤnen⸗voll euch die Hulk
fe wird verſaget glaubet nur, Er
wird noch wohl euren Schmer⸗
tzens⸗vollen Gang kroͤnen mit du
dem Siegs⸗Geſang, und euch
helfen aus dem Leid in die frohe
Ewigkeit.
16. Meine Seele aal da ſin⸗
gen hier auf meiner Pilger⸗
35.
Gina O Welt! du biſt
mir verſtellt, meine Luſt u.
mein Vergnuͤgen kann mit dir
ſich nicht mehr fuͤgen, bleib mir
nur verſtellt, ich habs fo erwaͤhlt.
2. Dein Betrug und Schein
geht nicht in mich ein, ich ſeh
ſchon dein Urtheil bluhen, wo
kanſt nicht mehr entfliehen.
Schenck nur tapffer ein deinen
Trug und Schein
3. Denen es gefaͤllt, und dein
Thun erwaͤhlt, du gibſt gar zu
ſchlechte Sache; wer noch etwas
Reiß: denn Er laͤſſets mir gelin⸗ draus thut machen, wird von
gen auf viel wunderbare Weiß.
dir gefaͤllt, und dorthin geſtellt.
Muß ich ſchon bisweilen klagen 4. Zu der lincken Seit hin vers |
laͤßt Er mich doch nicht verza⸗ wieſen weit von GOTT in die
gen. Nun ich bleibe, HER Tan Finſternuͤſſen, u. da feine Wohl⸗
Dir, ſey mein Alles dort u. hier. luſt büfen, wo er in der Zeit ſch
17. Thraͤnen, die oft uͤbergoſ⸗
ſen, netzten meine Wangen hier, . Ich bin deſſen froh, denn dein
machten mich zum Bunds⸗Ge⸗ leichtes Stroh iſt bey mir ins
noſſen noch im Jammerthal Feuer komen, drum iſt mir hin⸗
allhier: daß ich meines HErꝛen weg genommen, wo man ſonſt
Gang folge nach, bis ich erlang wird froh über leichtes Stroh.
meine Sieges⸗Krone dort, und 6. Deine falſche Freud hab ich
aus geſpeit, ich kann min was
beſſers haben, woran ſich |
erloͤßt vom Creutzes⸗Ort.
solo
hat in geweidt.
N }
207.
Hertz thut laben, weil ich deine andre iſt verloren, was nicht iſt
Freud habe ausgeſpeit. aus dir geboren, u. durch Oeine
7. Deine groſe Macht iſt bey Kraft wird in uns verſchafft.
mir verlacht, es iſt nur ein eitles 13. Dein ſelbſtaͤndigs Wort
Prangen: weñ du biſt vom Tod bleibe fort und fort in mir, daß
gefangen, wird zu nicht gemacht ich es verſpühre, und dein Geiſt
deine groſe Macht. mich lehr und führe: ſprich dein
8. Wen du dachteſt dran, wind Lebens⸗ ort in mir fort u fort.
dein falſcher Wahn in dir bald 14. Laß mich von Dir, Her!
zu Boden fallen, u. thaͤtſt nicht weichen nimmermehr; laß mir
ſo ſicher wallen hier auf deiner ſeyn ins Hertz geſchrieben, daß
Bahn, bey dem falſchen Wahn. keindinfall noch Betruͤben mich
9. Doch es iſt umſonſt, weil der von Dir, O HEN! koͤnne ſchei⸗
eitle Dunſt dir geblendet deine den mehr.
Augen, daß fie nicht zu ſehen 15. Ich will ſonſt nichts thun,
taugen, was hie Gottes Gunſt als alleine ruhn, HER! in dei⸗
denen giebt umſonſt, nein Raht und Willen, daß Du
20. Die ihr Hertz und Sinn ſelber kanſt erfüllen, was noch
richten gantz dahin, daß ſie ih⸗ iſt zu thun, laß mich in dir ruhn.
rem GOtt gefallen, u. na Jon 16. So werd ich wohl dein, und
vor andern allen, haben geben Du bleiben mein, wenn nichts
chin ihren gantzen Sinn. mehr in mir von allen, als was
I. GOtt! mein eintzigs Theil, Dir nur Fan gefallen: werde ich
ſchaffe Fried u Heil meiner Seel wohl dein, u. Du bleiben mein.
in allen Sachen, denn ich weiß 6 1
ſonſt nichts zu machen, als in 35
Dir, mein Theil, fuchen Fried H Er JEſu Chriſt! ach ſie⸗
und Heil. he doch die Schmertzen dei⸗
12. Volle Glaubens⸗Kraft ner Lieben! enbind fie von des
wird durch dich verſchafft, war Treibers Joch, eh fie find auf⸗
1 83. gerie⸗
208.
gerieben vous Feindes Wuth ben, damit ich gantz dein eigen
und boͤſem Grimm, der wider ſey: ich werd nicht unten liegen,
fie mit Ungeſtumm ſehr ſchnau⸗ weil Du mein Prieſter u. Pro⸗
bet, würt und tobet. phet mir rahteſt, daß es gluͤck⸗
2. Er thut ja noch in deiner lich geht, zum Trotz der Macht
Heerd viel arme Schaf verwun⸗ der Feinde. |
den: und hat bisher uicht aufge- 6. Mufich ſchon ſehn der Wun⸗
hört in Tagen, Naͤcht⸗ und den viel bey deiner armen Heer⸗
Stunden. Drum thut es mir de: fo ſetzeſt Du doch Maaß und
ko ſchmertzlich weh, wenn ich Ziel, daß nichts verderbet werde
vor meinen Augen ſeh die von dem, das Du durch deine
Wunden meiner Lieben. Hand gebauet und gebracht in
3. Ich ſeh es zwar, und kann Stand, daß es ſoll bleiben ſtehẽ.
nicht thun, was mir zu rahten 7. Es wird der harte Eigen⸗
dienet: ich muß in deinem Wil⸗ Sinn doch meiſtens nur verle⸗
len ruhn, weil Du haſt ausge⸗ tzet: der ſich in Hoffart imerhin
foͤhnet der Schulden viel und ſehr hart entgegen ſetzet wider
Schwachheit groß, da Du ver⸗ die weiſe Gottes⸗Zucht, wodurch
lieſt deins Vaters Schoos, und man bringet wahre Frucht, nach
kamſt zu uns auf Erden. ſeinem Raht und Willen. j
4. Und nameſt unſte Schwach⸗ g. Ihr Brüder, mercket Got⸗
heit an, mit Kraft zu uͤberwin⸗ tes Raht, den Er euch vor thut
den: drum biſt Du auch, der hel⸗ leſen: in Lieb euch lang getragen
fen kann, wenn wir uns ſo be⸗ hat, da ihr nicht kont geneſen in
finden, daß wir nicht wiſſen eurer eignen Kraͤfte Muth, wo⸗
aus noch ein, gantz klein und tief durch ihr nur des Lammes Blut
gebeuget 1105 von Schmertzen zertreten und geſchaͤndet.
deiner Lieben. b 9. Drum fangt ein ander We⸗
5. Doch halt ich an bey meiner ſen an, als wie bisher geſchehen:
Treu, die Du ins Hertz geſchrie⸗ denn JEſus zeigt die on |
VBahn
DP
2
Bahn, Ihm muͤſſet ihr nachge⸗
hen. Verlaßt den ſtoltzen Ei⸗
gen⸗Sinn, der ſich in Hoffart
imerhin der Lieb entgegen ſetzet.
10. Seht doch wie manche har⸗
te Schlaͤg der Eigen⸗Will ver⸗
ſchuldet: und wie daneben GOtt
euch traͤgt, und hat bisher erdul⸗
det das, was Ihm ſehr entgegen
war, fo doch ſoll ſterben gantz u.
gar am Creutz, das aufgerichtet
1. Zum Zeichen feiner Kirchen
hier, die ſich nach Ihm thut nen⸗
nen: daß dieſes key ihr Kron und
Zier, wenn ſie Ihn thun beken⸗
nen, damit fie ſolches an dem
Leib ſo tragen, daß nichts uͤbrig
bleib vom alten eignen Leben.
12. Das immer GOtt zu wi⸗
der ft ſich ſelbſt zu Ehren lebet:
erhebt ſich uͤber GOtt u. Chriſt,
u. immer widerſtrebet. Durch
eigne Lieb ſich ſelbſt verführt,
daneben ſich in Falſchheit ziert
mit reinem Tugend⸗Leben.
13. Und das von auſen nur im
Schein, womit man ſich beklei⸗
guet die Seelen, die ſchon in ſich
det: als ſoltens Gottes Tu⸗
zend fern, daß oft dadurch ver⸗
109,
—
klein, zum theil auch tief gebtu⸗
get ſeyn. Ol das giebt Schinertz⸗
und Wunden.
174. Wann ſolches andre in der
Still, die etwas naͤher kommen,
fo sehen, wie dem Eigen⸗Will,
auch oft bey wahren Frommen,
gedienet wird als GOtt zu Ehr:
ſo werden ſie gebeuget ſehr, und
rufen aus mit Schmertzen:
15. HErꝛ JEſu Chriſt, das
Bild zerſtoͤr, fo deinen Namen
ſchaͤndet, und raubet Dir dein
Goͤttlich Ehr, in Hoffarts-Sin
verſchwendet: was deine Gunſt
und treue Gnad bis daher oft er⸗
wieſen hat, zu Ehren dir zu lebẽ.
16. Ich will indeſſen nuͤnmer⸗
mehr von dir mein JEſu, laſſen,
kom̃t gleich der Feind mit ſeinem
Heer auf mich, ich will umfaffe
die Worte von dein theurẽ Eid,
daß Priſter Du in Ewigkeit u.
auch vor mich biſt worden.
17. Der Buͤrge meiner Schul⸗
den groß: da ich, in ſchwehren
Laſten, mit Thraͤn en oft den
Weg begoß, weil ich Font nim⸗
mer raſten im Leben dieſerEitel⸗
keit, das ich in der *
ei
210.
2 ĩðDL% ] Ä—:::.!. . .... TEE
Zeit verbracht nach eitlem Wille man meidet, ſich abſcheidet von
18. Und weil Du meiner See- dem Scheinen, u. Gut⸗ meinen,
len Schmertz in mir haft aufge⸗ was ſich nur in Hoffart bruͤſt.
loͤſet, geheilet das verwundte 2. Wer ſo iſt ausgeruͤſt mit
Hertz, daß endlich ich geneſet: ſo viel Kraft und Tapfferkeit, der
fall nur alles von mir hin, was kann im Kriegen ſiegen, ſo daß
Dir nicht iſt nach deinem Sinn, muß untenliegẽ die groſe Macht
es ſey Dir uͤbergeben. der Feinde, daß freuen ſich die
19. Mein Leben ſey zu eigen Freunde, und vermehren, GOtt
Dir in deinen Raht beſchloſſen: zu Ehren, ihre Kraͤfte, zum Ge⸗
wie du es machen wirſt mit mir, ſchaffte, freudig auszuziehn in
ſo werd ich unverdroſſen gantz Streit. |
ſauft in deinem Willen ruhn, 3. Drum wohlauf! mercket
nichts wollen wiſſen oder thun, drauf, daß ihr in vereinter Kraft
als nur in Dir zu leben. koͤnt fuͤhren aus die Kriege bis
20. Die ihr noch treu im Bun⸗ zu dem vollen Siege, u. ſtehen
de ſeyd, kom̃t, lernet dieſe Schu⸗ feſt zur Wehre, daß euch kein
fe: und trett in Demuths⸗Nie⸗ Feind verſehre, und die Tuͤcke,
drigkeit mit mir vors Lammes Netz und Stricke, die fie ſtellen,
Stühle: und werfet in gebeug⸗ euch zu faͤllen, werden ſo zu nicht
tem Sinn die Kronen zu den Fu ⸗ gemacht. 9
ſen hin, u. gebet Ihin die Ehre. 4. Haltet aus allen Strauß!
1 wenn der Feind mit Grimm u.
375 Wuth ſich gegen euch thut ſetzen
„ Immels⸗Luſt iſt bewußt ei⸗ wird euch doch nichts verletzen
H nem Streiter JEfu Ehriſt, wan ihr in allen Proben werd
weil er iſt feſt verbunden mit dancken und GOtt loben vor die
Chriſti Blut und Wunden, wo⸗ Rechte feiner Knechte, die Er
durch man kan geneſen, und zeiget, wenn Er beuget a
kouunt zum wahren Weſen, da Feinde ſtoltzen Muth.
*
SIE,
5. Dann es ſeynd unſre Feind drum doͤrfen wir es wagen, die
in die Flucht geſchlagen ſehr; Wunder an zu zeigen, u. langer
drum konnen ſie s nicht wehren nicht verſchweigen feine Wercke,
noch GOttes Werck zerſtoͤren, Kraft und Star cte, die Er zeu⸗
ob ſie ſchon hefftig ſchnauben; get, wañ Er beuget aller Feinde
doch ſie den Muth nicht rauben, ſtoltzen Pracht. int
weil die Thaten ſchon gerahten 9. Ja es muß noch zu Fuß alles
ſind den Helden, die ſich ſtellten nieder fallen hin, was jetzt ſehr
vornen au des Koͤnigs Heer. hoch erhoben, und oft thut greu⸗
6. Kraft und Ehr bringet her lich toben; ſo wird ſichs doch
anferm GOtt mit aller Macht bald zeigen, daß fie ſich muͤſſen
weil Er die Kriege fuͤhret, und beugen vor den Frommen, weñ
uns, ſein Volck, regieret: drum die kommen ſie zu richten, und
wollen wir lobſingenz und unſre zernichten ihren harten Hof⸗
Opfer bringen, und zu Ehren farts⸗Sinn. 122
aſſen hören ſchöͤne Weiſen Ihn 10. Freuet euch allzugleich, die
Seien. weil Er ſieget in der ihr GOttes Eigenthuin, u laßt
Schlacht. nicht nach zu preiſen, mit vielen
7. Geht voran, machet Bahn, ſchoͤnen Weiſen, N
daß Ihm werde zubereit ein dort oben mit Hertz und Mund
Volck zu ſeinen Ehren, u. thut zu loben, vor die Siege und die
uch nicht dran kehren, ob ſchon Kriege, die Er maͤchtig und ſehr
er Feinde Rotten euch nur da⸗ prächtig ausgeführt zu ſeinem
nit verſpotten: laßt fie machen, Ruhm. Ei:
hre Sachen gehn zur Stun⸗ 1. Schweiget nicht, bis ein⸗
gar zu Grunde, wenn Gott bricht IEſus unſer Held im
oird ausführn den Streit Streit, Dem es ſo wohl gelun⸗
8. Geht einher, bringet Ehr gen, daß Er die Feind bezwun⸗
nſerm König groß von Macht, gen; drum muͤſſen unſte Tha⸗
heil Er die Fe geſhlager ie
n J aß
212,
daß wir ſiegen, nie erliegen, zerfiören, und ſtch an ihre Re⸗
bis wir loben Ihn dort oben vor gierung nicht kehren.
die volle Sieges⸗Beut. 4. Laſſet uns gehen, ihr Kin⸗
une e eee e der der Liebe, freudig am Rei⸗
ER NPD hen mie Pracht,
ER Auchzett ihr Kinder von Zi⸗ daß wir aus heiligem Göftlis
6 on geboren, dancket u. ruh⸗ chen Triebe taͤglich hoch ruͤhß⸗
met den Koͤnig von Macht, Der men des Koͤniges Macht, weil
euch hat unter den Heiden er⸗ Er ſich kraͤftig und herrlich er⸗
koren, und aus den Voͤlckern weiſet, den Scheidel unſerer
zuſamen gebracht: laſſets micht Feinde zerſchmeiſet.
fehlen, Ihn ſtetig zu preiſen, 5. Tretet um Bunde noch naͤ“
ruͤhmet Ihn herrlich mit Goͤtt⸗ her zuſammen, laſſets hell
lichen Weiſen. ſchallen mit Goͤttlichem Klang;
2. Voͤlcker und Voͤlcker die weil wir entzündet mit him⸗
werden ſich beugen, wann ſich liſchen Flammen, daß wir Ihn
der Konig von Zion gufmacht, ruhmen mit frohem Geſaͤng,
und sich an feinem Volck herr⸗ und ſo in Freuden die Wege
lich wird zeigen, das jetzund oͤf⸗ fort wallen, damit wir unſerem
ters von Babel verlacht: der Koͤnig gefallen.
Heiden Ehre muß werden un mm m I.
nichte, und kann nicht bleiben BIT
in Gottes Gerichte. o geh gebuͤckt den gantze
3. Der HErr iſt mächtig, ein J Tag, u. folge meinem IE⸗
König der Ehren, zerbricht die ſu nach: und trag fein Exeutz
Stühle der Hohen auf Erd; mit Schmertzen. Ob ich dad
des müuͤſſen fehrecken, die ſol⸗ bey ſchon im Genuß durch ſei⸗
ches thun hören, damit ſeinNa⸗ ner Liebe Ueberfluß dea a
me noch herrlicher werd: Er werd im eee
eil m J
n
wird die Machten der Feinde Leiden doch ohn Ziel / w
and 0
a
213.
ner Feinde find ſo viel. Zuverſicht, mein Schutz⸗GOtt,
2. Dann oft muß fuͤhlen, daß und meins Lebens⸗Licht, Der
die Freund nicht weniger, als mich thut ſicher leiten: u. ma⸗
wie die Feind, mir meinen Geiſt chet mich gewiß im Gang, bey
verwunden, die doch ein Balz vielem harten Druck u. Drang,
ſam ſolten fern, der flieſet in die und hilft die Feind beſtreiten.
Wunden ein, und helfen die ver⸗
binden, die ſchon der Feind zu⸗ aus, bis daß ich kommen werd
Drum will ich treulich halten
vor gemacht, und noch zu faͤl⸗
len mich bedacht.
3. Drum werd ich oft gebeu⸗
get ſehr, daß ich muß rufen aus:
O Herrli thu meiner Seel bey⸗
ſtehen wider die Feind ohn alle
Maaß, die drauf bedacht ohn
Unterlaß, daß ſie mein Ungluͤck
ſehen. Doch wenn ich ſo zu
Ihm thu flehn, laßt Er mich
eine Hülfe ſehn. fi
4. Dann oft der Streit
nach Haus.
6. Da ich in reicher Frucht⸗
barkeit mein Saat, die ich hier
ausgeſtreut, mit Freuden werd
einbringe: der Thraͤnen⸗Tranck
und Myrrhen-Wein wird
gantz und gar vergeffen ſeyn,
und ich werd frölich ſingen vom
Sieg durch ſeine ſtarcke Hand,
wodurch Er mir gethan Bey⸗
ſtand. un ii en 0.8
ch ſehe ſchon im Geiſt die
=
/»
vunderlich, daß ich auch im Kron, wo auf wird ſetzen Got⸗
Erliegen ſieg, zum Trotz und tes Sohn den u die Ihm hier
Spott der Feinde: die auf mich nachgangen in Spott, Verach⸗
auren allzumal damit fie brin⸗
en mich zu Fall, zum Schre⸗
ken meiner Freunde. So weiß
ch doch, ich werd noch ſehn,
| aß fie, die Feind, zu Grun⸗
1
e gehn. ac ene
5. Dann ſelbſt der Herr ne,
tung, Creutz und Schmach,
verlacht, verhoͤhnt, den gantzen
Tag. Drum koͤnnen fie dort
prangen in Sieges-Kronen
nach dem Streit, weil fie hier
uͤberwunden weit. ia
8. Ihr Treu⸗ Verlobten in
5 dem
214.
dem Bund, wo kein Betrug in die Proben. Wir ſehen doch
ihrem Mund und Hertzen iſt ja in dem Geiſt, daß es ſich
gefunden: freut euch der edlen ſchon zur Ernde weißt, wer
Traͤhnen⸗Saat, wozu ihr ſeyd ſolte GOtt nicht loben? weil
durch GOttes Gnad berufen Er uns aus bedachtem Naht
und verbunden. Denn eure gebracht zu ſolcher hohẽ Gnad.
Ernde bluͤhet ſchon, und zei⸗ 12. Drum freu ich mich in
get an den vollen Lohn. meinem Sinn, daß ich auch
9. Muͤßt ihr ſchon oft mit mit gezehlet bin zur Schaar,
Schmertzen ſaͤen, gedrückt, ges die prachtig ſteheu mit Harfen
buͤckt und traurig gehn, und an dem glaͤſern Meer, und ſpie⸗
tragen an dem Leibe das Creutz, len ſchoͤn dem Lamm zu Ehr:
wodurch wir find verfühnt, da und noch dabey zu ſehen viel
IEſus bis zum Tod verhoͤhnt. Jungfrauen ſehr ſchoͤn im
Drum jedes ſich verſchreibe, in Gang, die ruͤhmen mit vielLbob⸗
Schmmertz und Wehen, Angſt u. Geſang 2 5 —4
Noth, getreu zu bleiben bis in 13. Das Lamm, fo praͤchtig
od. b vporan geht, und en dem Ber⸗
10. So werdet ihr mit Sie⸗ be Zion ſteht, wo alles ſich thut
ges⸗Freud, dort nach der Ueber⸗ beugen vor Ihm und ſeiner
windungs⸗Zeit mit Himmels⸗ gantzen Schaar, die ewig, e⸗
Luſt eingehen zu Gottes Woh⸗ wig, immerdar lobſingen ohne
nung, Haus und Stadt, die Schweigen. O! das zieht oft
Er ſich ſelbſt erbauet hat, und den Geiſt dahin, daß ich ver⸗
werdet praͤchtig ſtehen vor ſei⸗ geſſe, wo ich bin. |
nem Trohn hell angekleidt, mit 14. Wohn ich jetzt gleich noch
ſchoͤner weiſſer reiner Seid. als ein Gaſt in Meſechs Huͤt⸗
11. Drum freuet euch der ten, da kein Raſt vor meinen
guͤldnen Zeit: ſteht feſt, damit Geiſt ſich findet: und bin oft
ihr recht bereit, zu halten aus ſchwartz, wie Kedars mei
w
werd ich im Reifen doch nicht
muͤd, weil ſie nun bald voden-
det. Deum will ich wailen fort
die Bahn, bis ich erreiche Ca⸗
naan. f
40. |
TR EH hab wievr ein? Schritt
O gethan auf denen ſchmalen
Himmels⸗Wegen: die enge
rauhe Creutzes⸗ Bahn bringt
lauter Fried und Segen |
2. Dein Hertzen, das ſich gantz
hingiebt, und laͤßt ſich ſchlagen
und verwunden: dann, wer ein⸗
mal in GOtt verliebt, der wird
nicht uͤberwunden.
3. Ob ſchon die boͤſe arge Welt
ihn ſuchet in den Koth zu tre⸗
ten: er achtets nicht, wenus
Gott gefaͤllt, Der kann ihn
wohl erretten. |
J. Und geht es auch durch
Schmach und Schand, durch
Suͤmpfe, Pfuͤtzen, Dorn und
Hecken: daß er der Welt gantz W
unbekant, er laͤßt ſich nichts
abſchrecken. 1
F. Er buͤcket ſich, und macht
ſich klein, laͤßt alles über 5 g
muß fi
27.
ergehen: geht ſo zur engen
Thur hinein, uud achtet keiner
Wehen. | ist] ..
6. Er richtet ſich nah GOt⸗
tes Raht, Der ſolches uͤber ihn
befchloffen: und fo fein Theil
beſchieden hat, drum wird er
nicht verdroſſen. re
7. Und geht er ſchon oft hin
und her, und meint, er waͤre
gantz verlaſſen: ſo bald er ſieht
auf IEſu Lehr, kann er ſich
wieder faſſen.
g. Die zeiget ihm den rechten
Weg, Ei wahren Vaterland
zu wallen: dann reißt er fort,
und wird nicht traͤg, thut er
ſchon oftmals fallen.
9. Sein Wanderſtab iſt die
Gedult, die waͤchßt im Glau⸗
ben, Lieb und Hoffen: hat er
daneben GOttes Huld, ſo iſt
ſein Ziel getroffen. e
10. Lind reiſet dann im Se⸗
gen fort, bey vilem rauhem
kommt zur engen Pfort, dann
alles legen.
11. Und wann die Welt es
ſiehet an, daß er den breiten
d 3.
Weg
ind und Regen: bis daß er
216.
Weg verlaſſen, und wallt die 17. Indeſſen eilt der Pilger
enge Lebens⸗Bahn: „ faͤht ſte fort, und laͤſſet fahren, was
an zu haſſen. f auf Erden; weil ihm, nach dem
12. Und legt ihm Buͤrd und Verheiſſungs⸗Wort, ein beſſer
Laſten auf, daß er im Reiſen Theil wird werden. e
ſoll ermuͤden? doch laͤßt er 18. Die Wuͤſte iſt fein Haus
nicht von ſeinem Lauff, bleibt und Stadt, allwo er oft in
von ihr abgeſchieden. Ruh kann raſten: wenn er iſt
13. Und ob ſie ſchon ſich hart mud und abgematt von Reiß
verſtellt, und draͤnget ihn uber und Tagzs⸗Laſten.
die maaßen: ſo gibt ſie ihm nur 19. Die hohe Berg und rau⸗
Reiſe⸗Geld, waͤnn er es recht he Weg, wo oft ſehr ſchwehr
will faſſen. hindurch zu kommen, machts
* N 22 1 Fetch = nicht traͤg,
14. Dann wer nicht alles ge⸗ weil gur wahre Feinmen
ben hin, was von der Walt Gun) dieſem Weg zu bes.
; PER R er Seit ihr Zeugnuß haben
geliebt kann werden: der hat angeschrieben: u rank
noch keinen Pilger⸗Sinn, muß SS oem: UND fo erlangt
tragen viel Beſchwerden. 11 75 erb eit, weil ſie darin ge⸗
15, Er kommt nicht fort auf Rut „
dicker Bahn, da find gar hohe ur urn Hoge doch zu⸗
Berg zu ſteigen: und ob er e Kunz der di en
ſchon thut fangen an, jo wird 1e Welt verlaſfe: OSokt macht.
es ſich doch zeigen. ihn e reuden⸗woll auf
16. Die ſchwere Laſt halt ihn ſeiner Pilger⸗Straaen.
urück, daß er muß auf dem 23. Ulnd, wann er feine Reiß
Weg ermüden: ſuchſt du noch vollendt, ſo gibt ihm Gott
bey der Welt dein Glück, ſo fein Theil der Gnaden ins Va⸗
bleib davon geſchieden ters Haus, als einem Kind:
f wird aller Sorg entladen.
| PER | 23. Da⸗
217.
23. Darum, O Welt! blendſt zur frohen Ewigkeit.
du mich nicht mit deinem fal⸗ 4. Wer ſeine Reiß beruhen laͤßt,
ſchen Schein ⸗Wohlleben: du bis daß ihm wuͤnſchet Gluͤck die
kanſt mir doch das kleinſt Ge⸗ arge Welt, ſo doch zerfaͤllt: der
wicht zu dieſem Schatz nicht ge⸗ bleibet gar zurück.
ben. 5. Dann ſte ſchreyt aller Orten
24. Dein eitle Freud, die du er⸗ an, wo fich ein ſolcher findt: fü
wählt, die endigt ſich mit vielen lauft die Bahn nach Canaan,
Schmergen : mein Leiden mich und hummliſch iſt gent.
zu GO TT geſellt, bringt Ruh 6. Doch wer mit allem Ernſt
und Fried im Hertzen. bedacht, zu halten treulich aus:
25. Drum will ich dir in dei⸗ der achtet nicht ihr Spott⸗Ge⸗
nem Wahn den Wechſel all zu richt, weil er nicht hier zu Haus.
gerne laſſen: wenn ich zu End 7. Das Lebe hier in dieſer Welt
auf meiner Bahn, werd ich ein währt eine kurtze Zeit: drum eil
Beſſers faſſen. 10 510 daß ich den drt erreich
, NER nenn ann
| Jen ſchmalen Him⸗ Spiel hier ſind worden vor der
O mels⸗Weg, und folge IEſu Welt: weil ihr Geſicht dorthin
nach: weil Er voran gemacht die gericht, nach jener Himmels⸗
Bahn durch Schande, Spott Zelt. een
und Schmach. 9 Wer auf dein Wege fort will
u. achte nie a e ORDER, Kron entfall n, er kommt nicht
komun ich nur fort im Lauff; drun. + ed du
0 Die Welt magr ferränmer, 10. Wer noch an Creaturen
yu | 2
1, fie thut mir do 0 kein Leid: klebt, olts auch das Pie
van im h kein Leid: klebt, ſolts ar |
ſezeigt nur nur die kechte Spur der koi licht fort, zu
218.
Pfort kaun er nicht gehen ein. Stul ſchon über Luft u. Stern:
11. Dann wer nicht allein ab⸗ fo weiß ich doch daß du wirft
geſagt, es fen auch was es ſey: noch geſtuͤrtzet von dem Hera
der iſt kein Chriſt, was er auch 18. Der dir vor deine Sund und
ſpricht, ſein Thun iſt Heucheley. Schand wird voll bezahlen aus
12. EinChriſt iſt hier ein Wan⸗ u it Leid und Weh: daß dir ge⸗
ders⸗Mann, der ſich mit nichts ſcheh, wie du gemeſſen aus
haͤlt auf: kein irrdiſch Glück haͤlt 19. Den Freindlingen, die durch
ihn zurück von feinen Glau⸗ dein Land gereißt als Wanders⸗
bens⸗Lauff. Leut. Drum iſt dir auch von
13. Drum freu ich mich der Qugal ein Rauch bereit in E⸗
Sie und achte keinen wigkeit.
trauß: ob mich ſchon Bott
n nur Fon 88 sh 80 Yu J
nach Haus. H ſehe die Pflantzen un
14. Ich weiß, ich ſuch ein ewig Ba; Paradies⸗Feld vom liebli⸗
Gut, das raubet mir kein Feind chen Fruͤhling ſehr herꝛlich aus⸗
durch feinen Grimm und Unge⸗ ſproſſen: nun wird wieder ſanf⸗
ſtuͤmm: weil ich hab GOTT te, was vor war verftellt, durch
zum Freund. Herbe und Kaͤlte im Winter ver⸗
A u ** ——
15. Dann alles iſt bey mir ver⸗ ſchloſſen. Da ſtehen die Baͤu⸗
lacht, was hier auf dieſer Welt me mit lieblichem Grünen, ſo
in falſchem Schein will maͤchtig daß es zur Freude und Wohlluſt
ſeyn: der doch zuletzt zerfaͤllt. muß dienen
16. Drum fahr nur hin, du ar⸗ 2. Den Seelen, fo tragen im
S „ mit deinem falſchen Seegen den Bund, und gehen
chein: dir iſt ſchon heut die am Reihen im Paradies⸗Gar⸗
Grub bereit, wo du wirſt fallen ten: und fingen zu Ehren mit
Hertzen und Mund, ſo daß man
drein. a
17. Und fehteft du auch deinen kann hören von mancherley a |
“
ten der Stimmen und Thonen,
fo höher aufſteigen als vormals,
damit ſie nicht langer verſchwei⸗
ge
n
3. Die Wunder des, der ſie ſo
trefflich begabt, ſo daß ſie ge⸗
nieſen viel Paradies⸗Kraͤfte:
wo Hertze und Geiſte und Seele
ſich labt, auch kommen geron⸗
nen viel himmliſche Säfte, das
mit ſie im Segen noch beſſer
ausgruͤnen, das muß dann zur
Goͤttlichẽ Fruchtbarkeit dienen.
4. Auch flieſen die Stroͤme vom
Tempel heraus, der ſtehet in
Mitten der Paradies-Erden:
und theilen in Baͤche und Fluͤſſe
ſich aus, davon alles Lande ge⸗
waͤſſert kann werden und ma⸗
chet ſchoͤn gruͤnen die Thaͤler u.
Auen, ſo daß es ſehr trefflich und
herꝛlich zu ſchauen.
5. Die Libanons⸗Berge auch
grünen da ſchoͤn von mancher
ley Baͤumen, die weit ſich aus⸗
breiten: und zeigen die Fruͤchte,
daß man es kann ſehn an denen
geſegneten fruchtbaren Weiden.
a koͤnnen ſich laben die Goͤtt⸗
liche Seelen, und freudig 105 a
219.
Wunder des HErzen erzehlen.
6. Auch kaun man da ſehen die
Heerden zu Hauf, die da ſich ge⸗
lagert auf graſichten Auen: da
huͤpffen die Laͤmmer vor Freu⸗
den hoch auf, ſehr herꝛlich und
lieblich und ſchoͤn anzuſchauen:
Da ſieht man die Hirten, mit
freudigem Singen, die Erſtling
der Heerden zum Opfer dar
bringen.
7. Da gehen die Toͤchter ſehr
prächtig einher in dieſem Gefiel⸗
de der Paradies ⸗ Erden: und
dort kommt entgegen ein jung⸗
fraͤuliches Heer, damit ſie zu
Haufen geſammlet da werde, in
mitten des Garten, beym Brun⸗
nen des Lebens, wo man ſich
Fan laben umſonſt u. vergebens.
8. O Wunder! Ich find mich
auch ſelber dabey auf dieſen ge⸗
ſegneten Goͤttlichen Weiden:
ich haͤtts ſchier vergeſſen, wußt
nicht, daß ichs fen, den IEſus,
als Hirte, ſo herzlich thaͤt leiten,
und floͤſet auch in mich viel Pa ⸗
radies⸗Saͤfte, ſo daß ich zum
Wachſen empfinde die Kräfte.
9. Ihr Soͤhne und Töchter der
b Para⸗
7
2
2.20; ’
Paradies⸗Welt! trett freudig feiner Heerden: drum jedes auch
zu Haufen, und thut mir genie⸗ init mir zu Hertzen es nimm,
sen den Segen der Fruͤchte von jo wird denn fein Name verherꝛ⸗
Libanons Feld: wo Stroͤme des lichet werden. Und wollen Ihn
Lebens von Bergen rab ftieſen. alle zuſammen erheben, damit
So muͤſſen die Fluthen euch wir Shin koͤnnen Kraft Ehr
gantz uͤber⸗ſchweinmen, u alles und Ruhm geben. f
verdorbene Leben wegnehmen. 13. So wandeln wir freudig
10. O! himmliſche Fluthen, im Paradies⸗Feld, und trincken
O heilige Tauff! wer jo iſt be- des Waſſers vom Bronnen des
ſchweminet und gantz uͤbergoſ⸗ Lebens: und konnen vergeſſen
ſen: der wachſet m Garten als die irrdiſche Welt/ weil alles ge⸗
Federn hoch auf, fo das man ſchencket umſonſt u. vergebens. |
kann ſehen vom Srühling die Wir wollen indeſſen gepftantzet
Sproſſen ausgruͤnen mit Zwei⸗ da ſtehen als Bamne an Wa
gen und Fruͤchten ſehr ſchoͤne, ſern, ſehr lieblich zu ſehen.
drum jauehzet, und ruhmet mit 14. Mit Aeſten und Zweigen
Lobes⸗Gethoͤnrke und Blättern und Frucht, daß
11. Den, der uns bishero fo alles vohkommen im Weſen da
herrlich gerührt auf graſichten ſtehet: fo wie es Gott ſelbſten
Auen und koͤſtlichen Weiden: verlanget und ſucht, wann Er
auch oͤfters die Hertzen in Liebe uns in lockender Liebe nachge⸗
geruͤhrt, und thaͤr uns als Heer⸗ het. Dein ſey auch diß alles zu
den der Schaafe hinleiten zun Ehren geſungen. Ja, Anl!
Waſſern, da man ſich ſehr treff⸗ es iſt auch durch Ihne gelungen.
lich kann laben. Drum koͤnnen 15. Wir wollen nun ſchlieſen
wir allzumal Zwillinge tragen. und dringen hinein ins Innere.
12 Dieweil wir ſind kominen wo man in GOtt kann geueſent
-fehr rein aus der Schwem, wo da trüffen auf hoͤren die Bilder
Ieſus gewaſchen die Schaaf und Schein, ſennt allen, was
ö N A men⸗
| *
1
—
22% I,
menſchliches Sinnen erleſen, net, ich waͤre befiegt. ji
denn das iſt auch Gottes ſelb⸗ 5. Sind es nicht die Feinde, fo
ſtaͤndiger Wille. Drum auf! oft ſich verſtellt, mit heuchleri⸗
und erſenckt euch hinein in die ſchem Hertzen verleugnen die
ill 1 Welt: und nannten ſich Bruͤ⸗
Brit | der, am Leibe Mit⸗Glieder, weil
8 13. fie ſich in Falſchheit zur Zahl
Ch ſehe mit Freuden den mit gezehlt? | an
himliſchen Lauff, wann hei⸗ 6. Ich werde indeſſen erfreuet
lige Seelen geſammlet zu Hauf, gantz ſehr, die weil G Ott hat ſel⸗
mit herꝛlichem Singen und lieb⸗ ber gerettet fein Ehr: und mach⸗
lichem Klingen und ſteigen von te zu Schanden die falſchen Ver⸗
Zeiten zu Zeiten mehr auf wandten, thut kraͤftig vertretten
2. Jus hünmliſche Leben: da ſein glaubiges Heer.
ohne Verdruß man ſtetig em⸗ 7. Drum lauff ich mit Freuden
pfindet den Liebes⸗Genuß, und den Goͤttlichen Weg, und achte
Goͤttlichs Gedeyen. Drum laſ⸗ kein Schande, noch Marter noch
ſet uns freuen, zu kuͤſſen einan⸗ Schläg : dieweil ich verſpuͤret,
der mit heiligem Kuß. daß GOTT fein Volck fuͤhret,
3. Ich werde erfuͤllet mit him⸗ u. ſchuͤtzet fie wider des Feindes
liſcher Lieb, dieweil ich thu mer⸗ Geraͤck. it
cken, was kraͤftige Trieb, zum 8. Drum kan mich nicht ſchwaͤ⸗
Goͤttlichẽ Leben, in die wird ges chen ihr grimmige Wuth und
geben, wo feſt ſich verbunden falſches Verhoͤnen: Gott haͤlt
Dem, der fie geliebt. mich in Du ohn einiges Wan⸗
J. Vas iſt es dann, das mich cken, zu bleiben in Schrancken,
noch ofte ſo druͤckt? ſo daß ich ſo daß nichts kann rauben den
nuß gehen ſehr nieder gebuͤckt: Goͤttlichen Muth. | |
1.fühledie Schmertzẽ im Geiſte 9. Ihr Brüder und Glieder am
ind Hertzen, ſo daß es auch Karte heiligen Leib, von JEſu erkauft
| 62: zum
222,
— — nn m — 4
zum jungfraͤulichen Weib: ſeyd noch naher zufammen gebracht:
him̃liſch im Leben, fo wird euch und koͤnnen ſich laben mit him̃li⸗
gegeben die Liebe, wodurch man ſchen Gaben, zu trotze dem Fein⸗
die Feinde vertreibt. de, der ſte mur verlacht. |
10. Und werdet ſchoͤn leuchten 15. Ich ſehe im Geiſte den him̃⸗
mit herꝛlichem Schein, hell liſchen Sinn der Seelen, wo ich
brennend als Lichter, und trun⸗ hier verbunden mit bin: weil ſie
cken vom Wein der Goͤttlichen ſich fo üben nur JEſum zu lie⸗
Liebe, O heilige Triebe! die FE= ben, Ihn gaͤntzlich zu eigen ges
ſus gegeben in Seelen, die rein. geben ſich hin. |
11. Lind alles verlaffen aus 16. Drum freu ich mich inigſt,
Goͤttlichem Sinn, gegeben von ohn gleiſſenden Schein, der hei⸗
Hertzen gantz williglich hin: das ligen Göttliche Liebes⸗Gemein,
mit ſie vor allen nur Ihme ge⸗ von eiffrigen Seelen, die anderſt
fallen, drum bringets auch Se⸗ nichts waͤhlen, als leben keuſch,
gen und lauter Gewinn. zuͤchtig, jungfraͤulich und rein.
12. So daß man kañ lebẽ in ſte⸗ 17. Die werden ſehr prächtig
tem Genuß, in heiligem Scher⸗ von innen geziert mit Blumen
Ken gantz ohne Verdruß: mit der Tugend: dieweil ſie berührt
lieblichem Singen Ihm Opfer vom Funcken der Liebe, durch
zu bringen, und zeigen den Se⸗ heilige Triebe, und ſelbſten vom
gen vom Liebes⸗ Genuß. Koͤnig von re —
13. Ihr treulich⸗Verlobten im 18. So daß fie gehn herzlich
Goͤttlichen Bund, von himmli⸗ und prächtig einher mit freudi⸗
ſcher Liebe im Hertzen verwundt: gem Jauchzen nach feinem Bes
geht praͤchtig am Reigen, und gehr: ders laͤſſet gelingen, thut
tinget ohn Schweigen, den Koͤ⸗ felber bezwingen die Feinde, ſo
nig zu loben all Tage u. Stund. ſchaͤnden ſein Göttliche Ehr. h
14. So werden die Geiſter recht 19. Drum werd ich im Siege
munter gemacht, durch Liebe erfüllet mit Freud, weil Jeg
| | en
den Kaͤmpfern ſelbſt ſtehet zur
Seit, und fuͤhret die Kriege mit
herzlichen Siege ſehr trefflich
als König und Helde im Streit.
20. Und rufe mit Freuden den
Seelen im Bund, den Koͤnig zu
loben mit Hertzen u. Mund: der
alles in Haͤnden, u. Huͤlfe wird
ſenden, wann kommet die frohe
Erledigungs⸗Stund.
21. Drum bleibet im Wege,
geht freudig im Gang entgegen
mit Sieges⸗ und Lobes⸗Geſang,
im Goͤttlichen Frieden, von al⸗
lein geſchieden, was oͤfters das
Leben macht ſauer und bang.
22. So werden wir alle zum
Eingang bereit, wenn ſich wird
kröſſten die güldene Zeit: da alle
zuſamen den herzlichen Namen
des HErꝛen erheben mit ewiger
Freud.
23. Wir wollen indeſſen feſt
333;
44.
Ch ſtehe gepflantzet unGat=
8 ten der Liebe: drum thu ich
empfinden viel Goͤttliche Trie⸗
be von himmliſchen Saͤften,
die in mich RE wodurch
das verderbliche Leben bezwun⸗
en. 5
u Drum will ich hoch ruͤhmen
die Goͤttliche Thaten, wodurch
mir bis hero iſt alles gerahten:
wo oͤfters geſchienen, ich waͤre
bezwungen, iſt es mir doch wie⸗
der durch Leiden gelungen.
3. Drum bin ich erhaben in
Freuden des Herzen, und will
mich noch naͤher in Liebe hinkeh⸗
re zu deme, ſo machet verſchwin⸗
den die Leiden, und thut mich er⸗
fuͤllen mit Goͤttlichen Freuden.
4. Dann, wo ich auch oͤfters in
Schmertzen geſeſſen, da wurd
ich zuletzte durch Lieben geneſen:
ſchlieſen den Bund, den König ſo daß ich einpfunden viel Goͤtt⸗
zu loben mit Hertzen u. Mund, liche Kraͤfte, die machten mich
in kindlichem Lalle, nach ſeinem freudig ins Denen Geſchaͤfte.
Gefallen, Ihm leben zu Ehren 5. Und wo es geſchienen, ich
all Tage und Stund. müßte vergehen, in Leiden und
| e Schmertzen, in Aengſten und
| ee Wehen: da fand ich, daß JE⸗
0 X Eez. ſus
N N
ſus mir ſelbſten zur Seiten, u. drum will ich hoch ruͤhmen dein
half mir im Kampfe die Feinde Goͤttliches Rechte, weil Ou mich
beſtreiten. erloͤſet von ſolchem Geſchlechte/,
6. Drum will ich Dir daucken 1x. So wider Dich ſtreitet mit
und taglich lobſingen, O IJ Eſul hefftigem Toben, in falſcher in ⸗
weil Du es mir laſſen gelingen: bildung fish greulich erhoben:
und haſt mir geholfen in bitte⸗ drum muͤſſen ſie alle zu Grunde
ren Schmertzen, wann ich oft vergehen, weil fie nicht in dei⸗
ver wundet im Geiſte u. Hertzen. nein Gerichte beſtehen.
7. Ich hab es gelobet, es ſoll 12. Drum dancket und ruͤh⸗
dabey bleiben, daß ich mich will met den herꝛlichen Namen, die
wieder aufs neue verſchreiben: ihr ſeyd geboren aus Abrahams
da wann ich erwaͤge, wie Du Saamen, u. mit mir gepflan⸗
mich getragen, jo kan ichs gantz tzet zum Goͤttlichen Leben, das
freudig im Glauben hin waͤgen. IEſus uns ſelber von oben ge⸗
8. Mein Hertze zerſchmeltzet geben. 44
aus Goͤttlicher Liebe, ich kann 13. Und habet geſehen viel treff?
es nicht ſagen, was heilige Trie⸗ liche Thaten, die GOTT uns
be ich inigſt einpfinde von Dans erwieſen und laſſen gerahten:
cken und Loben: weil Du mich drum wollen wir taͤglich die
erhalten in Leiden und Proben. Wunder anzeigen mit Dan⸗
9. Und machteſt zu Schanden cken und Loben ohn einigs Ver⸗
die, ſo mir entgegen, ſo daß ſie ſchweigen. ch
ſich mußten zun Fuͤſen hinlegen: 14. Dieweil wir ja alle den
und werden zerſtreuet und alle Segen genoſſen, womit Er uns
zernichtet, dieweil ſie ſich wider ſelber von Juen begoſſen: drum
dein Erbe gerichtet. wollen wir zeigen die herꝛlichen
10. Daſſelbe zu fahen mit man⸗ Fruͤchte, die in uns gewachſen
cherley Raͤncken, und heimli⸗ im himmliſchen Lichte. 1
chen Tuͤcken, die ſie ſich erdenck:: 15. Wir wiſſen ja, ar N |
1 TE ne Ott
GO TT ſelber regieret, und hat
“uns bishero fo herzlich gefuͤhret,
ſo daß wir erlernet viel heilige
Sitten, wodurch wir die Mens
ge der Feinde beſtritten.
16, Drum woll u wir Ihn ruͤh⸗
men mit Dancken und Loben,
damit auch ſein Name werd in
uns erhoben zum Zeichen der
Liebe: wir wollen hoch preiſen
ſein n herzlichen Namen mit
Goͤttlichen Weiſen. 2
17. So daß auch ſehr trefflich
von Innen aus ſchallen viel lieb⸗
liche Lieder nach feinem Gefal⸗
len: und alſo den Segen durch
Segen geniefen, wann wir ſo
zuſammen in Liebe eiuftieſen.
18. Und wachſen ſehr ſchoͤue
im Paradies⸗Garten, genieſen
die Fruͤchte von maucherley Ar⸗
ten: zu Ehren dem, der uns gibt
Goͤttlichs gedeyen, drum wol⸗
len wir alle von Hertzen uns
Tetieil. Mat at. te ee
19. Und taͤglich hoch ruͤhmen
die Wunder uͤnd Thaten, die an
uns bishero ſo trefflich gerahtk:: 24. So werd! bleibe
leweil wir da ſtehen vom HEr⸗ und ewig beſtehen, wann alles
en erbauet, daß alle Welt ſol⸗ zerfallen und unter wird gehen,
A mein
225,
ches init Augen aywanın.
20. Drum ſteh ich, und werde
auch nimmermehr weichen, bis
daß ich werd voͤllig im Siege
erreichen die Krone der Ehren,
ſo IEſus erworben, da Er an
dem Staimne des Creutzes ges
ſtorben.
21. Dann weil ich geſuchet ein
heiliges Leben, mich ganslich
daneben zu eigen Ihm geben:
drum hab ich gefunden, den mei⸗
ne Seel liebet, zum Trotz mei⸗
ner Feinde, die oft mich geſiebet.
22. Und machten mir Leiden
u. Wehen im Hertzen, ſo daß ich
empfunden oft bittere Schmer⸗
tzen: die ſind nun geheilet, ſo
daß ich geneſen, weil GOtt mich
Ihm ſelber zu eigen erleſen.
23. Und weil ich im Schooſe
der Liebe thu raſten, drum wird
mich hinfuͤhro kein Feind mehr
autaſten, und ob ſte ſchon oͤfters
noch ſuchen zu raubẽ die Goͤtt⸗
liche Kräfte und ſchwaͤchen den
Glauben: M
h doch bleiben
und
226.
u. werde dort fingen mit Jauch⸗
ſchweigen.
25%
ja nimmer im Loben erweichen,
damit wir dort alle zuſammen
erreichen
26. Das, was uns verſprochen
und theuer erworben, da JE
ſus iſt für uns am Creutze ge⸗
ſtorben: und hat uns geſchencket
ein heiliges Leben, drum wird
Ihm Kraft, Ehr und Ruhm
ewig gegeben
27. Von allen, die IEſus zu:
ſammen gezogen, und ſelbſten
die Hertzen durch Lieben bewo⸗
gen: ſo daß ſie auch alles um Al⸗
les Ne um alſo nach ſeinem
Gefallen zu leben.
45.
CH werde kraͤftig angezo⸗
. gen, weil GOtt mich hat
durch Lieb bewogen, zu fliehen,
was betruͤglich gleißt, und mich
or uch» erfüllt mit ſeinem Geiſt
zen am Reigen; drum will ich
auf Erden auch nimmermehr
hr Brüder und Schwe⸗
ftern! kommt, helfet mir ſin⸗
en, damit wir GOTT unſtre
pfer darbringen: u. laßt uns
bunden, weil ich in Ihm num
alles funden: u. kann auch nim⸗
mer irꝛe gehn, weil ich werd un
beweg
— —
2. Drum thu ich täglich in
mir ſpuͤhren, daß Er mich thut
hinein waͤrts führen: da ich ge⸗
nieß verborgne Kraft, die mei⸗
nein Hertzen Leben ſchafft.
3. Drum thu ich gang in Ihm
zerflieſen, weil Er mich laͤſſet ſo
genieſen das wahre Gut / ſo nuin⸗
mer truͤgt, und Hertz und Geiſt
und Seel vergnuͤgt.
4. Und will auch ſtetig in Ihm
bleiben, daß auch kein Feind mich
ſoll abtreiben: ſo kann ich leben
ohn Verdruß, und ſtets einpfin⸗
den den Genuß.
5. So meiner Seelen Nah⸗
rung giebet, weil ſonſt nichts
wird von mir geliebet: was mir
im Geiſt nicht bringt Gewinn,
das geb ich alles willig hin.
6. Und will noch tiefer in Ihn
dringen, zu bleiben in Ihm mich
bezwingen, ſo werd ich gantz
nach ſeinem Sinn von mir zu
Ihm genommen hin. 1
7. Und werde aller Laſt ent
3. Und will in feinem Willen
ruhen, nichts wollen, wiſſen,
oder thuen: als was ſein Geiſt
in mir einſpricht; das iſt die
rechte Liebes⸗ Pflicht.
9. So wird ſein Bild noch hier
auf Erden in mur voll aufgerich⸗
tet werden: und komm in voller
Mannheits⸗Spur zur rechten
Goͤttlichen Natur. 0
10. Da alles wird im Ziel vol⸗
lendet, was ſich oft hin und her
gewendet. Die Liebe hat kein
ander Ziel, ſie ruht allein in
Gottes Will.
11. Kommt Seelen, die ihr
mit gezehlet, und habt das be⸗
ſte Theil erwaͤhlet: ergreifft den
tief⸗verborgnen Sinn, und ge⸗
bet Allg um Ailes hin.
12. So wird das innre Gei⸗
ſtes⸗Leben euch viel geheime
Kräfte geben: und zeigẽ die ver⸗
borgne Spur zur rechten Goͤtt⸗
lichen Natur....
13. Wo Stille, Ruh, u. wah⸗
er Frieden, und man von al⸗
em abgeſchieden: was in dem
Heiſt nur bringt Verdruß, und
aubt den Goͤttlichen Genuß. Ff
| 427
14. Hier findet ſich das wa h⸗
re Weſen, wo man kann recht
in GOtt geneſen. Was oͤſters
Sorg uns Muͤh gemacht, iſt
hin, und in Vergeß gebracht.
15. Man xuht un ſtilien Got⸗
tes⸗Hiumel, iſt frey von allem
Welt⸗Getuͤmmel, kein Eitles
mehr das Hertz bethört, weil
man iſt gang hinein gefuͤhrt.
16. Ins Heil ge, wo GOT
ſelber wohnet, und nur mit lau⸗
ter Segen lohnet. O ſelig!
wer diß ſagen kann, der wird
geſpeißt mit Himmels: Mann.
17. Drum ift mein Hertz in
Lieb zerfloſſen, weil ich das hoͤch⸗
ſte Gut genoſſen: die eitle Welt
mit ihrem Schein ſoll ewig nun
vergeſſen ſeyn. 5
18. Kommt, Liebſten, die ihr
oft geſeſſen um Schmertz, wo
ihr nicht kontt geneſen: ſeht,
was vor Ruh und Sicherheit
genießt man ſchon in dieſer Zeit.
19. Wo man hat alles uͤber⸗
geben, in Gott allein nur ſucht
zu leben: drum jaget nach dem
einen Ein, ſo koͤnt ihr hier ſchon
| 46. ICh
228.
46. weil Er mir thut Beyſtand.
C will den HErzen loben 5. Wer GO / von Hertzen
Ri) vor feine groſe Treu, weil in meinet, dem Fan es fehlen nicht,
fo vielen Proben Er mir geſtan⸗ obs ſchon oft anders ſcheinet, fo
den bey, u. thaͤt mir helfen aus: hat Er doch gericht fein treues
wañ alles ſchien zerrinen, wurd Vater⸗Hertz zu denen, die Er lie⸗
feiner Huͤlf ich innen, bey ſchwe⸗ bet; wenn ſie durch Leid betruͤ⸗
rem Kampf und Strauß. bet, thut heilen ihren Schmertz.
2. Drum freu ich mich von Her⸗ 6. Sein Nam iſt groß u. maͤch⸗
tzen, u. wills verſchweigen nicht, tig, in ſeinem Heiligthum gehts
weil Er in vielen Schmertzen loͤblich zuu praͤchtig; weil man
ſein Aug auf mich gericht, und da ſeinen Ruhm u. groſe Macht
bot mir ſeine Hand: wann ich in ausbreit t: bey denen, die GOtt
Leid und Wehen geſchienen zu ehren, muß ſich ſein Lob vermeh⸗
vergehẽ, thaͤt Er mir thun Bey⸗ ren in Zeit und Ewigkeit.
ſtand. | 47 |
3. Drum will ich Ihm lobſin⸗ 11 ieiähle Me 2
gen all Zeit und Tag u. Stund, CE Hr Bruͤder und Schweſtern
und Freuden⸗Opfer bringen, von oben geborn, laßt fal⸗
weil an mir worden kund ſein len den ea wil e wo 340
groſe Gottes⸗Treu; dabey mich die Hertzen, weil JEſus uns alle
laſſen wiſſen ſein Wahrheit und zur Freude erkorn: was kraͤn⸗
Zeugnuͤſſen, u. macht mich loß cket man ſich, wann Hülfe ge⸗
und frey bricht? und ob es auch 2
4. Von denen, die mir ſtellten wir wären verlorn. |
viel Bande, Netz und Strick, 2. So muß uns doch ſolches
und ſuchten mich zu fällen, die nur förderlich feyn, wenn wir es
kehrte Er zuruͤck, und machte ſie recht faſſen, uns Ihme gelaſſen
u ſchand; ſo daß ſie muͤſſen ſe⸗ ergeben, und ruhen in Ihme al⸗
en, daß ich noch kann beſtehen, lein, in ſtetem Genuß, und >=
) er⸗
229.
Verdruß; weil Er uns erquicket übt, wird täglich belohnet mit
mit Goͤttlichem Wein. Leiden und Schmertz.
3. So haben wir Friede und 7. Ach lernet doch JEſum im
eude zugleich, wenn wir uns Geiſte erſehn! und jeher, wie rei⸗
b finden, u. laſſen verſchwinden ne Er alſo erſcheine: und ob ihr
das, was uns verhindert vom auch alſo vor Ihme koͤnnt ſtehn⸗
Goͤttlichen Reich: und ſchwaͤ⸗ was zaudert ihr noch, ermannet
chet den Lauff, zu halten uns euch doch, wie koͤnnet ihr ſonſten
auf. O werdet doch nimmer⸗ ins Heiligthum gehn.
mehr matte noch weich. . Wer noch iſt beflecket mit hu⸗
4. Und ſolte zuweilen die Huͤl⸗ riſcher Lieb, hat täglich im Her⸗
fe verziehn, fo werdet nicht ban⸗ tzen nur Leiden und Schmertzen,
es dauret nicht lange, fo muͤſ⸗ drum folg ich dem heilige Goͤtt⸗
en die Feinde mit einem Wort lichen Trieb: und ſage rein ab,
fliehn: wen wieder erſcheint, ders verſencke ins Grab, was mich
fehlen gemeint. O ſelig! die noch kan ſcheiden vonGoͤttlicher
ich um nichts anders bemühn. Lieb.
5. Als lieben den Koͤnig mit 1
heiliger Brunſt, die ſchmecken ers
die Güte in ihrem Gemuͤthe, Hr Bürger des Himmels!
und werden begabet mit himm⸗ Ni kommt alle zuſammen, en⸗
liſcher Gunſt. O edlerchenuß! da zuͤndet die Hertzen mit himm⸗
ohne Verdruß man liebet, weil liſchen Flammen: das Feuer
Er uns giebt alles umſonſt. der Liebe zum Goͤttlichen Les
6. Wo JIeEſus Lieb herꝛſchet, ben hat in uns der König des
da brennet das Hertz in Gottli- Himmels gegeben.
chen Flammen, die ſchlagen zu- 2. Das machet recht bruͤnſtig
ſammen, und machet oft kuͤſſen und ſtaͤrcket un Leiden, ver⸗
init heiligem Schertz. Wer ans wandelt dieſelben in Göttliche
ders was liebt, und ſich ich e Freuden: zu loben den an
fe 5 2. . mit
230.
mit freudigen Zungen, Dem al⸗ Goͤttlichen Frieden, genieſen
les fo treffuch bishero gelungen, das himmlische Leben hienie⸗
3. Drum ſchallen von Innen den: das Kraͤncken und Deu⸗
viel liebliche Lieder, wir op⸗ cken iſt alles verſchwunden,
fern dem Schoͤpfer dieſelbigen was vor war verlohren, iſt
wieder zur Gabe, die Er uns wieder gefunden.
von oben gegeben, um alſo nur 8. So lebt man zu Ehren dem
Ihme gefaͤllig zu leben. Koͤnig von oben, und ſinget
4. Drum werde nunmehro Ihm Lieder in Leiden u. Pro⸗
nichts anders gehoͤret, als wie ben: weil Er uns gezieret mit
ſich die Gabe des Vaters ver⸗ Goͤttlichem Leben, drum wird
mehret im heiligen Feuer Ihm Preiß, Lob und Danck
im himmliſchen Lichte: Damit ewig gegeben. e ee
wir ausbreiten die Vunder⸗ De ei
Geschicht. e 1
5. Weil Er uns geſchencket Hr Gaͤſte, imachet euch be⸗
ein Goͤttliches Leben, und hat J reit zur Lames fan |
uns Sich ſelbſten zu eigen ge⸗ zeit⸗Freud, und ſchmücket euch
geben: wer ſolt nicht beſingen aufs allerbeſt: denn wie es ſich
die Wunder der Liebe, die in anſehen laͤtzt, fo iſt dieſelbe nah
uns geriofien aus Goͤttlichein vor unſrer Thuͤr; drum werdet
Triebe. Freuden⸗voll mit Himels⸗Gier.
6. Drum werden wir taͤglich 2. Zieht an das reine Hochzeit
aufs Neue begoſſen mit Stroͤ⸗ Kleid, ſeyd angethan mit Tay
men der Liebe, die kommen ge⸗ ferkeit, zu ſtehen vor des Feindes
floſſen vom Brunnen des Le⸗ Grimm: hört, wie euch ruft
ens, der in uns ausquillet, das der Wächter Stimm, daß ihr
mit das Verlangen des Her⸗ ſolt Tag und Nacht nur ſeyn bes
tens geſtillet. dacht, daß eure Lainpen ins
7. So ruhen wir ſanfte im Geſchick ge bracht. vie
233,
3, Der Feind wird wagen was 7. Drum ſanunlet wahre Le⸗
er kaun; ſteht man nicht als ein bens⸗Kraft, daß ihr nicht wer⸗
tapfrer Mann, ſo fallt dahin det weggeraft im Grimm des
der Helden⸗Muth, der Kampf Zorns, wie eine Fluth: ſeht was
komunt nicht bis auf das Blut. Gott denen Sundern thut, die
Drum wohl dem, der in Glau⸗ hier gelebt in Frevel, Trug und
bens⸗Munterkeit iſt angethan Lift, gehaßt, geſchmaht, ge⸗
mit Kraft und Tapferkeit. ſchaͤndet jeden Chriſt.
4. Der wird in allem Kampf g. Die vierthalb Jahre gehen
und Strauß auch halten koͤnnen an: O ſelig! wer diß mercken
freudig aus: und ſo, daß auch kann, damit er ſammle Glau⸗
nichts trennen mag, zu ſtehen bens⸗Kraft, und nicht mit wer⸗
e e erwartend nur de weggerafft, wen Gottes Zorn
allein in ſüſer Still, zu ſehen, und ſchwehre Donner⸗Stimm
was des HErren Winck u. Will ſich rächen wird an ſeines Fein⸗
. So waͤchßt man in dem des Grimm. ALL
Glaubens⸗Lauf,im Fallen ſteht 9. Der jetzt ſehr hoch erhaben
man freudig auf, ermannet ſich iſt, zu herꝛſchen über Gott und
in Geiſtes⸗ Kraft, der allzeit Chriſt, u. feiner Glieder heil ge
Sieg und Heil verſchafft bey des Zahl, die zu dem frohen Abend⸗
nen, die in ſteter Wachſamkeit Mahl gerufen, durch der Waͤch⸗
bereit zu ſtehen in des HErꝛen ter ſtarcke Stun, mit welcher
Streit. Ex zerſchmettern wird der Fein⸗
6. Wider das Thier und Anti⸗ de Grimm. 9 7177
chriſt, das ſich in Frevel, Trug 10. Durch feinen Arm gewal⸗
und Lift, bishero hat gebrüfter tiglich Er rette wird gantz wun⸗
ſehr, geſetzet wider Gottes Heer: derlich die, welche rufen Tag
drum wird der HErꝛ ihn bald und Nacht: damit bald werd ein
mit ſeinem Schwerdt zerhauen, End gemacht dem Frevel⸗Hauf⸗
und pertilgen von der Erd. 8 1550 durch ann, ih
CT | ! 3. Uhrt,
2
1
> ai
Be
232.
führt, und ſtreitet wider Gottes Muth verboßter Grimm: denn
Her.
11. Dieweil ſie deinen Namen
ſchaͤnd t, denſelben mit dem
Mund bekennt, ſich ſchmuͤcket
ſchoͤn mit Wort und Schein:
verleugnet aber, daß ſie rein an
Hertz, an Sinn und Geiſt hie
werden muß, durch wahre Xen,
in rechter Hertzens⸗Buß.
12. Drum wird ihr werden
angſt und Weh, weil fie betruͤ⸗
bet je und je die Frommen Got⸗
tes allzumal, ſo viel auch ihrer
an der Zahl: die GOtt zu ſei⸗
nem Dienſt ſich zubereit, zu die⸗
nen Ihm in Hertzens⸗Reinig⸗
keit. |
13. Damit fein groſe Wun⸗
der⸗Macht durch ſie werd an
das Licht gebracht: indem ſie
niedrig, arm und klein, den⸗
noch ein Volck des HErren
ſeyn, Der plötzlich richten wird
die nr Welt, ſamt allem,
was in Falſchheit ſich verſtellt.
14. Drum wachet, ſtehet recht
bereit, ihr Klugen, in des HEr⸗
ren Streit, damit nicht ſchre⸗
cke euren Sinn des Feindes
—
ſeine Hoffart, Zorn und groſer
Pracht wird werden plotzlich
gantz zu nicht gemacht.
15. Als dann wird wach ſen
uns der Muth, wenn GOT
wird aller Frommen Blut nun
rächen an der Feinde Schaar,
und. ſie vertilgen gantz und gar:
damit ihr Name werd zu nicht
gemacht, und Ihm werd Lob
und Preiß von uns gebracht.
16. Darum, ihr Frommen
allzumal, die ihr zum frohen
Hochzeit mahl gerufen durch
des Herren Stimm: ſeht! wie
Er ſtraft der Feinde Grimm,
der wider euch ſich ſetzt mit ſtoln⸗ͥ
tzem Muth. Nunmehro wird
der HErr bald raͤchen euer Blut.
17. Steht alſo feſt, halttt
tapffer aus in allen Pros
ben, Creutz und Grauß: da⸗
durch man hier wird zubereit,
um ein zu gehn ins Herren
Freud, die alle Frommen wir
erquicken dort, wenn fie Lob,
Ehre a fort und fort
18. Dem Lamme, das erwuͤr⸗
get war: nun ewiglich und im⸗
N mer
233»
merdar wird nimmermehr kein 6. Oeffnet Er mir feine Schaͤ⸗
Schweigen ſeyn, bis allzuſam⸗ tze, daß ich mich daran ergoͤtze:
men ins geinein dem groſen ſpricht Er mir ſo gleich mit ein,
GO TT und Herrſcher aller auch im Tod getreu zu ſeyn.
Welt Lob, Ehre geben in des 7. Sammllet ſich mein Geiſt
Himmels⸗Zelt. 5 zuſammen, voller Liebe, voller
50 | Flammen: find ich auch noch
; diß dabey, daß ich meines IJE⸗
NE der ſtillen Hertzeus⸗Ruh fü ſey.
tritt mein IEſus ſelbſt ber 8. Vas ich reden thu, und den⸗
zu: bindet meine Seele an, daß cken, muß ſich nur nach JEſu
ſie nimmer weichen kann lencken. Ihm zu leben gantz al⸗
2. Von der Llebe vollem Geiſt lein, ſoll mein Ein und Alles
der mit Kraft in mich einfleußt: ſeyn. -
und erquickt mein mattes Hertz; 9. Weil ich mich an Ihn ges
macht vergeſſen alle Schmertz. bunden, hab ich Ruh und Fried
3. Wann ich ſitz in tiefer Still, gefunden: weiche nicht in aller
führt mich Gottes reiner Will Pein, ſolt es auch ſchon ſchmertz⸗
ſelbſten uͤber Zeit und Ort: lich ſeyn.
ſpricht in mich fein Le bens⸗ 10. Seine Lieb, die ich genof
Wort. fen, iſt es, die mich unverdroſſen
4. Bin ich Schmertzens⸗Kum⸗ laͤſſet bleiben in der Still, nur
mer voll, weiß nicht, was ich zu ſehn auf feinen Will.
machen ſoll: ſteht Er mir zu 11. Der mich haͤlt in ſeinen
meiner Seit, und verſüſet alles Schrancken, veſt zu ſtehen ohne
Leid. Wancken: nur zu leben Ihm
5. Hab ich feine Lieb genoſſen, allein, drum kann ich recht ſe⸗
daß ich gantz darmit begoſſen, lig fern. aa
‚führt Er tiefer mich hinein, daß 12. Was vor Ruh und Süſig⸗
ich bleibe keuſch und rein. keit findet ſchon in dieſer Zeit:
N wer
— ee FREE A a4.
.
E Fi K
*
1
234.
wer mit reiner Licbes⸗Luſt wird fer wieder, was in Geiſt in euch
getraͤnckt aus ſeiner Bruſt. ausſpricht, diß iſt eure Glau⸗
z. Doch ich thu noch mehr bens⸗Pflicht. f
begehren, groſer GOTT! thu 20. Stille Ruh und Sicherheit
mirs gewaͤhren: laß den reinen ſich da findet auezeit: wo befliß⸗
Lebens⸗Strom flieſen rab vom fen Hertz und Mund, Gott zu
Libanon. oben alle Stund.
14. Daß ich werde uͤbergoſſen 21. Glorie, Ehr und Herꝛlich⸗
von den Saͤften, die gefloſſen keit unſerm GOtt ſey ſtets be⸗
kommen aus der Gottheit See, reit von der gantzen Glaubens⸗
und erfauffen Leid und Weh. Schaar ewiglich und imerdar.
15. So werd ich viel Fruͤchte f „
bringen, ein Lied nach dem an⸗ 1 e ee
dern fingen: Dir zu Ehren auf „7 N der Stille, ohn Gewuͤhle,
der Welt, bis ich kom ins Hun⸗ Y findet man die wahre Ruh:
mels⸗ Zelt. und Vereinen mit dem Einen,
16. Da will ich es beſſer ma⸗ das Wb innre Kraft dazu.
chen, weil zu lauter Freud und 2. Wer ſich ſcheidet, ernſtlich
Lachen Du wirſt machen alles meidet allen falſchen Trug und
Leid, Dich zu lob n in Ewigkeit. Schein: findet Weſen zum Ge⸗
17. O ich ſehe ſchon im Geiſti neſen, geht ins ſtille Salem ein.
wie dein gantzes Heer dich preiſt 3. Recht vergnuget lebt, wer
ſchoͤn mit Gottes Harfen⸗Klang firget über aller Feinde Macht;
mit dem Siegs⸗und Lobgeſang. ders von Auſen laſſet brauſen,
18. Auf! die ihr noch lebt auf alles Thun der Welt verlach
Erden, wollt ihr Himmels: 4. Sonſt nichts wiſſen, als ge
Bürger werden: ey ſo ſtimmet nieſen GO das weſentlich
auch mit an, u. beſingt die Creu⸗ Gut; bringt Vergnügen, ma
tzes⸗ Bahn. 9 cher fiegen uber aller Fein
19. Mit viel Danck⸗ und Sie⸗Wuth. ing
ges⸗ Lieder opfert eurem Schoͤp⸗ 5. We
— —
5. Wer von Hertzen, ohne
Schertzen, liebet in der reinen
Luſt: wird umarmet, und er⸗
warmet an der heiſſen Liebes⸗
Bruſt.
6. Die da traͤncket, voll ein⸗
ſchencket denen, die gegeben hin
Hertz, u. Munde, in dem Grun⸗
de, leben nur nach Gottes Sinn.
7. Tief Einſencken, u. ſich Len⸗
cken nach der ſtillenGeiſtes⸗Art,
ſind nur Gaben, wo ſich laben
die ſo ſich mit GOtt gepaart.
8; Stilles Schwei en, tief ſich
Beugen vor der hoͤchſten Maje⸗
ftät, kommt von oben, nach viel
bareben, und inbruͤnſtigem Ge⸗
at.
23 f.
Geneſen, auch das Hertz nicht
kommt in Eng. .
12. Gantz nichts wiſſen, als ge⸗
nieſen das, wo alles uͤberſteigt,
macht dich reine, daß du kleine,
und vor deinem Gott gebeugt.
13. Solche Thaten koͤnnen rah⸗
ten, wo der Weg zum Heilig⸗
thum: da man ftille, in der Fuͤl⸗
le, u. mit ſonſt nichts gehet um,
14. Als mit Schweigen GOtt
anzeigen, ſeines Geiſtes innre
Luſt: und, ohn Dencken, ſtets
thut trincken aus der Liebe fü-
ſen Bruſt. f
15. Was vor ſuſe Liebes⸗Guͤſſe
flieſen da zuſam̃en ein: wo das
9. Wer geſchieden von dem ins Iunre gangen ein.
Frieden, ſo die Welt den ihren 16.
iebt, lebt auf Erden ohn Be:
ſchwerden; weil er nichts Ver⸗
gaͤnglichs liebt.
us ur a Schmertze, und
ahres Mana findet man
da, und die duͤrre Aarons⸗Ruth
thut ausgruͤnen, zum Verſuͤh⸗
nen, was verſchuldet Fleiſch und
20. Wilt du rahten, durch was Blut
Thaten die zur Ruh
r
11. So lern meiden, und dich
cheiden von dem
Ruh gekommen
eyn, ſo da raſten, nach viel La⸗
ten, und in Ott gegangen ein:
eitlen Wort⸗
Bepraͤng: da kein Weſen aug
17. In den Kräften und Ge⸗
ſchaͤfften der Vernunfts⸗Be⸗
dencklichkeit: da im Scheinen,
u. Gut⸗ meinen man ſich gleiſ⸗
ſend zubereit,
18. Durch Laut⸗ ſchallen zu
g
. gefal⸗
gefallen deme, Der fo nah bey⸗ ſchnauben,
—
6 und wuͤten u. toben,
wohnt: wo der Wille nur iſt ſtil⸗ ſo werden unſere Hertzen mit Ei⸗
le, Er ſchon ſelber wohnt, und fer bewogen, zu laͤuffen fort, daß
Pe
thront. E wir erlangen den Ort, wo allzu⸗
19. Nun ich ruhe, ſonſt nichts ſammen Gott loben. *
thus, als nur warte, was fein 5. Drum müſſen unſere Feinde
Will: Er wird rahten meinen mit Schanden beſtehen, weil wir |
Thaten: fo bleib ich in ſuſer gun freudig im Glauben die
Still. | | ege fortgehen, durch Creutz
BL | und Noth, Schande, Verach⸗
g tung und Spott, bis daß wir
K eingehen. W ee
8 Hertze erfuͤllet
chen Freuden, weil b
Saamen. uns moͤchten verleiten.
2. Tretet zu Hauffe und rüh⸗ 7. Jauchzet und ruͤhmet, fro⸗
met mit freudigen Stim̃en den, locket mit freudigen Stimmen,
ders fo treff lich bishero hat laf⸗ finger zu Ehren dem, der es ur
fer gelingen, und unſere Krieg laͤſſet gelingen, in Munterkeit
4 237.
353. wie ſelig iſt, der Ihm fo ſtets
K Inder unſrer Liebe, tretet nachlaufft.
mit zu Hauff: ſeht! was 6. Was ein herꝛlich Weſen
heilge Triebe in dem Glaubens⸗ bringt der Chriſten⸗Stand; wo
Lauff ſich in die ergieſen, und zu⸗ man recht geneſen, alles haͤlt vor
ſammen flieſen, die mit reiner Tand: was von auſen gleiſſet,
Liebe ſteigen Himmel⸗auf. und von GO TT abreiſſet, um
2. Werdet mit erfuͤllet von dem zu hindern auf den Weg zum
Liebes⸗Fluß, der ſehr rein aus⸗ Vaterland.
quillet, durch den Ueberguß: der 7. Man wird gantz entbunden
von oben triefet, damit ihr ver⸗ aller Sorg und Laſt, wahrer
kiefet in das reine Meer der Fried iſt funden, dabey ſuͤſeRaſt.
Gottheit zum Genuß. O was vor einbeben wird in die
| 5 Alle reine Geiſter, die von gegeben die von gantzem Her⸗
oben her, dabey unſerm Meifter Gen alles hier gehaßt.
1 Preiß und Ehr: weil ſte 8. Niemand kann ermeſſen,
Mitgenoſſen, Formen auch ges was vor ein Genuß und Fried
floſſen auf ſie Stroͤme aus dem wird beſeſſen, wo man ohn Ver⸗
tiefen Ungrunds⸗Meer. druß, unermuͤdt im Warten,
4. Habet reine Hertzen, traget in dem Creutzes⸗Garten, bis
nit am Leib Chriſti Creutz und genoſſen man der Liebe Liebers
Schmertzen, daß euch nichts ab⸗ fluß. |
freib: weil ein reines Lebẽ Er in 9. Wodurch man vergeſſen al⸗
ins gegebeẽ, . ſchoͤn ler Pein und Schmertz, da man
ils ein Jungfraͤulich Weib. oft geſeſſen mit verwundtem
5. Wer ſolt Ihn nicht loben? Hertz, und verlangtem Sehnen,
veil Er uns erfaufft, koſt t es auch zu gehn mit denen, die ver⸗
leich viel Proben, ſind wir doch gnuͤget ſeyn mit vollem Liebes⸗
etaufft, daß wir mit Ihm ſter⸗ Schertz. 1 6
en, und das Reich ererben. 53 10, Drum wird auch geſungen
| 2 2 von
*
238.
von der gantzen Schaar, denen aus aller Strauß, weil der
es gelungen, daß ſie immerdar Feind gebunden, und iſt uͤber⸗
ohn Eruimnden loben, nach vol⸗ wunden. 1
lend ten Proben. O! ich freu 3. Nun wird Zion lachen ie
mich auf das grofe Freuden⸗ ber feine Sachen, weil die Ru⸗
|
Er
ER the iſt zerbrochen: und des Treis
11. Weil ich werd eingehen mit bers Stecken ſie nicht mehr wird
viel Sieges⸗Freud, und vorm ſchrecken, und der alte Feind
Throne ſtehen: O! der guͤldnen gerochẽ. Freuet euch allzugleich,
Zeit, da ich ohn Auf hoͤren mit die ihr ausge
den Himmels⸗Choͤren werde that t erkalten. i |
jauchzend ruͤhmen GOT in . Wo die Helden⸗Th aten
ee einmal ſind gerahten, da kann
54. 2 0 a en Jad
a ö , Kampfe⸗Ringen ſeine 8 eind
ea Hr 5 3 2 age bis ft al fi der
Dampfer, kommt und ſehet eu⸗ ſchla ir eheilet au we = |
re Kronen! Es iſt euch gelun⸗ te, mit viel Sieges⸗Freude.
gen, weil der Feind bezwungen, | A
nun da habt ihr euren Lohne: 5. Rechte Gl
weil ihr ſeyd in dein Streit als und Warheits⸗
ein Held geftande, bis der Feind ſich auch,
zu Schanden. wen fie ſchon |
2 Glauben, Lieb und Hoffen chuns weite cke bleiben
hat das Ziel getroffen, darum ſie ſchon oft 5
hoͤrt man ande klingen: Zi⸗ er Muth
ons neue Lieder ſchallen frölich wird nich
wieder, datz das Hertz vor den Hi des e
Freud thut ſpringen. Es iſt 6. Kommt ihr laut
Ie
Ne —
77 *
0 Ba
IR
»
—
en. —
halten und nicht
. Schüler und ihr Muth⸗Abküh⸗ ben. Gloria. Er iſt da, er iſt ſchon
239.
ler! kommt und lernet ſolche gekomen, freuet euch ihr fromen.
Thaten: daß ihr auch im Sin⸗ 10. Ihr ſolt nun eingehen, wo
cren koͤnnet Lift erdencken, die die Kampfer ſtehen, und mit er⸗
zum vollen Sieg gerahten: ben eure ronen: die ihr ſollet
Tapferkeit iſt bereit es aufs tragen nach denveidens⸗Tagen,
neu zu wagen, bis der Feind und in Fried beyſammen woh⸗
geſchlaͤgen. : nen. Da der Sieg nach dem
7. Groſer Muth gibt Staͤr⸗ Krieg in den Friedens⸗Mauren
cke, und die Glaubens⸗Wercke ewiglich wird dauren.
zeigen ihre Kraͤfte wieder: es |
iſt nicht verſchertzet, wen man 8
nur behertzet, ob man ſchon ge⸗ Lobinger, lobſinget dem Koͤ⸗
ene gr nieder. Solches ſchafft V nig der Ehren, dieweil Er ge⸗
neue Kraft, tiefer einzudringen, fieget in Staͤrcke u. Kraft: wir
alles zu bezwingen. wollen ſein Lobe mit Dancken
8. Wer bald wolt erſchrecken, vermehren, weil Er uns in Ih⸗
wenn er bleibet ſtecken, der me auch machet ſieghafft.
wurd feine Beut verlieren: er 2. Es werden jetzt wieder aufs
muß tapfer ſehen, wer ihm vor neue geboren aus Goͤttlichem
| 5 % en, und die Kriege aus Saamen vom himliſchen Blut:
thut fi
ren. Wer nicht kann die werden auffuchen, was ſchei⸗
dieſem Mann in dem Kampf net verloren, u. wieder erwecken
bechen muß mit Schand den Goͤttlichen Muth.
beſte 3 ;
9. Er wird bald mit Eilen ſei⸗ Schanden beſtehen, die uͤber die
nen Raub austheilen, und die Fromen gerufen: da, da: das
|
n. 3. Es werden nun alle mit
Ritter⸗Krone geben ſeinen treuẽ wolten wir gerne, damit ſie ver⸗
Helden, die ſich vorn an ftellten, gehen, fie find ſchon gefallen,
und im Kampf gewagt ihr ges man ſiehet es ja. |
| 6933. 4. Ihr
O.
4. Ihr habet gefehlet und uͤbel giebt Sieg. An e
geſehen, es kan ja nicht fallen 9. Drum kommet aufs neue,
des Königs Geſchlecht: Er thut ihr eifrigen Seelen, die ihr habt
fie beſthutzen, damit ſie beſtehen, ae gehalten die Prob wir
und nimmermehr weichen vom wo len mit Freudẽ Gott s Wun⸗
Goͤttlichen Recht. drr erzehlen, dieſelben erheben
5. Die Bluht iſt gefallen, der mit ſtetigem Lob. i
Saamıen bleibt ſtehen, u. wäche 10. La zt Dancken u. Ruͤhmen
ſet in Stürmen u. Winden voll von Inen erſchallen, dieweil wir
auf zur Soͤttlichen Größe: wird empfinden verneuete Kraft: wir
nimer vergehen, auch niemals koͤnnen nun wieder mit Freuden
ermuͤden im himliſchen Lauff. fort wallen, weil in uns wird
6. Des freuet ſich Jacob mit ſei⸗ fruchtbar der Göttliche Saft.
nemcheſchlechte, dieweil ſie nun ux. Ermanet die Geiſter, thut
wieder zu ſammen gebracht: ſo laͤnger nicht zagen, erwecket im
daß ſie hoch ruͤhmen des Koͤni⸗ Glauben den Goͤttlichen Muth:
ges Rechte, der ihnen beyſtehet wo IEſus hilft fiegen, da kau
mit Staͤrcke und Macht. man es wagen, um feſte zu ſte⸗
>, Aus dieſemeſchlechte wird ben im Kampf bis aufs Blut.
Saamen behalten auf Erden, 12. Ergreiffet die Schwerdter,
und ſtehen als Helden im Streit: umguͤrtet die denden, und ziehet
und wird ſie im Kriegen nichts mit Freuden als Helden in
koͤnen aufhalten, bis daß ſie er⸗ Streit: der Feinde ihr Trotzen
langet die voͤllige Beut. . wird ſich nun bald wenden, dan
8. Und ob ſich die Feinde ſchon werden die Kaͤmpfer erwerb
wider ſie ſetzen, und ziehen mit die Beull.
Haufen entgege zum Krieg mit 13. Der HErz wird nun bal
Schwerdt, Schild und Bogen: mit Eifer ausziehen, und ſelber
nichts wird fie verletzen, weil beſtreiten das boͤſe Geſthlecht:
JEſus Jehovah den Seinen die Muͤh an zu richten ſich nu
2 1
*
1
241.
lich bemühen, damit fie verkeh⸗ ner armen Sachen.
ren das Goͤttliche Recht. 2. Tag und Nacht thut Er
14. Dan werden die Frommen beyſtehen mir in aller Schwach⸗
einnehmen ihr Erbe, wann alle heit gros: und hilft mir aus al⸗
Gottloſen vertilget auf Erd: u. len Wehen, kommt auch ſchon
wird fie auch nuͤner kein Feind ein harter Stoß; läßt Er doch
mehr verderben, weil GOtt ſei⸗ nicht fallen hin meinen ſchwa⸗
ne Krafte in Min vermehrt. chen blöden Sinn; ſondern laͤf⸗
15. Drum ſinget und ruͤhmet ſet mich verſpuͤren, daß Er mich
mit Dancken und Loben, die ihr thut ſelbſt regieren.
ſeyd gezehlet zu Gottes Ge⸗ 3. Wann die innre Geiſtes⸗
ſchlecht: der Höchfte zernichtet Wehen mir durch Hertz u. Geiſte
der Gottloſen Toben, thut ſel⸗ gehn: daß es ſcheint, ich muͤßt
ber fein Erbe erhalten bey Recht vergehen, laͤſſet Er mich doch be⸗
16. Drum wollen wir alle zu⸗ ſtehn, daß durch Glauben und
ſamen erheben den Namen des Geduld ich erwerbe Gottes
HErren mit Goͤttlicher Freud: Huld; Demuth, Hoffen, Lieben,
und Ihme Kraft, Ehr u. Ruhm Leide koͤnen mich darzu bereiten.
imerdar geben dort ewiglich u. 4. Ich will gern in allen Sa⸗
auch ſchon hier in der Zeit. chen warten meines Gottes
ee Raht: Der es weiß gar wohl
52 zu machen, ſo wie Ers befehlof
| Sp Eine Seele ſoll nun ſin⸗ ſen hat. Es iſt doch nur lauter
i gen, loben Gottes Wun⸗ Wind, was ein armes Men:
derthat; weil Er mir in allen ſchen⸗Kind waͤhlet, liebet, und
Dingen bey thut ſtehen fruͤh u. vermeinet; ob es ſchon aufs Be⸗
ſpat: und hilft mir aus aller ſte ſcheinet.
Noth, zeigt ſich als ein treuer 5. Aller Meuſchen Naht, Ge⸗
Gott. Wann ich nichts mehr dancken treffen nicht das rechte
weiß zu machen, hilft Er mei⸗ Ziel: darum iſt ein fietes ring
242.
cken, wo man es ſo machen will, mich mit Liebe angezogen durch
wie Vernunfft es meint u. ticht: ſeine groſe Gnad und Gut; weil
es wird gantz nichts ausgericht, ich verſpuͤr, daß Er in mir ih
wo nicht Gott des Menſchen niederlaͤſſet indem Grund, und
Fuͤhrer, und ſelbſt feines Thuns macht mein armes Hertz 1 —
Regierer. 2. Dann ich gar oft ſehr hart
6. Ol wie vieles Leid und We⸗ gedrungen in meinem Geiſt von
hen koͤnt der Menſch entuͤbrigt Jugend auf, und von den Fein⸗
ſeyn: wann er GOtt ſelbſt nach den ſchier bezwunge, daß ich er⸗
thaͤt gehen, und thaͤt glauben muͤdet in dem Lauf es ſind fuͤr⸗
keinem Schein, den ſein eigen wahr viel lange Jahr, daß ich
Urtheil ticht; ſondern alles DIE gedraͤnget oft und viel, von Ju⸗
zernicht, was in ihm ſich laͤſſet gend auf ohn Maaß und Ziel.
inercken, das fein eigen Thun 3. Ich kañ mit Iſrael wohl ſa⸗
thut ſtaͤrcken. | gen; fie haben mich ſehr oft ges
7. Selig iſt der Menſch geach⸗ draͤngt, von Jugend auf uit
tet, der einmal zum rechten Ziel ſehr viel Plagen mir vieles Lei⸗
iſt gekommen, und betrachtet den eingeſchenckt doch konten
Tag und Nacht, was GOTT fie mit fo viel Muͤh gantz nicht
nur will: er wird leben hier und bezwingen meinen Sin, den ich
dort, und, nach Gottes wahrem GOtt hatt ergeben hin
Wort, gantz von keiner Qugal 4. Mußt aber leiden auf dem
mehr wiſſen; ſondern ſelbſten Rücken, daß er durchpfluͤget
*
GOTT genieſen. jämmerlich mit vielen falſchen
böfen Tücken, und Pfeil, und
575 Schwerdt, u. Moͤrders⸗Stich:
Der 129. Pfalm: ihr böfer Raht wurd nimmer
N Ein Geiſt wird num aufs ſatt, bis ſie durchgrabẽ mir mein
I nen bewogen zu ſingen Hertz mit vielend ehendeid und
Gott ein Wunder⸗Lied, Der Schinertz: 2 a
243.
5. Und ihre Furchen fang gezo⸗ bleiben ſtehen bis zur Zeit, wañ
en auf meinem Ruͤcken hin und Zion ihre Ernd erfreut.
er, bis endlich GOtt in Gnad 9. Drum werden ſie diß Wort
bewogen, und half mir aus zu nicht hoͤren von allen, die vor
ſeiner . ſchand die über gehn: der HErꝛ woll eure
loſen Band, brach ihre Seil und Saat vermehren, daß eure GGar⸗
Strick entzwey, u. macht mich ben dicke ſtehn; diß Segens—
wieder loß und frey. Wort wird alſo fort von ihnen
6. Drum werde all mit Schand bleiben abgewandt durch Got⸗
beſtehen, die Zion heimlich gram tes ſtarcke Wunder⸗Hand.
und feind: ihr Thun wird gantz 10. Drum freue ſich die kleine
und gar vergehen, und fallen, eh Heerde, die Zion heißt und aus⸗
man es vermeint; weil GOTT erwaͤhlt, daß ſie durchs Creutz
verwehrt, zuruͤcke kehrt die An⸗ geheiligt werde, u. zu der From⸗
ſchlaͤg der Gottloſen Rott, die inen Zahl gezaͤhlt: es bleibt da⸗
Zion hoͤhnet, und nur ſpottt. bey, GOtt iſt getreu den Seinen
7. Sie werden ihre Saat nicht ſchon in dieſer Zeit, und wirds
ſehen mit Freuden grünen auf auch ſeyn in Ewigkeit.
dem Feld, weil ſie wird vor der |
Zeit vergehen, eh man die Sichel 7
‚trägt zu Feld: ihr hoher Sinn Mang ſoll GOtt lobſin⸗
wird falln dahin, wie Graß, „ gen, und Ihn hoch ruͤhmen
das hoch auf Daͤchern ſteht, ver⸗ allezeit, dan Er laͤß ts mir gelin⸗
dorret, eh die Sonn aufgeht. gen, drum ſoll mein Hertz ſtets
8. Wo keine Sichel mit gefüllet, ſeyn bereit: daß ich fein Wun⸗
noch auch des Garben⸗Binders der⸗Thaten ausbreite nah und
Hand: ihr Schein, womit ſie fern, die bisher wohl gaahten,
find umhuͤllet, wird fallen, und zu Lob dem groſen HErzn, vor
nicht halten Stand; ihr beſte Dem ſich alles beuget, wann Er
Saat wird in der That er 170 aufgemacht. Mein 96
i 2 och
244.
hoch erfreuet, weil Er mir Heil Du biſt Jacobs GOtt, u. thuſt
verſchafft vor ſie ſeloſt ſtreiten, hilfſt ihnen
2. Wider die Feind ohn Maa⸗ aus der Noth. Drum könn ſie
fen, die auf mich drungen allzu⸗ ſtets verehren den groſen Namẽ
mal, und mich ohn Urſach haſ⸗ dein, wann ſie dein Lob vermeh⸗
ſen, damit ſie braͤchten mich zu ren in deiner heil gen Gmein.
Fall. Das haſt du laſſen fehlen, 5. Heil, Preiß, Danck, Kraft
ihrn Raͤht zu nicht gemacht: und Staͤrcke, ſey unſerm GOtt
drum will dein Lob erzehlen, u. in Ewigkeit: Der uns zeigt ſeine ö
ſtetig ſeyn bedacht, daß ich Dich Wercke, daß wir zu ſeinem
ruͤhm und preiſe, mein SOTT! Dienſt bereit. Er thut mit Guͤ⸗
zu aller Stund, und dir Lob Ehr te walten über fein Eigenthum,
erweiſe, aus vollem Hertzens⸗ u. thut ſein Zuſag halten: drum
Grund. RE werd Ihm Preiß und Ruhm
3. Den Du that ſt nicht verge jetzt und zu allen Zeiten von ſei⸗
fen, was du zuvor verheiſſe haſt: nem Erb⸗Geſchlecht, die feine i
und lieſeſt mich geneſen, u. nah⸗ Macht ausbreiten, das ſey ein
meſt weg mir meine Laſt. Du ewigs Recht. | |
laͤßſt den Bund nicht fahren, #3
haͤltſt feft an deiner Treu, erret⸗ 70. Be
teſt von Gefahren, und machſt N IN gute Nacht, du eitle j
von Banden en die, ſo ſich Dir Welt, dein Bere mir nicht
vertrauen u halten in der Roth, mehr gefällt, du giebſt gar
die laͤſſeſt Du bald ſchauen, daß ſchlechten Unterricht: wen Huf
Du ihr Schutz und GOtt. gebricht, kauſt du dir ſelber rah⸗
. Diü lieſeſt deine Gnaden ken nicht. .
kund werden dein Volck Israel, 2. Ich weiß ein Gut, das beſſer
und heilteſt ihren Schaden: daß iſt als hier der eitle Suͤnden⸗
man von deinem Ruhm erzehl Miſt: das iſt mein Theil, da
jetzt und zu allen Zeiten, weil wird mir ſeyn, weñ ich geh aß
U
7
3
F
Y
245.
daß ich bey GOTT werd ewig 8. Und nur nach Wohlluſt hier
ſeyn. | 3 den theuren Gottes⸗
3. Da werd ich meine Erndte Raht veracht t. Drum iſt der
ſehn, wenn ich vor GOtt werd Schluß bey mir gemacht: ich
freudig ſtehn: ein jeder, was er habs bedacht, und ſag nochmal:
hat gefäet, wird abgemaht, und Welt, Gute Nacht.
hin gebracht an ſeine Staͤtt. Hi, =
4. Drum, wie du hier thuſt e
ſaͤen aus: ſo bringſt du eine pe hab ich meinen Lauf
Frucht nach Haus. Wer hier Sb vollendet in dieſem kurtzen
nach Gottes Will u. Raht ſaet Leben. Nun wird mein Leid in
feine Saat, ererbt, was GOtt Freud gewendt, die GO TT de⸗
verheiſſen hat. nen thut geben, die durch viel
F. Darum, O Menſch! wo Creutz und Traurigkeit, und
lauffſt du hin? laß ab von dei⸗ aus viel Truͤbſal kommen: wo
nei eitlen Sinn; du muſt ſonſt Er die wahre Ruh bereit vor
hoͤren im Gericht, wenns Ur⸗ alle liebe Frommen.
theil ſpricht: geht von mir weg, 2. Weil ich geliebet Chriſti Sin,
ich kenn euch nicht. iſt mir zum Erbe worden ein
6. Was hilft alsdann der hohe beſſer Theil mit viel Gewinn,
Muth, u. alle Welt mit ihrem als hier in Mefechg- Pforten:
Gut? was wird die Wohlluſt da nichts als Angſt und Noth
ſeyn alsdann? O dencke dran! und Plag, und harte Leidens⸗
daß dich nicht trifft der Fluch Proben, nun werd ich ohne alle
und Bann. lag GOtt ewig dafür loben.
7. Und muͤſſeſt hören dieſes 3. Mein Joch, das ich getra⸗
Wort: geht, ihr Verfluchten, gen hier, war Chriſti Creutz auf
von mir fort, ins Feuer hin, das Erden: nun geh ich ein zur Him⸗
iſt bereit in Ewigkeit vor alle, mels⸗Thür, da mir dafür wird
die ſich nicht bereit. werden die groſe Freud und Se⸗
Hh 1 5 ligkeit, ö
|
246.
ligkeit die JEſus mir erworben 62. 931
durch viele Angſt und Todes⸗ Nen werde ich wieder aufs
Streit, da Er am Creutz ge⸗ M neue begluͤckt, nachdem ich
ſtorben . nee in Schmertzen und Leiden ge⸗
4. Muß ſchon der Leib verwe⸗ drückt: und traurig geſeſſen,
ſen zwar, und gantz zu Staube bis daß ich geneſen, daß Hertze
werden, ſo wird ein End nur der und Geiſte und Seele erquickt.
Gefahr und Jammer hier auf 2. Ich mußte vertragen das,
Erden: da nichts als Leid und was ich verſchuldt, die weil ich
Traurigkeit, wenn es aufs beſte verſchertzet die Göttliche Huld:
kommen, ſo iſt es Muͤhe und Ar⸗ doch that ich im Leiden nicht
beit bey allen wahren Fromen. wider G Ott ſtreiten, und litte
5. Nun fahr ich hin ins Para⸗ es alles mit groſer Gedult.
deis, da ich werd aufgenommen 3. So daß ich in tiefeſter De⸗
von GOtt, wo gibt Danck Lob mut) gab hin mein Liebſtes im
und Preiß die gantze Schaar der Leben nach Goͤttlichein Sinn.
Frommen: da werd ich ſeyn bey und hielte mich ſtille, bis daß
IEſu Chriſt mit groſer Freud ich die Fuͤlle der Gnaden erwor⸗
und Wonne, ohn Ende und zu ben mit vollem Gewinn.
jeder Friſt hell leuchten wie die 4. Drum will ich mich ſchei⸗
Sonne. 5 dun von allem auf Erd, damit
6. Habt gute Nacht, ihr meine ich Bots Eigen⸗Ergebenet
reund, die ihr noch bey dem Les werd: will alles verlaſſen, und
en: es kommt auch an euch, eh noch dazu haſſen das Liebſte,
ihrs meint; drum ſchicket euch oͤfters mein Hertze bethoͤrt.
daneben, macht euch bereit auf 5. So werd ich ſchon finden
dieſe Zeit, wann ihr muͤſt an den die Göttliche Spur, wan ich ſo
Reihen. Heut iſt der Tag der geſchieden von Welt und us
=
Ewigkeit, laßt euch die Müh kur: und laſſe ſie fahren, und
nicht reuen. a thu mich nur paaren mit GOtt
un
247.
und der heiligen reinen Natur. verſchworn: und thät mich er⸗
6. Es iſt nun beſchloſſen, ich retten aus Leiden und Noͤthen,
laſſe nicht nach, bis in mir auf⸗ wenn alles geſchienen, ich waͤre
gangen ein ewiger Tag: die verlor n.
Goͤttliche Sonne eig rade 11. Vas Er mir geſchencket,
und Wone, und machet vergeſf⸗ das raubet kein Feind, fie
fen all Leiden und Klag. werden zuſchanden, wie viel der
7. Ich ſehe ſchon weichen das auch ſeynd: ihr truͤgliches Schei⸗
Dunckle der Welt, ihr truͤg⸗ nen kann in mir verneinen mein
liches Weſen bald alles zerfallt: holdſter, mein liebſter, mein
ihr Falſchheit und Lügen ſolln treueſter Freund.
mich nicht mehr truͤgen: ob ſie 12. Er hat mich gezogen zum
ſich auch ſchon in ein Lichte ver⸗ Goͤttlichen Licht, drum iſt auch
ſtellten ; 0 35% | mein Hertze zu Ihme gerich't:
8. Ich fpüre ein Leben, das Er thut mich auch führen, und
ewig beſteht: was ſolt ich den ſelber regieren, wenn es mir
lieben, was ploͤtzlich vergeht, an Huͤlfe und Staͤrcke gebricht.
und dhe ge nur Leiden? die 13. Wenn alles will ſtucken, fo
truͤgliche Freuden, find leichter bleibet Er ſtehn, und thut mit
als Spreuer vom Winde ver⸗ mir durch die Verſuchungen
weht. 24 gehn: und ſinck ich ſchon nieder,
9. Wie wurde mir alles fo. jo ſtaͤrckt Er mich wieder, daß
bitter gemacht, eh daß ich die ich kaun in Proben und Leiden
Welt recht im Grunde veracht. beſtehn. /
Wurd öfters betrogen u. greu⸗ 14. Drum will ich mich wie⸗
lich belogen, weit ſie mich mit der beeyden aufs neu, dem Lieb⸗
faͤlſchlichen Lippen anlacht. ſten im Leben zu bleiben getreu:
ro. Drum will ich treu blei⸗ will anders nichts wiſſen, als
ben Dem, Der mich erkorn, u. bleiben befliſſen, daß ich ſein
| Sich mir auch ſelbſten zu ah N Ergebener en
3. 63. O Aus
in u a ͤͤ
62. | ner Liebe, 0 daß ſie gantz al⸗
Auserwaͤhlte Scha ar! lein nur Ihm ergeben ſeyn ohn
nimm eilends deiner wahr, Heuchel⸗Triebe.
ſch mü ck dich aufs beſte: die 7. Wohl mir! weil ich er⸗
Waͤchter rufen ſchon, vom ho⸗ wehlt, zur frommen Schaar
hen Himels⸗Trohn, zum Hoch⸗ gezehlt:die reine Taube hat mi
zeit⸗Feſte. | ſelbſt auserkorn, dazu auch
2. Auf, Auf, in ſchneller Eil, neugebohrn, kein Feind mich
damit ſich keins verweil durch raube.
langes Schlafen, ein jedes ſey 8. Dann ihre treue Gunſt die
bereit, in ſteter Munterkeit, mit hat mich gantz unſonſt an ſich
Geiſtes⸗Waffen. ezogen, mit reiner Himmels⸗
3. Eröffnet Hertz und Ohr, Lieb, daß durch die ſtarcken
hebt euer Haupt empor, breit t Trieb mein Hertz bewogen
aus die Haͤnde: ſeht! wie des 9. Zu bleiben ihr getreu, und
ee Macht, und Babels alſo ohne Scheu die Meine nen⸗
uren⸗Pracht eilen zumEEnde. nen, ob gleich die gantze Welt
4. Dann ZEjus, euer Held, dagegen ſich verſtellt, nichts ſoll
der euch {on auserwaͤhlt, als mich trennen.
ſeine Waͤhrte, der rufet uͤber⸗ ro. Das Hauchẽ ihrer Kraft,
laut, daß ſeine keuſche Braut und ſtarcken Liebes⸗Macht thut
geſchmuͤcket werde. mich durchdringen, daß ich,
1 770 dem, der drauf be⸗ aus Lieb zu ihr, der falſchen
dacht, all Tag und Stunden Luſt Begier nun kan bezwin⸗
wacht, dem wirds nicht fehlen, gen.
wenn IEſus, unfer Hirt, in r. Die groſe eiebes⸗Treu bes
Volck verſammlen wird, ſich wegt mich oft aufs neu zum
kLkLeeuſchen Leben, damit ich recht
6. Mit feiner keuſchen Braut, bereit, die gantze Lebens⸗Zeit H
zu vermaͤhlen
die fich allhier vertraut, in rei⸗ ihr bleib ergeben 5
EN 12. Mit
1.
EFF.
12. Mit reiner Him̃els⸗Luſt, ſchaut, wie ſchoͤn die Stadt er⸗
dieweil aus meiner Bruſt durch baut, wo die eingehen, jo hier
fie vertrieben die falſche Huren⸗ gefolget nur des keuſchen Lam⸗
Lieb, davor ſte ſich mir giebt, mes Spur, in Leid u. Wehen.
und thut mich uͤben 19. Drum geht am Reigen
13. Durch ihre ſcharfe Zucht, ſchoͤn, mit Siegs⸗ und Lobge⸗
damit ich bringe Frucht, in rei⸗ thoͤn vom keuſchen. Leben; ſo
ner Liebe; in Geiſtes Munter⸗ koͤnt ihr gehen ein, wo Gottes
keit und ſteter Wachſamkeit, Liebſten ſeyn, und Ehre geben
dabey mich uͤbe 20. Dein Braͤut gam JEſu
14. In unverfaͤlſchter Treu Chriſt, der allbereit geruͤſt, euch
rein, ohne Heucheley nach zu empfangen auf eurem Glau⸗
Gottes Willen, in Geiſtes⸗ bens⸗Weg. O! werdet ja nicht
Niedrigkeit, bleib 1 Winck traͤg, Er kommt gegangen.
bereit, den zu erfuͤllen. 2x. Auf, Auf! und ſeyd bereit,
15. Ich bleibe ihr vertraut, Er iſt ja nicht mehr weit, wie
weil ich im Geiſt geſchaut den koͤnt ihr ſchlafen? zieht eure
hohen Adel, fo haben allzuſam, Kleider an, daß man es ſehen
die allhier Gottes Lamm rein, kann, thut euch aufmachen.
ohne Tadel, 22. Und rufet allzuſamm:
16, Gefolget alſo nur auf ſei⸗ komm, komm! O Gottes⸗
ner keuſchen Spur, in Liebes Lamm, daß deine Waͤhrte, die
Tritten: mit Geiſtes⸗Munter⸗ Du dir ſelbſt vertraut; aus dei⸗
keit, und ſteter Wachſamkeit, ner Seit erbaut, verehlicht
den Feind beſtritten. werd
ech nne |
17. Drum werd ich gehen ein, 23. Des Echo Wiederhall
wo Gottes Liebſten ſeyn, in giebt einen Gegen⸗Schall; Ja,
hohen Ehren, und, mit der gau⸗ ja, ich komme, zu halten mei⸗
tzen Schaar, ewig und immer⸗ ne Treuß damit ich dich erfreu,
dar fein Lob vermehren. O meine Frommel.
18. Ihr Himmels⸗Braͤute
|
250.
kann Er doch nimmer fein Jg⸗
KERN
5 O Himmlische Wohlluſt! O Wort verſagen. Er laͤßt mich
Goͤttliches Leben! das JE⸗ empfinden in bitteren Schmer⸗
ſus in heilige Seelen gegeben: tzen ſein feurig und bruͤnſtige
die gaͤutzlich vor Liebe im Her⸗ Liebe im Hertzen.
25 entbronnen, weil ſeine Lieb 6. Ja Wolcken und Dunckel⸗
eimlich zu ihnen geronnen. heit muß uns oft geben den him̃⸗
2. Wie freudig wird jetzo ſchon liſchen Regen zum Goͤttlichen
von mir geſungen, weil himm⸗ Lebe: damit wir erweichet nicht
liſche Liebe mein Hertze bezwun⸗ weiter erhaͤrten, und alſo wird
5 zum Goͤttlichen Leben ſchon fruchtbar die Paradies⸗Erden.
ier auf der Erden, daß man es 7. Und koͤnt ich nicht lieben in
kann ſehen an Sinn und Geber⸗ Leiden und Freuden: ſo wär ich
nicht ſicher, daß Schmertzen
den.
3. Drum ſoll mich nunmehro mich ſcheiden von meiner Hertz⸗
kein Ding mehr aufhalten, weil Liebe, die JEfus mir ſchencket,
feurige Liebe laͤßt mimmer erkal⸗ die mich oft erquicket, wenns
ten: dann leb ich in JIEſu, ſo kan Hertz iſt gekraͤncket.
1
mirs nicht fehlen, und was ich 8. Und ſcheinets zuweilen, nun
auch vor und nach wolte erwaͤh⸗ iſt es verloren, gar plotzlich wird
len, wieder was neues geboren: daß
4. Das find ich in Ihme,durch man oft von Hertzen in Liebe
bruͤnſtigs Verlangen ja ſcheints mag. ſchertzen, Tapt Er uns me
oft verlohren: ſo kommt Er ge⸗ pfinden die bitterſten Schmer⸗
angen, u. traͤncket mich reiche Ken. 6 4
lich mit Goͤttlichen Strömen, 9. Ind wann ſo im Leiden die
daß alſo kann Gnade um Gnade Seele bewaͤhret, und alſo kein
ich nehmen. Schmertze noch Wehmuth ber
5. Und laͤßt Er mich oftmal ſchwehret: ſo iſt fie erhaben und
ſchon Seufzen und Klagen: ſo gaͤntzlich entnomen, Ja Seu
25 T.
und Feind hat ſie nunmehro be⸗ ich waͤre ſchon laͤngſtens verdor⸗
zwungen. | ben, dieweil mir die Tochter der
10. Sie ſinget und ſpringet mit unteren Wellet gar viele gefaͤr⸗
freudigen Leben, dieweil ihr der liche Netze geſtellet. |
König des Himmels gegeben 15. Damm himmliſche Liebe
viel reine Wohlluͤſte, die nim⸗ die hat mich bewogen, dieweil
mer kein Ziele: weil dieſes der Jungfrau Sophia an ſich ge⸗
Chriſten ihr taͤgliches Spiele. zogen den inneren heimlich ver⸗
1. Die Thraͤnen, ſo oftmal borgenen Willen, um ſelben
das Hertze zerſchnitten, ſeynd gantz bruͤnſtig in Liebe zu füllen.
nunmehr befanftigt, der Feind 16. Und weil ich nunmehro
iſt beſtritten: dieweil ich in Freu⸗ den Netzen entgangen, die mich
den u. Leiden zugleiche, ja nim⸗ gar betruͤglich oft hatten gefan⸗
mer, von meinem Verlobeten gen: ja gar mich verfuͤhret vom
weiche. ilrlichtigen Wege, daß oͤfters iſt
12. Die Liebe, die oͤfters mich alle Kraft worden mit träge.
hatte betrogen, ja faͤlſchlich von 17. Denn falſche Ohnmaͤchte
meinem Hertzliebſten gezogen: verführifche Kraͤfte berauben
die iſt nun erſaͤufet im Goͤttli⸗ u hindern des HErꝛenGeſchaͤff⸗
chen Meere, weil all diß ihr te: und machen uns matte im
Brennen verloſchen nunmehre. Lauffe, daneben verlieret man
3. Dann Leiden und Lieben Gnade und Goͤttliches Leben.
das hat mich bezwungen, mich 18. Dieweil ich nunmehro bin
gantz zu ergeben an meinen Lieb⸗ aufwaͤrts geflogen, und himm⸗
rommen, ſamt meiner ſo theu⸗ liſche Liebe Mich Ache bewo⸗
er erworbenẽ Seele, mich gaͤntz gen: unn ſo zu entfliehen den irr⸗
lich Ihm bleibend zu eigen ver⸗ diſchen Welten, damit ich koͤnn
mahle. lihen in himmliſchen Zelten.
14. Und haͤtt Er nicht um mich 19. Und werd ich oft dürre und
ſo feurig geworben, e trocken gehalten, die m At
. 9 ſſet
252.
laͤſſet ſich nummer erkalten dan ſingen. Kt
bin ich nur gaͤntzlich von Eigen⸗ 24. Kraft, Ehre, Macht, Herz
lieb leere, ſo flieſen ſtets Strö⸗ lichkeit ſey Dir gegeben von al⸗
me vom Göttlichen Meere. len, die he ene leben die
20. Befeuchten und waͤſſern muͤſſen Dich ruͤhmen mit Goͤtt⸗
das magere Hertze, und machen lichen Weiſen, und deine Macht,
vergeſſen die bitteren Schmer⸗ Gute, u. Wunder hoch preiſen.
tzen: dann die, ſo im Lieben ſich 447 7
einmal ergeben, die könen nicht | Es
25. Ja Amen, wir rufen und
weichen im Tode und Leben. |
ro ſo bleibe ich ſtimmen zuſammen, zu loben
21. Nunmeh N a a
ewig verbunden Ihin, meinem eintraͤchtig deu herzlichen Na⸗
Hertzliebſten, ich habe empfun⸗ men: der Ehre einleget nach ſei⸗
den, daß wie ſeine Sorge ſo treu⸗ nen Gefallen, u. laͤſſet die Sei⸗
lich haͤlt Wachte, und weñ auch nen mit Segen fort wallen.
mein Lichte wird dunckel bey 26. Zu or mit Freuden die
Machte. richtigen Wege u hilfet durch⸗
22 Ihr Kinder der Weisheit, dringen des leiſches Geheege:
komt alle gezogen, macht ſcharf⸗ ja alle, die ſo find durch Leiden
fe die Schwerdter und ſpannet erhoben, die muͤſſen Ihn preis
die Bogen: und ſchieſet dem fen, und ewiglich loben.
Feinde ins Hertze die Pfeile, ſo 10 |
koͤnnet ihr leben im Goͤttlichen ccc eee
Theile. | EN ba
23. Und koͤnnet hell jauchzen — Dir hab ich mich ergeben;
mit lieblichem Singen, zu Eh⸗ mir ſey nichts auſſer Dir bewuſt
ren Dem, Der es uns laͤſſet ge⸗ du allerreinſtes Leben: wer Dich
lingen. Er ſieget, Er herrſchet, geneußt, hats hoͤchſte Gut ger
hilft alles bezwinge; drum wol⸗ ſchmecket, einer Seel zu gut biſt
ken wir alle mif Freuden lob⸗ Du ein Opfer worden. gi *
. Re |
16
en Wen ng
2. Von Dir ich laſſe nimmer⸗
mehr, ich will ſeyn angebunden
an deine Lieb, O treuer Herz!
ich hab in Dir gefunden, was
meiner Seelen Labſal iſt, das
alles Du mir ſelber biſt, O al⸗
lerliebſte Liebe!
3. Du kuſſeſt mich mit deinem
Kuß, O allerreinſter Munde!
all andre Freud dir weichen muß:
25 3.
6. Sie toben, ſchnauben im⸗
merhin, ich ruh in ſuͤſer Stille:
ihr Stich und Neid iſt mein Ge⸗
winn, deñ das iſt Gottes Wille,
daß feine lieb⸗ und treue Knecht
dadurch bewaͤhret ſchlecht und
recht, ſtets thre Gange zieren.
7. Ich ſags, und bleibe feſt da⸗
bey, dem Herzen anzuhangen
iſt meine Luft, ohn Heucheley
Du machſt das Hertz geſunde. thu innigſt ich umfangen die
Mit deiner Weis heit Liebes theure Lieb, das Gottes⸗Lam,
Strom befeuchteſt du das Hertz, indem es mir am Cxreeutzes⸗
nachdem es innigſt nach Dir Stamm erworben Heil u. Leben.
lechzet. | 8. Ihr Kinder einer Mutter
I. Wie wird mein Mund noch kommt, kommt her und helft
Mührmens⸗voll ſich inniglich be⸗ mit ſingen: ein jedes ſuch, was
fleiſſen, daß mein Hertz auch ewig frommt, um gaͤntzlich zu
noch ſingen ſoll auf wunderbare bezwingen, was eure Lieb ge⸗
Veiſe: und fo mit vielen in die bunden halt allhier in dieſer fal⸗
Wett, bis man mich traͤgt zur ſchen Welt, nichts ſoll euch nun⸗
Grabes⸗Staͤtt, u. ich den Lauff mehr ſcheiden. |
vollendet. I . Ba ihr bisher noch was
J. Kein Zeit will ich nicht ſparẽ geliebt, das eure Kraft verzeh⸗
mehr, dir taͤglich Opfer bringen, ket, entwerdet ſolchem falſchen
zu trotz dem alten Suͤnde⸗Heer Trieb, die Luſt in GOtt einkeh⸗
vill ich Dirvieder fingen. Sind ret: fo werdet ihr bald nehmen
leich der Feinde noch fo viel, ſo zu, und bringen eure Seel in
jehts doch, wie's Gott haben Ruh, dazu viel Guts genieſen.
vill, des freu ich mich Br 10. Er iſt und bleibet ewig treu
8 92, dem
ee"
154 BEN | ea. |
dem auserwaͤhlten Saamen, gt CG. e N
Er haͤlt und ſchuͤtzt ihn, was In Lebens⸗Quell,
auch ſey: gibt ihn u den neuen chu Dich in mich ergieſen,
Mainen, mit Kraft des Geiſtes damit in mur Geiſt, Leib und
Zeugnuß ſich an ihnen auſert Sꝛel mög gang in Dir zerflie⸗
kraͤftiglich, zum Licht und Heil ſen Ay daß zum reinen Opfer
wer
ich noch allhier auf dieſer
11. Orum ſeyd nur keck in eu⸗ Erd, und alſo koͤnn gefallen Dir
rem Gott, fuͤr nichts nicht thut in meinem Leben noch allhier.
erſchrecken: in Creutz und Pein, 2. Und zund zugleich auch mit
in Moth und Tod wird Er euch mir an die Zahl von deinem
wohl bedecken. All eure Feind Saamen mit deines Geiſtes
zerſchmeiſſen gar, wenn komen Feuer⸗Flamm, damit wir al
wird das frohe Jahr, wornach zuſammen fort wachſen hier in
ihr ſteht in Warten deiner Kraft, auch trincken dei⸗
12. Habt immer einen Helden⸗ nen Lebens⸗Saft: und alſo
Muth, zum Schreckẽ eurer Fein⸗ fort ſey unſer Thun, nur aus⸗
Blut; damit es ſehn die Freun⸗ 3. Damit auf jeden Winck und
Macht, die bisher Sieg u. Heil und ſo, daß wir auch noch dar
gebracht, zu Lo b und ſeinen Dir taglich Lieder ſingen in rei⸗
45 neuem Geiſt, der aus ſich
Ihm euch gantz bezwingt, O! men: auf daß ein iedes bringe
9 Frucht
n wird GO gefallen.
*
|
|
Frucht, damit dein GOttes⸗
Namen geprieſen und verherr⸗
licht werd von deinem Volck
noch hier auf Erd, das ſich Dir
gantz ergeben hat zu wandeln,
HErr, nach deinem Raht.
5. Kein Weichen wollſt Du
laſſen zu, laß uns in Euge blei⸗
ben: damit wir treu, und noch
dazu uns taͤglich neu verſchrei⸗
ben: indem wir trincken, HErr,
dein Blut, durch welches Du
das hoͤchſte Gut geſchencket uns,
in deinem Geiſt, der ſich mit
Kraft in uns erweißt.
6, Laß ferner auch zur Nah⸗
rung ſeyn auf unſern Glau⸗
bens⸗Wegeẽ dein Lebens⸗Brod,
den Freuden⸗Wein wollſtu in⸗
zwiſchen geben, den Wein vom
wahren Reben⸗Saft, der uns
giebt oͤfters neue Kraft, damit
wir koͤnnen wandeln fort, und
gehen ein zur Himmels⸗Pfort.
7. Die Tag und Nacht wird
offen ſtehn dem auserwählten da
Saamen: gib, daß wir taͤglich Wunderthat, dieweils dein
weiter gehn, damit wir allzu⸗
ſammen ererben deines Va⸗
25.
werden weich! in unverfaͤlſch⸗
ter Bruder⸗Treu zu ſtehen feſt,
trotz was auch ſer.
8. Laß deine reine Feuers Kraft
uns durch und durch entzuͤn⸗
den: und auch dabey den Le⸗
bens⸗Saft mit voller Kraft
empfinden: ſo fallen alle Schla⸗
cken weg, die oft gemachet faul
und traͤg, und wir empfinden,
daß dein Geiſt mit Kraft ſich
voll in uns erweißt.
9. Den Lebens⸗Strom aus
deinem Stul laß nimmermehr
verſeygen: der eignen Liebe
Suͤnden⸗Pfuhl muß ewig in
uns ſchweigen. So wird der
groſe Name dein geprieſen,
auch in Wort und Schein, ſo
gar, daß auch der Blätter Zierd
geſund die Heiden machen wird.
10. Lob, Preiß und Ehr ſey
deinem Nam, Du groſer GOtt
von Ehren: von deinem Saa⸗
men Abraham wird man ohn
Ende hören das Loben deiner
Raht beſchloſſen hat, daß man
nun bald in aller Welt von dei⸗
ters Reich. Ach laß doch keines ner Wunder⸗Macht erzehlt.
Gg3.
11. Wann
P A 2 u
256.
„ ER Be, Bir
11. Wann alle Volcker nah aus der Holle, weils nur Tand
und fern zuſammen kommen und Wort⸗Gethoͤn. ie
werden, und ſo, daß ſie von Her⸗ 1. Ob ſie zwar ſich weidlich
tzen gern Dir Opfer bringen ſchmuͤcken, schön ſich zieren, u.
werden; fo wird dein groſe hofieren, Jul deinen Name
bier: find es doch nur Rand,
ſo wohl bedacht, geprieſen wer⸗ und Tücke, weil ihr Leben ſich
den weit und breit, ohn End, ergeben der verdorbnen Luſt⸗
egi
|
. . | |
6 n F. Und die mit mehr Ernſt
* nachahmen, daß fie lauffen zu
Ihr Kinder einer Mut⸗ den Hauffen, die in reiner
get Segen, Kraft im Lauff ©. Die in Luſt und Eitelkei⸗
zur Ereutzes⸗Bahn. ten in dem Hertzen oft noch
2. Eure Feinde werden ſchre⸗ Bar mit des Fleiſches Luſt⸗
cken mit viel Zagen, Furcht u.
Klagen: wen der Konig bricht Jeiten ihrer Wohlluſt dieſesce⸗
*
in dem Lande, da geglaͤutzt ihr 7. Aber die in Angſt und Lei⸗
Heuchel⸗Schein. den ſind geſeſſen, und vergeſſen
3. Dann ſehr viel zu dieſen haben allen Glantz u. Schein:
Zeiten, die mit loſem Wort⸗ wird erquicken dort viel Freu⸗
\ epränge fehinücken ihre Lam⸗ de, und fie werden, nach Dex
pen ſchön und, ben ſolchemfal⸗ ſchwerde, ewiglich in Ruhe ſeyn
ſchen Gleiſſen, find fie Wolfe 8. Freuet euch drum deu
9
en
257:
gen ihr Erkauffte, Auserwaͤhl⸗ damit iſt wohl verfehen, darf
te, und Berufne allzumal, u. nicht lauffen, um zu kauffen
laßts euch ſeyn angelegen: Fried Oel wen Chriſtus bricht herein
und Liebe, reine Triebe ſind der f
Schmuck zum Hochzeit mahl. 63. 5
9. Und vergeſſet, was dahin⸗ Stille Friedens⸗Nnh in
den, laſſet fahren, was mit — Gbdtt verliebter Seelen! fo
Jahren u. der Zeit verſchwin⸗ hier auf jeden Nu von feinem
den kann: ſoll die Seele Ruhe Lob erzehlen, und gantz von kei⸗
finden, im Gewimmel u. Ge⸗ nem Schein ſich laſſen blenden
tuͤmmel iſt nichts, das ſte lab en mehr; ſo daß ſie nur allein leben
kann. zu feiner Ehr.
10. Seht den frohen Tag von 2. Die werden alle Tag tiefer
ferne, thut bey Zeiten euch ab⸗ hinein gefuͤhret, wo Gottes Geiſt
ſcheiden von den Bildern man⸗ regiert / und nur mit Tugend zie⸗
cherley: Er hat euch von Her⸗ ret, und lehrt die inne Weg der
‚Ken gerne, der ſich zeiget, zu Abgeſchiedenheit, da man gautz
euch neuget, u. euch macht von unverꝛuͤckt bleibt Gottes Winck
Laſten frey. 1 Bereit. |
Ir. Singt: Triumph! u. geht 3. Der innre Geiſtes⸗Weg
entgegen eurem König, der bleibt vielen hier verborgen; die
nicht wenig feiner Koſten zu⸗ zwar mit allem Fleiß, auch vie⸗
gericht t: wuͤnſchet darzuczluͤck ler Müh und Sorgen, deinſel⸗
u. Segen ſeinen lieben Braut⸗ ben forſchen nach durch viel Be⸗
Geſpielen, denen niemals Oel dencklichkeit, und haben noch da⸗
gebricht. bin viel harten Kampfu Streit.
12. Tragt die Lamp in Hertz 4. Warum? fie dringen nicht
und Haͤnden Ihm eutgegen: hinein ins wahre Weſen: wo
hümmliſch Leben iſt der Lanız inan wird recht vergnügt, und
en Glautz und Schein. Wer kaun in Gott geneſen. Sau
258.
Haus der Phantafie wird nicht lich fort durch dieſe eitle Welt,
mit aller Macht beſtürmet, und worin ſo viel Gefahr, und mau⸗
zerſtoͤrt, und gantz zu nicht ge⸗ che Netz geſtellt.
macht. 5 9. Wer nicht mit allem Fleiß
5. Man muß der Sißen⸗Welt/ auf IEſum ſelbſt thut ſehen,
und allem Schein erſterben: der kommet nicht hindurch, daß
was nicht zum Weſen dient, er kann weiter gehen im ſchma⸗
muß gantz und gar verderben. len Creutzes⸗Gang durch ſo viel
Dann nur in dein Genuß der Nothegedra e alles ſehr be⸗
vollen Gottes⸗Lieb findt man klemmt, und bleibet in der Eng.
die wahre Ruh, wo Seel und 10, Doch wann man ln |
Geiſt vergnuͤgt. hat hier ſelbſt zu ſeinem Fuhrer
6. Dañ aller Glantz u. Schein, und Leiter, Schutz, und Raht,
fo nur von auſſen zieret/ u. doch daß Er der Seel Regierer auf
kein Nahrung giebt, der iſts, fo dieſem e e
uns abfuͤhret vom innren Gei⸗ man gehet ein zur ſtillen Sab⸗
ſtes⸗Weg, wo man die rechte baths⸗ Ruh, da voll geſchenckt
Spur kan finden, die uns bringt wird ein. ee ee
zur neuen Creatur. 11. Der Becher reiner Lieb, und
7. O Seelen! lernet doch, euch voller Suͤſigkeiten, ſo Kraft u.
ſelbſt mit Macht bezwingen, und Nahrung giebt in em
thut mit allem Ernſt ius wahre und bittern Leiden, wodur
Weſen dringen: da man gantz man ohn Verdruß kal treulich
ohn Verdruß in ſtiller Hertzens⸗ halten aus, bis auf die letzſte
eud kann leben recht vergnuͤgt Prob, und Blut, und Todes⸗
ey vielem Kampf und Streit. Strauß. 1
8. Erlernet in dem Gang das 12. So kann man wallen
rechte heil ge Schweigen, ſo wird fort mit Freud auf dieſer Er⸗
das ſtille Lamm euch ſelbſt die den, und zu der engen Pfort
Wege zeigen: und fuhren treu⸗ in heiligen Gebaͤrden eingebe
ER m
259.
it Geſang, und vollem Sie- Seele plagt. |
Ars rn ABahl deine, der 3. Je fan nun dien Scha
ſo hier die eitle Welt veracht. nicht mehr verlieren, weil Er
13. O was vor ein Genuß mich um und um mit Lieb nz
wird in der Seel empfunden! fteilt, wolt auch die höochſte Luft
guch ſchon in dieſer Zeit, wo mich von Ihim führen, ſo bleibt
man die Perl gefunden: der Ers doch, der nur allein gefaͤllt.
ſtille Friedens⸗Geiſt iſt gantz Denn mein Ergetzen kan nichts
in ſie erſenckt, und wi — . 5d del Er ſelber ſich
Raaß aus Gottes Meer ges vor mir BR
9 7 8 wur r 2 4. So bald ſein Liebes⸗Aug
BERG mich nur anblicket, fo faͤllet al⸗
559 er Kurmnmer gantz dahin: und
Sy ME Dams da der reis wird Hertz Seel und Geiſt in
nen Seelen! die ſich mit mir erquicket, fo daß ich oft von
Fe ſelbſt im Geiſt vertraut: Liebe truncken bin. Drum muß
ich kann mit Wunder⸗voll da⸗ gerahten mit meinen Thaten,
von erzehlen, weil feine Schoͤ⸗ dieweil nun alles lauter Luſt⸗
ne ich im Geiſt geſchaut. Die Gewinn.
mich umarmet, daß ich erwar⸗ 5. Was mir oft bitter ſcheinet
met: ſo oft mein Auge Ihn in in dem Munde, iſt meiner Keh⸗
Lieb anſchaut. len ſuͤſer Freuden⸗Wein: wenn
2. Nun iſt die eitle Welt bey Er mit Liebe rührt der Seelen
mir vergeſſen, weil ich was Beſ⸗ Grunde, muß auch der bittre
ſers funde, das mich labt: mein Myrrhen Zucker ſeyn. Die bit⸗
Hertz iſt Freuden⸗voll in GOtt tre Suͤſe, die ich genieſe, die drin⸗
geneſen, weil IEſus mich mit get mir ſo tief ins Hertz hinein.
keiner Lieb begabt; die mir im 6. Daß ich in Lieb verwundt,
Hertzen vertreibt den Schmerz wenn ich ſoll fagen, wie mir im
gen, ſo Andern oͤfters San oben zu ges hehen pfich. ſo
Ale | kann
Er
260.
kann ich es in Bildern nicht vor⸗ wann auf fie faͤllet Schande;
tragen, was mir allda vor Koſt Spott und Schmach. |
wird vorgelegt. Es heißt ein Le⸗ 10. Die reine Braut⸗Lieb iſt
„r
ben, das GT ergeben, und nicht zu bewegen von falſchen
feine Liebe in dem Hertzen tragt. Buhlern, die ihr ſchleichen nach:
7. Ihr Toͤchter Zions, komt und ſolt der Liebſte ſelbſt mit
herbeh und ſehet, wie euer hol⸗ Liebes⸗Schlaͤgen fie ſtreichen,
der Freund mit Lieb umhuͤllt: es iſt niemals einecplag der Lieb
und wie im Liedes⸗Schimuek zu lieben, auch im Betrüben /
Er einher gehet, ſein Hertz und die Bitterkeit iſt ihr nur ein
Augen ſind mit Lieb erfüllt. Gemach. |
Geht Ihm entgegen, und thut 1 1. Der ſuſeZucker⸗Mund und
anlegen den reinen Liebes⸗ holde Wangen des Liebften kau
Schinuck nach feinem Bild. gar bald, in einer Stund, ſein
9. Er ziehet praͤchtig aus wider Liebſte zieren aus init frohem
die Feinde, die euren Schmuck Prange, mach dem viel Schmer⸗
zu rauben ſind bedacht: u. ſtrei⸗ tzen ihr das Hertz verwundt.
ſo wird der Raht der
nicht gemacht. Drum
let in der Lieb vor feine Sup Drum bleibet ſtehen, in allen
leibt ün dem Liebes⸗Bund. f
Lieben Ihm ſtets verſchrieben 2. Holdſelig iſt der Kuß in mei⸗ i
weil Er ſelbſt Liebe pfleget Tag nem Munde, den meinem) Freund
und Macht: und Schatze meiner Seel! r fan
9. Die ſich einmal verlobet in mein Hertz verwundet in dem
dem Bunde, und gehen ſeinen Grunde: drum ich ſo viel von
Liebes⸗Tritten nach: ſo daß kein deiner Leh erzehl. Doch will nun
falſcher Schein mehr in dem Aare; leb erzehl Doch will num
Grunde, die wiſſen gang von schweigen, mich vor beg;
keinem Ungemach, das ſie ſolt und legen gautz in gur) Wundt
ſcheiden, ſie achtens Freuden, Hol.
ind zu Wehen, die Lieb⸗Verliebte in
Sr C
f
5
f
261.
nde befrey t, daß man kann ſteigen
rl vor enge Pfad find' t auf N |
Oman in ſolchen Orden! wo 5. Zur ſtillen Ewigkeit, da
man die Wege geht, da nur alles ſich verlieret, was auch
des Geiſtes Worten an noch in der Zeit uns oft mit
wird in der Still, nach dem Tugend zieret: das muß man
geheimen Raht, den Gottes geben hin, und gaͤntzlich ſagen
‚tiefe Lieb in ſich beſchloſſen hat. ab, damit es komm in Tod,
2. Bringt es gleich ſuͤſe Ruh und werd verſenckt ins Grab.
und ſtilles Hertz⸗Vergnuͤgen: 6. Doch, wann man ſo be⸗
ſo daß auf jeden Nu man kann freyt, und aller Laſt entbun⸗
den Feind beſiegen: ſo iſt man den: ſo hoͤret auf der Streit,
doch noch hier in einem frem⸗ der ſichre Faun iſt funden. Ob
den Land, da man auch oft wohl der Feind noch oft dage⸗
noch wird den Freunden un⸗ gen ſich verftellt: ſo hat er doch
bekant. 5 kein Recht, weil inan verſagt
3. Drum wird der arme Geiſt der Welt. |
noch oft ſehr hart geklemmet: 7. Indeſſen ſteh ich ſtill, und
daß er vor Noth nicht weiß, thu genau aufmercken, was als
was ihm den Außfluß hem̃et lein Gottes Will, in Ihm kann
der ſanften Gottes⸗Lieb, die ich mich ſtaͤrcken, zu gehen in
ſonſten ihm ſo wohl gethan, u. dem Weg, denn ſeine Liebes⸗
ihn vergnuͤgt, gantz Fried⸗und Treu im Geiſt geſprochen ein,
Freuden⸗wvoll. daß ich ſein eigen ſey.
4. Man iſt enbunden zwar 8. Es kann mir fehlen nicht,
aller Gefahr und Stricke: was weil GOtt mich hat bezwungen
vor ein Hindrung war, und daß ich mich Ihm verpflicht, ſo
hielt den Geiſt zuruͤcke, daß er daß es mir gelungen noch bis
nicht konte gehn mit Freuden auf dieſe Stund wider die
einen Lauf, der r iſt man nun Feind ohn Zahl, die auf mich
| Kfz, | ſchoſ⸗
N
I}
ab2, |
offen (of, um bringen mich die fich geſchleden gant von al⸗
zu Fall. er Eitelkeit. 20
Li Ich galt een meiner Tren, TE ehr
ie mir ins Hertz geſprochen, | re Vo.
Herz gef 7 * Der 32. Pſalm. f
daß ich Gott's eigen ſey, das 0 | |
wird nicht mehr gebrochen: « Was vor Gunſt und gro⸗
weil ſeine Liebes Hand mir W ſe Gnad iſt ſolchem Mann
tief gedruͤcket ein, daß ich nun geſchencket deme Ott ſein und
immer hin fein Eigenthum bedecket hat, u. der r nicht mehr
ſoll ſaam: em ON gedencket. Wie ſelig iſt ein ſol⸗
10. Ich bleib gebunden ſtehn cher Mann? dem GOtt nichts
nach ſeinem Raht u. Willen, u. mehr zu rechnen kann: fuͤrwahr
will die Wege gehn, worinn diß iſt ein reiner Geiſt dem GOtt |
ich kann erfüllen den theuren ſo viele Guad erweißt. or
Gottes⸗Ruf, wodurch ich aus⸗ 2. Doch da ich wolt verſchwie⸗
erwaͤhlt, in ein gantz ſondern gen ſeyn, und nichtes davon ſa⸗
Grad gezogen von der Welt. gen! verſchmachteten mir mein
11. Man kann es ſagen nicht, Gebein, daß ich es nicht kont
was diß vor Sterbeus⸗Wege: tragen. Denn ſeine Hand und
wo man der Liebes⸗ Pflicht ſo groſe Macht war ſchwer auf mir
folgt, und wird nicht trage: zu Tag und Nacht: daß mein
dann alle Lebens⸗Luſt, ſoltens Saft trocken ausgezehrt, wie
auch Tugend n ſeyn nuß man es im Sommer duͤrꝛe wird.
verſagen / und ſencken ins Grab 3. In ſolcher Angſt und groſen
hein. Shi MAD) A Noth trat ich vor GOT mit
12. Doch ſtehet in dem Tod Baͤten und ſprach:mein HER
oft auf ein neues Leben, weil und treuer GOtt! hilf mir aus
man ſich nun an Gott fo gantz meinen Noͤthen. Denn in ine
hat übergeben, drum iſt Er auch Sund und Miſſethat iſt groß,
allein der Seelen ihre Freud, erzeig mir deine Gnad, era
mir
a
| . 263.
mir dein Barmhertzigkeit, daß ſtarcke Wehr / thu mich vo; Angſt
ich werd wiederum erfreut. behuͤten: laß mich zu Schanden
4. Da nahmeEr meine Suͤnd mimmermehr, noch rauben mei⸗
dahin, und machte die vergeſſen: nen Frieden. Erꝛette mich von
fo daß fie gantz aus meinem aller Schmach, die mich unge⸗
Sinn, als waͤr es nichts gewe⸗ ben Nacht und Tag, ſo werd ich
ſen. Die Suͤnde, die kein We⸗ froh und frey gemacht, und ruͤh⸗
fen hat, nimmt Gott hinweg me froͤlich deine Macht.
durch ſeine Gnad, ſo wird das 8. Der HErꝛ iſt meine Zuver⸗
Hertze wieder ſtill, und ruht in ſicht, drum werd ich mimmer fal⸗
Gottes Raht und Will. len: Er gibt mir ſelber Unter⸗
F. Die Zeit iſt kommen, daß richt, den rechten Weg zu wal⸗
auch der, ſo treu in GOtt erfun⸗ len. Er fuͤhret mich nach feinen
den, ſich beugen muß, wann Raht der Frommen und Ge⸗
komt daher die Macht der Pruͤ⸗ rechten Pfad: und, wenn ich fal⸗
fungs⸗Stunden, und rufen aus: le oder gleit, Er mich mit ſeinen
mein HErꝛ und GOtt! hilf mir Augen leit.
aus meiner groſen Noht! vor 9. Seyd nicht wie Roß und
Dir kan ja kein Menſch beſtehn, Maͤuler, die man anders nicht
wañ Du wilt ins Gerichte gehn. kann zwingen, als mit Gebiß
6. Ja alle Heil gen groß und und Zaum, um ſie alſo an ſich
klein die werden diß bekennen: zu bringen. Drum hat der Gott⸗
daß keiner iſt zu achten rein noch los ſeine Plag auf jede Stund
ohne Fehl zu nennen. Drum und jeden Tag: doch wird um⸗
muͤſſen ſie Dir alle flehn, wann fahen Guͤt und Gnad den, der
ſie vor Dir, HErz, wollen ſtehn: auf Gott dünn dh n Dan
doch wird der keinẽ treffen nicht, 10. Es freuen ſich, u. kuͤhmen
wann bricht herein dein Zorn⸗ ſehr all diecherechten Frommen,
BE zan und geben Ott Danck, Ruhm
F. Du biſt mein Schirm PR em Ehr, wann fie 10
u. 35 om⸗
164.
kommen. Es rühmen GOtt Schweigen, ſtimmen an des
itt aller Macht, die Er alſo zu⸗ Lamms Geſang ſchoͤu mit Got⸗
ſam̃en bracht: daß ſie hoch prei⸗ tes Harfen⸗Klang.
fen feine Gnad in ſeinein Ten⸗ 3. Was wird vor ein Loh er⸗
pel früh und ſpat. ſchallen, wenn die gantze Chri⸗
11. Der frohe Hallelujah⸗ ſten⸗Schaar wird geſammlet
Schall muß freudig da erklin⸗ ſeyn aus allen, wo ſie vor zer⸗
gen, wo die Gerechten allzumal ſtreuet war: es wird ſeyn ver⸗
mit Freude Gott lobfingen: daß geſſen, wo man oft geſeſſen un⸗
ſie Ihm geben, mit viel Freud, ker Babels Spott und Drang,
viel Danck, viel Lob, und Herꝛ⸗ da die Zeit iſt worden lang.
lichkeit, und breiten aus vor je⸗ 4. Und weil ich noch bin um⸗
derman, was GOtt an ihnen pfangen mit dem Band der
at gethau. Eitelkeit: drum thu ich mit
ach 4a; Eruſt verlangen nach der frohen
O Wie thut mein Geiſt ſich ben Gott ſo ſeyn ergeben, daß
Ewigkeit, will dabey im Le⸗
W
ſehnen nach dem Ziel der mich auch kein Schinertz noch
Ewigkeit: um zu gehen bald Noth ſcheide ſoll bis in den Tod.
mit denen, die erquicket nach 5. Und will alles fahren laſ⸗
dem Streit: und in hohen Eh⸗ ſen, was mich hindert in dem
ren Gottes Lob vermehren. Da Lauff: wenn ich geh die Pil⸗
man auch der Traͤhnen⸗Saat ger Straaſen, damit michs
ewiglich vergeſſen hat. nicht halte auf, was im Wege
er 5
4
7
2. Daun ich hab im Geiſt ſtehet, und nicht weiter gehet.
vernommen, daß ich mit der Solts auch gleiſen ſchon im
ſel gen Schaar: die aus groſem Schein, muß es doch vergef⸗
Truͤbſal kommen, Ihn werd ſen ſeyn.
toben immerdar. Und dann 6. Und will mich mit Ernſt
mit am Reigen gehen ohne befleiſſen, Ott zu bleiben recht
getreu
*
265.
getreu, daß ich auch ohn alles ihrer Seelen Bräutigam.
Gleiſen Ihm fo gantz ergeben ro. O! was vor ein Liebes⸗
ſey: und, ohn einigs Waucken, Leben finden jetzt ſchon in Ge⸗
bleibe in den Schrancken der nuß die, fo alles übergeben, u.
verlobten Liebes⸗Treu, die mich ohn eintzigen Verdruß es mit
macht von Kummer frey. IEſu wagen, helfen nach zutra⸗
7. Wann ich dann ſo in dem gen ſeine Schmach, Verach⸗
Leiden meinem Liebſten folge tung, Spott, ohne Scheu bis
nach: ſo daß mich auch nichts in den Tod!
kann ſcheiden, wens auch ſchon rr. Und weil ich im Geiſt er⸗
durch Spott u. Schmach gehet, blicket, was vor Ehr und Her:
daß michs druͤcket, den Geiſt lichkeit all zuſamen dort erqui⸗
nieder buͤcket, und fo tief ge⸗ cket, nach der Ueberwindungs⸗
beugt muß ſeyn, ſchenckt Er Zeit: drum werd ich bewogen,
mir daneben ein
| Und durch Lieb Lease daß die
8. Von den innern Geiſtes⸗ ſtarcke Eiferſucht alle Eitelkeit
Saͤften, die einflieſen in der verflucht.
Still, weil ich gantz mit allen 12. End erſeuck mich in das
Kraͤften einerſenckt in Gottes Sterben meines Liebſten fo hin:
Will. Drun kann ich geneſen ein: daß auch möge gautz ver⸗
in dem wahren Weſen: wo⸗ derben, was nicht lauter iſt und
durch man wird fett u. ſtarck, rein. Damit alles Meinen und
daß davon Geiſt, Seel u. Marck betruͤglichs Scheinen werde mit
9. Gantz durch drungen und geleget ab, und verſencket in das
begoſſen von dem vollen Got⸗ Grab. Aa
tes⸗Strom, der vom Tempel 13. Drwasstill, Ruh und
komme geftoſſen auf die, ſo hier Frieden findet man auf dieſer
keuſch und fronnn: und ſich ſo Spur: wo inan ſo iſt abgeſchie⸗
ergeben, in dein gantzen Leben, den von dem Glantz der Crca⸗
zu gefallen nur dem Lamm, tur. Niemand kaun ermeſſen,
f 2 f » 1 5 was
®
266.
was da wird beſeſſen: wo man denn Er iſt praͤchtig und herꝛlich
aller Sorgen loß, und fo ruht erhoben: laſſets erſchallen mit
in Gottes Schooß. llieblichem Klang; ſinget mit
14. Ol ihr auserwaͤhlter Hertzen und Munde zuſammen,
Saame, ſchmuͤcket euch, und brennet im Feuer der liebenden
ſeyd bereit: geht entgegen un⸗ Flammen. a an
fern Lamme, ziehet an das 2. Laſſets erſchallen weit unter
Hochzeit⸗Kleid. Keines werde den Heiden, ſagets den Voͤl⸗
traͤge, es iſt auf dem Wege, zu ckern von ferne und nah, feine
empfangen feine Braut, daß Gewalt und Macht weit aus⸗
fie werd mit Ihm vertraut. zubreiten, ruͤhmet mit froͤlichem
15. Dann die Ihm hier nach⸗ Hallelujah, daß ſeine Rechte
gegangen, und die eitle Welt werd in uns erhoben, und alle
veracht: ficher man dort herr⸗ Voͤlcker zuſammen Ihn loben.
lich prangen in dem weiſen Klei⸗ 3. Ewig und ewig ſey nimmer
der⸗Pracht. Da das Lamm ſie kein Schweigen, Kinder der Lie⸗
weidet, ſelbſten führt und leitet be, geht immer voran; gehet die
zu den Waſſern, die gantz rein Wege fein lieblich im Reigen,
aus dein Stuhl gefloffen ſeyn. machet wohl riechend die heilige
16. Aller Schmergen wird ver⸗ Bahn, ſo wird das Lob und
ſchwinden, alles Seuffzen fal⸗ Danck freudig erſchallen, und
len hin; aller Jam̃er bleibt das eurem König die ieder gefallen.
hinden, endet ſich mit viel Ge⸗ 4. Haltet die Tage der Feſte
win in ein Freuden⸗Leben, das mit Freuden, ate erthoͤnen
uns Gott wird geben, nach ſo mit lieblichem Hall; ſo wird viel
vielem Weh und Leid in der ſel⸗Ruͤhmens von allerley Leuten
gen Ewigkeit. lieblich erklingen mit froͤlichem
ft: 73: Schall: Lob, Ehre bringet dem
= Suget! lobſinget dem Koͤ⸗ Höchften dort oben, mit Fr
Lanig dort oben, rühmt und den⸗Lieder ohn End Ihn zu le
erhebt Ihn mit frohen Geſang, | 74.
167,
—
74.
S O lebet man in GOTT,
wenn alles im Erſterben,
und aller Luſt⸗Gewinn muß in
dem Tod verderben; wo alles
untergeht, und komet ins Ge⸗
richt / da wird ein neuer Menſch
im Hertzen aufgerichtt.
2. Der Glaub halt diese Prob,
er laßt ſich nichts verderben, er
gibt ſein Beſtes hin, und laͤßts
mit Chriſto ſterben: fo iſt fein
Ziel geſteckt, er weiß kein ander
Gut, als wo man alles gantz
in Gott verlieren thut.
3. Das iſt der groͤſte Schatz,
ſo mag gefunden werden, wer
den beſeſſen hat, da iſt die Freud
der Erden erſtorben im Gericht,
und ewig abgethan, und ſtehet
aus dem Tod ein rechter Wun⸗
der⸗Mann. |
ee e
Eine Ausbreitung über
|
den 126. pfalm.
SR Alan Gott fein Zion loͤ⸗
| Wẽ̃ ſen wird, und ihr Gefaͤng⸗
NR wenden, und, als der groſe
Nenſchen⸗ Hut, wind
ſeinẽ Raht
L
vollenden: dann wird der Tag
ſeyn wie die Nacht, wenn man
von ſeinem Schlaf erwacht,
durch Traͤum⸗Geſicht von Ott
erfreut. O komm, erwuͤnſchte
Seligkeit!
2. Wie wird alsdann der
Trauer⸗Mund erfuͤllet ſeyn mit
Lachen? wie wird der neue Lie⸗
bes⸗Bund ſo hell u. klar euch
und unſte Zunge mit viel Ruhin
erfuͤllet werden um und um un
auszu breiten weit und breit die
lt Seligkeit.
Sue
as groſe Wunder wird
alsdann die Heiden machen ſa⸗
gen: der HErr hat gro Ding
gethan, und ſeiner Kinder Pla⸗
en verkehret in vil Luſt und
Kun und in ſo groſe Seligkeit.
ie haben wir des Wegs ver⸗
fehlt, daß wir nicht ſind dazu
gezehlt? 0
+. Ob wir ſie ſchon mit Spott
und Hohn belegt auf dieſer Er⸗
den: hat ihnen doch ihr Theil
und Lohn von GOtt noch muß⸗
ſen werden. Der unſer Thun
zu nicht gemacht. Ob wir ſte
ſchon verhoͤhnt, verlacht: ſo iſt
I | doch
6
268. ä f
doch auf ſie kommen hin, was 8. Die Freuden ⸗Ernd wird
wir veracht in unſerm Sinn. ſchon zuletzt an uns erfullet
5. Was groſe Ding hat GOtt werden: ob wir mit Thraͤnen
gethan an uns durch ſeine Star⸗ ſchon benetet allhier auf dieſer
cke, deß ruͤhmen wir vor jeder⸗ Erden. So wird doch dort ohn
man: denn ſeiner Finger Wercke End und Zeit die übergroſe
beweiſen ſolches im Gericht, Seligkeit bergeſſen machen al⸗
wie Er es alles ausgericht. da wir gefangen
Deß ſind wir froͤlich, und ſehr | 5
den voll.
6. Allein, es iſt noch nicht er⸗
wacht, was daun wird
vorhanden;
unſrer Sach, wie Du aus⸗
trockneſt einen Bach. die | m
7. Der gegen Mittag ſich er⸗Maaß vergelten durch ſeim
dan in dürr⸗ und trocknen Gunſt d
Landen: ſo flehn wir auch zu wäre tauſend R 8
dieſer Friſt: loͤß uns von ihren doch nicht zu achten ſeyn gegen
Banden. Doch weil die dor⸗ dem groſen Fr in,
ten nur gekrönt, die hier ver⸗ der ſich a iten
lacht, verſpott, verhoͤhnt: ſo aus, wann man die Garben
können wir nicht gehn vorbeh, bringt nach Haus. n 4
zu tragen dieſe Liber. 11. Was Freude wird 5 an
*
209,
hoͤren und ſehn, wann all zu ſich vor Gottes Zorn-Bericht
Hauffen kommen: und jauch⸗ weil Gott ſie hat vom Staube
zend da wird einher gehn die aufgericht. |
gantze Schaar de Frommen, u. +. Und ſie erquicket nach dei
alſo rühınen GOttes Macht, Stand, da fie mit fo viel Leid
Der nun dem Leid ein End ges umgeben: und fuͤhlte ſeines Zor⸗
macht. Die groſe Freud u. Se⸗ nes Hand, daß ſie oft muͤde war
ligkeit wird währen in die E⸗ zu leben, gantz ohne Troſt und
wigkeit. 1241 Rathlos mußt um gehn, wann
0 e EN fie kont keine Huͤlf noch Ret⸗
| W᷑ Ann Zion wird entbunden tung ſehn. |
2 Auen ihrer Müh und 5. Die lange Nacht ift bald
a
— nn snees seen
| ſey K
Tages⸗Laſten: fo wird fie freu⸗ dahin, man ſinget ſchon vom
dig gehen ein zur Ruh, da fie lichten Tage im Geiſt, nach dem
ſehr ſanft wird raſten, und da geheimen Sinn, daß Zion ſoll
gemeſen ihrer wagen die von aller Plage entbunden, und
ſte um Leiden hat allhier geſucht. im HErzen freudig ſeyn über
. Daſelbſt wird ſteter Friede das groſe Licht und Freuden⸗
‚Kon, u. wird auf ewig ſeyn ver⸗ Schein.
geſſen: wo ſie in ſo viel Schmertz 6. So ihr aufgangen iſt von
und Pein im Leiden iſt zuvor GOtt im Elend, da ſte faſt ver⸗
geſeſſen. Es wird nichts mehr ſchmachtet: und mußte ſeyn der
von allem ſeyn zu ſehn, wo fie Voͤlcker Spott, und von den
ſonſt mußt betruͤbt und traurig Heiden g ring geachtet. Man
gehn wird es bald an allen Orten ſehn,
3. Die viele Muͤh u. ſchwere daß Zions Reich und Herꝛſchaft
Laſt, die ſie den gantzen Tag ge⸗ wird angehn. i
tragen: wird enden ſich in lau⸗ 7. Der vollen Knoſpen offne
ter Raſt und Luft, daß ſie nicht Bluͤth geht ſchon auf von der
mehr wird zagen, e Fruͤhlings⸗Soũen: den Sean
1% 2 Baum
*
277,
bet: die Lieb den Haß bezwin⸗ Saat, die wir alhir im Schmertz
gen kann, der ſonſten fo viel hat und Leiden geſaͤet aus nach Got⸗
verderbet. Wer eigner Lieb ab⸗ tes Raht, ein bringen mit viel
ſtirbet im Gericht, der zeiget Sieges-Freuden. Wir wollen
bald an feinem Angeſicht: nun das treue Bruder-Band
16. Daß er gekommen an den noch feſter machen durch des
Ort, wo Philadelphia man Hrn Hand.
nennet: und die Gedult am Le⸗ 20. So wird man an uns hoͤrn
bens⸗Wort feſt wird in GOtt, und ſehn, daß Philadelphie bey
und niemals trennet von dem uns gruͤnet: und werden alle⸗
vereinten treuen Bruder⸗Sinn, ſcunt beſtehn durchs Lammes
der allen Eigenthum nimmt Blut, Das uns verſuͤhnet. Es
gantz dahin. bleibe feſt und unverrückt daben,
217. Ich freue mich der Brüder daß jedes unter uns ſein eigen ſey.
ſchaft, weil GO TT mich auch
darzu geſellet: die Lieb erwirbet 7055
Leidens⸗Kraft, ſo wird das I die Wolcken⸗Saͤul
Recht im Thor beſtellet. Daß auf bricht, die GOtt Iſ⸗
alles Andre fallen muß dahin, rael zum Licht vorgeſtellet,
was nicht iſt nach dem reinen drauf zu ſehn, wenn ſie ſollen
Liebes⸗Sinn. | weiter gehn.
18. Ihr treuen Brüder allzu 2. Darum legt die Huͤtten ein,
ſamm, die ihr von GOtt darzu u. gebt acht auf ihren Schein,
erwaͤhlet, und waͤrthe Schwe- zu verfolgen unſre Reiß auf
ſtern, die dem Lamm nachfol- des Hoͤheſten Geheiß.
gen, und mit Ihm vermaͤhlet: 3. Es iſt Zeit, wir wollen
freut euch mit mir, und machet gehn, u. nicht laͤnger ſtille ſtehn:
euch bereit, wir werden bald ein⸗ weil die Saͤule geht voran, u.
727
gehn zur vollen Freud. uns leuchtet auf der Bahn.
19. Da wir den Segen sr 4. Wer nun würde ſtille fehn
I 3. | wei
. a - . en ee ne
weil die Wolcke fort thut gehn: 11. Die uns durch ſo lange
wurd ſich ſcheiden von dem Jahr ſelbſt will machen offen⸗
Band und von GOTT ver⸗ bar, was in unſerm Hertzen iſt,
heißnem Land. u. wie bald man ſein vergißt.
5. Nun wir Mara ſind vor⸗ 12. Wann es ge t nach un⸗
bey, in der groſen Wuͤſteney. ſerm Sinn, meinen wir, es ſey
wird mit vieler Segens⸗Luſt Gewinn: und vergeſſen Gottes
nun erfüllet Hertz und Bruſt. Eid, und die groſe Seligkeit.
6. Doch, wenn wir nicht hal⸗ 13. Darum ſchenckt GOTT
ten Wacht auf die Saule in anders ein, als wir es vermu⸗
der Nacht: die im Feuer leuch⸗ then ſeyn: ſpeißt uns erſt mit
tet für den Weg, ſo verlieren 7 eh er unſer Hertz
er
„
Wik. reut.
7. Doch weil es nun iſt an 14. Darum ſammle dich aufs
dem, daß wir wieder angenehm Neu, Iſrael, und ſey getreu:
unſerm GOtt, zu ſeinem Preiß, folge e ee Licht, das
kommen wir auf ſein Geheiß. Er in dir aufgericht. b
g. Und erwarten ſeinen Raht, 15. Sieh jenes Iſrael an, die
wie Er es beſchloſſen hat, und gereißt nach Canaan: wie ſie
auf weitern Unterricht, wie u. Gott ſo lang verſucht unter
wozu wir verpflicht. feiner ſcharffen Zucht
9. Soll es waͤhren noch viel 16. Vierzig Jahr fie muſten
Jahr, daß wir durch ſo viel Ge⸗ gehn in ſo viel Berſüchungs⸗
fahr müſſen wallen in dem chen: oft ohn Waſſer, oft
Stand auf dem Weg zum ohn Brod, bald geſchlagen ſeyn
Vatter lan. von Gt. ie
0. So woll jedes bleiben 17. Bis fie alle fielen hin, u.
treu in der langen Wuſtenen, verdurben in dem Sinn der Ge⸗
dencke dag nicht Gottes Schuld, dancken, nach dem Bild, wo⸗
ſondern vielmehr feine Huld. mit ihre Luſt erfüllt. 8
N * 18. Da
*
| 273.1
18. Da fie nach fo vielerley Reiß bißher auf ſo manche
b een ohne Noht wur⸗ richt wider deine Bundes⸗
den ſie geſtrafft von GOtt. Pflicht.
274.
32. Daß dir drauf iſt wor⸗ durch ihr koͤnt werden heil.
den kund der fo theure Gnaden⸗ 39. Er iſt die erhoͤhte Schlang
Bund, durch die Tauffe in dein bey dem rauhen Weg u. Gang,
Meer, da erſaufft Pharonis durch die wird gezeiget an, wo⸗
Heer. . durch man geneſen kann.
33. Wurde dorten jederman 40. Wann wir dann geneſen
heil, der nur thaͤt ſchauen an ſeyn, wird das Lager wieder
die erhoͤhte ehrne Schlang, rein: und des HErꝛen Gegen⸗
was ſolt dir dan machen bang. wart kann uns leiten auf der
34. Weil des Menſchen Sohn Fahrt. | |
erböht,und zu deinem Heil da 41. Und der Wolcken⸗Saͤulen
ſteht: wer Ihn auſieht ohn Ber Gang machen einen rechten
dries, wird geheilt vom Schlan⸗ Klang: daß es ſchalle und er⸗
gen⸗Biß. thoͤn, und ausrufe, fort zu gehn.
35. Der ſehr viele hat ver⸗ 42. Dieſe Bahn iſt uns gezeigt
wundt, daß fie fo viel Jahr von Ott Der ſich zu uns neigt,
und Stund noch nicht bracht richtet auf ſein Huͤtt und Stadt
die wahre Frucht, die doch Ott unter uns aus lauter Gnad.
all Tage ſucht. 43. Sind wir denn mit GOtt
36. Dieſes hat dir zugedacht, verſehn, ſo wird unſer Thun be⸗
der zum oͤftern ſonſt veracht: ſtehn, und wir werden mit der
der dich liebet und vertritt, u. Zeit gehen ein zur Seligkeit.
bey GOtt um Gnade bitt. 44. Darum freue dich aufs
37. Sehet, ſehet, ſehet an! Neu, Iſrael u. ſey getreu: blei⸗
ſehet, ſehet an den Mann! der beſt du auf dieſer Bahn, ſo er⸗
von GOtt erhoͤhet iſt, der iſt reichſt du Cangaan.
unſer HErr und Chriſt. | 1 2
38. Ber ſagts uns beftändig Rn |
für: kom̃et her, und folget mir DT Enn das ſanfte Gottes⸗
ich bin euer beſtes Theil wo⸗ Caufe tief in meiner 5 4
n
D.
len weht, fo verſchwindet, was fie durch die reine Triebe gaͤntz⸗
von auſen nur in falſchem lich mich genommen hin: daß
Schein beſteht: und ich kann ich mich ergeben ihr allein zu le⸗
mich laben init viel Himmels⸗ ben, u. dabey zu jeder Zeit blei⸗
Gaben, und genieſe Gottes Luſt be ihrem Winck bereik.
aus der ſuͤſen Liebes⸗Bruſt. 6. O du Meer der lautern Lieber
2. O! was vor geheime Kräfte laß durchbrechen deine Daͤmm,
flieſen da zuſammen ein, wann daß der Fluͤſſe ſtarcke Triebe
man von der Welt Geſchaͤffte ſo nichts mehr ihren Ausfluß heine
ei iſt u. rein: daß man daß fie in uns flieſen, alles Leid
ſich ergeben, in dem gantzen Le⸗ verſuſen, damit wir in dem Ge⸗
ben, der vereinten Liebes⸗Kraft, nuß, durch der Liebe Ueberfluß,
die ein r 7. Gantz beſchwemmet und be⸗
3. Wer nicht alles will vergeſ⸗ goſſen, daß wir tief erſincken
ſen um das edle eintz ge Ein: der ein in den Waſſern, die gefloſſen
kann nicht in Gott geneſen, ſon⸗ aus dem Meer der Viebe rein: u.
dern muß in Schmertz u. Pein, auch noch daneben werd in uns
mit viel Müh und Laſten, da gegeben, daß von Innen flieſen
man nie kann raſten, feine Zeit aus Ströme aus dem Her⸗
verbringen zu in der irꝛdiſchen tzens⸗Haus. Ee
Unru .. 3. Und wenn ſo in reiner Lie⸗
4. Aber wer fc hat ergeben be wir een pp
der vereinten Liebes Macht, ſo muß aller Heuchel⸗Triebe ewig
daß er ſein gantzes Leben nur ale mit vergraben ſeyn: und wir
lein darauf bedacht, wie er moͤg werden heilig zuͤchtig und jungs
vor allen ſeiner Lieb gefallen: der fraͤulich unten Giebten darge⸗
kann leben ohn Verdruß, durch ſtellt, vor den Augen aller Welt.
den ſteten Liebs⸗Genuß. 9. Und das reine Jungfraun⸗
, Ol ich freu mich ſeiner Lie⸗ Leben wird recht werden offen⸗
de / daumt ich verbundẽ bin, weil bar an uns, well wir gantz er⸗
2 | Mm geben
276.
geben dem Lamm, Das erwuͤr⸗ ben hat das Lanum geflöfet ein
get war: denn die, ſo nachgehen, denen! die ſich Ihm ergeben,
ſteht man dorten ſtehen mit dem daß fie keuſch geblieben ſeyn: ſo
reinen Jungfraun⸗Heer ſpieleu daß ſie gantz heilig, zuͤchtig und
an dem glaͤſern Meer. jungfraͤulich Ihm gefolgek nach
10. O ihr treu⸗ verlobte See⸗ in Gang, mit viel ſchonem
len! die ihr mit verbunden ſeyd, Lobgeſang. .
euch dem Lanune zu vermäh⸗ 14. Drum will ich das Lamm
len, bleibet ſeinem Winck bereit: verehren, feinen Tritten folgen
folget feinen Tritten, lernet heil⸗ nach, täglich feinen Ruhm ver⸗
ge Sitten. Olſo wird der Zus mehren, achten weder Spott
gend 70555 eurer Seelen Nah⸗ noch Schmach: weil es ir er⸗
kung ſe N |
Tung fen. wüaͤhlet, und zur Zahl gezehlet
11. O du keuſches Jungfraun⸗ die Ihm geben, mit viel Freud,
Leben nimm mein gaußes We⸗ Preiß und Danck in Ewigkeit.
ſen ein: damit ich ſoſey ergeben „% 22
daß mich weder Schmertz noch Ne e n vo
Pein niemals von dir trenne, DIR Enn der reine Lebens;
und ohn Scheu bekenne, daß ich D Griff feine Kraft in uns
dir verlobet ſey, ohne alle Heu⸗ 1000, un ſo wird alles wieder
chelenrnr waohl, und die Hertzen Freuden
12. O ich freu mich ſchon im voll. 5
Gehen! weil im Geiſt geſehen 2. Wen die reine Bruͤderſchaſt
ein, daß hier ſchon dem Lamm wird erfuͤllt mit ſeiner Kraft
nachgehen, die mit mir verbun⸗ fo muß werden offenbar, wo die
den ſeyn: weil ſie es gewaget, rechte Chriſten⸗ Schaar.
Allem abgeſaget, u. den keuſch⸗ 3. Den es iſt ſein alter Brauch
verliebten Sinn GOtt zu eigen daß fein reiner Liebes: Hand
geben hin. blaſe und da mache Wind, wi
13. Owas vor ein Liebes⸗Le⸗ des HErzm Geſalbten fd.
iS | Ai 4.
15
5
| 2778
4. Er kann ihnen rahten wohl, dran, daß wir gehen dieſe Bahn:
und fie machen Freuden ⸗ voll: um zu folgen dieſem Geiſt, der
daß ſie ſeine Wunder⸗Macht die rechte Wege weißt.
muͤſſen ruhmen Tag u. Nacht. a 12. Dieſer Geiſt kann machen
F. Wer von ſeiner Kraft em⸗ rein, wo wi noch bemackelt ſeyn:
pfaͤht, wird ein Prieſter und kann verneuen unſern Sinn,
Prophet: redet Wunder ⸗Sa⸗ und den Alten nehmen hin.
chen aus in des HErꝛen Tem⸗ 13. Er kañ allen machen wohl,
pel⸗Haus. daß ſie ſeiner Liebe voll: wo ſie
6. Alles Schwere wird dann nur mit dem Begehr geben ſei⸗
leicht, wann Er feine Wunder nem Wind Gehoͤr.
zeigt: ſo die Augen ſehen ein, 14. Er kann machen alle gleich
bey dem hellen Lichtes⸗Schein. einzugehn in Gottes Reich: Er
7. Abraham erſah den Tag, kann machen alle klein, daß ſie
der doch noch ſehr ferne lag: und Gottes eigen ſeyn. i
war deſſen hoch erfreut, weil er 15. So vollenden wir den Lauf,
einſah nah und weit. bis wir gantz genommen auf,
8. Wer nur ein Prophete heißt, werden zu der Zahl erhöht, die
wird erfüllt mit dieſem Geiſt: vorm Thron des Lames ſteht.
und von deſſen Wind⸗Gehoͤr 16. Und mit groſer Sieges⸗
kommt herfuͤr die reine Lehr. Freud ruͤhmen Gott in Ewig⸗
9. Kommt, ihr Kinder einer keit. Wir ſind worden wieder
Schaar, laſſet werden offenbar: froh. Amen! es geſcheh alſo.
daß ihr voll von dieſem Wind, 1 ent
damit ſich nicht Klage find. 0 6
10. Und die recht geſunde Lehr DIT Enn himmliſche Liebe die
bey euch finden kan Gehör: und W Hertzen gezogen, ſo wer⸗
hr alſo mit theilhaft dieſes rei⸗ den wir alle mit Eifer bewo⸗
ien Geiſtes Kraft. gen, mit Freuden zu lauffen den
11. Kom̃t, wir wollen wieder Goͤttlichen Weg; und werden
N Mm. nicht
278.
4. Ich werde mich freuen un mit wir viel innere Kraͤft
himmliſchen Lichte, wenn alle nieſen.
278,
:. O Bruder und Schweſtern! ſtens geſprochen, drum wird fie
ich werde bewogen durch Goͤtt⸗ auch ploͤtzlich einſt werden ge⸗
lichen Eifer von Innen gezo⸗ rochen. n |
gen, euch allen zu rufen: ach! 10. Ja, amen! ich warte mit
werdet nicht weich, daß jedes groſem Verlangen, bis daß Du
imSiege die Krone erreich, die vertilgeſt den gottloſen Samen:
alle erworben, ſo IEſu nach⸗ der truncken ist worden von der
gangen, und wurden erfreuet Heiligen Blut, geſuchet zu rau⸗
lach langem Verlangen, fo ben ihren Göttlichen Muth.
daß ſie im Triumph dort ewige Drum wollen wir alle mit Freu⸗
lich prangen. den fort wallen, bis daß wir ge⸗
8. Drum gehet entgegen gantz hoͤret, daß Babel gefallen: ſo
freudig behende, und ſehet, wie koͤnnen wir helfen ihr Urtheil
alles ſchon eilet zumEnde. Die bezahlen.
Ernde ruͤckt naͤher, es kommet .
herbey die Stund der Erlöſung, . e
da alles wird frey vom Dienſte DIR Enn IEſus Brunnen uͤ⸗
der Eitelkeit, die uns gefangen, berlaufft, und fließt in
darin wir noch ſeufzen in ſte⸗ wunſte Hertzen, und wir in Got⸗
tem Verlangen, danit wir bald tes Meer getaufft, ſo ſchwin⸗
| völlig zur Freyheit gelangen. den alle Schmertzen: und wir
9. 8 Jef: ich ſeufz mit ver⸗ empfinden Himmels⸗Luſt, die
wundetem Hertzen, laß eilen aller Welt iſt unbewußt, ruͤh⸗
zum Ende die deiden u. Schmer⸗ men das theure Gottes⸗Lam̃,
hen: dieweil wir gebeuget, und das iſt erwuͤrgt am Ereutzes⸗
tragen Dir nach dein Creutz mit Stamm. st “
Verachtung, Verſpottung, und 2. Und ruhen fanft in Got:
Schmach. Doch, was Du be⸗ tes Schoos, in tief⸗erſunckner
eydet, wird nummer gebrochen, Stille die uns macht aller Sor⸗
der Huren ihr Urtheil iſt laͤng⸗ gen loß: dieweil nun Gottes
4 mz. | Wille
280.
Wille iſt worden unſer Speiß Ihm vertraut, als ſeine auſer⸗
und Tranck, zu bringen Ihm wahlte Braut
Preiß, Lob und Daͤnck, weil 6, Drum mercket drauf, und
Er uns, aus beſondrer Gnad, nehmet wahr, die ihr ſeyd mit
zu 950 Ihm erwaͤhlet hat. erwaͤhlet, gebracht zur fromen
3. Daß wir hinfort nur gantz Gottes⸗Schagr, die wundervoll
allein zu Ehren Ihie leben, erzehlet von ſeinemGeiſt, in vol
in Schmertzen, Leiden, Noht lem Licht, das Er in mitten auf
und Pein Ihm bleibend ſeyn gericht, wo Er ſein Volck ver⸗ f
ergeben, und alſo werden zube⸗ ſammlet hat, zu ruͤhmen ſeine
reit, daß ſeine Macht u. Herꝛ⸗ Wunderthat. 8 9—8
lichkeit ſich wundervoll an uns 7. Die Er an uns macht offen⸗
erweißt, damit wir auf die bar, um ferner aus zu breiten
ſchoͤuſte Wei den Volck, das mit entſchlafen
4. Erheben unſer Hertz und war, als IEſüs ſeine Seiten
Mund in voller Lieb zuſamen, geöffnet feiner wehrten Braut:
und machen ſeinen Namen die ſich in keuſcher Lieb vertraut,
kund; dieweil wir aus Ihm und gantz in Ihn geletbet ein,
ſtammen: und Er uns, aus be⸗ weil ſie aus ſeinem Fleiſch und
dachtem Raht, zu ſeinem Volck Bein. | '
erwaͤhlet hat, daß an uns wer⸗ 8. Dieweil nun IEſus unſer
de offenbar, was lang zuvor Mann, wird nichtes uns verle⸗
verheiſen war. geen, wei treffen wird der Fluch
F. Daß Gott in dieſer letz⸗ und Bann die, ſo mit bloſem
ten Zeit die Erde woll erfuͤlle, Schwaͤtzen viel andre und ſich
mit Licht und Recht u. Herz ſelbſt verfuͤhrt, mit falſchem
lichkeit, nach ſeinem Raht u. Schein die Schrift gloſſirt erlos
Willen, Er ſolches laͤſſet wer⸗ au Wort und boͤs Gedicht, die |
|
den kund den Seinen in der letz⸗ fie ſehr kuͤnſtlich zugericht. |
ten Stund, die ſich zu eigen 9. Drum iſt des Henn Zen |
VIII, SM ent⸗
an; ein jeder
weü ſie des Todes Urtheil fallt, 15. Drum iſt der Fall auch vor
| a lch gegen euch ver⸗ der Thür, der lang zuvor bes
ſtellt. 75
281
entbrandt uͤber die Rott der Bö⸗ bar, geſtellt zu einen Zeugen
en, und Falſchen, die in Sand dar, der wider fie das Urtheil
und Tand ſich ſeiner Worte trds führt, wenn fie in falſch em
ſten: Er ruͤſtet feine Knechte aus Schein ſich diert. |
mit Geiſt und Kraft, zu gehen 13. Wohl mir! ich ſtime auch
aus, zu offenbaren ſeinen Raht, mit an, mit Geiſt, mit Kraft
den Er in ſich beſchloſſen hat. und Leben, der Welt ihr Suͤnd
10. Drum wird nunmehr kein zu zeigen an: weil GOTT in
| Schweigen ſeyn bey Gottes mich gegeben den Glantz von
treuen Knechten, die Welt und ſeinem hellen Licht, das wider
Boſen anzu ſchrey n: dieweil ſie fie ein Zeuge iſt, zu ſtrafen ih⸗
ſeine Rechten verkehret und zu ren falſchen Schein, wenn ſie
8
nicht gemacht, und immer ſind ruͤhmt Gottes Volck zu ſeyn.
darauf bedacht daß ſie bey fal⸗ 14. Der Luͤgen Kraft und fal⸗
ſchem loſen Schein, ſich ruͤh⸗ ſcher Schein iſt nun aufs hoͤchſte
men Gottes Volck zu ſeyn. kommen, drum muß der Trug
rr. Auf! auf! ihr Bruͤder all⸗ entbloͤſet ſeyn, durch Gottes
zumal, die ihr ſeyd Gottes Zeu⸗ wahre Frommen: die Ven
gen, ermannet euch, und ſeht Hertzen abgeſagt der Welt und
den Fall der Huren, thut nicht ihrem Huren⸗Pracht, ſamt ih⸗
ſchweigen, zu ige ihre Sünde rer falſchen Truͤgerey, um Lich⸗
tehe als ein Mai, tes⸗Glantz durch Heucheley.
ſchloſſen über die Hur: geht aus
12. Erzeiget euch als treue von ihr, die ihr ſeyd Bunds⸗Ge⸗
Kuecht, die GOtt zu feinen Eh⸗ noſſen: und von dem Herner
ren Shin auserwählt, damit ausgeruft, der über fie. das Lir-
ein Recht man nah u. fern mög theil ſpricht, ihr Leid und Weh
hren: und ſolches werde offen⸗ zuſchencken ein und ſoltens Hir⸗
2001 5 8 | ten⸗
282.
ten⸗Kuciben ſeyn. ſen, die ihr bisher unverdroſſen
16. Die ihren Stoltz und Fre⸗ euren Saamen ausgeſtreut un⸗
vel⸗Muth vergelten und bezah⸗ ter vielem Kampf und Streit.
len, fie ftürken, daß von ihrem 6. Thut in Hoffnung euch mit
Blut viel Laͤnder ſich bemahlen: freuen, euer Saame wird gedeys
und Hunde davon werden ſatt, en: und im Segen wachſen aus
mit welchen ſie gehuret hat, und unter vielem harten Strauß.
ſo wird aller Babels⸗Schein 7. Muͤßt ihr ſchon mit Schmer⸗
nun ewiglich vergeſſen ſeyn. tzen ſaͤen, oft etruͤbt und trau⸗
| u rig gehen: fo wird doch die Ern⸗
6 a. de eit euch verſüſen alles Leid.
Enn mein Geiſt iſt aufge⸗ 8. Iſt vertrocknet euer Saft,
zogen, ſo werd ich in Lieb und verzehrt die Lebens⸗Kraft:
bewogen: fort zu eilen gantz be⸗ O! ſo dringt in GO TT hinein,
hend, daß ich meinen Lauff vol⸗ Der wird euer Labſal ſeyn.
vergnuͤget in viel Freud, nach werdet gantz befreyt
vo 10
3. Da man oft muß traurig druͤcken, und den G
gehn, ſeine Saat mit Schmer⸗ buͤcken: daß er nicht k. n
ſcen: und in tief⸗gebeugtem auf, zu vollführen feinen Lauf
bis in Freud man kommt nach fen: O! ſo fangt aufs neue an
Haus: da man recht vergnuͤgt fort zu gehn die Lebens⸗Ba
wird ſeyn, und die Garben ſam⸗ 12. So werd ich auch mit be⸗
n ei | wogen, und mein Geiſt wird an⸗
len nnn.
„ Olihrlhm Bun gezogen durch die ſtarcke 0e
283.
Macht, die uns hat zuſammen 19. Schmeltz zuſammen ſo die
bracht. Hertzen, daß wir auch in bittern
13. Daß wir lauffen treulich Schmertzen, ohne allen Trug
fort, bis wir zu der Hummels⸗ und Schein, all in eins vereinigt
Pfort allzuſaimmen gehen ein, ſeyn. n
wo die Frommen Gottes ſeyn. 20. Laß der Weisheit Liebes⸗
14. Die das Lamm ſich auser⸗ Ströme bald durchbrechen alle
koren, und durch feinen Geiſt ges Daͤm̃e: daß durch das Zuſam⸗
boren: daß fie kommen zu den men⸗Flieſen wir viel Leidens⸗
Haufen, die Ihm hier ſind nach⸗ Kraft genieſen. „
gelauffen. e 21. Daß uns deine Lieb erfreu,
25. Dann wer hier in Lames⸗ Dir zu bleiben recht getreu: un⸗
Schritten folgt mit Feufche Lie⸗ verrückt ohn alles Wancken in
bes⸗Tritten: finde Vergnuͤgen den keuſchen Tugend⸗Schran⸗
iin Genuß, fort zu gehen ohn cken.
Verdruß 5 232. O ſo werden wir eingehen!
16. Auf den ſchmalen Creutzes⸗ und vor deinem Throne ſtehen:
Wegen, bis man gantz mit vol⸗ da wir dann erſt recht erfreut,
lem Segen wird erquicket mit und Dich loben in Ewigkeit.
viel Freud, nach der Ueberwin⸗ 5 5
dungs⸗Zeit. | 99 Rain i
17. Q du Gott der reinen Geis DIR Er kann verdencken mir,
ſter! Der Du unſer HErꝛ und daß ich ein Leben fuͤhr von
Meiſter: und wir dein erfaufftes Menſchen abgekehrt, es hat
Gut, durch des theuren Lames mich fo gelehrt 1
Blut. une au 2̃. Die groſe Noth und Klag
18. Thu viel Kraft in uns ein⸗ die öfters in mir lag, wen meine
gieſen, daß wir gantz zuſammen Lebens⸗Kraft war in mir weg⸗
ieſen in vereinter Liebes⸗Treu, gerafft AD ee
ohne Trug und Heucheley. > 3. Von denen, die im S f
81 n auch
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er
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4
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284.
auch wolten Chriſten ſeyn, und mit viel Arbeit
nur bey leerem Wahn mit gien⸗ 11. Nur un das jrꝛdiſch Brod,
gen dieſe Bahn. die Seele bleibet todt, da iſt kein
4. Allein es hieß verſtellt, das Zeit noch Raum daran zu den⸗
Hertz hieng an der Welt: die cken kaum.
Worte ſolten nur gnug ſeyn zu m
dieſer Spur. 12. O! was ein Ehriſtenthum,
5. Das leere Maul⸗Geſchwetz O! was ein eitler Ruhm, wenn
war das betruͤglich Netz, das noch das Joch der Welt ſo gar
viele Dad hat geführt von gefangen hält.
Gottes Raht. 13. Was ſoll ich ſagen doch?
6. Daß ſie den rechten Pfad man dancket GOtt wohl noch,
verfehlet in der That: nichts hat⸗ daß man ſo leben kann bey die⸗
ten als den Tohn von JEſu ſem Fluch und Bann.
Gottes Sohn. 14. Wo iſt doch Gottes Raht
7. Die Zunge führt den Schein, geblieben in der That? wenn es
ins Hertze koͤm̃t nichts ein, weil im Worte heißt: thut trachten
ſolches war umftellt mit eitlem allermeiſt
Trug der Welt. 15. Nach dem, was nicht ver⸗
8. Da war ſo viel zu thun, man hegt allein auf das nur ſeht, ge⸗
hat nicht Zeit zu ruhn, noch bricht es ſchon an Brod, es hat
dem zu forſchen nach, was zu darum nicht Noth.
der Seel Gemach. 16. Man wird nicht davon
9. Alle Bedencklichkeit gieng ſatt, daß man viel Guͤter hat:
nur auf dieſe Zeit: der Anfang das Lebens⸗wort aus GOtt kan
und das End war nur dahin retten wohl aus Noth.
gewendt, 18357. Diß iſt ſo aus der Acht,
ro. Daß man kont leben wohl, da wird nicht an gedacht: man
damit nichts manglen ſoll, ſo bleibt beym alten Brauch, und
wurd dan alle Zeit verſchwendt dienet nur dem Bauch. 5 \
1 7 18.
285.
18. Der wahre Chriſtẽ⸗Stand ſonſt hie leben, weil die Welt
iſt nicht alſo bewandt: man lebt ſie vor ihr Theil erwaͤhlt.
nach Chriſti Lehr, gibt feinem 26. Die Welt wird nicht bes
Geiſt Gehoͤr. ſtehn, und wer ihr nach thut
19. Drum will ich wallen gehn, wird fallen mit dahin,
fort, und folgen dieſem Wort, O! eiteler Gewinn.
das mir geſprochen ein wider 27. Und ob ſchon viel ſich
den Trug und Schein. muͤhn, mich ſuchen an zu ziehn
20. Ob ſchon der rechte Weg mit vielem ſchoͤnen Schein, ich
und ſchmale Lebens⸗Steg iſt laſſe mich nicht ein.
kommen aus der Acht, und gantz 28. Bis daß ich ſehen kan, daß
zu nicht eee ſie von jederman verworffen
21. So iſt Er doch mein Theil, auf der Welt, und thun, was
und meiner Seelen Heil, mein Gott gefällt.
Beſtes auf der Welt, das ich 29. Ob ſchon die Worte ſchoͤn,
mir hab erwaͤhlt. ſo kan man doch bald ſehn: wer
22. Bin ich dabey ſchon klein, GOtt oder die Welt zu feinen
es wird wohl anders ſeyn, wen Augmerck haͤlt. e
kommen ich zum End, und mei⸗ 30. Dau, wer mit ihr nur hat
nen Lauff vollendt. zu ſchaffen fruͤh u. ſpat, der hat
23. Hier trag ich Chriſti Joch, ſchon da ſein Theil erwaͤhlt zu
dort werd ich kommen hoch: ſeinem Heil.
hier bin ich nur ein Gaſt, dort 31. Sonſt könt fein Hertz nicht
find ich meine Raſt. ruhn, er mußte anders thun, u.
24. Sein Leben und ſein Lehr ſuchen, daß er frey zum Dien⸗
ſind meine beſte Wehr wider ſte Gottes ſey. ö
der Menſchen Wahn, fo nicht 32. Wohin das Hertz gericht,
gehn dieſe Bahn. wohin man ſich verpflicht: dein
25. Was frag ich nach dem muß man folgen nach bey Nacht
Dunſt der Menſchen, die um⸗ und auch bey gg.
Zr Ma, 33 Diß
, RS ei 3
zu der Din
richt, ſo ift das feine Pflicht: nen als treue Knecht.
daß er auch fruͤh und ſpat mit 42. Und war ich gantz allein,
tes Will. ge
6
N
|
|
4
|
|
auf denen rauhen Wegen, wenn
mir viel reicher Troſt von oben
eingeſchenckt: ſo muß ſich nach
und nach der lange Schmertzen
legen, daß man deſſelben auch
zuletzt nicht mehr gedenckt. Wie
ſanft und ſtille wird alsdann der
muͤde Geiſt, wenn ſeine Glau⸗
bens⸗Fahrt gekommen an fein
Ziel, wie 900 hat der gewaͤhlt,
der aus ſich hin gereißt, und end⸗
lich kom̃en heim, wo alles ſanft
und ſtill.
3. Ich gehe dan ſo hin, erwarte
mit Verlangen, was mir in je⸗
ner Welt von GOtt iſt beyge⸗
legt da nach ſo vielem Leid, mit
groſem Sieges⸗Prangen, ein
jedes feinen Schmuck und goͤld⸗
ne Krone traͤgt. Doch muß der
ſuͤſe Fried, der Gottes Lang⸗
muht heiſt, die angenehme Ruh
und Koſt der Seelen ſeyn: ſo lebe
ich vergnuͤgt, wenn ich aus mir
gereißt, und ſchon in dieſer Welt
in Gott gegangen ein.
| 85. |
3 Jon geht ſchwartz umher,
U
gantz einſam und verlaſſen
von groſer Traurigkeit, viel
Nn z.
287.
Zaͤhren ſie benaſſen: weil ſie im
fremden Land, da ſie gantz un⸗
befant, und oft von Feinden
wird gejaget, da niemand iſt,
der ſie beklaget.
2. Und halt fie jederman,
als mware-fie beflecket: dieweil
ihr Glantz und Schein mit
Schmach und Hohn verdecket:
ſtatt der erwuͤnſchtẽ Freud traͤgt
fie ein Trauer⸗Kleid, und muß
un Elend umher gehen, in vie⸗
len Schmertzen Leid und Wehe.
3. Sie ſingt in Hoffnung
zwar von denen frohen Zeiten:
da alles Leid belohnt mit vielen
tauſend Freuden. Doch bringt
ihr das kein Raſt, weil ſie noch
als ein Gaſt und Fremdling
iſt auf dieſer Erden: und muß
noch tragen viel Beſchwerden.
4. Sie bringt noch ihre Zeit
mit Seufzen und mit Klagen
zu, weil ſie wird verhoͤhnt, da⸗
bey muß Suͤnden fragen, die
ſte doch nicht verſchuldt: doch
traͤgt ſie mit Gedult, und war⸗
tet, bis die Zeit wird kommen,
da GO T wird retten feine
Frommen. 1 11
5. Doch
1
188.
5. Doch faͤllts ihr oft ſo ſchwer, Schand und Traurigkeit: das
daß ſie es kaum kann tragen, du getragen in dem Stande,
wenn ihre Feind mit Spott u. da du ein Gaſt im fremden
Hohn zu ihr thun ſagen, ſag: Lande.
wo iſt nun dein GOtt? Der 9. Man hoͤret ein Geſchrey
dir hilft aus der Noth. O! das ſehr weit vom End der Erden:
bringt ihr viel Leid u. Schmer⸗ daß Zion nun ſoll bald mit
tzen, und tiefe Wunden in dem Macht erloͤſet werden. Dabey
Hertzen. hört man den Schall der Waͤch⸗
6. Doch laͤßt fie GOtt nicht ter überall: die Tag und Nacht
gantz in Traurigkeit verſin⸗ nicht ſtille ſchweigen, daß ſie das
cken, erinnert fie, daß Er noch groſe Heil anzeigen.
thut daran gedencken: was Er 10. Ihr ſtarcker Ruf und
beeydet hat, daß Zion, Gottes Stimm muß ſich ſehr weit aus⸗
Stadt, nun bald ſoll auferbauet breiten, bey aller Voͤlcker
werden, zu ſeinem Lob hier Sprach, ſehr fern unter den Hei⸗
auf der Erden. a den: damit die gantze Schaar,
7. Und Zions Herrlichkeit ſich wo fie zerſtreuet war, allhier auf
nah und fern ausbreiten, daß dieſer gantzen Erde, zu Haufen
ihre gantze Zahl, mit vielen tau⸗ bald geſammlet werde.
ſend Freuden, werden gehn ein 11. Die Knechte find ſchon
und aus, in Gottes Stadt u. dran, daß fie die Stein bereiten
Haus. Dann wird auf ewig zum neuen Teinpel⸗Bau, ob⸗
ſeyn vergeſſẽ/ wo ſie in Schmertz ſchon der Hauf der Heiden mit
und Leid geſeſſen. Hohn und ſtoltzem Pracht ihr
8. Die Zeit ruͤckt ſchon her⸗ Arbeit nur verlacht: ſo wird
bey, die lang von GOTT bes man es doch bald anſehen, daß
ſchloſſen: daß Zion wird erloͤßt, ihre Mauren fertig ſtehen.
wer will den Raht umſtoſen? 12. Drum, auf! und ſaͤumt
Drum ziehe aus das Kleid der euch nicht, ihr lieb⸗er waͤhlte
|
From⸗
2
rere
4. So ſinget meine Seel nen, fo aufgegangen u
hier in den Leidens⸗Tagen: wan nen. |
ich geh ſchwartz einher, und
289.
m —-— . — —ß—ß—wCGã
Frommen, und ſchlaget Hand daß ſie vor wenig Tagen
mit an, dieweil die Zeit iſt 16. So heßlich ang ethan,
kommen: daß Zion werd ge⸗ vom Volck geachtet wordẽ als
ſchaut als eine Stadt erbaut wie ein unrein Weib, wie ſind
unt lauter auserwählten Stei⸗ fie nun Conſorten derer, die fo
nen, die gantz geſchieden vom gehn in Pracht e und wir, die
Gemeinen. ie verlacht, haben das Ziel im
13. Denn Zion ſoll nun nicht Lauff verfehlet, weil wir zu
mehr eine Wittwe heiſſen, noch Sundern ſte gezehlet.
einſam, weil fie GOTT ſelbſt 17. Wie find fie nun von
ſein Gemahl wird heiſſen: und GOtt zu Kindern aufgenom⸗
ſich ihr nehineu an, weil Er ihr men: ihr Theil und Erbe iſt im
Her und Mann. Drum wird Looß der wahren Frommen.
ſie ſich nicht weiter kraͤncken, Drum haben wir verfehlt des
noch ihrer Wittwenſchafft ge⸗ Wegs, den ſie erwaͤhlt, weil
dencken. uns das Licht nicht hat 1
er ih⸗
86. 1605
muß das Creutze tragen: doch S Jon hat im Geiſt vernom⸗
freu ich mich dabey, daß bald men, daß GOtt bald rufen
wird werden frey die Tochter wird die Fromen allhier auf die⸗
Zions, die gefangen, da ſie noch fer gantzen Welt: damit ſte ge⸗
290.
2. Groſe Din
hen, wann alle Fromen werden
gehen mit Haufen ein in Gottes
Stadt, aller Orten wird man ſa⸗
gen: die ſinds,
geſchlagen um ihre Suͤnd und
Miſſethat: da ſie gefangen ſehr,
mit Mühe und Beſchwer einher
giengen. Wer haͤts gemeint,
daß fie fo ſeynd die auserwaͤhlte
Gottes Freund?
3. Dañ es iſt im Raht beſchloſ⸗
ſen, der wird auch nimmer um⸗
geſtoſen, daß GOtt in dieſer letz⸗
ten Zeit ſeinem Saamen wird
verleihen, daß er wird wachſen
und gedeyen, damit Ihm werde
zubereit ein Volck zum Eigen⸗
thum, das ſeinen groſen Ruhm
ſtets ausbreite. O heilge Wahl!
O Jungfraun⸗Zahl! fehmück
u - Geiſt zum Hochzeit⸗
ahl.
4. Die, ſo lang im Druck geſeſ⸗
ſen, und meinten, GOtt haͤtt ihr
vergeſſen,
auch herbey: ihr Gefaͤngniß
wird Er wenden, aus Zion ih⸗
nen Huͤlfe ſenden, und machen
fie von Banden frey. Drin
1 *
*
>
e wird man ſe⸗
die wird Er bringen
—
auf und ſey gerüſt, die du gefan⸗
gen bift: weil wird kommen in
ſchneller Eil, gend ohn Verweil,
was dir wird werden noch zu
ſo ehmals hart Theil.
5. Dann wir haben es gehoͤret,
wañũ aller Heiden Macht zerſtoͤ⸗
ret, daß Zion wird ſeyn hoch er⸗
baut: u. den Tempel wird man
ſehen nach feiner Weiſe praͤchti
ſtehen, das haben wir im Geiſt
geſchaut. Drum mercke eben
drauf, du auserwaͤhlter Hauf,
mach dich fertig, die Zeit iſt da,
wir ſehen ja den lautz aufgehen
fern und nah. |
6. Auch wird man mit Augen
ſehen, daß da mit Haufen wer⸗
den gehen, aus allen Stämmen
Iſrael: damit fie geſam̃let wer⸗
den von allem Ort und End der
Erden, daß jeder Gottes Lob er⸗
zehl. Der ſte zuſammen bracht
durch feine groſe Macht, die wird
werden ſchnell offenbar, wann
kommt das Jahr, ſo ihnen lang
verheiſſen war.
7, Mirjam wird den Reihen
fuͤhren, u. Benjamin das Volck
regieren, mit ſamt den Fuͤrſten
n 1 BR j . allzu⸗
10
291.
allzugleich: die aus Juda Saam bereit in dieſer Zeit, daß ſie Z Ott
herſtammen, und Naphthaly loben in Ewigkeit.
Geſchlecht u. Saamen, die herꝛ⸗ 2
ſchen alle in dem Reich. O was 87. | u
vor Lob⸗Gethoͤn wird man da O Jon werde hoch erfreut, weil
hoͤrn und ſehn! wan wird gehen die Tage kom̃en, wo wird
bey Paar und Paar die gantze aues ſeyn verneut, und GOtt
Schaar, wann ſolchs wird wer⸗ feinen From̃en geben wird den
den offenbahr. Gnaden⸗Lohn, da fie oft getra⸗
8. Auch die Maͤgde werden ge⸗ gen Druck, Verachtung, Spott
hen von hinten nach, daß man und Hohn, und ſehr hart ge⸗
wird ſehen, wie ſich ihr Saa⸗ lagen 55 N,
me ausgebreit t: die dem groſen 2. Von den Feinden, die mit
Gott zu Ehren auch helfen mit Macht oft auf ſie getrungen, fie
ſein Lob vermehren, daß man verſchoben, und verlacht, auch
wird hören weit und breit den wohl gar bezwungen: daß ſte
Klang vom Paucken⸗Hall mit muſten traurig gehn mit ver⸗
frohem Jubel⸗Schall, das wird wundtem Hertzen, ihre Saat in
thoͤnen. O was vor Freud hat Thraͤnen ſaͤen und mit vielen
GOT bereit den Seinen in Schmertzen. |
5 BEE 3. O was vor Gefaͤhrlichkeit!
9. Auf, ihr heiliger Saamen O was rauhe Wege! O was
alle, erhebet GOtt mit frohem harten Kampf und Streit! O
Schalle, u. ruͤhmet feine Wun⸗ wie viele Schläge muͤſſen tra⸗
der⸗Macht: jedes ſey mit Ernſt gen, die allhier Fremd u. Pilger
befliſſen, weil Er uns ſolches worden; doch die volleLiebs⸗Be⸗
laſſen wiſſen, daß Ihm werd gier nach den Salems⸗Pforten
Danck u Ruhm gebracht ſchon 4. Rat verfüfen alles veid in den
bier auf dieſer Welt bis wir auch Trauer Tage, weil ſie nach voll⸗
dargeſtellt zuden Haufe, die "> brachtem Streit werden Sur
e e, 0 o e
%
11.
tze tragen in der ſchoͤnen neu⸗ und eingehn, nach vollendten
en Welt, die GOtt wird berei⸗ Proben, und vorm Thron des
ten vor die, ſo Er auserwählt Lammes ſtehn, ewiglich SOME |
durch viel Creutz und Leiden. loben. |
5. Drum muß werden alles 9. O! ich freu mich ſchon ini
gut, und mit Freud ſich enden, Gang hier auf meiner Reife,
weil SO Hülfe unvermuth und ruͤhm, mit viel Lobgeſang,
wird aus Zion ſenden: und den auf die ſchoͤnſte Weiſe, Gottes
Leid⸗u. Trauer» Wein mit viel Gut und Wunderthat, die Er
Freud verſüſen, ſo daß wird ver⸗ mir erwieſen, daß ſein Treu und
geſſen ſeyn/ wo fie haben muͤſſen groſe Gnad werd von mir
6. Dienen in dem fremde Land, geprieſen. N
da ſie warn gefangen hart in 10. O! was Freud und Lob⸗
Feſſeln und in Band, wart ten Geſang wird man ſehn u. hoͤ⸗
mit Verlangen auf den ſchonen ren, wann ſie alle in dem Gang
reuden⸗Tag, der bald wird an⸗ Gottes Lob vermehren: u. ein⸗
rechen, da man jauchzend fine gehe in die Stadt, die ſich GOtt
en mag, und von Wundern erbauet vor die, wo in Thraͤnen⸗
prechen. Saat hier im Geiſt geſchauet
7, So die volle Gottes Treu 11. Solche groſe Herzlichkeit,
ihnen hat erwieſen, in der Noth die Er hat bereitet nach der Ue⸗
geſtanden bey, daß ſich wundern berwindungs⸗Zeit, da man
muͤſſen alle, die zuſamen bracht, wird gekleidet (chon mit weiſſer
unſern GOtt zu loben, Der dem reiner Seid, praͤchtig einher ge⸗
Leid ein End gemacht, nach viel het in Licht und Gerechtigkeit,
Glaubens⸗Proben und vorm Stule ſtehet. |
8, Drum iſt meine Seel bereit 12. Daſie alle rund umher tief
freudig fort zu lauffen nach der ſich werden beugen, und, dem
frohen Ewigkeit, weil ich 1 theuren Lam̃ zu Ehr ewig ohne
den Haufen werd geſammlet Schweigen mit del
uhm⸗
5
*
293.
Ruhm⸗Geſchrey werden Lieder nen Jungfraun⸗Sinn, der ſich
fingen, auf die ſchoͤnſteMRelodey Ihm permaͤhlet. Gebet Alls
daß es hell wird klingen. um Alles hin, weil ihr ſeyd ge⸗
13. O! ihr Himmels⸗Braͤut, zehlet
thut ſehn, ſeht den vollen Lohne 17. Zu der keuſchen Jungfraun⸗
wie ſie alle einher gehn mit viel Zahl, die Er neu geboren, und
Freud u. Wonne: darum zie⸗ aus gantz geheimer Wahl vor
et praͤchtig aus, geht dem Lam ſich auserkoren. Drum ſo ſtim⸗
entgegen, daß ihr freudig komt met allzuſam̃ mit viel ſchoͤnen
nach Haus, thut den Schmuck Weiſen: damit wir das werthe
anlegen. | Lamm koͤnnen ewig preiſen.
14. Und ſtimmt an das neue
Lied mit viel ſchoͤnen Weiſen 88.
thut im Hertzen und Gemuͤth OuUlletzt, nach d
unſern König preiſen mit ſehr Y tem Lauff, geht an das rech⸗
hoch erhabnein Thon und mit te Leben; Zuletzt hebt man die
hellem Schalle, damit Ihm, dem Hände auf, nimit hin was GOtt
Jungfraun⸗Sohn, euer Lob gegeben: Zuletzt erlanget man
gefalle. 5 die Kron, die in Gedult erloffen;
15. Haltet den verlobten Sin Zuletzt kommt ein der Gnaden⸗
jungfraulich im Gehen: gebt Lohn, erwartt durch langes
der Welt das ihre hin, daß ihr Hoffen. 5
koͤnnet ſtehen, wann ſie euch ver⸗ 2. Zuletzt wird allem Leid ein
fuͤhren will durch ihr Lock⸗Ge⸗ End, wenn lang genug gelitten;
berden. Habt vor Augen euer Zuletzt wird alles ungewendt,
Ziel, weil ihr von der Erden wenn alle Feind beſtritten: Zu⸗
156. Durch des reinen Lames letzt ſieht es gantz anders aus,
Blut theuer auserkauffet: das als in betruͤbten Zeiten; Zuletzt
muß kommen euch zu gut, wan theilt GOTT den Segen aus,
ihr Ihm nachlauffet in dem 85 und lohnt mit tauſend Bias
| 0 2. 3. „uU:
294.
3. Zuletzt komt man zu ſeinem ligkeit wird daun Zuletzt noch
Theil, ererbt, was lang verheiſ⸗ werden? was Ruhe nach ſo vie⸗
fen; Zuletzt wird uns GOtt in lem Leid und Jammer hier auf
der Eil aus allem Elend reiſſen, Erden: und weil uns GOtt ſo
Zuletzt ſieht man ein andre Welt wohl verſehn mit Glaube, Dul⸗
als hier auf dieſer Erden, Zuletz⸗ den, Hoffen, fo werden wir Zu⸗
fe, wann es Gott gefaͤllt, wird letzt noch ſehn, daß unſer Ziel
alles anders werden. getroffen. A
4. Drum muß die Hoffnung 6. Diß iſt des Geiſtes Bitter⸗
bleiben feſt in allem Leid und keit, wenn auch dahin das Hof⸗
Jammer, hier ſind wir fremde fen: doch, was uns Gottes Gnad
Wander⸗Gaͤſt, dort iſt die Ru⸗ anbeut, wird in Gedult erloffen.
he⸗Kammer: der Jammer, der Drum will ich preiſen Gottes
uns zeitlich plagt, muß doch Zu⸗ Huld, mein Gluͤck ruht in Be⸗
letzt verſchwinden, und wo ein ſchwerden, und will erwarten in
Ereutz das andre jagt, bleibt Gedult, was mir Zuletzt wird
beydes mit dahinden. werden. 1 e
5. Was groſe Freud und Se⸗ | |
his hiher
yadter
2 en nn mut mm A
E
' Gilfende
Hertzens⸗Bewegungen
Der unter die Fittigen der verlaſſenen
Turtel⸗ Taube geſammleten
Sinfomen,
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0 . * 8 ; 25 1 1 5 Br. j N
Welche das Wunder der himmliſchen Weisheit in eine geiſt⸗;
liche Schule zuſammen gebracht: in welcher fie in man⸗
cherley geiſtlichen Uebungen den Wittwen⸗ und
Wahyſen⸗Stand erlanget. 5
Und ſolchen in geiſtlichen Andachten und Liedern an Tag gegeen.
Welche nun, zur gemeinſchafftlichen Erbauung, als ein Mache:
klang dem Geſaͤng der verlaſſenen Turteb
Taube angehaͤnget ſind. 5
GE
m
ER — — ——
Dan Be 6 ea wir alldorten
Co BD ich fleh um einſt zu hoffen, und weil uns
En Huld, f wolſt worden DIR zu Theil ſo haben
| mir deine Gnad bepfe- wir das Ziel getroffen. nun
gen, und nicht zmechnen imei- wird die Etwigkeig une lohnen
ne Schuld, weil gantz dahin iſt für das Leid, das wit in dieſer
mein Vermoͤgen: der harte Welt gefragen, da niemand
Zwang und Drang macht mir nach uns char fragen.
die Zeit fo lang, daß ich es faſt „3. Doch muß die Treu ſeyn feſt
nicht mehr kan tragen, drum und groß, wo man will leben
thu ich dir, O GOttles klagen. GO Tzu Ehren, dieweilſo
2, Und wann wir nicht in dei⸗ mancher harte Stoß thut un⸗
ner Hand, iſt unſre Hoffnung ſer Hertz und Seel verzehren,
gar verloren; doch iſt diß unſer und machet unſern Gang ſo
Gegen⸗ Pfand daß du uns von hart und ſchwer und lang, daß
der Wit erkoren, und bracht oft die Hoffnun will veꝛſchwin
u den Geſchlecht, allwo dein den, weil faßt kein Hilf mehr
iebes⸗Recht wird ohnverän⸗ iſt zu finden „
derlich gehalten, drum werden 6. Indeſſen bleibet Gottes
wir auch nicht erkalten. Treu doch über alles hoch erho⸗
3. Und ſolt auch unſre Thrä⸗ ben, weil fie uns ſteht fo treu⸗
nen Saat bis an das End des lich bey und bilfft une aus ſo
Lebens währen, ſo troͤſtet uns vielen Proben: wann ſtatt der
doch Gottes Kath, und hoffen, Freud das Hertz beſchweretbeld
fie wird dort aufhören: und in und Schmertz, weiß ſie am be
dem gegentheil erfreuen uns viel MED uns zu rathen, und alle
Heil, daß unſre Saat wird di⸗ Sorg uns zu entladen.
cke ſtehen, mit Frucht und Aeh⸗ De *
ren wohl verſehen. Abe GOTZ! thu dich
4. Drum troͤſten wir uns mit V barmen der kleinen ar „
eerd
8 "zz
x 4
r
297
Heerd, und ſieh doch auf uns ſtets wandeln ihre Strafen in
Armen, eh wir gar aufgezehrt. mancherley Gefahr? Wie vie⸗
Soll es dann ewig wahren, le Hertzens-Preſſen, wie mans
daß die muß ſeyn betruͤbt, die cherley Gedraͤng, wird ihr nun
unter fo viel Zaͤhren dich doch eingemeſſen, ftatt ſchoͤner Lob⸗
ſo innig liebt. d geſang. |
2. Wann wird doch einft ge⸗ 6. Solls dann nicht bald ge⸗
ſchehen, daß Zion ihre Saat ſchehen? daß ſie einmal erloͤßt
ſieht in den Aehren ſtehen, die von ihren vielen Wehen u. werd
jetzt oft ohne Rath im Elend von dir getroͤſt. Es hat dir ja
muß umſchweben und vielem gefallen, daß du ſie dir erwehlt
Hertzen⸗Leid, daß fie oft mud vor vielen andern allen auf die⸗
zu leben in der betrübten Zeit. fer gangen Welt.
3. Ach! laß doch bald erſchei⸗ 7. Doch wirds ſchon anders
nen, wornach ſich Zion ſehnt, werden in jener Ewigkeit, wan,
die unter ſo viel Weinen oft bis nach ſo viel Beſchwerden, in
zum Tod verhoͤhnt. Es find groſer Herrlichkeit, dein Zion
bir ja die Wehen am beſten ſelbſt wird genefen, ſtatt wo fie Tan
bekaut, die über ſie ergehen in verhoͤhnt, und in dem Stau
ihrem Trauer⸗Stand. geſeſſen, wird ſeyn von GOTT
4. Drum thu dich wieder wen⸗ gekrönt, ie
den zu uns, in unſerm Leid, u. | 7, |
thu uns Troſt zuſenden in unſ⸗ If CH HeErr! wann wird er⸗
rer Traurigkeit. Wir find ja A ſcheinen, daß Zions gantze
doch die Deinen, weil wir dir Schaar erloͤßt von allem Wei⸗
zugewandt, ob wir ſchon oft nen und mancherley Gefahr:
von Weinen den Freunden uns wo fie noch muß uinſchweben,
bekant. | / in ihrem Trauer⸗Stand, da fie
. Ach! wie fo gar verlaſſen oft müd zu leben, und ſeyn muß
muß hier die fromme Schaar unbekannt. |
ER or rr Ni
*
298
2. Achl hör doch Zions Flehen! hen, daß auch das lieb Geſchlecht
die gantz verlaſſen ſtehtz betruͤbt muß faſt im Leid vergehen, weil
umher muß gehen, daß alleLuſt viel ihr Buͤrger⸗Recht ſo gar
vergeht: weil oft muß unten in Wind geſchlagen bey dieſer
liegen der ſonſt verliebte Sinn: truͤben Nacht, und durch klein⸗
und keine Krafft zu ſiegen, daß glaubigs Zagen ihr Looß ges
aller Muth fallt hin. ring geacht.
3. Achl ſeht doch Zions Schmer 7. Und thaͤten ſich hinwenden
tzen! wie bitterlich ſie klagt; zur eitlen Luft und Ehr, und
weil ſie von gantzemHertzen es lieſen gantz aus Haͤnden die ſo
aufden HErrn gewagt: Und heilſame Lehr: die aus ſo hoher
nun anſtalt der Freude n Herz. Gnade von GOtt uns zuge⸗
lichkeit und Ehr, muß ſeyn ein dacht. O! Welch ein groſer
Spott der Leute und gehn be⸗ Schade, wo die iſt aus der Acht.
truͤbt einher. 23. Wie kan man ſich doch labk
4. Wie thäte ſich vor Zeiten, an dieſem wilden Baum, da an⸗
der keine Kiꝛchen⸗Zweig jo wun ders nichts zu haben als Wind
der schön ausbreiten in GOtt und leerer Schaum. O wol!
und Chriſti Reich! daß viel in wer um thut wenden, weil es
fernen Lande bey dieſem Glantz noch heifet heut: wie bald iſt
und Schein, gern wolten ſeyn aus den Haͤnden die edle Gna⸗
Verwandtenu. zugezehlet ſeyn den⸗ BI, 7
5. Nun aber iſt er worden ver⸗ 9. ie plötzlich wirds geſche⸗
acht und ſchnoͤd gemacht, daß hen, daß ſich das Blatt ge⸗
er faſt aller Orten verſchoben wendt, wann treffen viele We⸗
und veracht, weil ſeine beſte hen, wer ſich von Zion trennt.
Freunde auch von Ihm wegge⸗Und wem zu ſchwer zu mae
wandt u. worden wie die Fein⸗ das Joch von JEfu Lehr wi
de gantz fremd und unbekannt. dorten gar verzagen, für fh
6, Drum iſt es nun geſche⸗ ner Macht und Ehr. Wah
1
293
10. Wañ alle die Veraͤchter der les in die Länge und ohne Ende
kleinen Zions⸗Heerd mit ihren waͤhrt. Drum wird nach den
Erbgeſchlechter vertilget von Beſchwerdẽ im ſchmalen Him⸗
der Erd: und die ein Liedlein mels⸗Steig, dir ſchon dein Theil
machten von Zions Traurigkeit noch werden aldort, in Gottes
die muͤſſen nun verſchmachten Reich. EN
von groſem Herkenleid. e
11. Dagegen wird viel Freude Adee wie lang wilt
und ſuͤſer biebes⸗Wein (vor ihr » du nicht hoͤren Zions Kla⸗
gehabtes Leide) Zion geſchen⸗ gen, und ſtellen dich ſo hart daß
cket ein. O! wie ſo ſchöͤn wirds fie faſt muß verzagen. Wie
klingen, wann man wird Zion lange ſoll ſie ſtehen und ſeyn ſo
ſehn gar ſchoͤn am Reigen ſin⸗ gar verlaſſen, daß ſie von Her⸗
gen, bey Paar u. Paaren gehn. hen⸗Leid muß wie im Tod er⸗
12. Und weil ſte nicht that wei⸗ blaſſen? Ach! koͤnte man doch
chen in der betruͤbten Zeit, ſind eins Zion getroͤſtet ſehen, eh ſie
ihr zum Sieges ⸗Zeichen viel von vielem Leid muß endlich gar
Kronen zubereit: darinn ſie vergehen. .
nun wird prangen in groſem 2. Wir ſind als wie zerſtreut,
Sieges⸗Pracht, vor die gehab⸗ von Freund und Feind geſchla⸗
te Drangen, da ſie eg Won gen, danebẽ hart gedraͤngt, daß
13. Viel ſuͤſe Freud und Won⸗ es kaum zu ertragen: dabey der
ne wird über Ihr aufgehn, und ſtoltze Feind thut ſolche Loſung
wird vors Lammes Throne in geben, als ob das Beſte waͤr ver⸗
hohen Ehren ſtehn, hoch ruͤh⸗ ſchertzt in unſerm Leben. Doch
men feine Gnade, ſo ſie erhalten iſt im Hoffnungs⸗Grund, ein
hat hier, auf demLebens⸗Pfa⸗ kleines Fuͤncklein blieben, das
de durch Guͤte und Genad. heiſet Lieb und Treu / die bis zum
.
14. Viel ſchoͤne Lobgeſaͤnge Tod verſchrieben.
werden alsdann gehoͤrt, da al⸗ 3. Drum wirds e
Se | ſeyn
300:
ſeyn, du wirſt ſchon Rettung ge⸗ erbitten; ſeh an den vielen
ben, wo wir annoch zur Zeit ſo Schmertz, den wir un dich er⸗
ſehr um Elend ſchweben. Doch litten. 2
find wir ſehr gering und halten 6, Der Schmertzen iſt ſehr
an mit Flehen: O theure Bots groß, womit wir ſeynd umge⸗
tes⸗Cieb! laß deine Hilfe ſehen: ben, was vorhin unſre Luſt,
und wende dich zu uns in un- verzehrt uns jetzt das Leben.
ſerm Leid und Zagen, daß wir Die ſchwere Todes⸗ Pein, die
beftändig in dein Hertzen un: ZEfum dort macht ſchwitzen,
her tragen. als er im Garten rang: voll
4. Iſis dann nicht bald genug, Wunden und voll Ritzen. Des
daß wir ſo ſehr geſchlagen, da Todes Grimmigkeit die Ihn
alle Krafft faſt hin von Seuf⸗ ans Creutz gewunden, hat uns
zen und von Klagen? Wir ſind wie aufgezehrt, daß alle Krafft
ſehr dünn u. klein, und wie zum verſchwünden. re
Liedlein worden, weil aller 7. Wir find wie ausgekehrt,
Schmuck dahin in unſerm rei⸗ ein Spott der Leute worden;
neu Orden. Ach HErr! zoͤrn man ſpricht: da, da ſieht man
nicht zu ſehr, und geh nicht ins den ſchoͤnen Jungfraun⸗Orden,
Gerichte: wir an ja im find die fo ſehr verſtellt und heß⸗
Staub vor deinem Angeſichte. lich anzufehen, fo iſts ja beſſer
F. Du biſt uns als ein Brand, hier an Babels Reihen ehen,
der um und um verzehret, da da thut man nimmermehr der⸗
ſcheint noch Rath noch Hilff, gleichen Sachen hören, was
der unſerm Schmertzen wehret. ſollen wir uns dann an jener
Drum hat die Truͤbſals⸗Hitz, Thorheit kehren *
faſt alles aufgerieben, als ob 8. Die ſchoͤne Lieder ſind bey
wir gantz dahin, u. nicht mehr uns zur Klage worden, weil wir
deine Lieben. Ach HErr! du mit Schmach unmſtellt von ale
treuer SOtt, laß dende len End und Orten. Es ebf |
+ °
301
auf uns ein die gantze Macht 5. es
der Feinde. HErr! ſchuͤtz dein A CH komme bald! mein
Eigenthum, und rette deine „Freund, in deinen Garten,
Freunde von allen denen die gar dann ſonſten zeitigen die Fruͤch⸗
gerne moͤchten ſehen das Zunge te nicht:? mir iſt oft bang bey
frauen Geschlecht nun gantz zu viel⸗ und langem Warten, weil
Grunde gehen. | mein Gemuͤth allein auf dich
9. Du unſers Lebens Troſt, thu gericht. Hat mich die ſchwar⸗
uns doch bald erſcheinen, und tze Trauer⸗Nacht ſchon heßlich
nimm dich unſrer an, nach lang ungeſtalt gemacht: ſo halte ich
gehabtem Weinen. Laß doch doch an mit Flehen, dein ſchoͤn⸗
dein Zion bald einſt wieder Hilf ſtes Angeſicht zu ſehen.
erlangen, daß ſie einmal er⸗ 2. Mein Freund iſt treu, dann
quickt nach fo viel bitten Dran⸗ in den Truͤbſals⸗Tagen hat Er
gen. Laß Freud und Won auf⸗ zur feſten Mauer ſich gemacht,
gehn, nach viel und langem Za⸗ und pflegte Muth und Blut im
gen, ſo koͤnnen wir von Huld Kampf zu wagen, damit das
und Gottes Guͤte ſagen. Hertz nur werd zurecht ge⸗
10, Und geben Ruhm und Ehr bracht. Ich zweifle nicht an ſei⸗
dem groſen Bunder- Namen, ner Treu, daß fie Ihm beygele⸗
der uns durch Miedrigkeit ge⸗ get fen von E Ott, da Er fein
bracht ſo nah zuſammen. Nun kheures Leben vor Andre hat
iſt der Jamer aus, zu End das dahin gegeben.
lange Weinen, weil die Gena⸗ z. Mein Freund hat feinem
den⸗Sonn nunmehr thut wie⸗ treuſten Freund verſproche daß
der ſcheinen. Wir geben dann Er in Streit nicht wolle loflen
nun ein iu unſre Ruhe⸗Kamer, nackt, bis daß Er alle unſte Feind
vergeſſen alles Seid und viel ger gerochen, und gaͤntzlich aufge⸗
habten Jammer. holen unsre Schmach. Drum
eee e ſagt Er oft und viel davon, ne
30
was vor reichem Gnaden Lohn Muſter dienen, woraus der
GOTT wird die Seinen eins Weisheit Luſt⸗Spiel wird er⸗
ſtens lohnen, wann fie erlan⸗ lernt. Obſchon fein Wandel
gen ihre Kronen. gantz verdeckt, ſo ſind doch An⸗
4. Die Unſchuld zieret Ihn in dre angeſteckt, dem unbefleckten
ſeinem Gehen. Wo Andre re⸗ Unſchulds⸗Leben mit Heꝛtzund
den, iſt Er ſtumm und blind: Geiſt ſich zu ergeben.
wo Andre blind find, kan Er 7. Die Schmach, die Er von
trefflich ſehen, weil ſeine Augen Auſſen an ſich traͤget/ die machet
licht und lauter ſind. Ich haͤtt Ihn zwar ſchwartz und unge⸗
mich laͤugſt von Ihm gewandt, ſtallt; doch wer nur reine Liebe
wann nicht mein Hertze diß er⸗ zu Ihm heget, verſteht und mer⸗
kannt: weil oft in ſchweren cket dieſes gar zu bald, daß, wo
Trubſals Fallen die Liebe nur die Schmach am ſchwerſten
ſich fremd thaͤt ſtellen. ligt, Sophia Ihm hab zuge⸗
„Ach aber ach! wie iſts ſo richt ein reines Braut⸗Bett
ſchwer zu tragen, wann ſeine auserkoren, da Kinder werden:
Guunſt dem Hertzen ſich ent⸗ aus geboren. 7
zeucht. Man kan im Wohl⸗ 8. Und haͤtt man nicht zuvor
ſtand vielvomGuten ſagen: hieꝛ in jenen Tagen dig hohe Wun⸗
aber wird das Hertz erſt recht der einſt im Geiſt erblickt: ſo
gebeugt. Es heißt hier: gehe waͤre nun bey ſo viel Drang 7
nur allein, und laß dir das das und Zagen das Hertz zum Lies
Beſte ſeyn. Weil falſchen Troſt ben antzlich ungeſchickt. Wer
du eingeſogen, hat Er dir feine. hofft auf dieſen frohen Tag, der
Bruſt entzogen: folg nicht fremder Buhlſchafft
5. Doch bleibt der Troſt noch in nach, und bleibe einſam in 1
dein Hertzen gruͤnen, es ſey das Gehen, fo wird er einſt diß
Ziel auch noch ſo weit entfernt: Wunder ſ ehen.
do muß ſein Vorgang mir zum 9. So lobt Ihn dann unte
—
303
—— —j—ã4—ꝗö ͤ ———
all ihr Geſpielen, die ihr mit dieb weꝛd ohn geit und End erhoben,
von Oben ſeyd entzuͤndt. Es die uns ſo getroͤſtet hat nach ſo
komint von Ihm, daß wir al vielen hohen Proben.
lein vor Vielen als Koͤnigs Kin⸗ 6 Nun muß Hertz und Geiſt
der ausgezieret find, Von Auſ⸗ und Mund ſeinen groſen Ruhm
en zwar ſieht man die Schmach erheben, und Ihm alle Zeit und
doch wann man Ihm ſo gehet Stund Preiß und Ruhm und k
nach, wird endlich doch der fro⸗ Ehre geben. ec,
he Morgen vergeſſen machen 1
alle Sorgen. LLE die im Geiſt erhoben,
| ? 15:76, | die ſollen unſern König los
| A CH verzeuch doch länger ben mit gantzer Macht von Her⸗
| nicht, meine Seel, erheb dich tzens⸗ Grund, Tag und Naͤcht
wieder: ſiehe wie das Dunckle ihm Ehr erweiſen, mit Lobes⸗
bricht, darum ſinge deine bieder Lieder ihn ſtets preiſen, und ſon⸗
2. Lege hin dein Trauer⸗Kleid, derlich zu ſolcher Stund, wañ
Gottes Guͤte laßt ſich fehen: u. ſie verſam̃let ſeyn in ſeiner hei⸗
dein viel gehabtes Leid muß ligen G'mein, ihm zu dienen;
nun auf einmal vergehen. drum tret heran nun jedernian, |
3. Weil das Danckle wieder und bet den Ott der Goͤtter an
weicht, wird mein vieler ſchm ꝛtz 2. Alles thu ſich vor inn nei⸗
vergeſſen, und mein frohes Ziel gen, in Demuth vor ſeinm
erreicht, wo ich war im Staub Thron ſich beugen, was da aus
geſeſſen . d ne .s ſeinem Geiſt gebohrn, und zur
4 Und weil mir die Sonne Heiligen Zahl gezehlet, eh ber
ſcheint, kan mein Hertze GOtt Welt Grund gelegt en wehiet,
erheben, wann man lang ge⸗ auch ſelbſt freywiligYöutsäge
nug geweint, gehet auf ein neu⸗ ſchworn, zudien unſerm Gott,
es Ccben. denn groſen Zebaoth / und zu te⸗
eee „ auen,
en 9
304
— ——— a
die gantze übrige Lebens⸗Zeit. denen wird zu Theil das aller⸗
3. Und mun vor ihm iſterſchie⸗ groͤſte Heil, das erworben durch
neu, un Geiſt und Warheit ihm feine Gnad und weiſen Rath,
zu ditnen, zu üben ſich in ſeineim weil ſie ihm dienen früh urſpat.
Bund darinu wir ſeynd einge- 6 Darum ſchwingt empor die
nom nen, zu dienen mit den Geiſter, und jauchzet unſerm
Heiligen Fed mnen, indem er HErrn und Meiſter nut aller
ung gem ichet kund den Weg Macht im Heiligthum: ſinget N
g
zu ihm empor, im ſchoͤnſten Floꝛ on ihm ſo gebe Rähm, ohn vie⸗ a
zu loben mit dem obern Chor. les Wort⸗Gethoͤn, im Innern,
Aae, eobgcdichtt, zu. pri kmh B M an
uch be eit,
Gottes Wunder Geſchichte, u. Aufi und machete
bekommen, die mit den heil gen wel gar bal e ore een
wahren Frommeg im Innern kommien, zu befehn die Fromen,
ron
305
— — —— CE Tr —— EEE
ſenn, der ſich hat verſtellet, und bereit, daß ihr werdet funden
aus lauter Heuchel⸗Schein zu munter und ſchöͤn angekleidt zu
der Zahl geſellet, die da ſeyn hei⸗ derſelben Stunden, wenn er⸗
lig / lein, und ſich gantz ergeben, ſcheint unſer Freund, und zur
Zefa nur zu leben. Hochzeit fuͤhret alle die gezieret.
, Solchem wird es ſchrecklich 9. Mit dem jungfraulichen
gehn, wer ein Heuchler funden, Kleid, weil ſie hier verlachet ak
kr wird müͤſſen drausen ſtehn, le Luſt der Eitelkeit, uber ſich
Haͤnd und Süß gebunden, wo gewachet; dieſe ſeyn nur allein
viel Leid iſt bereit, in die Fuͤn⸗ zu der Zahl gezehlet, die ſich
ſterunuͤſſen werden hin verwieſen Gott erwehlet.
| . Welcher aber iſt geziert mit Dine nien unn hin
dem Hochzeit⸗Kleide, wird mit B In ich arm und kleine, daß
| eee eee verdeckt mein Scheine:
Freude in den Saal, wo die Zahl halt mich doch die Glaubens⸗
der Erwaͤhlten ſitzet, die mit Pflicht, daß ich ſtehe aufgericht
Golde blitzett. % aan 2. Nichts wird mich mehꝛ ſchei⸗
6, So ſich nun noch find t an den, wars auch Schmertz und
euch was pomalten Leben, und Leidenich bleib denen zugeſellt,
ihꝛ noch nicht JEſu gleich, mußt die ſich JEſus auserwehlt.
ihr euch beſtreben mit Gewalt, z. Meines Geiſtes Sehnen
daß ihr bald moͤgt gereinigt machet mich gewoͤhnen, daß die
Werdem weil ihr noch auf Erde. reine Liebes⸗Cuſt ſtets erfüllet
. Oanm per hier nicht vollig meine Bruſt. J!
kein und gelautert worden, der 4 Wann mich in er Blüte
kan dort lücht gehen ein mit den labet ſeine Gute: ruh ich ſanft in
heilg'en Orden, die mit Macht, ſuͤſer Still, u. genieſe ſeiner Fuͤll.
Tag und Nacht, ja ohn Ende 5. Was iſt wohl zu nennen,
loben ihren König droben. das Unß moge trennen? wenn
3 O! drum wacht, und ſeyd mein Freund mir thut ſo wohl,
diet Qq 2 daß
daß ich alles Guten voll. B In ich ſchon der Welt ver⸗
| dorgen, und den Menſchen
nach zu leben, was die reine Lies unbekannt, wird doch dort an
306
be lehrt, bleibt GOtt ewig zu jenem Morgen in des neuen
ehr
e
t. Menſchen Stand, meine Ehr
ſt mein Geiſt erhoben, daß und Kron erſcheinen, wann zu
und Tod erloͤßt.
30%
wie es ſelbſten Gott gefaͤllt: Zeit und End erfreut in der fro⸗
da die Prieſter⸗ Schaar init hen Ewigkeit. N
lehen allezeit vor GOtt thut 8. Dann wird unſer Schmuck
tehen: opfern rein, ohn allen erſcheinen in viel Ehr und Herr⸗
Fehl, als ein geiſtlich Iſrael. lichkeit, der hier unter ſo viel
5. Darum wallen wir mit Weinen, und viel Leiden zube⸗
Freuden hin, zur ſtillen Ewig⸗ reit: und weil uns der reinſte
keit, achten weder S chmertz Orden in dem Blut des Lam⸗
noch Leiden, weil uns Gottes mes worden, bleiben wir Ihm
Guͤt erfreut. Wo wir oft bes zugeſellt hier und dort in jener
truͤbt geſeſſen, und der Zions⸗ Welt. 2
Freud vergeſſen, hat Er us 11
ſehr reich getröft, und aus Noth Bin ich hier ſchon gering u.
420% klein, und trage viel Be⸗
6. Dort wird ſich erſt völlig ſchwerden, da oft der bittre
zeigen, was jetzt noch verbor⸗Myrrhen⸗Wein mir einge⸗
gen ligt, wann der Jammer ſchenckt thut werden mit reis
gantz wird ſchweigen, wo ſo oft chem Maaß und Ueberfluß:
das Hertz beſiegt. O! wie wohl wobey ſich auch der Thraͤnen⸗
wirds uns noch werden, wann Guß ſehr haͤuffig thut ergieſen,
wir von der Laſt der Erden ſind und macht das Hertz zer⸗
entbunden gantz und gar, und flieſen.
der mancherley Gefahr. 2 So wird doch nimmermehr
7. Drum wohl denen, die durch vergehn, was einmal angefan⸗
Leiden, Creutz, Verachtung gen, die Lieb wird heilen meine
Spott und Schmach gehen ein Wehn, und ſtillen mein Ver⸗
zu Zione Freuden, wo vergeſ⸗ langen, u. nehmen allen Kum⸗
ſen alle Klag. Wer auf die⸗ mer hin, der ehmals plagte
ſen rauhen Wegen eingeſamm⸗ meinen Sinn. Drum will ich
let Gottes Segen, Rn auch ohn Zagen ſehr willig AL
, 29 3 f ſes
308
les trage. mir weichen: doch gab ich mich
3. Und ob ſchon manche Stun: zufrieden hin, hielt nuch an den
den ſtyn bey mir vorüber gan⸗ verliebten Sinn, ſolts auch noch
en, daß mit ſehr heiſſer Eibes langer wahren, die Lieb wird
ein und brüͤnſtigem Verlan⸗ nicht aufhoͤren.
gen mich hab geſehnet Fug und 7. In dieſem Sinn ging ich
Nacht, daß den, der mich ver⸗ dann fort in vielem Leid und
liebt gemacht, ich wieder moͤch⸗Wehen, letzt kam ich zu der en⸗
te finden, und mich mit Ihm gen Pfort, muſt aber drauſen
verbinden. ss Gun reh ſtehen: weildadurft Niemand
4. Ich wurde aber nicht gez gehen ein, als wer von allen
tröft, blieb Einſam und Verlaſ⸗ Dingen rein, und ich war nicht
fen; mein Heiland, der vom geſchieden von ſelbſt erwehlten
Tod erloͤßt, wolt mich nicht da Frieden. Al 603 5
umfaſſen: dieweil ich noch im 8. Dis war mir uͤber Alles
fremden Land, allwo ſein Na⸗ ſchwer u. konte mich kaum faſ⸗
me unbekaũt, drum ließ Er ſich ſen, weil ſchon in fo viel Noth
nicht ſehen ich muſt alleinegehe vorher, und nun ſolt Alles laf⸗
g. Da thaͤt ich mit gebeugtem ſen: der Glaube war noch jung
Sin fort wallen meine Straa⸗ und klein, ich ſolte gantz geſchie⸗
fen: und gab mich gantz mit Al- den ſeyn von Allem, was mein
lem hin, daß Er mich ſolte faß Leben; doch muſt ich es hin⸗
fein; weil ſeine heiſe Liebes Pein geben. 10159 en ß
mein Hertze ſo genommen ein, 9. Gedach te aber auch dabey:
daß ich mich auch ergeben ohn was wills zuletzt noch werden
Ihn nicht mehr zu leben. wann ich nicht werd des Kum⸗
6. Doch blieb in allem noch mers frey und von ſo Sc
betrübt, weil ich nicht kont er⸗ ſchwerden. Doch da ich meint;
weichen fein Hertz das mich doch nun iſt es aus ward ich in mei
erſt geliebt, und nun wolt von ner Mutter Haus von meinem
b TER Freund
„ 84
al I N.
72
309
Freund empfangen, wornach bringt ſolche Vielheit ein, die
ich trug Verlangen mich von GOT Tabreiſſet.
10 Da wurd ich von fo vieler 2. O ewiger Verluſt! wer da⸗
Freud in mir gantz aufgezogen, mit iſt umgeben: dem bleibet
ſo daß vergeſſen alles Leid, weil unbewußt der Friede und das
mir mein Freund gewogen: al⸗ Leben. 2 2
lein ich hat Ihn kaum geſehn, 3. Drum iſt das Ein fo viel,
wolt er ſchon wieder von mir das heiſſet nichtes haben: da
gehn, doch ließ durch Liebes kan man ohne Ziel an Gottes
Blick Er mir ſein Hertz zuruͤcke Gut ſich laben. A
11. Drum bin ich nun ſehr 4 O ſeliger Gewin! wer dieſe
wohl geriöft, und leb in ſtetem Armuth funden: der bleibet üm⸗
Frieden; ich bin von Hoͤll und merhin mit Gottes Lieb ver⸗
Tod erloͤßt, von Freund u. Feind bunden. 15
geſch ieden. Und ob ich ſchon in 5. Diß arm ſeyn machet reich
meinem Gang noch oft muß es bringet. Ruh und Frieden
trauxen fur Geſang; werd ich und machet auch ſo gleich von
doch ohi Er bleichen mein rech⸗ aller Welt geſchieden. ey
tes Ziel erreichen. 6 Es führer auch hinein in
. Und waͤhrts auch bis ins die gehenne Kamer: und heißt
Grah hinein, daß ich muß ſeyn uns ruhig ſeyn, nach viel ge⸗
betrüͤbet, ſo ſoll doch diß mein habtem Jammer. tun
Liebſtes ſeyn, daß ich in Ibn 7. Daſelbſt genieſet man von
verliebet. Und weil ich Ihn den geheimen Schaͤtzen: die uns
einmal erſehn, ſo leid ich willig kein Reichthum kan noch allt
alle Wehn, bis Er mir wird er⸗ Welt erſetzen. 234 7700
ſcheinen, und nehmen weg mein d. Diß iſt das Himels Brod,
Weinen. dies diß erlanget haben, die kon:
elne e e nen in der Noth am Nichtese
| D As kle inſſe J und Mein, Seyn ſich laben⸗ We
das ſich an nur erweiſet: F. Dig
* N 4
—
310
9. Diß machet alles Leid und noch Bürger⸗Recht: GOTT
Bitterkeit verſüſen: und laͤßt hat genadig angeſehn dein vie⸗
die Ewigkeit uns in der Zeit les Flehn, wann du verlaſſen
genieſen. mußteſt gehn.
510. Doch iſt nur dieſe Hoͤh im 4. Die Hoffnung iſt der Wan⸗
Demuͤts⸗Thal zu finden: dann der⸗Stab, O ſüſer Troſt! O
wann ich abwaͤrts geh, ſo kan reiche Haab! weil wir ſind
ich fie ergründen. * ſelbſt mit GOtt vermaͤhlt, zur
11. Wer da gekommen hin, Schaar gezehlt, die Er ſich he
kan leben ohne Sorgen: dieweil me auserwehlt.
fein reiner Sinn in Gottes 5. Es iſt doch ja kein ander
Lieb verborgen Recht allhier für Gottes Erb⸗
12. O angenehme Still! wer Geſchlecht, als vor der Welt
die einmal gefunden: dem geh verworfen ſeyn: O das macht
es, wie es will, er bleibt mit klein! doch geht man ſo zum
GO T verbunden. Himmel ein. 14
1% n . 6. Allwo zu End der ſchwehr
D AS Leiden waͤhret kurtze Streit, und gantz vergeſſen al⸗
D Zeit in dieſes Lebens Nich⸗ les Leid : die viele Muh und Ta⸗
tigkeit: weil wir nur Gaſt im ges⸗Laſt bringt ſüſe Raſt dem,
freinden Land in dieſem Stand fo ſich ſelbſten hier gehaßt.
auf unſerm Weg zum Vater⸗ 7. Wer dort im reind Schmuck
Lan. , a eat muß hier verlacht,
2. Dort aber wird ein ander verlaſſen ſtehn: dann alſo wird
Looß gegeben werden in den das weiſſe Kleid hie: zubere it im
Sckooß: vor die gehabte Muͤh Truͤbſals⸗FJeur zur Seligkeit.
und Leid in dieſer Zeit erlanget 8. Die dort wird werden offen⸗
man die Seligkeit. bar, nach ſo viel Leid und viel
3. O wohl dann nun! du liabs Gefahr, die ie getragen hier um
Geſchiecht, das hier noch Stadt BD O ſel ge Noth! die
4 j j 18 SI 144
3314 nl 271 gr + 74
*
. ‚2
311
erloͤſet von dem Tod. euch lehren, und ſelbſt der Pfſal⸗
9. Da wird der gute treue Hirt, men⸗Dichter ſeyn: alsdann
der ſie ſo hat hindurch geführt wird klingen hell und rein die
in dieſer Welt im Trauer⸗ Harff in Gottes Ohren weil ihr
Stand, erſt ſeyn bekannt, der zum Lob erkohren, und traget
nun ihr Elend weg gewandt. auch des HErrn Geraͤth; druͤm
10. Wir warten dann in viel trettet vor ihn mit Gebet, und
Gedult, bis ſeine Gnaden rei- opffert ihm die Hertzen dar, ſo
che Huld uns alle völlig ange⸗ wird er an euch machen wahr,
kleidt, und zubereit zum Loos was er euch hat verheiſſen:
der wahren Seligkeit. 3. In Chriſto ſeinenn itebſten
* 14. | Sohn drum tretet freudig vor
e Herren jauchtzt im den Thron mit heiligen Gebaͤr⸗
| &) Heil gthum, und gebet den, daunt die Hertzen werden
und gebohren ſeyd, in Warheit ten jetzt und zu allen Zeiten, zu
her zu gehen, auf eurer Huth drum ſeyd befliſſen allzu am,
zu ſtehen, und ihm zu ſingen daß ihr ihm rechte Opfer bringt
Tag und Nacht: drum ſeyd im Geiſt und Warheit ffoͤlich
auch jetzt darauf bedacht, weil ſingt von Gottes nad u. Liebe
ihr vor ihm erſchienen ſeyd; 4. Die reichlich wiederfahren
drum machet euch im Geiſt be euch s drum ſingt und lobet ali⸗
reit, mit Dancken ihn zu loben. zugleich, und laßt nicht nach zu
2. Laßt eure Geiſter munter preiſen den Herrn mit Liebigs:
ſeyn, und dringt ins Innere Weiſen, in rechte: Geiſtes⸗Har⸗
hinein, woſelbſt man GOTT monie, daß die Gemeinſch afft
thut hören, fo wird anke e völlig bluͤh, und Fruͤchte trag
Ay R |
—
*
*
“
Er
ihm Preiß, Lob und Ruhm, u. von Gottes Liebe angeflammt,
ſeinem groſen Namen, die ihr mit ſeinem reinen Gelſt bes
aus Gottes Samen gezeuget ſaamt, um fein Lob aus zu brei⸗
und Gerechtigkeit für ihm ein: Ehren feinem groſen Nam; 8
zun
— nn;
Pt
zu Ehren dem HErren aller 2. Israel freue ſich des HErrn,
Herren, nach Art der erſten und preiſe ihn von Hertzen gern:
Ehriſtenheit, weil GOtt in die⸗ denn er iſts, der dich hat ge⸗
ſer letzten Zeit das Licht wie⸗ macht, und aus der Fuͤnſterniß
drum hat aͤufgeſteckt, das lang gebracht zum Licht, daß du mit
verdunckelt und verdeckt, nun dem Volck von Zion dem Kö⸗
aber hell thut ſcheinen. nig jauchzen kauft im hohen
5. Und wird mit voller Krafft Thon. 9
nun bald ſich offenbahren, daß 3. Dann Zion ſeinemNamen
es ſchallt nah und fern untern ſoll lobſingen Fried⸗ und Freu⸗
Heiden, ſo ſehr wird ſich aus⸗ den⸗voll im Reigen, ja mit
breiten die volle Warheit, weil Paucken⸗Schall und Harffen⸗
ſehr nah des HErren Tag: wir Spielen uͤberall; dann ihm die
ſehen ja den Feigenbauni [don Ehr, der Ruhm und Preiß ge⸗
blühen, drum ſoll 'n wir uns bes buͤhrt, weil er fein armes Volck
muͤhen, dieweil wir die Erſtlin⸗ ſo herrlich führt. 13
ge ſeyn, berufen daß wir keuſch 4. Much Wohlgefallen an fie‘
und rein vor unferm GOtt ſtets hat, und offenbahrt ihnen ſei⸗
wandeln fort, damit an allen nen Rath: den Elenden er Hilf
End und Ort wir als die Lich⸗ erzeigt herrlich, und ſich zu ih
ter ſcheinen. nen neigt mit Gnade, Liebe u.
\ 15. Barmhbertzigkeit und Troſt er
em Herren ſinget allzu⸗ fie im Elend oft erfreut.
geich ein neues Lied in ſei⸗ 3. Darum die Heiligen allzeit
nen Reich, von Hertzens Grun⸗ ſoll'n froͤlich ſeyn in Herrlich
de mit dem Mund, und machet keit, frolockend ruͤhmen Gottes
feinen Namen kund, ihr Heili⸗ Macht, auf ihren Lagern, auch
gen, die in ſeineremein von bey Nacht, fo wohl als wie bey
ihn zu Kindern augenommen Tag, und ſchweigen nicht, zu
ſeyn. e bringen Gottes Wunder =
8.
*
*
A
»u W a3
313
5 FFP —ꝛ. —— —0
das Licht. lichkeit iſt demnach denen zube⸗
6 Johr Mund ſoll ſtets erhd- reit, die hier gelebt heilig und
ben Gott den groſen ſtarcken rein, und fi mit nichts ge⸗
Zebaoth, auch ſollen Schwerd⸗ macht gemein? die werden dañ
ker haben ſie in ihren Haͤnden je mit Chriſto herrſchen dort, und
und je, die da geſchaͤrffet ſind u. mit ihm ewig leben fort u. fort.
zubereit, wenn fie nun ziehen 11. Halleluja! ſingt unſerm
in des HErren Streit. Gott, ihr Heil gen, die ihr fein
. Zu üben aus vor ihm die Gebot lieb habet, und dieſelben
Rach unter den Heiden allge⸗ halt, dem Himmelreich auch
mach: die Voͤlcker ſtrafen auch thut Gewalt: lobſinget GOtt,
mit Recht und Macht, weil fie lobſinget ihm mit Macht, weil
des Herren Knecht, den er ge⸗ er uns hat zu feinem Reich ge⸗
geben hat ſolche Gewalt, zuü: bracht.
ben unter Voͤlckern dergeſtalt. 16. |
3. So gar, daß ihre Köni Er Herr, groß und hoch
nut Ketten ſollen binden fie, berüͤhmet, wird in unſers
ihre Edlen auch dabey mit ſtar⸗ Gottes Stadt von ſein 'n Vol⸗
cken Feſſeln ohne Scheu: damit cke, wie ſichs zieinet, ſtets erha⸗
von ihrem Stoltz und groſen ben fruͤh und ſpath, und auf ſei⸗
Pracht ſie werden klein und de⸗ nem heilgen Berg da erzehlt
müthig gemacht. man ſeine Werck, die er an uns
9. Das iſt das Recht, davon hat gethan, daß ſich wundre je⸗
geſchrieben, fo haben ſollen, die der man. | |
Gott lieben, zuüben aus daſ⸗ 1. Der Berg Zion iſt ein Ge:
ſelbige an Bölckern und an Kö⸗ gend, die ſehr ſchön und lieblich
nige, zu thun an ihnen gleich ſieht, das gantz Erdreich wird
Bericht und Recht, wie fie ges beweget, wan fein heller Glantz
bt hier aus an Chriſti Knecht. ausbricht: weil des groſen Koͤ⸗
10, Was große Ehr u. Herr⸗ nigs Stadt Gott darauf ge⸗
| 2 1 Rr bauet
*
314
wu a ee
bauet hat herrlich, ſchoͤn und men, Angſt, wie ein Gebaͤhre⸗
voller Pracht, an der Seit zur rin, ſo bald, als ſie nur vernom⸗
Mitternacht. men, daß die Heil gen wohnen
3. GOtt ſelbſt wohnt in den drinn: die als Gottes Eigen⸗
allätten, da er zu genieſen thum ſtets erzehlen ſeinen
gibt ſeinen auserwehlten Ga⸗ Ruhm, und hoch preiſen deſſen
ſten, und der Seelen, die ihn Macht, der da ſieget in der
liebt, Segen, Gnade, Wonn Schlacht. 1
und Freud: dabey auch zu jeder 7. Drum Jehovah, ſolt du
Zeit zeiget, daß er ſey ihr Schutz werden von uns deinem Volck
wider aller Feinde Trutz. geehrt; denn dein Macht all⸗
4. Ob mau gleich verſammlet hier auf Erden wird geſehen
ſtehet Koͤn ge, die vorüber ziehn, und gehoͤrt: ja auch auf dem
auch viel Volcks mit ihnen zie⸗ Meer ſieht man, was dein ſtar⸗
het, die ſich alleſamt bemüh'n, 9 e Hand thunkan, die da gro⸗
zu zerflören dieſe Stadt; doch ſe Schiff zerbricht, und der Hei⸗
zernichtt GOtt ihren Rath, den Macht zermchr. 5
daß ſie's müſſen laſſen ſtehn, u. 8. Solches haben wir gehoͤ⸗
mit Schand voruͤber gehn, weil ret, ſehens auch an deine: Stadt,
der Hochſte, der drinn iſt,ſie mit wie du haft die Feind .
Kriegs⸗Volck ausgeruͤſt. durch dein Macht HErr Zeba⸗
5. Drum fie ſich verwundert oth: dann dieſelbe bleibet ſtehn,
fo daß fie die Flucht gleich gabe wie du ſelbſt ſie thuſt erhalten
well ihr Rath nicht fort wolt über fie mit Gnaden walten.
gehn: ob ſie ſich un Grimm ent⸗ 9. GOTT, wir warten mi
ſetzt, find fie ſelbſt dadurch vers Verlangen deiner Güte alle
letzt, u. zu ihrer eignen Schand zeit; weil du in uns angefan
ſich geſtürtzet wie bekannt, gen, und dir ſelbſten zubere
6. Zittern iſt fie auch ankom⸗ einen Tempel bir zan dae
Be 25 | Sn welche
ö 1
Ne 4 4
machet euch um Zion her, da
ihr koͤnnt die Thuͤrne zaͤhlen, die
preiß mit Lob⸗Gethoͤne.
welchen du ſtets ziereſt aus,
daß du drinnen koͤnneſt wohnen,
herrſchen, ſchalten, walten,
thronen. 5
10. Wie dein Nam groß und
erſchrecklich, alſo iſt auch, Herr,
dein Ruhm, herrlich, praͤchtig,
und vortrefflich; darum auch
dein Eigenthum ſtets erzehlet
deine Recht von Geſchlechte zu
Geſchlecht: ja bis an der Welt
ihr End ruͤhmt die Wercke dei:
ner Hand. ö
I᷑. Der Berg Zion muß ſich
freuen, Juda Toͤchter froͤlich
ſeyul wann ſie jauchzend u
ain Reigen, weiß gekleidet fin
und rein, HErr, in deiner
Gerechtigkeit, darum fie auch
weit und breit ſtets von deinen
Rechten ſingen, und dir Freu⸗
den⸗Opffer bringen.
12. O! ihr allerliebſte Seele
N,
>>)
Gott ſelbſt zu feiner Ehr ſich
um ſeine Stadt gebaut, daß ein
jeder, der ſie ſchaut, ſich ver⸗
wundre ihrer Schoͤne, und ihn
ewig lebt; lobet, ruͤhmet
N a
315
13. Darum laßt uns Fleiß an⸗
legen, jedes zeige ſeine Treu,
weil der Herr mit Krafft und
Segen uns bisher geſtanden
bey. O! daß man doch bald
moͤcht ſehn Zions Mauren fer⸗
tig ſtehn, und die Palläfte be⸗
reiten, daß davon man koͤnn
mit Freuden
14. Auch bey denen,
kommen, ſagen von der groſen
Gnad, die Gott hat erzeigt
den Frommen, ſo ihm dienen
früh und ſpath, und daß er ſey
unſer GOtt, der uns hat aus
die nach⸗
aller Noth fo gewaltiglich ge⸗
riſſen: und dabey mich laſſen
wiſſen, ö 8
15. Daß ers iſt, der uns mit
Tugend zieret und mit Krafft
austuͤſt, und uns fuͤhret wie
die e daß uns zu kei⸗
ner Friſt unſrer Feinde groſe
Mackt, ob wir gleich gering ges
acht, koͤnne ſchaden noch um⸗
bringen: drum laßt uns zu Eh⸗
ren fingen, |
16, Heil, Preiß, Ehre, Macht
und Staͤrcke ſey dem, der da
ſeine
Wercke |
316
Herche,feineeNamemeRuhn 5. Dann mein verliebter Sin
erhebt; ſchweiget nun und nim⸗ laßt mich nicht wancken, des
mer nicht, weil er in uns auf⸗ reinen Geiſtes Zucht balt nich
gericht eine Wohnung, die be⸗ in Schranden, zu eilen freie
ſteht ewiglich und nie vergeht. lich fort nach jenem Leben, das
17. uns die Freuden⸗Erndt zuletzt
a Er reine Geiſt aus GOtt wird geben.
2 hat mich berübret, gezo⸗ 18. .
gen aus der Welt, u. hingefuͤh⸗ IE feurige Liebe die mas
ret zur reinen Glieder⸗Zahl die chet verſchwinden die fein⸗
Gott erkohren, und ſie durch de, und thut mich mit JEſu
feinen Geiſt hat neugebohren. verbinden: und ob fie ſchon of⸗
b 2. Das iſt die hoͤchſte Luft, die termal wüten und toben, ſo
uns kan ruͤhren, wann uns der bleib ich im Lieben doch ſtetig
reine Geiſt thut ſelbſten führen erhoben. |
ins innre Heiligthum, wo ohn 2. Ich habe erblieket, den mei⸗
Ermuͤden die Andacht ſteiget ne Seel liebet, und ſich mir
guf in ſtetem Frieden. auch ſelbſten zu eigen ergtebet:
3. Ich bleib verbunden ſtehn drum will ich mich wieder aufs
in allen Wehen, weil mich die neue verſchreiben, ihm, mei⸗
treue Lieb dazu erſehen: daß nem Hertzliebſten, getreu zu
ich vereiniget mit denen Seele, verbleiben. 4
die allhier Tag und Nacht ſein Abe ich beſtehe im
Lob erzehlen. Glauben und Hoffen, wann
4. Das iſt des Geiſtes Luſt u. Schmertzen und Wehen mein
Hertz Vergnügen; muß ſchon Hertze betroffen: dann wann
der bloͤde Sinn oft unten liege: ich in Noͤthen zu ihme thu fle⸗
Gedult er wir bet Troſt in allem hen, fo thut er mich wieder in
Jagen, wann Hoffnung thut Gnaden anſehen. 4
den Kampfzum Tod hinwage. 4. Ich hab mich verſpee en
f 8 *
.
— + g | 4
1
Hochzeit einführen,
317
dem Schatz meiner Seelen, denn groß an uns find ſeine Lies
und will mir auf Erden nichts bes⸗Wercke, indem er worden
anders erwaͤhlen, und ob mich unſer Theil. 5
die Feinde ſchon ſuchen zu fan⸗ 2. Wir glauben, darum ſin⸗
gen, ſo bin ich doch ihren Ge⸗ gen wir von Wahrheit, von
zelten entgangen, Gnade und Gerechtigkeit, und
Und weil er mich leitet in wandeln fort im Licht göttli⸗
heiligen Schrancken, drum cher Klarheit, beſitzen Frie-
werd ich beſtehen ohn einiges den allezeit. i
Wancken, wann ſchon aufunch 3. Die Feinde muͤſſen alle vor
dringen viel Leiden und Pro- uns fliehen, dieweil der HErr
ben, will ich ihn doch ruͤhmen mit uns im Streit, und uns
mit Dancken und Loben. die Waffenruͤſtung thut anzie⸗
6. Ach JEſu! du wolleſt mich hen, ja ſtehet ſelbſt an unter
Seit.
ſtetig erhalten, un Wachen Sei
und Beten nicht laffın erkal⸗ 4. Der Joſua, der alle Feind
ten: dieweil ich nichts anders geſchlagen, der gehet ſelbſten
mehr ſuche auf Erden, als dir vor uns her, wer ſolte es auf
nur alleine gefaͤllig zu werden. ihn nicht duͤrffen wagen? und
7. Ich kan auch nicht anderſt, fürter wancken hin und her.
weil du mich gezogen, und haſt 5. Drum kommt, ihr Kinder,
mir mein Hertze in Liebe be⸗ kommt und famınlet Kräfte,
wogen: drum will ich ſo leben, in unſerm Weinſtock JEſu
wie ſichs thut gebuͤhren den Chriſt, damit ihr treiben koͤnt
Braͤuten, die du wirſt zur des HErrn Geſchaͤffte, und
von ihm werdet ausgeruͤſt.
19. , Ihr ſeyds, die ihr des
Die Freud am Herrn iſt HeErrn Geraͤthe traget, halt
unfte Kraft und Staͤrcke, eure Seele rein und keuſche
wir freuen uns in ſeinem Heil: ſeht wie faſt nieinand nach dem
3
Herrn
N
4
|
Eigenthum. Gott in Gnaden, und ſchein
4 i 7 5 N
HeEren mehr fraget, faſt alles und Koͤnig werd hinfort mehr
lebt jetzt nach dem Fleiſch. gehoͤrt von euch. ha
7. Selbſt viel, die von dem 12. So gehn wir alle jauch⸗
HErren find geruffen zu ſei⸗ zend in dem Reihen, und ruͤh⸗
nem groſen Abendmahl, die men uns der GOttes⸗Kraft,
werden traͤg, ohnmaͤchtig und der unſern Weg in & hriſto laͤßt
entſchlaffen, wie wenig iſt doch 1 und uns in ihm macht
deren Zahl: iegehafft.
8. Die ihre Lampen mit den 13. Er iſt und bleibet König,
Klugen ſchmuͤcken; drum wen⸗HeErr und Meiſter, und macht
det deſto mehr Fleiß an, weil zu nicht der Feinde Heer, zer⸗
unſer Heil thut taͤglich näher bricht die Kraft der Rott⸗ und
ruͤcken, uns zieht mit neuen falſchen Geiſter, drum werde
Kraͤften an. ihm Lob, Preiß und Ehr
9. Wir ſind ja nicht von der 14. Jetzund und auch in E⸗
nen, die da ſchlafen, noch trun⸗ wigkeit gegeben von uns und
cken find von Welt⸗Lieb mehr: feiner: gantzen Schaar: die hei⸗
drum laßt uns brauchen unfre lig keuͤſch und reine vor ihm
Geiſtes⸗Waffen, weil wir ges leben, die jauchzen in ihm im⸗
zaͤhlt zu GOttes Heer. merdar. 44 il 7 3
20. U: f
u.
10. Drum ßjauchzet froͤlich m. yon
und erhebt den HErren, b. Ie Liebe, die ſich leget zu
1 im Heiligthum und a JE Fuͤſen hin, und rei⸗
inget ihm zu Lob und hohen nen Hunger traͤget nach ſei
Ehren, die ihr nun ſeyd ſein nem Liebes⸗Sinn: die iſt bey
11. Von nun an ſey euch auch oftermal, die Noth, o IE"
allen viel zu wenig, was nicht beladen, hab keiner Jahre Zahl.
gehort inc Ottes Reich: nichts >. Wer einmal ſich gekehret
nichts, als loben euren GOtt unt ganzem Hersces Een
w.. ͤ ccc 1 319
zu dem, was er gehoͤret aus als eine für Beute der langen
treuer Wachter Mund, und Ewigkeit, den Seelen, ſo ihr
dem was fie uns fügen von Zi- Leben nicht bis in Tod geliebt,
ons Herrlichkeit, die nach den viel mehr im Urbergeben ſich
Tiauer⸗Tagen bey GOtt iſt Tag und Nacht geübt.
zubereit. 5 7. Was abet ihn beklemmet,
3. Dem muß ſein Gluͤck noch und oft empfindlich quaͤlt, iſt,
werden, und gieng es noch fo wann der Geil gehemmet, und
lang, ſo muß die Freud der Er⸗ Gottes Gunſt ihm fehlt: wañ
den doch weichen dem Geſang, ſich der Brüder Hertzen auch
| den Er imeiſt oft hörer von ei- fremde ſtellen an, das macht
ner Seligkeit, die ihm von Ott ihm ſolche Schmertzen, die er
‚ befeveret vor feine Traurigkeit. nicht ſagen kan. |
4 Zwar geht er hin verluffen 8. Wann er imufi einſam wan⸗
gar manche Tag und Nacht, dern in dürrer Wuͤſteney aus
Kuf ſeiner Pilger⸗Straaſen von einer Noth zur au dern von a eꝛ
jederman veracht, weil er in Hoffnung frey, daß er dae Ziel
ſich gefaſſet das Wort vonGot⸗ erreichet, ſo ihm iſt vorgeſteckt,
tes Reich, drum wird er hier weil nun die Sonne weicher,
gehaſſet von Freund und Feind und es die Nacht bedeckt.
zugl ich. Da ſteht er den voll Schmez⸗
FJ. Doch thut das ein geringes tzen in ſeines Feindes Land, der
zu feinem Hertzeleid, weil er ſagt ihm von Verſchertzen, und
N Ben alles Dinges auch gerne daß in feinem Stand die Zeit
wär befreyt, jo feinen Geiſt oft nun ſey gekommen, da Gottes
kraucket in dieſem Leibes Haus Gnad und Huld, ein ewig End
ban er an das gedenckct, wie genommen von wegen feiner
Sstt wird theilen aus, Schuld. 8 Sara
6, So grofen Froft und Freu⸗ 10, Daber ach der Guͤte! die
deuach kurtzem Leid u. Streit, umermißlich dt, die wird ſo bald
| %
"fo fie beſchieden hat, und ferner zet für Freuden.
346 |
nicht müde, daß ſie ein Hertz ſo taͤglich die Wunder des Her⸗
vergißt, ſo hier aus freyer Liebe ren erzehlen, die waͤchſt und
der eitlen Welt entgeht, und vermehrt ſich von Zeiten zu
bloß durch Liebes⸗Triebe in ſol⸗ Zeiten, und thut ſich vortreff⸗
che Noͤth geraͤt h. ich im Geiſte ausbreiten
I. Sie weiß ſchon Zeit und 2. So daß nan die Blu⸗
Stunden, wann ſie uns troͤſten men und Fruͤchte kan ſchauen
will, und wären auch die Wun⸗ in Thaͤlern, wo lagern des
den san ohne Zahl und Ziel: Lammes Jungfrauen, die da
i
ſo kan fie doch wohl machen, find entzündet vom Liebsten
durch ihre milde Hand, daß zu lieben, und ‚völlig. ſich in
unſre Leidens⸗Sachen auf ein⸗ der Geimeinſchafft zu üben.
mal umgewanot. Sr 3. Sie ſteigen von Zeiten
12. Und daß ein ſanfftes We⸗ zu Zeiten auf höher, um alſo
fen das Hertz und Geiſt um⸗ zu kommen dem Brautgam
gibt, daran man kan geneſen, noch naͤher, damit die Geniein⸗
und noch wird mehr verliebt, ſchafft beſteh auch in Leiden,
das Ereutzlein gern zu tragen, worüber mein Hertze oft jauch
mehr zu wagen auf Gottes 4. Denn wenn ich erwaͤge,
Huld und Gnad. wie Ic᷑ſus gezogen die Sees
13. Und waͤhrte auch der len zuſummen in Liebe bewo⸗
Schmertzen bis in das Grab gen, um ſich zu ergeben einan
hinein, die Liebe in dem Hertzen der von Hertzen, damit fich vert
verſuͤſet alle Pein: das Ende lieren die Leiden u. Sehmertzen,
wird ſchon kroͤnen den langen 5. So wird auch mein Hertze
ſchweren Streit, abwiſchen ung entzündet von Liebe, daß ich
re Thraͤnen in jener Ewigkeit. wich in ſolcher Gemeinſchafft
ſeo uͤbe, um mit zu genieſen dil
adlei
Te | ie
D Je Liebes⸗Gemeinſchafft Sreude dir Seelen, die ſi
der Goͤttlichen Seelen, e
321
alleine mit IEſu vermaͤhlen. ſo ſpielen auf Harffen am glaͤ⸗
6. Denn Reluheit und Einheit fernen Meere, und geben dem
durchdringet mein Hertze, ſo Lauime Danck, Preiß, Ruhm
daß ich viel ſuͤſes empfind auch und Ehre. 955 AR
im Schmertze, und acht nicht ı 1. Dicſelbe Geſellſchafft muß
was Leiden mir ſolte zukomen, fie wohl bewegen, zun Fuͤſen
dieweil ich vereinigt mit ſol⸗ des Lammes ſich nieder zu le⸗
chen Lieb⸗Frommen. „ Nn, weil es fie gewürdigt zur
7. Die alles verlaſſen aus Lie⸗ Zahl der Erkohrnen gezehlet zu
be zur Tugend, ja haben ver⸗ werden als Erſtegebohrnen.
danunet die Lüfte der Jugend, 12. Drum jauchzet mein Herz
und gantzlich ſich JEſu mit al⸗ tze, wenn es thut empfinden,
lem ergeben, zu folgen im rei⸗ wie ſie ſich zuſammen in Liebe
nen und heiligen Leben. verbinden, mehr eruſtlich zu
8. Daß er ſie nut feiner Lieb werden im Lieben und Leiden,
ſtets moͤg umfaſſen; drum ha⸗ damit ſie kein Schmertzen von
ben ſie alles um Alles verlaſſen, IeEſu koͤnn ſcheiden. a
und achten geringe Schimpf 13. So wachſen fie täglich in
Spott Schmach und Schande, Liebe und Wahrheit, und wer⸗
ja weñ es auch wären Gefaͤng⸗ den erfuͤllet mit Tugend voll
niß und Bande. Klarheit, als Braͤute des Cams,
9. Damit ſie treu bleiben dem das ſie theuer erworben, da es
der fie geruffen, und führer ſie an dem Creutze vor ſie iſt ge⸗
täglich auf höheren Stuffen: ſtorben. |
15 ſolt nicht hoch ſchaͤtzen im 14. Und hat ſie gar liebreich
Reiben zu ſtehen mit denen, die geruffen zuſammen, entzuͤndt
JEſu dem Lamme nachgehen. fie auch oͤfters mit himmliſchen
10. Und ſuchen hier voͤllig ge Flammen. O! wer kan aus⸗
elulgt zu werden, damit ſte er⸗ ſprechen, was fie denn empfin⸗
heinen dort unte: e feen. wenn ſie ſich aufs neue mit
ö 2
0 SE
33%
IeEſu verbinden. übet in feiner Creutz⸗Schule
15. Die Paradies: Ströme, durch Leiden und Schmertzen,
die in ſie daͤnn flieſen, ihr bren⸗ geſchmoltzen zuſam̃en im Feuer
nende Hertzen gar ſanffte begie⸗ Die Hertzen.
ſen, ſo daß ſie befänfftigt in⸗ 20. Daͤmit wir einander im
wendig ſich kehrẽ, daß ſich nicht Grund recht umfaſſen, und
die innere Kraͤffte verzehren. nummermehr eines das andere
16. Kein Hertze verſtehets, es haſſen: zum Lieben, zum Lie⸗
ſey denn zerſchlagen, kein Sin⸗ ben ſind wir ja erkohren, weil
nen begreiffens, wenn num es GOtt, der die Liebe, uns neu
thut ſagen, was Seelen enpfin⸗ hat gebohren. | | |
den, die ſich nur beſtreben ge⸗ 21. Drum laſſet uns taͤglich
waltig zu dringen ins innere zunehmen im Lieben, weil wir
Leben. uns ſchon ofte zum Lieben ver⸗
17. Wenn ſie ſo erſuncken in ſchrieben, auch haben den Koͤ .
heiliger Stille, und haben ge⸗ nig der Liebe zum Fuhrer, der
noſſen von goͤttlicher Fulle, hoͤrt unſere Hilffe, Schirm, Schutz
man ſie bald wieder aufſteigen und Regierer⸗ W
zum Loben, da wird denn der 22. Ich will mich aufs neue
Koͤnig recht herrlich erhoben. gantz feſte verſchreiben, euch al⸗
18. Mein Hertze wird innigſt len von Hertzen getreu zu ver⸗
zur Demuth bewogen, dieweil bleiben, ſo lange ihr bleibet an
ich in ſolche Geſellſchafft gezo⸗ IeEſu feſt kleben, und taͤglich
gen von JEſu, drum müß ich euch übet im heiligen Leben.
mit ihnen anſtimmen, von Lie⸗ 23. Als Jungfrauen die ein⸗
be, von Gnade, von Warheit tzig dem Lamme nachlauffen,
zu ſingen verlaſſen die Heuchler und gott?
19. So kommt denn, ihr See⸗ loſen Hauffen, weil JEſus von
len, ich bin mit verliebet in JE⸗ ſolchen euch theuer. erkauffet
fun, der uns hat bishero ge⸗ euch kraͤfſtig mit Seu e
*
18
—
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* 1
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1
* *
323
Geiſte getauffet. unſere Seelen erleuchtet mit
24. Drum laßt uns zuſam̃en Klarheit, damit wir inwendig
aufs neu uns verſchreiben, um um Seit ihn erheben, und alda
SE bis in den Tod treu zu ihm Ehre u. Herrlichkeit geben.
verbleiben, und ſtehen als Haͤu⸗ 22 ö
ſer auf Felſen gebauet, dieweil DI Straaſen Zions lie⸗
wir mit JEfu uns haben ver⸗ gen wuͤſt, weil Niemand
aue mehr thut fragen, was ſie zu⸗
25. Er wird uns zur Hochzeit vor geweſen iſt, da man von
nun balde einfuͤhren, drum thut ihr kont ſagen: Jeruſalem, du
er uns taͤglich mehr ſchmuͤcken werthe Stadt! die Gott ſo
und zieren: ein jedes ſich beu⸗ hoch begnadigt hat zu ſeinem
e, deim Lamme geb Ehre, zu'n Lob und Ehren.
üſen ſich lege, fein Lob ſtets 2. Die ſieht man nun verwuͤ⸗
vermeore. ſtet ſtehn, beraubet ihrer Freu⸗
26. Dieweil es uns leitet als den, wo wir ſie vormals in ge⸗
Schaͤflein der Weide, erfuͤllet ſehn in denen guͤldnen Zeiten:
n
|
uns innigſt mit goͤttlicher Freu⸗ da fie gegruͤnet weit und breits
de, ſo waͤchſt die Gemeinſchafft nun aber fo viel Hertzen-Leid
im Lieben und Leiden, und blei⸗ auf ſie und uns gekommen.
ben einander treu bis wir ab⸗ 3. Ach GOtt! wenn kommt
ſcheiden. | doch einft die Zeit, daß wir er⸗
27. O jauchzet! O lobet! O bauet ſehen die Hütten der Ges
ruͤhinet den König! der uns ſich rechtigkeit in ihrem Glantz auf⸗
vermaͤhlet, ja all's ſey zu we⸗ gehen: wir werde oft im War⸗
nig, was unſere Zunge mit ten bang, und müflen. unſern
Stimmen kan ſingen, wir wol⸗ Harfen⸗Klang mit Weinen
len zum Coben ins inere dringen laſſen hoͤren.
4
28. Wo Gott wird verehret 4. Doch bleiben wir im Hof⸗
um Geiſte und Warheit, der fen ſtehn, und warten ‚fein in
e e Sr:
324 EEE RN.
Guuden, bis wir zum Wunder ein, die mit fo viel Beſchwer⸗
werden fehn fir aller Sorg ent- den in dieſer Welt beladen ſeyn,
laden, und Zion wieder aufer- und dort verherrlicht werden.
baut, daß jeder wer ſie nur an⸗ Jetzt bleibt die Hoffnung der
ſchaut könn Gottes Wunder Geſang, dort wird der Harfen
preiſen. Wunder-Klang GOtt ohne
5. Dei ihre Mauren fertig Ende loben. ge
ſeyn, das Heiſigthum erbauet, 23
da allzuſa umen gehen ein, die ON Je Sure, die mich traͤn⸗
ſich mit GOtt vertrauet, da Wcket aus JE Sil Liebes⸗
mit von allem Ort und End Brut, und mit dabey einſchen⸗
ich ſamuile und zu Hauf find cket viel reine Himmels⸗ Luft:
ins Herren Theil und Erbe. die hat mein Hertz gezogen, und
6. Und ſtimmen an im hohen gantz genommen ein, daß ich
Thon viel neue Liebes Lieder durch Lieb bewogen Ihr ewig
zum Spott der ſtoltzen Babi⸗ treu zu ſeyn.
lon, die Zion iſt zuwider. Und 2. O Heilig⸗ reines Weſen!
weilen man nunmehro ſieht, wie haft du mich beglückt: ſo
daß ihre Schönheit wieder bald ich dich erleſen, wurd ich
blüht, wird jener Hoffnung von dir erquickt; drum ſoll
fallen. A maiich nichts michr trennen, nc)
7, Des freue ſich die kleine ſtöhren meinen Sinn, den ich
Schaar, und lobe GOTT mit im Liebe⸗Brennen dir gabzu
Namen, die vor ſo ſehr zerſtreu⸗ eigen hin.
et war, und wieder bracht zu: 3. Du wirſt mich wohl hins
ſamen: daß unſre Wege ſchoͤn führen zu deiner reinen
ausſehn, worauf wir koͤnnen Schaar, die dorten triumpht⸗ 1
freudig gehn nach jenen Zions⸗ ren ohn Ende, Zeit und Jahr,
die ſelbſt das Lamm wird leis
4
Pforten.
8, Da allzuſammen gehen ten am Strom wee
rei 5 5 A 55 Bo ” gr n
8.
1
5 — 3
ſchoͤn, mit viel erwuͤnſchtẽ Freu⸗ wird beruͤhret von Gottes
den, die nimmermehr vergehn. Hund und Huld.
4. O Liebe! die mich naͤhret 3. Wenn dieſe Sonnen⸗Stra⸗
ſchon hier in dieſer Zeit, und len das Hertze nun bemahlen,
dort ein Gut beſcheret, ſo bleibt da waͤhrt diß Liebes⸗Spiel ohn
in Ewigkeit. Du biſt mein Ehr Zeit und ohne Ende, dann
und Krone, mein Siegel in der Gottes Wunder-Haͤnde find
Hand, mein Luſtſpiel ohne ohn Zeit und Ziel. 22
Lohne, und mein Verſich⸗ 4. Dan wo diß iſt gelungen, i
rungs⸗Pfand. Zeit und Weh verſchlungen:
5. Mit dir kan ich eingehen, da herrſcht das Himmelreich
wo man vor Gottes Thron in mit ſeiner Kron und Wuͤrde
groſer Freud wird ſtehen, hell mit ſeiner Tugend⸗Zierde, man
leuchten, wie die Sonn. Wohl wird nicht traͤg noch weich.
dann! ich will ohn Zugen dir 5 Was will doch den verdam⸗
folgen nach auf Erd, bis ich ohn men? wo dieſe Liebes: Flamen
alles Klagen alldort verherr⸗ das Hertze gantz entzuͤndt. Wo
licht werd. Liebe Kinder machet, wird alle
ae auen ee Welt verlachet, da weht der
Eu Geiſt, den GOtt geſeg⸗ ſanfte Wind. DR
et, mit Himmels: Than 6 Es i nicht nur von Auſſen,
beregnet, iſt wie ein muntres nian hört das fanffte Saufen
Reih: Er kan ſich nicht mehr im ſteten Lobgethoͤn. Da ſingt
kraͤuncken im Sinnen und im man feine Lieder, ſteigt auf,
Dey cken, weiß nichts von Ach und ſincket nieder, diß iſt ja
und Weh. Wunder ⸗ſchoͤn. 30
2. Hat er ſonſt was zu ſagen, 7 Nun bin ich hoch erfreuet,
thut er ſich ſelbſt anklagen, und weil GOtt mich benedeyet
traͤget feine Schuld: bis er in durch dieſes Wunder⸗Spiel,
ſich verſpuͤhret, daß ſein Hertz Ich kan nicht mehr verderben,
*
| * | mag
fr
Ewigkeit.
126
V.³ĩd. —
mag leben oder ſterben, ſo trifft wo er auch geht und ſteht.
der Geiſt ſein Ziel. 5. Nichts kan und mag ihn
g. Die Lieb, die vor gezweyet, kraͤncken, ob ihm ſchon GOtt
iſt wiederum verneuet, dann fie. zufuͤgt viel Leiden in dem Den⸗
iſt das Pmir. Ihr thun wir cken, in ihm lebt er vergnuͤgt.
uns verpfänden in unſern Ehe⸗ 6
Und ob er oft darneben ver⸗
ſtaͤnden, als unſrer Kron und laſſen scheint zu ſeyn: ſo bleibt
er Ott ergeben in allem Creutz
ier. 5
11 Hab ich ſonſt nichts zu hof⸗ und Pein.
fn, ſo iſt es doch getroffen, leb 7. Er wei
in Gelaſſenheit. Es wird mir te,
5 h, daß das Heſchlech⸗
mit dem er iſt verwandt, hat
ja beſcheret das, was mein hier kein Theil noch Rechte in
Britt begehret, in Zeit und dieſem fremden Land.
ſcloſt zum Opffer hin, Be mit vieler Hertzens Freud.
wird in die Laͤnge leben, dann 9.
Gott iſt ſein Gewinn. tet.
Er hat ſein Wohl vernich⸗
das ihn nicht machet ſatt?
2. Er ruht in ſeiner Kammer, weil er ſein Aug gerichtet nach
wie hart und ſchwer es geht in jener Zions⸗Stadt. an
ſeinem vielen Jamer, ſein Thun 10. Sein Leben iſt verſaget,
in GOtt beſteht.
fin, Se u Erd unden
3. Er legt die Sorgen nieder weil er ſich hat gewaget mit.
vor Ott auf den Altar, der⸗IeEſu in den Tod..
ſelbe troͤſt t ihn wieder nach 11. Der hilfft das Creutz ihm
Creutz und viel Gefahr! tragen, wanns ihm an Hilf ge⸗
4. Sein Wohl und Weh auf bricht: in ſeinen Truͤbſ us Ta⸗
Erden, und wie es ihm ergeht, gen gibt er ihm Unterricht.
Be
Fm
8. Drum wallt er ſeine Stra-
nenn z, je, ſcheidt ſich von Ort und Zeit:
En. ieſter, der gegeben nimmt auf ſein Leid ohn Maa⸗
ich ſe
2 2
e
7
5
9
uß mit zum Opffer werden, 1, Auch kanihn nichts er aa |
den auf ſeiner Glaubens⸗fahrt; Gottes Gnad.
327
weil er beſitzt den Frieden, der 20. Doch thut ihn nichts be⸗
ſeinen Gang bewahrt. wegen, Troſt, Freud und Trau⸗
13. Sein Ziel hat er geſetzet in rigkeit: Er geht den Weg im
Hoffnung dorthinan, drum ihn Segen fort nach der Ewigteit.
auch nichts verletzet auf feiner 21. Es iſt bey ihm beſchloſſen
Creutzes⸗Bahn. ſein gantzes Lebenlang nut al⸗
14. Dann dort im Frieden ra⸗ len Bunds⸗genoſſen zu gehn
ſten, die hie in manchem Drang den Creutzes⸗Gang.
getragen ihre Laſten in ihrem 22. Drum acht er nicht das
Treutzes⸗Gang. Schmaͤhen, was Drangs man
15. Und wañ er dorthin ſchau⸗ ihm anthut: weil er ſich des
et mit einem felgen Blick: wo verſehen, ſchwaͤcht nichtes ihm
er dem Lamm vertrauet, ſo den Muth. a
weicht fein Schmertz zuruck. 23. Er dultet alle Plagen,
16 Sein Jammer wird ver⸗ womit er oft umſtellt: und fuh⸗
geſſen, ſein Geiſt geht aus der ret keine Klagen, dringt ein ins
eit: die viele Noth und Preſ⸗ Himmels⸗Zelt.
fen find fein jungfraͤulich Kleid 24. Wo alle Müh und Sor⸗
17. Worin er wird erſcheinen gen ſich enden in viel Freud:
vor Lammes Stul und Thron: weil er an jenem Morgen er⸗
nach ſeinem langen Weinen langt ſein Ehren⸗Kleid.
wird ihm bereit't die Kron. 25. Da wird im Licht erſchei⸗
18. Wann Dinge, ſo nichts nen, was hier im Creutz⸗Altar
taugen, beſtreiten feine Ruh: jo geopffert auf im Weinen und
ſchließt er Hertz und Augen und mancherley Gefahr.
alle Sinnen zu. 26. Dann iſt der ſchwere Or⸗
19. Zwar oͤfters muß er gehen den vergeſſen und dahin: weil
verlaſſen ohne Rath: wann vier GOLF nun ſelber worden ſein
le Ereutzes⸗Wehen verdecken Theil mit viel Gewinn.
8 Tt Ermun⸗
2
1 298
» *
328
26 und ſchwingt ſich in die Ewig⸗
Rmuntert euch, ihr Kin⸗ keiten. al
der unſrer Liebe, die ihr von 4. Ach ja! die Herrlichkeit iſt
Ott gezogen ſeyd: auf! fol⸗ unermeßlich, die da beſitzt ein
gi doch des Geiſtes wahrem Gottes⸗Kind; ach aber! wie
Triebe, halt euch in Demuth ſind wir ſo gar vergeßlich, und
ſtets bereit, damit euch GOtt wenden uns vielmal geſchwind
je mehr und mehr ausruͤſten mit unſern Sinnen nach Na⸗
kan zu feiner Ehr, ſo ihr euch tur, achten nicht gnug dergiebe
ihm gelaſſen gebet, und nur Spur, bis wir es mit viel Leid
nach dem, was hiümmliſch, und Schmertzen erfahren muͤß⸗
ſtrebet F ier +4 ſen in dem Hertzen. N
2. Ein Geiſt der da von allem 5. Drum iſt es Zeit einander
abgekehret, was irrdiſch iſt und zu zu ſchreyen, auf, auf! er⸗
Creatur, der wird vom hoͤch⸗ muntert euch aufs neu, erman⸗
ſten Weſen ſelbſt ernaͤhret, weil net euch doch alle ihr Getreuen,
Gottes eigentlich Natur, daß ſeht ihr nicht, wie ſchon ruckt
er ſich dein gern theile mit, den herbey der Braͤutigam, drum
um das Irrdiſch nicht bemüht, ſeyd bereit, und ſchmuͤckt euch
und nichts im Grunde thut ver⸗ mit dem Hochzeit⸗Kleid, thut
langen, als ſeinem Schöpfer Fleiß und Muͤhe doch anwende,
anzuhangen. a die Heiligung hier zu pollenden.
3. Erweget recht, o allerliebſte 6. Sucht euch je mehru. mehr
Seelen! worzu euch! Ott be- allhier zu rein gen von reatur
ruffen hat, und wie er euch aus und Eigenlieb, dainit ſich GOtt
Gnaden thut erwaͤhlen zu recht kan mit euch vereingen, u.
Bürgern feiner groſſen Stadt, würcken durch ſein's Geiſtes
da ja niemand kan gehen ein, Trieb in euer Hertz. Seel und
als der hier abgeſchieden rein Zemüth, fo werd't ihr ſchme⸗
ſich haͤlt von allen Euelkeiten, cken Gottes Guͤt, und 1
| 5 mehr
1
329
mehr verlangend werden, zu ter geben,
fliehn u. haſſen was auf Erden. 10. Doch iſt in uns hiezu gar
7 O ſelig l wenn wir alſo lauf: kein Vermoͤgen, die Kraft kom̃t
fen werden und uns nach nichts nur von oben her, drum laßt
mehr ſehen um, ſo ſind wir frey uns vor dem HErrn uns mie⸗
vieler Laſt u. Beſchwerde, und derlegen, und zu ihm ruffen
heiſſt recht Bots Eigenthum, ernftlicher, als wie bishero iſt
die von der Erden ihm erfaufft, geſchehn, daß er mit Kraft uns
u. er mit ſeinem Geiſt getaufft, woll beyſtehn, damit wir
zu feinem Dienſte ihm erfohre, kaͤmpfend uͤberwinden, am
da er uns hat wiedergebohren. End die Kron des Lebens fin⸗
Wenn aber wir nicht Ernſt den. | hi
und Fleiß anwenden, und wie⸗ x11. Denn weil wir hier in die⸗
der werden ſchlaͤfferig, fo nimt ſem Letbe wallen, ſo hoͤrt ge⸗
uns Ott das wieder aus den wiß der Streit nicht auf, und
Hande, was er uns gab fo gnaͤ⸗ ob gleich viele Feind vor uns ger
diglich, und gehts uns alsdann fallen, ſo machen ſie ſich wie⸗
wie Loths Weib, die zum Ge⸗ der auf: und koͤnnen ſie nichts
daͤchtnuͤs ſtehen bleib erſtarrt, mit Gewalt, ſo kommen ſie mit
erſtorbeu und erfrohren, ja blei⸗ Schmeicheln bald, und ſuchen
ben ewig gar verlohren. uns ins Netz zu reiſſen, da ſie
9. Ach! ſag ich, laßt uns diß mit viel Freyheit uns verheiſſen.
Ernſt betrachte, u. unſer Hertz 1 2. Drun heiſt uns unſer lieb⸗
durchſuchen recht, ob wir die fer JEſus wachen, daß uns der
Welt und Eitelkeit verachten, Feind erſchleiche nicht; ach!
wie es gebuͤhret Chriſti Knecht, laßt uns geben acht auf unſre
u. täglich nehmen zu in Kraft, Sachen, ein jeder denck, wie er
die in uns ein neu Weſen ſchafft verpflicht, zu ſtreiten einen gu⸗
denn ſtille ſtehn kan nicht bes ten Streit, daß er ergreift die
ſtehen, wir muͤſſen taͤglich „ drum laßt in 10
| 5% ö was
339
— — —̃ —
was wir machen, ach liebſte verborgen, auch oft der Wan⸗
Seelen, uns doch wachen! del unbekannt; doch thut GOtt
1 27 ſelbſten fire mich ſorgen, bringt
E Rſeucke dich, mein Hertze, mich zum wahren Vaterland:
oer in einem tief⸗gebeug⸗ allwo fuͤr wahr die reine
tem Will, dann Gottes Liebe Schaar, ſo hier mit Flehen
ſtaͤrckt dich wieder, auch wo die und Gedult erworben hat des
Schmach oft in der Still druͤckt Lammes Huld.
deinen Sinn, doch iſts Gewinn, 5. Da gruͤnet mir in reichem
wann man ſich nicht laͤßt hal⸗ Segen das Leben in der Nie⸗
ten auf, bis daß erfuͤllet iſt der drigkeit, das Gottes Geiſt mir
Lauff. bey thut legen, wann Er mit
2. Worinn man oft ſehr hart Manng micherfreut. Der Ue⸗
beladen mit viel Gefahr und berfluß in dem Genuß zieht
ſchwerem Drang; doch hilft öfters meinen Geiſt dahin, daß
Gott ſelbſt dem Elend rathen, ich vergeſſe, wo ich bin.
und machet mich gewiß im 6. Nun wird ohn alles Wi⸗
Gang. Die kurtze Zeit, die derſtreben mein Hertz zu feiner 7
man hier leidt, erwirbet Got: Pflicht gewoͤhnt, wo manGõott
tes Huͤt und Huld, zu warten dient im innern Leben, und als
ſein in viel Gedult. les gantz iſt ausgeſoͤhnt: was
3. O lang⸗verlan tes Liebe⸗ man verſchuldt, weil JEſus
geben! wie ſehnet ſich nach dir Huld erquicket meinen Seiſt Ei
mein Hertz, weil du aus Lieb und Sinn, und nim̃t den Jam⸗
dich hingegeben, zu loͤſen mich mer gantz dahin.
bon allen Schmerg: da ich 7. Orum bleibe ich in Lich
verirrt, hat er, mein Hirt, ge- verbunden mit der vereinten
a
führer mich zu feiner Herd, daß Glieder⸗Zahl, die hier durchs
ich n Schäflein Chriſti werd. Creutze uͤberwunden, und hal⸗
4. Mein Leben iſt zwar hier ten mit das Abendmahl in rei⸗
ner
ner Seid, O edles Kleid! das 3. Die Hoffnung, die nach je⸗
331
— —-— —
uns erworben IEſus Chriſt, nem Land des Lebens unſer
da Er am Creutz geſtorben iſt Hertz gewandt: die ſpeiſet oͤf⸗
8. Fuͤr feine keuſch⸗ verliebte ters das Gemuͤth mit Gottes
Glieder, die hier im Geiſt ver⸗Treu und Wunder-Guͤt.
bunden ſeyn, und ſtimmen an 4. Oft ſeufzen wir: O treuer
die neue Lieder, wann fie ins HErr! wie wird das Reiſen
Innre gehen ein: allwo ſie ſeind nicht fo ſchwer. Gedencke unſ⸗
in Lieb vereint, und geben Eh⸗ rer groſen Schmach, die wir
re Lob und Preiß auf eine ertragen Nacht und Tag.
gantz geheime Weiß F. Dann iſt ſein Hertz zu uns
9. Dem keuſchen Lamm, das erich, und kan ſich laͤnger
ſie erwaͤhlet zu ſeinem Lob all⸗ bergen nicht. Der Troſt, der
hier auf Erd, u. mit zur Braut flieſet da heraus, treibt alle Fin⸗
Zahl hat gezehlet, dieweil fie ſternuß hinaus. |
rein find und bewährt hier in 6. Steh auf! du ſehr gedruck⸗
der Zeit, O Seligkeit! ſo rufet ter Sinn, die Hoffnung iſt nicht
aus das keuſche Heer, und gibt gar dahin: es lebet noch der
dem groſen GOtt die Ehr. Helfers⸗Mann, der uns vom
28 Tod erretten kan.
ES iftdesLeidens zwar ſehr 7. Ach GO T Tl wie iſts ſo
viel; doch troͤſt uns GOtt wohl gethan, daß du uns haſt
oft in der Still: und fuͤhrt uns gehefftet an ans Creutz, und
durch das Jam̃erthal, da Dor⸗ dabey unſre Schuld haſt zuge⸗
nen wachſen ohne Zahl. deckt mit deiner Huld.
2. Die Zuſag, die er hat geredt
| | 29 *
in unſer Hertz, ſehr feſte ſteht: E S iſt fuͤrwahr ſehr theur u.
da fliehen wir in Noͤthen hin, C wehrt zu achten, wen man
9 3 Fuͤnſternuß bedeckt den in Gottes Huld und Liebe ſteht:
| N inn. e ieh .
da findet man ſonſt keine andre
Tt 3 Trach⸗
332
Trachten, als daß man nur in derSchmaß auch bis ins Grab
Liebe GOtt nachgeht. Denn hinein: und wird dir ſchon oft
allda iſt die rechte Bahn nach Zeit und Weile lange, wann
dein verheißnen Canaan, all⸗ du muſtſcheinen gantz verlaſſen
wo thut goͤldner Frieden thro⸗ ſeyn: Dann ſeine Hülf ſehr
nen, weil GOtt thut ſelber ſchnell aufwacht, nach der ſo
drinnen wohnen. langen truͤben Nacht, und ſtillt
Ich bin unt allem ſchon da⸗ das lang verlangte Sehnen,
hin gezogen, dieweil die allzu und nimmt hinweg die viele
ſtarcke Liebes-Macht die viele Thrauen. M
Trübſals⸗Hitzen überwogen, 5. So ziehe dann mit Freuden
da ich gab allem andern gute deine Straaſen, dieweil du nun
Nacht. Drum kan ich freudig ſo reichlich biſt getroͤſt: dann
ziehen hin in meinem Gott⸗ver⸗ wo du oft geſchienen gantz ver⸗
liebten Sinn, bis ich erhaben laſſen, hat dich dein GOtt aus
zu den Choͤren, die ewig Got⸗ aller Noth erloͤßt. Drum trau
kes Lob vermehren. ihm kuͤhnlich, keck und wohl,
z. Allwo lch werd mit groſer Er weiß wohl, wie Er dirthun
Freud eingehen, gepaaret mit ſoll: laß nur hinſincken deinen
der keuſchen Jungfraun⸗ Willen, ſo wird Er deinen
Schaar, die unverrückt vorm Schmertzen ſtillen.
Thron des Lammes ſtehen und 6. Wohl dann; ich will auch
SOtt erhöhen ohne Zeit und nun und nimmer laſſen von der
Jahr. O was vor grofe Herr: fo theuren Gottes⸗Huld, und
> Tichkeit iſt dort dem reinen Heer Gnad. Brennt mich die Truͤb⸗
bereit! die hier aus fo viel Truͤb⸗ ſals⸗Hitze ohne Maaßen, ſo
fal kommen, die nun ſind ewig gehts doch, wie Er es beſchloſ⸗
weggenommen.“ ſen hat. Dan mir die bittrevei⸗
4. Drum dulte, liebe Seel, den dens⸗Noth mein Manna und
Creutzes⸗Drange, und währe mein Himmel⸗Brod. eh
in 75 13 ö ge eg!
| 333
gefegt allhier auf Erden, wird 4. Drum ift mein Hertz auch
dort in GO T verherrlicht gautz erneut durch dieſe ſuͤſe
werden. Himmels⸗Freud, weil ich vers
wi 30 merck in meinem Sinn, daß ich
ES ziehe ung der Lie bs⸗ auch mit geſammlet bin in unſ⸗
Magnet, des Kraft durch rer Mutter Haus, da gehen ein.
alle Hertzen geht: daß wir ver⸗ und aus die reine Laͤmmer die
tiefen uns in Ihm, und bruͤn⸗ in Choͤren des Lammes Lob
ſtig ſeyn in unſerm Stu. Dann und Ruhm vermehren.
es ſind die Freuden dieſer eitlen 5. Dann es muß billig aller
Zeiten gantz und gar in uns Mund fein Lob vermehren alle:
verſchwunden, weil die Lieb Stund: weil es den Himmel
uns ſo gebunden. hat verſagt, und ſich vor uns in
2. Drum iſt uns auch der Tod gewagt. Drum ihr Laͤm⸗
Weg bereit zur wahren Gei⸗ mer reinel dencket auf diß Eine,
ſtes⸗ Fruchtbarkeit, weil wir daß in allen Liebes⸗ Proben
ſind gantz in ihn verliebt; ob nur ſein Lob werd hoch erho⸗
wir schon oft noch find betrübt, ben. |
und mit Leid umgeben hier in 31
dieſem Leben. Dann nach viel⸗ F Fund euch nicht, meine
und langem Sterben werden Feinde; ob ich ſchon danie⸗
wir den Ort ererben, der lieg, daß auch traurig gehn
3. Allwo auf herrlich⸗ſchoͤner die Freunde, der HErr wird
eid das Lamm der Laͤmmer verſchaffen Sieg: meine Hoff⸗
Heerde leit t, die ihme folgen nung ſtehet feſt, daß der HErr
willig nach, bis fie erlangt den mich nicht verlaͤßt ob ich gleich
frohen dag da die reine Schaa⸗ im Finſtern ſitze, und im Elend
ren ſich in Liebe pagren, und aͤngſtlich ſchwitze. N
mit Freuden in dem Gehen auf 2. Ich muß tragen meine
der Mutter Vorgang ſehen. Schulden, den Hohn meiner
W Jugend
33% 88 7
Jugend hoͤr'nz doch will ich es ben recht, damit fie ſich nicht |
gerne dulten, bis der HErr zu erheben; ſondern ihm die Ehre
mir wird kehren fein Genaden⸗ geben |
reich Geſicht, und mir laͤßt auf⸗ 6. Muͤſſen dennoch ſeine Fein⸗
en
gehn fein Licht, dieſen Troſt de ſaufen feinen Grimm und
mir Niemand raubet, ob der Zorn, obs gleich ſcheinet, daß
Feind ſchon hefftig ſchnaubet. die Freunde waͤren gantz und
3. Denn ich ſehe ſchon auszie⸗ gar verlohꝛn, ſcheinet ihnen doch
hen JEſum, meinen Held im das Licht, wenn vorbey iſt das
Streit, darum muͤſſet ihr bald Gericht, und ſie in dem Grund
fliehen, ohne Sieg und ohne erfahren, wie daß GOTTvon
Beut: ihr ſeyd zu früh worden langen Jahren f 7
froh, habt gerufen da, da, da, 7. Hat gefuͤhret ſeine Knechte,
und gejauchzet nah und ferne, die getragen feinen Zorn, und
acht das haͤttẽ wir laͤngſt gerne. fo ausgefuhrt ihr Rechte, daß
4. Weil die Wahrheit euch kein eintzigs Wort verlohrn:
gebiſſen, und das Zeugnuß hart und fie ihre Luft geſehn an der
1 115 wart ihr ſtets darauf Gnad, die feſt bleibt ſtehn de⸗
efliſſen, daß ſie wuͤrde bald nen, die in Proben halten, und
erſtickt: aber wiſſet Gottes im Leiden nicht erkalten. i
Roht; der es fo regieret hat, 8. Meine Feinde werdens ſe⸗
daß zu meinem Nutz u. From⸗ hen, und mit Schaam bedecken
men über mir zwar Leiden ſich, die fich jetzund hoch auf ble⸗
kommen. | hen, zu mir ſagen freventlich:
F. Doch bleibt Gottes Wahr⸗ wo iſt nun dein HERR und
heit ſtehen, und vergehet nüm⸗ GOTT, daß er dir helf aus der
mermehr, daß es jederman kan Rothe doch bleibt dieſer Troſt
fehen, wie GOtt rettet fine mir ſtehen, daß ich werd mit
Ehr! ob er gleich ſchlaͤgt feine Augen ſehen .. Y
Knecht, und fie nicht laͤßt bar 9. Wie die Feinde gantz zer
4 a 0 tretten,
. 5 |
— a
kretten, als Koht auf der Bat den, ihm allzeit ergeben ſeyn.
fen ſeyn, wenn der HErr mich 3. Die des HErren Bund feſt
wird erretten, und zu Zion neh⸗ faſſen, und denſelben nie verlafe
men ein: dann man wird ſie ſen, daß ſie bleiben ihm getreu,
nun bald ſehn, zubereitet fertig Ol die wird Gott ſelbſt regie⸗
ſtehn, weil man ſchon die Mau⸗ ren, und mit Krafft u. Tugend
ten bauet, ſolches wird im Geiſt zieren, daß ſie gaͤntzlich werden
geſchauet. | rey .
10. An dem Tag wird ſich aus⸗ 4. Von dem Creutz, das fie offt
breiten Gottes Wort ſehr weit druͤcket, daß ſie gehen ſehr gebüe
und fern: man wird pred gen cket auch noch bis auf dieſe
allen Leuten, wie man lieben Stund, ja die eigne Haus⸗Ge⸗
ſoll den HErrn. Darum Zion noſſen muͤhen ſich gantz unver⸗
freue dich, denn bald wirſt du droſſen, machen oft das Hertz
ſehn, daß fish viele Voͤlcker zu verwundet. |
dir kehren, daß fie Gottes Lob 5. O mein Gott lich bitt von
vermehren. ©. Bergen, ſteh mir bey in allen
32 Schmertzen, hilff mir uͤberwin⸗
Roh bin ich, weil ich gezaͤh⸗ den weit, daß ich in den Truͤb⸗
et 1 der Zahl, die GOtt ſals Tagen meine Seel davon
vermahlet feinem Sohn zu eis mög fragen durch den Sieg
ner Braut: die gantz von der als eine Bu
Welt geſchiede, u. beſitzen gro⸗ 6 Ja ich ſuch von Grund der
ſen Frieden, weil ſie nun mit Seelen, (und kans laͤnger nicht
Gott vertraut. verheelen) daß ich möge werden
2. Daß ſie ihm zu Ehren leben, frey von den eignen Wuͤrck⸗
ſich von Hertzens Grund be⸗ ſamkeiten, hilff durch deinen
ſtreben, ihm zu folgen gantz al⸗Geiſt beſtreiten, feine Krafft
lein durch die Wuͤſten dieſer Er⸗ ſtets in mir ſenr.
den in viel Leiden u. Beſchwer⸗ 7. Laß mein eigne Krafft ver⸗
N. Uu ſchwin⸗
*
5
a
EURER N
334 M -
ſchwinden in mir, daß nichts ſpühren, daß ich ruh in Got⸗
mehr zu finden ſey von ihrer tes Schooß.
Eigenſchafft, die mich lange 12. Ich wills nur auf JEſum
hat betrogen, und mein Hertz wagen, ihm ſein Creutz nach
von GOtt gezogen, daß ver⸗ helfen tragen, gehen mit vors
trocknet aller Safft. Lager aus: anderſt nichts mehr
8. Mach die Eigenlieb zu nich⸗ hier zu ſuchen, alle Nichtigkeit
tein uns, HErr, durch deln Be: verflüchen; achten nicht der
richte, alſo daß ſit eine Laſt in Feinde Grauß. Pf
uns allen möge werden, daß 13. Weil mein JEſus vorge⸗
wir loß von den Beſchwerden, gangen mit der dornen Kro⸗
und ſo mogen finden Raſt. ne⸗Prangen, will ich folgen
9. Dieſe ſchnoͤde Elgenliebe treulich nach: er hat mich zu
hindert oft des Geiſtes Triebe, ihm gezogen, und durch ſeine
weil ſie ſtehet in dem Weg / hem⸗ Lieb bewogen nach zu tragen
met das zuſammen⸗ Fließen, ſeine Schmach. 4
daß wir nicht der Krafft genie⸗ 14. Ich hab mich ihm feſt
fen konnen, wo es uns ar lag. verſchworen, weil geſucht er
10. Daß wir in des HErrn was verlohren, mich ſein arme
Geſchäften unverhindeꝛt von Ereatur: drum kan ich nicht
den Kraͤften, die uns oft gehal⸗ von ihm weichen, bis ich werd
ten auf; drum will ich mich das End erreichen, zu der goͤtt⸗
feier. haſſen, dieſen Greuel lichen Natur. a 2
fahren laſſen, weil es hindert 15. Die mir IEſus hat ers
meinen Lauff. werben, da er iſt am Creutz
11. Nun aufs neue ich anfan⸗ geſtorben, wenn ich ihn ſo wer⸗
ge fort zu gehen, und verlan⸗ de gleich: achte weder Schmach
e gantz von mir zu werden noch Schande, kein Gefaͤng⸗
oß, daß fich alles moͤg verlieh⸗ niß Schlaͤg, noch Bande, kei⸗
gen, und ich's koͤnn im Hertzen ne Truͤbſal mich macht 7e
| | A
4
h
zT
rr
337
|
16. Ich had mir feſt vorge⸗ EDttherftammen,und in Lieb
nom̃en mit den rechten glaͤub⸗ verbunden ſeyn, fort zu gehen
gen Frommen fort zu gehen ohne Wancken in den keuſchen
ohne Scheu, wider aller Fein⸗ Tugend ⸗Schrancken, bis wir
de n Toben: GO TT hilft mir gantz verneuet ſeyn. =
aus allen Proben, daß ich blei⸗ 21. Laßt uns freuen derowe⸗
ben kan getreu. 1% en, weil uns Gott ſchon thut
17. Weil ich oͤfters mich ver⸗ beylegen, feinen Segen hier
loffen, und das rechte Ziel nicht auf Erd, daß wir koͤnen auf ihn
troffen, ob ich ſchon mit allem trauen, weil wir ſeine Wun⸗
Fleiß meiner Meinung nach⸗ der ſchauen, und er ſich zu uns
egangen, war es doch betruͤg⸗ gekehrt. BR |
ichs Prangen, weil das Hertz 22. Daß wir freudig feinen
nicht war erweicht. Namen koͤnnen mit dem heil⸗
18. Aber nun iſt es zerbrochen, gen Saamen ruͤhmen noch all:
Gott hat dieſen Feind gero⸗ hier auf Erd, bis wir alle wer⸗
chen, weil ers treulich mit mir den kommen zu der Zahl der
meint, macht mich klein in wahren Frommen, da ein Hirt
meinen Augen, laͤßt die Zaͤh⸗ und eine Heerd. b e
ren die ausfaugen, bis die Son⸗ 33 224
ne wieder ſcheint. 8 Got der du mich haſt aus⸗
19. Nun ihr meine Hertzens⸗ erkohren zu deinem Lob in
Bruͤder, die wir an dem Leibe dieſer Zeit, und mich aus det⸗
Glieder, deſſen Haupt erhoͤhet nem Geiſt gebohren, daß ich zu
iſt: laßt uns doch mit Ernſt deinem Dienſt bereit allhier im
beſtreben, daß wir gantz zu Gang mit Lob⸗Geſang, bis ich
Ehren leben unſerm Heiland dort mit viel Sieges Freud dich
Se Chriſt. ruͤhmen werd in Ewigkeit
20. O! ihr Schweſtern allzu⸗ 2. Mit allen meinen Bunds⸗
ſammen, die mit uns von Genoſſen, die hier gelebt keuſch,
* " uns eilig
wur;
| 1
| *
N
| 5
ERSTER
ı a.
338 8 | |
| |
heilig rein, und auch gefolg gehen in die neue Stadt, die |
gantz unverdroſſen dem Lame lauter güldne Gaſſen hat.
nach ohn allen Schein, durch 6, Und will auch nimmer ſtille
Ereutz und Noth, Schmach, ſtehen allhier auf meiner Pil⸗
Schand und Spott, bis daß ger⸗Reiß, bis das ich kan die
der Streit gebracht zum End, Thuͤrne ſehen, ſo kan ich geben
u. alles Seid in Freud gewendt. GOtt den Preiß: der fie erbaut
3. Die werden dort am Rei⸗ vor ſeine Braut, die ſich allein
gen gehen, und ſtimmen ſchoͤn mit ihm vermaͤhlt, weil ſie er⸗
die Harffen an, und bey dem kaufft aus dieſer Welt. |
Lamm zur rechten ſtehen, mit 7. Wohl denen, die id dariñ
weiſſer Seiden angethan, in finden, und nicht befleckt mit
BGercchtigkeit, O ſchöͤnes Kleid! fremdem Weib; da will ich
das uns erworben hat das mich aufe neu verbinden, als
Lamm, da es geſchlacht am Chriſti jungfraͤulicher Leib: da⸗
Creutzes⸗Stamm. mit die Zahl zum Hochzeit⸗
4. Drum will ich folgen feinen Mahl erfuͤllet werd zu rechter
Tritten, damit ich komme auch Zeit: drum auf! der Braͤut⸗
darzu, und treu verbleiben, bis gam iſt nicht weit. 94
beſtritten die Feind, ſo kan ich 34 2260
gehn zur Ruh, wo Abraham Aſt du, OJ Eſu! dañ deine
den gantzen Saam wiꝛd zu ſich Gunſt vor mir verborgen,
ſammlen in den Schooß, und daß ich muß leben in Schmer⸗
machen aller Sorgen loß. ten und ſtetigen Sorgen: laß
5. Ich will mich nun aufs neu dich. doch ſehn; weil ich muß
befleiſſen, zu dienen ihm ohn traurig umgehn, vom Abend
Heucheley, ja gar ohn einigs bis an den Morgen.
truͤglichs Gleiſſen verbleiben 2. Ach bleib ſo lange nicht vor
bis in Tod getreu: ſo kan ich mir in Noͤthen gefehieden! thu
dort zur Frikdens⸗Pfort eins mir doch ſchen min Eh
Ab NER, * u B& w ß
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1 —¹˙·¹³¹ʃ ⅛ ⅛ w]!!! ˙ 1 . ˙ ⁰9 W
*
339
tzen den inneren Frieden: ich bin achtung und Spott in den fo
ja dein, wie Fönt verlaſſen ich dunckelen Zeiten. 5
ſeyn, und bleiben von dir ge⸗ 7. Da oft geſchienen, er hätte
ſchieden. mich gaͤntzlich verſtoßen, und
3. Toͤdliche Wunden von Lei⸗ feine Gnad und Huld waͤre auf
den u. vielem Beſchweren thaͤ⸗ ewig verſchloſſen. O was vor
ten mein Leben bey nahe im E⸗ Noth war da mein taͤgliches
lend aufzehren: weil IEſus Brod! doch kont mich nichtes
Hertz mir ſich verbarg in dem umſtoſen.
Schmertz, ſcheinets ohn Ende 8. Ich war zu frieden, nahm
zu waͤhren. auf mich die vielerley Schmer⸗
4. Naͤchte und Taͤge ging öffz gen, damit ich nicht mein Heil
ters vom Abend bis Morgen, moͤchte auf ewig verſchertzen.
daß ich moͤcht finden den Lieb⸗ Ich weiß, die Zeit wird noch
ſten, der ſich mir verborgen. O hinnehmen mein Leid, und viel
harter Orangl in ſo viel Schmeꝛ Gedraͤnge im Hertzen.
tzen, wie lang muß ich mich 9. So bald ich alſo zufrieden,
graͤmen und ſorgen. im tiefeſten Beugen, thaͤt er ſich
5. Ploͤtzlich erſchienen die lan⸗ felber in Liebe und Freundlich⸗
ge gewuͤnſchete Stunden, daß keit zeigen, ſprach:meine Braut
ich den Liebſten erblickt u. am die mir in Liebe vertraut, drum
Cxeutze gefunden. Ich ſtund thu dich 15 mir her neigen.
erblaßt: Es war vergeſſen der ro. Wohl nun, fo bin dan dem
Braſt, und aller Schmertzen Herzog des Lebens vermaͤhletz
verſchwunden. l es ſey mir alles ſonſt andre auf
6. Nun ſoll in Ewigkeit nichts Er entſeelet. Nun iſts ges
mehr mich von ihm abſcheiden, ſchehn: ich werd mit Freuden
weil ich veꝛbunden ihm in ſo viel eingehn, wo man ſein Lob ſtets
Schmertzen und Leiden: da erzehlet. |
nichts als Noth, Truͤbſal, Ver⸗
I“ | Mus
1.9
Ich
Di
er *
340
4. Leg mir nur auf das Creutz
35
CH armer Staub, den du zu tragen, damit es mich recht
erwaͤhlet, O groſer GOtt! niederbeugt, denn du ja ſelber
von Ewigkeit, aus Gnaden u. mir gezeigt, daß ich muß tere
Varmhertzigkeit zu deiner Sin den hier geſchlagen, auch ſelbſt
der Zahl gezaͤhlet, der wirfft ſich von meinen liebſten Freunden,
hier zu deinen Fuͤſen in tiefſter bekleidet mit viel Schmach u.
Hertzens⸗Demuth hin; laß auf Spott: was Wunder, daß ich
mich deine Gnade flieſen, zu von den Feinden werd gar ge⸗
beugen meinen harten Sinn. treten in den Koth.
. Ich weiß, mein SOtt, ich 5. Ich wuͤſt ja nichts von wah⸗
muß zu nichtes von deiner ren reuden, wann nicht das
Hand werden gemacht, auch Leiden vorher gieng; drum ach⸗
anders aus mir werden ichtes; wird angethan fuͤr
von mir ſelbſten ſo geacht, ſoll te ich viel zu eure na 80 |
eiden. 3
drum will ich alles gerne lei⸗ ruhe ſanft in deinem Willen,
den, was dein Rath uͤber mich und lege mich in deine Schooß,
verhängt, denn wer genieſen du kanſt ja bald den Janimer
ſoll der Freuden, muß werden ſtillen, und machen von Be⸗
hier gedrückt, gedraͤngt. ſchwerden loß. 5
3. Doch wie ſo ſanft thun dei⸗ 6. Ich leugne nicht, ich habs
ne Schlaͤge dem Geiſt, ob's verdienet durch meine Schuld
gleich dem Fleiſch thut weh, der und Miſſethat, daß du ent⸗
Geiſt wird wie ein munters zeuchſt mir deine Gnad, doch,
Reh, zu lauffen fort die Creu⸗ weil dein Sohn hat auegefühe
tzes⸗Wege, die du biſt ſelber net den Zorn, den Sünder ſol⸗
vorgegangen, mein JEſu, hier len tragen, ſo leg ich mich in
auf dieſer elt; drum laß mich Demuth hin; will dulten die
anders nichts verlangen als deilſame Plagen in einem tlef⸗
nut allein, was dir gefallt, gebeugten Sinn. e.
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E
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4
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dem
ö
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341
7. Ein Schaf erſtum̃t ja vor den Liebes⸗Bund.
dem Scherer, ein Lamm nicht 10. Nun Liebſter IEſu, ſey
aufthut ſeinen Mund, wenn geprieſen vor deiner Liebe Hir⸗
man es hin wirft auf den grund, ken⸗Treu, daß du mich als dein
und ſchlachten will; ſoll dann Schaͤflein frey, den Weg zum
Beſchwerden und Leiden mich Leben haſt gewieſen, ja, leiteſt
unruhig machen, wo bliebe mich mit deinen Augen, und
dann die gamms⸗Natur; laß tröfteft mich mit deinem Stab:
ſperren auf den Wolff den Ra⸗ ach! laß mich deine Gnade ſau⸗
chen, er treibt mich fort auf ben; weil ich von dir das Le⸗
ZESU Spur. en hab. Fe
8. Denn ſo ich ſoll zu JIEſu 36
Heerden gezaͤhlet werden, und Ch bin ein Taͤubgen ohn
geſtellt, muß ich ſchon hier auf 6 Eh⸗Gatt, gantz einſam und
dieſer Welt ein ſanfftes Lam̃ verlaſſen, find offtmals weder
und Schaͤflein werden, das Zweig noch Schatt, wo ſich
ſich läßt ſchlagen und verwun⸗ koͤnt niederlaſſen mein matter
den; giebt hin die Woll, ja Geiſt und muͤder Sinn, der ſic
Babe und Blut, den Woͤlffen, allein gericht dahin, das lie
aͤren, und den Hunden, leid t verliebte Hertz zu finden, um ſich
alles mit gar ſanfftem Muth. in Lieb ihm zu verbinden.
9. Ja, ſo weit muß es mit mir 2: So denck ich hin und den⸗
kouimen in der Verleugnung cke her, in vieler Müh und Sor⸗
und Abſag, daß ich auch fuͤhre gen, vergieſe faſt ein Thraͤnen⸗
keine Klag, und ſolten auch die Meer, weil ſich ſo haͤlt verbor⸗
wahre Frommen mich ſcharff gen mein liebſter Freund, die
urtheilen und verdammen, ſo reine Taub, an den ich nur ale
muß, im innern Seelen⸗ leine glaub; doch hoff ich, er
Grund, mein Hertz in lichter wird ſich noch paaren, u. mei⸗
Lohe flammen, und dringen in nen Braut = Schatz mit be⸗
9 | | wahren
den Nacht und Tag, bis er mich mir ſtehen bey.
Schaͤtt, worin kan ſicher raten mir verlieren: alles Klagen
mein Geiſt, der ſich ſo abgematt war umſonſt.
faſſen, zur Ruh auf nichts mich ſen gon.
F. Als auf den blut gen Creu⸗ ſen hier in meinem Trauer⸗
342 / | |
wahren. Liebe traͤnckt: und mir heilet
3. Er iſts doch felbft, der mit meinen Schmertzen, den er
mein Hertz mit ſeiner Lieb ent⸗ wſelbſt mir eingeſchenckt.
führet, und durch das Ziehen 2. Ich waͤr ſchier im Leid zer⸗
überwaͤrts den reinen Sinn ge⸗ gangen, weil mich ſeine Huld
ruͤhret: drum werd ich wohl und Treu thaͤt nicht mehr in
nicht laſſen nach / ich zehle Stun Lieb umfangen, und in Noth
wird in Lieb umarmen, und in 3. Dann ich kent ihn nicht
der offnen Seit erwarmen. mehr ſpuͤhren, ſeine treue Lies
4. In dieſer Hol da find ich bes⸗Gunſt thaͤt ſich gantz in
in Hitz und Tages⸗Laſten, wen 4. Meine Liebe machte Leie
in der keuſchen Liebes⸗Pein er den, meine Leiden machten
meinte faſt verſchmacht zu ſeyn: Pein: weil in den betruͤbten
drum will ich mich in Hoffnung Zeiten mußt von ihm verlaſ⸗
niederlaſſen 5. Meine Thränen, die vergoſ⸗
tzes⸗ Stamm, woran die Lieb Stand, waren meine Bunde⸗
gehangen, und hat alda gehaͤff⸗ Genoſſen, wit es meinemOtt
tet an mein ſehnliches Verlau⸗ bekannt. 5
gen: diß iſt der Ort, aliwo ich 6. Doch will ferner feiner waꝛ⸗
nun will gantz gelaffentlich auf ten, wie mir feine Huld zus
ruhn, und laſſe nicht mehr ab theilt, ſeiner treuen Lieb nach⸗
u girren, bis er mich wird in arten, die mir meinen Schmer⸗
ch einführen. Witzen heit "297, 1
37 7. So kan ich mit Freud hin
s bin froh in meinem walſen nach der ſtillen Ewig⸗
J Herten, weil mich JEſus keit
343
keit, wo, nach Gottes Wohl⸗ von ihme trennen, und will in
0 wird vergeſſen alles allem Zwang und Drang ihn
eid. meinen Liebſten nennen.
i 4. Und hätt ich nicht zu jeder
J CH bin getroſt, und hoch Zeit fein Liebes⸗Hertz verſpuͤ⸗
erfreut, und kan in Hoff⸗ ret in meinem viel gehabten
nung wallen, weil mir aus Leid, ich wäre abgeirret von
N
!
N
N
Gottes Gütigfeit mein Theil meiner rauhen Himmels:
iſt zugefallen. Ob mich ſchon Bahn, wo ich bin eingetreten:
oft noch Kummer drückt und drum bleibt er mir mein Hel⸗
Bitterkeit mich traͤncket, ſo fers⸗Mann in allen meinen
acht ich mich doch hoch be⸗Noͤthen. |
gluͤckt, weil fo viel Heil ge⸗ 5. Und will fein groſe Wun⸗
ſchencket. der⸗Macht unendlich hoch erhe⸗
2. Mein Kummer, den ich tra⸗ ben, weil er mich hat fo wohl
ge hier, thut mich zu GOTT bedacht in meinem gautzen
inleiten, und macht mich ſelig Leben: und ſcheinets auch ſchon
dort und hier, mit viel er oftermal, er habe mich verlaſ⸗
wuͤnſchten Freuden. Und weil ſen, will bleiben ich in gleicher
mein Hertz in GOtt erfreut: Wahl, und in Gedult mich
ſo iſt mir aller Kummer ein faſſen.
füfer Traum, und Himmels⸗ 6. Und nehmen an von feiner
Beut, und nur ein ſanfter Hand, was die mir zu will füs
Schlummer. gen, allhier in meinem Leidens⸗
3. Dann Gottes Huld und Standt: und laſſen mich be⸗
eee gnuͤgen, wie ſeine Huld mir
erathen und in ſo manchem ſchencket ein durch ſeine Gut
bitterm Leid mich aller Sorg und Gnade, und trinck behertzt
entladen: drum ſoll mich auch den Myrrhen⸗Wein auf mei⸗
| Ben Lebenlang 8 nein Creutzes⸗Pfade⸗ 9 0
. a 2 }
“© 9
r 37 i
344
7. Ich bin im Geiſt ſehr hoch ſch werden. „
erfreut, doch dabey tief gebeu⸗ 4. Der reines inn nach Ott
get, wenn ich gedenck der Gu⸗ hian macht alles Dunckle wei⸗
tigkeit, die mir mein GOtt er⸗ chen: drum werde ich auf mei⸗
zeiget: er fuhret mich gar väter: ner Bahn mein rechtes Ziel er⸗
lich auf den geheimen Wegen, reichen. 799
ug Und balte an bey feiner lafſen: hab auch ſonſt eau an ö
Treu, daß er mich nimmer fa dre Haab, noch einig Ding zu
1
egen... In e en VV
g. Drum freu ich mich auf e- 9. Drum werd ich nach voll⸗
ne Welt da alles neu wird wer⸗ brachtem Streit und ausge?
den dahin hab ich mein Ziel ge⸗ führten Proben alldort in alle
ſtellt, drum acht ich kein Bes Ewigkeit ihn ohne Ende l |
vr x 25 0
1
1
N
| 40.
I gehe zwar ſo hin, und
trage meinen Jamer, weil
mir mein rechtes Looß
wird werden dort zu Theil:
wann ich werd gehen ein in mei⸗
ne Ruhe⸗Kam̃er, fo folget end⸗
lich dann das lang gehoffte
Heil auf meine Noth u. Hertze⸗
leid das ich getragen hier in die⸗
ſer Sterblichkeit.
2. Ach waͤr ich einmal nur zu
meinem Ziel gekommen, wor⸗
nach ſich lang geſehnt mein
ſehr verliebter Sinn: ſo waͤr
ich von mir ab, und meiner
gantz entnommen, dann muͤßte
aller Schmertz und Kummer
fallen hin. Nun aber, da ich
noch beſchwert mit mir, ſo
wird das Hertz durch manchen
Schmertz verzehrt.
3. Wie wird mein müber
Geiſt allda ſo ſanfte raſten, wo⸗
hin die Hoffnung jetzt ſich ſehnt
und eilet fort: nach viel gehab⸗
ter Muͤh und ſchweren Tages⸗
Laſten, wann ich werd gehen
Ba frohen Himels⸗Pfort.
1 "
x 1 71
|
—
hin, wo ich in vielem Druck bes
un wirds auf ewig ſeyn un
345
truͤbt geſeſſen bin. |
4. Bin ich ſchon ſehr gering
und klein auf dieſer Erden, und
mit ſo mancher Noth und bitt⸗
rem Schmertz umſtellt: ſo
wird mir endlich doch, was ich
gehoffet, werden, wann Glaub
und Lieb im Streit zuletzt den
Sieg erhaͤlt. Doch ſchenckt mir
oft die Hoffnung ein zum Troſt,
in meinem Leid, viel ſuͤſen
Freuden⸗Wein.
5. Doch wird es anders ſeyn
an jenem frohen Morgen,
wann er wird ſchencken
mir, was ich ſo lang geſucht:
dann geht zu End mein Leiden,
Noth und Sorgen, da bring
ich dann die ſuͤſebeidens⸗Frucht
mit vollen Garben heim nach
Haus, die ich allhier geſaͤet
mit vielen Thraͤnen aus.
6. Und weil das keuſche Lam
mich hat darzu erleſen zu helfe
fen tragen nach ſein Creutz in
dieſer Zeit: ſo freuet ſich mein
Hertz, und iſt in GOtt geneſen.
Dann dort werd ich gekroͤnt
mit Preiß u. Herrlichkeit, wen
2 aller
346
— —
aller Todes⸗ſchmertz zu End, Gunſt geſchieden.
und meine Glaubens⸗Fahrt im 3. Fuͤhrwahr iſt diß der groͤſte
Haven angeländt. Schmerk auf dieſer Welt zu
7. Drum ruh ich auch ſo ſanft nennen, wann auch das treue
in ſeines Willens Schrancken: Liebes⸗Hertz uns gantz nicht
wie es ſein weiſer Rath be⸗ mehr will kennen. Ach was vor
ſchickt und machen will, daß bittre Pein? wo man ſo gantz
ſey mein Looß und Theil, ich verlaſſen, in lauter Elend wuß
werde nimmer wancken, und gehn die betruͤbte Straaſen.
in SZelaſſenheit ihm innig hal⸗ 4. Doch findet der verliebte
ten ſtill. dann ich bin gantz Sinn, wenn lang genug gelit⸗
fein Eigenthum, diß iſts, was ten, daß aller Schmertzen faͤllet
mich erfreut, und meines Gei⸗ hin, und alle Feind beftritten,
ſtes Ruhm. dabey erlangt die Kron, die in
A Gedult erloffen, ſo daß nach lan⸗
CHgeh oft traurig hin und gem Schmertz endlich das Ziel
8 her, mit vielem Leid umge⸗ getroffen. 3
benz fo daß es mir fällt faur u. 5.Und weil ich dann bin heim
ſchwer, und muͤde bin zu leben. gebracht, nach viel gehabtem
Ich ſehne mich dorthin, wo es Jammer, kan ich GOtt dienen
wird beſſer werden, nach dem Tag und Nacht in meiner ſtil⸗
fo müden Gang und Leiden len Kammer. Dann ſeine treue
hier auf Erden. Gunſt, die mich vor ihm macht
2. Da wird mein lang⸗ und flehen, hat meine Niedrigkeit
vieles Leid auf ewig ſeyn ver⸗ in Gnaden angeſehen. 8
geſſen, und wo, in der betruͤb⸗ 6. Und mir mein Hertz genom⸗
ten Zeit, oft einſam bin geſeſſen: men hin, daß ich nuch thaͤt ver⸗
gantz Rath⸗und Huͤlfe⸗ſoß, im ſchreiben im allerꝛeinſten Jung⸗
Jammerthal hienieden, und fraun⸗Sinn, ihm ewig treu
mußte ſehen mich von Gottes bleiben. Diß hab ich
1
347,
waͤhlt zu meinem Theil auf Er nach ſeinem Sinn,
Erden, ob ich ſchon wandern 5. Und ſehr geheimen Gottes⸗
muß durch vielerley Beſchwer⸗ Rath erkauffet aus der Welt:
den. gebracht zur neuen Zions⸗
7. Alldort, in jener Herrliche Stadt, und vor ſich auserwehlt
keit, da bluͤhet meine Krone, 6. O freue dich! du keuſches
wo ſelbſt des Lammes Freund⸗ Heer, und jungfraͤulichs Ge⸗
lichkeit wird ſeyn der Keuſch⸗ ſchlecht: und geb dem keuſchen
heit Lohne. Drum ſeynd wir Lamm die Ehr vor ſein erwor⸗
ihm getreu allhier, in Niedrig⸗ ben Recht.
keiten, weil es alldorten lohnt 7. Und laſſe deine Weiſen
mit vielen tauſend Freuden. hoͤr'n, ſo wie es ihm gefällt: bis
42. du dort wirſt ſein Lob vermehꝛn
C hab das hoͤchſte Gut in jener neuen Welt.
D erblickt, nach Gottes wei⸗ 43. |
ſem Rath, das mir Hertz Seel CH habe mir erwaͤhlt zu
und Geiſt erquickt aus unver⸗ Ri) meinem Theil auf Erden,
dienter Gnad. was mir alldorten einſt in je⸗
2. Diß Gut hat mich gezogen ner Welt wird werden: muß
hin, und tief genomen ein, daß ich ſchon oftermal mich gantz
ich nach dem verliebten Sinn verlaſſen ſehen; will ich doch
ſein Eigenthum kan ſeyn. in Gedult der treuen Lieb nach⸗
3. Die Vorſprach, die mich gehen.
IeEſus lehrt, erfreuet Hertz und 2. Dann ihre Freundlichkeit
Mund: drum wird in mir ſein hat mich an ſich gezogen, und
Lob vermehrt all Zeit und Tag durch der Liebe Macht mein
und Stund. Hertze uͤberwogen, daß ich ge⸗
4. In deſſen Vorbitt und Ge⸗ geben hin ihr meinen gantzen
bet ich tief verbunden bin, ſamt Willen, um den verliebten
ſeiner gantzen Liebes⸗Kett, die Sinn mit Liebe zu erfüllen.
KL x3 3. Da⸗
— —
— —
——
3
348° |
z. Darum ich auch allhier 7. Und muß ich ſchon noch
der eitlen Luſt entſaget, und oft im Elend umher gehen,
hab mit IE Sl mich ans und in der Leidens⸗Noth vers
Creutze hin gewaget: er iſt doch liebte Thraͤnen faen: will ich
gantz allein mein Liebſtes hier doch bleiben treu in dem, was
im Leben, drum ich auf ewig ich geſchworen, weil ſie durch
mich zu eigen ihm ergeben. ihre Huld mich ihr hat auser⸗
4. Dann feine treue Lieb fo Foren. |
ſchr um mich geworben, daß 8. Und mich vereinet hier mit
er auch endlich gar am Creutz den verliebten Schaaren, die
5 fuͤr mich geſtorben: drum will ihren Jungfraun-Schmuck
N ich auch allhier in Lieb ihn auf dieſer Welt bewahren:
ſtets umfaſſen, weil er aus Lieb und einzig nur allein dem rei⸗
für mich den Himmel hat ver⸗ nen Lamm nachgehen, bis es
laſſen. ſie wird mit ſich in ſein Gezelt
F. Und fich gegeben hin fuͤr erhöhen.
einen Suͤnden⸗Buͤrgen, da 9. Und machen gehen ein in
er am Ereutze ſich ließ ſchlach⸗ die geheime Kamer, allwo ver⸗
ten und erwuͤrgen, und hat ſo geſſen gantz der viele Schmertz
wiederbracht, was ſonſten war und Jammer: wir bleiben ihm
verloren, und uns zu ſeinem getren, bis es uns fo erhoͤhet,
Lob und Eigenthum erkoren. ſo haben wir ein Gut, das
6. Orum will ich auch nichts nimmermehr vergehet. *
mehr auf dieſer Welt verlan?n?2?n?s? 44.
gen, als daß ich bleibe ſtets N CH haſſe alle falſche Wege
an ſeiner Liebe hangen; dann IJ bemühe mich mit allein
die hat mich beſucht ſchon in Fleiß, daß ich nicht weich vom
der zarten Bluͤthe, und mich ſchmalen Stege, damit ich mei⸗
zu ſich gebracht durch ſeine gro⸗ ne Pilger⸗Reiß mit Freuden
fe Güte. an. © no erfuͤll aufer den, wei ar
an at
De 5
.
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Ba a 3
ne Zeit nun bald zum End, und unſer Hoffarts⸗Feuer aufſtei⸗
GStt mein Leiden und Bez get, das nur in eigner Liebe
ſchwerden alsdann in lauter brennt. ER
Freuden wend't. 5 F. Dann wer mit Kronen
2. Drum eil ich, daß ich werd denkt zu ßrangen dort nach der
entbunden von dem, das mich Ueberwindungs⸗Jeit, der muß
ſo oft geblend't, ja gar verfuͤhrt allhter am Ereutze hangen mit
a. überwunden, waf ich ſchon IEſu in viel Sa mertz u. Leid:
allen Fleiß anwandt: ich will nichts wollen, wiſſen, noch be⸗
hinführo mich befleiſſen, daß gehren, als ihm in allem wer⸗
ich nur ſelbſten ſage ab, und al⸗ den gleich, ſo wie er ſelber uns
ler eignen Lieb entreiſſen, ja gar thut lehren: habt lieb einander,
verfluchen bis ins Grab. ſag ich euc ß.
3. Und will mich hin zu JEſu 6. Wer ſeinen Bruder noch be⸗
wenden, weil er es iſt, der helffen ſchwehret, und ſein Mitglied
kan, init Freud daſſelbe zu vol⸗ im Geiſte drückt, der iſi noch
lenden, was er in mir gefangen nicht zu GOtt bekehret, und
au: dann es iſt auch fein Rath noch in Falſchheit gantz ver⸗
und Willen, daß ich durchs ſtrickt: fein Thun iſt nur be⸗
Creutz ihm ahnlich werd drum truͤglichs Gleiſſen, fein Hertz
thut er ſelbſten nich anfuͤllen, nicht auf der rechten Bahn:
daß ich ihm folgen kan auf Erd. drum will ich mich mit Ernſt
4. Mein Kleid iſt ſchwartz, das befleiſſen, zu fliehen dieſen füls
ich hier trage, mein Glantz und ſchen Wahn. 5
Schein oft gantz verdeckt, wan 7. Ich will mich lieber ſelber
auf mich faͤllet Schmach und richten, und meinen Bruder
Plage, daß es den@eift darnie⸗ laſſen frey, die eigne Lieb im
der druckt; doch wird man nur Grund zernichten, beweiſen,
dadurch gebenget daß man die daß ich recht getreu mit denen
Perle nicht verſchwendt, wann ich in Lieb verbunden, ſo 10
iin .
350
ich aller Glieder Freund, und den dabey laden auf, auch nim⸗
hab den beſten Schatz gefun⸗ mer kan in Ruhe raſten, und
den, den mir nicht rauben kan hindert nur imLebens⸗Lauf.
der Feind. 1. Laßt eure Geiſter tief ein⸗
8. Und ob auch meine liebſte flieſen in Gottes Meer der Lie⸗
Bruder ſich gegen mir verſtel⸗ be rein, das wird die Bitterkeit
ten hart, ſo ſenck ich mich in De⸗ verſuͤſen, fo oft gekraͤnckt die
muth nieder, dieweil ich kenn Liebs⸗ Gemein, und wird die
der Liebe Art: in Schaͤrffe mei⸗ Brudeꝛ⸗Liebe gruͤnen, die Blaͤ⸗
net ſie s am beſten, weil ſie ent⸗ ter ſchoͤn ſich breiten aus, und
deckt den Heuchel⸗Schein: ihr zum Genuß der Heiden dienen:
Saltz heilt Wunden und Ge⸗ die Erndte bringt die Frucht
preſten, ihr Feuer macht das nach Haus. |
Hertze rein. 12. Ich freue mich ſchon in
9. Wer ſich iſt ſelber abgeſtor⸗ dem Hertzen auf den vereinten
ben, den quält die eigne Lieb Liebes⸗Sinn, der alle Bitter⸗
nicht mehr: das Heil wird nur keit und Schmertzen verſuͤſen
im Tod erworben, drum will wird und nehmen hin, und ma⸗
ich geben GOtt die Ehr, und chen uns in eins einflieſen ſo wie
meine eigne fahren laſſen, fo es iſt der Liebe Brauch: wer
achte ich das Schmaͤhen nicht, dieſen Schatz mit thut geuieſen,
und kan vertragen, wann der⸗ den trifft nicht mehꝛ de: Schlan⸗
maſen mich auch der liebſte gen Hauch. GE
Bruder richt. 45 1
10. Ihr Kinder unſrer Liebe CH kan nun in ſtillem
9 |
EDANDFE.OFEKDIRAENUBÄR , Dann der Herr bat mich
Bi i gefuͤhret
351
gefuͤhret in die ſtille Einſam⸗ RED weiche nicht in mei⸗
keit, wo nichts mehr den Sinn ner Noth, ſolt ich auch ſchon
beruͤhret, was in dieſer Welt darin vergehen: das Leiden
erfreut. ’ bringt uns bin zu GOtt, der
3. Darum will ich freudig hilft aus allen Wehen.
wallen nach dem Ziel der E 2 Mein Looß allhier auf die⸗
wigkeit: und nah Gottes fer Welt iſt, alls um Gottes
Wohlgefallen leben hier in die⸗ willen Leiden: weil es uns ma⸗
ſer Zeit. | chet auserwaͤhlt, und lohnt zu⸗
4. Dann ich ſeh die Ernde letzt mit Freuden.
weiſſen dort in jener neuen 3. So bald mein Geiſt in
Welt: drum will ich zu GOtt Gott erhoͤht, iſt alle Luft der
hin reiſen, weil er mich Ihm Welt verſchwunden: und hab
auserwaͤhlt. 1 ein Gut, das nicht vergeht, in
5. Und will mich von Allem meinem Gott gefunden.
ſcheiden, achten weder Spott 4. Drum will ich auch mit
noch Hohn, bis ich werd all⸗ allem Fleiß ſein Lob allzeit in
dort mit Freuden tragen mei⸗ mir vermehren: und ſingen auf
ne Beut davon. die ſchoͤnſte Weiß mit denen
6. Allhier bleibe ich ergeben Himmels Choͤren.
der fo treuen Gottes ⸗Huld, 5. So wird der Geiſt in GOtt
die in meinem gantzen Leben erneut, und muͤſſen weichen
mich getragen in Gedult. die Beſchwerden: womit des
7. Und geleitet zu den Schaa⸗ Lebens Nichtigkeit beladen hier
«ren, die in reiner Liebe ſtebn, auf Erden. 2
und den Jungfraun⸗Schmuck 6 Und weil mein Lauf zu
bewahren, nur dem Lamme Gott hin geht, bin ich von ale
nach zu gen. ler Welt geſchieden: und hab
N 46. on ein But, das nicht vergeht, und
V dabey ſteten Friden.
es 99 Das
—
0
het iſt, und uns erkauffet von viel gehabtem Leid und Dehn,
der Erden: müß ewig und zu 6. So fie getrage hier auf Er⸗
jeder Friſt von uns verherr⸗ den, in dem gehabten Trauer⸗
licht werden. Stand: und info mancherley
8510 e ee Beſchwerden, die aller Welt
CH weiß gewiß, es wird find unbekannt.
noch werden, was ich mit 7. Ich freue mich in meinem
ad viel Muͤh geſucht: nach ſo Hertzen, und preiſe den ſo gu⸗
viel Truͤbſal und Beſchwerden ten GOtt: weil er in ſo viel
wird zeugenſich die edle Frucht. Leid und Schmertzen mir hat
2. Drum ſey getroſt in allen geholfen aus der Noth.
Wehen, O liebe Seel! undd 48. 13
dulte dich: du wirſt noch deine Ch weiß gewiß mein Theil
Wunder ſehen, wie GOT 7 wird mir in jener Welt noch
theilt aus ſo mildiglich Ae gleich in meinem
3. An allen, derer Glück ver⸗ Leben hier in mancherley Be⸗
ſchwunden, fo hier in dieſer ſchwerden muß wandern mei⸗
Welt erſcheint: drum wird fuͤr⸗ ne . weil ich
wahr was beſſers funden, wen ein Freindling worden, und ſe⸗
man hat lang genug geweint. he nur allein auf das, was mir
4. Drum reiß ich fort mit wird ſeyn alldortenn
eee meinem 2. Da alles Leid und Trau⸗
Weg zum Vaterland: fo wie rigkeit wird ewig ſeyn vergeſ⸗
es geht den fremden Gaͤſten, ſen, und wo in ſo viel ſchwe⸗
die hier der Welt ſind unbe⸗ rem Streit und Thraͤnen oft
kann. geſeſſen: da ich oft dacht, ach!
Dort ſehe ich mit vielen moͤgt mein Hertz im Leiden
Freuden die reine Schaar am gar zergehen, ſo würd der bitt⸗
Reihen gehn: die ſelbſt das re Liebes⸗Schmertz mir 4 —
x 71 *
* x
r 2 1
1
U 353
:.; A ²˙ m ²˙ 3IE
meine Wehen. gen vor GOtt, und ſo in ſtillem
3. Dan der mich fo verliebt Ruhn ihm meine Noht anzei⸗
gemacht, und ſelbſt hat uͤber⸗ gen: damit er bleib mein Leben⸗
wogen: daß ich die eitle Welt lang mein Stab und Stecken
veraͤcht' t, und ihme nachgezo⸗ in dem Gang, wen meine Fuͤße
gen: wird nehmen hin mein ſtraucheln
vieles Leid, und machen mich 2. Die groſe Noht u. Liebes⸗
geneſen, daß ich in ſuſer Geiſtes⸗ Pein hat mein Hertz ſo durch⸗
reud kan alles Leid vergeſſen. drungen, daß es faſt ſchien ver⸗
4. Er fuͤhret mich gar wun⸗ loren ſeyn, wo ich vor um ge⸗
derbar auf den geheimen We⸗ rungen: weil aller Hoffnungs⸗
gen, dann wo oft gantz kein Troſt dahin, und waͤs mir ſonſt
Helfer war, thaͤt er mir ſelbſt wohl war Gewinn, macht mir
beylegen die Gnade in dem tief⸗ jetzt Pein und Schmertzen.
ſten Grund: wo ich war in ver⸗ 3. Ach iſt auch wohl ein groͤß⸗
laſſen, macht er t Er⸗ rer Schmertz im Jamer⸗Thal
barmen kund, thaͤt mich mit hienieden! als wer von Gottes
Lieb umfaſſen. Li.ebes⸗Hertz ſich finden muß
F. Und weil die ſtille Ewige geſchieden. O das macht ſchwe⸗
keit zieht meinen Geiſt von hin⸗ re Sorg und Pein] wen man
nen: ſo muß auf hoͤren alles Kent wandeln gantz allein feine
Leid, wo ich geſeſſen innen. betruͤbte Straaſen.
Des keuſchen Kampfes edle 4. Doch findet oft ein ſolches
Kron muß mir doch endlich Hertz Troſt mitten in den Sor⸗
werden, weil ſie wird ſeyn mein gen, weil auch der allergröfte
Gnaden⸗Lohn nach meinem Schmertz nur waͤhrt bis aͤn den
Lauf auf
|
|
|
'$
|
5
Erden. Morgen: und bricht dan an ein
1 neuer Tag, fo ſchencket GOtt
* 49. f f
| PR, ie mehꝛ vor jene Plag den Troft von
zuthun, als meine A: Hunmels⸗Freuden.
5. Bin
*
354 |
5. Bin ich ſchon hier oft ſehr mir das Heil erworben.
gedraͤngt, und trage meine La⸗ 9. Des freuet ſich mein biö-
ſten, dort wird mir anders ein⸗ der Geiſt, fo oft er dran geden⸗
geſchenckt, da ich in Ruh werd cket, weil GOttes Guͤt ſich ſo
raſten: weñ ſich veraͤndert dieſe anpreißt, und uns ſich ſelbſten
eit ins ſtille Nun der Ewig⸗ ſchencket: ſo daß wir ſchon in
keit, wird alles ſeyn vergeſſen. dieſer Zeit vergeſſen konnen al⸗
6. Allein iſt diß in meinem les Leid, und dort in Freuden
Stand mein gröfter Schiner leben.
zu nennen, wen GOtt fich ftellt 50. 0
fo unbekant, als wolt er mich C werde aufs Neue von
nicht kenen: da mir oft Zeit und 2 Innen beruͤhret, dieweil ich
Stunden lang, wenn ich muß die wuͤrckende Gnade verſpuͤret,
trauren für Geſang in heiſſen die täglich ertöͤdtet den irrdi⸗
Liebes⸗Zaͤhren. ſchen Sinn, wo alles ſonſt An⸗
7. Druͤm weiß ich auch nichts dre mit faͤllet dahin. Die leiden⸗
mehr zu thun, als ſtille ſeyn u. de ir gibt ſtetigs Gedeyen in
warten, will bloß in ſeinem ſterbenden Gliedern den Lieben
Willen ruhn, und der Gedult Getreuen, und thut ſie von In⸗
nacharten: fo werde ich durch nen und Auſen erneuenn
Niedrigkeit zu ſeinem Lob und 2. O ſeliges Leiden! O Goͤtt⸗
Dienſt bereit ſchon hier auf dies liches Sterben! O ſelige Sees
ſer Erden. lenl die alſo verderben, denn da
3. So wall ich dann in Hoffe wird Welt, Teufel und Hoͤlle
nung hin auf meiner Pilger beſiegt, die Starcken gebun⸗
Straaſen, u. will in dem ver⸗ den, die Hohen erlegt. O hei⸗
lobten Sin noch mehr in Lieb ligs Ertödten! ertoͤdte mein Le⸗
umfaſſen das theur u. werthe ben, was noch nicht en
Sottes⸗Lamm, das für mich zum Opfer gegeben: 10 kan
ſtarbam Creutzes⸗Stamim, u. dann der Hoͤchſte ebe
e % . 3 | erheben.
*
.
*
tracht! O
1 355
— ⁰ydy K a
erheben. Kinder der Liebe beſtehen.
3. Und alſo ſein Bilde aufs 3
neue formieren, ſo daß man von „ Eh will in Hoffnung ges
Innen und Auſen kan ſpuͤhren hen hin auf den betruͤbten
die Schmeltzung der Liebe, die Straaßen, bis fich, nach dem
alles verſchafft, und taͤglich ein⸗ verliebten Sin, mein Geiſt kan
floͤſet erneuete Krafft. O ſelig! nieder laſſen zuꝛ Ruhe, die Ott
wer alſo im Leben kan prangen, hat bereit den liebverliebten
durch ſtetiges Sterben dem To⸗ Seelen, die ſich in dieſer Lei⸗
de entgangen, und alſo geſtillet dens⸗Zeit zu ihrem Theil er⸗
das lange Verlangen. wehlen N
4. O ſeligs Vertiefen im lieben⸗ 2. Das Creutz und vieles Un⸗
den Leben, da eines dem andern gemach, und mancherley Bes
das Hertze kan geben in himm⸗ ſchwerden, ſo daß ſie oft den
liſcher Eintracht und goͤttlicher gantzen Tag ſehr hart geklem⸗
Fuͤll, da jedes thut lieben ohn met werden: drum iſt mein
Ende und lig Oheilige Ein⸗ Ziel dorthin geſteckt, wo ſich
ſelige Stunden! wo wird alles wenden, wo aller
Seelen find alſo zuſammen ver⸗ Jammer wird verdeckt, und
bunden, und werden im lieben⸗ bleiben gantz dahinden.
den Leben erfunden. 3. Dann Gott iſt meine Zu⸗
5. Die alſo vereinet, als Kin⸗ verficht in allen meinen Sa⸗
der nun wallen, die muͤſſen der chen, auf ihn iſt ſtets mein Heꝛtz
oberen Mutter gefallen, die al⸗ gericht, er wirds doch endlich
le mit toͤdlichen Schmertzen er⸗ machen, daß all mein Schmertz
born, und alſo zum liebenden und vieles Leid, mit dein ich
Leben erkohrn: auch täglich hier umgeben, ſich enden wird
verſuſet die leidende Wehen, zu feiner Zeit, wann er mich
9
N
1
A Di
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de wird gehen, ſo werden 175 4. Aus meinemLeid und Jam⸗
wañ Alles ſonſt andre zu run⸗ wird erheben
*
mer⸗
356 ' ”
mer⸗Stand, den ich allhier ges Fluͤſſen, und dein friſcher Him⸗
tragen, der ihin am beſten iſt mels⸗Thau ſich ſo kraͤftiglich
bekannt, weil ichs fan niemand ergieſen aufdie dürre Seclen⸗
ſagen, mit was vor Noth und Au: daß in deinem Gottes⸗We⸗
Bitterkeit mein Hertz oft wird ſen ich kan wiederum geneſen.
ctraͤucket, und wie fo manches 5. Und fo deines Geiſtes⸗
Weh und Leid den armen Geiſt Fruͤchten, durch den neuen Le⸗
noch kraͤncket. beng-Saft, koͤnnen ſich in uns
aufrichten, und erweiſen ihre
52.
Eſu, meines Hertzens Freu⸗ Kraft: daß wir mit viel Wun⸗
de, JEſu meine Luſt allein, der⸗Weiſſen dir Lob Ehr un
du biſt meiner Seelen Weide, Ruhm erweiſen. .
und mein Troſt in Creutzes⸗ 6. O dureines Seelen⸗Leben!
Pein: drum will ich mein gan⸗ O du wahres Himmel⸗Brod!
tes Leben ewig dir zu eigen ge⸗ du thuſt ſelbſten dich uns geben,
ben um zu retten von dem Tod: der
2. Dann nichts iſt, das mich ſonſt mächtig zu verſchlingen,
ergetzen, noch mir kan erfreu⸗ und in ew'geQuaal zu bringen.
lich ſeyn, als wann du mich laͤß 7. Ja, wann ich dig thu be⸗
ſeſt ſitzen, JEſu, zu den Füßen trachten, und erwag in meiner
kehren. ne Fehl, mußt ſein theures
3. Odu angenehme Wonne! Blut ver ieſen, und vor meine
O du ſüſe Seelen⸗Luſt! gehe Suͤnden uͤßen. W
auf, du Gnaden⸗Sonne! und d. Wer hat ſolche Liebes⸗Zei⸗
erfülle unſre Bruſt: wann wir chen wohl von einem Freund
mit Gebaͤt und Flehen, HErr, geſehneder ſein Hertz fo tief fon.
vor deinem Throne ſtehen. beugen, und die Liebſte faffen.
f 4 Dann thun deine Gnaden⸗ gehn in die offne Wunden⸗Hoͤh⸗
7 le
dein: wo durch deine ſuͤſe Leh⸗ Seel, iſt es theuer mir zu ach⸗
ren ſich mein Hertz kan zu dir ten, daß mein Freund, der oh⸗
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4 7 7.
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le, zu vergnügen ihre Seele. auch ergeben, ihn zu lieben gantz
9. Dieſe Kron hat mir erwor- allein: er kan ſtillen mein Ver⸗
ben das erhoͤhte GOttes⸗Cam̃: langen, daß in allen meinen
*
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es allein iſt mir geſtorben, und Drangen ich dennoch kan ſelig
hing an des Creutzes Stamm. ſeyn. 7 \ *
Ja ſein ſanft⸗und niedrige We⸗ 2. Dann ich weiß ſonſt nichts
ſein iſt vor allen auserleſen. zu machen, als, in allen meinen
10. Und wann ich ſolt weiter Sachen, nur in feinem Willen
ſagen von der groſen Liebes- ruhn: weil er ſelber angefan⸗
Treu, die mein Freund in die⸗ gen, was wird ſtillen mein Ver⸗
ſen Tagen mir daneben leget langen, und mir ewig wohl
bey durch den reinen Geiſtes⸗ wird thun. zen
Mund in dem innern Seelen⸗ z. Hier, in meinen Leidens⸗
Grund: Tagen, will ich ihm mein Creutz
11. Find ich mich all zu gerin⸗ nachtragen: ob ſchon oft, in mei⸗
9 ſolches nach der Wuͤrdigkeit nein Lauf, ich mich drehen muß
hier in Worten vor zu bringen, und ſchmiegen, daß ich faſt muß
weil wir noch in einer Zeit, da unten liegen, wann ich gern
wir nicht vollkommen rein, u. wolt ſteigen auf.
von uns geſchieden ſeyn. 4. In das allerreinſte Weſen,
12. Drum will lieber hier mit wo mein Hertz in Gott gene⸗
Schweigen, und in Leideus⸗ fen, in der bittern Liebes⸗Pein:
Niedrigkeit, mein Hertz in den doch ich ruh in feinem Willen,
Staube beugen hier, in dieſer er wird meinen Schmertzen ſtil⸗
Lebens⸗Zeit: damit auf gehei⸗ len, u. mir anders ſcheucken ein.
me Weiße feine Liebe leidend 3. Daß ich freudig koͤnne fa:
preiße. gen: nun ſind alle Feind geſchla⸗
11 4 . 3. gen, die mir ſo viel Muͤh ges
EsSus iſt mein liebſtes macht: da ich GOtt werd ewig
Leben, drum hab ich mich loben, weil er mich, nach ſo viel
un 5 Proben,
358
Proben, hat zu ſeinein Reich 4. Die Blätter dieſer Frucht⸗
gebracht. barteiten die dienen auch zur
Tce leb Artzeney, und zum Genuß der
Ommt all ihr lieben treu⸗ wilden Heiden, damit ſich alle
en Seelen, die ihr mit mir Welt erfreu, und ſehe klar und
verbunden ſeyd, wir wollen offenbar die fruchtbarkeiten in
Gottes Lob erzehlen, dann es dem Land, die uns macht Chri⸗
bricht an die Frühlings⸗Jeit, in fit Geift bekannt.
Geiſt man ſieht, wie alles blüht, F. In deſſen Mitten iſt erbau⸗
und breit t ſich aus zur Frucht⸗ et daͤs heilig neu Jerusalem vor
barkeit; drum iſt die Erudte die, ſo GOkt ſich hat vertrauet,
nicht mehr wei Jacobs Geſchlecht und ihre
2. Der kalte Winter geht zu Stamm die werden all mit
Ende es ruckt herbey das fro⸗ frohem Schall, hell jauchzend
de Jahr, drum hebet auf Hertz, rühmen in dem Gang, und ſn⸗
Haͤupt und Haͤnde, weil nun gen schön des Lamms Geſang.
wird hell und offenbar, was 6. Das Heiligthum ſteht in
lang verdeckt, u. war verſteckt, der mitten in dieſer neuen guͤld⸗
es bricht nun an der ſchoͤne Tag, nen Stadt, allwo die Prieſter
darinn man jauchzend fingen u. Leviten GOtt zu dem Dienſt
mag. dbbiſtellet hat: daß ſie der Hut
3. Gelobtes Land, ich ſeh dich warten vor Gott, und dienen
rünen, und blühen weiß im ihm mit groſer Freud; weil ſie
choͤnſten Flor, auch Früchte von ihm dazu bereit. 4
tragen, die da dienen zur Speiß 7. Sie tragen all des HErrn
der reinen Engel⸗Chor, ich Geräthe in reinem, jungfraͤu⸗
mein die Braut, die ich ver⸗ lichem Geiſt, und ſtehen an der
traut dem Lamm allhier auf heil gen Staͤtte in ſchoͤnſtem
die Welt, und nur gethan, S; nuck der helle Reizt Doch |
wog iim gefl. acht un Schenm vir ser dc
n N i me f
359
vr — = — —
mein) klar wie ein Cryſtall dein Gelſt mich unterweiſe, lehr
weis und hell, fie ſtehen da auf und fuͤhre. Ich armer Wurm
ihrer Stell. 05 bin voller Unperſtand, und dei⸗
8. Und thun ihm ſtetig Opfer ne Weg, ſind mir ſehr unbe⸗
bringen auf ſeinem guͤldenen kannt. een eee
Altar, und Lieb⸗ und Lobes⸗Lie⸗ 2. Dañ du die Deinen fuͤhrſt
der ſingen, GOtt u. dem Lam⸗ gantz wunderbarlich ſehr hoch⸗
me imerdar: dabey ſieht man und tiefe Weg, ich ſeh es klaͤr⸗
ſchoͤu angethan die Braut, die lich: drum ſellg iſt, der ſich dir
ſich vorm Koͤnig neigt, wenn gantz giebt hin in einem nied⸗
er ihr feinen Scepter reicht. rig und gebognen Sinn.
9. Sie ſteht vor ihm in hohen 3. Und laͤßt ſich gaͤntzlich dei⸗
Eh ren ihr Angeſicht glaͤutzt wie ner heil gen Führung, ſich
die Sonn, wenn fie ſich fo zu uͤbergiebt in Demuth dein r
ihm thut kehren, ſetzt er ihr auf Regierung, der wird gewahr,
ein guͤldne Kron. O Herrlich daß du ihn bringeſt durch viel
keit! die GOtt bereit den Sees enge Furcht aus aller Augſt
len, die hier in der That, ihm und Furcht. |
nachgefolget Fruͤh und Spat. 4. Drum weil dein Rath ſchon
20. Ich freue iich ſchon in alles hat beſchloſſen, wie es ſoll
dem Geiſte, ob ich ſchon noch gehn, den niemand kan um⸗
auf Erden bin, und will mich ſtoſſen: ſo legt mein Hertz, mein
nun aufs allermeiſte bemuhen, Seel und Geiſt ſich hin vor
daß ich komm dahin, zu dieſer dir, in einem gantz gelaßnen
a die allzumal mit groſem Sinn. 5
uhm und Sieges⸗Freud er⸗ F. Ich weiß zwar, daß ich dir
heben Gott in Ewigkeit. oft widerſtanden: doch, weil
gei mich mein GOtt und gen, werd ich hinfort auf dic
Ert, ich geh ſonſt irre: allein nur ſehn, und ſuchen kei⸗
|
dein Licht mir hae ae |
ich
360
ne andre Weg zu gehn.
6. O HERR! mein Geiſt zeꝛ⸗
ſchineltzt in deiner Liebe, weil
ich fühl deines Geiſtes ſtarcke
Triebe: was bin ich, daß du
ſchaͤtzeſt nich fo hoch, und zaͤh⸗
leſt zu den Deinen; bin ich do
7. Ein armer Staub, und du
der groſe Schoͤpffer, zerbrech⸗
lich Thon, und du der heil ge
Toͤpffer: doch, weil du mich
nach deinem Bild gebildt zur
neuen Creatur, ſo werd erfüllt
8. An mir dein weiſer Rath
und heil ger Wille, und führe
mich recht in die Geiſtes⸗Stil⸗
le, wonach mein Geiſt ſchon
lang geſeh net ſich, weil er
findt nirgend Ruh, als nur in
9. Drum ſey dir mein Ver⸗
langen angelegen, und ful im
innern mich mit Krafft und
Segen, damit ich gaͤntzlich
werd der Unruh loß, von allen
Cr eaturen frey und bloß.
10. Dann kan ich erſt im Gei⸗
ſte dir recht dienen, wann aus
mir wird dein heil ges Leben
gruͤnen, das da geſchieden iſt
*
111.
—— —
von allem Ichts, und ruht al⸗
lein im puren lautern Nichts.
11. Mein Geiſt iſt hoch er⸗
freuet ſchon im Vorrath, die⸗
weil er ſchauet ein die groſe
Genad, die du ihm ſchencken
ch wirſt, du hoͤchſtes Gut, weil
er allein in deinem Willen
ruht. i
12, Drum will ich mich dir
gaͤutzlich anbefehlen, und aus
ſer deinem Willen nichts er⸗
waͤhlen: ſolt ja auch kommen
an ein groſer Sturm, ſo weiß
ich, du wirſt retten deinen
Wurm. Ä RE
13. Und feinen: Feinden nicht
gar uͤbergeben, weil du ſelbſt
in mir angezuͤnd't dein Leben,
das wirft ſich nun zu deinen
Fuͤſen hin, und opfert dir ich
im gebeugten Sinn. 94
; a 56. 1. 14
M Ein euſtes Leben ſteht in
N Schrancken, das Innre
iſt verſenckt in GOtt: iſt diß
ohn hin und wieder Wancken,
ſo werd ich frey von aller Noth.
2. Ob ich ſchon oft muß trau⸗
rig gehen, daß mir faſt Leib u.
Sr ben, 5 r faſt £ Sail
50
361
Seel verſchmacht't: wann nur nicht mich treffen würd ein
thut GOttes Will geſchehen, Schmertzen: das Huld⸗ reich
daß ich ſo weꝛd zu ꝛecht gebracht Angeſicht wuͤrd mir nicht mehr
3. Der Chriſten Sinn heißt: erbleichen, bis ich die volle
vieles Leiden, jo kommt der Beut alldorten würd erreichen
Geiſt zur Ruh in GOtt: der in jener Ewigkeit.
Nutzen lohnt mit vielen Freu⸗ 3. Alleine, was ein Wunder?
den, drum uͤberſteigt er alle eh ich mich um thaͤt ſehn, ging
oth. Ar meine Sonne unter, und ich
4. Drum wird die Hoffnung mußt traurig ſtehn: da ging
endlich geben, nach ausge⸗ es an ein Zagen, weil ich no
ſtandner vieler Noth, alldor⸗ jung uud klein, und konte kaum
ten ein gantz ander Leben, das ertragen ſo gar verlaſſen ſeyn.
heißt: Geneſen ſeyn in GOtt. 4. Wie hart war da zu leben
5. Dann werd ich preißen dem jungen Kinder⸗Stand,
ſeinen Namen in jener ſtillen weil ich hat hingegeben mein
Ewigkeit: und wo die From⸗ Liebſtes aus der Hand: doch
men allzu fanımen ihn loben hielt ich an mit Flehẽ in tief ge⸗
ohnecend und Zeit: (da hoͤret beugtem Sin, bis daß mir mei⸗
auf mein vieles Leid.) ne Wehen wurde genoinen hin.
a 57. 5. O treuſter meiner Seelen!
Men Freund hat mich be⸗ ich laß dich nünmermehr, was
Al wogen, durch feinen rei⸗ ſoll das ſorglich Qualen? ich
nen Sinn, mein Hertz an ſich ſehe ja vorher: wie du zu allen
gezogen, daß ich es gab dahin: Zeiten mich haft fo wohl vers
ee il e die mich ſehn mit Troſt und Suͤſigkei⸗
verliebt gemacht, waren die ten in meinen Leidens⸗Wehn.
ſanfte Stricke, daß ich an ihn 6. Ich war ja nie, vergeffen,
gebracht. wann ſchon mein Trauer⸗
2. Es ging dann an ein Her⸗ Sinn, wo ich betruͤbt geſeſſen,
hen, meint zwar, daß nim̃er 332 gemeint
362 |
gemeint ich wär dahin: ließ er N EinGeift iſt hoch erfreut,
ſich doch bald ſehen, und both N und breüet vor Verlan⸗
mir ſeine Hand, ließ mich nicht gen, daß ich zum Ziel gebracht,
länger. gehen in meinem Trau⸗ wo IEſus vorgegangen: und
er⸗Stand. meinem Glaubens⸗Lauf ge⸗
J. So thaͤt ſich oftmals keh⸗ öffnet ſo die Bahn, wo der ver⸗
ren zu mi mein liebſte; Freund, liebte Sin auch nim̃er irren kan.
und thaͤt dem Unfall wehren, 2. So walle ich dann hin
wo ich es nicht vermeint: wan im Glauben, Lieb und Hoffen,
ich intrüben Zeiten bey nah zu bis ich mit voller Krafft mein
Fall gebracht, fo fund er mir rechtes Ziel getroffen: Und fallt
zur Seiten, hielt ſelber vor mich mir in dem Lauf gar oft was
Wacht. Toͤdlichs fürs werd ich doch ge⸗
g. Ob es ſchon ſcheint ein hen ein zu: engen Himels⸗Thuͤr
Schmertzen, von ihm verlaſ⸗ 3. Dan mein verliebter Zeiſt
fen ſeyn, fo iſt es doch im Her⸗ bleibt unverrüͤckt in Schran⸗
tzen nur eine Liebes⸗Pein: cken, wo er ſonſt oͤftermal durch
weil ſeine Treu vor allen ſchon hin und wieder Wancken ge⸗
hat zuvor erſehn, nach ſeinem irret von der Bahn und rei⸗
Wohlgefallen zu heilen unſre nen Liebes⸗Sinn; nun aber
Wehn. 8 hab ich mich auf ewig geben hin
9. Drum will in allen Toͤd⸗ 4. Zu bleiben recht getreu wie
teen ich leiden in Gedult, und GOtt mich ſelbſt will leiten,
in den groͤſten Noͤthen erwar⸗ durch Leben oder Tod und viel
ten ſeiner Huld. Trag ich Gefaͤhrlichkeiten: werd ich nur
ſchon viel Beſchwerden hier in zubereit zum Looß der wahren
der Sterblichkeit, dort wirds Frommen, vereinet mit der
ſchon beſſer werden in jener Schaar, die aus viel Truͤbſal
Ewigkeit. ommen. 0
a a 5. Der Eid iſt doch gem
0
|
R
363
——————— en ——
um nimmermehr zu weichen, Creatur.
bis daß das rechte Ziel ich werd 2. Drum ſehn ich mich ſtets in
in GO T erreichen: mein dem Geiſte, zu achten nur auf
Kampf Platz heißt Gedult,der Gottes Winck, und übe mich
Sieg Gelaſſenheit, ſo endet ſich aufs allermeiſte, daß ich in De⸗
zuletzt der viele harte Streit. muth gantz erſinck in Gottes
6. Und weil mein Leben hin Kraft, die Leben ſchafft der See⸗
an meinen GOtt ergeben, ver⸗ len, die ſich ihm ergiebt, und u⸗
acht ich Welt und Zeit, und ber alles treulich liebt.
alles Widerſtreben: Die Lieb 3. Dann ich kan aus Erfah:
wird halten aus, verdoppeln rung ſagen, was groſe Luſt und
das Verlangen, bis daß ich Suͤſigkeit genieſen, dies mit
gantz und gar im Meer der IEſu wagen, und lieben ihn in
Lieb zergangen. Freud und Leid, in Creutz und
7. So bin ich heim gebracht Noth bis in den Tod; und ach⸗
nach vielerley Beſchwerden, die ten weder Spott noch Schmach
Kron iſt beygelegt, die mir all⸗ zu folgen ihm getreulich nach.
dort wird werden: der reine 4. Die werden wunderbahr
Jungfraun⸗Schmuck, das gefuͤhret von Chriſti Geiſt im
helle weiſſe Kleid, wird mich innern Grund, mit Krafft und
verklaͤren dort in jener Ewige Tugend ausgezieret, daß davon
keit. | überläuft ihr Mund: des Gei⸗
N Br fies Safft iſt ſo ſchmackhafft,
M Ein Geiſt iſt über ſich ge⸗ daß alles Aeufre ſich verliehrt,
M zogen, zu ſteigen in die E⸗ wenn fie der Geiſt ins Innre
wigkeit, weil JIEſusbbiebe mich führt.
bewogen, zu fliehen die Ver⸗ 5. Da hören fie das fanffte
gaͤnglichkeit, denn keine Luſt iſt Sauſen, wenn Gott ſelbſt in
mir bewuſt, als nur zu folgen der Seelen ſpricht, da muß ſich
gef Spur in aner nee legen alles Brauſen, ſonſt hoͤ⸗
33 f ren
364
ren ſie die Stimme nicht der 9. Ihr Liebſten, weil ihr nun
ſanfften Lufft, die lieblich rufft vermahlet des allerhoͤchſten Kos
der Seelen zu im Heiligthum, nigs Sohn, u. mit zur Braut⸗
zu breiten aus des HErr en Zahl ſeyd gezehlet, auch habt
Ruhm. gehoͤrt die Stimme ſchon: die
6. Dann ſinckt die Seel in da rufft laut der werten Braut,
Demuth nieder, verdeckt, vers daß fie fich halten ſoll bereit,
huͤllt ihr Angeſichtz doch ſtaͤrckt weil bald, bald angeht die
fie JIEſus Liebe wieder, ſo daß Hochzeit. N
fie ſchaut ins Lebens⸗Licht: _ ro. Halt t euch bereit, und
ſchwingt ſich empor im ſchoͤn⸗ ſchmuͤckt euch prächtig, der
ſten Flor, und ſingt dem Schoͤp⸗ König ſchenckt euch ſelbſt den
fer Lob und Preiß auf eine gantz Schmuck, er will euch machen
befendre Weiß. recht andaͤchtig, wenn ihr nur
7. Bald finckt fie wieder in die ſehet nicht zuruck, und ruͤſten
Stille, und leget ſich in Gottes aus in allem Strauß mit Glau⸗
Schooß, alda genieſet fie die ben Muth und Tapferkeit in
Fe der Gottheit, O! Ge⸗ Liebe und Gerechtigkeit.
eimniß groß, daß Gott ſo 11. Mit Denuth wird er euch
ſpielt mit ſeinem Bild, und ſich auch zieren, weil ſie die Zierde
der Seelen ſo dargibt, dieweil an dein Kleid der Hochzeit, den
er ſie in Chriſto liebt. es will gebühren der Braut, zu
8. Er hat ſie ihm zu eigen ge⸗ ſtehn in Niedrigkeit ſtets für
ben, als ſeine alleꝛliebſte Braut, dem Thron des Könige Sohn,
weil er geopfert auf ſein Leben, ja werffen ſich zun Fuͤſen hin in
da er ſich ihr am Creutz ver⸗ einem tief gebognen Sinn.
*
traut: drum iſt fie fein, und 12. Seht, Liebſten, ſo muͤſt ihr
nicht gemein, er will ſie haben euch uͤben, und taͤglich mit dem
antz allein, drum muß fie Schmuck umgehn, und nichtes
euſch und heilig ſehnn. auſer IeEſu lieben, ſokbnntt de |
a 8 * 0
|
4
365
——
vor ihm beſtehn, und gehn mit Liebe wolſt umarmen, und
ein, gantz heilig rein, zu ſeinem inich zu deiner Braut erkauf⸗
1 1 Abendmahl mit der ge⸗ fen aus der Welt, daß ich als
heiligten Braut⸗Zahl. Jaungftau wuͤrd vor deinen
60. Thron geſtellt. und
| 0. RG
M) u Geiſt verlangt zum 5. Ach! drum iſt auch mein
Ziel unt aller Macht zu Geiſt gantz uͤber ſich gezogen,
| kom̃en, das mir iſt vorgeſteckt, weil deine Liebe hat mein Herz
wornach die wahren
romen tze gantz bewogen zur wahren
gelauffen jeder Zeit, bis ſie er⸗Gegen⸗Lieb, er will dir gantz
langt die Kron, die ihnen bey⸗ allein, als ſeinem theurſten
Sb ihr Heiland, GOttes Schatz, hinfort ergeben ſeyn.
Sohn. [cg .Er achtet alles gering, weil
2. Ich hab denſelben auch zu er dich hat erblicket, und du ihn
meinem Schatz erkohren: weil oftmals auch mit deiner Lieb
er mich erſt geliebt, da ich doch erquicket. O Himmels ſuͤſe
war verlohren, ja, was noch Luſt, davon die Welt nichts
mehr, er ward um meinet wil⸗ weiß: wer JEſu dich geneußt,
len Fleiſch, daß er koͤnt machen der hat die wahre Speiß. 1
mich recht heilig, rein u. keuſch. 7. Lebt jemand dir allein, der
3. Creutz trug er williglich, weiß davon zu ſagen, was deine
ſo lang er war auf Erden, er Liebe wuͤrckt, wie ſie kan alles
wolte auch verſucht, wie andre trage: ja ſelbſt das groͤſte Creutz
Menſchen, werden: O was vor iſt ihm ein ſuſe Luft; nichts,
Liebes⸗Treu, die unausſprech⸗ nichts, als Lieblichkeit, iſt ſol⸗
lich groß, daß du verlieſeſt auch cher Seel bewußt.
dein s liebſten Vaters Schooß. 8. Wohlan dann alle ihr, die
1 Hab ichs um dich verdient? ihr euch habt ergeben dem
ach uein nur dein Erbarmen Braͤut gam IJEſu Chriſt, ihm
war Urſach, daß du mich in gantz allein zu leben ä en
I Fi eb
366 |
der rufft euch zu: ich ſtimme ſich an ihn haͤlt feſt, erfaͤhret ſei⸗
mit ihm an: ach bleibet doch ge⸗ ne Treu, wie er die Seel erloͤßt,
treu dem keuſchen Ehemann. und macht ſie voͤllig frey.
9. O! haltet was ihr habt, 13. Ruh, Fried und Selig⸗
daß niemand eure Kronen euch keit thut fie alsdann genieſen,
raube, denn es wird die Keuſch⸗ wenn IEſus auf ſie laͤßt die
heit euch wohl lohnen: den Stroͤm des Lebens fliefen: in⸗
Siegern dieſes Kampfs iſt bey⸗ dem ſie nun gantz leer von aller
gelegt groß Gut; drum ſtehet fremden Lieb, an IEſu han⸗
feſt, und laßt nicht ſincken eu⸗ Sal durch ſeines Geiſtes⸗
ren Muth rieb.
1. Laßt andre ihre Luft in 14. Tod, Leben, Engel, und
Fleiſches⸗Wolluſt ſuchen, ein was mehr mag ſeyn zu nennen,
Streiter JEſu Chriſt muß ſol⸗ ja hoch⸗ And tiefes auch mag
ches all s verfluchen, und uͤber⸗ ſie von ihm nicht trennen, fie
winden weit aus Lieb zum lebet nun in ihm, ob gleich noch
Braͤutigam, ſo kroͤnet ihn als⸗ in der Zeit, ſo iſt doch ſolche
dañ das theureGottes⸗ Lamm. Zeit ihr . Ewigkeit.
i 60
11. Folgt fleiſig deſſen Spur,
laßt euch Niemand verrucken Men Hertz iſt voller Troſt
das Ziel, wornach ihr laufft/ ob und Freud, weil GOT
8855 mit vielen Stricken die mich thut unendlich laben mit
elt euch fangen will: veꝛlacht feiner Huld und Freundlichkeit,
all ihre Gunſt, bleibt JIEſu und allerſüßſten Himels⸗Ga⸗
b F e Liebes⸗ ben. Ich ſehe ſchon ein gantze
Brunſt. ⁸·j.
132. Auf ihn alleine ſchaut, heit Licht vor Augen ſtellt.
er gibt euch Kraft zu ſiegen 2. Drum gehi freudig fort
wider alle Teufels⸗Brut: er die Bahn auf den gerechten Pil⸗
e
* 1 a
andre Welt, die mir der Weis⸗
tt laßt Keinen liegen. Wer BEERESIAHBEN ale
8 3
|
367
rer Wanders- Mann, der nur Heerd, und ſchmuͤcket ſich in
das hoͤchſte Gut thut faſſen, allen Wehen, daß fie bald zu⸗
GO TT ſchencket mir viel neue bereitet werd in GOttes Hau⸗
Kraͤfte ein, daß ich kan gantz ſe ein zu gehen. Du Jung⸗
getroſt und freudig ſeyn. fraun Chor! ſeh deine Krone
3. Was Freud und Wonne bluͤhn: bald wird das Lamm
gehet auf, wo man zum rech⸗ uns alle zu ſich ziehn,
ken Ziel gekommen, und, nach 7. In ſeinen hoch erhabnen
dem müden Lebens⸗Lauf, von Trohn, den ihm ſein Vater
Gott wird ſelber aufgenom̃en ſelbſt erbauet:da bluͤht der volle
zur frommen Schaar, die er Gnaden⸗Lohn vor die, ſo ſich
ſich hat erſehn, daß ſie alldort mit ihm vertrauet. Wohl dan,
zur Herꝛlichkeit eingenn. wir ſind ihm alle zugezehlt,
4. Drum laßt uns fleiſig fol⸗ weil er uns hat erkauffet aus
ei 1 e
heimen Wege, damit in allem 8. Nun Amen! es wird bald *
Ungemach ja Niemand von geſchehu, was wir geglaubt
uns werde traͤge: weil feine im Dulten, Hoffen: wir koͤn⸗
Huld ſo treulich ſchencket ein nen ſchon im Geiſte ſehn, daß
viel reichen Troſt und ſuͤſen uns das rechte Ziel getroffen.
Freuden⸗Wein. Und weil wir find mit ihm hier
5. Und hat ſich auch zu uns arm und klein, ſo werden wir
gewandt, und unſte Kleinheit auch dort mit gehen ein.
Angeſehen, und ließ in unſerm 9. In unſrer treuen Mutter
Trauer⸗Stand uns nie ohn Stadt, wo die Erloͤßten innen
Hilf und rathloß gehen: und wohnen: und Gott, nach ſei⸗
Uns in ſo viel Noth geſtanden nem weiſen Raht, wird ewig
bey, damit ein jedes gantz ſein über ihnen thronen. Und weil
*
eigen ſegr. wi.ir ſtehen unter feiner Huld,
6. Des freuet ſich e ſo warten wir guch ſein in viel
enn Aa a. Gedult
Gedult. dienen früh und ſpat im rein⸗
62. ſten Sinn, wann man giebt hin
5 M Ein Hertz iſt wohl u vol⸗ fein Liebſtes hier auf dieſer
N ler Freuden, weil ich mit Welt, ſo wie es ſich GOTT
Ieæſu Rieb erfüllt, die in fd vie⸗ hat erwehlt. N
Tem Weh und Leiden nur allen 5. Drum iſt es feſt bey mir be⸗
meinen Schmertzen ſtillt. O ſchloſſen, auch in dein groͤſten
hohe Gnad! O weiſer Rath! Schmertz und Noth, zu folgen
die mich ſo hat genommen hin, ihm gantz unverdroſſen, und
daß ich nun gantz ſein eigen bin. treu zu bleiben bis in Tod: weil
2. Drum will in meinem gan⸗ ſeine Gunſt ſo gantz umſonſt
tzen Leben befleiſſen mich getreu mich hat zur reinen Schaar ge⸗
zu ſeyn, und ihm auch bleiben bracht, wo man ihm dienet Tag
ſo ergeben, daß weder Trug und Nacht. | f
noch Heuchel⸗ Schein mich Daß us en *
ſcheiden kan auf meiner Bahn, M Ein Ieſu leite mich ſelbſt
die geht doꝛthin nach jene: Welt, deine Wege, damit kein
wo aller Zeit ein End beſtellt. Dornen⸗Stich mich mache
3. Deß bin ich froh, und ſehr traͤge. Werd ich von dir ge⸗
gebeuget, weil GOtt durch ſei⸗ wandt, fo muß ich irren, drum
negroſe Gnad mir dieſen hohen muß mich deine Hand ſelbſt
Weg gezeiget, und offenbaret leiten, fuhren.
feinen Rath. Die Creutzes⸗ 2. Viel eng und rauhe Weg
Moth iſt Himmel⸗Brod, weil muß ich durchgehen durch
k —
— —
man dadurch wird hell u. weiß, mancherley Gehaͤg und harte
zu gehen ein ins Paradeis Wehen. Dann wann in mei⸗
4 Lob, Preiß und Danck ſey nem Stand dahin will komen,
dem gegeben, der mir durch ſei⸗ daß ich werd GOTT bekannt
ne groſe Gnad geſchencket hat und allen Frommen:
in neues Leben, daß ihm kan 3. So muß verſagen mich und
1 4 » N hM, * . meinen
- 369
"meinen Thaten, ſonſt geh ich ne, ſo eingepflantzet bin zum
hinter ſich, kann mir nicht ra⸗ wahren Reben, unendlich da
then. M in eigen Wohl und ausgruͤn im reinen Leben.
Seyn muß ich verneinen, will 8. Des bin ich Freuden⸗voll,
ich in RD: gehn ein, und zu hab Fried- im Hertzen, weil
den Seinen. SoOtt mir thut ſo wohl, und
4 hellig iſt der Sinn der meinen Schmertzen genoſnen
reinen Seelen, die alles geben gantz dahin, nach viel Gefahren
hin und ſich vermaͤhlen dem vereinigt meinen Sinn den rei⸗
lieb⸗und werthen Lamm, für nen Schaaren Ir
uns geſtorben, und an dem 9. Des Lames Jungfraun⸗
Creutzes⸗Stamm das Heiler: Zahl, die es erwehlet, und hie
worben. * in Creutzes⸗Thal mit ſich vers
5. O SeESll bleib gepaart maͤhlet: daß ſie zu GOltes Lob
mur in der Treue, daß deine die kleine Heerde, in ſiebenfü⸗
Gegenwart mich ſtets erfreue: cher Prob gereinigt werde.
fo bleib ich dir bewährt in rei⸗ 10. Wie hoch wirds ſeyn ge⸗
nen Schrancken, und dir ſtets acht, wann die erſcheinen um
zugekehrt ohn einzigs Wan⸗ weiſſen A nach
ken. langem Weinen: das iſt des
6. Du biſt mir doch mein Ein Geiſtes Licht in dem Gedraͤn⸗
und Alles worden, mein ſteter ge, wann uns die Hilf gebricht
Gnaden⸗Schein in deinem in unſrer Enge
Orden. Mein Troͤſter in der 11. Die Hoffnung und Ge⸗
Noth und bittren Leiden, Aus⸗ dult macht ſchon gelingen, daß
helfer von dem Tod und truͤ⸗ wir von Gottes Huld Lob⸗
ben Zeiten. Liͤeder ſingen: wir find. nun
7. Wie ſchoͤn wirds ſehen aus, hoch erfreut, die Truͤbſals⸗
Wann ich, der Deine, in deinem Stunden haben den Sinn er⸗
Bebes⸗ Haus, und der Semtel neut, . Gott verbanden.
aaa NE
*
370
6.1% fen erliegen, bis daß ich gefun⸗
M Ein inigſtes Sehnen nach den das wahre Vergnuͤgen.
Goͤttlichem Sin iſt gaͤntz 65. .
lich gerichtet alleine dahin: von y ß ich ſchon oft traurig
allen vergaͤnglichen Dingen gehn, meine Saat mit
auf Erden von innen und auſen Schmertzen ſaͤen: ſchenckt mir
befreyet zu werden. | doch die Hoffnung ein, auf den
2. Sonſt bleibet mein Tichten bittern, ſuͤſen Wein.
ein nichtiger Wahn, wann mir 2. Thut es ſchon oft ſchwer
ſich nicht oͤffnet die Goͤttliche zugehn, unter ſo viel Leid und
Bahn: doch will ich in Dulten Wehn: geh ich doch gantz freu⸗
und Hoffen und Schweigen dig fort, bis erlangt die Him⸗
treu bleiben, und flehen mit mels⸗Pfort. n.
tiefeſtem Beugen. 3. Ich hab diß zum Troſt er⸗
3. D JeEſul nein Leben und waͤhlt, weil mich GOtt hinzu
innigſte Luſt, wie lechzet mein gezehlt: wo ihm giebet ſteten
Hertze, wie brennet die Bruſt: Ruhm ſein erwehltes Eigen⸗
daß ich dich doch moͤchte in Lie⸗ thum. „
be umfaſſen, und alſo in Ewig⸗ 4. Dann ich bin in Gott ge⸗
keit nimmermehr laſſen. wiß, daß, der ohne Hinderniß
J. Doch will ich erwarten in nur kan halten treulich aus,
vieler Gedult, bis er mich bringt zuletzt die Frucht nach
umgiebet in Gnade und Huld: Haus.
5 14
und ſolt mir zuweilen das Her⸗ F. Drum ergeb ich mich aufs
tze zerflieſen / o wird er doch end neu, daß ich Gottes eigen ſey:
f
lich mein beiden verfuſen. weil ſein groſe Bit und Guad
Er weiß doch am beſten was mich an ſich gezogen hat.
nuͤtzlich u. gut, und wann auch 6. Solt ich auch in Schmertz
ſchon ſincket zuweile der Ruth und Leid bringen zu mein Le⸗
ſo werd ich doch nimer im Hof bens⸗Zeit: wird mir doch zu
* 1 8 g 5 .
x 371
meinem Theil dort das aller⸗ vom Feinde ward auf manche
groͤſte Heil. | Weiß gedrungen, ſo daß es
5 66. ‚seien, ich waͤr von ihme gantz
N Un walle ich getroſt auf bezwungen. f
meinem Glaubens- Wege, 5. Ich aber bliebe doch mit
weil ſich geoͤffnet mir die Thür innigem Verlangen an Ieſu
zum Hinunels⸗Stege: ich gehe reiner Lieb und feiner Zuſag
dann nun ein zur ſtillen Ruhe⸗ hangen: bis daß fein Liebes:
Kammer, da ich werd ſeyn be⸗ Herß ſich thaͤte zu mir kehren,
freyt von allem Leid und Jam⸗ zu nehmen hin mein Leid und
mii | viele heiſſe Zaͤhren. |
2. Dann da nach langem 6. Nun aber iſt mein Hertz
Schmertz ich mich erſeuckte in Liebe gantz zerfloſſen, weil
nieder, hat ſich mein Braͤu⸗ ich in ihme hab das wahre Gut
ligam in mir gefunden wieder: genoſſen: das alles uͤberſteigt,
der doch in meiner Noth, und und machet mich vergeſſen, wo
vielen Hertzens⸗Preſſen ſich ich in ſo viel Leid oft traurig
von mir abgewandt, ob haͤtt bin geſeſſen. 1
er mein vergeſſen. 7. Es iſt ja nichtes hier auf
3. Ich hab zwar feine Lieb im dieſer Welt zu nennen, das ein
innern Grund verſpuͤhret, als verliebtes Hertz von ihme koͤn⸗
fein verliehter Blick mein Her⸗ te trennen: das einmal iſt ge⸗
he hat berühret, und er die Zu⸗ traͤnckt aus ſeinem reinen We⸗
ſag hat gegeben meiner Seelen, ſen, und ſich der Weisheit
mich als fein Eigenthum mit Schatz vor Allem hat erleſen.
ihme zu vermaͤhlen. 8. O was vor ein Genuß und
4. Doch wurde ich gar bald Freude wird empfunden! wo
von ihme gantz verlaſſen auf die veꝛſammlet ſind, die JEſus
maler Blaubene-Bahn, Ich ſich verbunden. Ich freie mich
mußte oft erblaſſen; wenn ich ohn End, weil ich nun bin ge⸗
. Aa a3 | zehlet
Es
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22
ĩ—æV—ↄ -ü-X.n;f —— — — ĩ
—
zehlet zur keuſchen Jungfraun⸗ 3. Da ich bin worden unbe⸗
Schaar, die JESll find kaut den allerliebſten Freunden:
vermaͤhlet. weil ſie nicht wußten meinen
9. Zu folgen feinem Gang Stand; ob ſie es ſchon nicht
ohn einziges Ermuͤden, weil meinten. ü
wir gegangen ein, wo bluͤhet 4. Gar oft ſprach ich in mei⸗
ew'ger Frieden: drum achten nem Leid: Ach GOtt! koͤnt ich
wir kein Ding noch einzige vergehen: ſo waͤre meine Nich⸗
Beſchweꝛde, weil wir nach vie⸗ tigkeit das Ende meiner Wehẽ.
lem Leid von ihm verherrlicht 5. Ich ging in Trauren und
werden. im Braſt, im Schmertzen und
10, Hier bleibet zwar der Troſt Wehklagen. Ach G Otti ſchenck
gar oft im Creutz verborgen, mir doch einmal Raſt, ſouſt
weil wir noch tragen um viel müßt ich gar verzagen.
bittres Leid und Sorgen: die 6. Zu einem mal wurd mei⸗
Erndte wird ſich doch nach ne Noth in lauter Freud geen⸗
vielem Leiden finden, und der det: drum dancke ich dem guten
gehabte Drang auf Ewig hin Gott, weil er es umgewendet.
verſchwinden. 7. Und mich erquicket nach
| 67. dem Leid, und ſo viel harten
N UN werde ich ſehr hoch Proben: drum will ich ihn in
beglückt, weil in fo lan⸗ Ewigkeit davor ohn Ende lobt,
em Hoffen oft gehen mußte | 68. 171
hart gedrückt, da mich das Lin: M UN will ich mit Freuden
luck troffen. wallen nach dem Ziel der
2. Und mußte ſeyn als wie Ewigkeit, und nach GOttes
verſtoͤrt, vertrieben und ver⸗ Wohlgefallen treten in den
ſchoben: weil Gott nicht mei- harten Streit: wo der Kampf
ne Klage hoͤrt in meinen Lei⸗ die Sieges⸗Kron tragen wird
*
dens⸗Proben. zꝛiulttzt davon, u. die Apen
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*
373
Preſſen werden ewig ſeyn ver⸗ B ich ſchon jetzt annoch
geſſen. | muß oftmals traurig
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weiß, ob ſeine Gnad mich hat 2. Dann Zions Hoffnung
völlig eingenomen in das Looß kroͤnt den lang geführte Streit,
der wahren Frommen. die bittre Thraͤnen⸗Saat er⸗
3. Dieſes trag ich in dem Her⸗ wuͤrbet ihre Beut. O ange:
tzen, dieſes iſt mein Sorgen: nehme Ruh nach dem fo mü⸗
Stein, daß ich doch in allen den Gang, allwo von Trau⸗
Schmertzen möchte Gottes ei- rigkeit oft Zeit und Weile lang.
gen ſeyn: fo wird mir einſt zu⸗ 3. Dann wañ ich ein Gedenck,
getheilt, was mir meinen mit was vor groſer Guͤt mich
Schmertzen heilt, und ich kaͤm GO T Tan ſich gebracht in
durch langes Sehnen hin zu meiner Jugend Bluͤth: fo muß
Gott nach vielen Thraͤnen. rflieſen gantz weil oft, eh ichs
4. Doch wohl mir, es wird bedacht, mit Jammer wurd
noch werden, was ſo manche umſtellt von Traurigkeit der
Zeit und Tag ich geſucht mit Nacht: N
vlel Beſchwerden, und mit vie⸗ 4. Die meinen Geiſt bedeckt,
| ler Noth und Klag. Ich bin da es ſchien aus zu ſeyn, die⸗
|
|
ſchon in Gott erfreut, weil in weil mein liebſter Freund mich
ſo viel Schmertz und Leid er gehen ließ allein: und ſich vor
bisher mein Troſt geweſen. mir verſtellt, als ober weg ge⸗
Wohl dan nun, ich bin geneſen wandt, und mich verlaſſen haͤt
4
69. uin meinem Trauet-Stand,
5. So
8
5
1
*
374
5. So iſts doch nun geſchehn, ſolt nicht leiden gern, daß er
daß, eh ichs wurd gewahr, ich erhoͤhet werd mit denen? die
ihn erkannt, und daß er mir ein erkaͤmpfft die edle Ritter⸗Kron
Andrer war: weil ich ihn nur unter ſo vieler Schmach, Ver⸗
geſucht, wo es gantz lieblich iſt, achtung, Spott und Hohn.
drum mußt erfahren erſt, wie 10. Die reine Jungfrauſchafft,
er das Leid verſuͤßt. die ſich GOtt zugedacht, wird
6. Wann wir verlaſſen gantz, hier auf dieſer Welt von Freund
mit Dunckelheit umſtellt, ſo und Feind veracht: weil der ver⸗
werden wir erſt recht von ihme liebte Sinn allein ſich hinge⸗
auserwaͤhlt: das iſt fein Ruhe⸗ than zu IEſu, der da iſt der
Bett, ſo er ſich zugedacht, wann treuſte Ehemann. 2 7
wir bedecket find mit einer 11. Drum fans nicht anders
ſchwartzen Nacht. ſeyn, es iſt dahin das Recht all⸗
7: Die Liebes: Blicke, die er hier auf dieſer Welt dem Jung:
mir hat zugeſandt, da ich ver⸗ frauen⸗Geſchlecht. Doch iſt
laſſen ſchien in meinem Trau⸗ kein andre Bahn, ſie bleiben bey
er⸗Stand: die brachten mich ſo der Wahl dem, der ſie hat ge⸗
weit in Liebes⸗Trunckenheit, zehlt zur keuſchen Jungfraun⸗
daß ich vergeſſen kont mein vie⸗ Zahl. 5 4.
les Hertzen⸗Leid. 70. re
3. Und weil nun Lieb und O Du allerreinſtes Weſen!
Leid ſind meine Reiß⸗Gefaͤhrt, ſo ich eintzig hab erleſen
ſo kan vergeſſen ich auch alle mir zum Schatz und 2
Freud der Erd: dieweil mein thum, daß ich ewig dein verblei⸗
liebſter Freund die groͤſte Bit⸗ be, und ſo meine Zeit vertreibe,
terkeit in mir veraͤndern thut zu erzehlen deinen Ruhm.
in lauter Geiſtes⸗Freud. 2. Dann ich thu mich innigſt
91 Es iſt ein kurtze Zeit die ſehnen, daß vereinigt werd mit
Schmach allhier auf Erd, wer Denen, die N
N i | nach
*
nachgehn: und erkauffet von und Segen, die mir zugetheilet
der Erden, daß ſie dort nach viel ſind.
Beſchwerden ohne Ende GOtt 7. Drum ſey auch, in meinem
erhoͤhn. | Leben, dir viel Preiß u. Danck
3. Drum will ich der Lieb hin⸗ gegeben, wellen du fo manche
Ger hier mein Liebſtes in dem Jahr haſt mit deinen Liebes⸗
eben: was ihr noch an mir Armen mich getragen mit Er⸗
mißfaͤllt, muß ſeyn gantz und barmen, und gebracht zut
gar vergeſſen, ſonſten kan ich frommen Schaar.
nicht geneſen, noch ihr werden g. Die ſich ſelbſt mit GOTT
zugeſellt. verbunden, und fo haben uͤber⸗
4. Dann ihr Rath laͤßt nimer wunden, durch des Lammes
wancken; ſondern haͤlt in ſteten Blut, im Streit: die GOtt
Schraucken den in fie verlieb⸗ wird mit Sieges⸗Kronen dort
ten Sinn. Bin ich mühſam in jener Welt belohnen in der
und beladen, thut ſie ſelbſt dem ſtillen Ewigkeit.
Elend rathen, und nimmt allen | 71.
Schmertzen hin. O Freundlichs Umarmen!
„ Band Kind-berglich ſey O O gütigfter Hirt! Ich
900 Leben dir zu eigen uͤberge⸗ ſchenck dir mein Hertze, wei du
ben, daß ich aller Sorgen loß. mich gefuͤhrt durch mancherley
a du wilt nur Kinder ha⸗ Noͤthen, und taͤtſt micherꝛctten,
en, die ſich an den Bruͤſten la⸗ wo ich mich auch oͤfters ſchon
ben, und fo ruhn in deinem tödtlich verirrt.
Schooß. or 2. Ach IEſul mein Schoͤnſtez,
6. Dann ich weiß ſonſt nichts für allen erkorn, durch deinen
a machen, weil GOtt alle mei⸗ Geiſt find wir als Kinder ge⸗
ne Sachen bringt zu einem gu⸗ born: dich ewig zu lieben, ohn
ten End. In des weiſen Fuͤb⸗ einigs Betruͤben, was von dir
ders Wegen feh ich lauter Gnad gefunden, wird numer verlorn.
—
d Ai *
*
A v
375
3. Du rufeſt uns felbften ins Angeſicht Gottes zu ſehn.
Hertze hinein: ach laßt euch 8. Wie ſieht man macht alles ſo
Nichts blenden mit eitelem herrlich erneut, wenn himmli⸗
Schein! Ich bin ja das Leben, ſche Geiſter da ſtehen bereit: u.
das Rahe kan geben, auf zeit- laſſen ſich hoͤren mit lieblichen
lichs Vergnügen folgt ewige Choͤren, den Hoͤchſten zu loben
Pein. ohn Ende und Zeit.
4. Gluͤckſelige Stunden zu 72.
hangen andir, du wahres Ver⸗ O Himmliſches Weſen! O
gnuͤgen, gib, daß ich verlier Goͤttliche Lieb! wie labſt
mich ſelber in allen, ſo kan dir du die Deinen, die alles vernei⸗
gefallen, mich alſo zu ſchmuͤcken nen, was nicht iſt aus deinem
mit himmliſcher Zier. geheiligten Trieb.
5. Den Goͤttlichen Hungerden 2. Dein Weſen wird nimmer
haft du erweckt, viel herrliche ohn Leiden erkannt in ttefeſtem
Kronen zum iele geſteckt. Wer Beugen, im Still-feyn und
hier mit thut ſterben, wird dor⸗ Schweigen wird man erſt be⸗
ten ererben ein Leben, das nim⸗ freyet vom Eitelkeits⸗Band.
mer vom Tode erſchreckt. 3. Denn da muß aufhoͤren der
6. Es iſt ja unſchaͤtzbar die truͤgliche Schein, das hin und
ewige Freud, drum laßt uns vez⸗ her Sinnen muß alles zerriu⸗
geſſen das Leiden der Zeit: kein nen, weil man wird getraͤncket
Auge kans ſehen, noch Hertze mit Goͤttlichem Wein. ;
verſtehen, was Gottes Liebha⸗ 4. Die vielerley Sorgen die
ber vor Gutes bereit. fallen dahin: wann man ſo er⸗
7. Doch welche im Geiſte des geben, zu Ehren zu leben dem
Glaubens anflehn, die können Lamme nach feinem verliebeten
erblicken in mancherley Wehn, Sinn. . er
was dorten vor Süfn, und 5. O Liebe! wie labeſtu Geiſte
was zu genieſen, wo ewig das und Hertz: wenn man 78 vd |
nieſet, wird all s verſuͤſet, was 3.Diehat der Vater ſich er⸗
öfters gakraͤncket in Leiden und kohren, geſammlet aus der gan⸗
Schinelt. tzen Welt, in FEfu Chriſto
6. Viel Freude und Wonne neugebohren, und gantz zum
erquicket den Sinn, drum lob Eigenthum erwehlt zu einer
ich mit Halle und froͤlichem Braut, die ihm vertraut, und
Schalle GOtt, dem ich zu eis fie mit JEſu Blut erbeut, da
gen gegeben mich hin. ſie erbaut aus feiner Seit.
7 Er wird mich berathen, wen 4. Wir ſind nun feſt mit ihm
Alles vergeht, wenn Alles vers verbunden, zu halten aus bey
schwindet: wenn Alles ſich en⸗ feiner Treu, weil er den Teuffel
det, ſo hab ich ein Leben, das uͤberwunden, und macht uns
ewig beſteht. von ihm loß und frey: damit
wir nur auf ſeiner Spur fort
i 23.
FJeEſu! Kraft der treuen wandeln in dem Lebens⸗Weg.
ar) 9
Seelen, die ſich dir gantz er⸗ Ach werde doch ja keines traͤg!
geben hin, und dir mit Ernſt 5. Wir koͤnnen Gottes Guͤte
ſich anbefehlen: ſo daß ſie hier preißen, die er an uns erwieſen
—
|
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1
ihm gantz ergeben ſeyn. a die er bereit den Seinen, die
170 | 2 >
nach deinem Sinn, im engen hat, daß er uns gantz ohn alles
Weg, und ſchmalen Steg nur Gleiſſen gebracht zu ſolcher ho⸗
leben in gantz reiner Zier, daß hen Gnad: ja ſo, daß wir nur
ſie allein gefallen dir. ihm allhier zu Ehren leben auf
2. Und allem haben abgeſa⸗ der Welt, bis wir vor feinen
get, mit vollem Ernſt die Welt Thron geſtellt.
verflucht, ſich ſelbſt verleugnet, 6. Drum ſollen wir G Ott ſtets
und gewaget mit JEſu in die erheben: weil er uns aus bes
ſcharffe Zucht der Creutzes⸗ dachten Rath gebracht zum
Noth, bis in den Tod, zu folgen reinen Gottes⸗Leben, geſtellt in
nach ohn allen Schein, daß ſie ein beſondern Grad der Selig⸗
ig hier
378
bier keuſch und rein zu eigen ihm nerlich, und thu mir voll ein:
ergeben ſeyn. ſchencken vom Waſſer, das von
7. So daß ſie in ihm haben deinem Stuhl ausflieſet, ſo kan
Frieden in ſtiller Ruh u. Her⸗ ich die Schul des Leidens wohl
hens⸗Fꝛeud, dabey ſich gaͤntzlich aushalten.
abgeſchieden von aller Unge⸗ 4. Und werd in deinem Wil⸗
ſtümmigkeit: u. alſo fort, nach len ruhn; ob ſchon die Feinde
Gottes Wort, im Leben folgen toben, nichts wird mir koͤnnen
früh und ſpath, bis ſie erreichen Schaden thun: ja alle Leidens⸗
Salems⸗Stadt. Proben die werden mich in
74. deinen Bund noch tiefer führen
O IE Sul mein getreuer in den Grund, wo ich kan recht
Hirt, wie haſt du mich ge⸗ geneſen.
leitet, wenn ich im duncklen 5. Denn du mit deinem bitt⸗
Thal verirrt, haſt duden Weg ren Tod das wahre e er⸗
bereitet: und mich gefuͤhret bey worben, und haft geſiegt in
der Hand, daß mirs durch dei⸗ Schmertz und Noth, da du am
ner HUF Beyſtand bishero iſt Creutz geſtorben: drum will
gelungen. ich dir ſtets folgen nach in al⸗
2. Drum ich mich wieder in TlemLeid und Ungemach, ſo lang
den Bund aufs neue will ver⸗ ich leb auf Erden. |
ſchreiben, weil du mein Hertz | 75. 4
mit Lieb verwundt, dir ewig IE! thu mir doch die
treu zu bleiben: und auch mit Schmergen verſuͤſen, und
denen, die erkohrn, und ſich zu laß mich die Fruͤchte der Liebe
eigen dir verſchworn, dich lo⸗ genieſen: ich warte deſſelben mit
ben hier auf Erden. groſem Verlangen, weil dir
3. Und wann die Feinde dru⸗ ſchon fo lange in Liebe nach⸗
cken mich, daß ſie den Geiſte gangen. IR a |
Fränefen, fo ſtaͤrcke du mich in⸗ 2. Und hab mich e
iR TE "|
|
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N
F
I
379
dich nimmer zu laſſen, und ſolt aus unſern Noͤthen: und endigt
ich auch drüber im Tode erblaſ⸗ unſer Leid, daß wir nach ſo viel
ſen: die Treue, die du mir ins Drangen zur ſtillen Ewigkeit
Hertze geſchrieben, die laͤſſet zu einem mal gegangen.
mich nimer aufhoͤren zu lieben. 75 FH HG
3. Und weil du mein Leben O Fauben einfallen Un⸗
und Luft meiner Seelen, ſo —ſchulds⸗Leben! du haſt den
will ich mich mit dir am Creu⸗ Geiſt verliebt gemacht, drum
tze vermahlen: das ſoll mir das hab ich um dich hin gegeben die
Liebſte ſeyn allhier auf Erden, eitle Freud und allen Pracht:
fo werd ich dort mit dir vers weil ich mit JEſu mich vers
herrlichet werden. binde, ſo lang ich leb in dieſer
I Zeit, drum ich auch nichts als
ſtille Ewigkeit! wie tief Leiden finde, weil meine Liebe
biſt du verborgen? ich war gezweyt. N
habe dich ſchon oft geſucht mit 2. Biß machte meinem Her⸗
vielen Sorgen; doch findet man Ken bange, daß ich nach Got⸗
dich nicht in ſeinem eignen Mei⸗ tes reiner Lieb mich ſehnte, in
nen: wer worden gantz zunicht, viel Creutzes⸗Drange, zu flie⸗
kan ſich mit dir vereinen. hen ſolchen falſchen Trieb: den
2. Der Glaube Hält ſich feſt, ich oft in dem Hertzen ſpuͤret,
wo alles gantz verſchwunden: wordurch die reine Liebes:
in dieſem leeren Nichts wird Kraft ſich nach und nach in mir
erſt die Ruh gefunden. Diß iſt verlieret, daß aus getrocknet al⸗
der neue Weg, der bey ſo vielen ler Saft. l
Sorgen in unſerm Fleiſch⸗Ge⸗ 3. Drum halte ich ſtets an mit
haͤg uns bleibt ſo lang verborge Wachen und Flehen vor dem
3. Bis Gottes Gnade kommt Gnaden⸗Thron, daß GOtt be⸗
An unſer Nichts getreten führt rathe meine Sachen, die mich
ſelbſt die Sache aus, hilfft uns bedraͤngt vor laͤngſten ſchon:
}
1} *
|
*
B
nn ee EEE nn,
weilmeinHertz noch nicht gantz mein Geiſt und Hertz fich ſtets
geſchieden von dem, was heiſſet erfreut: weil ich erlanget hab
Eigen⸗Lieb, kont ich in nichtes die Gnade, daß Einfalts⸗Lieb
haben Frieden bey ſolchem mein Bruſt⸗Gewehr, drum
Schein und Heuchel⸗Trieb. thut mir auch der Feind kein
4. Zwar übt die Weisheit Schade, ich gebe ihm nicht
meine Sinnen durch manches mehr Gehoͤr. Ju
Creutz in ihrer Schul, da muß 78
des Hertzens Stoltz zerrinnen; Was groſe Noth und
der ſich geſetzet auf den Stul: Schmertzen find ich mir
und wolte gerne unterdrücken noch zugeſellt! O was Qualen
den neu gebornen Liebes⸗Geiſt, in dem Hertzen! wenn die Lie⸗
den Gott mit Einfalt thaͤte be ſich verſtellt: koͤnt ich doch
ſchmuͤcken, und oft mit Him⸗ für Leid und Wehen oft im
mels⸗Freude ſpeißt. Elend gantz zergehen.
5. Ich wall nun hin auf mei⸗ 2. Daͤ muß aller Schein vers |
ner Straaſen zur engen ſchma⸗ ſchwinden, wo kein Leben wird
len Himmels: Thür, ob wohl geſpuͤrt: wañ kein Troſt⸗Wort
viel leide ohne Maaßen, ſo mehr zu finde
weiß ich doch, daß GOtt da⸗ gantz verliert,
für mir geben wird, auf mein liebſtes Leben,
Begehren, den lang verlang⸗ Elend ſchweben.
ten Gnaden⸗Lohn, und wird 3. Schmuck und Kronen find
mir noch die Gunſt beſchehren. verſchwunden, alle Herrlichkeit
zu werden eins mit feinem iſt hin. Ich kann nichts als
Sohn. ö Jammer finden, wo ich mich
6. O Taͤublein! laß dich jetzt auch wende hin: wo ich ſonſt
0
1
und ſich alles
wo zuvor mein
muß ich jetzt im
hernieder, weil ich nun Eins noch ſchwebt in Freuden, treffen
Au. nicht gezweyt, die Einfalts⸗ mich befrübte Zeiten.
Lieb beherrscht mich wieder, „ Doch wud G Ott dens taub
et 995 . N
|
|
|
|
ö
$
*
+
erheben, wo jetzt alles gantz da⸗
hin; aus dem Sterben kommt
das Leben, aus dem Leben der
Gewinn: ich kann ſchon der
Frucht genieſen, die mir thut
mein Leid verſuͤſen. :
F. Darum will ich mir genuͤ⸗
gen laffen, wie mir beygelegt,
muß ich ſchon im Staube lie:
gen: dann ſo kommet man zu⸗
recht, weil die viele Noth und
Schmertzen heilen die ver⸗
wundten Hertzen.
6. Ich weiß beſſer nichts zu
finden, als mich ſo zu geben hin:
dann, wo alles thut verſchwin⸗
den, iſt der groͤſeſte Gewinn.
Iſt mein Leben gantz bezwun⸗
gen, fo iſt mirs im Sieg ge⸗
ungen.
7. Ja es iſt nicht wohl zu ſa⸗
*
gen, was vor Segen und Ge⸗
nuß den’, die Lieb im Hertzen
tragen, letzt daraus erwachſen
muß. Dann die ſich hier ſelbſt
verlieren, wird Gott in fein
Reich einführen.
Pforten: da mich viel Leiden
ohne Zahl umgeben aller Orten
2. WMann ſich die bittre Thraͤ⸗
nen⸗Sagt thut ohne Maaß er⸗
gieſen: und ich gantz ohne Hilf
und Rath im Elend muß zer⸗
flieſen. | 0
3. Drum werd ich oft gering
und klein in meinem Trauer⸗
Stande: weil ich noch als ein
Gaſt muß ſeyn in einem frein⸗
den Lande.
4. Gott hat ſich mir zwar zu⸗
erkannt durch ſeine Gnad und
Guͤte: doch werd ich oft in mei⸗
nein Stand des vielen Kumers
muͤde. ee
5. Weil ſchon ſo manche Zeit
und Jahr oft in ſo harten Preſ⸗
ſen in vielen Toͤdten und Gefahꝛ
im Elend bin geſeſſen.
6. Doch ſchenckt die Hoffnung
anders ein, wann ich ihr nach
thu gehen: ſo macht ſie lauter
Zucker⸗Wein aus allen meinen
Wehen. en |
7. Drum werde ich mein Les
benlang auch nimmermehr ver⸗
dl, 8 |
2 Wie ſo oft und manches⸗ geſſen: was Gott mir oft in
mal ſitz ich an Meſechs⸗ſo viel Drang fuͤr Gutes einge⸗
meſſen |
.
x. Drum wall ich hin mit ten, bis ich werd verneut von
vieler Freud, und trage meine dir, daß ich noch auf dieſer Er⸗
382.
meſſen. « Gang, und mit Liebe angezo⸗
8. Er ſah gar oft vom Him⸗ gen: daß ich mich mein Leben⸗
mel her auf uns, ſein kleine lang dir verſchrieben, treu zu
Rap daß in to groſen Noͤ⸗ ſeyn, auch in allem Schmertz
then ſchwer nicht All's verder⸗ und Pein.
bet werde. | 3. Doch muß ich mich oft
9. Wie oͤfters hat fein Vater⸗ noch ſehen von dir ſo geſchie⸗
Hertz in den auch bittren Noͤ⸗ den ſeyn. Ach das macht mir
then ein End gemachet allem viele Wehen, viele Schmertzen,
Schmertz u. ſelber den vertreten Angſt und Pein: daß ich oft
10. Dann er iſt immer treu ge⸗ in meiner Noth ruffe: ach mein
ſinnt, obs ſchon oft anders ſchei⸗ treuer GOTT!
net: in Noͤthen hilft er feinem 4. Hilff mir doch in meinen
Kind, wenns lang genug ge⸗Noͤthen, und erloͤße mich von
weinet. mir: führe mich durch alle Toͤd⸗
— ——
Laſten: weil nach fo viel ge⸗ den kan mit dir vereinigt werde
habtem Leid werd fanft und 5. Dann das iſt ja mein Ver⸗
güfe raſten. f langen, O du meine hoͤchſte
| 30. Liuſtl daß ich moͤge dir anhan⸗
See e lo⸗ gen, und mir nichts mehr ſey
oben! Gott, du meine bewußt, als zu lieben dich al⸗
hoͤchſte Freud, wann ich wer⸗ lein ohne allen Trug u Schein.
de, nach viel Proben, ſeyn von 6. OHYEN IEſul du mein
meinem Leid befreyt. O ich Leben, ach verzeuch doch lan⸗
freu mich deiner Gut in dem ger nicht! dir hab ich mich
Hertzen und Gemüth. gantz ergeben: laß doch ſeyn f
we nn nn
2. Deine Treu hat mich bes auf mich gericht deine Segens⸗
wogen, dir zu folgen in dem volle Kraft, die mir Wen 4
Weſen kön
Freud gewandt.
7. Dorten wirds erſt beſſer
O Wie thut mein Hertz ſich werden, wann die gantze Sie⸗
ſehnen nach der ſtillen E⸗
wigkeit! ein zu gehen bald mit
ges⸗Schgar wird in GOTT
erhoͤhet werden, ihn zu loben
denen, wo vergeſſen alles Leid. immerdar.
2. Die IH Gott durch Creutz
und Schmertzen und viel Elend
auserwehlt: daß fie werden
82. |
BR dem! der gefunden
hat ſein beſtes Theil durch
rein im Hertzen, leben, wie es Gottes Gnad, daß er in allem
Gott gefaͤllt.
3. Drum wohl denen!
nicht weichen hier von dieſer
rauhen Bahn: bis ſie mit dem gebracht, währt fü
Steges⸗Zeichen werden dorten Kampf die gantze Na i
0 Leidens⸗Prob ſchenckt endlich.
angetan. |
4. Dann das Creutz, das fie
faͤhrt: der ſie durch des Creu⸗
tzes⸗Zagen machet rein, wie
Gold, bewaͤhrt.
5. Drum will ich ihn hertzlich
loben hier ſchon in der Sterb⸗
lichkeit: weil er durch ſo hohe
Proben uns gebracht zur Se⸗
ligkeit. minen
6. Owie freuet ſich mein Her⸗
tze! weil GOtt meinen Trauer⸗
Stand und mein langes Leid
und Schmertze hat in 1 25
eo 898
ſeinem Thun ſtets kan in Got⸗
die tes Liebe run.
2. Der wird zum rechten Ziel .
n der
: dien
ein viel Troſt und ſuͤſen Freu⸗
hier tragen iſt des Koͤniges Ge⸗ den⸗Wein. 8
3. Wohl mir! weil ich diß ut
erwehlt, drum werd ich auch
nicht mehr gefaͤllt: die hart u.
rauhe Winter⸗Zeit veraͤndert
ſich in lauter Freud.
4. Nun ſpuͤrt die Seele im Ge⸗
nuß den Gnaden⸗vollen Ueber⸗
fluß: weil ſonſten alles fallt das
hin, was nicht gericht nach
Gottes Sinn. „
J. Diß iſt mein eintzigs Ziel
auf Erd, daß ich mit GO T
verei⸗
*
8
—— — —
vereinigt werd: und wandle in und labet ſich, und kan vergef⸗
der Nikdrigkeit allhier die ganz fen Welt und Zeit, und lebt im
tze Lebens⸗Zeit. Nun der Ewigkeit.
6. So waͤchſt der neuen Menſch⸗ 12. Nun muß verſchwinden
heit Zweig in ZEfu Kirch und alle Pein, weil man in GOtt
Liebe⸗Reich in mir mit vollem gegangen ein:der Frieden währt
Segen aus zur Freud in Got⸗ ohn End und Zeit, ſchon hier,
tes Tempel⸗Haus. und dort in Ewigkeit. 2
7. O ſelige Zufriedenheit nach |
1 %%
Ufft getroſt, blaßt die Pos
lang gefuͤhrtem Kampf und R
ſaunen, ſetzt alle Voͤlcker
Streit. Was ſchoͤne Früchte
ſiehet man auf dieſer neuenFrie⸗ in Eꝛſtaunen, ihr Zions⸗Waͤch⸗
dens⸗Bahn. ter allzugleich: rufet auf, die
. Wir preifen das. erhöhte ſo da ſchlafen, daß fie ergreif⸗
‚La ‚das ſo erniedrigt zu uns fen ihre Waffen, dieweil nun
kam, und lernen feine fanfte bald zu einem Reichder Kong
Tritt, nach Liebe Art, aufjeden einziehen wird und als der gro⸗
ſe Hirt zu ſich ſammlen, in ſein
Schritt.
9. So faͤngt das rechte Leben Gezelt aus aller Welt, die er
an, das man in ihn nur finden zu Erſtlingen erwaͤhlt.
kan: und bluͤht der reine Zunge 2. Schweiget nicht, ihr treue
fraun Sinn, der ſich ihm gibt Knechte, verkuüͤndigt unſers
zu eigen hin. Gottes Rechte dem gantzen
10. O edler Zweig! O edles Haufe Iſrael: damit ſich auch
Reiß, das grünst aus dem Pa⸗ die Verſohrnen aufinachen mit
tadeis! Nun gehet auf ein fro⸗ den Erſtgebohrnen, und füllen
her Tag, worinn vergeſſen alle ihre Lamp mit Oel. Daß kei⸗
Klag. se nes bleib zuruͤck; ſondern ſich
11. Nun ruht die Seel gantz herrlich ſchmuͤck zu dem Feſte,
auſſer ſich in Gottes Schooß, das Gott der KERN, W
97708 , REN m ner
*
—
385
ner Ehr, ausruffen laͤßt dem ihres Koͤnigs Rechte, und ach⸗
gantzen Heer. ten ſeiner Gnade nicht: drum
3. Geht einher, erfüllt mit geht aus auf die Straaß, und
Gnaden, als Knechte, die zur ladet ohn Ablaß alle Arme, ſo
Hoch zeit laden, ſehr freund⸗ und an den Zaͤnn verlaſſen ſeyn, von
ltebreich anzuſehn; damit viele jederman geacht unrein.
lüfternd werden, ſich loß zu ma⸗ 6. Auch den Krippeln, Lah⸗
chen von der Erden, um freudig men, Blinden thut dieſes groſe
mit hinauf zu gehn, zur Stadt Heil verkuͤnden, und nöthigt ſie
Jeruſalem, alwo ſich die zwoͤlf mit allem Fleiß, auch zu die⸗
Stamm ſammlen werden zum fen Mahl zu komen, das GOtt
Hochzeit⸗Feſt, damit die Gaͤſt bereitet feinen Frommen, und
ſich ſchmmucken auf das allerbeſt. laden laͤßt auf manche Weiß:
4. Wollet auch nicht unterlag drum ſpahret keine Muͤh, es
ſen zu gehen auf der Heiden ſey ſpaht oder früh, an zuprei⸗
Straafen, und ihnen machen fen diß groſe Heil, das in der
auch bekannt, daß der HERR Eil wird werden Gottes Volck
voll Heil u. Gnaden, ſehꝛ feeund⸗ zu Theil. |
lich lage zur Hochzeit laden, und 7. Denn die Zeit iſt ſchier ver⸗
groſe Koſten angewandt: floſſen, die GOTT in feinem
drum wolte er auch gern, daß Rath beſchloſſen, drum fend’£
aus der Nah und Fern moͤch⸗ er aus zum letzten mal ſeine
ten kommen zu dieſem Mahl Boten ſeine Knechte, zu aller⸗
ein groſe Zahl, nach Gottis ge⸗ ley Volck und Geſchlechte, da⸗
heim⸗und weiſer Wahl. mit nun werde voll die Zahl,
5. Denn weil, die geruffen wa⸗ die er ſich auserwaͤhlt, und ſie
ren, den HErren haben laſſen dazu gezehlt: darum komet ihr
fahren, und ihr Aug auf die Hochzeit⸗Leut, es iſt nun Zeit,
Welt gericht, hoͤhnen, ſchmaͤ⸗ daß ſich mach jederman bee
hen ſeine Knechte, verwerffen reit. N eee 12
1 | Greta Ä | 84. Seht;
386
84. machet vergeſſen.
S Eht! wie der edle Zweig 7. O du erhoͤhtes Lamm! das
in Gottes Liebes Reich von den Himmel kam, und
ſehr ſauft und milde ausgruͤnet, mir erworben fo groſe Seligkeit
daß mau ſieht, wie alles lieb⸗ in vielem Schmertz und Leid
lich bluͤht in dem Gefilde. am Creutz geſtorben.
2. Seht! wie die reine Schaar 8. Druni ſoll mein Alles dir,
dorten bey Paar und Paar O allerſchoͤnſte Zier! nun ſeyn
am Reigen gehen: und wie ſie ergeben: es fall nur alles hin,
in dem Gang mit ſchoͤnem Lob⸗ was nicht nach deinem Sinn,
geſang das Lamm erhöhen. das muß nicht leben. |
3. Im Geiſte ſiehet man, daß 9. Die treue Gottes⸗Huld hat
wachſen ſchoͤn heran die Ciebes⸗ in fü viel Gedult mich lang ge⸗
Zweige: und jedes ſeine Kraft tragen. Ach ſolte ich dañ nicht
und vollen Lebens⸗Saft dem mit gleicher Gegen⸗Pflicht
andern zeige. | auch Alles wagens _
4. Diß zeiget, daß die Zeit nun⸗ 10. Viel Kronen find bereit in
mehro nicht mehr weit, da bald jener Ewigkeit den treuen Hel⸗
wird kommen der ſchoͤne frohe den: die bis zum Blutes⸗
Tag, wo alles Ungemach iſt Kampf wider der Suͤnden
weg genommen. Dapff ſich freudig ſtellten.
5. Drum acht ich keinen 1 Drum eile ich nun fort
Schmertz , ſo krancket mir mein nach dem verheiſſnen Ort gantz
Hertz, weil ich vernommen die ohn Ermuden: bin ich dabey
groſe Seligkeit, die GOtt hat ſchon klein, ſo ſchenckt 1,
zubereit vor ſeine Frounmen. doch ein viel ſuͤſen Frieden.
6. Mein Hertz iſt innigſt wohl, 12. Und ziehe dann ſo hin nach
und eitel Segens⸗voll, weil ich dem verliebten Sinn in Dulten
geneſen in Gottes Gnad und Hoffen, bis nach ſo vielem Leid
Huld, der alle meine Schuld und manchem hatten en
W. . 5 1 ; . : *
>
‚387
mein Ziel getroffen. Liebe theuer kauffen, und wann
85. er dann in dieſes Netz verſtrickt,
S O iſt die Gnaden⸗Wolcke ſetzt in die Mutter auf den
dann erſchienen, und hat Schooß, und theilt ihm mit ein
das inne Heiligthum erfüllt: Prieſter⸗Looß, dann gruͤut er
dann der, fo pfleget dem Altar aus u. wird nicht minder durch
zu dienen, hat durch ſein Amt ſie ein reicher Vater vieler
nun alles Weh geſtillt. Um Kinder. | 1
ihn iſts Licht, in ſeinem Gang, 4. So geht er dann nicht die
erthoͤnet ſchoͤn der Schelle n- gemeine Wege, dann wan ihm
Klang. Und wann er dienet Rath in feinem Amt gebricht,
—
in dem Duncklen, pflegt Licht pflegt er ſich vor den Gnaden⸗
und Recht auf feiner Bruſt zu Stul zu legen, und wird von
funckeln. ſeiner Mutter unterricht t:
2. Der harte Streit, die Rum⸗ drum ſpricht der Geiſt: macht
mer volle Stunden, die man allem Land diß hohe Wunder⸗
im Jammer oͤfters zugebracht, Spiel bekannt, wie daß ein Koͤ⸗
find gantz dahin, nud wie ein nig ſey geboren, an dem die alte
Rauch verſchwunden, weil unſ⸗ Welt ihr recht verloren.
rer wird in Gnaden nun ge⸗ 5. Jehova hat nun unſer Hoꝛn
dacht. Drum ehret nur das erhaben, es ſey geſegnet jeder,
Lilien⸗Kind, das man im der da ziert den Gnaden⸗Stul
Thal der Roſen findt, und mit ſeinen Opffer⸗Gaben: ge⸗
klagt ihm eure Hertzens⸗We⸗ ſegnet ſey, wer den Altar be⸗
hen, ſo wird der Schmertz und rührt. Verachte niemand deſ⸗
Kulmer bald vergehen. fen Stand, dem GOTT ges
3. Zwar pflegen viele nach füllet hat die Hand: es wird
dem Ziel zu lauffen; doch wer kein Anſchlag ihm verheelet,
zu dieſem Amt ſoll ſeyn ge⸗ des Prieſters Lippen hats noch
ſchickt, den muß die Menſchen⸗ nie gefehlet.
n Mees. 3 6, Drum
388
6. Drum, die ihr liebt den rei⸗ Triebe. | 1
nen Prieſter⸗Orden, ſeyd Tau⸗ 5. Die verzehren gantz und
ben⸗ rein, verleget nicht den Eid, gar, was vor Schlacken an ihr
damit ihr dem, der GOtt iſt war: daß fie mehr und mehr
ſauer worden, auf ewig hin wird kleiner, und wie Gold im
ans Hertz gebunden ſeyd: ver⸗ Feuer reiner. a
doppelt dem nicht feine Muh, 6. Weil ich denn fühl den Ge⸗
der vor euch ſorget ſpath und nuß, und den ſuͤſen Liebes⸗Fluß,
früh: und wann euch aͤngſten, der in meine Seele flieſet, und
die euch haſſen, ſo thut die ſich allda ſtarck ergieſet.
Hörner des Altars umfaſſen. 7. Wenn ich in der Stille bin,
86. und Geiſt, Seele, Hertz und
Woͤnd ich in der Stille fing, Sinn iſt in GOtt gantz aufs
Wund mit meinem Geiſt gezogen, werd ich mehr u. mehr
eindring in das ſanffte Gottes⸗ bewogen.
Weſen, ſo kan Geiſt und Seel 8. Nur zu folgen dieſer Spur,
geneſen. daß der Goͤttlichen Natur ich
. Dann da offenbahrt ſich theilhafftig möge werden, weil
Gott, wo die Creatur iſt todt: ich noch auf dieſer Erden.
wo die Sinen ftill u. ſchweigen, 9. Daß alſo vergoͤttet ich, auch
da thut ſich der Schoͤpffer zei⸗ ſo moͤge tragen mich, als wie
gen. einer, der erkauffet von der er⸗
3. Ja er ſpricht fein Lebens⸗ den, und ſo lauffett.
Wort in der Seelen alſo fort: 10. Nach der ſel gen Ewigkeit,
weckt ſie auf zum Gottes⸗Le⸗ und ſich ſtetig haͤlt bereit, einzu⸗
ben, thut ihr innere Kraͤfte gebẽ gehen in die Stadt, die GOTT
4. Daß davon fie wird recht" ſelbſt gebauet hat 8
klein, dringet gantz in ihn hin⸗ 11. Vor die, ſo verleugnet hier
ein, und zerſchineltzt vor lauter alle Wolluſt Pracht und Zier
Liebe durch die ſtarcken Feuer⸗ dieſer Erden, ja was W 10 ii
"u ! 41 l — u /
4
Drang su ER VERBRENNEN ZRERENERENRIERREEN 1. RERETRLERUESENAE dpi,
auch ſelbſt gehaſſet ſehr. len Heil gen wahren Frommen,
12. Mein Geiſt wird jetzt die auf ſo viel und ſchwere Krieg
ſchon gewahr, wie ſo eine ſel ge erlanget haben ihre Kron, und
Schaar zur Geſellſchafft ich bes den verheiſſnen Gnaden⸗Lohn.
kommen, indem ich mir vor⸗ 2. Doch wird mein IJEſus vor
genommen mich ſtreiten, weil er der aller⸗
13. Eine ſolche hohe Reiß: treuſte Hirt, und ſelbſt mich, als
darum geb ich Ehr und Preiß ſein Schaͤflein leiten; ob ich oft
unſerm Gott, der uns erkoh⸗ ſcheine gantz verirrt: dann bey
ren, und aus ſeinem Geiſt ge⸗ ihm kan ich ſicher ſeyn als ein
bohren. getreues Schaͤfelein. i
14. Darum muntern wir uns 3. Diß iſt mein innigſtes Ver⸗
auf, und verfolgen unſern Lauf: langen, zu folgen ihm in reiner
werden weder ſchwach noch Treu, damit ich bleib an ihm
matt, weil uns der geſtaͤrcket behangen, und alſo gantz ſein
hat eigen ſey: dann ſein geheimer
25. Bey dem Kraft und viel Liebes⸗Sinn macht, daß ich ſo
Vermoͤgen: wuͤnſchen dabey verliebet bin. 6
Gluͤck und Segen, die ſich dieſe 4: O treue Liebe! laß mich höͤ⸗
Reiß erwehlen, und mit JEſu ren dein Ja-Wort ſelbſt im
ſich vermaͤhlen. tiefſten Grund: ſo kan ich auch
16. Daß ſie bleiben ihm ge⸗ dein Lob vermehren, und bleibe
treu, bis daß fie mit uns aufs treu in deinem Bund. Vin ich
neu, werden in dem Himmels⸗ ſchon hier gering u klein, wirds
Saal, halten mit das Abend⸗ dort um fo viel beffer ſeyn.
88. 5
mahl. . |
87. DIR Ann wird doch einft das.
M Ann wird die Zeit doch Gluͤck erreicht, daß ich in
einſten kommen? daß ich Gott geneſen, und alle Angſt
erlaug den vollen Sieg, mit al⸗ u. Kum̃er ſchweigt, wo Ion fox
1 7 ang
1
290 .
BT nn
fang geſeſſen, in vielen Schmer⸗ mein vieles Leid vergeſſen.
tzen und Weh⸗Tagen, daß faſt 89.
mit Worten nicht zu ſagen. DICH iſt das Leben diefer
2. Ach! daß doch balde kaͤm > Zeit? ich ſehn mich nach
die Zeit, daß ich koͤnt freudig ſa⸗ der Ewigkeit: dann hier auf
gen: GO That gewendet all dieſer rauhen Bahn iſt nichts,
mein Leid, daß bis daher ge⸗ das mich vergnuͤgen kan.
tragen, das meinem Liebſten oft 2. Drum hab ich alle Luft ver⸗
verborgen, und doch verneut ſagt, und es auf IEſum hin
wurd alle Morgen. gewagt: daß ich mit ſeiner
3. Drum ſieh mich O HErr! Laͤmmer⸗Heerd vereinigt und
gnaͤdig an, und thu mir Troſt verbunden werd. .
einfcheneken, daß ich nicht weis 3. Da finde ich die rechte Full,
che von der Bahn, durch Kraͤn⸗ worinn mein Hertze ſanft und
cken und durch Dencken: ſo ſtill kan an der füren Weide
werd in allen Hertzens⸗Preſſen gehn, all wo vergeſſen alle
doch deiner nimermehr vergeſſe Wehn. MET
4. Dann du biſt felber Rath 4. Die ehmals quaͤlten mei⸗
und That; drum will in mei⸗ nen Sinn, eh ich mich gantz er⸗
nen Sachen hoch preißen deine geben hin. Nun wird mir ſo
Guͤt und Gnad, die es aufs gemeſſen ein, daß ich kan ſanft
Beſt thut machen: und will und ſtille ſeyn. f 8
dir auch ſo ſeyn ergeben allhter, 5. Ich habe zwar von Ju⸗
in meinem gantzen Leben. gend an mit Fleiß geſuchet dies
5. Mun will auf meiner Trau⸗ fe Bahn: doch wegen jungen
er- Bahn fort gehen meine Kinder Sinn that ich gar oͤf⸗
Straaſen, der, wo das Beſte ters fallen hin. *
geben kan, wird mich nicht mehr 6 Weil noch nicht klaͤrlich
Verlaſſen Dan wannich wer⸗ kont einſehn, daß man in Bote
de ſeyn in Gott geneſen iſt all tes Reich muß eee
391
FERNE TESTER TEE EEE TREE RE Ger
fal, Schmertzen, Creutz und tröſtets uns, daß es dir ſo ge⸗
Noth von Jugend an bis in fallen, und nehmen alles an
den Tod. von deiner Hand.
7. Wohl dan ſo ſey der Schluß 4. Wir bleiben dir dann be⸗
emacht, weil ich zu dieſem ſtens anbefohlen in Leid und
Jie gebracht: daß mich kein Freud zu ſeyn mit dir vereint:
Schmertze ſcheide mehr, faͤllts dein Lob vermehre ſich bey uns,
auch ſchon oͤfteꝛs ſaur u. ſchwer. obwohlen es öfters ſchon alle
8. Weil er ſo treulich mich ge⸗ hier noch anders ſcheint.
führt, wo ich auch öfters: war 5. Zwar konten wir noch wohl
verirrt: und mich gebracht zur was groſes ſagen; doch iſt es
reinen Schaar, die gantz und beſſer hier zu bleiben klein: es
gar ſein eigen war. endet ſich das Weh der Trau⸗
| 90. er⸗Tagen, dann werden wir
DU As iſt wohl Beſſers auf erſt fehen, was wir ſeyn.
der Welt zu finden, als 6. Hier leben wir zwar noch
SOLL allein nur bleiben zuge⸗ in vielen Schmertzen, weil wir
kehrt: wie man ſich ſonſten noch auf der langen Reiße ſind:
auch wolt dreh n und winden; doch loben wir, und dancken
fo gibt er doch, was unſer Hertz GOtt von Hertzen, dieweil es
begehrt. W M nimmt zuletzt ein gutes End.
2. So find wir dir dann 91.
gaͤntzlich uͤbergeben, du wirſt DIR AS Schmertzen haben
wohl wiſſen nut uns um zu⸗ W mich umgeben auf mei⸗
gehn: wir haben ja kein Recht ner Leid und Trauer⸗Bahn,
vor unſer Leben, dann niemand dieweill mein antzes Thun und
ohngericht vor dir kan ſtehn. Leben faſt aller Orten ſtoͤßet
3. Wir muͤſſen zwar noch hier an. Ich hab ja ſo viel Fleiß
auf Erden wallen, und iſt uns gegeben um Gottes Huld und
unſer Looß oft unbekannt: 50 e Treu: gleichwohl 9
13% 1 e den emen
39%
nur mein Beſts im Leben, als Wunder⸗Licht.
bbs ein Widerſtreben ſey. 5. Und weil ihr Rath kan rich⸗
2. Mun weiß nichts anders tig führen auf dem ſo engen
mehr zu machen, als mich zun Ereutzes⸗Gang: ſo will ich ih⸗
Fuͤßen legen hin, und GO TT rer Spur nachſpuͤhren, bis ich
befehlen meine Sachen in ei⸗ den vollen Sieg erlang.
nem kleinen Kinder⸗Sinn: u. wird mir endlich noch einkom⸗
will mein Thun ohn End be⸗ men, was mir von meinem
weinen, bis ich erlange ſeine Gott bereit, da ich im Looß
Huld, und er die Gnaden⸗Son der wahren Frommen ihn lo⸗
laßt ſcheinen, um weg zu neh⸗ ben werd ohn End und Zeit.
men meine Schuld. 6. Dann werd von Gottes
3. Er kan ſchon aus der Noth Güte fagen, wie feine treue
erretten, waͤrs auch ein Wunder⸗Hand geſucht, erret⸗
Schmertzen bis in Tod: fo bald tet und getragen, und alles Leid
er uns thut ſelbſt vertretten, ſo hinweg gewandt. Drum ſte⸗
faͤllt dahin der Suͤnden⸗Spott. het meine Hoffnung feſte, ob
Und weil in allen ſchweren meine Krafft ſchon gantz dahin:
Proben geſpuͤhret ſeine Vaters⸗ er bleibet mir der Allerbeſte,
Treu, ſo will ich ihn auch ſte⸗ weil ich nun gantz ſein eigen bin
tig loben, wie groß auch ſonſt 7. Mein Freund hat mich nun
in jener Welt, werd ich ſtets ch rein und tugend⸗
ſuchen ohne Wancken zu leben, nErbe ſegnet mei⸗
zu führen einen rechten Wan⸗ dergleichen Balſam an.
del durch ihre Krafft und 3:
393
Ein Gegenwurf des kommen, und auf mich ſich le⸗
32. Pfalms. get hart, hat mich gaͤntzlich uͤ⸗
1 bernommen, u. BUN a
4 nen Rath: daß auch alle meine
IR Eh dem Menſchen! der da Kräfte find gautz trocken aus⸗
wandelt in dem Pfad der gezehrt, und mein Thun und
Eigenheit, der fo viel hat miß⸗ mein Geſchaͤffte iſt zermalmt
gehandelt feine gantz Lebens- und umgekehrt.
Zeit: dem fein Sund iſt aufge⸗ 5. Ich weiß nichtes mehr zu
decket, die er ausgeübet hat, u. machen, als beweinen meine
ſonſt hinters Licht verſtecket die Suͤnd, und befehlen Gott die
unrein und böfe Art. Sachen, werden als ein kleines
2. Weh mir! deſſen Miſſetha⸗ Kind: das ſein Thun mit Ernſt
ten zugerechnet werden hier, ich bereuet, bis das Vater⸗Hertz
muß leiden groſen Schaden, u. die Schuld ſchencket und die
vor Angſt verſchmachten ſchier: Sund verzeihet: ſo erwirbt
weil der Geift iſt eingegangen man Gottes Huld. ?
in den falſchen Trug u. Wahn, 6. Endlich werd ich auch noch
und nur gleiffend thaͤte pran⸗ komen ſchon in dieſer Pilgrims
gen, wo er was thaͤt fangen an. Zeit zu den Aus er w ehlten
3. Zwar ich wolt es ſtets ver⸗ Frommen, die GOtt bitten in
Gebein, und ob ich mich ſchon ſich regen groſe Fluthen, Angſt
89 5 quaͤhlen, kont ich doch Truͤbſahl, und die Erd ſich Wil
nicht ruhig ſeyn: dann die Suͤn⸗ u dag wir ſtehen ohne
verborgen lag, ward erregt mit 7. Gott allein iſt mein Erret⸗
vieleim Schmertzen, daß ich ter, in der allergroͤſten Noth iſt
ſtuſzte Nacht und Tag. er allzeit mein Vertreter wider
| Hund if aller Feinde Spott: daß ich
| Dod z auch
394
r ] lä
auch in allen Proben fpühre ſei⸗ und nach dem Tod.
ne groſe Treu. Drum will ich 11. Darum freu ich mich des
ihn ruͤhmen, loben, weil er mir HErren, und will es verſchwei⸗
ſo ſtehet bey. gen nicht, weil er mich zu ſol⸗
8. Seine Hand kan richtig chen Ehren hat gebracht durch
führen auf des Creutzes ſchma⸗ fein Gericht: daß ich kan mit
fen Weg: immer will ich dem feinen Frommen loben ihn und
nachſpuͤhren, und darauf nicht fröfich ſeyn, werd auch nim⸗
werden traͤg: bis ich auch hin⸗ mermehr entnom̃en ſeiner hei⸗
durch werd kommen zu der Lies ligen Gemein. a
berwindungs⸗Zeit, u. zu Got⸗ 93.
tes wahren Frommen, die er DIR Enn ich hier mit meinen
nur mit Augen leit t. e Thaten bin gekom̃en an
9. Denn werd ich ihn erſt recht das Ziel, ſo fleh ich zu GOtt
loben, weil er oft ſo wunder⸗ um Gnaden, der mir aus der⸗
bar mich gefuͤhrt durch ſo viel ſelben Füll kan hinnehmen mei⸗
roben, und errettet von Ge⸗ ne Schuld, im Erwarten in
ahr: wann ich war, wie Roß Gedult, bis er mir mit Liebes⸗
und Mäuler, wiedrig rauh u. Blicken wird mein mattes
ungeſchlacht, hat er doch durch Hertz erquicken. 9 6
Liebes⸗Seiler meinen Sinn zu⸗ 2. Dann wann oͤfters mei⸗
recht gebracht. ne Sache durch und durch ge⸗
10. Und hat der Gottloſen faͤhrlich ſcheint, und ich nicht
Plagen vaͤterlich von mir ge⸗ weiß, was ich mache, kommt
wandt, und in Cangmuth mich der allerbeſte Freund: nimmt
getragen, bis mein Hertz ihn mich auf in ſeine Huld, und
recht erkannt. Nun ſteht mei⸗ verſoͤhnet ſelbſt die Schuld,
ne Hoffnung feſte auf ihn, den weiß mir Hilfe mit zu theilen,
gerechten Gott, er ſoll blei⸗ u. den bloͤden Siñ zu heilen.
ben mir der Beſte, weil ich leb 3. Der die Liebe u, a
hr 9 annte
5
ee ee eee
kannte, die in heiſſer Liebes⸗ uͤbergebe in das Grab: und
Glut bis zum Tod am Creu⸗ weil ich hierzu erkohren, iſt des
tze brannte, und ſich meiner Todes Macht verloren. |
Seel zu gut in der duncklen 7, Es wird keine andre Buͤr⸗
Todee⸗Nacht hat zum Opfer de hier zu tragen aufgelegt,
dargebracht, und den Lohn, ſo als ein Schaf in Chriſti Huͤr⸗
ich verdienet, mit viel Schmer⸗ de und in ſeiner Heerde traͤgt:
tzen ausgeſuͤhnet. hoͤr ich nur die Hirten⸗Stim,
4. Eile ich mit ſtarckenSchrit⸗ bin ich ſicher vor dem Grim.
ten nur in GOttes Kirch hin⸗BBleibet man nur ohne Wan⸗
ein, wo ſich JEſus in der del, ſo gefaͤllet GOtt der Han⸗
Mitten alle Tage findet ein: del. Pt
und als Hirte Tag und Nacht 3. Es bringt tauſend Luſt
über feine Heerde wacht, kan und Freuden, auf der Erden
ich mit derſelben prangen, und Nichts zu ſeyn. Auf der rei⸗
bin Tod und Hoͤll entgangen. nen Seelen⸗Weide geht man
5. Weil ich da mit allen froͤlich aus und ein: drum
From̃en nun kan ſteigen Hum⸗ will ich mein Leben lang fol⸗
mel auf, und bin an den Ort gen aneines Hirten Gang, weil
gekommen, wo die Gnade ih⸗ er mich zur Zahl gezehlet, die
ren Lauf über GOttes gantzes er fuͤr ſich auserwaͤhlet. |
Haus alle Tage fuͤhret aus, u. 9. Und fo bin ich wohl be⸗
als warme Sonnen⸗Stralen zathen, weil ich mich vergeſ⸗
kan des Hertzens Land be⸗ fen Fan; ob es gleich mit mei⸗
mahlen. | nen Thaten wenig oder nichts
65. Da kan ich mich ſelbſt ver⸗ gethan, die doch nur ſich ſelbſt
geſſen, Dee was ich wolt n. gemeint, wo's aufs beſte hat
war, weil mein ſeligſtes Ge⸗ geſcheint: und weil ich mich
neſen nur darinnen offenbar, E Ott ergeben, werd ich dor⸗
daß ich, was ich bin und hab, ten ewig leben.
3 dd 94. Wenn
ij a — *
\ N
R W
Il
0
396
94. Feuer, daß ihr nicht habt koͤnnen
en IEſus die Herten erkalten: er iſt unſer Koͤnig,
S entzündet mit Liebe, und heißt JEſus mit Nauen: kom̃t
in uns erwecket viel heilige Trie⸗ lobet mit Levi und Abrahams
be: ſo lodern die Flammen, und Saanen. |
ſchlagen zuſam̃en, dieweil wir 6. Denn darum hat er euch
von Gottes Lieb⸗Feuer her⸗ aufs neue geruffen, drum
ſtammen. tretet im Geiſte auf hoͤhere
2. Daſſelbe verzehret die Rau⸗ Stuffen: verfaßt das, was bild⸗
he u. Strenge, dieweil uns ſein lich, und dient GOtt im Weſen,
Zucht⸗Geiſt ſtets haͤlt in der weil er euch zu ſolchem Dienſt
Enge: der ſchmeltzet das Ertze, warlich erleſen.
und machet es lauffen, daß da⸗ 7. Wir fühlen im Geiſte, daß
von abflieſen die Schlacken mit wir was gewinnen, wenn wir
Haufſen. in das Sterben einführen die
3. So bleibet im Feuer das Sinnen: drum wolle ſich jedes
Gold nur noch übrig, ich mei⸗ ſtets üben im Leben, das We⸗
ne die Seele, ſo recht klein und ſen der Weſen im Geiſt zu erhebe
niedrig: wer ſich nicht will laſ⸗ 8. Dann weil wir aus Geiſte
fen ſo rein gen durchs Feuer, der und Weſen gebohren, u. GOtt
wird von dem Winde zerſtaͤu⸗ uns zum Dienſte im Geiſte er⸗
bet wie Spreuer. kohren: muß alles verfhwins
4. Drum kommet ihr Kinder, den, was auſer uns ſchallet, da⸗
die ihr noch geblieben bishero mit der Geiſt Gottes im JInne⸗
im euer, und nicht aufgerteben ren wallet. Ei, |
vom Feinde, der oft mit Macht 9. Wenn der ſich beweget, dan
an euch geſetzet, geſuchet zu ſie⸗koͤnnen wir fingen, im Geiſt u.
ben, und doch nicht verletzet. Gemuͤthe recht Opfer GOT
5. Kommt, lobet den Schmel⸗ bringen, und wenn er auch wol⸗
tzer/ der euch hat behalten im te die Zunge auſteng
80 WM aͤuſeren
.
F
————
— |
397
auſeren Muſic mit Lobes⸗Ge⸗ 14. So kehre ein jedes inwen⸗
füngen. dig die Sinnen, damit wir viel
10. So halten wir ſtille, und innere Kräfte gewinnen; fo
laſſen ihn ſchlagen die Saiten wird denn das Aeuſre vom In⸗
der Liebe um Gott zu lobſa⸗ nern ausſchallen, und Gott,
gen, ja fingen Lob⸗Pſalmen, der da Geiſt iſt, die Lieder ge⸗
wie David geſungen, im Geiſt fallen. |
und Gemuͤthe mit Hertzen und 15. O Brüder! mein Hertz iſt
Zungen. | erfuͤllet mit Freuden, den HEr⸗
11. Dieweil wir ja wiſſen, daß ren zu loben, ſein Ruhm augs
Gott thut gefallen, wenn Kin⸗ zu breiten, und wer da entzuͤn⸗
der von diebe entzündet ſo lallen: det vom Feuer der Liebe, ſich
bis daß ſie vollkommen ins In⸗ mit mir im Loben und Dans
nere dringen, wo ſich der Geiſt cken recht uͤbe.
thut in das Heiltigthum ſchwin⸗ 16. Ein jeder betrachte, was
gen. Gott uns erwieſen, damit doch
12. Da wird dann gehoͤret von ſein Name werd von uns ge⸗
Kindern der Liebe, was Gottes prieſen, dieweil er ſich unſter
SOeiſt wuͤrcket aus Goͤttlichem aus Gnaden erbarmet, in JE:
Triebe, das iſt dann nichts ſu, dem liebſten Sohn, freund⸗
fremdes, weil Gott ſelbſt bez lich umarmet.
wogen, das Hertz und die Zun⸗ 17 Ja haͤlt uns zuſummen in
ge zum Loben gezogen. Goͤttlichen Schrancken, daß
13. Und weil wir deswillen weder in Leiden noch Proben
nun wieder beyſammen, zu lo⸗ wir wancken: fo daß unſte Fein⸗
ben und ruͤhmen den herrlichen de ſich doͤrffen nicht freuen, weil
Namen des Herren, der uns Wind uns noch Stürme nicht
dus den Voͤlckern erkauffet, mit koͤnnen zerſtreuen.
Feuer und Geiſte um Lichte ge- 18. Ihr Schweſtern, die ihr
tauffet: aaaauch en 15
2 — 1 isher
398 a
— PR. SE AIR Saal eure 1 m Maar
bisher treu bleiben im leidenden werdet zu ihnen genommen.
Pfade: ſtimmt au mit uns liebe 23. Dann werd’t ihr empfan⸗
lich dem König zu Ehren, das gen den Lohn eurer Treue, ein
mit wir fein Loben ſtets kraftig jedes von Hertzen ſich mit mir
vermehren. N erfreue, und hör nicht auf JE⸗
19. So werden die oberen Choͤ⸗ fun hier unten zu loben, bis daß
re mit fingen, wenn wir uns wir zuſaimmen ihn loben dort
inwendig ins Heiligthum oben. 1
ſchwingen: da wird denn recht 95. |
ſchallen das Lob hier auf Er⸗ DIV Enn mir das Creutz will
den, und Gott wird im Him⸗ D machen Schmertzen, u.
mel verherrlichet werden. die Verſuchung auf mich
20. Ich hoͤr ſchon im Geiſte dringt, ſo fliehe ich zu JEſu
uns lieblich antworten, dieweil Hertzen, mein Geiſt ſich uͤber
ich erblicket geoͤffnet die Pfor⸗ alles ſchwingt: weil GOttes
ten: allwo wir zuſammen bald Rath beſchloſſen hat, daß, wer
werden eingehen, und unſeren mit Chriſto leben will, muß
König von Angeficht ſehen. haben ſeines Creutzes viel.
21. Indeſſen ſo haltet im Brenz 2. Drum kommt, ihr Creu⸗
nen die Lichter, daß man auch tzes⸗Brüder, kommet, die ihr
kan ſehen an euren Geſichtern: zur Fahn geſchworen habt; ihr
wie freudig ihr gehet dem wißt ja, daß das Creutz uns
Braͤut gam entgegen, der euch frommet: wohl dem, den Ott
hat erfuͤllet mit Liebe u. Segen. damit begabt, weil es macht
22. Es warten auf euch ſchon zart, was rauh und hart, zer⸗
die himmliſchen Schaaren,die: malmet alle Eigenheit, und
weil ihr thut euren Schmuck uns von Eigenlieb befreyt.
reinlich bewahren: drum hal⸗ 3. Nehit auf euch Chriſti
et cuch fertig, die Stund wird Joch mit Freuden, und tragt
bald komen, daß ihr von GoOtt fein Creutz ihm willig nach,
eo 10
*
399
Ja ſchaͤtzet hoch all fine. Leiden, bram, Iſaac und Jacob, ihm
dieweil Verachtung, Spott u. geben Preiß und ewigs Lob.
Schmach nur fällt auf die, ſo 7. Dem ſtünnmet jetzt hier all
sem hie bekennen vor der zu ſammen ein Lob⸗Lied nach
Welt gantz frey, und bleiben dem andern an: entbrennt in
bis in Tod getreu. guter Liebes⸗Flammen, und
4. Ihr Schweſtern, die ihr ſeyd vereinigt wie ein Mann,
mit in Bunde, weil ihr auch zu halten aus den Kampf u.
Glieder an dem Leib, kein Un⸗ Strauß, bis wir gehn ein zu
kerſcheid iſt in dem Grunde, ſeiner Freud, da weder Streit,
denn da iſt weder Mann noch noch Schmertz noch Leid.
Weib: drum weichet nicht 8. Indeſſen haltet aus die
gon eurer Pflicht, wie ihr euch Proben, worzu ihr euch ſo
IeEſu habt vertraut, als ſei⸗ oft verbindt, und achtet keiner
ne keuſche werthe Braut. Feinde Toben, weil JEſus ſel⸗
5. Wir wollen uns aufs neu her uͤberwindt: und ſec laͤgt die
verbinden, dem Braͤutigam Feind, weil er der Freund, der
getreu zu ſeyn; es laß ſich doch euren S 115 ſich dargibt, und
an keinem finden Verſtellung euch bis an das Ende liebt.
oder Heuchel⸗Schein: prüft 9856. N
euer Hertz, es iſt kein Schertz, MIT freuet ſich mein Geiſt
dieweil ein jedes Glied muß Wund Hertz in dem verſteb⸗
fon an JEſu Letb keusch, hei ten Liebes Schmertz der durch
lig, renn. der Weisheit Strahl berührt
6. Nun JeEſus, der ung ein: die mich zu ſich ins Eine fuhrt.
ab, und uns aus underdlen⸗ hin, worein ich ſo verlieber p ig:
1
794
6 Di
* SL,
3, Die
Glieder⸗Zahlt damit wir all, 17 140 daß ich zu der Schaar
3 a 5 EE .
ins Hummels Saal, e ehlt
* nee eee Silbe 123
| 115
10 zu ſeinem groſen Abend 2. Das Looß iſt mir gefallen:
ter Gnaden ebracht zu ſeiner mein Lieb ſtes hier auf dieſer
00 a
— —ͤ—ę— — — „VC 5
3. Die hier dein reinen Lamm 9. Drum bleibt der Schluß
nachgehn, wie es ſich wenden mir feſte ſtehn, daß ich will ih⸗
thut und drehn. Gehts ſchon rem Winck nachgehn: weine
durch enge rauhe Weg, ſo wer⸗ mich hat fo wohl bedacht und
den fie doch niemals trag. zur Jungfrauen⸗Zahl gebracht
4. Fuͤhrt es ſie bis ans Creutz 10. Die nimer aus dem Tem⸗
hinan, fie folgen mit auf dieſer pel gehn, und ſtets das werthe
Bahn: gehts auch durchs finſt⸗ Lamm erhöhn: das ſie erkauf⸗
re Todes⸗Thal, fie folgen ihm fet aus der Welt, zu gehen ein
nach uberall. ins Himmels⸗Zelt. 1
J. Führt es ſie an der Hoͤllen 11. Da dann der reinſte Jung:
Ort, und zu des finſtern Todes fraun⸗ Sohn wird ſelber ſeyn
Pfort: fo bleibt die Liebe ihr ihr Theil und Lohn: ſo ſind ſie
2 ——
Gewicht, daß ſie nicht gehen dann zu Ehren bracht, weil ſie
hinder ſich. | die eitle Welt veracht.
6. Wie ſicher kan ich gehenhin 97 .
in dem ſobieb⸗verliebten Sinn. W̃᷑ Je herrlich und lieblich
Wann mirs an Rath und Hülf wird dorten erfcheinen des
gebricht, die Weisheit iſtinein Lammes Braut, want ſich ge⸗
Unterricht. Br endigt das Weinen: wan Seuf⸗
7. Der hat das beſte Theil er⸗ zen und Schmertzenund Leiden
wehlt, der fich der reinen Lieb dahinden, wird Gott ihr viel
verimählt: und wo die Lieb ſelbſt Frieden und Segen zuwenden.
rathen kan, fo iſt man auf der 2 O herrliche Zeiten !wo dieſes
rechten Bahn. krblicket, und Der pp Geis
3. Drumſuch ich auch kein an⸗ ſter im Vorſchiua entzücket,
der Gut, als was die ieb bey⸗ zu ſchauen hinein in Dis ae
legen thut. Wer ühr nachgeht Stille, wo wahres Vergnuͤg
in ſaur und ſüß, der gehet ein und Zöttliche Fuͤlle.
ins Paradies. 3. Und weil Er uns traͤcket
——
am Brunnen der Gnade, fo
wandeln wir freudig im richti⸗
gen Pfade: und wenn wir er⸗
muͤdet durch Hitze ermatten,
thut er uns bethauen u. wie⸗
der beſchatten. a
4. Das giebet erneuete Kräfte
zu gehen durch Leiden und Noͤ⸗
then durch Schmeꝛtzen und We⸗
hen: und wann wir aufhoͤhere
Stuffen gekommen, ſo werden
wir tiefer in GOtt eingenom⸗
men..
F. Da wird uns gezeiget im
Geiſte von inen, was man nicht
kan ſagen noch faſſen mit Sin⸗
nen: und ſehen im heiligen Goͤtt⸗
lichen Werden, wo endlich ver⸗
ſchwinden die viele Beſchwer⸗
den. \
*
2
1
*
I.
Apbarligen Dingen
1
a I
6. Kein Munde noch Zunge
407
Bain die alſo eindringen ins
Goͤttliche Werden, wo endlich
vergeſſen die Sorgen der Erden
8. Wie mußt ich mich ofter⸗
mals drehen und wenden, eh daß
ich die heumliche Wege kont fin⸗
den: drum dring ich hinein⸗
waͤrts ins inere Leben, da wird
mir die Fulle des Geiſtes ge⸗
eben. N
9. Gott hat mir gezeiget die
Quelle der Freuden, da hohl ich
Erquickung in Schmertzen u.
Leiden: und werde nicht muͤde,
bis das ich gekom̃en zum Goͤtt⸗
lichen Erbe im Looße der From⸗
men.
10. Wo alle zuſammen mit
herrlichen Weiſen und ſtetigem
Loben ihm Ehre erweiſen: und
| | alſo in Gottes Gezelte eingan⸗
kan reden noch ſagen, was da gen, allwo ſie mit Kronen in
wird vor himmliſche Koſt auf Ewigkeit prangen.
etragen: wo Seelen von allen 11. Und ſtehen da vor ihm im
geſchie⸗
thum dringen.
33
17
an i nn
| en geſchie⸗ herrlichen Lichte, ach ſehet die
den, und zu Gott ins Heilige Wunder: erfüllte Geſchichte!
8 wo Gott ſich mit feinen Ge⸗
J. Ich werde zur innigen De⸗ ſchoͤpffen vermaͤhlet, die er ſich
muth bewogen, weil Sott zur heilt
mich in ſolche Sram, I“
en Braut⸗Jahl se.
MR hr
*
.
407
—
12. Ihr meine Geliebten, die ſerm Leid? ſehr gedultig un
mit auf dem Wege, ach! werd't ſanfftmüͤthig, eh er unſer
doch in Ewigkeit Keines mehr Hertz erfreut: und hilfft aus
traͤge: weil JEſus iſt alſo uns der groͤſten Noth, zeigt ſich als
ſelber vorgangen, eh daß er im ein treuer Gott; darum will
Triumph alldorten kont pran⸗ ich ihn von Hertzen loben in
A a HT den groͤſten Schmertzen.
13. Und ob wir noch einige 2. Wer ſich ihm zum Opfer
Stunden zu ſtreiten mit Wa⸗ giebet, der iſt ſelig und erfreut,
chen und Baͤten in dunckelen wann er oft ſchon hart geſie⸗
Zeiten: fo werdet nicht müde, bet in der truͤb⸗ und duncklen
weil bald wird geſchehen, daß Zeit: weil GOtt iſt ſein Troſt
unſere Feinde mit Schanden ‚allein, drum er auch ohn lee⸗
beſtehen. xen Schein all fein Liebſtes
14. Und weil uns der Holde ſo in dem Leben ihm zum Opfer
richtig thut führen, fo werden 70 . 4
wir nimmermehr von ihm ab⸗ 3. b wir ſchon oft ſehr ver⸗
irren: bis er uns erhöhet zum laſſen, daß es ſcheinet aus zu
Goͤttlichen Schauen, vereint ſeyn: wann wir feine Guͤt um⸗
mit den reineſten Tammes⸗ faſſen, muß die allergroͤſte
Jungfrauen. Pein werden lauter Suͤßig⸗
15. Die alles verlaſſen aus bie⸗ keit, wenn er unſer Hertz er⸗
be zur Tugend, und ſich ihm freut, thun wir in der Lieb zer⸗
vermahlet in bluͤhender Ju⸗ fließen, die er uns gibt zu ge⸗
gend: drum iſt uns vergeſſen nießen. 0
die Freude der Erden, dieweil 4. Lob und Preiß ſey GOtt
105 alldorten verherꝛlichet eau RR 15 bey 151 ran 1
en. e | Fund ſpath: dafür will ich ihn
ic An CRM nf Zi Fauch loben, was er mir er⸗ |
DIE iſt doch der HErr fo wieſen hat meine gantze Le⸗
gütig und getreu in un? bens⸗
403
bens⸗Zeit in ſo vielem Druck len allhier in dem Creutzes⸗
und Leid, und will ſein nicht Thal, und ſonſt anders nichts
mehr vergeſſen, weil ich nun erwahlen, als zu bleiben in der
in ihm geneſen. Zahl, die zwoͤlf mal zwoͤlf tau⸗
5. Dann ich kan nicht gnug ſend heißt, hin zur andern
erheben ſeines groſen Namens Welt gereißt, und alldort,
et was 1 ich ge⸗ 20 ſo viel dh GOtt
en damit ich ſein Lob vermehr. ohn Zeit und Ende lob. ,
O wie ſelig ift der Sinn! der ne at Rh muff
mit Allem ſich gibt hin: wer DIE lange ſolls noch waͤh⸗
wird konnen wohl errathen? W ren, daß ich muß traurig
was diß ſind vor Helden⸗Thatẽ gehn, und meine Zeit verzeh⸗
6. GOtt du groſer Him̃els⸗ ren in ſo viel Leid und Wehne
Koͤnig! rufe doch noch viel her⸗Iſt es dann ſo beſchloſſen zu
bey, daß der Deinigen nicht meinem Hertzen⸗Leid, daß ich
wenig, die dir alle recht getreu: muß ſeyn verlaſſen die gantze
daß noch mehr hinzu gezehlt, Lebens⸗Zeit. 72
die dem reinen Lam vermaͤhlt, 2. So n e in Wille
und erkauffet von der Erden, in JEſu Lieb verſenckt, um
daß ſie gantz ſein eigen werden. ihm zu halten ſtille, wie er es
7. Dann ſo bald die Zahl vol⸗ fügt und lenckt. Er wird mich
llendet, die das Lamm ſich hat wohl berathen nach meiner
erſehn, ſo wird alles unge⸗ Traurigkeit mich aller Sorg
wendet, und die alte Welt ver⸗ entladen in jener Ewigkeit.
gehn. O du herrlich⸗ſchoͤner 3. Es iſt zwar ſchwer zu tra⸗
Pracht in des Lammes Nie⸗ gen die harte Leidens⸗Noth,
dertrachtl der alldorten wird wenn man von Gott geſchla⸗
erſcheinen nach ſo viel gehab⸗ gen, getreten gar in Koth: da⸗
tem Weinen. RNaeben ſehr beladen mit vieler
8. Ich will meine Tritte 1725 Hertzens⸗Pein, da anders
Pan Ä e 3 jr nichts
404
nichts kan rathen als Heilige gegangen im jungfraͤulichen
Stillesfeyn. | Sinn, der nach fo vielen Dran⸗
4. Doch ſoll die Noth nicht gen den Schmertz wird neh⸗
brechen den lang geſchehnen men hin. |
Eid; ob mich ſchon oft that 8. So aber muß umſchweben
ſchwaͤchen die groſe Bloͤdigkeit: in vielem bittern Leid, daß oft
ſo bleibet doch mein Hertze faſt muͤd zu leben von groſer
gantz innigſt anvertraut, den Traurigkeit. Doch wird das
ich im Todes⸗Schmertzen all⸗ lange Hoffen noch lauffen fröͤ⸗
dort am Creutz geſchaut. lich ein das heißt, es iſt getrof⸗
5. Und weil zur Recht' und fen: ich geh zur Ruhe ein.
Lincken mir Tauſend Noth 8 100.
kommt ein, ſo fall im Nieder⸗ Je manches Leid wie
ſincken noch im̃er tiefer drein: N manche Wehen hat nicht
ſtat da ich meint zu raſten, auf feiner Pilger⸗Fahrt, mein
nach ſo viel bittrem Leid, kom⸗ armes Hertze durchzugehen
men noch größte Laſten in der weil ich mit IEſu mich ge⸗
betrübten Zeit. paart: ein Hertz, das ſich GOtt
6. Doch bin in feinen Haͤn⸗ hat ergeben, um ihin zu dienen
den, ſo wie ſein weiſer Rath gantz allein, dem wird das
wird alles drehn und wenden rechte Sterbens⸗Leben mit rei⸗
durch feine hohe Gnad. Dan chein Maaß gemeſſen ein.
ſolten meine Thaten mich brin⸗ 2. Drum kan ich weiter nicht
en zu dem Ziel, es waͤr ſchon viel fagen, dieweil es nur iſt
jängſt gerathen, und haͤtte alle GOtt bekannt, was ſolche muͤſ⸗
Jul? ee hier ertragen, die ſich ſind
, So daß ich gantz behende kommen aus der Hand : doch
tönt wallen dort hinan, allwo kommt man erſt zum rechten
zum vollen Ende die rauhe Weſen, wann alles iſt in uns
Creutzes⸗Bahn, die ich allhier zernicht t: was eignes W llen
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. a 2 ich
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14 JE
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40
4. O was ein Gluͤck wird da Forthelf mir auf meinen We⸗
efunden! wo einſt ertoͤdtet die gen, daß ich kan wallen fort
atur, da iſt der Jam̃er uͤber⸗ im Segen.
wunden, da findet ſich die rech⸗ F. Dort iſt mein Gluͤck, ich
te Spur: wo man kan ſtetig ſeh nicht mehr zuruͤck: betrog⸗
Opffer bringen dem groſen ner Schein, du 'gehftetht in
Gott der uns erwehlt, und mich ein. Ich will GOtt in
taͤglich neue Lieder ſingen, weil der Wahrheit dienen, ſo wird
wu zu ſeinen Volck gezehlt. mein Leben ſchon ausgruͤnen.
10. 6. Wann das erſcheint, was
III ſchoͤn gehts zu, wo man damit gemeint: das
wi Nan in ſtiller Ruh auch Wunder: Spiel trifft endlich
nichts mehr weiß, als daß man doch ſein Ziel, wir glauben,
Ssſtt gibt Preiß, und ſucht was wir jetzt nicht ſehen, es
in ſeinem gantzen Leben in kei⸗ mag fonft alles untergehen.
nein Ding zu widerſtreben. ro:
20 O ſichreStill! wer ruht in Si Jene ſich mein Geiſt
deiner Fuͤll, dem wird die Zeit und Sinn nach dem, was
zum Nun der Ewigkeit: er Goͤttlich
406
Göttlch heißt: ich weiß doch
ſonſt kein ander Gut, als wo
man alles gantz in GOtt ver⸗
lieren thut.
ut. ER 1 : -
2. Mein tief verliebter Sinn noch unbekannt.
. O ſanfter liebes⸗Schoos!
hat mich gebracht zuletzt da⸗
hin: wo ich vergeſſen alles Leid,
ſo nichts mit bringet heim in je⸗ da ſonſten nichts gemeſſen ein,
als was das Hertz macht ruhig,
ne Ewigkeit.
3. Drum hab ich auch mein
2
Ziel nach dem vereinten Liebes⸗
Spiel, der reinen Schaar und
Laͤmmer⸗Heerd, daß ich auf
ewig hin mit ihm vereinigt
werd. ER RR BR 1
4. Und ſo dem reinen Lamm,
da mir die hoh⸗und tiefe
wo man iſt aller Sorgen loß:
ſanft und ſtille ſenn.
wohl, weil ich bin alles Guten
voll, von Gottes reicher Huld
7. Wo aller Kum̃er hin, der
ehmals plagte meinen Sinn, in
dem ſo jungen Kinder⸗Stand,
Weg
und Gnad, die mich in ſich ver⸗
kleint, durch feinen weiſen Rath
10. Und mich gebracht dahin,
das von GOtt aus dem Him⸗ wo mein verliebter Liebes⸗
mel kam, zu folgen
dieſer Welt, bis wir zuſammen
5. Da wir dann mit eingehn,
wo die vereinte Choͤre ſtehn: all⸗
wo das gantze Sieges⸗Heer,
Gott und dem Lannn gibt
Ruhm und ewig Preiß u. Ehr.
6. Drum bin ich auch nun ſtill⸗
Rat 9 IHR
bey der ſo reichen Guaden⸗Fuͤll, e Je ſehuet ſich mein Hertz
die da indie Fer au wo W̃ |
man iſt heimgebracht in ſeiner
42
Mutter Haus.
“ **
N
2 1
464
3 * LE er, 7
nach auf Sin, ſich hat geſehnet ſpat und
fruͤh:das iſt nun frey geſchenckt,
dort vor Gottes Thron geſtellt. vergeſſen alle Mü |
Mh
11. Drum bin ich in Verwahr
mit der verlobten Jungfraur⸗
Schaar, wo ſelbſt das Lamm,
der treue Hirt, ſie haͤlt in ſe aer
Hut, das Keines mehr abart.
Zu bee Got⸗
tes treue Lieb mich ihm erle⸗
ſen: damit ich bald erlang nach
1
2
n ER
ji
4%
langem Sehnen, was ich ſo oft gen und Gewinn, was wir ver⸗
geſucht mit vielen Traͤhnen. langen: die volle Gottes⸗ Huld
2. Ach aber! waͤr ich mir nur thut ſich nun zeigen, drum ge⸗
einſt entnommen, fo wuͤrde ich ben wir ihr Ehr mit tiefſtem
auch wohl bald darzukommen: Beugen.
nun aber ich noch bin mit mir 7. Danck ſey dem weꝛthẽ Lam̃,
beſchweret, wird meine Zeit u. das uns erkohren zur keuſchen
Kraft im Leid verzehret. Juungfraun⸗Jahl und neu ges
3. Doch hat die treuebieb mein boren: wir wollen ſeinen Ruhm
Heꝛtz gebunden, daß ich in Hoff⸗ hier ſtuͤndlich ehren, und dort in
nung ſchon den Schatz gefun⸗ Ewigkeit fein Lob vermehren.
den: drum weꝛd ich bleiben treu, 104.
und nimmer wancken, weil ſei⸗ DIR Je ſelig ift, wer alles hin⸗
ne Liebe mich ſo haͤlt in Schran⸗ «
cken. i | erſt das rechte Leben, was noch
eu. |
+. Und den verliebten Sinn von unfern Kräften: kommt,
‚sehr oft beruͤhret, fo daß ich ih⸗ zwar eine Zeit uns nutzt und
re Brunſt in mir verſpuͤret: fromt: doch ſoll uns Gottes
drum will ich ihm dafür viel Gnad umfaſſen, fo iſt uns das
Ehr erweiſen, und ohne End u. Gewinn, wann zeitlich faͤllt da⸗
Ziel ihn ſtetig preißen. hin worauf wir thaͤten uns ver⸗
5. Es kan nicht anders ſeyn, es laſſen, da lernet man erſt recht
muß noch werden, was man fo: daneben, daß ſelig ſey, wer alles
lang geſucht mit viel Beſchwtr⸗ hingegeben.
den. Die ſuͤſe Leidens⸗Frucht 2. Es iſt Gefahr, ſich denen
wird ſich ſchon finden, und alle wilden Wellen mit Schiff und
| Traurigkeit machen verſchwin⸗ Fahrzeug zu geſellen; doch iſts
den. 22 5 noch mehr, wann es geſchicht,
6. Die Nacht iſt bald dahin, daß unſer Schiffiein gar zer⸗
es kommt gegangen, mit = uns Dann wann der Glaub
das
Zn
gegeben, dann da gruͤnt
488 5
das Schiff regiere: fo wird es tzes⸗Jahren. 5
dahinein, wo harte Auſtoß⸗ 5. Diß iſt die Prob, daß wir
Stein, mit vollen Segeln hin⸗ zur Kirch verbunden, allwo der
gefüͤhret. Da muß der harte Eckſtein wieder funden. Es iſt
Sinn zerſchellen, mit viel Ge- das Urtheil zwar gefaͤllt, daß
fahr in denen wilden Wellen. hier der harte Sinn zerſchellt;
3. Es koſtet viel, ſtets neuen doch wann wir in der Prob
Muth zu faſſen, wann man ſich beſtehen, ſo wird zuletzt erkannt
eimmal eingelaſſen mit dem, der des weiſen Fuͤhrers Hand, die
uns zu groß und klein; hier haͤlt uns beſchuͤtzt in allen Wehen.
nicht Prob der falſche Schein. Diß iſt in unſern Creutzes⸗
An dieſen harten Anſtoß⸗Fel⸗ Stunden der Troſt, daß wir
ßen zerbricht die Creatur, und mit Chriſti Kirch verbunden.
muß auch die Natur wie Wachs 6. Drum rühmt mit mir Den,
im Feuer gar zerſchmeltzen: wer der uns thaͤt bewahren in viel⸗
hier nicht lernet ſich zu haſſen, und mancherley Gefahren, der
wird ungeſchickt ſtets neuen in dem Sturm fo ficher ſchlief,
Muth zu faſſen. N als ihm der Juͤnger Angſt zu⸗
4. Ein Liebling, der in feinen rief: dem auch die wilde Meeres
Ereutzes⸗Jahren die Schule Wellen, als er ſich in der Nacht
noch nicht hat erfahren, der hat zu Fuß darauf gemacht, len
die Richtigkeit noch nicht an konten feinen Glauben fällen
Gott in ſeine Hand gekrigt: Wir haben vieles hier erfahren,
Er kan noch wol in feinen Wal⸗ wie er uns pflegt in Noͤthen z
ſen, wann Aergernüß und bewahren. * 2
Schmach nun kommen an den 105. 1
Tag, wie dort die Jünger WJ ſtill iſt Zion worden
ſchwerlich fallen. Wer die Na⸗ nach der betruͤbten Zeit;
tur mit GOtt will paaren, er⸗ der e eee SAT
führt viel Angſt in ſeinen Creu⸗ ſich wieder e die
nge⸗
U
n 09
angenehme Sonne ( aus dBurhHinmel-fürkehr. Das
Gottes Freundlichkeit) geht Lamm, fo uns erwaͤhlet, daß
auf mit voller Wonne nach wir dort dargeſtellt; zur reis
der betruͤbten Zeit. nen Schaar gezehlet, erkauffet
2. Des thut ſich hoch erfreu⸗ aus der Welt:
en die zꝛeine Jungfꝛaun⸗Schaaz: 6. Gibk Segen, Kraft, Ges
fo gehen ihren Reihen gar ſchoͤn deyen, daß wir, als wie ent⸗
bey Paar und Paar, nach je- zuͤckt, uns allzuſamen freuen,
nen Zions⸗Freuden, wo aller daß wir ſo hoch begluͤckt: fü
Engel Choͤr GOtt ohne End daß wir gantz vergeſſen, was
und Zeiten fingen Lob, Preiß Zeit und Jaimmer heißt, fein
und Chr. Gut iſt unermeſſen, die er an
3. Nunmebro ift vergangen uns erweißt. |
die ſchwartze Trauer⸗Nacht, 7. Drum werden wir befte
da wir in fo viel Drangen ver⸗ hen in der betruͤbten Zeit, da
hoͤhnt, verſpot t, verlacht. Nun nichts als lauter Wehen und
thut in Liebes⸗Blicken, von je⸗ Geiſtes Engigkeit verdunckelt
ner Herrlichkeit, er unſer Hertz gar das Lichte, da anders nichts
erquicken nach ſo viel bittrem zu ſehn, als ob wir im Gerich⸗
id te nun müßten gar vergehn.
4 O angenehmes Weſen! g. Es iſt nicht wohl zu ſagen,
wie lieblich iſt zu ſehn, daß wie⸗ wie ſein fo treuer Rath unend⸗
derum geneſen Zion nach ſo lich Sorg thut tragen, wo man
viel Wehn: das ſelige Gedeyen im Lebens⸗Pfad treu bleibet
in Huld und Freundlichkeit ohn Ermuͤden: kommt her, ihr
thut uns ſehr hoch erfreuen in meine Braut; ich ſcheuck euch
unſrer Niedrigkeit. meinen Frieden, nach ſo viel
F. Wir find nicht mehr be⸗ bitterm Leid. |
trübet, weil GOtt von oben 9. Ich will euch wohl bereiten
her uns viel Gedeyen giebet und machen auserwehlt; ſeyd
5 Affe nur
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*
410
T ˙¹˙1AWꝛͥmÃͤͥ ʃ:mr t ̃ ̃—bner RR um ur a . regen
nur getreu im Leiden, ihr ſeyd 13. In Jammer, Schmertz
ja ſo vermaͤhlt. Muͤßt ihr ſchon und Leiden, und ſo viel bittrer
hier auf Erden, oft traurig ein⸗ 1 nun geht man mit viel
her gehn, dort wirds ſchon an⸗ Freuden zur Lammes⸗Hoch⸗
ders werden, wo all mit Freu⸗ zeit ein. Da werden alle leben
den ſtehn in groſer Hertzens⸗Freud, Gott
10. Vors Vaters Stul und und das Lamm erheben in alle
Throne, wo das erwehlt Ge- Ewigkeit.
ſchlecht pranget in ihrer Krone, 188
ſo jedes daſelbſt traͤgt. Drum Wa geh ich hin? auf daß
gehet hin mit Freuden den ich find der Seelen Schatz
ſchimalen⸗Himmels⸗Steig: ich und Leben: dann feine Lieb hat
will die Eng erweiten, damit mich entzuͤndt, mich ihme gantz
der Schmertzen weich. zu geben. f
11. Diß iſt das Freuden⸗Le⸗ 2. Drum hab ich auch in
ben, ſo uns das Lamm anbeut, meinem Sinn der eitlen Freud f
wann wir ſein Lob erhꝛben hier entſaget: und habe mich zum
in der Niedrigkeit. Sind wir Creutze hin mit vielem
ſchon lang geſeſſen in Schmer⸗ Schmertz gewaget. f
sen und viel Leid, fo iſt doch 3. Die Freude, die ich bey
nun vergeſſen die viele Trau⸗ dem Schmertz im Treutzes⸗
rigkeit. Thal hienieden genieſe, troͤſtet
12. Wir wollen nun erheben mehr mein Hertz, als dieſer
die Geiſter allzuſam, GOTT Welt ihr Friede⸗ 4
Ruhm und Preiß hingeben, u. 4. O ſuſes Creutz! DLebend:
dem erwuͤrgten Lamin: das Wort! du haft mir Kraft ge⸗
alle wird erhöhen zur reinen geben, daß ich mit dir, der See⸗
Jungfraun Schaar. Da wird len Hort, in Salems Pfort
>
decht offen ſtehen, was hier ver⸗ kan leben. | |
borgen war 1 5. Ach was iſt doch Meg |
| „ ſe
*
411
ſe Welt mit ihrer Freud zu Heil bekleidt, und macht mein
achten fie iſt ein Tand, der Leid verſchwinden. |
bald zerfällt, und macht das
107.
Hertz verſchmachten. DIR O iſt doch mein Schön:
f meiner
6. Ich habe nun au W ſtex anjetzo zu findene den
Bahn das rechte Ziel getroffen: ich nur vor allen ſonſt andern
weil Creutz und Leiden iſt fort erwaͤhlt: weil er ſich ſo freund⸗
an mein Theil, das ich zu hoffen. lich mit mir thaͤt verbinden, da
7. So leb ich dann in GOt⸗ er mich hat unter die Seinen
tes Huld, und weiß von kei⸗ gezehlt: wie willig und freu⸗
nen Sorgen: als nur, daß ich dig kont ich dahin geben mein
moͤg ohne Schuld in ihm ſtets Liebſtes, um alſo nur ihme
ſeyn verborgen. zu lehen. | |
8. Ich thaͤte oftmal hin und 2. Doch wurd ich gar balde
her im Lauffen mich verweilen: von ihme verlaſſen, das bracht
weil mirs zu eng und ſchier zu mir viel toͤdtliche Schmertzen
ſchwer, um weiter fort zu eilen. und Pein, ſo daß ich hierinnen
9. Nun aber hab ich vieles mich ſchwerlich kont faſſen, die⸗
winn imCCreutzes⸗Thal gefun⸗ weil ich in allem mich fande
den: ich acht mich ſelig, wañ allein: mein Leiden u. Jam̃er
ich bin mit Schmertz u. Noth war ſchwerlich zu tragen, weil
verbunden. ich ihn nicht konte in Worten
190, Darum wohl mir! es iſt erfragen.
vollbracht, der Tod iſt nun ge⸗ 3. Ich thaͤte umwandeln
rochen: denn, da ich dieſe viel Tiefen und Hoͤhen, und
Welt verlacht, iſt ſeine Macht ſuchte den Liebſten bey Tage
zerbrochen. und Nacht, diß brachte mir
11. So fahr nur hin, O Ei⸗ vielerley Schmeꝛtzen u. Wehen,
telkeit ich will mich dem ver⸗ dieweil er mein Hertze fo an
binden, der mich mit fo Er fich gebracht: ſo daß ich auch
1 SR |
meinte
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Zu Aa u a 8 * * 4 Won
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meinte ihn nimmer zu laſſen, gen, im Still⸗ſeyn thut ſtetig
und ſolt ich auch drüber im mein Liebſter ſich zeigen.
Tode erblaſſen. 7. O wohl dann! wie iſt
4. Doch da ich gedachte, ich mirs ſo trefflich gelungen, weil
müßte vergehen, wurd ich dar⸗ meinem Geliebten ſo nahe ver⸗
auf balde ein anders gewahr, wandt, und zu ihm ins inure
und ſahe den Liebſten zur Sei⸗ Gemache gedrungen, allwo
ten mir ſtehen: O Wunder! er mich ihnie zu eigen erkaüt.
erſt wußt ich nicht, ob er es Drum werd ich wohl bleiben
war; doch machte er weichen ihm ſtetig ergeben, weiler mir
mein aͤugſtliches Graͤmen, und geſchencket ein Goͤttliches Leben
thaͤt nur die vielerley Schmer⸗ 108. 5
tzen wegnehmen. Wa ſoll ich hin? wo ſoll
5. Und weil ich in meinem Wich bleiben? daß doch ein⸗
Geliebten geneſen, ſo mußte mal werd in mir ſtill; ſoll
verſchwinden die Kaͤlte u. Froſt, mich dann immerhin umtrei⸗
und wo ich vorhero in Schmer⸗ ben die Unruhe die ich doch
tzen geſeſſen, werd ich nun ge⸗ nicht will: ach ſoll der Schmertz
ſpeiſet mit Goͤttlichem Troſt. dann ewig waͤhren? der im⸗
Inn ſtillen Erſencken nach vie- merhin verneuert wird, ſoll
lem Ermüden wird endlich ge- mir dann Leib und Seel ver⸗
funden der innere Frieden. zehren? daß ich muß bleiben
6. Die toͤdtliche Schmertzen, gar verirrt. |
die bittere Leiden, die kommen 2. Ich weiß ja keine Ruh
von unſerm verdoꝛbenen Stand zu finden, kein Troſt in mei⸗
und wer ſich von allem auf ner roſen Noth. Soll dann
Erden kan ſcheiden, dem wer⸗ die Hoffnung gar verſchwin⸗
den die Wunder des Hoͤchſten den? fo muß erblaffen ich im
bekannt. Drum will ich mich Tod: dan was mir vormals
ſchnuegen im heiligen Schwei⸗ machte Freude, das bringt ’
*
auch in dem, was genefen heißt:
4¹3
mir jetzt viel Schmertz und net immerzu.
Pein, und wo ſonſt meine 2. Werden ſeiner Tage viel,
Secler⸗Weide, muß ich jetzt fo iſt dieſes fein Luſt⸗Spiel: in
in viel Elend ſeyn. des HErren Gegenwart leben
3. Ach Gott! wo hab ichs fo nach Kinder⸗Art.
doch verſehen? (muß ich geden⸗ 3. Weil ſein Licht im Dunck⸗
cken oftermal,) daß ich in ſo len ſcheint, muͤſſen weichen ſei⸗
viel Noth und Wehen in man- ne Feind: weilen fte das Licht
cher bittrer Hertzens⸗Quaal erſchreckt, das ein Ottes⸗Kind
muß bringen zu all meine Zei⸗ bedeckt. N
ten, und ſeyn von allem Troſt 4. Darum iſt die Lieb ſein
entbloͤßt: wann wird ein End Brod, welches ihm in Noth
doch meinem Leiden? wann und Tod zugetheilt von GOt⸗
werd ich von mir ſelbſt erloͤßt? tes Hand auf dem Weg zum
Ke e en e nickt = Wer it dieſer Cieb ver⸗
Ude Ic den dh ſehn, fürchtet keine Leidens⸗
ee Wehn: iſt vergnüget, wie
entladen, kommt ein anders Fit will un 100 get, weiß
noch ſo ſchwer; doch, obſchon Maaß und Ziel er weiß
bleibt mein ſteter Schmertzen ” 9 Herk! du biſt ſehr gez
a treu, deine Guͤt iſt ewig neu:
itt Doch ein er n leit und fuͤhre deine Heerd, daß
OH das mid) zur andern fie dir gefällig werd.
elt hinweißt. 7. Floͤße in ſie Muth und
Seh Kraft, daß dein Goͤttlich Ei⸗
I Er im HErrn geſchlafen genſchafft ſie bereicheinderZeik,
Hein, muß ein Liebling wie auch dort in Ewigkeit
GOttes ſeyn: des Gemuͤthes g. Da dann wird das Jung⸗
ſauffte Ruh waͤchſt und gruͤ⸗ fraun⸗Heer froͤlich ſingen Chor
414
um Choͤr: Halleluja ſey dem de, und dem Bild der Sterb⸗
Lam, unſerm Seelen⸗Braͤu⸗ lichkeit, nennen fine Anver⸗
tigam. wandte: vor dein viel gehabtes
300 acht dur FR ee Sn dir en 1
Ir fein ſauffteLie⸗ dort viel ſuͤſen Freuden⸗Wein.
bes⸗Macht: nun der Streit f Io >
ſich hat geendt ider wir GOtt Zi: Herzlichkeit thut blüs
ohne Eud. hen: der zwoͤlf Staͤmmen
110. ungfraun⸗Zahl thun ſich alle
| 3 Age nicht, du kleine Heer⸗ ſamt bemuͤhen, zu verneuen ih⸗
de, wann du muſt verlaſſen re Wahl. Wer allhier gering
ſtehn, dort wirds Alles anders und klein, wird alsdann das
werden, wann dich wird dein Schönfte ſeyn. |
Freund erhöhn. Hier veracht, 2. Die das Lamm ſich hat er⸗
ering und klein, heiſet dort ver⸗ wehlet, ſind erkauffet aus der
derrlüadt ſeyn. Welt, und mit ihm am Creutz
2. Sey nur froh, es wird dir vermaͤhlet, daß fie dort mit
werden, was du haſt ſo lang ge⸗ dargeſtellt vor GOtt und des
ſucht, dann dein Jammer hier Lammes Thron, prangend in,
auf Erden bringt alldorten ſei⸗ der Sieges⸗Kron. er
ne Frucht. Geht dein Schmertz 3. Dann die hier auf dieſer Er⸗
noch tiefer ein, dort wirds ſo den ſich erwehlen Creutz und
viel beſſer ſeyn. Schmach, werden dort verherꝛ⸗
3. Halte deine Krone feſte, laß licht werden, wann da konmt
den Jungfraͤulichen Schmuck der ſchoͤne Tag: da ihr viele
bleiben dir das Allerbefte, ſehe Traurigkeit wird verkehtt in
ja nicht mehr zuruck. Wenn Huumels⸗Freud. 5
du ang genug geweint, wird 4. Freue dich du kleine Heer⸗
dei allerſichſter Freund de, Zious Tochter, eyd bereit
4. Dich eriöjen von dem Ban⸗ obſchon hier auf dieſer Erde all
f e
1 * 415
les ligt in ſchwerem Streit, zugedacht nach der ſchwartzen
heißt es doch: ihr Jungfraun Trauer⸗Nacht. ER
wacht in der Stund der Mit⸗ 9. Du wirſt dich unendlich
kernacht. freuen, preißen Gottes Freund⸗
5. Und thut eure Lampen lichkeit, weil er dich nun thut
ſchmuͤcken fertig und fein wohl verneuen vor dein viel gehabtes
bereit, weil man ſiehet naͤher Leid. O der angenehmen Ruh!
rücken die ſo lang gewuͤnſchte jo da bluͤhet immerzu. |
Zeit: dann wer da will gehen 10. Dann wird alles lieblich
ein muß rein und jungfraͤulich ſtehen: Zion die geliebte Braut,
ſeyn. | wird aus ihrem Kercker gehen,
„6. Den Schmuck thut er ſelb⸗ und mit Wunder angeſchaut,
ſten ſchencken: wo wir nur im die mit Ehr und Majeftät iſt
reinen Sinn, ſtetig uns nach von ihrem GOtt erhoͤht.
ihme lencken, wird er uns ſchoen IE,
bringen hin, wo die Zahl, die den wird nun bald erſchei⸗
er erwehlt, und mit ihme ſich I nen in ſehr groſer Herrlich⸗
vermaͤhlt. SSR. keit, da ihr viel und langes
7. Dann wird Zion fröͤlich ſte⸗ Weinen wird verkehrt in lau⸗
hen, wann die gaͤntze Creutzes⸗ ter Freud. Deine viele har⸗
Schaar wird erloͤßt von ihren te Preſſen, ſamt der ſchwar⸗
Wehen, nach fo vielerley Ge- Gen Trauer⸗Nacht, werden
fahr: da wird JEſus, GOttes ewig ſeyn vergeſſen, weil dein
Sohn, ſelbſten ſeyn ihr Theil Heil nun iſt erwacht.
und Lohn. 2. Deine viele Muͤh und
8. Dann wirds heiſſen: kom Sorgen, und dein viel gehab⸗
Gdaebte, du ſolt werden hoch tes Leid werden dir an jenem
erfreut: du warſt lange die Be⸗ Morgen lohnen mit viel Him⸗
trübte, dein Schmuck iſt nun mels⸗Freud: wann der frohe
weiſſer Seid, die dir von rg Tag erſcheinet, der von ER
N e 8 99 f 0
4b
; * 9 4 3 n
fo fang erſehn, dann hat Zion ſchlechte, das ſich Edott ſelbſt
ausgeweinet, wird aus ihrem zugedacht, und gelehret ſolche
Kercker gehn. Rechte, ihm zu dienen Tag
3. Dann wird ſie in groſen und Nacht: dieſes iſt der rein⸗
Freuden und mit vielen Wun⸗ ſte Orden der verlobten unge
dern ſehn ihre Erndte ſich aus⸗ fraun⸗Zahl dabey gantz ſein
breiten, und in vollen Aehren eigen worden aus ſehr tief ge⸗
ſtehn. Nan wird werden erſt heimer Wahl. |
verſuͤſet ihr fo bittre Thraͤnen⸗ 7. Wohl dann nun! es iſt
Saat, weil ſie nun dafür genie⸗ gelungen Zion, der geliebten
ſet ew'ges Leben ew ge Gnad. Braut, weil ſie ſo iſt einge⸗
4. Alles Seufzen iſt ver⸗ drungen, und im Geiſte den
ſchwunden, aller Schmertz iſt geſchaut, der allhier amCreutz
gantz dahin, weil die lang ge- erhoͤhet, dort zur Herrlichkeit
wünſchte Stunden kommen gebracht; hier auf dieſer Welt
ein mit viel Gewinn. O wie verſchmaͤhet, und von jeder⸗
wird die vor Betruͤbte in ſo man veracht. u
groſen Freuden ſtehn, weil 8. O wie breunet das Ver⸗
ie nunmehr die Geliebte, und langen, Allerſchoͤnſter, nur
geheilet ihre Wehn. nach dir; weil in fo viel Lies’
5. Sie wird ohne Ende prei⸗ bes⸗Drangen wir beklemmet
ſen das Lamm, ſo von Gott ſind allhier: da wir in ſo man⸗
erhoͤht, und ihm mit vie Wun⸗ chen Wehen und bedraͤngtem
der⸗Weiſen geben Ehr und Geiſtes⸗Leid öfters ſeufzend
Majeftät. Drum find dig umher geben in der truͤb und
hochtheure Seelen, die allhier duncklen Zeit. %
auf dieſer Welt ſich dem Lam̃ 9 Doch wir ſind dir feſt ver⸗
am Creutz vermaͤhlen, und zur bunden, und der Eid iſt lang
Braut⸗Zahl ſind gezehlt. geſchehn, obſchon manche Tau⸗
6, O du lieb und werth Ge⸗ er⸗Stunden annoch über u 3
5 1173
417
—
ergehn: warten wir doch ſei⸗ Thore offen aller Orten weit
ner Guͤte, wie uns die wird und breit, und ihr Gluͤck
theilen aus, nach der angeneh⸗- kommt eingeloffen in der fro⸗
men Bluͤthe bringet man die hen Ewigkeit. |
Frucht nach Haus. ir
10. Glauben, Dulten, Lieb 113, |
und Hoffen find hier unfte f
Reiß⸗Gefaͤhrt, wem das Ol dir, Herr Je, ich
Gluͤck fo eingeloffen, wird O mich gaͤntzlich wende, du
von keinem Leid beſchwert; wollſt mir doch mit deiner Lieb
dann iſts beſte Theil gefun⸗ beyſtehn: zu bleiben dir getreu
den, wan des Holden Freund⸗ bis an mein Ende, und alſo
lichkeit wird ohn alle Maaß ſtets nur deinem Fuß nachgehn.
empfunden in dem allergroͤ⸗ 2. Ach lehre mich von Hertzen
ſten Leid. | dich umfaͤſſen! und ſey mein
1. Darum freu dich, du Helfer, wann mirs übel geht:
Geliebte, muſt du ſchon oft dann wann in ſolchem Stand
traurig gehnz du biſt nicht von dir verlaſſen, ſo werd ich
mehr die Betrübte, wann leichtlich hin und her geweht.
dich wird dein GOtt erhoͤhn, 3. Dann ſo du biſt mein Hel⸗
und mit groſer Freud und fer und Erretter, ſo kan in al⸗
Wonne bringen in ſein Haus len Noͤthen halten aus: und
und Stadt, vor dem glorieu⸗ bleibeft du mein Schild und
ſen Throne preiſen fine hohe mein Vertreter, fo ſchadt mir
Gnadz. nichts, waͤrs auch der haͤrtſte
132. Nun wird Zion ewig Strauß. | 5
‚grünen, und in GOtt erneu⸗ 4. Ach! daß ich doch, dieweil
et ſtehn, weil ihr ſchoͤner Glantz ich leb auf Erden, dir bleiben
erſchienen, wird das Alte gantz möcht getreu, wie dirs gefaͤllt:e
vergehn. Nun ſtehn 2 ich alldort verherrlicht
17 1 8 2
99 werden
1
418
een . ——
werden mit denen, die du dir und ſtetem Hoffen fällt endlich
ſelbſt auserwehlt. alle Sorg daͤhin. Wann alles
| 9 iſt dahin gegeben, was unſer
5. Drum ſchaffe ſelbſt, daß ich Auge wuͤnſchen mag: ſo kom̃t
folg deiner Lehre, und jage nach man zu dem wahren Leben, wo
dem reinen Kinder⸗Sinn: das ſich verlieret alle Klag.
mit kein eitler Wahn mich mehr |
bethoͤre, dieweil ich nunmehr 2. Will man die Ritter: Kron
gantz dein eigen bin. erlangen, ſo muß man kaͤmp⸗
fen bis aufs Blut: mit IE ſu
6. So will ich dann von Her- an den Creutze hangen, eh man
tzen mich befleiſen in meinem erlangt das hoͤchſte Gut. Im
Leben dir zu ſeyn getreu: bis ich Creutz erlangt man Kraft zum
dich werd ohn Zeit und Ende Siegen, wer darin treu an ſei⸗
preißen alldort, wo du wirft nem Ott: der wird auch nim⸗
machen alles nu. mier unten liegen bis auf die
letzſte Sterbens⸗ Noth.
5, Wie wohl wirds ſeyn, aun „
ich werd ſeyn gezehlet zu der 3. Die Zeit iſt kurtz allhier
verlobten keuſchen Jungfraun⸗ auf Erden, da unſte Buß j
Zahl: die ſich in dieſer Welt durchs Creutz erhoͤht. O moͤcht
dem Lamm vermaͤhlet, weil fie ich treu erfunden werden! bis
erkaufft zu feinem Hochzeit⸗ mir die letzte Kraft vergeht. O
Mahl. SeErr! thu mir doch ſelbſt bey⸗
| stehen, und hilf mir aus von al⸗
114. ler Schmach, daß ich moͤg dei⸗
| nem Fuß nachgehen bis auf den
3 Uletzt wird doch das Ziel letzten Todes⸗Tag. a
getroffen, wornach ich Mug . | —
‚geloffen bin: nach vieler Muͤh 4. Verſaltze mir mein a: 1
a f | 0 guf
419
auf Erden durch deines Todes 6. Des bin ich froh und hoch
Ditterkeit: ſo kan der Geiſt ge⸗ erhaben, ob ich ſchon oft noch
heiligt werden annoch in mei⸗ unten lieg, weil durch des ho⸗
ner Lebens Zell. Und weil des hen Geiſtes Gaben uns ſchon
Creutzes Heimlichkeiten, und iſt zugetheilt der Sieg. Wir
feine Tiefen, hab erſehn: drum wollen Gott unendlich loben
wird mich auch hinfort nichts mit ſeiner gantzen Ritterſchafft,
ſcheiden bis in die allerletzten die er durchs Creutz ſo hoch er⸗
Wehn. hoben zum Sieg, durch ſeine
| Wunder⸗Kraft.
5. Es muß doch alles gantz
umkommen in dieſes Lebens 7. Wir wollen uns unendlich
Wuͤſteney: wird man ſchon al⸗ freuen, die wir alſo in Eins ge⸗
ler Ding entnommen, ſo wird bracht, erweiſen, das wir die
der Geiſt zuletzt doch frey, daß Getreuen, ſo ihme dienen Tag
ker ſich kan hinaufwaͤrts ſchwin⸗ und Nacht. Diß ſollen unſre
gen, weil Alles gantz zu Bo⸗ Rechte heiſſen, ſo lang wir le⸗
den liegt, und kan dem Tod ſein ben in der Zeit: damit wir ihn
Grab⸗Vied ſingen, der ihn ſo ohn Ende preißen ſchon hier
manche Jahr bekriegt. und dort in Ewigkeit.
9993 RN
£ 5
Meer,
2. Mich bedecken und umge⸗ uͤbergroß: der die Wunden hat
| Von der
Zerfallenen Hütte
Davids,
Und ihrer Wiederaufrichtung
Durch den, der u das Panier der
Voͤlcker |
1. 72 |
Aus der Prophetiſchen Wurtzel gufgeſucht / und zur
Kirchlichen Uebung mitgetheilet pon einem
nach der ſtillen Ewigkeit wallenden —
Friedſamen.
| 2er ſehen aller Orten, weit u breite
och wie iſt ſo gar ver⸗ 4 lde ſchmertzlich iſt zu
gangen Zions Herr⸗ ſehen, wie ſie nun verlaſſen
lichkeit und Ehr! ach ſteht, und betruͤbt umher muß
der vielen Truͤbſals⸗ gehen, datz ihr alle Luft vergeht. ö
Orangen! die, als ein ergoſſen 5. Doch laͤßt Hoffen nicht ver⸗
zagen, iſt der Schmertz ſchon
ben, ſtatt den Ehr und Hertz geſchlagen, wird uns machen
lichkeit; muß ich in dem Elend frey und loß. 5
ſchweben, in der trüb und dun⸗ 6. Ach! wie wohl wirds dann
ckeln Zeit. | ergehen, wann der Troſt vom
3. Solls dann ſeyn umſonſt Hünmel her uns wird heilen
eſchehen, daß ſich hat vor die unſre Wehen, die jetzt, wie ein
er Zeit ihre Schönheit laſſen tiefes Meer, Kr
| - 7.
421
7. Ueber uns dahin gegangen: 2.Die Stund der Mitternacht
da es ſchiene aus zu ſeyn, bey iſt kommen, darum wacht, ihr
fo vielen bittren Drangen, und Hochzeit⸗Gaͤſte: die Lampe
ſehr ſchwerer Leidens⸗Pein. fuͤllt mit Oel, bereitet Leib und
8. Drum wohlan, es bleib da⸗Seel zum Hochzeit⸗Feſte.
hinden aller Schmertzen ſamt 3. Wie iſt der Gang ſo ſchoͤn
den Wehn muͤſſen gantz und und lieblich anzuſehn der reinen
gar verſchwinden, weil uns thut Seelen, die ſich ergeben hin im
ein Troſt aufgehn. keeuſchen Jungfraun⸗Siñ dem
9. Darum freu dich, du Be- Lamm vermaͤhlen.
truͤbte, trage deinen Witwen⸗ 4. Das Gluͤck kommt ſchon
ſtand: du biſt dennoch die Ge⸗ herbey, wer nur iſt recht getreu:
liebte, ob du ſchon biſt ſchwartz dem wird es werden. Wir ſpuͤ⸗
gebrannt. ren ſchon die Freud und groſe
10. Wirſt du doch in Ehren Seligkeit nach den Beſchwerdẽ
prangen fuͤr den Augen aller 5. Nun wird nicht mehr ge⸗
Welt:nicht gedencken mehr der ſchehn / daß ſie wird jemand ſehn
Drangen hier in dieſer Trauer⸗den Kummer nagen: dieweil
Zelt. ii jederzeit des Geiſtes Lauter⸗
11. O! was Freude wird er⸗ keit im Hertzen tragen.
ſcheinen dort, nach der betruͤb⸗ 6. Der ſchoͤne Perlen⸗Krantz,
ten Zeit, wo vergeſſen alles und heller Lichtes⸗Glantz,
Weinen in die Laͤng der E- ſchmuͤckt unſte Geiſter. Wir
wigkeit. find in GOtt erhöht, weil je⸗
2. des ſo nachgeht dem HErrn u.
A Uf, Zioniten! auf, beſchlei⸗ Meiſter. | |
Pe nigteuren Lauf, die Stund 7. Die reine Liebes⸗Tritt, wo⸗
iſt kommen, daß die erkauffte rin man ſich bemüht, find
Zahl zum frohen Hochzeit: ſanft und milde: das Lam̃ gibt
Mahl bald wird genommen. ſelbſt den Preiß, wir Wie
kr 5 m
—
422 | \
—
ihm den Kreiß in dem Gefilde. ley, in vielen Freuden.
9. Wer haͤtte wohl gedacht, 14. Was groß u. herrlich war,
daß nach fo langer Nacht und wird dieſer edlen Schaar zu Eh⸗
vielem Meinen fo groſe Selig: ren ſtehen: der Koͤnge grofe
keit in der Erquickungs⸗Zeit Macht, u. Fuͤꝛſten hoher Pracht
werde erſcheinen. wird mit eingehen. ‚OR,
9. Wer hier gering und klein, 15. Diß iſt das groſe Heil, ſo
wird dort das Schönfte ſeyn, dir zu deinem Theil von GOtt
man wird es ſehen, wie alles aufgangen. Die Welt iſt hin⸗
umgewandt in dem ſo guͤldnen gericht 't, und gantz und gar zer⸗
Stand nach jo viel Wehen. nicht 't ihr leeres Prangen.
10. Man wird ſich wundern 16. So wird alldort erhoͤht,
ſehr, wann aller Orten her die wer hier dem Lamm nachgeht,
Voͤlcker kommen: das Glück und thutes wagen; auch in der
nur anzuſehn, ſo alsdann wird groͤſten Pein bis in den Tod
aufgehn den lieben Fromen. hinein, ſein Creutz zu tragen.
11. O Wunder! was iſt das? 17. Wann ſchon der groſe
die vor im Elend ſaß, ſieht man Schmertz oft dringet tief ins
nun führen ins Könige Zelt Hertz, es bringet Leben; wann
hinein, allwo fie groß und klein der verltebte Geiſt ſich nicht von
ſchöͤn helfen zieren. Ihm abreißt, zum Widerſtrebe
12. Man wird es kaum ver⸗ 18. Die groſe Herrlichkeit, die
ſtehn, wann man wird komen uns aldort erfreut, hat ihre |
ſehn mit ſo viel Hauffen vonal- Blüthe alhier im Creutzes⸗
len Orten her, der Erden und Thal: wer bleibt in ſeiner Wahl,
vom Meer, die dir nachlauffen. u d wird nicht muͤde,
13. Viel Wunder wird man 19. Bringt eine Erndte ein,
ſehn, die einmal find geſchehn mit groſem Freuden⸗Schein,
vor denen Zeiten; fie bringen nach den Beſchwerde Der Hoff?
all herbey viel Guͤter mancher⸗ nung altes Kleid wird, in der
güldnen
J
|
2
x
7
|
|
j
* 2
4 1
= | 3
FTT. nt ©
güldnen Zeit, verneuet werden hin und gantz umgeben; nun
20. Wohl dann, es wird ge= iſt dahin der ſchwere Streit,
ſchehn, wir wollen freudig gehn weil allbereits beſitz ein ander
der Braut entgegen. Was da Leben. Was ſonſt ſo viele Wehn
anſtaͤudig ſey wird unſers Lam⸗ und Schmertzen hat gemacht,
mes Treu uns ſelbſt beplegen. iſt nun als wie dahin, und in
21. Bir find ja feine Heerd, Vergeß gebracht.
die es fich von der Erd erkaufft 2. Wo find nun meine Feinde
vor allen: drum hat auch ſelbſt hin? Ich weiß, daß viel bereits
die Braut, die es ſich ihm ver⸗ der Tod wird nagen: weil ſel⸗
traut, ein Wohlgefallen, biger war mein Gewinn, zur
22. An uns als ein Geſchlecht, Zeit, da ich ſehr hart von Ott
wo ſie kan Mutter⸗Recht gar eſchlagen: nun aber iſt dieſelbe
kuͤhnlich uͤben. Wir ſind ihr zu⸗ Zeit als wie dahin, die ſuͤſe
gezehlt, weil wir auch mit er⸗ Frucht kommt mir nun ein init
wehlt in viel Betruͤben. viel Gewinn. g
23. Wir gehen auf ſie dar, ſte 3. Was mir zuvor viel Bitter
wird ſelbſt machen wahr, daß keit gebꝛacht, iſt mu nunmehr
wir find Kinder vom Jung⸗ als wie zum Himel worde. So
frauen⸗Geſchlecht, wo ſie hat viele Moth, ſo vieles Leid ich tra⸗
Mutter ⸗ Recht, trotz wer es gen mußte von der Suͤnder Or⸗
hinder. den, hat mich geſetzet hin Gas
24. Sie wird uns führen ein, auſer Ort und Zeit, daß ich kan
wo die Verliebten ſeyn, ſo viel leben, wie in Nun der Ewigkeit
erlitten: und theilen aus den 4. Drum bin gantz Sorg⸗ und
Preiß, aufs Hoͤheſten Geheiß, Bilderloß, weil mich die Ewig⸗
in groſem Frieden. keeit als wie umgeben: fo man⸗
„ 3. Fiat chen Streit, ſo manchen Stoß,
D As Mun, die ſtille Ewig⸗ der mich betraff, daß oft ehr
keit hat W 15 zu leben, iſt sau
| ' daß
Ni
424 |
daß ih kan anfftund ſtille ſeyn, groſen Heil gezogen; die Lang⸗
weil in mein Ruhe⸗Zelt ichnun muth Gottes nahim mich hin,
bin gangen ein. daß meine Alberheit in Lieb be⸗
F. Und ob ich ſchon gantz todt wogen: die lieſe nimmer nach,
und ſtill vor aller Welt als wie bis ihr war ſelbſt zu Theil, was
ein Wunder worden: die E- ſie gezogen an zu dieſem groſen
wigkeit bringt alle Fuͤll, und Heil. er
ſcheidet ab vom argen Suͤnder⸗ 9 Und weil durch meine Al⸗
Orden. So leb ich dann, daß berheit der Welt u. allem Ding
ich vergeſſe Welt und Zeit, u. fo gar entkommen, ſo hat die
richt mein Thun dorthin zur ſtille Ewigkeit denſelben Sinn
ſtillen Ewigkeit. nun gantz in ſich genommen.
6. Da gruͤnet aus der Lebens⸗ So hab in Wohl und Weh mei⸗
Baum, des Fruͤchte ich ohn ne Gleichguͤltigkeit, weil ich ge⸗
Jeit und End genieſe, wobey gangen ein zur ſtillen Ewigkeit.
ein ewig weiter Raum, das 10. So ſey zuletzt noch diß ge⸗
mir des Leibes Bitterkeit macht ſagt: der Wechſel iſt bey mir
ſüſe, da ſitz ich dann, genieſe ſehr wohl getroffen, ich hab ge⸗
angenehme Lufft, wo jede ftille funden, was gemacht, daß ich
Seele, eins zum andern, rufft. dem Creutz ſo ſchnell bin nach⸗
7. Wie angenehm iſt dieſer geloffen. Nun gruͤnet aus das
Ort, wo man fo füß kan ruhn reine Geiſtes⸗Flement, da mir
im kühlen Schatten, der Friede mein Feuer⸗Quall im ſanff
bplübet fort und fort in aller ten Oele brennt. N
Voͤlle vor die Abgematten. O 4. 1
angenehmer Ort! O heiligs N As Creutz der Drang die
Sti le⸗eyn! bey allen die da⸗ Schmach, der Braſt kan
ſelbſt einmal gegangen ein. die Gedult wohl üben;
.Es kommt mir niemal aus wer einmal ſolcher Wander⸗
dem Sinn, was mich zu dieſemm Gaſt, lebt niemal 75 17
an 0 4 | gu N
u. bg * *
el
4
truben: doch richtet ſich in Hoff⸗ bittren Drangen. +
nung auf das lang⸗verlaugte . Die ſchoͤne Frucht der neuen
Sehuen bey dem ſo muͤden Le⸗ Welt macht alles Leid vergeſ⸗
beus⸗Lauf und vielen bittren fen, wo man, in fo viel Hitz u.
Thraͤnen. Kalt, oft einſam iſt geſeſſen.
2. Ach GOtt! ſolls ewig waͤh⸗ Wo der Genuß der edlen Sagt
ren dann, daß ich muß ſeyn in vom Perlen-Zweig empfun⸗
Braſtene Iſts ſchweres als ichs den, iſt aller Schmertzen in der
tragen kan, wie ſoll ich koͤnnen That zu einem mal verſchwun⸗
raſten? Wanns ſcheint, ob waͤr den.
das Zielerreicht bey ſo viel 6. Doch muß Gedult im Hof⸗
Noth⸗Gedraͤnge, bin ich als fen ſtehn in den betruͤbten Ta⸗
wie im Tod erbleicht, und bleib gen, wañ man in ſo viel Drang
in ſteter Enge. | muß gehn, daß kaum iſt aus zů
3. Doch wird in dieſem Traueꝛ⸗ ſagen. Wann es iſt trüb vom
Spiel das wahre Heil errunge: Hünmel her, weil Gott ſich
ſo bald erreicht das rechte Ziel, ſelbſt verborgen, und man be⸗
jo heiſts: es iſt gelungen. Gott truͤbt muß gehn einher vom A⸗
Lob vor ſo viel bittres Leid und bend bis an Morgen. |
viele Hertzens Preſſen, weil mi: 7. So muß der neue Lebens⸗
die wahre Seligkeit dafür wird Zweig allhier, in fo viel Dran⸗
eingemeſſen. gen, ſtets dringen durch inGot⸗
4. Der Perlen-Baum das kes Reich an nichtes bleiben han⸗
Reiß aus Gottes Hertz ent⸗ gen. Weil er von einer andern
ſprungen, kommt, nach ſo vie Welt, ſo muß er hier auf Erden
hervor gedrungen: und zeigt quaͤlt, dort wirds ſchon beſſer
ſich als ein Paradies in vielem werden. \
ſchoͤnen Prangen, deß Fruͤchte 8. Nach dem ermuͤdtenbebens⸗
ich numnehr genieß, na jo viel Lauf wird ſich die Frucht ſchon
e Nhe zeiger
lem Todes⸗Schweiß, gar ſchoͤn ſtets ſeyn gedraͤnget und ge⸗
D
416
zeigen, die hier im Drang ge banon, der prächtig ſteht. Der
wahren auf, im Schmiegen u. Schmuck Carmel und Saron
im Beugen. Drum muß Ge⸗ iſt bey ihr, und ſtehet da im
dult und Hoffen ſtehn bis alles ſchoͤnſten Pracht und Zier.
Leid gewendet, und wan 3. Dieweil ſie ſehn des HErꝛen
ich werd zur Ruh eingehn ſo iſt Herrlichkeit, als GOttes
der Lauf vollendet. Schmuck, der ſich ſehr weit
9. So wird derchlaubens Lauf ausbreit t. Stärcket die müd-
gekroͤnt nach ſo viel bittern und traͤge Haͤnd, und lahme
Drangen, wann man iſt lang Knie, die ſtraͤuchlend find. Sagt
genug verhoͤhnt: ſo kommt der den verzagten Hertzen: ſeyd ge⸗
Troſt gegangen zur Freud gar troſt und unverzagt, GOtt is,
hoch vom Himmel her, aus der euch erloͤßt.
Gottes Hertz entſprungen. Iſt 4. Dann Gott hat einen dag
dann die Noth ſchon Tentner zur Nach beſtellt, zu helfen de⸗
ſchweꝛ/heiſts doch:es iſt gelunge nen, die er auserwehlt. Dann
a ae wird den Blinden das Geſicht
Jeſajaͤ Cap: 385. ertheilet in dem Wunder⸗Licht.
Ann wird die Wüͤſt und Dabey der Tauben Ohren mit
Eindd luſtig ſeyn; in Zi- viel Freud geöffnet werden zu i
ons Reich viel Freude brechen derſelben Zeit. 1
ein. Und das Gefilde fröfich 5. Alsdann werden die Lah⸗
ſtehn, das ſchoͤn und lieblich an⸗ men fpringen auf, Da die
zuſehn. Sie werden blühen, Hirſche thun in Ihrem Lauf.
wie die Lillen und Roſen ander Der Stummen Zungen find
Weid ſehr wunderſchoͤn. bereit zu loben Gottes Guͤtig⸗
Sie werden blüͤhn über die keit: was groſe Freude wird
maaſen ſchoͤn, mit vieler Luſt u. man hörn und ſehn, wann alles
groſen Freuden ſtehn, weil wird in die Erfüllung gehn?
ihre Herrlichkeit erhoht, wiege 6. Dann werden fee | den
®
4 { |
|
427
Wuͤſten⸗Flaͤch viel angenehme die Zeit herein, da Schmertzu.
Stroͤm und Waſſer⸗Baͤch. Seufzen wird vergeſſen ſeyn.
Wo es ſonſt trocken vor der 6.
Zeit, ſoll'n Teiche ſtehen weit DAs lieblichelmarmen der
und breit: und wo es dürrund = füfen Himmels⸗Lieb kan
mager war vorher, ſollen nun Hertz u. Geiſt erwarmen durch
Brunnen fliefen hin und her. ihre Feuer⸗Trieb: wo Hertzen
7. Wo Schlangen ſich zuvor ſich vereinen in dieſem Liebes⸗
gehalten auf, ſoll Schilff, Rohr Sinn, muß bald im Geiſt er⸗
Graf im Segen wachſen auf. ſcheinen, was darin vor Gewiñ.
Und wird daſelbſten ſeyn die 2. Viel Segen und Gedeyen
Bahn, ein Weg, wo niemand muß davon flieſen aus, wer
irren kan: weil er wird heilig kommt an dieſen Reihen, bringt
heiſſen und dabey wird ſeyn vor ſeine Frucht nach Haus: da
die, fo ihrem GOtt getreu. gruͤnt das Gnaden⸗Leben ſchoͤn
3. Und wird daſelbſt kein Loͤ⸗ aus im neuen Bund, die Seel
we ſeyn zu ſehn; noch einig reiſ⸗ kan GOtt erheben zu aller Zeit
ſend Thier denſelben gehn. und Stund.
Drum wird man wandeln zu 3. Die reine Lebens ⸗Quelle da
der Zeit mit groſer Freud und ſchoͤn thut flieſen aus, wo ſich
Sicherheit. Dann die Erloͤß⸗ an ſeiner Stelle erbaut ein Got⸗
ten durch des Herren Gnad tes⸗Haus von Seelen, die erge⸗
kommen nun wieder auf den⸗ ben dem reinen Liebes⸗Sinn,
*
1
*
1
ſelben Pfad: und alles Widerſtreben verſagt
9. Gehn Zion hin mit groſer auf ewig hin. 9
Freud und Ehr, und ſammlen 4. Wie muß nicht alles ſchwei⸗
ſich von allen Orten her, dann gen, und gantz erſtaunet ſtehn,
wird die Herrlichkeit angehn, wann ſich die Fruͤchte zeigen,
die Zion wird ohn End erhoͤhn: daß jedennan kan ſehn die Blaͤt⸗
diß wird geſchehn, wann 8 15 Frucht und Bluͤthe von in
| 3 0
1
7
423
fo reinen Schaar, die Gottes gen: und zeigen eine offne Thur
Treu und Güte ergeben gantz den Elenden, und ſeinen Rath
und gar. | vortragen: auch, die zerbroch⸗
5. O Segens⸗voll Vergnuͤ⸗ nen Hertzens ſind, verbinden
gen! wer in dem Hertzen hegt ſaufft und ſehr gelind, und
des reinen Geiſtes Siegen, den was gefangen war, zu pred
Gottes Kirche traͤgt: die Fuͤlle gen die Erledigung, und was
muß uns laben aus ſeiner Se⸗ gebunden, die Oeffnung, und
gens⸗Kraft, mit ſuſen Himels⸗ ein gnaͤdiges Jahr.
Gaben und allerreinſtenSafft. 2, Zupredigen, und noch dar⸗
6. Wie muß nicht da ausflie⸗ zu auch einen Tag der Rache,
ſen von eins ins andre ein, wan den Erloͤßten zur Freud und
ſich fo thut ergieſen der ſuͤſe Geis Ent in ihrer Ruh, und alle
ſtes⸗Wein: fo iſt der Kirchende⸗ Traurigen dabey zu troͤſten.
ben, womit ſie GOtt begabt, Zu ſchaͤffen, daß für Traurig⸗
und ihr zu eigen geben, was ſie keit und Aſch ein Schmuck dem
ſo innig labt. werd bereit, der Zion zugedacht:
7. Der wird uns neu gebaͤren, und Freuden⸗Oel fur Traurig⸗
der wird es richten aus, u. uns ſeyn, für des betrübten Gei⸗
zu Lob und Ehren bringen in ſtes⸗Pein den ſchoͤnſten Klei⸗
Gottes Haus: die Frucht von der⸗ Pracht. 1
feinen Thaten iſt Man u. Him⸗ 3. Sie werden ſchoͤn gepflan⸗
mels⸗Brod. In ihm iſts uns tzet ſtehn, als Baͤume der Ge⸗
gerathen, wir find erlößt vom rechtigkeit, zum Preiße des
Tod. | HErren, der ſie wird erhoͤhn, u.
n Nin t ſchmuͤcken auf die allerſchoͤuſte
Jeſaja Cap: 61, Weiſe. Sie werden bauen,
D Er Geiſt des HErrn was ver wuͤſt, und, was vor Zeit
a Hrn iſt in mir, weil verſtoͤret iſt, aufbringen, daß 5
er geſalbet mich, dabey zu ſa⸗ zu ſehu die Städte, ſo zerſſehr N
* 71 1H. 4
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ſehr, und wuͤſte ſtehn von alters Ich mache einen Bund u. Eid
her) nunmehr erbauet ſtehn. der waͤhren ſoll in Ewigkeit:
4. Dann wirft du in Erſtau⸗ daß werden ſoll bekannt ihr
nen ſtehn, wenn Fremde ſtehn, Saam unter den Heiden all,
und deine Heerde weiden: und u. ihr Nachkom̃en uͤberall bey
dabey wirft mit Augen ſehn, Voͤlckern, Sprach und Land.
daß Auslaͤnder dein Acker⸗Feld 7. Und jederman, der ſie wird
bereiten: und dir alſo zu Dien= ſehn, wird kennen fie, daß ſie des
ſte ſeyn, weil dir dein Gluͤck iſt Herren Saamen, geſegnet für
kommen ein, daß du von Ihin da zu ſtehn, um aus zu⸗
GOtt erhöht als ein er⸗ breiten feinen groſen Namen.
wehlte Prieſter⸗Schaar, ſo oh⸗ Ich bin im HErren hoch er⸗
ne Ende, Zeit und Jahr in ſei⸗ freut, und meine Seel zu dieſer
nem Dienſte ſteht. Zeit ſehr froh in meinem GOtt,
5. Und wirſt dabey zu ſolcher weil er mich hat gekleidet an mit
Zeit mit groſer Ehr der Heiden vollem Heil ohn allen Wahn,
Guͤter eſſen, u. uͤber ihrer Herr⸗ zum Troß der Voͤlcker Spott.
lichkeit dich ruͤhmen: ſtatt, da du 8. Gerechtigkeit iſt wie mein
zuvor geſeſſen, da Schmach u. Rock, womit er mich bekleidet
Schande um dich her, (und ſie und umgeben, als einen Prie⸗
darob frolocken ſehr) wirſt du ſterlichen Schmuck und Zierde
ein anders ſehn. GOtt wird eines Braͤutigams daneben:
dir doppelt ſchencken ein, und als eine Braut, die im Ge⸗
wird dein groſer Freuden⸗ſchein ſchmeid, (wann fie hoch zeitlich
auch nimmermehr vergehn. angekleidt, ſehr zierlich da thut
6 Dann ich bin HErr, ſpricht ſtehn. Gleichwie die Erde Gruͤ⸗
unſer Gott: und haſſe die ges nes trägt, wenn ihr wird Saa⸗
raubte Opffer⸗Gaben. Und die men beygelegt, das lieblich an⸗
mein deucken in der Noth, ſollen zuſehn. 0 |
dafuͤr den Lohn zur letze haben. 9. So wird der HErr Aike
44% \ | 9 ei
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tigkeit und Lob aufwachſen laf ſchieden vom Bild der Sterb⸗
fen für den Heiden; und wird lichkeit im Jammerthal hienie⸗
in der Verheiſſungs⸗Zeit ſein den in der betruͤbten Zeit. So
groſer Nahm und Ruh ſich bleib ich dann beladen in mei⸗
weit ausbreiten. Das iſt das nem ſchweren Drang, muß
Erb, fo dem Geſchlecht verheiſ⸗ oft des Troſts entrathen, daß
ſen, fo hier ſchlecht und recht, Zeit und Weile lang.
und ſehr gering geacht. Nun 4. Doch weil in mich gedrun⸗
wird mit Wunder angeſchaut, gen vom Brunnen, der zum
wie fie daſelbſt von Gott er⸗ Heil aus GOttes Hertz ent⸗
baut, der ſie zu Ehren bracht. ſprungen, auch mir zu mei⸗
8. nem Theil: ſo werd ich wohl
Deer Schmertzen, den ich noch ſehen mein dürr und mag⸗
ſeide um GSttes wahre res Reiß gar ſchoͤn im Gruͤ⸗
Treu, benim̃t mich aller Freu⸗ nen ſtehen aufs Hoͤheſten Ge⸗
de, wie groß dieſelbe ſey. O heiß. .
wann des Leibes Laſten ich 5. Drum will den Jamer
antz entnommen waͤr! wie tragen in dieſer Sterblichkeit,
üſe koͤnt ich raſten im ſtillen weil nach den Trubſals⸗Ta⸗
riedens⸗Meer. gen ein Beſſers ift bereit: des
2. So aber bleibt mein Leibes bittre Drüfen, ſo hier
Schmertzen, der Drang laͤßt geſchencket ein, wird Gott
ſchwerlich ab: das Kraͤncken in noch wohl verfüfen mit vielem |
dem Hertzen wird waͤhren bis Freuden Bein. n
ins Grab: die Hoffnung beſſ⸗ 6. Wie koͤnte ſonſt ertragen
rer Zeiten ſchenckt wohl oft an⸗ der ſchwach und bloͤde Sinn,
ders eins doch ſind mir dieſe wann er von GOtt geſchla⸗
reuden nur bittrer Myrrhen⸗ gen, daß aller Muth faͤllt hin:
wann nicht ein Segen blieben
ein. ’
3. Weil nicht kan ſeyn ge⸗ von Gottes rründüchke |
3
431
die uns ins Hertz geſchrieben die Begierde hin, und breitet
durch ſeine Guͤtigkeit. aus die Haͤnde. Ach GOtt!
7. Diß iſt mein Brod der wann wird doch einft das Lin:
Seelen, faͤllts ſchon oft ſaur kraut abgemaͤht? |
und ſchwer; ſo kan ich doch er⸗ 4. Das uns den Weg ſo ſchwer
zehlen, was vor ein tiefes und ſauer macht im Gehen, oft
Meer, das man thut Liebe nen⸗ Todes⸗Bitteꝛkeit danebe ſchen⸗
nen, und von Gott in uns cket ein: daß in und auſer ung
fließt, die loͤſchet alles Brenen, faſt anders nichts zu ſehen, als
das unſer Leid verſuͤßt. was dem Geiſt bringt Nothu.
b 9. ſchwere Leidens⸗Pein. g
S Je Hoffnung trägt mich 5. Wie gerne moͤcht ich doch in
Thin, zur Freud, die dort voller Wuͤrde ſehen das Prie⸗
wird werden in ſener Ewigkeit, ſterlich Geſchlecht, das Gott
nach dem ermüͤdten Lauf; da ſich hat erwehlt: die Tag und
enden ſich die viel und mancher⸗ Nacht vor ihm in feinem Dien⸗
ley Beſchwerden, ſo oft den ſte ſtehen, und machen, daß noch
muͤden Geiſt im Gang gehal- viel den Seinen zugezehlt.
ten auf. 6. So wird der Schmertzen
2. Das lang verlangte Glück ſich, den Ehrifti Kirche traͤget,
wird endlich noch erwachen, durchs Hohen⸗Prieſters Amt
wann brechen wird herein, was und Lehre loͤſen auf: wann ſein
Gdtt vor uns erſehn: da er es Geſchlecht da ſteht, vor Gott
auf einmal wird alles anders des Altars pfleget, durch ihren
machen, und wir mit groſer Opffer⸗Dienſt das Rauchweꝛck
Freud aus unſerm Kercker gehn ſtelget auf.
3. Doch weil die Glaubens⸗ 7. Das braͤcht den Frieden ein,
Fahrt noch nicht iſt gantz zum der Chriſti Kirch erworben
Ende, und der ſo muͤde Geiſt oft durchs Hohen⸗Prieſters Blut,
hart im Klemmen ſtehtz ſtrockt fo er vergoſſen hat, da er zum
9 # Ber. Opffer
7
1 -
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1
2 N
43
2
Opffer ward, u. an dem Creutz das Bezaͤhmen des Schoͤpffets |
geſtorben, und ſelbſten hat er⸗ Macht, und laufft bald wieder
füllt den gantzen Gottes⸗Rath. ſeine Bahn. Man bringet Feu⸗
3. Wir ſehen zwar im Geiſt er aus der Erd, die doch von
den Himmel ſich bewegen, wo⸗ oben Speiß beſchert: Auch Sa⸗
durch ſich werden bald die Kraͤf⸗ phir findet man: und dabey
te theilen aus, die Gottes Geiſt Goldes⸗Staub wie Sand, den
in Krafft denfelben wird beyle⸗ Steig kein Vogel je erkannt,
gen, die da vereinigt ſtehn als noch funden ihre Bahn.
wie ein Gottes⸗Haus. 3. Die Wege, fo verborgen lie⸗
10 gen, hat nie ein ſtoltzer Sinn,
ob Cap: noch reiſſend Thier berührt.
Hiob Cap: . Man thut die ſtarcken Felßen
Es hat das Silber feine rügen, man graͤbet Berg um,
Gaͤnge; das Gold hat feinen daß Baͤche raͤus gefuhrt. Was
Ort, da man es ſchmeltzen thut. koͤſtlich ſieht das Auge an; man
Die Erd bringt Eiſen in der wehrt dem Strom, daß er nicht
Menge; aus Steinen ſchmeltzt kan fortſetzen ſeinen Lauf. So
man Ertz in heiſſer Feuers-glut. wird, was drinn verborgen
Man kan erforſchen auch die war, ans Licht gebracht und
End, fo denen Zünfternüffen offenbar, ſo folgt ein anders
find geſetzt, aufs euſerſt an. drauf. |
Auch Steine die im Dunckeln 4. Aber wo ſind der Weißheit
ſeyn, und Todes: Schatt ohn Wege? und wo iſt wohl die
Lichtes⸗Schein: findt man doch Statt, die dem Verſtand be⸗
ihre Bahn. reit, weil niemand weiß derſel⸗
2. Ein Bach bricht loß von ſet⸗ ben Stege, noch auch die Wuͤr⸗
nen Daͤmmen, daß man auch digkeit, ſo iſt auf ihrer Sa
keinen Fuß mehr dahin ſetzen Bey Menſchen⸗Kindern iſt ſte
kan. Faͤllt wieder weg durch nicht, auch in dem Dune
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ohne Licht, noch in dem tiefen aller Creatur.
Meer. Der Abgrund ſelbſt muß 7. Der Tod und das Verder⸗
Zeuge fiyn, daß ſie nicht bey ben ſprechen: wir haben ihr Ge⸗
ihm gangen ein, noch ſeye da ruͤcht mit unſerm Ohr ge⸗
umher. hört. Wann fie wird unſre
5. Man kan kein Gold um ſie Thorheit kaͤchen, iſt unſer Thun
hingeben, noch Silber waͤgen dahin und unfre Macht zerſtoͤrt.
dar, womit man ſie bezahl. Dann Gott allein weiß ihren
Auch Gold von Ophir wird Pfad, und kennet, was ihr wei⸗
nicht heben, wärs auch das fer Raht in ſich beſchloſſen haͤlt.
Koͤſtlichſte, und ſehr viel an der Danner ſteht aller Enden her,
Zahl. Berill, Saphir, Gold auf Erden und dem groſen
Und Cryſtall mag ihr nicht glei⸗ Meer, und auf der gantzen
chen uberall, ſolts auch das be⸗ Welt.
ſte ſeyn. Die ſchoͤnſte Kleinod 8. Da er dem Wind macht
un Geſicht, Ramoth und Gas fein Gewichte, und wog die
bis acht man nicht, daß ſie ſie Waſſer ab mit einem vollen
kauffen ein. Maaß. Da er dem Regen
6. Kein Perle iſt ihr zu ver⸗ macht die Richte: den Blitzen
gleichen, der Topaſier wird ihren Weg, die tief und boden⸗
nicht geſchaͤtzt, ihr gleich zu loß. Da hat er ſelbſten ſie er⸗
ſeyn. Das feinſte Gold wird ſehn, und ſie erwehlt, fuͤr ihm
nicht erreichen, daß es bring zu ſtehn (worzu fie auch bereit)
das Gewicht, wodurch man ſie u. durch geforſchet ihren Rath,
bringt ein. Ach! wo iſt dann der ſich vereint gefunden hat
der Weisheit Rath? und des mit Gott in Ewigkeit.
Verſtaͤndes Ruhe⸗ſtatt? wo 9. Der ſpricht zum Menſchen:
findt man ihre Spur? weil ſie laß dich lehren: die Furcht des
verborgen, was da webt, und Herren iſt Weisheit, Verſtand
hier auf dieſer Erden lebt bey und Ehr, und wer von Her⸗
ce Jiiz den
434
1JIö;é;ĩ5XãuS nmayesg
tzen fich thut kehren vom böfen in dich verſuncken, und als im
Weg, und folget meiner reinen Meer der reinen Lieb er⸗
Lehr. Der hat gefunden ihre truncken: wie biſt du mir ſo
Gaͤng, die Hoͤh, die Tiefe und wohl! wer fang errathen, wie
die Laͤng, und iſt berathen wohl. Gottes Gut fo reichlich mich
Dann in derſelben Unterricht, beladen. |
iſt weiſer Rath, was ſie auch 5. Wer dich beſitzt, O reiner
ſpricht, iſt alles Guten voll. Geiſt von oben! iſt ſtets in dei⸗
f 3 ner Wunder Kraft, erhoben.
Eden reiner Geiſt iſt von ſehr O Weſenheit! ich müßte gantz
hohem Adel, ſein gantzes vergehen, wann du nicht ſelbſt
Thun iſt lauter ohne Tadel: mich thaͤtſt in dich erhoͤhen.
er iſt vor GOtt auch in ſo ho⸗ 6. Wo alles iſt als wie zur
hen Ehren, daß er ihn laͤßt kein Aſchen worden, da lebt man in
Ding von ihm abkehren. des Geiſtes reinem Orden: ein
2. Ein kleines Kind, ſo die⸗ leerer Tand, und was ſich ſonſt
ſes Geiſts Geſchaͤfften theil- wolt blehen, muß weichen die⸗
hafftig wird in ſeinen Wun⸗ fen reinen Geiſtes⸗Wehen.
der⸗Kraͤfften: iſt hoch gelehrt, 7. Die Niedertracht iſt die⸗
den Gröften gleich zu achten, ſes Geiſtes Weſen: was Liebe
drum ſoll ja niemand dieſes hegt, iſt von ihm auserleſen.
Kind verachten. Wo Harmonie in geiſtlichen
3. O hohe Gnadl ſo ſelbſt von Geſchaͤfften, da laßt er ſpuͤren
Gott ertheilet, die alle Wun⸗ ſich in Wunder⸗Kraͤfften. a
den ſamt den Schmertzen hei⸗ g. Getheiltheit iſt bey ihm zum
let: nichts ſchoͤners iſt, nichts Tod erkohren, auch Zweyheit
lieblichers zu nennen, als wo werden muß als wie verlo⸗
diß Geiſtes⸗Feur thut ſtetig ren. Wann dieſes alles hin, iſt
brennen. . wie gefunden, wo dieſer reine
4. O reiner Glantzi ich bin Geiſt iſt mit verbunden. 4
9.
Se 1
9. Weg Bitterkeit, ſamt allen 14. Die Tauben Art, fo
argen Drüfen, du biſt von Gott man thut Einfalt nennen, das
und feinem Geiſt verwieſen: ich Wunder ⸗Kind von dieſes Get:
liebe nur, was Lauterkeit und ſtes Brennen, zeigt ſich gar
Leben, und was den Geiſt ſich Huld⸗ und liebreich im Geſich⸗
macht in GOtt erheben. te, in aller Freundlichkeit und
10. Wo Lauterkeit und reine reinſtem Lichte.
Liebe wohnen, Fan dieſer Geiſt 15. Da ſieht man anders
in feinem Tempel trohnen. nichts, als ſchoͤne Sachen, wer
Wer den nicht hat, iſt wie zum nicht aus Gott, thut einen
Tod erkohren, und muß zuletz⸗ Hohn draus machen. O wol!
te ſeyn als gar verlohren. wer dieſes Geiſtes Kind iſt
11. Wie lieblich laͤßts herge⸗ worden, kan ſtehn im aller⸗
gen ſich anſehen, wo dieſes rei⸗ reinſten Jungfraun⸗Orden.
nen Geiſtes Winde wehen: die 16. O reiner Geiſt! thu dich
Lauterkeit bleibt mir, was ich in uns verklaͤhren; thu deiner
erleſen, dieweil ſie dieſes reinen Tugend Kraft in uns vermeh⸗
Geiſtes Weſen. „ren: fo wird die Jungfrau⸗
132. Ein Hertze, fo erfährt ſchafft im ſchoͤnſten Weſen ſich
deſſelben Thaten, dem iſts zu zeigen ſo, wie du es ſelbſt erleſen
einem mal in GOtt gerathen: 17. Und ſind wir dann diß reis
wo dieſer reine Geiſt das Ru⸗ nen Geiſtes Kinder, ſo werden
der fuͤhret, wird Hertzens⸗Treu folglich dann wir auch nicht
und Lauterkeit verſpuhret. minder, nach ſeinem hohen Sin,
13. Die Jungfrauſchafft im reinſten Leben, ihm ohne
von Gott ſo hoch beliebet, er⸗ End und Zeit bleiben ergeben.
reichet nicht, wer dieſen Geiſt 12. 5
betruͤbet: wer aber ihn beſitzt Baruch 5. .
iu ſeiner Bluͤthe, iſt gantz Af⸗ Fache, dich, Jeruſalem, gantz
feeccten⸗loß, voll aller Güte. O ſehr, und ſieh den Troſt ge⸗
13 * Jiiz gangen
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438
— —
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gangen von deinem GOtt von F. Dann Gott wird dein
Morgen her, mit vielem ſchoͤ⸗ Herrlichkeit ſchnell laſſen offen⸗
nen Prangen: dann deine Kin⸗ baren, ſo weit der Himel ſich
der groß und klein, die von dir ausbreit, und wirſt mit Freud
weggefuͤhret ſeyn, kommen mit erfahren: daß dich Ott ſelbſt
großen Haufen. in Ewigkeit wird neüen Pre if,
2. Von Morgen und von Gottſeligkeit, Gerechtigkeit
Abend her, wie dir dein GOtt und Friede.
verſprochen, der dich wird laſ⸗ 6. Drum mache dich mit
ſen nimmermehr, weil deine Freuden auf, und tritt auf dei⸗
Sund gerochen: der, deſſen ne Höhe, Jeruſalen, merck
Name heilig ift, und was er eben drauf, und dich ſehr weit
ſagt, nicht mehr vergißt, wird umſehe: und ſchaue deiner
dich zu Ehren bringen. Kinder Zahl, wie ſie mit Hau⸗
3. Drum ziehe aus dein fen überall zu dir verſammlet
Trauer⸗Kleid, Jeruſalem, du werden. *
Liebe, vergeſſe der vergangnen 7. VonAbend und vonMor⸗
Zeit, und dich nicht mehr be⸗ gen an ſie kommen mit viel
krübe: zeuch an den Schmuck Freuden durch den, der alles
von deinem GOtt (in Herr⸗ ſchaffen kan, muß ſich ihr Lob
lichkeit) der deine Noth hat ausbreiten: weil ihrer wieder
ewig abgewendet. iſt gedacht von GOtt, der ſie 1
4. Zeuch die Gerechtlgkeit zuſammen bracht, zu ſeinen
nun an, die dir dem GOTT hohen Ehren.. 1
wird geben, und ſetzen auf die 8. Sie find zu Fuſe in viel
Ehren⸗Kron, die dich kan hoch Noth von dir hinweggetrieben; f
erheben: dann der, deß Name erhoͤhet bringet fie dein GOtt
ewig iſt, nunmehr gantz an⸗ zu dir nach viel Betrüben:
ders dir einmißt, ais in ver⸗ macht fie zu Egren allzugleich,
gangnen Zeiten. als Könige Kinder e
Ei eich
|
* 417
Reich, ſehr hoch in GOtt er⸗ du unfruchtbar warſt in den
haben. ; | vergangnen Zeiten: ruf laut
9. Dann Gott wird aller und jauchze hell wie die Po⸗
Berge Hoͤh niedrig machen u. ſaunen, ſetz Voͤlcker, Sprach
eben; die langen Ufer an der undLeushe in Erſtaunen. Dan
See, und Thaͤler gleich erhe⸗ die fonft einſam war, und nie⸗
ben: und machen eine ebne mal ſchwanger worden, breit
Bahn, daß Iſrael frey mans ihren Eaamen aus an allen
deln kan, und preiſen GOtt End und Orten.
mit Namen. i 2. So ſpricht der groſe HErꝛ:
10. Dann werden alle gruͤ⸗ es ſoll und wird geſchehen, daß
ne Waͤld und Baͤume geben man die Kinder dein wird al⸗
Schatten, wie es dem Hoͤch⸗ ler Orten ſehen: und ihre Zahl
ſten ſelbſt gefaͤllt, zur Ruh der wird groͤſer ſeyn zu nennen als
Abgematten. Da wird dann derer, die ſich thut zum Mañ
ſtete Wohlluſt ſeyn, wann bekennen. Drun thue deinen
Iſrael gegangen ein, wo es Raum in deiner Huͤtt erwet⸗
wird ſicher wohnen. ten, und deine Wohnungen
I. Drum Iſtael ſey Freu⸗ wie Teppich ſchoͤn ausbreiten,
S 8 Rolocke, ruͤhm und huͤpfe lohnen.
O cauf vor groſen Freuden, die * 4. Drum
|
|
*
— 1
|
1
F
den⸗voll, du biſt bey GOtt in 3. Dehn deine Seile lang,
Gnaden, er wird dich ſelbſt thu keinen Fleiß mehr ſpahren,
berathen wohl, und aller Sorg ſteck deine Naͤgel feſt, dann du
entladen: er wird dir reichlich wirſt bald erfahren, daß du aus
ſchencken ein Barmhertzigkeit, brechen wirft mit grofen Freu⸗
mit ſtetem Schein des Troſtes den, zur linck und rechten Seit
dich umgeben. dich weit ausbreiten: und wirſt
ee dein Erbe ſehn in wuͤſten Staͤd⸗
Be ten wohnen die Heiden, wo⸗
Jeſajaͤ Cap: 4. mit Gott dir wird zu Ehren
Drum foͤrchte dich nur nicht, Erbarmen faſſen.
du wirft nicht mehr zu Schan⸗ 7. Ob ich mich ſchon zur Zeit
den, werd ja nicht blöd, du ſolt des Zorns vor dir verborgen,
nicht mehr in deinen Landen den will ich um ſo viel mehr iñna⸗
Hohn deiner Veraͤchter um dich de vor dich ſorgen, ſpricht dein
fehen, noch deine Spotter ſehen Erbarmer, der dich nicht will
vor dir ſtehen: die Schande dei⸗ aa eee en
ner Jungfrauſchafft wird ſeyn, will umfaſſen. Und ſolches ſoll
vergeſſen: die Schmach von mir ſeyn, wie ich mit Eid ver⸗
deiner Witwenſchafft iſt wie ſprochen, daß nimmermehr die
verweſen. Erd durchs Waſſer werd gero⸗
5. Dann der dich hat gemacht, chen. i |
iſt ſelbſt dein Mann und Vater, 8. So hab ee geſchworn,
ein Maͤchtiger, deß Name hei⸗ dich nit mermehꝛ zu ſchelten,
ſet: ein Berather; und ein Er⸗ oder dich laſſen was in meinem
loͤſer, der ſich heilig nennet: den Zorn entgelten. Und obſchon
alle Welt vor ihren Gott bee Berg und Huͤgel ſollen weichen
kennet. Er hat dich im Geſchrey von ihrm Ort, wirſt du es doch
ſeyn laſſen Bab Zeiten, als ein erreichen: was dir mein Frie⸗
verſtoſen Weib voin Mann und dens⸗Bund in Gnaden hat ver⸗
allen Leuten. ˖ ſprochen, ſoll fallen nimermehr,
6. Als wie ein junges Weib, noch werden je gebrochen.
das ſehr betrübt zu nennen, wan 9. Du Elende, über die alle
es verlaſſen iſt, und niemand ſie Wetter gehen, u. du Tꝛoſtloſe ſolt
will kennen. Spricht nun dein nun bald mit Augen ſehen, daß
Gott (der dich hat angeſehen) deine Steine wie ein Schmuck
du ſolt nicht mehr betruͤbt und bereitet; dein Grund von Sa⸗
traurig gehen: ich habe dich ein phiren ſchoͤn ausgebreitet. Die
kleinen Augenblick verlaſſen; Fenſter von Cryſtallen hell und
nun aber will ich 17 mit viel klar zu ſehen; dir Thore von
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* 7
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2 439
Rubinen ſchön da follen ſtehen. wirft du im Gericht durch mei⸗
10. Und alle deine Grentze von nen Geiſt verdammen.
erwehlten Steinen, und dei⸗ 13. Das iſt das Erbe derer
ner Kinder gantze Zahl (ohn Knechte, die des HErren: die
Schein und Meinen) ſollen ge⸗ feine Macht erhoͤhn, und ſeinen
lehrer ſeyn vom HErrn, dane⸗ Ruhm vermehren. Gerechtig⸗
ben will Frieden ich in ihren keit und Schmuck iſt ihre Kro⸗
Grentzen geben. Du ſolt nun ne, die er zur Letze gibt zum vol⸗
durch Gerechtigkeit bereitet weꝛ⸗ len Lohne. Diß iſt ein wahrer
den, kein Schrecken ſoll dich Eid, den er hat ſelbſt geſprochen,
treffen mehꝛ nach de Beſchwerdẽ drum wird er auch in Ewigkeit
IT. Es wird dich kein Gewalt nicht mehr gebrochen. |
noch Unrecht mehr umſtellen; . 14
und ob fie ſich ſchon alle rotten N e
dich zu fällen, werden fie doch Jeſaiaà Cap: ır.
an dich nicht koͤnnen kommen, G Eh auf, du edles Reiß, von
weil es ohn meinen Rath iſt Y Iſai eutſproſſen, und brin⸗
fuüͤrgenom̃en. Und blaͤßt man ge deme Frucht aus deiner Wur⸗
ſchon das Feuer auf, ein Zeug tzel Safft, damit der Geiſt des
zu machen; ſchaff ich es doch, HErrn auf dich werd ausge⸗
wie es ſoll gehn in deiner Sa⸗ goſſen, 11 koͤnne ruhn auf dir
chen. Wie 4 mit ſeinek vollen Krafft. Der
12. Siehe, ich ſchaffe es, daß Weisheit Rath, Staͤrck und
der Verderber tichte Verderben, Verſtand wird ihm von Gott
danut ich fein Thun und Tand ſeyn zugewandt, Erkaͤnntnuß,
zernichte. Dann aller Zeug Furcht des Herren: nach der
ſo iſt, um dich zu draͤngen, dem wird riechen er allein, und wo
ſoll es nimmermehr an dir ge⸗ die wird zu finden ſeyn, wird er
lingen: und alle Zungen, wel⸗ ſich hin zu kehren.
che wider dich anflanımen, die 2 Er wird nicht richten nur,
n Kern; oe
**
449 2
wie ſeine Augen ſehen, noch werden beyſammen liegen! ſo
ſtrafen, wie es wird mir Ohren daß mau noch dabey wird mit
angehoͤrt; ſondern wird un Ge⸗ viel Wunder ſehn den Loͤwen
picht den Arm ſelbſt beyſtehen, zahm und gautz gelind: dabey
und ſtrafen die in Gut, ſo elend Stroh eſſen, wie ein Rind. Ein
nud beſchwert. Er wird mit Saͤugling wind bejahe, daß ihm
ſeinem Stab die Erd ſchlagen, ein Luſt bey en Ottern ſey, und
damit ein Ende werd dem ein Entwehnter wird gantz
Greuel der Gottloſen. Er wird frey zum Baſilisken nahen.
mit ſeinem Athem den Gottlo⸗ „Daf man wiꝛd niꝛgends mehꝛ
fen toͤdten und verwehn, wie es verletzen noch verwunden: auf
fein Rath beſchloſſen. meinem heil gen Berg iſt Si⸗
3. Gerechtigkeit wird ſeyn die cherheit umher: weil das Er⸗
Gurt an feinen Lenden: Wahr⸗ kaͤnntnuß ſich hat aller Orten
heit wird ſeyn die Gurt in ſei⸗ funden, und ſich ausbreitet
ner Nieren Seit. Die Woͤlfe weit, wie Waſſer übers Meer.
werden ſich hin zu den Line Und wird geſchehen zu der Zeit,
mern wenden, und ihnen woh⸗ daß man wird ſehen weit und
nen bey, ohn allen Streit und breit Iſai Wurtzel ſtehen zum
Neid. Die Pardel werden, oh⸗ 0 aller Voͤlcker Heer, die
ne Scheu, den Boͤcken friedlich ſich von allen Orten her werden
liegen bey: daueben wird nach ihr umſehen. 1
man ſehen, ein kleiner Knab 6. Und feine Ruhe wird ſeyn
wird Loͤwen mit Kälber und Herrlichkeit im Siege, und
Maſt⸗Vieh in viel Fried voꝛ ihm wird zur ſelben Zeit der HErr
her machen gehen zum andern mal ausſtrecken
4. Auch Küh und Bären wer⸗ feine Hand, daß er fein Volck
den ſich zuſanunen fügen, auf erkriege, fo überblieben iſt von
einer Weide gehn, daß ihre jun Voͤlckern überall. Aſſirer Pas
gen ſchoͤn in Einigkeit und dried tros und die Schaar in 0
ai: A | renland
*
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441
— — —
renland und Sinear, Egypten ten lohnen.
und daneben Hamath und Ela⸗ 5. Edom und Moab wird die
miter Heer, und von den In⸗ Re fehniegend falten, die
ſuln in dem Meer, wo ſie zuvor Kinder Ammon auch, werden
ergeben. gehorſam ſeyn, Der HERR
7. Und wird ein hell Panier wird ſelbſt den Strohm des
aufwerfen untern Heiden, daß Meers laſſen veralten, der um
die verjagten allzuſamen heim⸗Egypten her, und Ehre legen
gebracht. Und die Zerſtreue⸗ ein. Und ſeine Hand wird ſehr
ken in Juda wird er weiden: u. geſchwind fahren mit feinem
ringen all zu Hauff durch ſeine ſtarcken Wind, die ſieben
Wunder⸗Macht. Von Mor: Ströme ſchlagen, daß man da⸗
gen, Abend, Mitternacht und durch wird koͤnnen gehn mit
Mittag wird zu Hauffen bracht Schuhen und gantz unverſehn
Juda mit den Geſchlechten. Laͤſte hinüber tragen.
Der Neid, ſo wider Ephraim 10. Diß iſt und heißt die Bahn
iſt aus, fo daß die beyde Staͤm dem Volck, ſo uͤber blieben (und
nicht mehr ziehn aus zu rechten. heißt des HErren Erb, das nach
8. So daß Ephraim wird Ju⸗ Ihm iſt genannt) von Aſſur,
da nicht mehr bekriegen; und wie zur Zeit, da ſie in Eil ver⸗
Juda Ephꝛaim anfeinden mim⸗ trieben, und mit ſehr groſem
mermehr, dagegen werden fie Raub ziehn aus Egypten⸗Land
2 auf dem Halſe liegen der 15. 5
boͤß Philiſter Rott und ihrem Pfalm. 68.
gantzen Heer, ſo gegen Abend G O T ſtehe ſelber auf: laß
ziehen auf, und ſich ſo gleich zu deine Wunder ſehen: zer⸗
jenein Hauff, die gegen Morgen ſtreue deine Feind, mach deine
wohnen, und ſie berauben, daß Haſſer flieh n. Vertreibe fie,
jhr Heer ſich wird erheben nim⸗ das fie wie Rauch im Wind
mermehr, noch ſich mit Beu⸗ vergehen: wie Wachs im Feuer
1 ek: ſchmeltzt
42
442% |
4 2 X
ſchmeltzt ohn einiges Bemuͤh' n. ren den Hunger nagen, beiſſenz
So müſſen kommen um die ihm abtrüͤnnig ſeynd wor⸗
die Gottloſen fiir GOtt, die dir den in feinen Bund. Gott!
zuwider ſeynd und treiben ihren da du zogſt einher vor deinem
Spott. ' Volck mit Pracht, lieſt in der
2. Dagegen muͤſſen ſich all die Würten ſehn dein groſe Wun⸗
Gerechten freuen, u. froͤlich ſeyn der⸗Macht:
für GOtt, von Hertzen ſeyn bee F. Da bebete die Erd, und dei⸗
reit. Lobſinget froͤlich Ott, ne Himmel troffen vor dir in
lobſinget ihr Getreuen: lobſin⸗ Sinai; der du Iſraels GOtt.
get ſeinem Nam, der hoch zu Auch gabeſt du zur Zeit, in dem
jeder Zeit. Macht Bahn dem, fie auf dich hoffen, ein fanfften
der einher geht ſanfft, gelind u. Regen hin in ihrer groſen Noth.
mild, und freuet euch fur ihm: Und dein verſchmachtet Erb,
weil er der Frommen Schild. das duͤrr, erquickeſt du: daß
3. Er heiſet ſelbſten HErr: u. deine gantze Schaar drinn woh⸗
thut ſich Vater nennen der nen kan in Ruh). |
Waͤyſen und dabey der Wit⸗ 6. Gott labet mildiglich die
wen Unterricht. Er iſt ein ſol⸗ Armen undEElenden, theilt feine
cher GOtt: wo man ihn thut Güte aus, ſpeißt ſie mit ſeinem
bekenen, hat er ſein Heiligthum Gut. Der HErr wird nun ſein
u. Wohnung aufgericht. Ein Wort mit groſer Schaar aus⸗
Gott der Einſamen: die von ſenden; die gute Bottſchafft
ihm ſo geliebt, daß er ihn auch wird den Voͤlckern machen
zuletzt das Haus voll Kinder Muth. Die Koͤn ge muſſen
gibt. 1 fliehn, und ziehn nicht wieder
4. Die ſo gefangen und, und aus: und die zu Hauſe blieb,
doch die Seine heiſen: die fuͤhrt den Raub wird theilen aus.
er ſelber aus zur rechten Zeit u. 7. Wenn ihr zu Felde liegt, ſo
Stund. Und laͤßt die Ande⸗ glänzt in euren Nahe DR
— —
443
Gold⸗ und Silber⸗Schein wie ro. Damit du, O HEr:GOtt!
Tauben⸗Flügel ſchoͤn: und da auch kanſt daſelbſten wohnen;
der Maͤchtige thaͤt Könige zer⸗ gelobet ſey dein Nam, der uns
ſtreuen, da wareſt du Schnee⸗ zu jeder Zeit, wann du auflegſt
weiß auf Zalmon anzuſehn. ein Laſt, uns thuſt mit Güte
Der Berg Gottes bleibet, iſt lohnen: daß wir ſehn deine
fruchtbar lieblich ſchoͤn: was Hilf und groſe Freundlichkeit.
huͤpffen Huͤgel dann und Berg, Wir haben einenc Ott, der hel⸗
dit nicht beftehn. fen kan aus Noth: und einen
8. Dann GOtt hat Luſt allein HErrn, der uns erretten kan
auf dieſem Berg zu wohnen: vom Tod.
der Herr, fo ewig iſt, hat ihn 11. GOtt aber wird den Kopff
darzu erwehlt. Der Wagen der Feinde gar zerſchmeiſſen, u.
Gottes, wo Gott ſelbſt thut Haarſcheidel, der fort in ſeinen
innen thronen, iſt tauſend tau⸗ Suͤnden faͤhrt. Doch ſpricht
ſend mal mit Thronen her um: der HErr: ich will aus Baſan
ſtellt. Daſelbſten iſt der HErr kommen heiſen etliche, die ſehr
auch mitten unter ſie, da er ſein fett zur Schlachtung ſich ge⸗
Wohnung hat im heil gen Si⸗ naͤhrt: auch will ich etliche noch
nai. gu mir hohlen her vom Ende al⸗
9. Da biſt du, als ein Held hoch ler Welt, und aus dem tiefen
in die Hoͤh gefahren: und das Meer. 0
Gefaͤngnuß ſelbſt gefangen ein⸗ 12. Drum wird dein Fuß im
efuͤhrt. Da wurden hoch er⸗ Blut der Feind gefaͤrbet wer⸗
reut, die ſonſt gefangen waren, den; und deine Hunde ſind vom
weil ſie zu ſeiner Zeit durch dich Blut derſelben ſatt. Da ſah
find ausgefuͤhrt. Auch die Ab⸗ man deine Gaͤng, O GOTT!
truͤnnigen, und dabey noch ver⸗ vor deinen Heerden, wie du da
boßt, hat deiner Gaben Fuͤll gehſt einher ins Heiligthumes
dennoch daraus erloͤſßt. Stadt. Da zeuchſt du ſchoͤn
Be y net: einher
4+4+
5 2 0 Au \ WERE. .
einher in deinem Pracht und füllen; treib fie mit Stangen
Ruhm, daß deiner Ehre voll weg, verſtoͤre ihre Ruh. Der
dein gantzes Heiligthum. Ochſen mit Kaͤlbern, der Voͤl⸗
13. Da gehn die Sänger mit cker allzumalz treib alle von dir
vorherin groſen Ehren, darnach weg, laß koimmen ihren Fall.
die Spielleuth, die unter der 16. Den, der ſich niederwirfft
Jungfraun⸗Zahl, die alle mit bey Gold und Silber⸗Stuͤcken,
diel Freud des Höͤchſten Ruhm und bäfet ſelbe an, als ſeiner
vermehren, jene mutdol geg Finger Werck. Die Voͤlcker,
und die mit Paucken⸗Schall. die da Luft zum Krieg, wirſt
Lobt alle unſern GOtt in du wegruͤcken, und ſie verſtoͤren
den Verſammlungen, die aus gar durch deine Macht und
Iſraels Baum entſproſſen und Staͤrck. Egypten kommt zu
erſehn. * dir, die Fuͤrſten find in Nothz
14. Der kleine Benjamin wird auch Mohren⸗Land ſtreckt aus
da mit Pracht erſcheinen, und die beyde Hand zu GOtt.
feine Herrſchafft ift die hoͤchſt 17. Kommt aller Orten ber,
im Koͤnigreich, Der Fuͤrſten ihr Königreich auf Erden lob⸗
Juda Schmuck wird in Pur⸗ ſinget dieſem GOtt, lobſinget
pur erfcheinen ; die Fuͤrſten Se: ihm mit Macht. Der auf den
bulon und Naphthaly zugleich. Himmeln faͤhrt, laßt hell und
Dubhaſt gerichtet auf, O Gott! lichte werden, und iſt von An⸗
dein Reich mit Pracht; daſſel⸗ begin inſeinem ſchoͤnen Pracht.
be ſtaͤrccke uns dunch deine Wun⸗ Sein Donner wird gehoͤrt mit
der⸗Macht. | ſtarcker Stimm und Schall,
15. Die Koͤnge werden dir um daß in viel Furchten ſtehn die
deines Tempels willen von al⸗ Voͤlcker überall, 4
en Orten hei Geſchencke fuhren 18. Gebt unſerm GOtt die
zu. Schilt eins das Thier im Macht und Herrlichkeit dane⸗
Rohr, die Rott, die nicht zu ben, die er in Iſrgel 1
#45
nung aufgericht. Auch ſteht Gebeine find verbrandt, ver⸗
man feine Macht mit auf den trocknet, wie ein duͤrres Land.
Wolcken ſchweben, da jede in 3. Mein Hertz iſt in mir gantz
der Eil ſeinen Befehl ausricht. zerſchlagen, wie Graf verdorꝛt
Gott du biſt wunderbar in dei⸗ in heiſſen Tagen daß ich ver⸗
nem Heiligthum, weil da erha⸗ geſſe auch mein Brod zu eſſen in
ben iſt dein Nam und groſer fo vieler Noth.
Ruhm. 4. Mein Fleiſch klebet an den
19. Dubiſt GOtt Iſrael, und Gebeinen für Seufzen und
wirſt dabey noch geben, daß klaͤglichem Weinen: ich bin ei⸗
man dein groſe Macht wird an nem Rohr⸗Dommel gleich, in
den Voͤlckern ſehn: und wirſt Wuͤſten hin und her verſcheucht
ſie allzumal mit Sieges⸗Kraft 5. Gleichwie ein Kaͤutzlein in
erheben, daß ſie mit Herrlichkeit den Staͤdten, ſo ſind verſtoͤret,
und groſen Freuden ſtehn. Und ſich muß retten: fo muß ich auch
ruffen aus (weil ſie befreyt von geachtet ſeyn von dem, der zu
aller Noth) gelobet ſey der mir gehet ein. 8
Heir, der groſe Wunder- 6. Ju Nacht und Tag ich ine:
Gott. mer wache, gleichwie ein Vo⸗
16. gel auf dem Dache: der einſam
Pſalm. 102. und verlaſſen ſehr, und niemand
Err höre mich, dann ich ihn will kennen mehr.
H will baͤten, hoͤr mein Ge⸗ 7. Dann meine Feinde, die
ſchrey in meinen Noͤthen: merck mich ſchmaͤhen in meinem Leid
doch auf meines FlehensStim, und vielen Wehen: die ſchwe⸗
und mein Gebaͤt zu Ohren ren wider mich zur Zeit, mir
nimm. | anzuthun viel Herkenleid.
2. Dañ meine Tag ſind ſchnell 8. Mein Brod, das man mir
vergangen, gleich wie ein Rauch gibt zu eſſen, wird mir mit A⸗
bey ſo viel Drangen, und mein ſchen en einer
5 | mit.
446 |
mit Weinen ift vermengt, der allzuſamen; und aller Koͤn ge
mir wird taͤglich eingeſchenckt. hoher Pracht hoch ehre deine
9. Wenn mich ſolt deine Huͤlfe Wunder⸗Macht. <
decken, muß ich vor deinem 15. Die Huͤlffloß und ver⸗
Zorn erſchrecken: du hebſt mich laſſen ſtehen, die laͤßt er ſeine
auf, und wirffſt mich hin, Wunder ſehen: verſchmaͤhet
das ſchmertzet den betruͤbten nicht des Armen Rath, der kei⸗
Sinn. nen Troſt noch Helffer hat.
10. Dann meine Tag ſind 16. Diß wird man in die Rol⸗
wie ein Schatten verſchwunden leſchreiben, damit es fuͤr u. für
und all meine Thaten: mein mög bleiben zum Wunder den
Leben iſt verdorret gar wie Nachkommen ſtehn, und alſo
Graß, das abgemaͤhet war. Gottes Macht erhoͤhn. .
11. Du aber, HErr, thuſt 17. Er ſchaut von feiner heil⸗
ewig walten, und deine Jahr gen Hoͤhe, vom Himmel her,
ſind ohn Veralten: dein Buͤte daß er anſehe den Elenden, der
waͤhret ſtets bey dir, und ohne Rath, und nirgends kei⸗
dein Gedaͤchtnuß fur undfür. nen Helffer hat. 1
12. HErr ſchaffe Huͤlff mit 13. Daß er errett, die hart
deinen Armen, thu deines Zi⸗ gefangen, und zu ihm ſchren
ons dich erbarmen: dann es iſt in ihren Drangen: und ma⸗
Zeit, daß du fiehft drein, damit che loß ſchnell und behend die,
bald deine Huͤlff erſchein. ſo Kinder des Todes ſind.
13. Dann deine Knechte ſtehn 19. Daß ſie zu Zion mit viel
in Drangen, und ſehnen ſich Freuden den Volckern deinen
in viel Verlangen: daß man ſie Ruhm ausbreiten: und in Je⸗
möcht erbauet ſehn, und ihre ruſalem mit Schall dein Lob
Mauren fertig ſtehn. ausbreiten all zu mall.
14. Damit die Heiden deinen 20. Wann alle Voͤlcker auf
Mamen fürchten und ruͤhmen der Erden daſelbſt e 5
such oinmen
; 447
kommen werden: und alle Koͤ⸗ Jeſaja 49.
nigreich darzu dienen dem E Oeret mir zu, ihr Inſulent
HErzn in ſtoltzer Ruh. ſpricht der HErꝛ von Kraft
21. Er thut verkuͤrtzen mei⸗ und Staͤrcke: ihr Voͤlcker in
ne Tage, drum ich in viel Be⸗ der Ferne fehet und merckt auf
trübnuß ſage: mein GOtt! feine Wercke. Der HErꝛ hat
nimm mich nicht vor der Zeit meiner ſchon gedacht, eh ich in
hinweg in meiner Nichtigkeit. Mutter⸗Leib erwacht, u. noch
22. Dann deiner Jahre iſt war unbekannt: er hat mir
kein Ende, du haſt geſetzt der meinen Mund bewaͤhrt, ge⸗
Erde Gruͤnde: die . ſchaͤrfft wie ein zweyſchneidig
deiner Finger Werck, ſind Zeu⸗ Schwerdt durch ſeine ſtarcke
gen deiner Krafft und Staͤrck Hand.
23. Dennoch werden ſie 2. Mit ſeinem Schatten hat
ſchnell vergehen; du aber blei⸗ er mich wie mit einem Schild
beſt ewig ſtehen: ſie werden, bedecket; er hat mich, als ein n
wie ein alt Gewand, verwan⸗ ſcharfen Pfeil in feinen
deln ſich durch deine Hand. Koͤcher geſtecket, und ſpricht zu
24. Du wirſt fie wie ein mir: du biſt mein Knecht If
Kleid umwenden, wann ihre rael, der mir ſchaffet recht, und
Tag und Jahr ſich enden: du giebet ſteten Preiß: doch dach⸗
aber bleibeſt, wie du bift, und ke ich: es ſey umſonſt, mein Ar⸗
deine Jahr zu jeder Friſt. beit waͤr ein leerer Dunſt; obs
25. Die Kinder deiner Knech⸗ ſchon auf fein Geheiß.
te eben, die werden in die Laͤn⸗ 3. Und meine Sache waͤr des
ge leben: ihr Same und Ge HErꝛn, weil er mich ihm ſelbſt
ſchlecht bey dir wird ſtehen blei⸗ erkoren, und daß inein Lohn
ben fuͤr und fuͤr. bey ihm wird ſeyn, und nim̃er
Bi) 7 gehen verloren. Und nunmehr
> 17. ſpricht der HErꝛ, der mich von
a LI Mutter⸗
448 N
Mutter⸗Leib bereit, daß ich des HErꝛen Lob zu vermehren.
Jacob bekehren ſoll zu ihm, Diß iſt dein Ruhm, ſo dir ver⸗
„nis eine Schaafe⸗Heerd, daß heißt, der in Iſrgel heilig heißt,
er nicht weggeraffet werd; ſon⸗ und dich erwehlet hat. So
dern des Guten voll. ſpricht der HErꝛ: ich hab
4. Drum bin ich herzlich vor bereit gehoͤrt dich zur gnaͤdi⸗
dem HEIM geachtet und hoch gen Zeit, nach meinem weiſen
erhaben, weil er mit hoher Rath. vi
under Kraft mich dabey 7. Und habe dir am Tag des
thut ſtetig laben, und ſpricht: Heils geholffen, und be huͤtet
es iſt gering und ſchlecht, daß dich, und dich zum Bund
du erwehlek als mein Knecht, des Volcks geſtellt, daß durch
die Staͤmm zu richten auf Ja⸗ dich werde aufgericht das Land,
cobs, der vor zerſtreuet war, und nehmſt die Erbe ein, die
und die verſchloſſen in Verwahr vor fo lang verſtoͤret ſeyn, zu
werden gebracht zu Hauf. ſagen: kommt heraus, was vor
5. Ich habe dich auch noch ge= ſo lang gefangen war, im Fuͤn⸗
macht, daß du ſeyſt das Licht ſternuß verſchloſſen gar: die
der Heiden, damit durch dich harte Zeit iſt aus. re
in aller Welt mein Heil ſich 8. Daß fe am Wege ſich
koͤnne ausbreiten. So ſpricht weiden, und in aller Fuͤll ſich
der HErr, der dich erloͤßt, und laben; auf allen Huͤgeln hin
Iſrael ſo reich getroͤſt, zu dem und her ſuf und gute Weide
derachten Mann, zu dem, der haben. Weder des Durſts
aller Greuel iſt, und jederman noch Hungers Pein bey ihnen
ihm Leid einmißt, weil ers wird zu ſehen ſeyn, noch heiſſer
nicht helffen kaçan. Sonnen -Stich: dann ihr Er⸗
6. Auch Koͤnige die ſollen barmer fuͤhret die zum Lebens⸗
ſehn, dabey ſtehen dich zu ehren, Waſſer, damit fie daſelbſt er⸗
und Fuͤrſten werden baͤten an, erquicken ſich. | Br =
ene 1455 9. Ich
”-
* 1 1
1
Lo
9. Ich will (ſpricht er) all mal verſchwinden.
meine Berg zu ebenen Wegen 2. Mein Laufen iſt gethan, ich
bahnen, und meine Pfade ſol⸗ geh in fanfften Schritten, fo
len auch erhaben ſeyn allen de⸗ bleibt mein Helfers⸗Mann mir
nen, die da kommen von Fer⸗ ſtets in meiner Mitten. Iſt
ne her, von Mitternacht und hoher Muth ſchon hin, die
von dem Meer zu meiner Herzꝛ⸗Juͤnglings⸗Krafft verſchwun⸗
lichkeit. Auch dort vom Lan⸗ den, ſo iſt ein beſſer Gut doch
de Sinim her wird ſammlen nun in GOtt gefunden.
ſich ein große, Heer in der Erf⸗ z. Die Hoffnung iſt mein
quickungs⸗Zeit. Stab, worquf ich mich thuleh⸗
10. Jauchzet, ihr Himmel, nen; des Geiſtes reiche Haab
über dem, das ich alsdann find oft viel bittre Thraͤnen.
ſchaffen werde: lobet, ihr Ber⸗ So wird der müde Gang mit
e, frolocket mit Jauchzen, Gottes Troſt erfüllet, wann ſei⸗
reue dich, Erde, dann ſelbſt ne treue Gunſt mir aus dein
der Her Kin Volck erlöͤßt, u. Hertzen quillet.
ſie ſo reichlich hat getroͤſt, daß 4. Was weiters mir zu thun,
ſie ſehr hoch erfreut. Die lang ſo will von groſer Muͤde gantz
im Elend mußte gehn, thut ſtille ſeyn und ruhn in Gottes
Gott in Gnaden nun anſehn: Gnad und Guͤte: die wird den
O lang erwuͤnſchte Zeit. bloͤden Sinn mit hoher Krafft
. bereichen, daß ich in Ewigkeit
H bin ein Wander⸗Gaſt, werd nimmer von ihm weichen.
5 hab wenig Freud auf Er⸗ 5. Sonſt gehets ſachte hin, bey
den, mein Ziel iſt abgefaßt, was den betruͤbken Zeiten zur ſtillen
mir aldort wird werden. Der Ewigkeit, die wird die Eng er⸗
müde Lebens ⸗Lauf wird feine weite: da iſt der lange Schmeꝛtz
Zeit ſchon finden, wo mein fo zu einem mal verſchwunden,
langer Schmertz wird auf ein das ewig bleibend Gut in ſtil⸗
1 LI | lex
*
8
|
|
9
4509
ler Ruh gefunden. mirs hinweg nehmen: dann
6. Diß iſt der ſüſſe Troſt, der viele Stricke fie mir umher
mir ins Hertz geſchrieben, drum legen, wo ich hingehen muß
werd in Ewigkeit nicht hören auf meinen Wegen.
auf zu lieben. O theure Gottes⸗ 3. Schau ich zur Rechten
Lieb! thu mich doch ſelbſt be⸗ her, die fromm zu nennen, da
kleiden, und bring mich an den thut mich weder Freund noch
Ort der lang erwuͤnſchten Bruder kennen: dann wo ich
Freuden. meine Zuflucht auf thaͤt ſtellen,
7. Ach] wie bin ich fo mud der die ſuchten meine Seel ins
lang und rauhen Wege: Ach! Netz zu fallen. ö
wann wird Gott mein ſelbſt 4. HEr, zu dir ſchreye ich,
einmal im Schooſe pflegen: ſo und thue ſagen: du bift mein
wär ich ſelig dann, nach ſo viel Zuverſicht in meinem Zagen:
langem Hoffen, und hätt auf mein Theil im Lande derer,
dieſer Bahn, mein rechtes Ziel die dir leben, merck auf zu
getroffen. meiner Klag u. Hertzens⸗Bebk.
19 5. Dan ich bin ſehr gering u.
0 duͤne worden, Verfolger mich
Pſalm 142. umgeben aller Orten: die mir
J CH ſchreye, HErꝛ, zu dir zu mächtig find auf allen Sei⸗
J mit meiner Stimme, ich ten, drum hilff, O HErz! in
flehe, Herz, zu dir, O Her den betrübten Zeiten. |
vernimme: ich ſchuͤtte aus Be⸗ 6. Fuͤhr meine Seele aus des
kuͤmmernüß der Seelen, und Kerckers Proben, damit ich
thu ihm alle meine Noth er⸗ deinen Namen koͤnne loben: ſo
ehlen. werden ſammlen ſich zu mir die
2. Dann wann mein Geiſt Frommen, weil du mir thuſt
in Aengſten und in Graͤmen, ſo wohl, daß es gelungen.
nimmt er ſichs an, und thut 1
MR N Pſalm
451
20, ſich, hee wet .
5 und pred’gen von de rren
Pfalm az. groſen Namen. |
M Ein Geiſt iſt Hoffnungs⸗ 5. Da wird man noch daneben
voll erfreut auf die folang ſehn zwölf Stühle ſchöͤn berei⸗
erwünſchte Zeit, die mir von tet ſtehn, die zum Gericht der
Gott geredet worden: daß wir zwoͤlff Geſchlechte: drauf wer⸗
bald werden allzumal mit gro⸗ den ſitzen allzuſamm die zwoͤlff
ſer Freud und Jubel⸗Schall Apoſtel, die dem Lamm gefol⸗
eingehen zu des neuen Tempels get u. nun find zu ſeiner Rechten
Pforten. a 6. Als Fuͤrſten und als Koͤni⸗
2. Dan wird man groſe Wun⸗ gel nebſt dem, fo wohnet in der
der ſehn, wann unſte Fuͤſe wer⸗Hoͤh) die Staͤmm und Erden⸗
den ſtehn in Jeruſalems güld- Krayß zu richten. Dann wird
nen Thoren: die Tag u. Nacht die alte Welt vergehn, der Voͤl⸗
ſtets offen ſeyn, und kein Unrei⸗ cker Rath wird nicht beſtehn,
nes gehet ein, ſondern nur was weil ihr Gericht wird all ihr
ſich G Ott ſelbſt hat erkoren. Thun zernichten.
3. Jezuſalem, du guͤldne Stadt! 7. Wohl dem, der hat Jeruſa⸗
die GOtt fo ſchoͤn erbauet hat, lem gewuͤnſchet Glück, daß ihre
daß ſie wird bleiben ewig ſte⸗ Staͤmm gebracht hinauf zu
hen: die Voͤlcker werden allzu⸗ dieſen Ehren: und die dich lie⸗
mal durch deiner zwoͤlfen Tho⸗ ben gleicher Weiß, die kommen
re Zahl mit Wonn und Jubel⸗ auch zu ihrem Preiß, wo man
Freud zu dir eingehen. thut ſtets des HErren Lob ver⸗
4. Dann wird man in Erſtau⸗ mehren.
nen ſtehn, wann man die Wun⸗ 8. Es muͤſſe Friede ſeyn bey
der an wird ſehn, da die zwoͤlff dir in deinen Mauren für und
Staͤmme alzuſammen hoch fuͤr, und Heil in deiner Stadt
preiſen deſſen hee 9 Pallaͤſten. Die dir ae
Mir g RF e weſen
4444414444443 41%
45%
—— —— — —jä——
*
weſen gram, die werden nun⸗ Lammes Ritterſchafft, fo hat
mehr aͤllzuſam unter der Dei⸗ geſieget in der Krafft, daß feine
nen Fittigen ſanfft raſten. einde find vor ihm umkomen.
9. Hie Voͤlcker alle ſtehn be⸗ 13. Mun wird der Drach die
rett, daß ſte an deiner Herrlich alte Schlang (das uns ſo oft
keit und Schöne ſich ohn End gemachet bang) gefangen und
erfreuen. Dann GOtt iſt ſelbſt ſehr hart gebunden in Abgrund,
in deiner Mitt, und ſchaffet dei⸗ wo viel ſchwere Pein ihm wird
nen Graͤntzen Fried, weil er ohn Maaß bereitet ſeyn, weil
thut alles gantz in dir verneuen. JIEſus und fein Heer hat uͤber⸗
10. Um meiner Brüder allzu: wunden.
mal, Apoſtel und Propheten 14. Diß wird dann waͤhren
Zahl, und aller treuen Freunde tauſend Jahr, daß er, und ſei⸗
willen wuͤnſch ich dir Segen, ne gantze Schaar, ſehr hart ge⸗
Fried und Heil, ſo komm ich fangen werden liegen. Nach⸗
auch zu meinem Theil, und hel- dem wird er zum letzten mal
fe mit dein Lob ohn End er⸗ einholen ſein Gericht und Fall,
fuͤllen. wann ihn GO TT ſelbſt vom
11. Dann um des Herren Himmel wird beſiegen.
Haus und Stadt, die er ſo ſchoͤn 15, Damuß er in dein Schwe⸗ |
erbauet hat, will ich dir ſtetig fel⸗Pful, ſamt feiner falſchen
Heil zulegẽ:u meine tieue Dien⸗ Laͤſter⸗Schul, viel lange Ewig⸗
ſte thun, daß ich auch koͤnne in keiten baden: da dann ein jeder
dir ruhn, im Frieden, den du ſeinen Lohn empfangen wird,
wirſt daſelbſt zulegen. wie er gethan allhier, und ſich
Aus Offenb: 19 und 20. nicht wollen laſſen rathen.
Nun freue ſich das gantze Heer, 16. Nun ſiehet man im Geiſte
die dort auf weiſſen Pferdten ſchoͤn Himmel und Erd erneu⸗ N
her zur Zeit des groſen Streits et ſtehn, weil nunmehr iſt vor⸗ 1
mit kommen. Ihr ſeyd des bey gegangen die a eee 15
. 5 em
9
7
2
1
453
ihrem Schein, die nun wird deine Duͤrſtige, und deinem
gantz vergeſſen ſeyn, dieweil ein Dienſt Ergebene; traͤnck uns
andre nun hervor thut prangen in unſrer Bitt am Brunn des
17. Nun ſiehet man die ſchoͤne Lebens. \ |
Sta t, die GOtt ſich felbftere 21. So wird uns noch in
bauet hat, in kuͤmmerlicher unſerm Band dein treue Huld
Zeit auf Erden: da oft die und Gunſt bekannt, weil wir
Steine Blut geſchwitzt zu; Zeit, noch leben hier auf Erden: und
wann ihre Feind erhitzt, drum gehet uns der Troſt mit fort,
wird nun alles fo viel beſſer bis wir, nach dem Verheiſ⸗
werden. ſſungs⸗Wort, alldorten gantz
18. O Herzlichkeit! die wird durch dich verneuet werden.
geſchaut an der vermaͤhlten 21.
Lammes⸗Braut, nimm uns J |
auf alle zu den Deinen: wie: Pſalm 45, |
ſchreyen dich inſtaͤndig an, löf M Ein Hertz bringt fuͤr ſehr
doch bald aufden harten Ban, N angenehme Dinge, von
und mache bald ein End dem einem Könige ich lieblich ſinge:
langen Weinen. auch meine Zung ſoll nicht in
19. Ja komm, Hen IEſu, mir bekleiben, viel Wunder:
hohl uns ein, wo wir mit dir ſchoͤne Ding will ich fuͤrſchreibẽ
vermaͤhlet ſeyn: laß bald das 2. Wie ſchoͤn biſt du, weil du
Alte gantz vergehen, damit zu der Schoͤnſt zu nennen von
End der ſchwere Drang, da oͤf⸗Menſchen⸗Kindern, die man
ters Trauren für Geſang bey uur thut kennen? auch deine
dem ſo langen Schmertz und Lippen ſind Holdſeligkeiten;
vielen Wehen. drum Gott geſegnet dich zu
20. Wirſt ſchencken du, was allen Zeiten. |
deine Hunft verheiſſen uns hat 3. Guͤrte dein Schwerdt um
gantz um ſenſt, fo iſts in allem dich, OHeld! laß ſehen, wie du
\ in
Nicht vergebene: weil wir find
45%
in deinem Pracht einher thuſt 3. In deinem ſchoͤne
ehen: zeuch prächtig aus in Schmuck gehen die Toͤchter
ajeftat und Ehren, zu gut der Könige einher, als die Ge⸗
der Wahrheit hohen Wunder⸗ ſchlechter: in groſer Wuͤrdig⸗
Lehren. keit und hohen Ehren, die mit
4. Lehr die Gerechtigkeit ohn des Könige Lob und Ruhm
Stille⸗ſchweigen, ſo wird dein vermehren.
rechte Hand die Wunder zei⸗ 9. Die Braut ſteht da in Gold⸗
gen: ſcharff deine Pfeile find geſtickten Kleidern, in groſem
vor andern allen, daß Voͤlcker Pracht, dem Koͤnige zur Sei⸗
um und um dafür hinfallen. ten. Hoͤr Tochter, ſchaue drauf
F. Sie gehen tief ins Hertz neig deine Ohren: vergiß deins
des Koͤnigs Feinde, ſo koͤnnen Vaters Haus, da du geboren.
Wunder ſehn, die feine Freun⸗ ro. So wird der Koͤnig Luft
de. O Gott: dein Stul in zu dir dann haben, daneben
Ewigkeit wird ſtehen; das ſich an deiner Schöne laben.
Scepter deines Reichs wird Die Tochter Jor wird mit Ge⸗
nicht vergehen. ſchenck da ſtehen: die Reichen
6. Du haſt Gerechtigkeit ge⸗ in dem Volck werden dir flehẽ.
liebt, daneben gehaßt, was 11. Des Königs Tochter iſt
Gottloß iſt in ſeinem Leben: inwendig holde; von auſen
drum hat dich, Gott, dein geht fie in geſticktem Golde:
Gott mit Freuden⸗Oele geſal⸗ in ſolchem Kleider⸗Pracht ficht
bet mehr als deine Mitgeſelle. man fie führen zum König in
7. Auch iſt dein Kleider⸗ den Saal mit Jubiliren.
Schmuck von eitel Myrrhen, 12. Die Jungfraun folgen
Aloes, Kezia muß ſelben zieh⸗ ihr mit den Geſpielen, die dar⸗
ren: wann du einher trittſt in gu auserwehlt unter ſehr vie⸗
deinen Palläften von Helffen⸗ len: die führe man zu dir mit
bein, zur Freud in deinen Feſten. Freud und Wonne, da 1 18
8 enn et ee enen
*
455
ſelbſt ihr Schmuck und Ehren⸗ ten Ziel gebracht, kan fanfft und
Krone. 5 ſtille ſeyn, kein Zweiffel haͤlt
13. Sie gehen im Pallaſt mich weiter auf, weil ich mit
in hohen Ehren, und laͤſſen meinem Glaubens⸗Lauf in
Wunder⸗ſchoͤne Stimmen hoͤ⸗ Gott gegangen ein.
ren. An ſtatt der Vaͤter kriegſt 2. Iſt dann auch wohl was
du im Vermaͤhlen ein groſe beſſers auf der Erden, als wo
Kinder⸗Zahl, die nicht zu zehlẽ. man ſtets mit Gottes Huld ver⸗
14. Die wirſt du ſetzen auf ſehn: traͤgt man dabey ſchon
dein hoch Geheiße zu Fuͤrſten mancherley Beſchwerden; ſo
auf dem gantzen Erden⸗Kray⸗ kan ſie doch ein leichter Wind
ſe: drum will, zu deines hohen verwehn. Wann mich der zeit⸗
Namens Ehren, von Kind zu lich Kummer kraͤnckt, werd ich
Kindes Kind es laſſen hoͤren. mit Gottes Huld beſchenckt, die
15. Drum werden preiſen mir mißt anders ein, des Gei⸗
dich der Voͤlcker Sunimen, ſtes Frucht und Lieblichkeit
wann ſie von aller Welt zu macht mir des Leibes Bitterkeit
Haufen kommen: das groſe zu lauter Freuden⸗Wein.
Freuden⸗Feſt wird ewig waͤh⸗ 3. Wie iſt dem Hertzen doch ſo
rer, und wird es weder Zeit wohl gerathen, daͤs leben kan in
noch Krafft verzehren. ſanfft⸗ und ſuͤſer Still, des vie⸗
22. len Drangs und aller Sorg
M Ein Hertz iſt froh, weil ich entladen, u. liebet ohne Maaße
Ein Gott geneſen, und End und Ziel: wird ihm ſchon
kan ſehr ſanfft in feiner Liebe oft ſein Kleid befleckt, ſeinbicht
ruhn, und weil das hoͤchſte Gut mit Fuͤnſternuß bedeckt, es blei⸗
mir hab erleſen, wird ſonſten bet ungeſtoͤrt. Die edle Frucht
nichts mir koͤnnen Schaden des Leidens ſchafft dem Hertzen
thun: der Schluß hat mich ſo immer neue Krafft, ſo bleibt
wohl bedacht, daß ich zum rech⸗ fein Licht verklaͤrt.
M mi m 1. So
456
4. So muß die Hoffnung ſelbſt 3. O was angenehme Luft!
dem Hertzen rathen, das unver⸗ waun ſo eins zum andern rufft:
ruckt in Gottes Liebe ſchwebt: ſuͤſe Lieb erfullt mein Hertz, weiß
Gedult und Langmuth ſind die von keinem Sünden⸗Schmertz
Helden-⸗Thaten, wo man in 6. Das iſt Freud, die höher
allem Ott zu Ehren lebt. Des ſteht, als wo man der Welt
Leidens ſuͤſe Bitterkeit macht nachgeht: was empfunden und
weiß und hell das Hoffnungs⸗ verſpuͤhrt, hat kein fleiſchlich
Kleid, wie ſchoͤn wirds dorten Hertz beruͤhrt.
ſtehn, wann mich des treuen 7. Diß hab ich mir zugedacht,
Gottes Huld durch ſeine Guͤte mich geſehnet Tag und Nacht:
und Gedult macht in ſein Reich bis mein Hertz in GOtt erfreut.
eingeht. O der lang⸗erwuͤnſchten Zeit.
: 23. 8. Alles andre iſt dahin, weil
M Ein Hertz iſt in GOtt mein ausgeleerter Sinn iſt er⸗
| verliebt, weiler mich ohn fuͤllet nun mit Krafft, die ein
Ende übt: fein zu ſeyn ohn wahres Weſen ſchafft. 4
Ziel und Zeit, unverruͤckt in 9. Haͤtte mein verliebter Sin
Ewigkeit. nicht erſt alles geben hin: nim⸗
2 Alle Suͤſigkeit der Welt mer waͤr mir kommen ein, daß
endlich mit der Zeit hinfaͤllt: ich kan fo ſelig ſennn.
aber GOttes Freundlichkeit 10. Ach wie iſt mir nun fü
bleibet ohne End und Zeit. wohl! weil ich alles Guten voll
3. O wie manchen Liebes⸗Blick kan vergeſſen Welt und Zeit,
ſchickt er meiner Seel zuruck! weil mein Hertz in Otterfreut
wann fie einſam u. allein, ſchei⸗ 11. Recht vergnuͤgt heißt him⸗
net gantz verlaffen ſeyn. lliſch ſeyn; weg mit allem leeren
4. Nichts iſt lieblicher zu ſehn, Schein: wer in Liebe lang ge:
als in Liebe GOtt nachgehn: weint, wird zuletzt ein Gotte
nichts bꝛingt reichern Sege ein, Freund.
als mit Gott vereinigt ſeyn.
47
024. F Schmertzen oft Zeit und Wei:
M Ein Leben iſt verſuncken le lang. |
Y einm ſtillen Friedens⸗Meer, 5. Doch kan man ſchwer ver:
wer darin gantz ertruncken, kan geſſen in dieſer Sterblichkeit,
ruͤhmen Gottes Ehr: wie ſanf⸗ wo man betruͤbt geſeſſen in fo
te laͤßt ſichs raſten, wer da ge⸗ viel bitter Leid: da oft in To⸗
ſchiffet ein, iſt frey von allenLa⸗ des⸗Zuͤgen der arme Geiſt ver⸗
ſten, wärs auch die ſchwerſte ſenckt, verlaſſen mußte liegen,
Pein. gleich wie un Meer ertraͤnckt.
2. Wie mancher Schmertz u. 6. Haͤtt ich in denen Tagen der
Wehen, wie viel betruͤbte Zeit, kuͤmerlichen Zeit mein Creutz⸗
muß uͤber uns ergehen, eh wir lein nicht getragen in Demuts⸗
in GOtt erfreut: das Beſte, wo Niedrigkeit: gewiß ich war ent⸗
wir meinen an GOtt getreu zu kommen des treuen Schoͤpffers
ſeyn, muß erſt, bey langem Rath, beraubt der wahren
Weinen, als wie verloren ſeyn. Frommen, und Gottes Guͤt
3. Wann ich nur thu geden⸗ und Gnad. 8
cken, wie manchen Tag und 7. Wie wohl iſt dem geſchehen,
Jahr ich bey fo vielem Kraͤn⸗ der in dem Leiden treu, ſolt er
cken, in mancherley Gefahr, auch drin vergehen, GOtt ſte⸗
betruͤbt einher gegangen: ſo het treulich bey den lieb⸗verlieb⸗
koͤnt vor Leid vergehn; doch ten Hertzen, die um das wahre
hatte mein Verlangen GO TT Gut erdulten alle Schmertzen,
endlich angeſehn. gings auch bis an das Blut.
4. Man kan es niemand ſagen, 8. So hab ich durchgedrun⸗
was heißt: Geneſen ſeyn, und gen in vielerley Gefahr, bis end⸗
wie nach fo viel Zagen Gott lich es gelungen, da ich geneſen
anders ſchencket ein. Der für war: mußte der Schmertzen
Troſt im Hertzen erſetzt den lan⸗ weichen, der Kummer fiele hin,
gen Drang, wo ſonſt in tauſend mußt, wie im Tod, erbleichen
1
|
|
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M m m mit
*
478
mit doppeltem Gewinn. freudig ſagen: nun heiß ich
9. So wird das Ziel erjaget GOttes Eigenthum, nichts
bey mancherley Gedraͤng, der beſſers kan mir werden, als
Kummer, der uns naget (daß daß ich ſeinen groſen Ruhm
wir in ſteter Eng) muß endlich hoch preiſe hier auf Erden.
mit vergehen; der Frieden brin⸗ 3. Es kommt mir dann zu
25 ein viel Segen, nach den meiner Freud das Beſte ein⸗
ehen kommt ſuͤſer Freuden⸗ geloffen, weil nach fo viel und
Wein. bittrem Leid mein rechtes Ziel
10. Ol moͤchte man bald ſehen getroffen: ſo daß ich kommen
die gantze fromme Schaar ent⸗ zu der Tracht in dem verlob⸗
nommen ihren Wehen u. man- ten Orden, wo man GOtt die⸗
cherley Gefahr: fo würde Zion net Tag und Nacht ins innern
ſingen (mit vieler Sieges⸗ Tempels Pforten. =
Freud) von groſen Wunder: 4. Nun iſt zu einem mal ers
Dingen in alle Ewigkeit. jagt, was in ſo langen Zeiten
2 in vielen Worten nicht geſagt
Nin bringet mir die Hoff⸗ bey fo viel Niedrigkeiten: diß
nung ein mein lang⸗ver⸗ iſt nun mein verliebter Sinn,
langtes Sehnen: was in ſo daß ich mit allen Seelen ver⸗
bittrer Liebes⸗Pein geſucht eine mich auf ewig hin, die ſich
mit vielen Thraͤnen. Der dem Lamm vermaͤhlen.
Schmertzen, der mich uͤber⸗ 5. O lang⸗verlangter Hoch⸗
haͤufft in ſo viel Tag und Jah⸗ zeit⸗Tag! O lang⸗verlangte
ren, iſt nun als wie im Meer Stunden! weil nach ſo lang⸗
erſaͤufft, ſamt vielerley Zefahrẽ und vielem Ach das beſte Theil
2. Nun wird mein Gluck gefunden: die Welt, mit ihrer
das beſte Looß nach denen Truͤb⸗ Eitelkeit, iſt mir als wie ver⸗
ſals⸗Tagen mir legen bey in weſen, des Todes Krafft und
meinen Schooß, daß ich kan Bitterkeit auch e
1 x N ergeſ⸗
| 459
vergeſſen. und ſchweren Pilger⸗Reiße:
6. O reiner Geiſt von oben weil ihm der Weg fällt lang
her! vereine uns im Weſen und krumm, viel Tages⸗Laſt
mit jenem Jungfraͤulichen ihm oft gemachet heiſe. Was
Heer, die du dir auserleſen:daß ihm aufs Hoͤheſten Geheiß ver⸗
ſie alldort in groſer Freud, mit ſprochen, wird wohl dorten
vielen ſchoͤnen Weißen, GOtt werden, drum er fo ein muͤhſa⸗
in die Lang der Ewigkeit ohn me Rriß getreten an allhier auf
Zeit und Ende preiſen. Erden.
7. Was ſoll uns wohl in un⸗ 2. Das Aug nach jener Ewig⸗
ſerm Looß mehr ſcheiden hier keit laßt hier beym ſtille ſtehn
auf Erden? wer einmal ruht nicht lang verweilen: weil gantz
der Lieb im Schooß, kan nicht vergeſſen Welt und Zeit, ſo iſt
beweget werden: die Liebſte, das Beſt von da hinweg zu ei⸗
die wir uns erwehlt, heißt So⸗ len. Obſchon die Kleider alt
phia mit Namen, und ob der und ab, an Brod und Waſſer
Himmel ſchon einfaͤllt, ihr Eid oft Gebreſten; die Ewigkeit
haͤlt uns zuſammen. bringt in das Grab die Noth
8. Sie ſchmuͤcket unſre Sin⸗ betruͤbter Wander⸗Gaͤſten.
nen aus mit Weisheit, Zucht 3. Die lange Zeit und viele
und Ehre, daß wir ein reines Jahr, ſo dieſe Reiße ſchon all⸗
GoOttes⸗Haus: durch ihre hol⸗ hier gewaͤhret, ſamt Schmertz
de Lehre wird uns ertheilet, und vieler⸗Tods⸗Gefahr, da
was gebricht, wir ſind durch man von groſem Leid oft faſt
ſie umſchloſſen: ihr Rath gibt verzehret: wird ſchon zuletzt
ſteten Unterricht, wer wird ſich legen bey, ſamt allem, was
ihn wohl umſtoſen. genannt mag werden in dieſes
26. Lebens = Wüfteney, alhier auf
Nil ſieht der Geiſt ſich ein: der muͤhſamen Erden. ö
Amal um auf feiner lange 4. Drum will aufs neue ſetzen
| Mmmz ; n,
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469 |
ae ne —U— ̃—jw — — wöVů—
an, obſchon mit ſtetemSchmer⸗ 7. Der Gang geht wieder rich⸗
tzen bin umgeben: man muß lig fort, der Geiſt haͤlt ſeine
fortgehen dieſe Bahn, ob man Wag, in Lieb und Leiden; ſein
ſchon oft auch muͤde wird zu le⸗ Unterricht heißt Gottes Wort:
ben. O Schmertzen! die oft diß iſt ſein Lebens⸗Brod in trü⸗
wie ein Meer uͤber dem Haupt ben Zeiten. So geht man end⸗
zuſcunmen ſchlagen, daß auch lich ſachte ein in ſein Gezelt und
das Reißen wird fo ſchwer, daß Ruhe⸗Kammer, da dann wird
kaum mit Worten aus zu fage. gantz vergeſſen ſeyn die lange
F. Doch kan kein Zweifel kom⸗ Reiß und vieler Jammer.
men ein, ob wohl von in⸗ und | I
auſen nichts als Wehen; und Oban der Kraͤfften! thei⸗
wenn der Himmel fiele ein, ſo le aus dein Wort in reiner
laͤßt ſichs doch nun nicht mehr Klarheit, daß wir ein reines
ſtille ſtehen. Die Welt geht Gottes⸗Haus in unverfaͤlſch⸗
ſelbſt mit Tode ab, wañ tref⸗ ter Wahrheit: ſchaff ſelbſt die
fen ſie die viele Wehen, die volle Richtigkeit durch deines
Herrlichkeit fällt mit ins Grab, Geiſtes Lauterkeit in Wort
wird gantz und gar zu runde und Werck und Lehre: daß kei⸗
gehen. nne Peſt im Finſtern ſchleich,
6, Diß iſt die Urſach, daß ich noch auch die helle Mittags
nicht der Welt mich anvertraut Seuch den lautern Sin bethdde f
in meinem Leben; weil alles 2. Wir ſind ja nichts ohn
doch zuletzt zerbricht, hab ich deine Gnad, dein Wort muß
mich auf die muhſam Reiß be⸗ ſelbſt uns lehren ſouſt kan der
geben. Wie ſelig iſt demnach boͤſen Wercken That den Sin
der Sinn, der ſich alſo der Welt von dir abkehren: dein Geiſt
entnomen, weil ihm ſein Gluͤck woll ſelbſten legen bey, was
mit viel Gewinn dafür wird Lauterkeit und Wahrheit ey
häuffig dort einkommen. die uns kan wohl bergigen
8 8 9 m
4
mit das reine Glaubens⸗Licht, koͤnnen ſagen: ich dancke dir
fo aller Falſchheit Krafft durch⸗ in Ewigkeit, weil du mich haft
bricht, ſelbſt zeug von unſern geſchlagen mit deinem Zorn
Thaten. und ſtarcken Hand, und ſich
3. Die Lauterkeit erwirbet derſelbe lungewandt, und mich
Gott, wird weder muͤd noch mit Troſt umgeben.
traͤge: wer die beſitzt, wird 2. Gott iſt mein Heil, ich
nicht zu Spott auf feinem bin erfreut, frag nichts nach,
Glaubens⸗Wege: drum hal⸗ jener Wercke, weil er mich ſel⸗
ten wir inſtaͤndig an: ſey ſelbſt ber angekleidt mit Sicherheit
das Licht auf unſrer Bahn, u. und Staͤrcke: Er iſt mein
thu den Wandel ziehren mit Pſalm, mein Heil, mein Schutz
deines GeiſtesReinigkeit, dan der wider aller Feinde Trutz
6
_
wo du ſelbſt an unſrer Seit, mich hat mit Krafft umgeben.
ſo koͤnnen wir nicht irren. 3. Nun ſchoͤpffen wir mit
4. Indeſſen bleibet uns der groſer Freud Waſſer aus dem
Troſt in unſer Hertz geſprochen, Heil⸗bronnenz es hat die fang
daß wir durch deine Machter- gewünfchte Zeit das Glück
ioͤßt, die alle Feind gerochen. uns zugewonnen: drum dan⸗
Der Glaube giebet Tapffer⸗ cken wir ihm ins gemein, und
keit, und macht, daß wir in pred'gen von dem Namen ſein,
Gott erneut ſchon hier auf der groß und hoch zu nennen.
dieſer Erden: die Hoffnung 4. Sein Thun werd aller
haͤlt uns aufgericht, daß wir Orten her den Voͤlckern ange⸗
in GOttes Wunder⸗ Licht all⸗ prieſen: verkuͤndigt zu ſeins
dort verherrlicht werden. Namens Ehr, was er an uns
| 28. erwieſen. Lobſinget ihm mit
IJeſaja 12 hohem Pracht, was an uns
O Komm doch bald er: thut fein Wunder⸗Macht,
wuͤnſchte Zeit dariun wir machts kund in allen Kane
1.3 | 5. Jauch⸗
462
F. Jauchzet u. ruͤhmet weit ren, muͤſſen hier viel Sch mer⸗
2
und dreit, wer in Zion thut tzen rühren: geht man hon
wohnen, weil die ſo lang ge⸗ gebuͤckt/doꝛt wic man eꝛquickt
wuͤnſchte Zeit uns thut mit 4. Wann die Suͤſigkeit der
Segen lohnen: weil ſelbſten Welt dort bringt Schmertzen
Gott in feiner Stell, der Hei⸗ ein, ſchenckt GOtt dem, der
lige in Iſrael, bey dir nun ihm gefällt, hier denſelben ein:
groß iſt worden. wann die Seel das Gluͤck er⸗
*
ſehen, ſo wird werden nach den
9.
S le, was iſt ſchoͤners wols Wehen, iſt ihr Schmertz und
als das hoͤchſte Gut: iſt Pein füfer Freuden⸗Wein.
dein Hertze Traurens⸗voll, weil 5. Wann der Schmerzen
die Feuers⸗Glut in der Truͤb⸗ überwiegt deinen blöden Sinn:
fals- Hitz dich brennet, daß dich ſteh im Glauben aufgericht,
auch kein Freund mehr kennet. laß ihn fallen hin. Will der
Habe guten Muth, hoff das Muth noch ferner ſincken, laß
hoͤchſte Gut. dich GOttes Liebe lencken, fo
2. Wie verliebt muß ſeyn wird fallen hin dein ſo blöder
ein Hertz, das niemal erbleicht? Sinn.
und im allergröften Schmertz 6. Es kan doch nichts ſchoͤ⸗
nicht von JEſu weicht. Wan ners ſeyn, als das höchfte Gut,
die Truͤbſals⸗Wellen prallen, geht der Schmertz oft tiefer ein,
daß der Muth will nieder fal⸗ laß die Liebes⸗Glut allen
7
len, und in allem Schmertz Wahn in dir verzehren, was
brennt als eine Kertzz nicht thut die Seele naͤhren, ſo
Hoffnung traͤgt den ſchweꝛ⸗ waͤchſt dir der Muth in der
en Stein: wenn man nur ge⸗ Liebes⸗Glut.
buͤckt auf ſich nimmt die ſüſe 7. Laß dir lencken deinen
Den wo man fehr gedrückt. Sinn, wie es Gott erſehn:
dort ſoll der Hunmel zieh⸗ er wird alles N
1 463
dir machet Wehn. Wo das abgematt, bis daß ſein Recht
bleibend Gut gefunden, da iſt au Erd wind alle: Orté walten,
aller Schmertz verſchwunden, daß auch die Inſule warten auf
und die viele Wehn muͤſſen ſeinen Rath. So ſpricht der
gantz vergehn. ai groſe GStt u. HErꝛein Star⸗
8. Vas ich lieb, wird nicht ges cker und Allmaͤchtiger, der ſchaf⸗
ſehn hier auf dieſer Welt, mein fet und ausbreitet die Himmel
Verloͤbnuß bleibet ſtehn, iſts, und die Erd dabey ziert mit Ge⸗
daß die hinfaͤllt, fo wird alles waͤchſen maucherley in ihrem
anders gehen, und man wird Schmuck gekleidet. .
mit Augen ſehen, was ich mir 3. Der den Volck, ſo drauf iſt,
erwehlt hier auf dieſer Welt. Leben und Othem giebet; und
30. denen, die drauf gehn, den Geiſt
eie n Jeſaia des Lebens mit. Jehovah iſt
S Jehe, das iſt mein Knecht, es, der dich hat ſo hock geliebet,
den ich mir hab erwehlet, und durch Gerechtigkeit beru⸗
an welchem meine Seel ein fen hat in Guͤt: der bey der
Wohlgefallen hat: mein Geiſt Hand gefaſſet dich, dabey bes
ſoll ruhn auf ihm, den ich ihm huͤtet gnaͤdiglich, und dich zum
zugeſellet, damit er mache kund Bund gegeben, daß du ſolt ſeyn
den Heiden meinen Rath. Er der Heiden Licht, den Blinden
wird nicht gehn in Heucheley, öffnen das Geſicht: die G' fan⸗
noch rufen aus mit viel Ges genſchafft auf heben.
ſchrey, was ihm iſt zugemeſſen, 4. Und führen aus, die find
was ſehr zerſtoſen und veꝛkleint, im Kercker hart verſchloſſen;
das Tocht, ſo wie verloſchen Jehovah iſt ſein Nam; Er wird
ſcheint, wird machen er geneſen ſein groſe Ehr nicht geben an⸗
2. Er wird das Recht in Kraft dern hin, die ſich daran zu ſtoſ⸗
u. Wahrheit lernen halten: u. fen, noch ſeinen groſen Ruhm
dabey niemal muͤd noch werde der falſchen Goͤtter Heer. Was
e Nun kommen
‘Ya *
2
R
464
66111111111! En Se
kommen ſoll, ſagt er vorher: zu ſich enthalten lange Zeit, wird
ſeines Namens Ruhm undeEhꝛ, er nunmehro, wie un Streit,
laßt er uns neues hoͤren, eh es mit viel Geſchrey obſiegen.
in ſeinem Licht geht auf u. wan 7. Ich will (ſpricht Er 1) ſie
es kommt in ſeinem Lauf, muß alle gantz und gar verſchlingen,
ſich ſein Lob vermehren. verwuͤſten alle Berg und Huͤ⸗
5. Singet ein neues Lied, thut gel kehren um, und alles Graß
ſeinen Ruhm ausbreiten bis an will ich verdorren und umbrin⸗
das End der Welt, und aller gen: und Waſſer Ströme, die
Orten her: machts kund in In⸗ fonft fliefen weit herum, mach
ſulen, und unter allen Hei⸗ ich zu Inſuln hin und her, und
den, auch die in Schiffen ſind, u. trockne aus das groſe Meer zu
fahren auf dem Meer. Ihr denen ſelben Zeiten. Aber die
Städt und Müften! rufet Blinden werden gehn im We⸗
laut, ſamt Doͤrffern, fo da⸗ ge, den fie noch nicht ſehn, weil
ſelbſt erbaut, wo Kedar innen ich ſie ſelbſt will leiten.
wohnet. Es muͤſſe froͤlich jauch⸗ 3. Ich will ſie fuͤhren ſelbſt die
zen ihm, und rufen aus mit Steig, die ſie nicht kennen, und
ſtarcker Stimm, was hoch auf will die Fuͤnſternuß vor ihnen
Bergen wohnet. machen Licht. Das Krumm
6. Daß ſie dem HErrn die Ehr u. Hoͤckericht, will ich als eben
geben mit groſer Freude, und nennen: ſolchs will ich ihnen
in den Inſulen ausrufen feinen thun, und fie verlaſſen nicht. A⸗
Ruhm: dann Er wird als ein ber, die ſo auf Goͤtzen ſich ver⸗
Rieß ausziehn mit Sieges⸗ laſſen, daß ſie ohne mich zum
Beute, und als ein Krieges⸗ ſtummen. Goͤtzen ſagen: Ihr
mann die Länder kehren um. ſeyd die Goͤt ker, die ung hoͤr n
Er thoͤnt und jauchzet wie ein die ſollen allzuruͤcke kehr 'n, und
Heldz er wird beſiege alle Welt. ihre S bande tragen. 5
Weil er vorher geſchwiegen, u,. 9. Hoͤret, ihr Tauben, an und
„ 21 k h N ſchauet
7
465
—
ſthauet her, ihr Blinden, wer fen, dieweil geſuͤndiget wir wis
iſt auch wohl fo blind, als mein der unſern Ott: und wurden
getreuer Knecht, und wer iſt auf dem Weg bald muͤde und
wohl ſo taub, als mein Bott, verdroſſen, gehorchten auch da⸗
den ich ſende? Wer iſt ſo blind bey nicht ſeinem weiſen Rath.
als der vollkommen u. gerecht. Drum hat er ſeinen groſen
Man predigt viel, fie haltens Grimm geſchuͤttet aus mitlinz
nicht; ſie hoͤren nicht, was man geſtuͤmm; und ſeines Zornes
auch ſpricht: doch thut er wohl Machten: und ſie gezuͤndet um⸗
an ihnen, um der Gerechtigkeit her an, wer mercket wohl, was
und Pracht, die ſeine Lehre Er thun kan, und thut es recht
herrlich macht, worinn man betrachten.
ihm kan dienen. 41%
10. Dann es iſt ein beraubt Sd muß die Hoffnung dañ
und g’plündert Volck zu ach⸗ das Leiden wieder kroͤnen,
ten, in Holen ſehr verſtrickt, nachdem wir lang gebuͤckt und
in Kerckern tief verſteckt: ſie traurig umher gehn; und wer
find zum Raub worden, daß in viel Gedult und Langmath
man ſie nicht thut achten, ſeine Thraͤnen laͤßt flieſen mit
weil kein Erretter da, der ſich dahin, wann er vor GOtt thut
an ſie erſtreckt. Wer iſt wohl, flehn: und fein und andrer Noth
der zu Ohren nimmt? u. mer⸗ und Elend thut vortragen, wird
cket drauf, wie GOtt beſtummt, oft ſehr wunderbar mit Kraͤff⸗
was hernach erſt ſoll kommen ten angethan, daß er im De⸗
Wer hat den Jacob uͤberbracht muths⸗Sinn kan alles aufihn
zu plündern, und zum Raub wagen, wäre auch der gröfte
7
3
gemacht, und aller Freud ent: Schmertz; er geht kein andre
nommen. Bahn.
᷑. Der Herr hats ſelbſt ge: 2. Ob ſichs ſchon oft in Noth
than; dann ers zuvor Wel en Elend laͤßt anſehen, als ob
Br : nn 2 |
| die
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I:
466
die Hoffnung aus und waͤre
gantz dahin, ſoͤ thut doch ofter⸗
mal ein neuer Troſt aufgehen,
wenn unſte Leidens ⸗Frucht ein⸗
bringet den Gewinn: Der
lang⸗ und viele Schmertz, der in
Gedult ertragen, bringt uns hüllt
viel Suͤſigkeit undcottes Troſt End dei
herbey. O ſelig! wer es kan in nen, ſo iſt
Noth aufs aͤuſerſt wagen, und
bleibet feinem GOtt bis in den
Tod getreu. un
3. Kein groͤſer Gut kan uns
noch hier noch dorten werden,
als wer ohn alle Maaß hier ſei⸗
nen Jammer traͤgt: danncgot⸗
tes reiner Geiſt macht freundli⸗
che Gebärden: ſo oft die Trans
rigkeit den Muth darnteder
ſchlaͤgt. Wer ſeinen Troſt al⸗
lein aͤuf Gottes Hertz hin ſparet,
wenn er verlaſſen ſteht, und kei⸗
nen Helffer hat, dem wird ſein
edler Schatz in Gottes Huld be⸗
wahret, bis daß er wird zuletzt
aus feiner Fulle ſatt.
4. Geh hin, O liebe Seel! und
trage deinen Jammer, die Guͤ⸗ ei
te Gottes wird dir endlich hel⸗ zuletz
€
in der Seel empfunden! wenn
er
ſich in deine Ruhe⸗Kam̃er mach
viel gehabter Müh und ſo viel
hartem Strauß. Was dir all⸗
dorten wird zu deinem Troſter⸗
ſcheinen, iſt hier in ſo viel
Schmertz und Leiden einge⸗
lt; und wann wird ſeyn zu
dein lang⸗und vieles Wei⸗
ven, ſo iſt dein langer Wunſch
zu einem mal erfullt.
F. O was vorSüſſigkeit wird
man nur einen Blick thut in
das Wohl hinein, wo unſer vie⸗
les Leid, und langer Schmertz
verſchwunden, der uns ſo oft
gebꝛacht viel bittꝛe Todes⸗Pein.
Unendlich iſt die Saat, die uns
zum Heil erworben, wenn unſ⸗
re Leidens⸗Frucht im Segen
grünet aus. Und was auch
ſcheinet oft gar in dem Tod er⸗
ſtorbẽ, bringt ſeine reiffe Frucht
in unſers Gottes Haus.
6. Drum bin ich Freuden⸗voll
und trage meinen Jam̃er, weil
mir viel reicher Troſt daneben
eingeſchenckt. Ich gehe doch
t in meine Ruhe⸗Kamer,
fen aus, und bringen heim zu gllwo in Ewigkeit man 77
7 i nicht
467
nicht mehr gedenckt. Wie wird ihr Erbgeſchlecht thut ihr Spiel
der reiche Troſt der oft ſo tief nur verlachen, gibt auf ſein
verborgen alhier im Ereutzes⸗ Bürgerrecht.
Thal ſo wunder ſchoͤn aufgehn: 4. Sch. hätte nie gemeinet,
Drum freu ich mich ſo ehr auf daß dieſer edle Glantz, der vor
jenen frohen Morgen, wo all ſo hell geſcheinet, ſo wuͤrd ver⸗
mein vieles Leid nicht mehr dunckelt gantz. Ach! ach! wie
wird ſeyn zu ſehn. viele Schmertzen und groſe
S Ophia bleibt verlaſſen in dem Hertzen, ſo traͤgt daruber
der betruͤbten Zeit; ich Leid.
ſelbſt geh meine Straaſen in 5. Wie hat der Schmuck der
groſer Traurigkeit, muß vie Liebe verändert die Geſtalte wie
len Kummer tragen, dieweil ſeynd die Feuer⸗Triebe verloſchẽ
ihr reines Licht ſo gar in Wind und erkalt: Sophia ſteht ver⸗
geſchlagen, ſoll mich das ſchmeꝛ⸗ laſſen, muß ſeyn als Kinder⸗
hen nichtt: J iloß, ihr Schoͤuheit thut erblaſ⸗
2. Ihr klug⸗ und weiſer fen bey dieſem harten Stoß.
Handel iſt worden wie zum 6. Weil ſelbſten ihr Geſchlech⸗
Spott, der reine Liebes⸗Wan⸗ te ſich hat von ihr gewandt,
del verbleicht, geht ab mit Tod. verachtet ihre Rechte und geiſt⸗
Die Sinnen ſind erſtorben zum lichs Eheband: was ſoll nan
himmeliſchen Lauf, drum iſt doch nun ſagen bey dieſem
das Spiel verdorben, fo ſie ge- Trauer⸗Spiel? viel Wunden
vichtet auß; n ſind geſchlagen, das macht den
3. In unſrer Zeit und Ta⸗ Schimertzen viell.
gen was Wunder ſahe man? 7. Doch will den Schmer⸗
wer kont nicht alles wagen guf Ken tragen, der mich ſo ſehr bes
der verliebten Bahn: nuͤn ſieht leidt in denen Truͤbſals⸗Tagen
*
man andre Sachen, weil ſelbſt und groſer Traurigkeit: bin
en r Nnnz ich
u
1
*
we; R
468:
ner EEE nern nennen nennen
ich ſchon Wittwe worden, muß ich doch nicht minder treu blei⸗
einſam umher gehn, wird doch ben bis in Tod. Sie laͤſſet
der reine Orden dort fo viel nicht gerathen in Thorheit mei⸗
ſchoͤner ſtehn. nen Sinn, daun ihre Helden⸗
8. Gehab dich wohl, du Hol Thaten ziehn mich ſtets zu ihr
de, du bleibeſt meine Braut, hin. |
dort glaͤntzeſt du von Golde, 12. Muß ich ſchon Schmer⸗
das wird im Geiſt geſchaut. Ken leiden, weil ſehe um mich
Thut ſchon mein Glück nicht her fo viele von ihr ſcheiden und
ſcheinen in der Unfruchtbarkeit: ihrer reinen Lehr: die doch vor
werd ich doch, nach viel Wei⸗ denen Tagen, die nunmehr ſind
nen, dort ſo viel mehr erfreut. dahin, thaͤten faſt alles wagen
9. Sophia wird mir leben, um ihren reinen Sinn.
wann andre Todes⸗Faͤll ſehr 13. Ob ich ſchon bin beladen
ſchlechte Loſung geben, bleibt mit Schmertzen um und um,
ſie an ihrer Stell: ſie thut mir ſo thu ich doch einladen, daß
nicht veralten, ihr Schoͤnheit jedes nochmal komm: ſo ſich
nimmt nicht ab, wann andre vor denen Jahren, in groſer
todt erkalten, und müffen in Freundlichkeit thaͤten in Liebe
das Grab. paaren in der ſo guͤldnen Zeit.
10. Mein Glück wird ſchon 14. Kommt wieder, kommt
erſcheinen auf meinem Hoch⸗ gegangen, weil ihre Liebes⸗
zeit⸗Tag, muß ich (bon oft jetzt Treu in ſo viel bitternDrangen
weinen bey ſo viel Ungemach: bisher geſtanden bey. Ihr Lob
nach vielem Schmertz u. Qua⸗ thut nicht veralten, ſie bleibet,
len, und fo viel bitterm Leid, wie fie iſt, fie thut auch nicht
wird ſie ſich mir vermaͤhlen in erkalten, ob man ſchon ihr ver⸗
jener Ewigkeit. gißt.
11. Obſchon ihr eigne Kinder 15. Nun will ich mich erſen⸗
ſie treten in den Koth, ſo will cken in unſre erſte 8 105
75 + am⸗
%
u
49
Jammers nicht gedencken, wie weil Zion der Freuden und Eh⸗
groß derſelbe ſey. Sie wird ren entnommen; was vorhin
es ſchon noch machen, daß ich geweſen ihr Sieges⸗Gepraͤng,
ohn End und Zeit werd ihrer ſteht nunmehr in Trauren u.
dorten lachen in jener Ewigkeit. vielem Gedraͤng. Die Herꝛ⸗
16. Jetzt will ich mich ihr lichkeit, wo ſie zuvor in erha⸗
üben in treuer Ehe⸗Pflicht, u. ben, ligt nun in dem Staube
achten kein Betruͤben, wie miꝛ und Aſche begraben, verſchwun⸗
auch ſonſt geſchicht: die Treu den des Geiſtes inwendige Ga⸗
wird nicht veralten, ich bleib in ben.
ihr erfreut, die Lieb wird nicht 2. Der Eifer ſo vieler und
erkalten bis in die Ewigkeit. tapferer Helden, die ſonſten zu:
17. Dann wann ich thu ge⸗ vor ſich ſo ernſtlich anſtellten,
dencken der vielen Zeit und verloͤſchet, daß wenig mehr das
Jahr, was ſie mir thaͤt von zu ſehn, faſt jedes thut ſei⸗
einſchencken in mancherley Ger nen Gedancken nachgehn: was
fahr: fo werd ich in Gebärden aber noch übrig, iſt Kleinheit
gantz auſer mir geſtellt. O und Zagen, in tiefeſtem Beu⸗
was wird mir erſt werden an gen und bitteren Klagen, weil
ihr in jener Welt. man thut viel Schmertzen im
18. Weil in ſo vielen We⸗ Hertzen umtragen.
hen fie mir geblieben treu, wan 3. Diß machet, daß alles in
ich ſchien zu vergehen, mir hat Zweifel gerathen, weil gantz
geſtanden bey. Was ſoll mich ſind verſchwunden die eigene
dann mehr ſcheiden von dieſem Thaten; drum gehen die Sins
reinen Stand, ich achte Leid nen auf andere hin, verachten,
wie Freude in unſerm Ehe- veꝛſchmähen den medꝛigen Sin
Band. Ü So bleibet die Ichheit u. Mein:
1 35 heit erhobẽ, man thut ſich nicht
V Jel Schmertzen und Lei⸗ beugen in Soͤttlichen Proben,
den iſt über uns kominen, worin
Een
479
worin man kan lernen GOtt Liebe) wann alles ſonſt andre
dancken und loben. vergeht. So muß ſich doch end⸗
4. Was ſoll man nun ſagen lich in dieſem Grund zeigen,
in ſo viel Beſchwerdenẽ die auf wie alles verſtu nmen und ſtil⸗
uns gekommen, was wird le muß ſchweigen, wo innige
noch draus werden: das eige⸗ Hertzen zuſammen ſich beugen.
ne Leben erhebt das Geſicht, 7. So feſt ſich verbunden in ſte⸗
verdunckelt das reine u. Goͤtt⸗ tem Verlangen, wann kom̃et
2
liche Licht. Wie ligt nicht der die Hülffe aus Zion gegangen:
Weinberg der Liebe verſtoͤret? damit wir erlöſet von ſo viel e⸗
die himmliſche Sinnen ſind ab⸗ drang, wo Hertze und Geiſte
waͤrts gekehret, ſo werden die in ſtetiger Eng. O Zei! ach
leidende Schmertzen vermehret hilff uns aus unſeren Wehen!
g. Ben denen, fo heimlich voll und laß uns, den Deinen, doch
Seuffzen und Klagen, und Huͤlfe geſchehen, damit wir
tödliche Wunden im Hertzen bald koͤnnen zur Ruhe eingehẽ.
umtragen: weil Einheit und 8. Da werden wir alle nur ſin⸗
Kleinheit, als beſteſte Haab, gen und ſagen von Guͤte und
verſchwunden, vergeſſen, ver⸗ Gnade, wie die uns getragen,
ſuncken ius Grab. Zertheilete geleitet, gefuͤhret den richtigen
Sinnen in eignen Gedancken Weg, wenn alles geſchienen zu
gehn nimmermehr richtig in worden ſeyn traͤg. O wohl
Göttlichen Schrancken, und uns! es werde nun alles vers
machen nur Jagen und hin u. geſſen, wo wir ſind ſo lange in
Schmertzͤ geſeſſen, dieweil wir
6. Zwahr iſt uns ein Weni⸗ im Goͤttlichen Weſen Geneſen.
her Wancken
ges übrig geblieben, o auch N
in dem Tode nicht aufhoͤrt zu Pſalm tor. 0%
lieben, diß heiſſet man Blau: On Gaad und Guͤte will
ben, der ewig beſteht (durch O ich dir, HEN, e ;
N inne Mu elbe.
EEE
*
ur.
471
— •—AEmnwmakñsn] ;ĩ
ſelbe ich verſpuͤr in allen Din⸗ den Getreuen, dieweil ihr Thun
gen. Dein Recht und Lob wird thut neben mir Gedeyen. Ich
nummermehr vergehn, drum liebe nur, die fromm, einfaͤltig,
will ich deines Namens Ruhin ſchlecht, daß ſie ins HErren
erhoͤhn. 1 Hauſe treue Knecht. 7
2. Ich will fürfichtig ſeyn in 7. Die Falſchen muͤſſe ploͤtzlich
allem Handel, damit aufrich⸗ von mir weichen, die Luͤgen⸗
tig ſey mein gantzer Wandel Maͤuler gantz und gar erblei⸗
bey denen, die mir zugetheilet chen: dann die von ſolcher Art,
ſeyn in Gottes Haus, da wir gedeyen nicht, das Dunckle wei⸗
gegangen ein. cdlet vor dem hellen Licht.
3. Kein boͤſe Sach wird in mir 8. Sehr fruͤh wird GOtt ver⸗
ſürgenommen, damit ich bleib tilgen die Gottloſen, der Uebel⸗
um Looß der wahren Frommen. thaͤter ihren Rath umſtoſen,
Wer uͤbertritt, und bleibt nicht damit fie gantz und gar gekeh⸗
auf der Bahn, ſich gantz und ret aus von Gottes Stadt und
gar zu mir nicht gleichen kan. ſeinem Tempel⸗Haus.
4. Ein Hertz, ſo thut verkehrte 9. Gelobt ſey GOtt, der Va⸗
Wege gehen, laß ich nicht mehr ter aller Frommen, weil er in
an meiner Seiten ſtehen. Kein Guͤt zu uns hernieder kommen:
Boͤſer darf in meiner Huͤtten und in derſelben uns ſo wohl be⸗
ruhn: drum wird auch ſonſt dacht, daß alles, was verloren,
mir nichtes Schaden thun. wiederbracht.
5. Wer mit Verleumden thut 35.
den Naͤchſten ſchmaͤhen, muß V On Hertzen will ich lieben
gantz hinweg, und kan nicht bey den, der mich erſt geliebt:
mir ſtihen. Wer hohen Muth, will achten kein Betruͤben, werd
und ſich in Stoltz anbeut, ſeh ich ich ſchon oft geſtebt: wann alle
nicht an zu ſtehn an meiner Seit Macht der Hoͤllen mich ſchwaͤ⸗
6, Mein Auge ſiehet ſtets 157 chen wolt und fällen, werd ich
mie 0 O nur
47%
ER AREA —V
nur mehr geuͤbt, da thut flieſen ein, ſo bald in
2. Zu lieben ohne maaßen, dieſen Wegen Hertzen vereinigt
faͤllts ſchon oft ſaur und ſchwer, ſeyn: die Schmertzen müſſen
in dieſer Liebes⸗Straaßen geht weichen, die Macht des Tods
IEſus ſelbſt vorher: erleichtert erbleichen, man ſchenckt nur
Anſre Laſten, daß wir oft ſanff⸗ Liebe ein.
te raſten im ſtillen Friedens⸗ 7. Diß iſt das Gnaden⸗Leben
Meter? id ein im neuen Bundes⸗Blut, das
3. Wie ſchoͤn ifte anzuſehen, JEſus uns thut geben. O was
wenn man die Liebes⸗Schaar ein hohes Gut! das an dem
dem Lamme ſieht nachgehen, Ereuß erworben, da er daran
obs ſchon erwuͤrget war: iſts 8 gedaͤmpfft der Hoͤl⸗
doch erhoͤht mit Freuden, die len Glut. |
folgen auf die Leiden und man⸗ d. Was wird die Seelen ſchei⸗
cherley Gefahr. deen? die fo vereinet ſtehn auf de⸗
4. Zuletzt wird voll Verguu⸗ nen Himmels⸗Weiden, dem
gen, wer ſich auf dieſem Gang Lamme nur nachgehn, in ſanf⸗
recht buͤcken lernt und ſchmie⸗ ten Liebes⸗Tritten, wo es vor
en, ob Zeit und Weile lang in uns gelitten, geheilet unſre
den betꝛuͤbte Zeiten, da Schmeꝛ⸗ Wehn. 8 |
Ken, Noth und Leiden u. Trau⸗ 9. Das ſelige Gedeyen kommt
ren für Geſang. uns vom Hummel her: kommt
5. O was vor Süfigkeiten alle ihr Getreuen, und ruͤhmet
werden geſchencket ein, wo man Gottes Ehr, der uns in Gnad
getreu im Leiden, und allem begoſſen, mit Strömen über-
Schmertz und Pein! man kan floſſen aus feinem Liebes⸗Meer
es kaum vortragen, noch es mit 10. Der Segen muß uns kroͤ⸗
Worten ſagen; doch heißts nen, wir ſind in GOtt vereint:
recht ſelig ſeyn. die liebe macht uns ſehnen nach
6. Unendlich iſt der Segen, der unſerm liebſten Seu ſen
N 1 elhſten
N
473
ſelbſten unſre Schmertzen wird dir nun aufgegangen.
heilen in dem Hertzen, wenn ſei⸗ 2. Die Heiden werden in dem
ne Huͤlff erſcheint. Licht, das uͤber dir ſo hell an⸗
a1, Mein Hertz iſt voller Freu⸗ bricht, mit groſer Freude dir
den, ich leb in GOtt vergnuͤgt: nachgehen. Auch Koͤn ge wer⸗
nichts wird mich von ihm ſchei⸗ den dir zuſtehn, wann fie den
den, waͤrs auch das ſchwerſt ſchoͤnen Glantz anſehn, der nun
Gewicht. Thut ſchon der Lie⸗ thut uͤber dir aufgehen. Sieh
bes⸗Schmertzen oft kraͤncken nun mit Augen rund umher,
in dem Hertzen, ich ſtehe auf⸗ wie fie ſich alle um dich her in
gericht. | deinem Schooße ſammlen.
12. Was wird zuletzt errun⸗ 3. Da wirſt du ſehen von dem
gen, iſt ohne Maaß und Ziel; HErrn, daß deine Söhne. dir
wanns heißt: es iſt gelungen von fern geſam̃let und zu Hauf⸗
in dieſem Liebes⸗Spiel, ſo iſt fen kommen: und deine Toͤch⸗
das Hertz geneſen, erlangt das ter, die bereit, erzogen dir an
wahre Weſen aus Gottes Gna⸗ deiner Seit, als ein Geſchlecht
den⸗Fuͤll. der wahren Frommen. Dann
36. wird in vieler Luſt und Freud
Jeſaia 60. dein Hertz ausbrechen zu der
DIR Ach auf, und brich im Zeit, u. Gottes Wunder preifen
Licht herfuͤr, weil dein 4. Wann ſtch die Menge an
Licht kommt entgegen dir, und dem Meer zu dir wird ſamlen
thut in Herrlichkeit aufgehen. um dich her, und zu dir kommt
Wann Fuͤnſternuß die Erd be⸗ die Macht der Heiden: wann
deckt, und Dunckelheit die Voͤl⸗ der Kameelen Menge dich bede⸗
cker ſchreckt, wirft du mit gro⸗ cken wird, da werden ſich er:
ſen Freuden ſehen, wie Gottes ‚öffnen dir die frohe Zeiten. Die
Glantz und Herrlichkeit ſich Laͤuffer kommen ſchnell voran,
Aber dir fo ſchoͤn ausbreit, der von Epha und aus Midian, mit
Kö * Gain Luſt
l.
Luft dich anzufchauen. was mehr zu ehren meinem
5. Aus Saba werden komen Namen. 125
all mit groſer Freud und Jubel⸗ 8. Dann wirſt du deine Wun⸗
Schall, dich mit Geſchenck u. der ſehn, wan alles dir zu Dienſt
Gaben ehren: Gold, Silber, wird ſtehn, und Freinde deine
Weyrauch legen dar, vor dir u. Mauren bauen, und Kon ge
deiner gantzen Schaar, dem werden noch daͤrzu dir dienen in
groſen G Ott zu Lob und Eh⸗ gar ſtiller Ruh, daß es mit
ren. Die Heerden Kedar groß Wunder anzuſchauen. Dann
und klein die gehen alle bey dir wie durch meines Zornes Hand
ein, u. ſam̃len ſich mit Hauffen. geſchlage dich in deinem Stand,
6. Auch find die Boͤcke Neba⸗ thu ich mich dein erbarmen.
joth dir zugedacht von deinem 9. Die Thor ſind offen Tag u.
Gott, daß fie dir gern u. wil⸗ Nacht, daß durch ſie werde ein⸗
lig dienen: die wirft du opffern gebracht die Full und gantze
williglich auf meinem Altar Macht der Heiden; und ihrer
ewiglich, als ein Zeſchenck mich Koͤn ' ge hoher Pracht wird nun
zu verſuͤhnen. So wird mit hel⸗ zu dir hinein gebracht, daß fie
lein Lichtes⸗Schein das Haus bey di fich koͤnnen weiden. Dan
des HErrn gezieret ſeyn, weil welche Koͤnigreiche ſich dir nicht
es darzu erbauet. ergeben williglich, ſollen vertil⸗
7. Wer ſind dann die, ſo flie⸗ get werden. i
Ta her als Wolcken und ein 10. Die Herrlichkeit vonbiba⸗ |
auben⸗Heer, und nun zu non, der Cedern-Baͤume
ihren Fenſtern eilen? dann alle Schmuck und Kron, wird mit
Inſulũ hin und her, auch groſe viel Ehren an dich kommen;
Schiffe an dem Meer, die har⸗ auch Tannen, Buchen, noch
ren mein im lang Verweilen: dabey Buchs⸗Baͤum, ſo daß
zu bringen deine Kinder her, nichts ſchöͤners ſey, weil alles
ſamt Gold und Silber, und Trauren weg gemeinten d
175
wird GOtt mit viel Preiß und Allmaͤchtiger, der dich erloͤßt
Ruhm ſchoͤn ſchmuͤcken aus von allen Wehen. Du wirſt
ſein Heiligthum und Staͤtte mit Gold bereichet ſeyn, ſtatt
feiner Fuße. Ertz wirſt du es nehmen ein,
11. Auch werden kommen ſehr und Silber ſtatt des Eiſen.
gebückt zu dir, die dich zuvor 14. Ertz wird dir ſeyn an Hol⸗
gedruͤckt, und all, die dich ge tzes ſtatt, Eiſen für Stein nach
laͤſtert haben: die werden fallen meinem Rath, den ich hab uͤber
dir zu Fuß, daß jederman ſich dich beſchloſſen. Die Fuͤrſteher,
wundern muß, weil du ſo hoch die nun bey dir, die lehren Frie⸗
von GOtt erhaben. Man wird den fuͤr und fuͤr, und halten den
dich nennen eine Stadt des gantz unverdroſſen: auch deine
Errn, (ein Zion) der dich hat Pfleger werden ſtehn, Gerech⸗
o wunderſchoͤn erbauet. tigkeit dich laſſen ſehn, und ob
12. Statt wo du muſt verlaſ⸗ derſelben halten.
fen ſtehn, und deine Haſſer vor 15. Kein Frevel wird gehoͤret
dir ſehn, als ob dein niemand mehr in deinem Lande um dich
haͤtt geachtet: wird dich dein her, noch Schaden mehr in dei⸗
Gott zur Pracht und Zier u. nen Grentzen. Weil Lob in
Freude machen fuͤr und fuͤr, deiner Thore Pracht, und Heil
weil du biſt waͤhrt fuͤr ihm ge⸗ bey deiner Mauren Wacht in
achtet. Dann wird dein Hertz dieſem ſchoͤnen neuen Lentzen.
mit Troſt erfreut, und wirſt in Die Sonne wird nicht mehr
vieler Suͤſigkeit Milch von den bey dir ſcheinen des Tags in ih⸗
Heiden ſaugen. ö rer Zier, noch auch der Mond
13. Der Koͤn' ge Brüfte wer⸗ dir leuchten. | |
den dich ſaͤugen gar ſuß und 16. Der Herr ift ſelbſt dein
mildiglich, daß du erfahren ſolt ewigs Licht, das dir zum Heil
und ſehen, daß ich dein Heiland iſt aufgericht, u. deinem Preiß
bin und HErꝛ, ein Starcker u. in deinem Lan de. Dann wird
n Oo o3 | dein
476
dein Licht und Sonen- Shen, 1%
u. Mond nicht mehr im Wech⸗ W die Krafft von JE:
ſel ſeyn in dem von GOtt ver⸗ I fi Worten unſte Geiſter
heißnen Stande. Gott iſt recht durchgeht, wird in un⸗
dein Licht in Ewigkeit, die Tag ſerm Bundes⸗Orden GOttes
des Traurens und viel Leid ſol⸗ Wunder⸗Macht erhoͤht: alles
len ein Ende haben. | andre muß fich neigen, wann
17. From und Gerechte wer⸗ der groſe Wunder⸗Mann thut
den ſeyn dein Volck, ſo bey dir des Hoͤchſten Rath anzeigen,
dh def ein, und werden ewig⸗ und die wahre Lebens⸗Bahn.
ich beſitzen das Erdreich wie 2. Seine Wort find Geiſt u.
ein Gottes⸗Zweig, den er ge⸗ Leben, theilen Krafft und We⸗
pflantzt in feinem Reich zu ſei⸗ fen mit, wer ſich denen uͤber⸗
nein hohen Preiß und Nutzen. geben, wird mit Segen üͤber⸗
Der Kleinſte wird in tauſend ſchütt: wodurch das verboßte
Zahl, und der Geringſte uͤber⸗ Leben, und der alte Suͤnden⸗
all ein maͤchtig Volck wird Greul wird zum Tode hinge⸗
werden. geben, und erlangt das wahre
18. Diß wird Gott, als ein Heil. IM
ſtarcker HErr, ein Schreckli⸗ 3. Was iſt beſſers wohl zu
cher und Maͤchtiger durch ſeine finden allhier auf der gantzen
Hand in Eil ausrichten: wan Welt? als ſich GOttes Rath
ſeine Zeit zu End wird ſeyn, ſo verbinden, ſo wie ers beſchloſ⸗
wird er plotzlich brechen ein, der ſen haͤlt: ſeine Lehr und ſeine
Voͤlcker Thun und Tand zer⸗ Worte zeigen uns die rechte
nichten. Diß iſt der Wunſch Bahn zu der wahren Lebens⸗
der kleinen Heerd, damit doch Pforte, worauf niemand ir⸗
bald erfüllet werd, was GOtt ren kan.
fo lang verheiſſen. 4. O wie muß nicht alles
31 ſchweigen! wann der Geiſt ins
ee Pertze
477
— — —
Hertze prägt, was das aͤuſre men, was des Geiſtes Rath
Wort thut zeigen, ſo den Muth und Sin, der das Fleiſch uicht
nur niederſchlaͤgt:da wird Amẽ, nur thut zaͤhmen, ſondern gantz
was erichen G Ott in feinem will richten hin.
weiſen Rath, und die Suͤnd 8. Obgleich viele Winde
muß untergehen, fo wie ers be⸗ brauſen, machen oft ein ſtarck
ſchloſſen hat. Gethoͤn, daß ſich jederman von
5. Wann die Krafft im We⸗ auſen dabey ſchmuͤcket trefflich
fen ſchencket, was das Aufte ſchoͤn: find es leider doch nur
Wort ſonſt ſpricht, wird der Dinge, die vergehen mit der
alte Menſch ertraͤncket, und auf Zeit, und dabey viel zu gerin⸗
ewig hingericht: da kan ſelbſt ge zu dem Looß der Ewigkeit.
das Weſen zeigen, was ſo lang 9. Nimmer waͤr ein Babel
im Schein geblüht, und der worden, noch fo mancherley
leere Wahn muß ſchweigen, Gepräng, wann man haͤtt des
weil man nun was anders ſieht. Geiſtes Worten nachgefolget
6. ObGeſetz und aͤuſre Wor⸗ in der Eng. O wie fill muß
te manchen Unterricht uns alles werden! wo das innre
ſcheuckt, fo wird doch die enge Wort ſelbſt ſpricht, alles, was
Pforte nicht eröffnet, noch zer⸗ auf dieſer Erden, wird zu
fprengt: weil der Menſch mit Grunde hingericht.
ſeinen Thaten ſich nur in dem 10. Da thut man den FIrtedẽ
Weg thut ſtehn, daß ihm Ott lehren, die Gerechtigkeit aus⸗
nicht ſelbſt kan rathen, wie fin, ihre Saat muß ſich ver⸗
man da hinein thut gehn. mehren, und wird nimermehr
F. O wie mancherley Geſtal⸗ vergehn. O wohl dem! der
ten bringt das aͤuſte Wort diß getroffen, bringt dort feine
hervor! wo die Liebe thut er⸗ Garben heim, hat das hoͤchſte
kalten, und das innre Geiſtes⸗ Gut zu hoffen, gehet mit zum
Ohr nicht iſt offen zu verneh⸗ Himmel ein. art i
N 11. 0
478 a
11. Alles andre iſt verloren, fo beſchloſſen hat. Koͤnten wir
ob man ſich ſchon darum alldort eingehen ohne Schmer⸗
kraͤnckt, was den Frieden nicht Ken, Creutz und Hohn, Gott
erkoren, wird viel Schmertzen haͤtt es uns laſſen ſehen, und
eingeſchenckt. Wo das alte erfüllt an feinem Sohn.
Suͤnden⸗Leben bleibt in feiner 15. Dann ſo bald Ott ſelbſt
Wurtzel ſtehn, iſt ein ſtetigs thut reden, und ſein Wort ins
Widerſtreben wider die, ſo Hertze ſpricht, muß der alte
GOTT nachgehn. Menſch erroͤthen, wird auf e⸗
12. O wie iſt die Welt zer⸗ wig hingericht. Dann es kan
theilet in den Sinnen mans nicht andere werden, wollen
cherley! jedes ſeinen Weg fort wir zum Himmel ein, muͤſſen
" eilet, fraget nicht, wo der doch wir verneuet werden, und diß
ſey, den die Heiligen gegan⸗ bringet Schmertz und Pein.
gen durch die Welt in GOttes 16. Solches wird noch end⸗
Reich, und bey ſo viel Creutzes⸗ lich gehen über Himmel, Erd
Drangen wurden weder matt und Meer, wann die Welt die
noch weich letzten Wehen treffen werden
Ya
13. O du feliges Abfterben! rund umher: wann die Him̃el
fo uns lehret Gottes Wort; werden knallen durch des gro⸗
wer nicht will alſo verderben, ſen Schoͤpffers Macht, wird
wird gequalet hier und dort: die Welt zu boden fallen, ehe
wann das Wort ſelbſt zu uns ſie darauf bedacht.
redet, und anzeiget ſeinen Rath, 17. Dann wird auf der gan⸗
wird der alte Menſch ertödtet, Ken Erden Schrecken, Ang
und erworben GOttes Gnad. und Furcht entſtehn: und die
14. Fahr nur hin, du leeres Elementen werden von ſehr
Prangen, das noch Heiſt noch groſer Hitz zergehn: alsdann
Weſen hat: ich bleib an dem wird der Sünder Hoffen ſeyn
Creutze hangen, weils OOtt wie Stroh um Same
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und der Schmertzen, der fie‘ Ann in ſehr groſer Trau⸗
troffen, iſt ein unerſchoͤpfflich rigkeit, in ſchwerer und
Meer. | betrüͤbter Zeit Zion ſcheint
18. Dieſes zeigen uns die gantz verlaſſen, und gar ver⸗
Botten, die GOtt in die Welt geſſen ſeyn bey GOtt, in ihrer
geſandt, und von den Gottlo- groſen Leidens⸗Noth; fo thut
ſen Rotten von der Erden aus⸗ er ſie umfaſſen, und ſpricht: kan
gebannt. Die Apoſtel und auch ein Mutter⸗Hertz vergeſ⸗
Propheten zeigen uns die rech⸗ fen ihres Kindes Schmertz, daß
te Bahn, die uns kan vom Tod ſie nicht ſolt erbarmen über den
erretten, und dem groſen Fluch Sohn bes Leibes ſich? und ob
und Bann. ET, es wär, will ich doch dich faſ⸗
19. JEſus ſtehet in der Mit⸗ fen mit meinen Armen.
ten, breitet ſeine Arme aus an 2. Und dich vergeſſen nimmer⸗
dem Creutz, und ſchaffet Frie⸗ mehr, ob du gleich ſcheinſt ver⸗
den, daß erbaut ein GOttes⸗ laſſen ſehr; in meine Liebes⸗
Haus. Diß iſt unfer Troſt zu Haͤnde ich dich mir hab gezeich⸗
nennen hier ſchon in der Sterb⸗ net ein, daß du mein Eigen⸗
lichkeit: wer den thut am thum ſolt ſeyn, und mich nicht
Creutz bekennen, iſt von Tod mehr abwende von dir, daß je⸗
und Hoͤll befreyht. derman wird ſehn, daß deine
20. Drum wohlan es muß ge⸗ Mauren fuͤr mir ſtehn, Trotz,
lingen, wer den treuen Helfer den' n die dir zuwider. Dann
hat, wird ſein Triumphs⸗Lied deine Bauleut ſind nicht traͤg,
dort ſingen in der neuen Zions⸗ und die Verſtoͤrer fliehen weg,
Stadt. Gehen ſchon die kleine und kommen nimmer wieder.
Wehen oft ſehr tief ins Hertz 3. Drum mach dich auf und
hinein, wird er uns do dorter⸗ ſieh umher, wie fie von allen
hoͤhẽ, u. ohn Zeit u. End erfreun Enden her mit groſen Hauffen
neee kommen. So wahr ich lebe,
Jeſaia Cap 49. Vers 114. PpB ſrricht
480
ä — — —— — —
3 4 — ä — [
ſpricht der HErr: du ſolt mit dann die geweſen? So ſpricht
2 ——
dieſein gantzen Heer, als einem der HErr, durch meine Hand
Schunck der Frommen dich den Heiden wird mein Nam be⸗
kleiden au wie eine Braut, die kannt gemacht, die ich erleſen.
ſich dem groſen GOtt vertraut: 6. Die werden deiner Soͤhnen
dann wird zu enge werden dein Zahl und deine Toͤchter allzu⸗
wuͤſtes und zerſtoͤrtes Land, u. mal auf Arm und Achſeln tra⸗
das zerbrochne in dem Stand gen; und bringen alle mit her⸗
der Niedrigkeit auf Erden. zu, damit ſie bey dir finden Ruh,
4. Wann der Verderber fern und deiner Füͤll ſich laben. Koͤ⸗
wird ſeyn, und dir das Land ge⸗ nige werden Pfleger ſeyn, und
raͤumet ein, werden einhellig Sürften werden ſchencken ein,
ſagen die Kinder deiner Un⸗ und an den Bruͤſten ſaͤugen, u.
Fruchtbarkeit, die du, in der be⸗ fallen im gebognen Sinn aufs
trübten Zeit, im Hertzen haſt Angeſicht zur Erden hin, und
getragen: der Raum iſt uoch zu tief vor dir ſich beugen.
eng fuͤr mir, ruck hin, damit 7. Und noch dabey zum letzten
ich kan bey dir indeinemSchat⸗ Raub auflecken deiner Fuͤſe
ten wohnen. Dann wirſt du Staub, für deine Schmach auf
im Erſtaunen ſtehn, wann du Erden. Dann wirſt du ſehn,
wirſt deine Kinder ſehn, wo⸗ daß ich der HErr: und wie ich
mit dir GOtt wird lohnen. laſſe ninnnermehr an mir zu
|
5, Und fagen wirft: wer hat Schanden werden, die in der
mir die gezeuget, daß ſie mit groſen Traurigkeit geharret
viel Müh zu mir mit Haufen mein in allem Leid. Kan man
kommen. Ich mußtunfrucht⸗ auch einem Rieſen den Raub
bar und allein verſtoſen und hinnehmen oder kan jemanden
vertrieben ſeyn, und aller Freud des gerechten Mann Gefangene
entnommen. Wer hat dann auf loͤſen.
dieſe aufgebracht? ich war ja 8. Aber ſo ſpricht Eder
einſam und veracht, wo ſindñ
in
. * 77
K * N
| 481
HEn: nun ſoll dem Starcken jetst will! ich meinen Jammer
um ihn her ſein Raub genom⸗ tragen, waͤhrt auch mein
men werden. Auch werden die Schmertzen bis in Tod; dort
Gefangenen dem Rieſen gantz werd von GOttes Guͤte ſagen,
genommen hin, gebracht zu dei⸗ weil er geholffen aus der Noth.
nen Heerden: und deine Hade⸗ 2. Der Schmertzen, der mich
rer will ich verfechten ſelbſt, das zeitlich quaͤlet, iſt ſo von GOt⸗
mit ſie dich nicht mehr beſtrei⸗ tes Huld erſehn, und wuͤrde
ten ſollen. Und deiner Kinder ich auch wie entſeelet, dort
gantze Zahl will ich erretten alle wirds um fo viel beffer ſtehn:
zumal, nach Wunſch und muß ich ſchon oft als wie er⸗
Wohlgefallen. blaſſen in meinem hohen Lei⸗
9. Und deiner Schinder Speiß dens⸗Stand, ſo kan mich doch
ſoll ſeyn ihr eigen Fleiſch, und GOtt nicht verlaſſen, weil mir
als mit Wein vom Blute trun⸗ iſt ſeine Guͤt bekannt.
cken werden. So wird erfah⸗ 3. So manchen Tag, ſo man⸗
ren alle Welt, daß meine Herr⸗ che Jahre hab ich im Schmeꝛ⸗
schafft hat umſtellt den gantzen Ken zugebracht: fo bald der
Krayß der Erden. Weil ich ein Welt entriſſen ware, hatt ich
Heiland bin und Herr, ein mein Elend Tag und Nacht.
Starcker und ein Maͤchtiger Ach GOtt! laß bald zu Ende
in Jacob, da ich wohne, und ein gehen den Leid- und harten
Erlöfer, ſo daß ich zu feiner Zeit Jammer ⸗Stand: es find ja di:
ſehr mildiglich theil aus den die viele Wehen, die ich erlit⸗
rechten Lohne. ten, ſelbſt bekannt. |
g 39. 4. Ach wie in ſo viel Truͤb⸗
SR un meine Tag und fale- Hiken-muf der in SOtt
Jahr zu Ende, die ich verliebte Sin auf dieſer Welt
gelebt in dieſer Zeit, ſo ruhen oft aͤngſtlich ſchwitzen! bis al⸗
|
meine müde Hände nach fo le Schlacken fallen hin. So
iel Muͤh und bittrem Leid: P pp? bald
48%
8 e
bald ich in dem Elends⸗Ofen nach lang⸗ und viel gehabtem
bin ſiebenmal, wie Gold, bes Leid werd ich in GOtt verherꝛ⸗
währt, ſo iſt zu End das lan⸗ licht werden alldort in jener
ge Hoffen, und bin in JEſu Ewigkeit.
Lieb verklaͤrt. 40.
5. Indeſſen ſoll Gedult mich Er das hoͤchſte Gut beſi⸗
ſpeiſſen, bis Gott erſehen ſei⸗ tzet, und den treuen Helf⸗
ne Zeit, die mich wird aus fer hat, der alldorten Blut ge⸗
dem Elend reiſſen, wo gantz ſchwitzet, und erworben GOt⸗
dahin mein langes Leid. Dig tes Gnad: der hat ſeine Zeit
iſt mein Troſt in meinem Za⸗ erreicht, alle Angſt und Kum⸗
gen, daß ich zuletzte lern dabey mer ſchweigt, und kan ruhen
von Gottes Güt und Wun⸗ im Ermatten unter des Ge⸗
dern ſagen, und was ein treuer liebten Schatten.
Gott er ſey. 2. Es iſt freylich nicht zu ſa⸗
6. Was wird alsdann vor gen, was Genuß und hohe
reud erwachen, wann aller Gnad Seelen in dem Hertzen
ammer iſt dahin, und alle tragen, die GOtt dienen früh
meine Leidens⸗Sachen gelöfet und ſpath: aller Jammer iſt
auf mit viel Gewinn: dann dahin, der in EStt verliebte
werd von vielen Wundern far Sinn iſt nun kommen zum
en, wie GOttes Huld und Geneſen, wo er ſonſt betruͤbt
reundlichkeit in viel Erbar⸗ geſeſſen. |
men mich getragen durch feine 3. Selbſt der Himmel muß
groſe Gütigkeit. ſich neigen, wenn verliebte Her⸗
7. Drum will in allen mei⸗ ten ſtehn, und vor GOtt die
nen Sachen erwarten feinen Knie beugen, ihn um ſeine
weiſen Rath, und ihn in allem Huld anflehn. O was reicher
laſſen machen, wie er es ſelbſt Ueber fluß und für Segen
beſchloſſen hat: es wird mir und Genuß, wann Gott ſelb⸗
ſthon mein Gluͤck noch werden, % in ſten
| 4
ſten Freud im Weinen ſchen⸗Liebes⸗Sinn, der zuletzt mit
483
cket ein den lieben Seinen. ſo viel Freuden uns nimmtal⸗
4. Nichts iſt beſſers auf der len Schmertzen hin. O was ein
Erden, noch zu finden auf der vergnuͤgter Stand! wer alſo
Welt, als voll GOttes Liebe GOtt zugewandt: nichts kan
werden, und zu thun, was ihm ſolchen mehr bethoͤren, der ſich
gefaͤllt: dann dieſelbe iſt ein laͤßt die Liebe lehren.
Licht, das gibt ſteten Unter⸗ 8. Dieſe Liebe wird genen⸗
richt, wann die Kraͤffte ſelbſt net GOttes hohe Wuͤnder⸗
erkraͤncken, und ſich in den Krafft: wer den dort am Creutz
Schlaf erſencken. bekennet, dem iſt Sieg und
5. Kommt, ihr Lieben und Heil verſchafft. Dann da hat
Getreuen, tret't mit Freuden die Lieb erbeut ein ſo groſe Se⸗
dieſe Bahn: GOttes Lieb wird ligkeit: O GOtt⸗Liebe! ſchenck
uns verneuen, loͤſen auf den uns allen, dir in deine Arın
harten Bann, ſo in Dunckel⸗ zu fallen.
heit der Welt uns bisher noch 41, | |
hart verſtellt. GOttes Lieb IE freudig und lieblich
wird uns berathen, aller Sor⸗ ſind unſere Gaͤnge, wan
gen gantz entladen. Jecſus erweitert die toͤdtliche
6. Wann der fuͤnſtern Welt Enge: ſo gehen wir Kung
Geſchaͤffte machen unſre Geiz die himmliſchen Straaſen; o
ſter trüb: kommen dieſe Lich⸗ wir fie ſchon oͤfters mit Thraͤ⸗
tes⸗Kraͤffte, ſo da heiſſen G Ot⸗ nen benaſſen.
tesbieb, ſchaffen in demDunck⸗ 2. Nun ſtehet man wiede⸗
len Licht, daß die fuͤnſtreNacht rum blühen die Roſen, die vor⸗
zerbricht. So kan Geiſt und hin in Strenge und Kaͤlte ver⸗
Krafft und Leben uns ſehr ſchloſſen: was lange in Schmer⸗
hoch in GOtt erheben. tzen und Leiden geſeſſen, iſt
7. Was wird ferner uns nunmehr in Freuden des Him⸗
mehr ſcheiden von dem hohen PP Piz mels
484
J... ⁰yd
mels geneſen. gen? was wird dann noch tref⸗
3. Wie wurden die traurige fen der Suͤnder Gemeine, die
Stunden fo lange, da duncke⸗ denen Betrübten verdoppelt
le Machte uns machen fehr ban⸗ das Weinen.
ge: weil alle Einfluͤſſe des 8. Doch wollen wir ſchwei⸗
Himmels entzogen, der vor⸗ gen vonSchmertzen und We⸗
mals doch unſere Hertzen be- hen, dieweil uns die Sonne
wogen. thut wieder aufgehen: was
4. Da jedes ſich ihme zu ei- vorhin fo harte in Kaͤlte ver⸗
gen ergeben, um alſo nur ihme ſchloſſen, wird nunmehr mit
zu Ehren zu leben. O Zamer! himmliſchen Thauen begoſſen.
was Schmertzen wurd oͤfters 9. Wir koͤnnen nicht ſagen,
empfunden in denen betrübe⸗ was uns iſt gefunden, weil
ten Zeiten und Stunden. unſere toͤdtliche Schmertzen
5. Die Pforte der Liebe war verbunden: das fanffte Auf:
harte verriegelt, der Brunnen kom̃en gibt ſeligs Gedeyen,
des Lebens verſchloſſen, verſie⸗ drum koͤnnen wir alle von Her⸗
gelt: in Schmertzen und Trau⸗ Ken uns freuen.
ren mußt jederman ſtehen, ſo 10. Ach Zu! du treuer
pald er nur dieſes im Blicke und holdeſter Buhle, bleib du
erſehen. ö doch Berather in unſerer Schu⸗
6. Die vormals als brennen⸗ le: verlaſſe uns mimmermehr,
de Fackeln im Scheinen, die gib uns Gedancken, daß alle
moͤchten vor Schmertzen das in Ewigkeit nimeꝛmehr wanckẽ
Hertze ausweinen: weil IX. Der Segen, womit dich
Schmach und Verachtung von die Salbung begoſſen, komm
Böſen und Frommen von na⸗ reichlich auf jedes von innen
he und ferne iſt über fie kom̃en. gefloſſen: ſo koͤnnen wir zeigen
7. Wer ſolte nicht trauren in die liebliche Bluͤthe an Herbe
Zeiten und Tagen, wan Ot⸗ und Geiſtern, an Sinn und
ges Ergebne ſo harte geſchla⸗ Senſu⸗
486
Gemüthe. daneben die Freyheit des Him⸗
12. Du haſt uns, O Holder! mels gefunden.
ſelbſt an dich gezogen, ſo daß 17. Drum wollen wir blei⸗
wir ſind alle in Liebe bewogen: ben das Wunder der Zeiten,
und alſo entkommen der Freude zur Hochzeit des Lammes uns
der Erden, damit wir nur dei⸗ alle bereiten, als Jungfern und
ne Ergebene werden. Bnaͤute im lieblichen Pꝛangen,
13. Drum wollen wir dei⸗ bis daß uns kommt IEſus ent⸗
ner in Liebe nur warten, das gegen gegangen.
mit wiꝛ deꝛſelben in allem nach⸗ 18. Und wird uns in himm⸗
arten: und ob wirs ſchon oͤfters liſchen Braut⸗Saal einleiten,
vorhero verſehen, ſoll jedes doch daſelbſten die koſtbarſten Ta⸗
deinem Fuß treulich nachgehen. feln bereiten: er wird ſich aufs
14. Und wirſt du in unſern ſchuͤrtzen, den Liebſten zu die⸗
Gezelten verbleiben, fo koͤnnen nen, wer wird wohl die Schoͤn⸗
wir ſtetig daſſelbe Werck trei⸗ ſte ſeyn da unter ibnen?
ben: wo jedes das Schoͤnſte 19. Indeſſen muß Freude u.
und Liebſte will werden, ſowie Wonne aufgehen bey allen,
du biſt ſelber, an Sinn und die allhier dem Lamme nach⸗
Gebaͤrden. | gehen: bis daß wir erlangen
15. Uud weil wir find dei⸗ das ſel ge Gedeyen, da JIEſus
nem Geruche nachgangen, fo uns alle wird gaͤntzlich erneuen
werden wir alle den Segen er⸗ 42.
langen: wo ſtetes Umarmen Wi kindlich und hertzlich
im reineſten Lieben, und jedes läßt ſich es anſehen, wann
dem Lam̃ĩe auf ewig verſchriebe Seelen dem reineſten Lamme
16. So ſind wir dann wie⸗ nachgehen; geſchmieget, gebeu⸗
deer aufs neue berathen, der vie⸗ 85 Goͤttlicher Art, dane⸗
len Gebreſten und Sorgen ent⸗ ben in reineſter Liebe gepaart.
laden; das heimliche Aechzen So muͤſſen ſchoͤn klingen die
ond Kraͤchzen verſchwunden, RE e liebe
wi
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2
487
lieblichen Lieder, die alſo anſtim⸗ ler Schmuck, Ehre war gaͤntz⸗
men die reinſten Gemüther: lich dahin. In Wolcken, be⸗
Sophia ſtimmt ſelbſt mit von truͤbten und dunckelen Zeiten,
oben hermeder. thut unſere Liebe den Braut⸗
2. Michts ſchoͤners auf Erden Schmuck bereiten, ſo ſteths ſo
wird jemals geſehen, als wann viel ſchoͤner in Goͤttlichen
man vereinete Hertzen ſieht ges Freuden.
hen, die anders nichts ſuchen 5. Die Liebe von oben bringt
als eintzig allein in reineſter Lie⸗ toͤdtliche Schmertzen, weũ See⸗
be vereinigt zu ſeyn: die Freu⸗ len dieſelbige tragen im Herten,
de des Himmels muß blühen da muͤſſen erkrancken die Sinen
auf Erden, wan Goͤttliche Herz der Zeit, weil ſelbe von himm⸗
tzen verherrlichet werden, und liſcher Liebe gezweyt. Wie lieb⸗
ſtetig erſcheinen in reinen Ge- lich hergegen laͤßt es ſich anſe⸗
baͤrden. g hen, wo Wehen erſtorben die
3. Was Freude in dieſem irrdiſche Wehen, und ſonſten
Jungfraͤulichen Orden weil nichts anders als Liebe zu ſehen.
Sophia Mutter und Schwe⸗ 6. Der Braut⸗Schatz des
ſter iſt worden, und alle zuſam⸗ Himmels wird da erſt erwor⸗
men ein Goͤttlich Gebluͤt, jung⸗ ben, wo Seelen den irrdiſchen
fraͤulich geſinnet in Hertz und Sinnen erſtorben: wo himm⸗
Gemüth. Ach! laß uns doch liſche Liebe ertoͤdtet den Sinn,
ewig in dieſem Sinn ſtehenlund erwachet ein neues mit vielem
alſo dir ſtetig⸗OLamme! nach⸗ Gewinn. O Schoͤnheit! wo
gehen, und ja nicht erbleichen irrdiſche Liebe begraben, da
in Schmertzen und Wehen. koͤnnen ſich Hertzenam Himm⸗
4. Die Sonne des Himmels liſchen laben, wo niemand was
thut wiederum ſcheinen nach beſſers kan finden noch haben.
vielem Betrüben und ſchmertz⸗ 7. Obimmliſche Schönheit O
lichem Weinen, da alles gebeu⸗ Mutter der Liebe! ſcheuß deine
get im niedrigen Sinn, weil al⸗ „ tene e e
—
verliebete Straalen hernieder:
du biſt es doch, die uns alleine
gefällt vor allen ſonſt andern al⸗
hier auf der Welt. Ach laß
uns doch nimmermehr werden
gezweyet, durch deine Einflüffe
wird alles verneuet, verbunden,
verſammlet, was ſonſt war zer⸗
ſtreuet. 8
8. Und ob ſich ſchon wenige
laſſen hier finden, die ſich mit
dir lauter in Liebe verbinden:
ſo brennets doch ſtetig auf un⸗
ſerer Bruſt, daß uns keine andre
als deine bewußt. Dein ſuͤſes
Anlocken macht alles vergeſſen,
wo wir auch in toͤdlichen
Schmertzen geſeſſen, dieweil du
einſchenckeſt das wahre geneſen
9. Du hohe Gebieterin Goͤtt⸗
licher Seelen, die dich nur al⸗
leine zum Braut ⸗ Schatz er⸗
wehlen: gib Hertzens Vergnuͤ⸗
gen in reineſter Brunſt, laß
fremde Zuneigung ſich regen
umſonſt, damit uns kein an⸗
dere Lockung bethoͤre, die Sin⸗
nen verblende und von dir ab⸗
kehre: dagegen die reine Lieb in
uns vermehre.
iſt zu End das Leiden.
q f
488
10. Laß toben die Sinnen im
irrdiſchen Himmel, wir koͤnnen
nur ſpotten dem leeren Getuͤm⸗
mel, dieweil uns ſind andere
Sachen bewußt, als die uns nur
ſchmertzen auf unſerer Bruſt:
dein Anzug muß ſtetig im Gꝛun
de verbleiben, der kan ſchon die
fremde Geſchaͤffte vertreiben,
daß wir dein Getreu⸗ und Erge⸗
bene bleiben. |
11. Diß bleibe geſchrieben, u.
werde geſungen, daß es dir an
uns iſt zum Segen gelungen.
Drum bleibe, O Fuͤrſtin! in
unſerm Gebiet: wir opffern
dir Hertze, Geiſt Sinn und Ge⸗
muͤth. Sind wir dann nun
deine Ergebene worden, ſo kanſt
du ſtets walten in unſerem Or⸗
den als reine Jungfraͤuliche
Bundes⸗Conſorten.
| 43. _
Wir lieblich iſt der Gang,
der uns zur Ruh hinleitet,
noch lieblicher der Ort, wo ſelbe
iſt bereitet. Fahr hin, O mei⸗
ne Seel! geh ein zu deinen Freu⸗
den, die harte Zeit iſt aus, es
2 Nun
489
2770 0 ² u a
2. Nun ſicht es anders aus, weil ich gelebt auf Erden, mich
als in den Truͤbſals⸗Tagen, da ſo vereint zu ſehn mit dieſen
ich zwar allezeit von Gottes Laͤmmer⸗Heerden. Vor alle
Huld getragen. Nun werd Bitterkeit, womit wer oft ge⸗
ich meine Saat in vieler Ruh traͤncket, ward uns viel reicher
genieſen: der Friede nach dem Troſt von oben eingeſchencket.
Streit wird alles Leid verſuſen 7. O wann ich drau gedeuck!
3. Wie manche Zeit u. Jahr, was Gott gab zu genieſen vor
wie viel betrübte Stunden reichen Himmels⸗Troſt in uns
mußt gehen ich dahin, bis mir fern bittern Drüfen: fo iſt kein
mein Schmertz verbunden. O Wunder, daß Betrübtnuß
ſeliger Gewinn! wo ich nun⸗ macht zu ſcheiden von der ſo
mehr anlaͤnde, die harte Zeit iſt edlen Schaar, die ſo verliebt im
aus, und alles Leid zu Ende. Leiden. a
4. Doch war mir diß ein 8. Nun gehe ich dann hin, und
Schmertz, annoch zu denen wuͤnſche meinen Lieben (der
Zeiten, weil, eh ich es vermeint, gantzen Schweſterſchafft, die
mußte von hinnen ſcheiden: mir ins Hertz geſchrieben) zu
dann dieſes war mein Wunſch, bleiben treu an GOtt und ſei⸗
noch laͤnger hier zu leben mit nen lieben Frommen, ſo werden
der verlobten Schaar, die ſich wir alldort wieder zuſammen
dem Lamm ergeben. kommen. en
5. Wie lieblich war der Gang, FR 44.
den wir zufammen hatten, weil W̃ Je ſchoͤn und herrlich iſt
ein ſo hohe Gnad uns hat ſo der Gang, wann Seelen
wohl beratben. Wie manche in vereintem Geiſte wallen:
Liebes⸗Luſt ward in betrübten wie thun nicht oft im ſchwer⸗
Zeiten vom Himmel einge- ſten Drang die allerbeft und
ſchenckt in unſern Niedrigkeite. ſchoͤnſte Lieder ſchallen. Die
6. Diß war mein groͤſte Freud, Einheit in e |
11 f ie: 6
490
ſoc H Ottes Geiſt das Paradieß Die Eigenheit gibt GOtt wol
aufſchlieſet, Dig iſt des reinen Preiß, wo fie kan in ſich ſelb⸗
Geiſtes Fuͤll, die oft die groͤſte ſten ſeyn erhoben; gehts an⸗
Bitterkeit verfuͤſet. ders als wie ihre Weiß, ſo kom̃t
2. Wer in der Selbheit Wil- hervor ein unverſoͤhnlichs Tobd
len ſteht, und dienet GOtt nach 5. Die Einigkeit, ſo Liebe hat,
eigner Wahl und Meinen, wird iſt unſre Quell, aus GOttes
ploͤtzlich, wie vonn Wind, ver⸗ Hertz entſprungen: wer thut
weht, ſo bald die Krafft im verachten dieſen Rath, iſt von
Weſen thut erſcheinen. Die der Suͤnd und alten Feind bes
Probe von dem reinen Licht, zwungen. Das Himmelreich
aus GOttes Geiſt und feiner wird offenbar, wo Liebe ihren
Fuͤll er boren, iſt, daß ſie dieſen Thron⸗Sitz aufgerichtet: und
Wahn zernicht, den ſich der wo der reinen Kirchen Schaar,
Selbheit Sinn aus ſich erkorè in Einheit ſteht, iſt aller Greul
3. Des abgefallnen Men⸗
ſchen Stand iſt, ſich und feinen
Sinn als GOtteeꝛheben:dꝛum
kan eꝛauch dem Bruder Band,
ſo IEſus Naht ung lehrt, die
Ehr nicht geben. Die Selb⸗
heit iſt der Suͤnden Krafft,
worindie Welt wird zum Ge⸗
richt erhalten, und wen ſie ein⸗
mal in Verhafft, der muß an
Leib u. Seel u. Geiſt erkalten.
4. Wo dieſer Greuel abge⸗
than, da grünet aus dem Tod
1
ein ander Leben, u. bricht herfuͤr 0
ein andre Bahn, worin Ge⸗ das Paradieß ausgruͤnen: was
laſſenheit kan SOtt erheben. Qq q z |
vernichtet.
6. Kommt her, und ſeht den
hohen Staat, worin man ſieht
die reinen Geiſter ſtehen, ver⸗
einet nach des Hoͤch ſten Rath:
in teiner IE ſus⸗Lieb dem Lam
nachgehen. Weg Eigenheit,
dein fremdes Schild kan allhier
nicht auf eine Stund beſtehen:
wo das veꝛeinte Einheits Bild,
erbleicheſt du, und muſt zu
Grunde gehen. |
7. Nichts ſchoͤners iſt auf
dieſer Welt, als wo man ſieht
Ein⸗
Er
Ein⸗ und Reinigkeit darſtellt, gen in GOtt genefen ſeyn an⸗
da iſt das ſchoͤne Himmels⸗ noch zun Zeiten, und mußte
Bild erſchienen. Viel Freund⸗ doch ſo bald von hinnen ſcheiden
lichkeit vom Himmel her laͤßt 3. Wie mancher Schmertz u.
ſich hernieder auf die Lieben, Leid hat mich umgeben in der
ſo gehn im Jungfaun⸗ſchmuck betruͤbten Zeit und kurtzen Le⸗
einher, auf ewig hin dem keu⸗ ben Was wird die Ruhe ſeyn
ſchen Ranım verſchrieben. nach ſo viel Leiden? Ich werde
. Was wird wohl dieſen ſchauen GOTT nit vielen
ſchoͤnen Glantz hinfuͤhro mehr Freuden. |
koͤnnen bemackeln, weil ſelbſt 4. Die Schmertzen find da⸗
der Weisheit Perlen⸗Krantz hin, nach viel Verlangen, nun
daſelbſtenſcheint als reine Lich⸗ wird mich Gottes Güt erſt
tes⸗fackeln? Oſchoͤner Schmuck recht umfangen: weil er der
in ſolchem Stand! den diß Ge Suͤnden Sold ſelbſt wollen
ſchlecht in Niedrigkeit thut tra⸗ büßen, und meinen Todes⸗
gen. Zuletzt wird man mit Schmertz dadurch verſüſen.
Gott verwandt, wo man um F. So ſcheide ich nun hin, ihr
ſeine Lieb thut alles wagen. Schweſtern alle, ſeyd meiner
45. ein Gedenck zu tauſend malen:
I Je find doch meine Tage vergeßt des Jammers nicht all⸗
S ſo verkürtzet, die Schwe⸗ hier auf Erden, fo koͤnt ihr dor⸗
ſtern, Bruͤder, Freunde ſtehn ten mit verherrlicht werden.
beſtuͤrtzet: ich ſelbſt wolt GOtt 45.
erft in die Arme faſſen, mußt IT wirds zuletzt fo ſchoͤn
aber ploͤtzlich gehn die Todes⸗ =» ausſehn, want aller Jam⸗
Straaßen. mer gantz wird ſeyn verſchwun⸗
2. Wie iſt mein Schmertzen den? wie werden nicht die vie⸗
doch ſo bald vergangen? da ich le Wehn vergeſſen ſeyn, und
mich ſehnte mit ſo viel Verlan⸗ bleiben gar dahinden. en
491
die Traurigkeit der Nacht Zeit, wann er des Leidens
mir oft viel Schmertzen zu: Bitterkeit wird nehmen gantz
gedacht, daß alle Hoffnung hin, dahin.
ſo wird doch endlich meine 4. Drum will ich jetzt ſo gehen
Saat, durch GOttes reiche Guͤt hin, u. tragen meinen Schmer⸗
und Gnad, einbringen den Ge- Ken, Leid und Jammer: dort
winn. blüht mein Heil mit viel Ges
2. Muß ich jetzt ſchon in vie⸗ winn, wann ich werd gehn
lein Leid und Elend ſeyn als in meine Ruhe-Kammer.
waͤr ich gar vergeſſen: thut Drum iſt mein Hertz in GOtt
mir doch GOttes Guͤtigkeit erfreut, weil dort das Gluck
aus ſeiner Füll viel reichen der Ewigkeit mich wird in ſich
Troſt einmeſſen: und wann erhoͤhn. Da wird ein Ende der
der Schmertz mir ſchencket ein Gefahr, die Herrlichkeit, ſo of⸗
viel bittre Weh'n und Todes⸗ fenbar, wird nimmermehr
Pein, ich weiß kein ander Ziel. vergehn. 5
Wann die Gedult die Hoff⸗ 46.
nung naͤhrt, und Langmuth En ift erhöht: Ehr und
recht in GOtt bewährt, da ift Majeſtaͤt iſt ihr Schmuck
es nie zu viel. und hohes Prangen, weil ſie
3. Mein Elend gehet mir hier am Creutz behangen, wird
zwaꝛ nach in allen meinen Tꝛit in Majeſtaͤt fie von GOtt er⸗
und Wander ⸗Schritten trag hoͤht.
ich des Leibes Ungemach. Ach 2. Zion wird verneut; die Veꝛ⸗
wie fo viel muß ſeyn allhier ges heiſſungs⸗Zeit bringet ein die
litten! doch iſt der Troſt ins ſuͤſe Beute, vor ihr viel gehab⸗
Hertz gepraͤgt; obſchon der tes Leide wird ſie nun erfreut,
Kummer niederſchlaͤgt den und von GOTT erneut.
tief gebeugten Sinn. GOtt 3. Hat die lange Nacht ihr
weiß ſchon ſeine Stund 12 viel Leid gebracht, wird 1510 |
N 143 | vie
493
a sn a ĩͤ . —
viel ſchoͤner ſtehen, wann fie je⸗ auf die Hoͤh u. dich weit umſeh.
derman wird ſehen gehn im 9. Alle, die dir feind, und zu⸗
Lichtes⸗Pracht, nach der lan- wider ſeynd, werden kommen,
gen Nacht. tief ſich neigen: und vor deiner
4. War ihr Witwen⸗Stand Hoͤh ſich beugen, alle die dir
ſchon mit GOtt verwandt al⸗ feind, und zuwider ſeynd.
hier bey fo viel Beſchwerden: 10. Dein gehabtes Leid in be⸗
was wird erſt aldorten werden, truͤbter Zeit, wo du warſt ſo
wann es umgewandt im Er⸗ lang geſeſſen, wird auf ewig
quickungs⸗Stand. ſeyn vergeſſen; O was groſe
F . Schoͤn, wie Roſen ſtehn, iſt Freud folget nach dem Leid!
ſie a zuſehn: wann ihr Glantz 11. Deine Jungfrauſchafft,
thut höher ſteigen, thut ſich ihre die lang in verhafft, da du mu⸗
Schoͤne zeigen: lieblicher zu ſteſt traurig gehen, die Veraͤch⸗
ſehn als die Roſen ſtehn. ter um dich ſehen, bricht aus der
6. Der Propheten Sinn gehet verbafft in des SGeiſtes
auf dich hin: deine Schoͤne Krafft. |
macht fie grünen, daß dir muß 12. O! wie ſchoͤn wirds ſtehn,
25 Segen dienen, was ihr ho⸗ und ſeyn anzuſehn, wenn dein
er Sinn auf dich deutet hin. Liebſter ſelbſt wird kommen,
7. Wann dein Glantz wird der den Schmertzen weg ge
ſeyn wie der Sonnen⸗Schein, nommen, ſamt den vielen
dann wird über dir aufgehen, Wehn. Owie ſchoͤn wirds ſtehn
was im Duncklen fie gefehen 13. Dann wird dir zu Theil
ohne Lichtes ⸗Schein, was wird ein ſo groſes Heil, weil dich
ſchoͤners ſeyn⸗ Gott ihm hat erſehen: iſt, nach
8. Tritt nun auf die Hoͤh, dich fo viel Leid und Wehen, ein ſo
ſehr weit umſeh, wie von allem groſes Heil worden dir zu
End der Erden nun zu dir ver⸗ Theil.
ſammlet werden. Drum tritt
Pſalm
9 E
1 494
—
»>
47. und dir zuwider ſeyn.
Dialm 3% 3. O GDttder Heerſcharen!
D U Hüter Iſrael! der du / ſey unſer Troſt in Zagen, laß
wie eine Heerde, Joſeph leuchten über, uns dein gnaͤdig
und fein Geſchlecht bisher ger Angeſicht: erhoͤre unſte Bitt,
huͤtet haſt: erſcheine über uns, wend dich zu unſerm Klagen,
damit geſehen werde, wir hoch damit geneſen wir in deinem
auf Eherubim du dich geſetzet reinen Licht. Du haſt uns ein⸗
haſt. Laß dein Gewalt und gehohlt, gepflantzet als die Re⸗
Macht fuͤr Ephraim hergehen, ben, zum Weinſtock hinge⸗
auch Benjamin, der dir mit bracht, der aus Egyptenland
jenen zugezehltz Manaſſe muͤſ⸗ geholt dahin, wo man dir
fe auch, HErr, deine Wunder Preiß und Ruhm thut geben,
ſehen, wann deine Huͤlff er⸗ und Voͤlcker (dies nicht werthz
ſcheint, nachdem es dir gefällt. vertilgt durch deine Hand.
2. Ach! troͤſte uns doch nun, 4. Du haft gemacht ihm
O Otti in unſerm Zagen, Bahn, und laſſen wurtzeln,
laß leuchten über uns dein na⸗ grünen, fo daß er weit und breit
den ⸗Augeſicht. Ach wie ſo lang das Land erfuͤllet hat; fein
wilt du nicht hoͤren unſer Kla⸗ Schatten mußte Verg und
gen? wend ab den groſen Zorn, Wald zum Segen dienen die
den du auf uns gericht Wir Cedern Gottes gar wurden
eſſen unſer Brod gar oft in nach weiſem Rath bedecket uͤ⸗
vielen Thraͤnen, und ſchenckeſt berall. Du haſt ihn aller Or⸗
ohne Maaß ung täglich wie- ten gebreitet aus, bis an das
der ein: wir find zum Zanck aͤuſerſte an Meeꝛz u. ſeine Zwei⸗
geſetzt den Nachbaren, und ge ſind daſelbſt geſehen wor⸗
denen ein Spott, die deine Feind, den, daß drüber jederman 0
7
4 *
495 5
— ——
hat verwundert ſehr.
5. Warum haſt du dann ſei⸗
nen Zaun um ihn zerbrochen,
daß ihn zerreiſſen kan, wer nur
vorüber geht? Die wilden
Schweine ſeynd daſelbſt hinein
gekrochen, ein jedes wildes
Thier verderbet feine Stätt.
O Herr GOtt Zebaoth! thu
dich doch zu uns wenden: ſchau
doch vom Himmel her, und
ſieh uns gnaͤdig an; ſuch dei⸗
nen Weinſtock heim, daß ſich
die Schoͤßling finden am
Stamm, daß niemand ſie da⸗
—
von abbrechen kan.
6. Und zwar nur um den
Zweig, den du dir feſt erweh⸗
let, weil er ſo gar verbrandt
und ausgerott muß ſeyn. Von
deinem ſchelten HErr, wurd er
als wie entſeelet: wend deine
Hand uͤber den Mann der Rech⸗
ten dein, über des Menſchen
Sohn, den du dir ſelbſt erſehen:
ſo weichen wir nicht mehr vom
Leben deiner Gnad. Laß le
ben uns, damit wir koͤnnen dich
anflehen: fo werden wir in
dir aus deiner Fulle ſatt.
NITASETTÄINNIITE ARTE UT En
eh 88
e 9 r 2
Regiſter.
8 A. Das Creutz der Drang
Ach Gott! ich flehum
424
296 Das freudige Lallen 156
3
Ach Gott! thu dich 296 Das gruͤnen unſrer Sant 2.
Ach Gott! wie mancher x Das kleinſte Ich und 309
Ach HErꝛ! wañ wird 297 Das Leiden waͤhret 310
Ach HErr! wie lang 299 Das liebliche Umarmen 127
Ach konune bald! mein 301 Das Nun die ſtille 423
Ach verzeuch doch! 303 Dein helles Licht 158
Ach wie iſt fo gar ver⸗ 420 Dem Hærren jauchzt 311
All dein Thun und 144 Dem HErren fingt 312
Alle die im Geiſt er⸗ 303 Der bittre Kelch und 158
Alles was wir alhier 45 Der Engel Chor 142
Auf du gaͤntze Zions⸗ 146 Der frohe Tag bricht 160
Auf du keuſches Jungf: 149 Der Geiſt des HErrn 428
Auf du meine Seele 150 Der Glaube ſiegt durch 48
Auf ihr Säfte macht 152 Der HErr groß und 3173
Auf ſchmücke dich 1355 Der Herr iſt hoch in 163
Auf ud machet euch 304 Der reine Geiſt aus 316
Auf Sioniten auf 421 Der reine Lebens Geiſt 164
B. Der Schmertzen den 430
Bin ich arm und kleine 305 Der Tag von Freuden 49
Bin ich ſchon der Welt 306 Der tiefe Fried 3
Bin ich hier ſchon 307 Der Weg zum Vat: 165
Bin ich ſchon Lebens 2 Des HErren Zweig iſt 167
D. Die Bluͤth iſt mus is |
Dann wird die Wuͤſt 426 ***
125
Dir.
Die Braut hoͤrt ſchon
Die Flammen der Liebe
Die Flammen reiner
Die feurige Liebe
Die Freud am HErrn
Die heilige Einheit
Die himmliſche Liebe
Die Hoffnung ſteht
Die Hoffnung traͤget
Die klugen Jungfraun
Die Liebe die ſi
Regiſter. l
— — —A—2—— . —ę—ę—
143 Ein Laͤmmlein geht 6%
168 Ein lautrer Geiſt iſt 8
15 Ein Prieſter der ge⸗ 326
316 Ein reiner Geiſt iſt 434
317 Ermuntert euch ihr Kin: 328
50 Erſencke dich in deinen 64
55 Erſencke dich mein Hertze 330
5 Es freue ſich der gantze 9
431 Es hat das Silber 432
174 Es iſt des Leidens 331
318 Es iſt fuͤhrwaht 302
Die Liebes Gemeinſchafft 320 Es iſt geſchehn, wir 10
Die Liebe iſt mein Looß
Die Liebe wuͤrckt und
Die reine Jungfrauſchafft
Die Sonniſt wieder auf 177 Freu dich,
Die ſtarcken Bewegung \
Die Stille des Geiſtes
6 Es ziehe uns der 333:
57 . 8
58 Freu dich, 30 435
N ion 190
180
182
reudig werd unſerem 188
reudig will ich ſingen 189
Die ſtilleSabbaths⸗Feyr 185 Freuet euch nicht meine 333
Die Straaßen Zions
Die Suͤſe, die mich
Die Weisheit iſt mein
Die Welt iſt mir
Die Wunden, die ich in
Die Zeit iſt aus mein
Du Hüter Jirgel
Ein Geiſt, den Gott
Ein Hertz, das GStt
—
Eu Herz das ſic Git
323 Fried und Freud ſey 191
324 Froh bin ich weil ich 335
186 Selene IRRE
7 Gedencke, HErr, an 192
60 Geh auf du edles 439
494 Gelobt ſey GOtt der 194
Gelobt ſey GOtt zu 194
325 GOtt der du mich 337
60 Gott ein Herrſcher 196
61 Gottes Wohnnng iſt 8857
13 Regiſter.
Gott iſt bekannt dem 199 Ich gehe hin und wandle 15
Gott ſtehe ſelber auf 441 Ich gehe nun in Hoff: 344
Gott wir kommen dir 66 Ich gehe zwar ſo hin 345
Groſer Gott, ich will 201 Ich geh gebuͤckt den 212
Groſer König, rreuer 204 Ich gehroft traurig 346
Gute Nacht, O Welt 206 5 En das Re 347
. 8 abe mir erwehlt 347
aſt du O IEſu 338 Ich hab mir die ewige 72
Err hoͤre mich dann 445 Ich hab wied'r einen 215
Her JEſu Chriſt Ach 207 Ich haſſe alle falſche 348
ertz der Liebe reine Ich kan nun in ftillem 350
Hertzens⸗Brüder die e Ich lauf den ſchmalen 117
immels⸗Luſt ift 1 Ich lebe vergnuͤgt 73
det mir zu iht 147 80 lebe zwar ſo hin 15
| 16. Sy deño
Jauchzet ihr Kinder von 212 Jh ah att M =
Ich IN uch | 35 Ich reiße fort nach jener 16
i een bah II Ich ſchreye Herr zu dir 450
Ich 5 sa 0 12 Ich ſehe die Pflantzen 213
x 0 om ein ſe r beſchwer: 71 Ich ſehe mit Freuden Ar
ch bin ein Taͤubgen 341 0 wee ihr | 351
Ich bin froh i me. 42 Ich weiß gewiß es 5e
Ich bin getroſtund 343 Ich weiß gewiß men 352
Ich bin in GOtt 3 33 weiß nichts anders 383
| bin ſehr gerin 13 Ich werde aufs neue 354
na bin Wen no r Ich werde kräftig ange: 226
Ich bleib daheim damit 51 Ich will den HErren 225
Br Ab N
Er
Reifer. *
Ich will in Hoffnung 355 Mein Seiſt iſt Hoffnungs 452
Ich will tragen meine 1 Mein Geiſt iſt über 363
ef den ich liebe 78 Mein Geiſt iſt voller 84
IEſu meines Hertzens 3 56 Mein Geiſt verlangt 365
IeEſus ſſt mein liebſtes 357 Mein Gluck das ich.. 8
Ihr Br: und Sch: von 228 Mein Hertz bringt für 453
hr Bürger des Himels 229 Mein Hertz das dit bereit 85
82 Gaͤſte machet 230 Mein Hertze iſt plöblich 85
In der ſtillen Hertzens 233 Mein Hertz iſt Freuden } 87
In der Stille ohn! 234 Mein Hettz iſt froh 455
In GOtt werficbet 17 Mein Hert iſt in Gott 456
Iſt es nun aus mit 29 Mein Hertz iſt voller 366
ſ mein Beben fe 18 Mein Hertz iſt wohl 368
a ſt mei u ee 18 Man Herb tan wohl 35
Kan das Verlangen 18 Mein Hertz ſoll fingen 89
Kinder der Liebe die 236 Mein Hertz weiß keine 19
Kinder unsrer Liebe 237 Mein IeEſn leite nich 368
Kommt all ihr lieben 358 5 mes Seien
f 1 | 238. L So 370
„Kom it ihr 7 9 238 De 1 0 ne 4 5
Leit mich mein Gott 35% Sein Lr, tverſuncken 457
Lobſinget lobſinget dem 239 Mein Lieb⸗verliebter Br: 20
; I a 2 ſoll 1005 243
Mein auſers Leben ſteht 360 t n Verlangen hat ==
Meine Freude iſt dahin 83 Muß ich ſchon oft traurig 370
Meine Seele ſoll nun 241 un fr N (
Mein Freund hat mich 361 Nun bringet mir die 458
Mein Geiſt iſt hoch er: 362 Nun fiießt die Liebe A
a „ Nun
*
2
aa
=
* . Reg iſter.
Nun gehen die Geiſter 92 O JeEſu thu mir doch 378
Nun gute Nacht du 244 O ihr Kinder einer 256
Nun hab ich meinen 245 O komm doch bald 461
Nun iſt die frohe Zeit 94 O mein Täublein reiner 107
Nun iſt mein Glaubens 94 O ſtitle Ewigkeit 379
Nun komen die Halen 96 O ſtille Friedens⸗Ruh 257
Nun muß der Perlen 100 O ſüſe Himmels⸗Luſt 259
Nun ſieht der Geiſt 459 O ſuͤſer Fried O edle 109
Nun ſind wir auf der 21 O Tauben⸗Einfalt 379
Nun fingen wir das 190 O was groſe Noth 380
Nun wall ich getroſt 371 O was herrliche Gänge 110
Nun walle ich im 101 O was vor enge Pfaͤd 261
Nun werde ich ſehr 372 O was vor Gunft und 262
Nun werde ich wieder 246 O was vor verborgne 112
Nun will ich mit Freuden 372 O was wird das ſeyn 114
Nun wird mein Hertze kor O Weisheit fahre fort 116
ö 5 O wie ſo oft u. manches 38x
O auserwehlte Schaar 148 O wie thut mein Geiſt 264
Ob ich ſchon jetzt annoch 373 O wie thut mein Hertz 383
O duallerreinſtes 374 O wie werd ich dich noch 382
O du ſeligs einſam 104 O wie wohl und herrlich 116
O du tiefe GOttes ꝛoß O wohl dem der gefun: 383
O du tiefe Liebe GOt ros O wo iſt mein Braͤut: 118
O freundliches Umar 375 P
O HErꝛ der Krafften 460 Perl aller keuſch⸗ ver- 119
O himmlisches Weſen 376 REES |
O himmliſche Wohlluſt 250 Rufft getroſt blaßt die 384
O JEſu Krafft der 377 © S |
DO Ieſu meiner Seelen 252 Seele ſchließ dich en 121
O Eu mein getreuer 378 Seele was iſt ſchoͤners 462
OFEN reine Lebens 254 3 Sceht
=
Regiſter. a
Seht die edlen Schaaren 22
Seht wie der edle Zweig
Siehe das iſt mein
Singet lobſinget dem
So ift die Gnaden
So koͤnnen wir dann
So lebet man in GOtt
So muß die Hoffnung
Sophia bleibt verlaffen
So zeuch sn hin
Unſer
Unſre Do muß
Vereinte Lieb laß mich
Viel Schmertzen und
Von Gnad und Güte
Von e ich
Wach auf und brich
Wann alles iſt in mir
Wann alles zu
Wann die Kra
Wann ein Geiſt iſt.
Wann GOtt fein Zion
Wann ich in der Stille
Wann in ſehr groſer
Wann meine Seel in
ner]
Leben iſt verbor:
Pulver
fft von
iſt in
Wann ſich das Glück
386 Wann wird die Zeit
463 Wann wird doch einſt
31
389
389
266 Wann Zion wird entbun 69
387 Was hilfft mich dann
24 Was iſt das Leben
267 Waͤs iſt doch Beſſers
465 Was iſt doch Liebers
467 Was iſt wohl Beſſers
Was Schmertzen haben
Weh dem Menſchen
26 Weil die Wolcken⸗Seul
17 Wen die Liebe aufge⸗
Wenn das ſanffte GOt:
122 Wenn der reine Lebens
469 Wenn himmliſche Liebe
470 Wenn
Wen
473 Wenn mein Geiſt iſt in
124 Wenn mir das Creutz
28 Wer das hoͤchſte Gut
476 Wer die ew'ge Schatz
28 Wer die Liebe Gottes
267 Wer im HErrn ge:
388 Wer kan verdencken
29 Wer
ich hier mit mei: 3
471 Wenn IeEſus Brunen
IEſus die Hertzen 3
127
390
189988
Oe
MN Be 2
283
479 Wer wird in jener neuen 135
bin ich doch allhier 33
Wann meine Tag und 481 Wie faͤhret dahin mein 136
Wann mein Ziel iſt recht 30 Wie fein ſiehts aus der t
FFF r e e ee eee,
3
Kegiſter.
Wie freudig und lieblich 433 Wir leben gantz ver: 40
Wie freuet ſich mein 399 Wir leben in viel 41
Wie herrlich und lieblich 400 Wir leben wohl und 41
Wie innig kan ein Hertz 35 Wir ſitzen nun in tiefer 42
Wie iſt doch der Herr ſo 402 Wo der Tauben Einfalt 140
Wie kan doch ein Hertze 35 Wo die vereinte Krafft 43
Wie kan mein Hertz 36 Wo geh ich hin auf? 410
Wie kindlich und hertz: 486 Wo iſt doch mein 411
Wie lange fol mein 36 Wo ſoll ich hin 412
Wie lange ſolls noch 403 f
Wie lieblich iſt der 488 Jage nicht du kleine 414
Wie macht die Lieb ſo 37 Jeuch hin O liebe Seel 286
Wie manches Leid 404 Zion bluͤht und gruͤnet 137
Wie ſchoͤn gehts zu 405 Zion geht ſchwartz 287
Wie ſchoͤn u. herrlich iſt 489 Zion hat im Geiſt 289
Wie ſehnet ſich mein Geiſtaos Zion iſt erhöht 492
Wie ſehnet ſich mein Hertz 406 Zions Herrlichkeit thut 414
Wie ſelig iſt wer alles 407 Zion werde hoch er: 291
Wie find doch meine 491 Zion wird nun bald 415
Wie find wir nun pin: 37 Zu dir HErr Jen 417
Wie find wir nun ſo 38 Zuletzt muß werden 44
Wie ſtill iſt Zion worden 408 Zuletzt nach wohl voll: 293
Wie thut die Lieb ſo 39 Zuletzt wird doch das 418
Wie wirds zuletzt ſo 491
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1
PR * 1 r- s
Es re
ein
Angenehmer Geruch der
Moſcnund Bilien
Die im Thal der Demuth unter
den Dornen hervor gewachſen.
Ales aus der Brüderfihen E Ge cl.
4 Mate in BETHANIA,
| Im Jahr des Heils 1 75 6,
nn
Die Hütten der Heiligen find er⸗
bauet, der Tempel ſtehet da nach
ſeiner Weiſt. Das Feuer bren⸗
net auf dem reinen Altar, und
die Opfer und Brand⸗Opfer
ſind angenehm vor dem HErrn
DOffenb. Xi. 3.
Siehe, die Hütte Gottes iſt bey den
Menſchen, und er wird bey ihnen wie
in einer Huͤtten wohnen und fie wer⸗
den fein Bold ſeyn, und GOtt ſelbſt
wird bey ihnen ſeyn als ihr GOtt, u.
Gott wird abwiſchen alle Thraͤnen
von ihren Augen. N oö Ein 3
Ein Ausfluß
Golles und ſeiner Viehe,
Aus der |
Huſiliſchen und Paradiſiſchen Gold⸗ader / oder Brunnen des
Lebens entſprungen; Aus der Bruͤderlichen Geſellſchafft in
Bethanien entſproſſen und herfuͤrgebracht. Betreffende
den Inhalt von der unſchaͤtzbaren vom Himel gebrachten
Bruder⸗Lieb; als welche JEſus auf Erden geleh⸗
ret und dargethan: Als welche in ſich hält die huͤnm⸗
liſche Weiblichkeit, in dem Bilde der allerreinſten
Jungfrau Sophia vorgeſtellet, aus welcher
die Fruchtbarkeit der neuen Welt oder das
goͤttliche Geſchlecht entſproſſen, alles
unter dem Bilde der unſchaͤtzbaren
Filadelfiſchen Bruder⸗Liebe
an den Tag gegeben.
JEſus, als das von Gott erhoͤhte
Lamm, wolle uͤber und in uns allen wallen
und geiften, biß Bruder⸗Liebe aldort in jener Welt in der
allerſchoͤnſten Schönheit und Bildeder Jungfran
Sauen e
er D.
SALE .
*
KR
1 Johannis ii. 13, 14.
eErwundert euch nicht, meine
Bruͤder, ſo euch die Welt haſſet.
Wir wiſſen, daß wir aus dem Tod zu
dem Leben uͤbergangen ſind, dann
wir lieben die BRU J DER.
SI Piladeipie! wie lieblich gruͤneſt du
in dem ſo edlen Band der reinen Bruͤ⸗
derſchafft; Wie herrlich iſt dein Gang, wann
noch mit kom̃t dazu / daß man an dir kan ſehn,
die kleine Segens⸗Krafft. Iſt die Gedult
dabey und kom̃t zu ihrem Preis/ Daß man ſie
kan bey dir an allen Orten ſehn: So wird
nicht treffen dich, wann GOtt den Erden⸗
Kreiß Wird richten / daß er wird ſehr ſchnell
Zu Grunde gehn.
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2. Sie ſchmeltzet alle Schla⸗ ſchaft erwirbet feine Todes⸗
cken weg, die oft gemacht ſo fin Kraft: Drum thut die
ſter traͤg: O wol! weil uns dig wahre Bruder⸗Treu gebaͤren
3. Nun wird die hohe Ritter⸗ waͤhrt, weil JEſus ſie uns ſelbſt
ſchafft, die durch des Höchſten gelehrt: Sie toͤdt den alten
Wunder⸗Krafft: Geboren aus Bruder⸗Haß, des Eains Bild
dem Bruder⸗Recht, als wie das Suͤnden⸗Faß. C: eit
em goͤttliches Geſchlecht. 9. O theuren Brüder alzu
4. O was ein Wunder man mal! acht hoch dietheure Bru⸗
da fieht! alwo die Bruder⸗Lie⸗der⸗wahl: Dann ware keine
be blüht: Die IJEſus ſelbſt ge⸗ Bruͤderſchaft, wir blieben in
prieſen an, und fo gebrochen dem Tod verhaft,
dieſe Bahn. 10. Der Erſtgebohrne Bru⸗
5. Dis Wunder wird ſich weit der hat diß Band geſtifft im
und breit eröffnen in der goͤddnen Waſſerbad: DerGroͤſte da dem
Zeit: Was hier verdeckt verdun⸗Kleinern weicht, und macht,
Felt war, wird dort in Klarheit daß ſo die Lie be leucht t.
offenbar. Ya 1
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11. Der Vorgang hats fo weit und lebte man auch Engel'rein.
gebracht, daß Er in ſeiner letz⸗17. Seht! was dis vor ein ho⸗
ten Nacht Den Brüdern wa⸗ her Staat, ſo Bruder⸗Liebe in
ſchen thaͤt die Fuͤß, O wie iſt ſichhat: Dieweil ine wird
Bruder⸗Lieb fo ſuͤs! erhoͤht, dem Grͤelk Nichts an
12. Da gab Er ein Gebott ſo Ehr entgeht.
neu, das lehrt was Bruder⸗Lie⸗ 18. Hier iſt der Zierat JEſu
be ſey: Zuletzt bracht Ihn die Chriſt, wo eins des andern
Liebes⸗Noth gar bis zum bit: Schönheit iſt: O! wie thut es
tern Creutzes⸗Tod. ſo ſchoͤne ſtehn, wo nichts als
13. Diß Liebe⸗Feuer brand ſo Bruder⸗Lieb zu febn.
heiß, daß es aufſchloß das Pa⸗ 19. Sie leuchtet vor in jene
radeis: Wer ſolt nicht gern ein Welt als wie ein Paradieſes⸗
Bruder ſeyn in der ſo ſeligen Feld: von Roſen Lilien man⸗
Gemein? ſcher Art, weil Liebe ſich mit Lie⸗
14. Ja alles, was ſonſt ange⸗ be paart. co |
nehm, iſt nichts zu achten ge⸗ 20. Hier ſieht man auch im
en dem: Was diß vor eine Prieſter⸗Recht das hoch und
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Schmuck gar praͤchtig ſtehn
zum Dienſt des HErrn ſeht
wunderſchoͤn. 3;
Ä aft.
15. Dieweil der Koͤnig aller
Welt ſich ſelbſten vornen ange⸗
ſtellt: Wo alle Heil gen groß N
und klein nun müſſen ſeine dar auf Gottes goͤldenen Altar:
Brüder ſeyn. Hier wird verſöhnt im Prie⸗
16. liben Brüder den⸗ ſt
. cket nach! was liche Geſchlecht. 3
Bruderlib ein hohe Sach: dann 22. Hier ſieht man auch die
alhier gilt kein andrer Schein heilge Wahl zwölf mal Talk
| Fate
un wo eine folchel göttliche Geſchlecht in ihrem
21. Und bringen ihre Opfer
ſter⸗Recht das gantze Menſch⸗
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tauſend Jungfraun⸗Zahl: die Weiſen Stein, der macht das
alzuſammen eine Braut, ſo Hertze Engel⸗rein: Die Bru⸗
aus des Prieſters Seit erbaut. der⸗Liebe it der Schild, ſo ſelb⸗
23. Der hohe Staat fo da zus ſten darſtellt dieſes Bild.
ſeh n wird machenſ in Erſtau⸗ 29. Dabey bringt uns die Bru⸗
nen ſtehn: Daß Voͤlcker wer: der⸗Wahl mit hin zur keuſchen
den Schaaren⸗weiß dem Hoͤch⸗Jungfraun⸗Zahl: Die folgen
ſten geben Ehr und Preiß. dem erhoͤhten Lamm, das von
24. Da wird gekroͤnt die Bru⸗GOtt aus dem Himmel kam.
derſchaft, ſo hier mit JEſu 30. O wunderbart ein dürres
Leidens⸗kraft gekleidet an auf Reis ſchloß wieder auf das Pa⸗
dieſer Welt, und ſo gethan, radeis: Die ſchoͤnſte Frucht def
was Ihm gefaͤllt. ſelben bluͤht, wo man nur Bru⸗
25. Diß heißt recht Philadel⸗ der⸗Liebe ſieht.
phia, wo Bruder⸗Liebe machet | Hr lieben Brüder
ja: Was Gott ſo lang verhei⸗ 3 „ RL alzumall ſeht doch,
fen hat der Bruder⸗Lieb nach wie unſre hohe Wahl ſich brei⸗
ſeinem Rath. ber tet aus in Chriſti Reich, weil
26. Ich freue Mich der Bruͤ⸗ wir der reinen Kirchen Zweig.
derſchaft, weil ſie iſt meiner 32. O Bruder⸗Liebe! ſey ge⸗
Seelen Kraft: Die Bruder⸗Lieb tröft, du wirft von aller Noth
iſſt Lebens⸗Brod, und kan er⸗ erloͤßt: Bald bricht herein die
retten von dem Tod. ggoͤldne Zeit, wo dir viel Kro⸗
27. Dann diß iſt gar ein ho⸗ nen find bereit.
her Grad, wann Bruder⸗Lie⸗ 33. Vor deine Schmach auf
be Einfalt hat: Weil ſie dergie⸗dieſer Welt wirſtu vor Gottes
be Waͤrterin und pfleget ſtets Trohn geſtellt: Als wie ein goͤtt⸗
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dem Kinder-Sinn. liches Geſchlecht, ſo volles
28. Hier findt man auch 5 Stadt⸗und Buͤrger⸗Recht.
e 3 34.
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. nu nee nu case — AB" ET E a a 3 . —.—— —
34. Nebſt Dem, ſo wohnet in tes Ruhe ein. |
der Hoͤh, regieren mit als Ko⸗ 40. Sie triumphirt in allem
nige: Biß wiederum herzu ge- Leid, verfüfft des Lebens⸗Bit⸗
führt , was von dem Schoͤpffer terkett: Iſt oftmals unſte Kraft
abgeirrt. dahin, herrſcht ſie in dem ver⸗
35. Dann wird man mit viel liebten Sinn. 1.5
Wunder ſehn, das Prieſterlich 41. Sie hat uns auch mit
Geſchlecht da ſtehn: Die allzu⸗GOtt vermaͤhlt, u wann wir
mal mit halten an, daß aufge⸗ oft als wie entfeelt: So loͤßt ſie
hoben aller Bann. auf, was ſchwartz und trüb,
36. Durchs Teuffels Grim̃ u. das neüen wir dan Bruder⸗Lib.
boͤſen Neid iſt das Geſchoͤpff von
Gott gezweyt: Die Liebe holt
es wieder ein, daß alles wie zu⸗
vor wird ſeyn.
uns her: Und machet Bahn
dem bloͤden Sinn, der oftmals
37. Dann was der Zorn hat faſt als wie dahin. "
tod gemacht, wird durch die 43. Wann ich gedeuck, wie
Liebe wiederbracht: Die Liebe manche Nacht wir ſchon bey⸗
toͤdtetSuͤnd und Tod, und was ſammen zugebracht: Da fie
ſich hat gezweyt von GOtt. uns war ein Feuer⸗Seul, fo
38. O Bruder⸗Liebe biſtu dal ruf ich aus: OG Ottunein Heyl.
fo find wir ſelbſt dem Schoͤpfer 44. Was Wunderwege haſtu
nah: Die Bruder⸗Lieb iſt hoch ſchon geführet uns auf dieſer
42. Gehts oft in Angſt durchs
rothe Meer, ſo geht ſie ſelber vor
geacht, weil durch ſie alles wie-Bahn: Gingen wir troſtloß
derbracht. hin und her, ſo halffſt du uns
39. Und weil ſte nun iſt unfer vom Himmel her.
Theil, erwirbt ſie uns das groͤ⸗ 45. Wann oft dahin war al⸗
fie Heyl: Sie iſt ein Troſt in ler Muth, mußt Mana fallen
aller Pein, und fuͤhrt in Got⸗ uns zu gut: So haſtu 5 75
1 ur
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Rubin, vor ihr faͤllt alle Schoͤn⸗
heit hin: Sie übertrifft
keiner weich
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durch gebracht, bey vielem E- ſie nicht: drum komt man öffs
lend Tag und Nacht.
46. O
keit.
mehr von der Bahn 52.
Die Frucht von unſerm vielen Jungfrauſchaft,
Leid grünt gus ee Ewig⸗nimand in Verhaft:Sie lindert
ges |
ters ins Gericht: Wann Her⸗
lieben Brüder! Ken nicht find Engel⸗rein, ent⸗
dencket dran, daß zieht ſie ſich mit ihrem Schein.
Dann ihr Panir heißt
auch fuhrt ſie
Schmertz und Todes⸗Pein,
47. J hab oft Wunder⸗dingſgeußt in Gebreſſten Oele ein.
geſchaut, die man der
Weit 53. Als ich die Jungfrauſchaft
nicht anvertraut: Daß wann erwaͤhlt, ward ich durch ihren
der Feinde Wuth erhitzt,
Bruder⸗Liebe Blut geſchwitzt. Mutter,
48. Auch wann ich oft ins ſte⸗
cken kam, ſo
den Schlamm: Und ſchloß des
Kerckers Thuͤre auf, daß ich
fort ſetzte meinen Lauf.
49. Wohl tauſend mal hab
ichs verſucht, mich zu entziehen
ihrer Zucht: Do
Hader bald geſchlicht.
50. Dann ſchoͤner iſt fie als
den
Hparint, und was man ſonſt
noch ſchoͤnes findt. ut
Ji. Derbottnes Naſchen leidt
ch wann ich
ihr ſah ins Geſicht, ſo war der
|
“
die Geiſt beſeelt: Sie ward mir
Schweſter, Braut,
von GOtt er⸗
54. Und ob man ſchon viel von
ihr ſpricht; kom̃t ſie doch ſelten
an das Licht: Damit ihr Per⸗
len reines Kleid nicht ſchaͤnde
Mein Paradies,
trat Sie zu mir in baut.
Cains Gifft und Neid.
55. Drum ſind wir oft ſo tod
und kalt, fo mager, finfter,
ungeftalt: Dann, wann Det
Pord:Windbiäfet drein ſo zieht
fie ibre Segel ein.
56. Doch wañ ſie praͤchtig trit
hervor, ſo leuchtets als ein En⸗
gel⸗Chor: Dan ſcheinet praͤchtig
ihr Gezelt als ein erhabnes Blu⸗
men⸗
br D
u ——— —— ͥͤ — nn. — ei
men⸗Feld. Leid gethan, nimmt ſie ſich
57. Wer ſeiner ſelbſt iſt kom⸗ deſſen gantz nicht an.
inen los, kan ruhn der Weiße 63. Aus dieſem tiefen Liebes⸗
heit in dem Schoos: da wird Meer flieſet die Bruder⸗Liebe
gelehret, wie man ſpricht: die her: Drum traͤgt ſie auch die
Bruder⸗Lieb verwelcket nicht. Sieges⸗Kron in allem Streit
58. Wolt mich ſonſt etwas und Krieg davon.
laden ein, das ich ihm ſolt zu 64. Sie iſt als wie ein Krie⸗
willen ſeyn: So frag ich nach ges⸗Held, und ſchlaͤgt die Fein⸗
der Lieberey, und obs auch de aus dem Feld: Wann ZE-
Bruder⸗Liebe ſey. ſus gehet ſelbſt voran, greiffen
59. Die Bruder⸗Liebe hat kein fie es noch beſſer an.
iel, wann fie dem uten thut 5. Apoſtel und Propheten
zu viel: So legt fie ſich ins Zahl haben getroffen dieſe
Krancken⸗Bett, allwo der Wahl: Den heil gen Vaͤttern
Weißheit Lager⸗Staͤtt. in der Wuͤſt hat Bruder⸗Lieb
60. Gar bald iſt dieſer Fehl den Tod verſüßt.
verſuͤhnt, man lernet, was dem 66. Auch die Martyrer groß
Bruder dient: Und liebt nur und klein ſind ſo zum Himmel
fo, wie es thut wol, wär man gangen ein: Die Bruder⸗Lieb
1 auch noch ſo Liebens⸗voll. hat fie erfreut, daß ſie die Rar⸗
hagab: 61. Die wahre Liebe kommt ter nicht geſcheut. 7
F
b " aug Gott, drum uͤberſteigt 67. Viel Jungfraun haben
« ſie alle Noth: Ob auch ſouſt dieſe Bahn getreten freudig
| alles fiel dahin, bleibt doch ihr auch mit an: Da ward geſcheuet
| hoher Liebes- Sen, keine Pein, ein jedes wolt das
62. Die wahre Lieb ſieht kei⸗Erſte ſeyn. 4
| ne Suͤnd, fie lebt in allem wie 68. Drum iſt die Bruder⸗Lie⸗
| ein Kind: Wird ihr etwas zu be währt, wei man Dune fie
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i
*
** 7
—
— —
—
von dieſer Erd Wird auser⸗
kaufft und gantz verneut, allwo
nichts mehr wird ſeyn gezweyt.
69. Dann wer nicht in der
Liebe ſteht, zuletzt mit ſeinem
Thun vergeht: Doch bleibet
ihm viel ſchwere Pein, er muß
von Gott geſchieden ſeyn.
70. O Bruͤder⸗Liebe! hoch ge:
acht, wer deinen Adel recht be⸗
tracht: Der hat beſtiegen Welt
und Zeit, lebt in dem Nun der
Ewigkeit. |
71. Die Liebe ift von ſolcher
Art, ſie machet uns mit GOtt h
1 art: Will anders was
ch
recht Jungfraͤulich
iſchen ein, das muß nur
ſeyn.
72. Weil dort das Schoͤnſt,
ſo wird geſehn, ſind Jungfraun,
|
|
|
ſchneyt,
*
v
die dem Lam̃ nachgehn: Drum
muß man auch in dieſem Looß
die Schweſter Liebe achten groß.
73. Die Liebe fo vom Himel
iſt Jungfraͤulich,
macht gantz verneut: Gibt al⸗
les hin, was fie nur hat, weil
diß des weiſen SchoͤpfersRaht.
74. Er fandte feinen z
8
Sohn zu uns, vom hohen
Himels⸗Trohn: Der auch ge⸗
than nach deſſen Sinn, da Er
ſein Leben gab dahin.
75. Diß iſt ein Vorbild nach⸗
zuthun, die Lieb kan nicht in
die groͤſte Noth, wann Bru⸗
der⸗Liebe kranck und tod.
Kom! du hohebi⸗
76,8) bes- Tracht, die
IEſus uns vom Himel bracht:
Und ſchenck uns allen ſolchen
Sinn, wo man kan alles geben
hin. |
77. Weil alle Meinsund Ei⸗
genheit uns von dem Schoͤpf⸗
fer hat gezweyt: Dann hier
auf dieſer edlen Bahn ſieht man
erſt, was die Liebe kan.
78. In dieſer angenehmen
Sach folgt man der erſtenKir⸗
chen nach: Da keiner ſagte:
das iſt mein; O koͤnt auch wol
was ſchoͤners ſeyn?
79. Der Jungfraun⸗Schaar
iſt dieſes Loos gegeben auch in
ihren Schoos: Zu geben hin, bis
alles gleich, ſo geht man 15 15
Wercken ruhn: Sie gibt ſichin 47
b: obat :
dort erhoͤht: Das Gluͤck wird trag ich
irren kan. der rechte Kinder⸗-Sinn nehm
85. Dann Liebe und ein klei⸗ alle Eigenheit dahnn
nes Kind einfältig wie die Tau⸗ 91. Wie wird es doch ſo ſchoͤn
ben find: Sie heget nicht Ver⸗ ausſehn, wann wir als Gottes
dacht noch Neid, weil ſolches Kinder gehn: In voller 17 |
5 f 1%
— —
Gottes Reich. nur die Liebe zweyt. i
90. Iſt diß nicht eine ſchoͤne 86. Der Liebe Augen find:
Sach? wo man ſo geht der Lie gantz rein, ſie laſſen nie was bös:
be nach: Und treibt das Vor⸗ ſes ein: Wird ſie ſchon oft be⸗
ſpiel in der Zeit, was dort wird leidigt ſehr, ſie liebet nur noch
ſeyn in Ewigkeit. bruͤnſtiger.
81. Dann Bruder⸗Lieb gar 87. Drum iſt ſie ſo ausbün⸗
ſchoͤn ausſieht, weil fie hier gruͤ⸗ dig ſchoͤn, und nicht bey jeder⸗
net waͤchſt und bluͤht: Dort man zu ſehn: Sie bleibt das
aber wird fie anders ſeyn ſehr allerhoͤchſte Gut, das nimmer⸗
hoch erhoht gantz Engel rein. mehr vergehen thut.
82. Dan alles hier im Mech: 88. Ich eſſe mit, wanns Liebe
ſel ſteht, was hier iſt klein, wird ſchneyt, gehe anders her, ſo
Leid: Ich kan nicht
dort erſt offenbahr, weil hier iſt leben, wies auch geh, won 11
alles wandelbar. nicht Bruder⸗Liebe ſeh h: f
83. II. trete wir getroſt die bahn 89. Die Bruder⸗Lieb iſt hoch⸗
fo geht die Weißheit vornen geehrt, wann fie im Leiden recht
an. Und weil diß iſt ihr reines bewaͤhrt: Und nicht ermuͤdet
Spiel, daß ſie es alſo haben will: in dem Kampff, wo man ver⸗
84. So folgen wir getreulich treibt der Suͤnden⸗Dampff.
nach, und ſehn auf die gerechte Di, Liebe,
Sach: Wir gehen ſo der Liebe 90. flieſe ein! mach al⸗
Bahn, im Klein⸗ſeyn man nicht le Hertzen dir gemein: Damit
1
a sn ea arts FE ae a ĩͤ ... : —ͤ—é BUN EB
tzens Freundlichkeit voll Liebe chen Wehrt nichts gleichet ihr
und Gottſeligkeit. auf dieſererd: Wars guch das
92. So bald ich Bruder⸗Liebe ſchoͤnſte im Geſicht, ſo iſt es
feb, fo wird mir wol, wo ich ſonſt doch zu achten nicht.
weh: Und wird ein Bruder⸗ 98. Daun dieſes hohe Wun⸗
Hertz betruͤbt, iſt mir, als haͤtt der⸗Gut, macht oft den Brüs
ich es veruͤbt. dern neuen Muth: Zu ſeyn ge⸗
ſchwerſte Stein bey Bruͤdern vereinten Bruder⸗Sinn.
ohne Lieb zu ſeyn: Ich köͤnt 99. Und ſcheint die Bruder⸗
ja nicht dem Lamm nachgehn, Lieb verſchmaͤht, ſie wird nur
wañ ichs imdieben ſolt verſehn. mehr von GOtt erhöht: Wan
Press, Mein Hertz ſucht nur die alles oft als wie zerfaͤllt, leucht
Bruder⸗Lieb, was mich auch ſie uns vor in jene Welt.
weiß ihr nichts zu ſch jtzen gleich Schüler bin, ſo weiß ich doch
wärs auch ein irrdiſch Könige in dieſem Sinn: Wird Bru⸗
reich. der⸗Lieb mir machen raum, daß
9 %. Wo Bruder⸗Liebe allzeit ich ein Zweig amLebens⸗Baum
prennt, daß auch kein Schick⸗ zor. Drum bin ich auch ſo
ſäal ſelbe trennt: Das iſt fuͤr⸗ ehr verliebt, damit ich werd
wahr ein groſes Gluck, dabey durch fie. geübt: Wann Bru⸗
das hoͤchſte Meiſterſtuck. der⸗Lieb nuch hohlet ein, kan
906. Dann wer dis hohe Gut ich ein rechter Schüler ſeyn.
erreicht, wanns anders geht, 102. Drum ich inich auch da⸗
gantz ſtille ſchweigt: Den kan rinnen üb, und ſtrebe nach der
kein Unglück fällen mehr, wans Bruder⸗Lieb: Und was auch
Ihn auch umgibt wie ein Meer. wolt in mich hinein, das muß
97. Die Bruder⸗Lieb haͤlt Gu Bruder⸗Liebe ſeyn.
m} 2 . a
103*
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93. Ich waͤr mir ſelbſt der treu aufs äuferft hin in dein
ſonſt wolt machen trüb: Ich xoo. Ob ich gleich noch ein
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12
| D Je Liebe iſt bleibt mit GOtt verwandt;
103 ir von ſolcher Art, ob fie ſchon oft uns unbekannt.
daß ſie dem ſanfftendam nach⸗ 109. Wer fie beſitzt, iſſt Le⸗
art: Hat Demut und dabey bens⸗brod, und iſt befreyt vom
Gedult, und weiß nichts von ew'gen Tod; Doch kommt der
des Naͤchſten Schuld. alte Menſch nicht dran, drum
104, Die Bruder⸗Lieb heilt flieht er auch die Bruder⸗bahn.
alle Pein, fie führt zuletzt in 110. Die Bruder⸗Lieb hat
Gott hinein: Drum iſt fie vielen Schmertz, biß alle Brit
auch von ſolchem Wehrt, daß der wie ein Hertz. Ol wie iſt
ihr nichts gleichet auf der Erd. Bruder⸗Lieb fo füß, wann fie
105. Die Bruder⸗Lieb hat fol: fliegt auf das Paradies. {
che Treu, wer weiß wol, was 111. Drum hab ich fie mir
ihr Adel ſey? Ob man ſie ſchon auch erwaͤhlt, werd ich ſchon
beſchreiben wolt, es gleicht ihr oft als wie entſeelt: Der Bru⸗
nicht das beſte Gold. der⸗Liebe Süͤſſigkeit iſt s alten
106. Sie iſt nicht nur allein Menſchen Bitterkeit. 14
von heut, ſie flieſet aus der 112. Wer in dem alten Men⸗
Ewigkeit: Wan fie nicht waͤr, ſchen liebt, die Bruder⸗Liebe
es wär kein GOtt, wir blieben nur betruͤbt: Weil Bruder⸗
alle ewig tod. Liebe iſt aus GOtt, iſt ſie des
107. Bald ſcheint die Bru⸗ alten Menſchen Tod. i
der⸗Lied veralt; bald ift ſie 113. Drum halte ich vor ſe⸗
wie im Tod erkalt: bald ſteigt lig ſeyn, wann Bruder⸗Lieb
fie wieder aus dem Grab, ſeht hat ſchwere Pein. Wo Ei⸗
doch des Hoͤchſten Wunder⸗gab! gen⸗Lieb ſucht Suͤſſigkeit, ſteht !
108. Jetzt ſcheint fie als der Bruder⸗Lieb in ſchwerem
volle Tag, bald hat ſie lauter Streit. . a
Noht und Klag: Sie iſt und 114. Dañ iſt die Bude 5
a = be)
2
en Dune
IM: 119. Wann Bruder⸗Liebe ift fie doch mit Schand beſtehn,
zur Seit, ſo ſteht man feſt in verfallen u. zu Grunde gehn.
allem Streit: Und bleibt ver⸗ 125. Aufs neue will ich ge⸗
eint mit IᷣEſu Chriſt, der 8 hin, in dem e
ö 3 s
1
e
be ſchoͤn, wann fie im Creutze ſer aller Bruder iſt
täglich grün: Dann diß iſt ih 120. 9 Ch Brüder!
re groͤſte Freud, wann Liebe . I tretet all mit
herꝛſcht im Bruͤder⸗Streit. an, weil er der Stiffter dieſer
115. Die Bruder⸗Lieb macht Bahn: Uns als ein Goͤttli⸗
licht und hell, weil ſieſches Geſchlecht gebracht zu die⸗
das rechte Balſams⸗Oel: Sie ſem Bruder⸗Recht.
iſt uns alle Tage neu. O 121. Seht doch, wie Gottes
Gottes⸗Lieb! O Bruder⸗Treu! Gnaden⸗Fuͤll, in dem verein⸗
116. Sie iſt und bleibet ewig ten Liebes⸗Spiel, Stets fliefet
grün in dem fo treuen Bru ' ein ſehr ſchoͤn und hell aus der
der⸗Sinn: Sie iſt das rechte fo reinen Lebens⸗Zuell.
Himmel⸗brod, weil fie befreyt 122. O wie iſt Bruder⸗Lieb
vom ew'gen Tod. ſo ſuͤßl fie flieſet aus dem Pas
117. Die wahre Lieb iſt Her: radies: Und machet richtig
im Haus, wer die nicht hat, unſre Bahn, daß keiner dar⸗
den kehrt man aus: Drum auf irren kan. 5
will ich weichen nimmermehr, 123. Drum will ich bleiben
weil ſie allzeit mein Bruſt⸗Ge⸗ recht getreu, verſagen alles,
wehr. was auch ſey: Muß ich ſchon
118. Und geh ich gern und durch das Todes⸗Tahl hin big
willig dran auf der gebroch- zum bittern Creutzes⸗Pfal.
nen Ereutzes⸗Bahn: Die mich 124. Will ich doch weichen
nach meiner Glaubens⸗Reiß nimmermehr; obgleich viel
kan führen in das Paradeiß. Feinde um mich her: Muͤſſen
ver
a4
— — — r.. ͤ—„VT..: . ——— ——
—
der⸗Sinn: Was nicht ſo iſt, ihrem Fuß nachgeht. 1
was nicht ſo heißt, noch, was 131. Die Bruder⸗Lieb hat
mit Bruder⸗Liebe ſpeißt. den Beſcheid, ſie heget Hertzens
126. Die treu⸗verliebte Jung⸗Reinigkeit: Ihr Weſen fließt
fraun⸗Schaar geht auch mit aus Gottes Schooß, drum
an bey Paar und Paar: Zu bleibt ſie mir das beſte Looß.
treten in den Freuden⸗Saal, 132. Ich freue mich in die⸗
wo Gottes Braut ihr Hoch⸗ ſem Heil, weil ich auch daran
zeit⸗Mahl. habe Theil: Daß ich darf mit
127. Da wird erhoͤht das wer⸗ am Reihen gehn, wo ſich laͤßt
the Lamm, das hier getretten Bruder⸗Liebe ſehn.
in den Schlamm: Zu uns in 133. Dann wer nicht Bru⸗
unſter hoͤchſten Noht, und uns der⸗Liebe hat, der geht nicht
erloͤſet von dem Tod. ein in Gottes Stadt: Die von
128. Nun iſt gehoben aller der Lieb Tinctur erbaut, als
Bann, ſeht doch! was Bruder⸗ ein vermaͤhlte Jeſus⸗Braut.
Liebe kan: Sie laͤſſet fahrn, I Je ſchoͤn
was ihr Gewinn, und gibt ſich 34. | wirds da
für den Bruder hin. a ſeyn an zu ſehu, wañ alle Bruͤ⸗
0 35: 129. Wer ſolt nicht gern ein der werden ſtehn: Sehr hoch
Bruder ſeyn bey der ſo ſeligen erhoͤht mit Preiß und Ruhm,
Gemein: Weil JEſus ſelbſten als Gottes wehrtes Eigenthum
vornen an, und ſo geoͤffnet die 135. Der Brüder und Junge
ſe Bahn. frauen Zahl werden zuſamen
120. DN iſt der ſtimmen all, Gar Wunder⸗
air, 3 * Schluß, in ſchoͤn im hohen Thon, erhoͤhet
Ewigkeit werd ich nicht treten auf dem Berg Zion. J
mehr zur Seit: Weil Bruder⸗ 136. Die Bruͤder⸗Lieb heilt
Liebe hoch erhoͤht den, der ſtets alle Wehn, die oft durch Seel
90 * un
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5 — *
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und Geiſte gehn: Iſt man folgen dieſem reinen Trieb: ſo
auch toͤdlich ſchon ver wundt, lehret uns die Bruder⸗Lieb.
ihr Balſam macht das Hertz. 142. Und wallen dann mit
geſund. . vieler Freud den Weg zurStil⸗
137. Wer nicht verlaͤßt ſein len Ewigkeit: Und wann wir
Ich und Mein, geht nicht in da gegangen ein, wird Bru⸗
die Geſellſchafft ein: Dann der⸗Lieb das ſchoͤnſte ſeyn
wer fich ſelbſt nicht laſſen kan, 43. Dann was hier nur im
muß weichen von der Bruder⸗Vorſpiel war, wird dorten
Bahn. \ werden offenbar: Was bier
138. Die endlich alle bringet nur wie ein tunckler Schein,
ein, in 5 Ent au der a eier
Gemein Der Erſtgebornen, 1 44 e freuet ſich
die man kan im Himmel ſehn 144. Men Hertz u.
geſchrieben an. Sinn, daß ich auch mit gezaͤh⸗
139. Drum halt ich hoch die let bin In dieſes Loos, O wie
Bruder⸗Lieb/ weil fie macht ſo ſchoͤn iſt Bruder⸗Liebe anz:
alles andre trüb Und ſchwartz, zuſehn. .
waͤrs auch der ſchoͤnſte Schein, 145. Ich will vergeſſen, was
| der doch nicht geht zum Him⸗ ich war ergeben mich der Lie⸗
mel ein. Nie be gar: Und ob ich wuͤrd darob
140. Die Bruder⸗Lieb hat entſeelt, die Bruder⸗Liebe nie⸗
dieſen Brauch, (weil fie ein rei⸗ mahls fehlt.
ner Gottes⸗Hauch) Sie liebt 146. Sind wir durch Kleinheit
nicht nur in Suͤſſigkeit; ſie kommen hoch, zu tragen unſers
ſteht im allerſchwerſten Streit. IEſu Joch: So wird die ſanf⸗
rr. Und weil die Bruder⸗ te Laſt uns leicht, wo ſich nur
FR fo ſchoͤn, fo laßt uns ih⸗Bruder⸗Liebe zeigt
0 zem Winck nach gehn: Und 147. Dew gerötüßhung i |
16
6: meldpi
herfuͤr mit deiner ſchoͤnen Blu⸗ 153. Dan wer einmal geſchrie⸗
men⸗Zier: Erfreue die Ge- ben an, zu gehen dieſe Bru⸗
wächre dein, laß Bruder⸗Lieb der⸗Bahn: Der kan nicht wei⸗
wie Blumen feyn. chen mehr zuruͤck, ſonſt iſt ver⸗
148. Daß der Geruch ſich brei⸗ ſchertzt das groſe Stück |
te aus, zur Freud und Luſt in 154. Der wahren Ruh in je⸗
Gottes Hauß: Wie Lilien und ner Welt, worzu wir ſind ſchon
Roſen weis, O Bruder⸗Lieb! hier erwaͤhlt: Zu halten aus,
O Paradeis! daß wir bereit zu der ſo groſen
149. Wie wird es ſtehen doch Herrlichkeit. ö
fo fein, wann alle Bruͤder Blu⸗ 155. Dann Lieben, Leiden,
men ſeyn: Und lieben auch in Dulden macht, daß man zum
allen Wehn; nichts lieblichers age gebracht: Obs auch
wird ſeyn zu ſehn. cſchon oft geht ſaur und ſchwer,
150. O Auserwaͤhltes Lilien⸗ G Ott ſchickt es fo vom Himmel
Kind! daß ſich mit uns in Lieb her. 1
verbindt: Gib, daß wir dir nur 156. Das fo vereinte Bruder:
folgen nach, biß daß anbricht Band bringt uns ins rechte
der frohe Tag. Vatterland: Ich will befleiſen
251. Iſt dieſes Loos uns zu⸗ mich aufs neu, daß auch ein
gedacht von dem, der uns ſo ſolches Glied ich ſey. 1 4
klein gemacht: So lieben wir 157. In der verlobten Bruͤ⸗
in Nidrigkeit, weil Bruder⸗der⸗Zahl, wo man getreu in
Liebe uns erfreut. ſeiner Wahl: Dann wer die
152. So gehen wir bey Paar Bruder⸗Lieb erhaͤlt, der iſt der
und paar, wie eine weiſſe Tau⸗ groͤſte Glaubens⸗Held.
ben⸗Schaar: Und lieben, biß 1 8 Ode en
wir alle rein, zu gehen in 11 15 * wie ſo ſchoͤn iſt
Himmel ein. | dein Gezelt, wers recht eis |
—
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— — ——— — =
Weis nichts von Cains Pet: ift das Haus, wo fie iſt von
der⸗Mord, iſt hier ſchon Got⸗ gegangen aus: Drum kan ſte
tes und auch dort. auch ſo gar nicht ruhn, ſie muß
159, Wo ſtetig ſolche Liebe unendlich gutes thun.
quillt, der iſt mit Gottes Huld 165. O! waͤr ich a damit
erfüllt: Der Lampen Schein, bereicht, ſo haͤtte ich mein Ziel
das reine e ſtets, erreicht: Und waͤr geworden,
weil niemals Oel gebricht. was ich ſolt, mein Glantz waͤr
Go 50. Die Liebe iſt ein ſchoͤnes koͤſtlicher als Gold F:Zeßma
Kind, ſo man im Thal der Ro⸗ 166. Doch bleibt die Bruder⸗
|
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Gold kommt ihr nicht bey, daß in Ewigkeit: Und weil ſie nini
11 wird vergehn, das machet
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Es ihr zuvergleichen fen.
1864. Der Schoͤpffer ſelbſten
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ſen findt: Gar ſehr behende, Lieb erhoͤht, wer nur derſelben
eh man ſpricht, iſt ſie aufs Fuß nachgeht: Dem iſt ſie all⸗
Naͤchſten Dienſt gericht. zeit ſein Gewicht, daß er kan
61. Sie iſt das veſte Bruder⸗ſtehen aufgericht.
Band, das IEſus ſelbſt gibt 167. Als IEſus ſelbſt nach
in die Hand: Und wer gebracht Gottes Raht getragen unſre
in dieſes Spiel, muß lieben oh⸗Miſſethat: Ging ſehr beladen
ne Maas und Ziel. ſelbſt voran, und ſo geoͤffnet
162. Drum lieben Brüder dieſe Bahn.
laſſt uns gehn, um dieſes Wun⸗ 169. Iſt dieſes nicht ein Lie⸗
der anzuſehn: Wie Liebe gibet bes⸗Band, das uns ſelbſt macht
alles hin, in einem kleinen Kin⸗ mit Gott bekaunt? Und wer
der⸗Sinn. es lernen will verſtehn, muß
263. Ihr Weſen thut GOtt Bruder⸗Ciebe nur anſehn.
felbſt erhöhn, drum iſt ſte auch 169. Weil fie ein Wunder die⸗
ſo Wunder⸗ſchoͤn: Das beſte er Zeit, und wirds auch ſeyn
fie ſo wunder⸗ſchoͤn.
C 170
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15
18
— —
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150. Wann fie in Liebe uns GOtt Geholffen aus ſo vielem
anblickt, ſo werden * Leid: fo danck ich ihm ohn End
Geiſt erquickt: Daß unſers Le⸗ und Zeit. 5
beus Bitterkeit verſuͤſſt, durch 176. Ol wie oft war mein muͤ⸗
ihre Freundlichkeit. der Geiſt faͤſt hin zur andern
17 1. Siepfleget auch demKin⸗Welt gereißt: Wann mußt in
der⸗Sinn, damit er falle nicht jo viel traureg ſtehn, und von.
dahin; Wann es an Hilff und Betruͤbnus faſt vergehn.
Rath geh icht, fo. gibt fie all⸗ 177. Letzt ward mein Hertz
zeit Untekricht. dahin gekehrt zu ſehn was Bru⸗
172 IR ſchoͤn und der- Liebe lehrt: OBruder⸗Lie⸗
Ä eh W üblich iſt zu fehn, |beiniinın mich ein, mach mich
wanncChriſti Schaf und Laͤmer ein Kind der Liebe ſeyn.
ehn Auf angenehmer Himels⸗ 178. Die Bruder⸗Liebe iſt viel
eid, in lauter Huld und wehrt, wan man im Leiden ſehr
Freundlichkeit. beſchwehrt: So hilfft ſie aus,
173. Da ſelbſt der Wolff als wo etwa Schuld, und traͤgt die
wie ein Lamm ſich weidet mit, Schwachen in Gedult.
und worden zahm: O! ſuͤſe 179. Dis hab ich in viel Noth
Frucht der Seligkeit, wo man erlebt, wie Bruder⸗Liebe traͤgt
nichts ſieht von reid u. Streit. und hebt: Ach! wie ſo oft wurd
174. Die Lieb ſo uns vom ich erfreut durch ſie, in meinem
Himmel leucht, macht alles Hertzenleid. 4
friedlich und gebeugt: Wann 18. O Lieben Bruͤder! den⸗
auch ſchon drückt ein Sorgen⸗cket dran, was Bruder⸗Lieb an
Stein fo macht fie es ertraͤg⸗ uns gethan: So wol bey Tag
lich ſeyn. 5 gals wie bey Nacht, die wir im j
6 Inbna: 175. Wann ich gedenck, in wie Elend zugebracht.
viel Noth der gute und getreue 181. Wie oft gedacht der Die
N > . 4
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Bun
7 186.
.
de Sinn, nun iſt die Bruder:
Lieb dahin: M
ein klaͤglich Trauer⸗Spiel.
fir g 2. Wann der mühſam und
lange Zwang fo hart gedruckt
in unſerm Drang: Daß auch
Gedult und Hoffnung hin in
dem noch blöden Kinder⸗Sin.
183. Doch, wann ich thu ge⸗
deucken dran, was Bruder⸗Lieb
zuletzt gethan: So weichet der
ſo lange Schmertz, weil Bru⸗
der⸗Lieb erfreut mein Hertz.
184. Die wirds auch bleiben
gantz allein, wann aller Welt
ihr leerer Schein Dahin wird
fallen und vergehn, ſo bleibt
die Liebe ewig ſtehn.
185. Drum bleib nunmehr die
Bruder Lieb mein Troſt, waũs
finſter ſchwartz und trüb: Sie
an drehe ſich
auch, wie man will: ſieht man wi
2 a“
| Hertzens⸗Bruͤ⸗
I 15 O der allzumal, die M
zu dieſer hohen Wahl Be⸗
rufen, da man hingezehlt, wo
man dem reinen Lam vermaͤhlt.
188. Doch hier auf dieſer rau⸗
hen Bahn iſt Bruder⸗Liebe ſtets
voran: U. hilfft uns trage unſte
Schmach, ſo wol bey Nacht
als wie bey Tag.
189. So geht die Lieb dann
mit einher, die alle Tag wird
herrlicher: Das muß die groͤſte
Schoͤnheit ſeyn, wann Bruͤder
fo vereinigt ſeyn.
190. So ſtehn wir in der Lie⸗
bes⸗Kett, und ſtreiten alle um
die Wett: Mit ringen dringen
durch die Welt, als wie ein tapf⸗
rer Sieges-Held.
191. Dis heiſſt wol rechte Bru⸗
bleibt getreu, haͤlt veſt an Ott
und hilfft zuletzt aus aller Noth.
g. Komm Bruder -Lieb wie
Gold bewaͤhrt auf Gottes reis
nein Fener⸗Herd: Durchgluͤh
mein Hertz mit deiner Glut fo
rd zuletzt noch alles au
u; :
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1 A Hit
der⸗Treu, wo man einander ſte⸗
het bey: In ſchwerſtem Kampf
biß in den Tod, und weichen
auch in keiner Noth. 1
192. O Bruder⸗Liebe! Chri⸗
ſti Bild, fo aus der wahren Ein⸗
falt quillt: Du biſt uns ja viel
koͤſtlicher als edle Stein und
2 groſe
0
20
MO: ,., 3. Das iſt der Bruder⸗Lie⸗ es bald um mich geſchehn.
be Schild, wann nach des Ho⸗ 199. In dieſer Noth und bitt⸗
hen prieſters Bild Die Bruͤder rem Leid bracht ich zu ein gar
um des Bruders Noth ſich ges lange Zeit: Da nichts als E
ben hin big in den Tod. lend um mich her, und mich um⸗
194. O Bruͤder! mercket Got⸗geben wie ein Meer. |
tes Rath, und thuts erweiſen in 200. Da oft gedacht in mei⸗
der That: Das es nicht ſey ein nem Sinn, ach GOtt! wo ſoll
leer Gedicht, wovon der bloſe ich fliehen hin? Soll ich dann
Mund uur ſpricht: gar verſtoſen ſeyn von den ſo
195. O wie iſt Bruder⸗Lieb lieben Bruͤdern meine
fo theur! wann brennt das heiſſe 201. Doch! da ich fo anſieng
Truͤbſals⸗Feur: Wo nichts als zu flehn, wurden geheilet mei⸗
Elend Creutz und Noth, gehn ne Wehn: Die Bruder⸗Liebe
gar viel Freunde auf ein Loth. brach herfuͤr, und zeigte mur die
196. Und fällt dann gar ein offne Thür. | |
harter Stein, gehn noch mehr 202. Wo Philadelpia aus:
auf ein Quintelein: O lieben bluͤht, und man nur Bruder⸗
Bruͤder! dencket dran, bedenckt, Liebe ſieht: Drum will ich all⸗
was Bruder⸗Liebe kan. zeit dencken dran, was Bruder⸗
197. In was vor Elend Noth Lieb an mir gethan. |
und Pein ich war gelaſſen gantz 203. O Bruder⸗Lieb! du edles
allein In dem fo ſehr betruͤb⸗Band, das uns vom Himmel
ten Stand, das iſt allein nur zugeſandt: Du güldner Rohren,
Gott bekant. Stab biſts allein, daß mit der
198. Zuletzt, nach fo viel bitt⸗ himmliſchen Gemein |
rem Schmertz, wacht auf der 204. Wir ſind verbunden hier
Bruder⸗Liebe Hertz: Und heil⸗ auf Erd, daß nur eure |
Gilt groſe Ehr. | te meine viele Wehn, fonft wär
E 1
21
—
eine Heerd: Durchs Lammes Gottes gern Genuͤgen leiſten
Blut wir Bruͤder ſeyn, des nah und fern: Das Hohenprie⸗
freuen ſich die Engel dein; ſſterlich Gebaͤt unter den Bruͤ⸗
205. Wir haben ſchon im Geiſt dern einher geht. |
geſehn die Himmels⸗Leiter Ja⸗ zız. Der Wille Gottes dieſer |
cobs ſtehn: Da reine Engel uns iſt, daß eins des andern Bal⸗ Rn
verwandt in dem ſo treuen Bru⸗ ſam iſt: Der unter Brüdern „„ ö
der⸗Band. ſehr im Schwang, ſo lernen 0
206. Da bringen wir die Opf⸗ wir des Lamms Geſang.
fer dar als eine reine Prieſter⸗ 212. Diß nehmen wir gar wol
Schaar: Des Hohen⸗Prieſters in acht, weil alles dadurch wie⸗ |
Creutzes⸗Tauff macht unſer derbracht: Was durch die Suͤnd |
Rauchwerck fteigen auf, ſſich hat verletzt, aus Gottes |
207. O Segne uns! du Ja- Ordnung ſich geſetzt. f
cobs⸗Stern, weil du geſandt biſt 213, Weil Brüder mit am 5
von dem HErrn Zu deinen Reigen gehn, wo dieſes liebe
Brüdern hier auf Erd, fo bald Lobgethoͤn Gehoͤret wird in
die Zeit erfuͤllet ward. Gottes Krafft, mein Wuͤnſchen
208. Biſtu als Bruder uns geht, daß mit theilhafft
gebohrn, von einer Jungfrau 214. Moͤgt werden an dem
auserkohrn: Haft unſer Elend Juhel⸗Jahr, allwo der Brüder
g nicht geſcheut, O! Wunder als ganse Schaar Zum Dienft
ler Ewigkeit. des Lammes ſtehn bereit, daß
209. Weil dann des erſten alle Creatur verneut. |
Menſchen Sohn verlaſſen ſei⸗ 21 Sen
nes Vatters Thron: Und uns 5 „verlangte Stund!
gelehret Bruder⸗Lieb, fo drin⸗O Bruͤder! die mit mir im
get uns des Geiſtes Trieb. Bund: Wir ſehnen mit inni⸗
Ao, Daß wir dem en Flehn, daß wir des HEr⸗
N 5 ren
Kr
4
0
bye
22
Tag bald ſehn. |
ſals⸗Feuer ſchon oft heiß, die
Bruder⸗Lieb waſcht alles weiß.
216. Wer ſeinen Bruder hertz⸗
lich liebt, und ſeinen Naͤchſten 222. Schaut doch diß groſe
nicht betruͤbt: Hat ſchon in die-Wunder an, und ſeht, was
ger Sterblichkeit ein hohen Bruder⸗Liebe kan: Wo andre
Grad der Seeligkeit.
oft viel Schoͤnheit ziert, die
15217. Ich freu mich auch in Bruder⸗Lieb ſich ſelbſt verliert.
dieſem Spiel, das Lieben it) 223. Obwohl Natur Lieb
mir nie zu viel: Dult ich dabey noch ſo zart, iſt Bruder⸗Lieb
ſchon manchen Hohn, die Lies von ſolcher Art: Daß ob man
be traͤgt die Beut davon.
218. Wen Bruder⸗Liebe ſtets
‚entzündet, iſt worden als ein
ohne Falſch, gantz Engel⸗rein.
Liebes⸗Welt iſt vo
2 221. W B
kleines Kind: Er weiß nichts
mehr von Ich und Mein, iſt
219. Die Bruder⸗Lieb hat
Ihr gleich uͤbel ſpricht, ſo
ſcheints, als ob ſie hoͤrte nicht.
224. Sie iſt fo ſtumm, ſie iſt
ſo blind, ſie weiß nichts von
des Naͤchſten Suͤnd: Ihr Aug
iſt zu und abgekehrt von allem,
was die Lieb beſchwert.
ſolchen Preiß, ſie gruͤnet aus 225. So iſt der Gang fein
dem Paradeiß: Sie iſt fo ho⸗ſchoͤn geziert, wo Liebe ſtets
her Tugend⸗Art, daß ſie ſich das Scepter fuͤhrt: Wo De⸗
mit der Gottheit paart.
220. Sie iſt ſo adelhafft und
rein, im Himmel wird nichts
ſchoͤners ſeyn: Die gantze neue
{ derſelben
angefuͤllt.
*
und ſuͤſes Joch: Brent Truͤb⸗
| ruder⸗Lieb! wie
biſt du doch ſo gar ein ſanfft⸗
mut Huld und Freundlichkeit
iſt worden unſer Ehren⸗Kleid.
226, So find wir nun ein
Tempel⸗Haus, wo Gottes Geiſt
ieht ein und aus: Und reine
iebes⸗Harmonie den Wandel
zieret ſpat und früh, 12795
227. Drum fahr nur hin, du
eitle Luſt, du bleibſt verbannt
Y aus
u
2 3:
2 Tb A ee a a nissen — — —
aus meiner Bruſt: Ich leb in wohl, weil wir ſind alles Gu⸗
einer andern Freud, weil Bru⸗ ten voll: Sind wir dabey ſchon
der⸗Lieb mein Hertz erneut. arm und bloß, ruhn wir doch
228. Kommt, ihr Geſpielen, in der Liebe Schooß.
all mit an, und helfft beſingen 134. So wird die Jungfrau⸗
dieſen Plan: Laßt eure Liebe: ſchafft begraͤntzt, weil Bruder⸗
und Leb⸗Gethoͤn erklingen mit Lieb fo helle glaͤntzt: Die Ro⸗
gar Wunder⸗ſchoͤn. ſen Lilien ſtehen ſchoͤn, wo man
229, Denckt doch, wie manche kan Bruder⸗Liebe ſehn.
Zeit und Jahr aus wie viel E 235. Olieben Bruͤder! liebet
ſend und Gefahr: Aus wie ſofnur, die Liebe geht die Ereu⸗
manchem harten Strauß die tzes⸗Spur: Durchs Creutz
Liebe hat geholffen aus. wird Bruder⸗Liebe rein, ſo daß
230. Da oft der Feind war ſo auch kan nichts ſchoͤners ſeyn.
erhitzt, daß auch der Leib faſt 236. Des Goldes Glantz iſt
Blut geſchwitzt: Wann ſchiene nichts geacht, wer ihren Adel
das gar aus zu ſeyn, ſchenckt recht betracht: Der gleicht fie
fie uns Troft und Hilfe ein. nicht dem ſchoͤnſten Stein, fie
231. Wann wir oft in ſo vie⸗ muß die Schoͤnheit ſelber ſeyn.
ler Moht, da Bruder⸗Lieb faſtf 237. Aldorten jene ſchoͤne
wie zum Spott: Ließ ſie bald Stadt, die lauter Thor von
ihre Schönheit ſehn, und thaͤ⸗ Perlen hat: Muß ihre Schoͤn⸗
te heilen unſre Wehn. heit legen ein, wann kommt
232. Die Frucht von unſerm der Bruder⸗Liebe Schein.
vielen Leid iſt nun, was Bru⸗ 238. Weil fie der Glantz der
der⸗Lieb erfreut: Weil ihr ſo neuen Welt, ſo von GOtt ſelb⸗
treue Gnad und Huld hat aus⸗ ſten iſt umſtellt. Hier in der
Un find wir ſie vollenden ihren Lauf
i
N
1 geſoͤhnt die viele Schuld. Blut⸗ u. Creutzes⸗Tauff thut
233. N worden wieder, 239.
*
239. Doch ſieht man da das biß er geſchlacht am Creutzes⸗
ſchoͤnſte Bild, wo ſtetig Bru⸗ Stamm.
der⸗Liebe quillt: Wo ſelbſt die 245. Da ward aus feiner.
Weißheit lieblich fein, muß Seit erbaut die allerreinſte
Bruder⸗Lieb noch ſchoͤner ſeyn Gottes⸗Braut: Diß iſt die
240. Wer hier der Bruder: Mutter von dem Geiſt, wor⸗
Lieb nachgeht, der wird aldort aus die Bruder⸗Liebe fleußt.
von GOtt erhoͤht: Wer hier 246 D Je Jungfrau
in eigner Lieb aufſteigt, der 4 wird in jener
wird aldorten erſt gebeugt. Welt Ihm ſelbſt zur rechten
241. Dann wer in eigner Lie⸗Seit geſtellt: Dan wird, was
be lebt, der Bruder⸗Liebe wis lang verloren war, in voller
derſtrebt: Kommt nicht ins Schoͤnheit offenbar.
Paradiſes⸗Kreiß, verdirbet als 247. Hier wird die Bruder⸗
ein duͤrres Reiß. Lieb verneut, weil nichtes mehr
242. Die Bruder⸗Lieb kan wird ſeyn gezweyt: Sie geht
alles thun, ſie macht ſuß nach in ihren Urſprung ein, das
der Arbeit ruhn: Wird man wird ein ſchoͤne Jungfrau ſeyn.
geſpeißt mit Hoͤllen⸗Noht, ſie 248. Ihr Name heiſſet So⸗
kan erloͤſen von dem Todt. phia, wir lebten nicht, waͤr ſie
243. Die Bruder⸗Liebe iſt es nicht da: Sie iſt das allerreime
gar, ſieht man aldort die ſel ge ſte Licht, wo niemals Bruder⸗
Schaar Mit Harffen Cym⸗ Lieb gebricht. |
beln GOtt erhoͤhn, die Bru⸗ 249. Sie ift der Bruder⸗Lie⸗
der⸗Lieb kan vorn an gehn. be Schild, das reinſte Licht
244. Der gro GOtt vom auch Gottes Bild: Wer ihrer
Himmels⸗Thron wurd ſelbſtè Schönheit nach will gehn, der
der Jungfrauẽ⸗Sohn: Nahm laß nur Bruder⸗Liebe ſehn.
die Geſtalt zum Bruder⸗Nam, 250, Sie iſt der Liebe A !
| erd
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12
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Heerd, worauf die Bruder⸗Lieb 256. Wann Zorn und Rache
Pr: 25
— — —
‚bewährt: Sie machet auch mit angebrandt, hat ſie das Rauch⸗
Söytt vermaͤhlt, wann man faß in der Hand: Und wann
zur Jungfraun⸗Zahl gezaͤhlt. uns nagt der Schlangen⸗Biß
251. Oer Weißheit reiner Le⸗ tritt Bruder⸗Liebe in den Riß.
bens Saft reicht daꝛ de: Bruder) 257. Der Erſte, ſo diß Spiel
Liebe Kraft: Iſt man nur wohl erdacht, hat ſich fuͤr uns zum
damit verſehn, kan man durch Fluch gemacht: Ein Goktes⸗
Tod und Hoͤlle gehn. Moͤrder und ein Dieb iſt, wer
252, Sie iſt die hoͤchſte Ma⸗ noch heget eigne Lieb.
heſtaͤt, wer nur ein Prieſter und 258. Dann wann uns Bru⸗
Prophet: Ihr Schmuck iſt der⸗Lieb erfreut, fo find wir wie
r
nur von Heiligkeit, auch Liebe von GOtt erneut: Dann w ei
und Barmhertzigkeit. nicht riecht nach Bruder⸗Lieb,
253. Die Bꝛude:⸗Lieb loͤſt alles macht finſter, kalt, und ſchwartz
auf ſchon hie in dieſem Creu⸗ und trüb.
1
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5
2
verborgen war. | |
254. Diß iſt der Bruder⸗Liebe nach der Weiſen Stein, der uns
Brudeꝛ ſeine Schuld: Sie eifert
ſelten übers Ziel, dann diß ver⸗ ſtudirt, der ſieht nicht, ob ſein
üdirbt ihr reines Spiel 5 |
tzes⸗Lauf: Dort wird erſt recht 259. Wer Bruder⸗Liebe hoͤher
ſeyn offenbar, was hier verdeckt ſchaͤtzt, als wo man nur von
Lieben ſchwaͤtzt: Der graͤbet
Staat, daß durch des weiſen macht recht Jungfraͤulich ſeyn.
Schoͤpffers Raht Durch Bru⸗ 260. Wer recht mit Bruder⸗
der ⸗Lieb und Prieſterſchafft Lieb gekrönt, der wird oft biß
dort werde alles wiederbracht. zum Tod verhoͤhnt: Weil er in
N 255. Dann Bruder⸗Lieb hat Liebe tragen kan, wo ihm ein
viel Gedult, fie ſchenckt dem Bruder Leids gethan.
261. Wer einmal dieſe Schul
Bruder irrt: Er liebet nur, u.
| laͤßts
”
2 | | ie
ſo ſeyn; durch Lieb geht man
zum Himmel ein.
262. Es wird kein Fehler mehr
geſehn, die Sunde ſelbſt muß
gantz vergehn: Ja, dieſes hohe
Wunder⸗Gut macht oft den
Bruͤdern neuen Muht.
263. Das Richter⸗Amt iſt ab⸗
gethan, weil Liebe alles tragen
kan: Die Sünde wird darob zu
Spott, und gehet endlich ab
mit Tod.
ſich übt, und jederzeit aufrich⸗
beiten; 264. Wer in der Bruder⸗Lieb
der aus der Hand: Der
tig liebt: Erfaͤhrt derſelbenKoſt⸗
barkeit, waͤrs auch erſt nach
betruͤbter Zeit. 1
265. Es kommt der Bruder⸗
Liebe Band gaꝛ ſchweꝛ un eh
ich
nicht hat aus falſchem Trieb
geſellet zu der Bruder⸗Lieb.
S iſt niemand
266. oe fagen kan,
ſo nicht betritt
man davon ſpricht; wers nicht
erfaͤhrt, der weiß es nicht: Doch,
wer nur guten Samen ſaͤet, der
ſchweige doch, wenns uͤbel geht.
268. Er kommt auff als ein
guter Baum, die Bruder⸗Liebe
macht ihm Raum: Er fallt
nicht als ein loſer Mann, er
ſieht nur, was die Liebe kan.
269. Wer Unſchuld hat und
lernt Gedult bey Bruͤdern, ſteht
in Gottes Huld: Deß freu ich
mich, und dencke dran, was
ſolche hat an mir gethan.
270. Wers wiſſen wolt, wies
gehet zu, ſey fleiſig, daß er
Wercke thu: Und ſeine Worte
richte ein, wie ſie dem Bruder
lieblich ſeyn. 1442417
271. Er ſorge, wenns ihm
gluͤcken thut, obs auch dem
Bruder gehe gut: Ob nicht ſein
Gutes ohne Schmertz ein Raub
ſey in des Bruders Hertz.
die Bruder⸗ 272. Die Bruder⸗Lieb haͤlt
Bahn: Noch jemand, ders be⸗ dieſen Schlag, fie weiß von kei⸗
greiffen ſolt, wie man
wird eingeholt.
dabey nem Ungemach: Wird ſie
trüb und ſchwartz gemacht, fie
267, Auch hilfts unc, daß dacht. aus der finſtern
oft
273.
5
273. Ob ſie ſchon öfters kom̃t
in Noht, und ſcheinet wie der
kalte Tod: Gar bald macht fie
uns wieder froh, und brennet
hell und Lichter⸗loh.
274. Ihr Tuhn iſt alzeit wun⸗
derbaꝛ, wan ſcheinẽ wiꝛ in Tods⸗
Gefahr: Gar bald erſcheint ihr
hohes Licht, wir ſtehen wieder
aufgericht.
one Die Bruder⸗Lieb, das
Licht⸗Flaͤmlein gibt von ſich
einen hellen Schein: Daß jeder:
man daran erkennt den Zunder,
der im Hertzen brennt.
276. Wen Gottes Freund⸗
lichkeit anſtrahlt, und reine Lieb
das Hertz bemahlt: Der zeiget
es im Angeficht, ob er das Ja
im Hertzen ſpricht.
277. Und an der Stirne man
es ließt, ob Liebe aus dem Her⸗
tzen flieſt: Wo Liebe aus dem
Hertzen quillt, iſt aller Hader
gantz geſtillt.
| B einer gaͤb
278. O kin Hand und
Gut, die Liebe groͤßre Dinge
thut: Die Liebe ladet ie
2.
und ſpricht: du muſt gantz an⸗
ders ſeyn. 1
279. Die Liebe ſelber ſich ver⸗
giſt, und in des Bruders Her⸗
tze flieſt: Kein Gutes wird hier⸗
bey verſchertzt, und liebte man
noch ſo behertzt.
nicht von ihm flieht.
280. Die Bruder⸗Lieb, der
reine Geiſt, auch ſelbſten Jung⸗
frau iſt und heiſt: Dann Lieben
aus der Eigenſchaft urſtaͤndet
nicht aus Gottes Kraft. |
281. Der Bruder iſt auch
mit gemeynt, deꝛ uns auch gantz
zuwider ſcheint: Das Glied am
meiſtẽ wiꝛd geſchmuͤckt, das uns
dazu ſcheint ungeſchickt.
282. Wal ſie bedeckt die fuͤnſt⸗
re Larv, der Liebe man alsdañ
bedarf: wer nur in guten Ta⸗
gen liebt, der wird im Leiden
oft geſiebt.
283. Die Liebe traͤgt viel
Hertzenleid, und tritt im Leiden
nicht beyſeit: wann ſie den Bru⸗
der fehlen ſieht, ſie in der Noht
|
1 #
284, Und nimmt ihn felb
auf ihren Schooß, wann er iſt
5 3 I na⸗
} 1
Di ap e
der ſanft herfaͤhrt, und uns die
233
290. Wo iſt, O Hoͤlle! nun;
auch ſo anpreiſt, daß ſie ihn, dein Sieg? Hier legt ſich aller
wenn er hungrig, ſpeiſt. Streit und Krieg: Die Lieb iſt
285. Und achtets vor kein kommen aus den Drang, und
Ungemach, zu tragen ſeines ſingt des keuſchen Lamms
Bruders Schmach: Tritt ſelbe: Geſang. a
mit die Kelter⸗Preß, und lie⸗ 291. Das⸗Laͤmmlein hat al⸗
bet ihn gantz ohn Intreß. hier das Lob, weil es erwieſen
286. Wann nur der Bruder ſeine Prob: Und auch vor Ott
iſt getroͤſt, ſo iſt er ſelbſt vom ins Mittel tratt, als es vor ſeine
Tod erloͤßt: Und traͤgt er ſeines Wuͤrger bat. “in
Bruders Schuld, damit er⸗ 192. O Lieb! wann ein ver⸗
wirbt er Gottes Huld. liebte Mund wolt machen deine
287. So kom̃t man endlich Wuͤrde kund: So würde es ver⸗
duꝛch die Eng u. ſteiget auf vom geblich ſeyn, dann fie if. weder
Lob⸗Gepraͤng Zum Schloß groß noch klein.
der Ehr und Herrlichkeit, wo 193. Sie iſt ja Gottes We⸗
man nichts weiß von Her⸗ ſenheit, und hat ſich eine Staͤtt
tzenleid. bereit: Wo alles iſt gantz rein
1288. Dis macht Bahn dem, und nett, da iſt ihr keuſche
Liebe ſelbſt gelehrt: Dab ee ck
iebe ſelbſt gelehrt: Dabey N weckt die
dieſelbe erſt geſtift, da er dem 294. O Liebe ja
Tode ward ein Gift. nicht auf, ſie ſelbſten iſt bedacht
289. Der Hoͤlle gab er den darauf: Sie ſtehet auf, was
Sententz, und ward ihr eine ihr gefällt, und tritt herfuͤr aus
Peſtilentz: Wo iſt dein Stachel dem Gezelt.
nun? O Tod! du bringeſt uns 295. Sonſt bleibt fie jederzeit
nicht mehr in Noht. in Ruh, und weiß zu ge 4˙
nacket oder bloß: Die Liebe ſich
4 N
— mut
"7 |
dern Buhlern nach:
|
|
j
i
29
ab und zu: Die Lieb ſey hoch und Stein, wo ſie gelaſſen iſt
gebenedeyt, weil ſie uns macht allein: Doch wann der Glaube
ſo hoch erfreut. f um fie her, der wirft den groͤ⸗
296. Sie iſt des hoͤchſten ſten Berg ins Meer.
Gottes Braut, wer auf ſie hat 302: Diß iſt des Glaubens
fein Schloß gebaut: dem bleibt Wunder⸗Kraft, daß er der Liebe
ſie ſonſt gantz wunder⸗ſtill, und Ruh verſchaft: Sie ladet ſich
regt ſich nur in dieſem Spiel. ſonſt Laͤſten auf, daß ihr bald
297. Doch, wann uns trift gieng das Leben drauf 80
viel bittrer Schmertz, ſo oͤffnet 303. Dann Einfalt machet
fie gar bald das Hertz: Und jagt ſie ſo blind, und ſunpel als ein
uns nur von lauter Lieb, und kleines Kind: drum muß der
ihrem keuſchen Feuer⸗Trieb. Glaub ſie leiten fuͤhrn, ſonſt
298. Ihr hoͤchſtes Gut iſt thaͤte ſie ſich ſelbſt verliern.
Gottes Sohn, um ſie verließ er 304. Doch, wann der Glaube
feine Trohn: Drum hat ſie auch Wunder würckt, ſo ſtellt die
ihr einzige Theil in Ihm, dazu Liebe, eh maus merckt, Des
ihr gröftes Heil. Schoͤpffers Kraft u. Bilde dar,
299. Drum achtet ſtes die das von Anfang verloren war.
groͤſte Schmach, zu S0 an⸗ 305. O Bruder⸗Liebe! bren
Ich ſinck ſo fort, in; dir liegt Gottes
Gnaden⸗Wort: Du traͤgſt ein
mich ſatt von dieſer Koſt. hohes Wunder⸗Gut, das alle
00. Jemehr man dieſe Koſt Welt verſoͤhnen thut.
genießt, jemehr man ſich aus 306. Diß iſt der goͤldne Watte
Lich vergiſt: So, daß auch Lieb der⸗Stab, des Koͤnigs Sold,
zur duncklen Nacht thut ma⸗ die reichſte Haab: Was hier auf
chen, was ſonſt hoch geacht. Erden reich und febon, iſt nur
301, Die Liebe traͤget ic er Thorheit anzufehn, .
D
nun hin und bin getroſt, ich ef
30
—— —
307. Gegen dem groſen Wun⸗ haftig breiten aus in unſers
der⸗Gut; wann Bruder⸗Liebe Gottes Stadt und Hauß.
waͤchſt der Muht: Muß alles 310. Die Bruder⸗Liebe bleibt
andre in das Grab, weil Bru⸗ erhoͤht, in Ewigkeit ſie nicht ver⸗
der⸗Lieb die reichſte Haab. geht: Sie wird zuletzte ſtehn er⸗
308. Als ich den hohen Preiß baut als eine reine Gottes⸗
erwaͤgt, den Bruder⸗Lieb im Braut.
Schooſe traͤgt: Wurd meine 3rr. Diß iſt der Schluß von
. e Jack tingirt von dieſem Lied: Wann Bruder⸗
dieſeſn edlen Saft. Liebe aus gebluͤht: So wird die
309. Drum muß der ange⸗ Frucht ein güldner Schein im
nehmGeruch des Bruder⸗Bal⸗Paradiſe Gottes ſeyn.
ſams ſüͤſe Frucht: Sich adel⸗ i
Nachklang.
So muß dle Bruder⸗Liebe lieblich grünen, | Diß iſt die Kraft von dieſem Lied,
Wo die Natur in der Verweſung ſteht; Wo Bruder⸗Liebe alles kan beſteigen,
Der Bruder⸗Balſam muß zum Segen dienen, Dann wer noch etwas Boͤſes ſieht,
Wens hagelt, ſchneyt u durch einander weht. Der muß von Bruder⸗Liebe ſtille ſchweigen.
Hat Bruder⸗Lieb die Schul ſtudirt, . t
Daß fie im Elend keine Klag laͤſt hoͤren, Freylich bringt Bruder⸗Lieb den edlen Segen,
So iſt nichts mehr, das ſie beruͤhrt, Der neuen Welt herfuͤhr: was dort wird ſeyn,
Was ſonſt den Sin in etwas koͤnt bethoͤren. Tuht klaͤrlich zeigen ſich in denen Wegen,
Hk Wo Bruder⸗Lieb ſchenckt lauter Balſam ein,
So bald der Bruder⸗Balſam wird empfunden, Iſt diß der Liebe Thaͤtigkeit, 5
So macht er auch der Liebe weite Bahn, Daß ſtets der Balſam thut auf andre flieſen,
Haß nichts vom Sünde⸗Gift wird mehr gefunde: So iſts die Frucht der Seligkeit,
Hier ſieht man bald, was Bruder⸗Liebe kan. Die man wird hier und dort ohnEnd gen ieſen.
KT en m n x.ͥꝑ⅛ꝝx?⁶.ʒů nen
* =
Ein
Angenehmer Geruch der
Silin
Die im Thal der Demuth unter
den Dornen hervor gewachſen.
Alle aus der Schweiterfichen‘ Gesel
1 ſchafft in S ARO N.
|
N
Im Jahr des Heils 17 5 % |
—
Der Himmel freue ſich, und die
Erde ſey froh, dann die Heili-
gen des Hoͤchſten nehmen das
Königreich ein, und die Elenden
und Verlaſſenen kommen empor.
Wir hören Lobgeſange gegen dem Alf
gang, dann die vom Ende der Erden
kommen, und bringen ihre Gaben zu
Ehren dem Allmaͤchtigen.
a. *
BERBERSESTELSLSSELLETLLBLLTLERLERT
Sn er I Sn
CC nt
& In Ausfluß und Strom, der aus dem Brunnen der Liebe Got⸗
©
tes herab gefloſſen ins Thal, wo FEfus feine reine Lämmer⸗Heer⸗
de weidet. Alles aus der Schweſterlichen Geſellſchafft in Saron,
als welche den Tuͤttel tragen des Geſchlechts der Jungfrauen, die
allhier dem Lamm nachfolgen, wo es hingeht. NN
ti}:
Mag deswegen dieſes Lieds Inhalt wohl ein Wunder der Zeit oder ht Ü 1
Roſe und Lilie der Ewigkeit genennet werden. Das von Gott er⸗
hoͤhte damm wolle mit feiner Krafft⸗Weſenheit in derſelben Geſellſchafft
walten und geiſten, biß ſie in Ihm erhoͤhet werden auf dem Berge
Zion, alwo das neue Led geſungen wird, welches niemand lernen kan,
ohne die Auserkauffte von der Erden, als Jungfrauen, die dem Lainmm
nachfolgen, wo es hingeht: weſſen Glantz ſich ausbreiten wird uͤber
alle Himmel, und ſie werden prangen im ewigen Krantz in Paradiſi⸗
ſcher Schönheit. Amen, Halleluja, Ja Amen.
955 f Fruehling en des Lamms Geſang: Das
luͤht, die neue Lied wird noch geſpart,
Sonne ſteigt, ſeht, biß daß die Braut dem Lam
2 was ein 8
Glantz ſich zeigt! 3. Anjetzo wird nach lan⸗
ao chkeit pom 1 Hünmel gaz Nacht von Zions Reich ein
4 f ns das ungfraͤu⸗ Wort geſagt: Man ſinget aus
Heer. | demſelben Trieb, was Jung⸗
3 ur hört man in dem fern: und was Schweſted⸗Lieb.
1 Zauiben-Rlang der Sungfau . 4. Weil ſelbe fie Hun
Me; me
E
2
— —— — — ———
mel her, drum wird ihr nichts ſchoͤne Bild, woraus die
ſeyn ähnlicher: Als der ſie von Schweſter⸗Liebe quillt.
daher gebracht, und als ein 10. Wo ſonſten lieb der
Lamm am Creutz geſchlacht. Weiſen Stein, iſt Schweſter⸗
5. Da hat ſich dieſe Frucht Liebe Engel⸗rein: Wo De⸗
geſaet, die nun bey uns in Ach: mut iſt des Glaubens Schild,
ren ſteht: Sie heiſſet Jungfrau iſt Schweſter⸗Liebe Gottes
Schweſter⸗Lieb, O reiner Bil
ild
. , Glantz! O Gottes ⸗Triebl Ur Je Schweſter⸗
br (in: 6. Drumiftdie Schweſter⸗ II. D Liebe hat den
Lieb fo treu, daß fie im Tod Preiß, ſie fuͤhret uns ins Pa⸗
nicht bricht entzwey: Sie iſt radeis: Sie iſt der Braut⸗
von ſolchem hohen Staat, wor⸗Schmuck jener Welt, die Zier⸗
an Gott fein Gefallen hat. de, jo GOtt ſelbſt gefaͤllt.
. DieSchweſter⸗Liebe iſt 12. Sie iſt der edle Lilien⸗
fo rein, im Himel wird nichts Zweig, fo gruͤnet aus in Got⸗
ſchoͤners ſeyn: Ihr Schmuck tes Reich: Ja auch das ſchoͤ⸗.
iſt aus dem teinften Licht, ne Roſen⸗Feld, das hier etz
drum ihr an Schoͤnheit nichts ſcheint im Jammer⸗Zelt. ö
gebricht. 1 13. Ob gleich der Dorn⸗
g. Wo Jungfrauſchafft ſtich noch dabey, die Lieb, ſo
der Welßheit Raht, iſt Schwe⸗ einmal recht getreu: Wird
ſter⸗Lieb aus freyer Gnad: nur noch mehr dadurch ent⸗
Und was den beyden heiſet zuͤndt. O ſüſe Lieb! S Hot⸗
nah, iſt Namens Jungfrau tes⸗Kind. (ih: mmatan
Sophia. 14. Wo kom̃t die Schwe⸗
9. Jeſus hat dieſes ſelbſt ſter⸗Liebe her? fie fließt aus
lehrt, die Schweſter⸗Liebe Gottes reinem Meer: Drum
och geehrt: Maria war das lieb ich fie fo Engel⸗ rein, 15
| ' ich
PN —— — —ů — 6 1 .
ich gern möcht ihr eigen ſeyn. rathen mich ſo wohl: Und
15. Ich hab fie mir ſelbſt mich nun hat dahin gebracht,
auserwaͤhlt, daß ich ihr wer⸗ wo man ihm dienet Tag und
de zugezaͤhlt. O was ein Gut Nacht.
und Liebes⸗Looß thut fie uns ar. Die Liebe weiß von
geben in den Schooß! feiner Muͤh, ob fie ſchon wuͤr⸗
166. Die Schweſter⸗Liebſcket ſpat und früh: Sie iſt das
iſt allzeit wohl; obſchon oft reine Himmels⸗Bild, womit
Leid⸗ und Jam̃er⸗voll: Sie die neue Welt erfüllt.
waͤchſt in allem Leiden aus, 22. Die Schweſter⸗Liebe
und bringt die ſchoͤnſte Frucht ſteht ſehr hoch, weil ſie das al⸗
nach Haus. j lerſuͤſſſte Joch: Wird man ge⸗
17. Ich bin voll ſuͤſer Gei⸗ traͤnckt mit Myrrhen⸗Wein,
ſtes⸗Freud, weil Schweſter⸗äſchenckt fie dagegen Suͤſes ein.
Liebe mich erneut: O wohl!] 23. Wann Gott die Sei⸗
wer komen in die Wahl, den nen wird erhoͤhn, wie Lilien
N ſtüꝛtzt nicht mehr der groͤſte Fal und Roſen ſtehn: So bleibt
18. Wer in der wahren die Liebe Koͤnigin, und kroͤnet
Liebe bleibt, der iſt mit GOtt den verliebten Sinn.
ſelbſt einverleibt: Drumfuchet 24. Sie muntert immer
nur die reine Lieb; obs ſchon freudig auf, und foͤrdert un⸗
oft fuͤnſter, ſchwartz und trüb. fern Ereutzes⸗Cauf: Will oft
1059. Die wahre Liebe haͤlt verloͤſchen unſer Schein, ſo
Gewicht; ob wirs ſchon oft⸗geußt fie heilige Oele ein.
mals mercken nicht: Sie loͤſet 25. So wird das Hertze
auf viel ſchwere Buͤrd, wo aufgericht, erhoben unſer
man oft toͤdtlich ſich verirrt. Glaͤubens⸗Licht: Wir werden
h: 20, Drum iſt mein Hertze wie ein gruͤner Zweig in Got⸗
n weil age tes und in Chriſti Reich. 5
2 1
8
1
NE
}
4
„ & Schwefter:Lieb| der Ewigkeit, ein Tröfterim
2 6. O beleucht uns all in Traurigkeit: Suchſt du der
daß keins veꝛſcheꝛtze ſeine Wahl: wahren Tugend Bahn, ſeh
Du biſt das beben in dem Tod, nur die Schweſter⸗Liebe an.
wer dich genießt, iſſt Himels⸗ 32. Leucht Jungfrauſchaft
rod. in jene Welt, iſt Schweſter⸗
27. Wie iſts fo ſchoͤn, wo Lieb ein Blumen⸗Feld Von
Liebe quillt, dann da grünt Roſen, Lilien mancher Art,
aus das Jungfraun⸗Bild: wo man dem reinen Lamm
Wolt anders was in uns hin⸗ nachart. |
ein, ſo muͤßts das Schoͤnſte 33: Diß iſt die Frucht vom
ſelber ſeyn. Himmel her, find gleich die Buͤr⸗
28. O Schweftern! blei⸗ den oftmals ſchwer: Daß man
bet all getreu, weil reine Liebe dabey viel bittre Pein, die
allzeit neu: Lieb iſt ein Schatz, Schweſter⸗Lieb ſchenckt Suͤ⸗
der nicht vergeht, weil er in je⸗ſes ein. mar ja: 1
ner Welt beſteht. 534. Drum war Ich auch
29. Wann die Natur hat als wie entſeelt, eh Ich mir hat
ſchwere Pein, ſchenckt Liebe diß Looß erwaͤhlt: Um mich
lauter Suͤſes ein: Wer will er⸗ ſo zu verleiben ein, in JEſu
rathẽ den Genuß doch bringts Kirch Die Kleinſt zu ſeyn.
der Eigen⸗Lieb Verdruß. 385. In dieſem kleinen Kin⸗
30. Seht, was ein Wun⸗ der⸗Sinn hab Ich es nun ge⸗
der man da ſieht, alwo die bracht dahin: Daß all mein
Schweſter⸗Liebe blüht: Sie Thun fo eingericht, daß mir
macht aus Wermuth Zucker⸗ niemals die Lieb gebricht
Wein, was konte auch wohl 36. Drum bin Ich ſelig
beſſers ſeyn? nun gemacht, weil Ich zu die⸗
31. Sie iſt das Schloß ſem Ziel gebracht: 1
57
222... ͤ̃ ˙—⏑⅛—ßsrẽÜ : —— ET TEE
Schweſter⸗Liebe mich ver⸗ 47. Diß iſt mein Theil,
gnugt, wordurch Ich mich den Ich erwaͤhlt, daß Ich bleib
und Welt beſiegt. ewig zugezaͤhlt Der vorer⸗
7. Ach! Ich hab ſonſt waͤhlten Laͤmmer⸗Heerd, die
nichts auf der Welt (Sie iſt auserkauffet von der Erd.
mir nur ein Meſechs⸗Zelt:)) 43. Drum gehen wir auch
Als nur die liebe Schweſtern alſo hin, und lieben nur den
mein, die ſollen mir die Lieb⸗Kinder⸗Sinn: Wan Liebe zie⸗
fie. ſeyn. irret unſern Gang, fo lernen
38. Sie find mein Troſt wir des Lamms Gefang.-
und meine Freud, weil wir gar 44. Wie hat doch ſeine
manche Trauer⸗Zeit Haben Freundlichkeit uns ſtets ge⸗
beyſamen zugebracht in man⸗fuͤhrt die Lebens⸗Zeit: Biß
cher tuncklen trüben Nacht. wir erlernet dieſe Spur, wo
39. Eh wir erlernet dieſe man einander liebet nur.
Lieb, ſo machet licht, was 45. Drumloben wir auch
ſchwartz und truͤb: Daneben fruͤh und ſpat die groſe Gute
bot bekam zu Lohn vor ihre und Genad: Daß GOtt uns
Treu die Dornen⸗Kron. ſo zuſammen bracht durch ſei⸗
10. Owohll weil wir uns ne grofe Wunder⸗Macht.
hingekehrt, was JEſu Raht 46. Und weil uns GOtt
und Willen lehrt: Daß in dem ſo angeſehn, geholffen aus ſo
ſehr verliebten Sinn ſich eins vielen Wehn: O liebe Schwe⸗
vors andre giebet hin. ftern! :dencket dran, daß keins
41. Das iſt nun worden mehr weiche von der Bahn.
umſonſt und ſo, daß nichts als zu unſrem Troſt: Wer ſolt
Vieb uns mache froh. N nicht trincken dieſen Wein, um
* abgericht Zu lieben gantz Liebes⸗Moſt uns eingeſchenckt
ſtetig
unſre Pflicht, ſo find die Her⸗ 47. Seht, was vor ſüſer
22
— — 9 VE NO LEE ODE 2 EEADETNE SKINS 5
ſtetig voller Lieb zu ſeyn. Reich: Der das Gedeyen da⸗
48. Dann wers einmal zu gibt, hat uns bis in den
daran verſehn, und ſoll doch Tod geliebt. ua
mit am Reigen gehn: Hat 54. Nun gruͤnt die Schwe⸗
ſchwere Pein und viele Noht, ſter⸗Liebe ſchoͤn, weil ſie durch
fein Leben iſt ein bittrer Tod. ſo viel Noht und Wehn Ge⸗
49. Soll jemand geben gangen ein gar lange Zeit in
weiſen Raht, der ſelbſt die wah⸗ viel Gedraͤng und bittrem Leid
re Lieb nicht hat: Der hat vielf ss. Drum ſteht die Lieb
Pein, fällt ſich ſelbſt ſchwer, der Schweſtern hoch, weil ſie
und andern unertraͤglicher. das ſanffte IEſus⸗Joch Hier
Fo. Die Liebe iſt ein ſtar⸗ tragen im verliebten Sin, um
cker Mann, dieweil ſie alles den ſie alles geben hin.
tragen kan: Will man ſie bit⸗ 56. Ja auch ihr Liebſtes
ten um Gedult, ſo weiß ſie auf der Welt, um nur zu thun,
nichts vons Naͤchſten Schuld. was Gott gefaͤllt: Und mei⸗
51. O wie ſo wohl iſt uns den allen ſolchen Schein, der
geſchehm daß wir an dieſem nicht mit geht zum Himel ein.
Reihen gehn In Engeliſcher
Harmonie, um Gott zu die⸗
nen ſpat und fruͤh. |
52. Ich freue mich in die⸗
ſem Gang; obſchon oft Zeit
und Weile lang: Im Dunck⸗
len bricht herfuͤr ein Schein,
liebt gemacht, war meines Lieb⸗
ſten Niedertracht: Iſt ſonſt
noch was, das mich bꝛacht dran
ſo iſt, was man nicht ſagen kan.
58. Das Liebſte, das mir
*
57. Was mich ſo ſehr ver⸗
I»
E.
\
gedenck, wie Ich erwaͤhlt, zur 67. Sie liebt nicht nur,
nicht mid, obs ſchon oft mich an ihr mim̃er ſatt, an ihr
die ewig nichts kan machen 70. O hochgeſchaͤtzte Got⸗
truͤb: Bisher hat fir geholffen tes Lieb die nichts kan ma⸗
-
I:
N .
7
— —
meinem Leid, weil diß mir oft aus ſo viel und manchem har⸗
vertreibt die Zeit: Wann Ich ten Strauß.
heilge Jungſiaun⸗Zahl gezaͤhlt was ihr-gefällt, auch was ſich
60. Drum komt ihr lieben ihr entgegen ſtellt: Sie liebt
Schweſtern mein, die bisher nicht nur in Schmach u. Spott
treu geblieben ſeyn: Wir mol: fie läßt ſich treten gar in Koht.
len lieben bis in Tod, fo kan 66. Obgleich verdunckelt
uns ſcheiden keine Noht. wird ihr Schein, ſie ſpricht:
61. Die reine Liebe baut wañ wir nur Kinder ſeyn. Wolt
ihr Haus in Seelen, die ge- man uns nehmen gar dahin,
kehret aus Der Welt: und ſo bleibet doch derſelbe Sinn.
bleib ich fo geſinnt, fo kan Ich. 67. Sie iſt mir gar aus⸗
ſeyn ein Gottes-Kind. buͤndig ſchoͤn, drum will ich A
62. Die reine Liebe wird ihrem Fuß nachgehn: Ich eß N
ſchwartz und trüb ausſteht: gebricht es nie an Raht.
Wird fie ſchon oft gering ge 68. O wohl! wer funden |
macht, fie weiß nichts als von dieſe Spur, wo man nichts
Niedertracht. kan als lieben nur In Leiden
63. Sie macht ſich oͤfters gleich wie in der Freud, und
blind u. taub, damit ihr nichts vieler Hertzens⸗Engigkeit. b |
die Liebe raub: Wan Eigen⸗ 69. Drum ſoll dig eintzig
|
|
|
Liebe kommt in Noht, iſſt ſeyn mein Ziel, dem ich nun
Schweſter⸗Liebe Himel⸗Brod ſtets nachjagen will Zu lieben
O Unverfaͤlſchte in der groͤſten Pein, dig wird
4. O Schweſter⸗Liebl wohl Schweſter⸗Ctebe ſeyn.
chen
ſina:
N
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x + . 5 Ra
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*
2
3
TT 6, STREBEN BER UR ER WEG u | STE SAG
chen ſchwartz noch trüb: Ihr wies jedes Haben will.
Glantz und Schein wird blei⸗ 76. Dieſelbe hab ich mir
ben ſtehn, wann alles andre erwaͤhlt, fie mich zur Jung⸗
wird vergehn. fraun⸗Zahl gezaͤhlt: Ihr Luſt⸗
€
71. Drum kan und mag Spiel iſt mein gröfte Freud,
nichts ſchöͤners ſeyn, als ſich die ich genieß in dieſer Zeit.
in Gottes Lieb erfreun: In 77. Ihr treuer Raht hat
Leiden und in Traurigkeit hat mich belehrt, daß ich ihr gantz
man die wahre Seeligkeit. werd zugekehrt: Es iſt in ein
72. Die Schweſter⸗Liebe hoͤchſte Luft und Freud zu fies
geht voran, ſie fuͤhrt uns auf hen ihrem Dienſt bereit.
der Tugend Bahn: durch Lie 78. Wie edel iſt der Liebe
ben find wir kom̃en hoch, ſie Zier, ſie leuchtet aller Tugend
hilfft uns tragen Chriſti Joch. für: Hier traͤgt ſie oft der Ju⸗
a: 73. Sie hat durchs Creutz gend Hohn, dort prangt ſie in
uns neugebohrn, zur Kind⸗ der Ehren⸗Kron.
ſchafft Goktes auserkorn: Diß 79. Hier wird die Tugend
Erbtheil iſt uns beygelegt oft gebeugt, daß ſie gantz ſtum
durch Lieb, die alles hebt und und ſtille ſchweigt: Thut ihr
trägt. nun jemand Leiden an, fie nim̃t
74. Die Weisheit rufft: ſich deſſen gantz nicht an.
komt her zu mir, die Schwe⸗ 80. Bald dringt ſie in das
ſtern komen mit Begier: Zu innre ein, allwo verſuͤſet alle
folgen ihrer reinen Lehr, und Pein: Sie dringt durch alle
geben ihren Winck Gehör. Fünſternuß, biß ihr das Beſte a
75. Sie kan doch ſonſten zum Genuß.
mit uns zu thun: Und weil ſe Seligkeit wird
ſie liebet ohne Ziel, ſo een aldorten zubereit: wann
0 f Schu
* „
*
. 4
nirgend ruhn, ſie hat nur ſtets 81 A Eh! wie ein gib)
7
|
A;
sra
5
©;
|
0
“
9
iht! >.
0:32. Die Weisheit ift ein
ken in das
Di was ſich ſo
Paradieß aufſchleußt: Durch
Liebe ſind wir neugeborn, zur
ewgen Jungfrauſchafſt erkorn
37. O Liebel die fo Bete bis in Tod.
1
mit der Zeit.
Schweſter⸗Liebe mich erfreut,
in aller Noht und Traurigkeit
92. Wie manche rauhe
Zeit ging hin, eh mein in GOtt
verliebter Sinn Veſt ſtehen
kont in aller Noht, um treu zu
93.
/6: /alme
}) ENER N.
10
—
—— HU m nn
93. Ich war verliebt zul gibſt dich ſelbſt und Alles hin,
lieben nur, und wußt nicht, daß ach ſchencke mi: auch ſolch; Sin
der Weisheit Spur Ging, 99. Die Jungfrauſchafft.
durch ſo manche rauhe Weg, ſo Liebe hegt, ſtellt dar ein Gotz;
daß ſchieꝛ geglittẽ auf dem ſteg. liches Geſchlecht: Um die gab .
94. Wann nicht die liebe ich mein viebſtes hin, mit alle
Schweſtern mein genommenſ was ich hab und bin.
hin den Anſtoß⸗Stein: Der 100. O was ein Segen!
auf mich ſtieß in harter Zeit, den man ſieht, allwo die reine
in meinem groſenHertzen⸗Leid Liebe blüht: Es kan und mag
95. Drum ſetz ich fort die nichts ſchoͤners ſeyn, wen nur
Wanderſchafft, und bleib in erfreut derſelbe Schein.
reiner Lieb verhafft Mit allen 101. Der Schmertzen, der
An p: Schweſtern groß und klein auf mich oft umſtellt, macht leben,
een ewig hin gepaart zu ſeyn. wie es Gott gefällt: Der leh⸗
96. Will anders was in ret, daß man lieben kan, und
meinen Sinn, laß ich es fah⸗ auch nicht irret auf der Bahn.
ren ſo dahin: Daß es mein 102. Will ſincken oft der
| Hertze nicht beruhr, und von ſchwache Muth, die Schwer
. der Schweſter⸗Lieb abfuͤhr. ſter⸗Lieb macht alles gut: Wan
ſonſfü lia 97. Wann uns die Lieb tunckel wird der Lampen
vom Himel ſchneyt, fo macht Schein, geußt Schweſter⸗Lie⸗
fie uns in Gott erneut: Will be Oele ein. h Serj a:
anders was darzwiſchen ein, 103. O waͤr ich gaͤntzmit
das muß nur Schweſter⸗Lie⸗dir gepaart, und deiner reinen
be ſeyn. Taüuͤben⸗Art: So wird der⸗
98. O Allerliebſte Lie⸗ſelben Lieblichkeit hinnehmen
70 bes Zier! du biſt meine Alberheit.
das Schoͤnſte mir und dir: U. 104. O Liebl wann du biſt
i um
m
um mich her, fo biſt du mir Grab hinein, nr
ein Bruſt⸗Gewehr: Beleuch⸗ 110. Iſts, daß ich mich
te mich, du ſchoͤnſtes Licht, weil hierinnen üb, ſo wirds bald
Aug u. Hertz nach dir gericht. klar durch Schweſter⸗Lieb. O
105. Dann diß die rechte liebe Schweſtern! geht allzeit
Lebens⸗Bahn, worinnen nie⸗ dem Kleinſteè vo: mit Thaͤtigkeit
mand irren kan: Drum komt 111. Hat oft der Kinder⸗
ihr Lieben, laßt uns gehn, wo Sinn viel Wehn, ſo laßt nur
man kan lauter Schoͤnes ſehn. Schweſter⸗Liebe ſehn: Bricht
106. Und ob wir ſchon oft die herfuͤr mit ihrem Schein,
Trauzens⸗voll in dieſemLiebes⸗ wird Wehmut lauter Zucker⸗
Spiel, ja wohll Da kommt Wein. ſeh meſſania:
kein andre Freude ein, als was 112. Wer ſich der Liebe
in Gott macht ſelig ſeyn. einverleibt, auf ewig ihr getreu
ly, Kaͤm man auch ſchon verbleibt: Und weichet nicht in
in groſe Noht, die Liebe liebet Creutz und Noht, der wird
bis in Tod: Und ſcheints auch vermaͤhlt dem keuſchen GOtt
oft, ich wär dahin, ich bleib 113. Brennt Eigen⸗Lieb
un Lieben, wie ich bin. oft ſchwaꝛtz u. heiß, die Schwe⸗
108. Doch werd ich oft in ſter⸗Lieb macht alles weiß: Bin
meinem Leid ohn Liebe hin u. ich verirrt, Raht⸗ Hilffe⸗loß,
her zerſtreut: So bald ich az zeigt Schweſter⸗Liebe ihren
ber Liebe ſpuͤhr, fo bricht ein Schooß. e
neues Licht herfuͤr. | 114. Gott hat mich gnaͤ⸗
| 1 09, S O loͤß dann auf dig angeſehn, drum werd ich
O liebſte Lieb! koͤnnen wohl beſtehn: Er iſt
was mich hat oft gemacht ſo mein Troſt und Unterricht,
trüb: Schenck ewig dir getreu wann nur hält Liebe das Ge⸗
zu ſeyn, bis ane ede wicht. rn pn
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115. Er iſt der rechte Mor= Oft ſchlaf ich faſt daruͤber ein,
genſtern, der uns erſchienen O was koͤnt angenehmers feyn!
von dem HErꝛn: Und uns in 121. Drum iſt mein Hertz
Lieb zufammen bracht, uin ſo ſehr erfreut, daß ich vergeſſe
Gott zu dienen Tag u. Nacht. alles Leid: Und was mich eh⸗
116. Drum bim ich auch mals hat gekraͤnckt, iſt wie ins
fo iũig wohl, Lieb macht mich tiefe Meer verſenck.
alles Guten voll: Sie ſchenckt 122. Dann Liebe iſt das
oft ſolche Voͤlle ein, fo daß auch ſchoͤnſte Bild, weil ſie aus Got⸗
kan nichts beſſers ſeyn. tes Hertzen quillt: O wie wird
fa Zinobin u. Sind andre Dinge alles Leid verfügt! wo dieſe
5 noch fo ſchoͤn / ſo Rittſſenſte doch 175 unendlich fließt. fer
schnell vergehn: Die Liebe aber hr 3. Wer ſich einmal da⸗
hat kein Ziel, drum iſt ſie mir hin gekehrt, zu ſehn, was die⸗
auch nie zu viel. ſe Liebe lehrt: Der wird ein
118. Ich werde ohne End Kind von ſolcher Art, das ſich
erfreut, weil Schweſter⸗Lieb mit Tauben⸗Einfalt paart.
mein allezeit Gepfleget in fo| 124. Ich habe mir diß Theil
mancher Noht, wann ich ver⸗erwaͤhlt, daß ich ſo werd dem
laſſen ſchien von GOtt. Lamm vermaͤhlt: Und was
119. So bin ich dan durch mir ſonſt hat lieb zu ſeyn, das
| Lieb vermaͤhlt, daß ich als ſind die liebe Schweſtern mein
f Jungfrau werd gezählt Zur 125. Drum komt miꝛ auch
reinen Kirch, die GOtt an⸗ ein mit Gewinn viel Troſt in
ſchaut als ſeine allerreinſte dem verliebten Sinn: Liebt ich
Braut. . noch ein gen eitlen Dunſt, ver⸗
120. So iſt dann Schwe⸗ liert ich des Geliebten Gunſt.
ſter⸗Lieb mein Looß, weil ich 126. Der mich ſo ſehr ver⸗
kan ruhn in ihrem Schooß: liebt gemacht, daß ich ne ‘
N f f 418 | Welt
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Welt verlacht: Und mich durch 132. Drum rüͤhmich Got⸗
eine hohe Wahl gebracht zur tes Wunder⸗Macht, die mich
keuſchen Jungfraun⸗Zahl. in dieſes Looß gebracht: Zu fol⸗
127. Drum bin ich auch gen nach dem reinen Lam, das
ſo heim gebracht in die verein: von GOtt aus dem Himel kam
te Liebes⸗Tracht: Wo Schwe⸗ 133. Es tritt zu uns in
ſter⸗Liebe ohne Lohn dienet unſrer Noht, und geht vorher
dem keuſche Jungfraun⸗Sohn durch Hoͤll und Tod: Wann
128. Drum wall ich hin, Troſt und Hoffnung gantz da⸗ r d N
und leb vergnuͤgt, well ich han hinz es richtet auf den bloͤden ei.
Haß und Neid befiegt Ich Sinn. eis |
folge nun der Tugend Bahn, ſo 134. Die Krafft der Liebe
Schweſter⸗Ltebe lehren kan. mich verbindt, daßz ſich gantz
7129. Drum iſt mein Hertz keine Klage findt: Ich bin ver⸗
ſehr wohl gemacht, weil ich in gnuͤgt, u. liebe ſo, daß Schwe⸗
dieſes Spiel gebracht: Woſſter⸗Lieb mich mache froh.
Schweſter⸗Liebe ſtets erfreut 135. Weil ſie mir alle zu:
in allem Leid und Traurigkeit. geſellt, zu wallen hin zur and⸗
120 Es mich ver⸗ reu Welt: drum iſt der Schluß
| 3⁰ Sgnüͤgt das Lie⸗ bey mir gemacht, daß alles
bes⸗Band, wurd ich gar oft in andre ich veracht. f
meinem Stand Durch man⸗ 136. Ob manche harte
che Trübſal hart geſicht, daß rauhe Zeit mir hin will neh⸗
pott verdeckt das Gnaden⸗Licht men alle Freud: Daß Schwe⸗
| 131 Nun aber ich mich ſter⸗Liebe hart geſicht, jo hält
hingekehrt, zu ſuchen nur, was fie doch in mir Gewicht.
Liebe lehrt: Kommt mir nun 137. Des freut ſich mein
ein viel Troſt und Freud, nach verliebter Sinn, weil ich ſo eine,
viel⸗gehabtem nen verleibet bin In Gottes Kir
311. 3
3 all⸗
Ik:
ches eingeſchenckt, daß wir mit
Bitterkeit getraͤnckt: So mißt
fie lauter Süßes ein, das muß
Schmertzen mich umſtellt, ſo dann Schweſter⸗Liebe ſeyn.
werd ich doch nicht mehr ge 141. Drum bin ich froh,
fallt: Wann oft in 1 daß ich erſehn, in dieſem Looß
Gefahr, ſtellt ſie gar bald ein einher zu gehn: dann diß nimt
anders dar- hin die Traurigkeit, wann
b: mar 3 rum werde ich gar Schweſter⸗Liebe, mich erfreut.
— nn
allhier auf Erd, daß ich ein
Kind derſelben werd.
138. Wann auch viel
oft erfreut, weil wir als reine ſchr 452,5 hat die vieb mich rae
Lames⸗Braͤut: Durch Schwe⸗ duch erſehn, in ihrem Sin ein⸗
ſter⸗viebe ſchoͤn gemacht, die her zu gehn: Und mir dabey
uns ſo hat zuſammen bracht. noch zugeſellt viel Leiden hier
140. O, Schweſtern' ſeht auf dieſer Welt. Wu
das edle Bild, woraus die rei- 146. Damit ich alſo rein
ne Liebe quillt: Sind eure Her⸗ bewaͤhrt, bis alles Ich u. Mein
tzen kalt und leer, gebt nur der verzehrt: Dann wird die Lie⸗
Schweſter⸗Lieb Gehör. be ſchencken ein auf bittren ſuͤ⸗
1141. Sie iſt das allerhöch: fen Freuden⸗Wein
ſte Gut, und hilfft uns kaͤmpf⸗ 14 Wen durch
fen bis aufs Blut: Sie heiſſet Als: AD zeiden wird
Gottes Freundlichkeit, ein Troͤ⸗ betrübt, fo wird die Schwe⸗
ſterin in Traurigkeit. ſter⸗Lieb geuͤbt: Iſt man da⸗
142. Ich will ihr nun noch tinnen recht getreu, ſo wird
mehr getreu zu ſeyn befleiſen ſie alle Tage neu. 1
mich aufs neu: Weil ſie des 148. Iſt anderswo was
Hoͤchſten Wunder⸗Krafft, die ſchoͤn und fein, muß Schwe⸗
alles Leiden von uns rafft. ſſter⸗ dieb noch ſchoͤner ſeyn: Sie
143. Und wann uns ſol⸗ macht dem Schoͤnſten Num |
Sun 2 kaum
RE RE N 17
Raum, weil ſie ein Zweigam 154. Drum geb ich dir
Leb ens⸗Baum. mein Leben hin, dann in dir
149. Dit Schweſter⸗Liebe Sterben iſt Gewinn: Und wer
mich erfreut, weil in ſo vieler ſich gantz in dir verliert, wird
Traurigkeit So manchen Tag nicht vom andern Tod beruͤhrt.
ſo manche Jahr wir zuge⸗ I Rum find die
bracht in viel Gefahr. | 55. Schweſtern
150. Die Sc chweſter⸗Lie⸗ wehrt geacht, die in der Liebe
be hat viel Noht, bald ſckeint Schul gebracht: da man ſich
fie wie der kalte Tod: Bald ſin der Keuſchheit übt, und um
ſcheint ſie, ob ſie waͤr erſtickt, die Wett einander liebt.
bald fie der Schweſtern Hertz (ch 56. O reine Liebe! nim̃
erquickt. mich ein, ich moͤchte dir gern
151. O Schweſter⸗Liebl aͤhnlich ſeyn: Dan diß iſt mei⸗
du hoͤchſtes Gut, du gibſt dem ne groͤſte Freud, wan ich durch
Hertzen neuen Muht: Und wer reine Lieb erneut.
da muͤd und abgematt, findt 157. Dann diß ein unver⸗
bey dir ſeine Ruhe⸗Statt. welcklich Looß, das uns gege⸗
152. Drum iſt mein Aug eben in den Schooß: Es waͤh⸗
auf dich gericht, OSchweſter⸗ ret ohne End und Ziel, wär
Liebl dich laß ich nicht: Dann auch des Leidens noch ſo viel.
wann ich gantz in dich verſetzt, 158. Sie iſt der reinen
eo kan nichts ſeyn, das mich Gottheit Licht, durch fie wird
verletzt. falſche Lieb zernicht: Ihr
153. Du biſt mein Aufent⸗ Glantz vertreibt die fügen
halt allein, mein Troſt, wann Nacht, die uns oft in viel Leid
es ſcheint aus zu ſeyn: Ich gebracht.
fllieh zu dir in meiner Noht, 159. Sie leuchtet uns auf
weil du erretten kanſt e Bahn, daß wir uns
nir⸗
ſo Pia:
„ N
Aria A *
——.—
—
nirgends ſtoſen an: Iſt ſie 165. Wer nicht kan liebe
nicht da, ſo fallen wir, und in der Noht, der muß verlaſ⸗
irren dabey für und fuͤ. ſen ſeyn vonc Ott: Drum will
160. Die Schweſter⸗Lie⸗ im Leiden Liebend ſeyn, wie
be iſt ein Gut, gar oft ſchenckt mir auch wird geſcheucket ein.
‘fie gantz unvermuth Viel Sü⸗ 166. Drum bin ich in mir
ſes ein in unſerin Leid vertreibt hoch erfreut, weil Liebe mich
des Hertzens Bangigkeit. hat allezeit Getragen u. ge⸗
161. Gar fruͤh von mei⸗ holffen aus, wann oft nicht
ner Jugend an hab ich geſu⸗ wußte, wo hinaus
ao, het dieſe Bahn: Wo man 167. Und wan der Schmeꝛtz
iim Lieben ſich verliert, dabay war übergroß, ruht ich in des
mit Tugend ausgeziert. Geliebten Schooß: Nichts an⸗
162. Deswegen in demſel⸗ ders darf in mich hinein, es
ben Sinn mich ihr zu eigen muß nur reine Liebe ſeyn.
geben hin: Damit in allem ſo 168 Deeds iſt ſo
moͤcht ſeyn gantz Jungfraͤu⸗ 100. ausbuͤndig
lich und Tauben⸗rein. ſchoͤn, wer ſtets thut ihrem
163. Drum wohl, weil ich Fuß nachgehn: Der weiß von
diß Looß erwaͤhlt, wo man keinem Druck noch Drang,
nur thut, was Gott gefaͤllt: weil ihm noch Zeit noch Weile
Und weichet nimmer aus der lang. |
Eng, wär auch noch ein ſo 169. Dabey iſt Schweſter⸗
* Gedraͤng. Lieb ſo rein, ſie macht uns
fh: alhe 164. Ob gleich viel Elend recht Jungfraͤulich ſeyn: Und
und viel Moht oftmal geweſen auch holdſelig tugendhafft,
war mein Brod: Schenckt mir das iſt der Schweſter⸗Liebe
doch nun die Liebe ein, daß Krafft. ses
kan in allem anders ſeyn. 170. Wer damit ſtetig an⸗
7 ge⸗
17
gefüllt, wo reine Lieb unende) 176. Viel Waſſer waͤgen
lich quillt: Der wird von Z Ott ſie nicht ab, noch daß ſie braͤch⸗
ſtets angeſchaut als ine allerz ten ſie ins Grab: Fließt gleich -;
reinſte Braut. ein Strom über ſie her, fie K
171. O reine Lieb! erfuͤll brennet nur noch hefftiger.
uns all, die wir zu ſolcher heile | 177. Ob Noht u. Tod fie
gen Wahl Vor vielen andern ſchon umſtellt, nichts iſt, wo
auserſehn, daß wir der Liebe fie wird dran gefällt: Sie iſt
Fuß nachgehnn. ein Faͤhnlein, das ſtets ſiegt,
172. Sie iſt das edle Got: wo alles ſonſt darnieder liegt.
tes⸗Bild, weil fie von deſſen 178. Wird unſer Schiff?
Hertz ausquillt: Der ſich am lein oft bedeckt mit Meeres⸗
Creutz zu todt geliebt, diß iſt Wellen, ſie nichts ſchreckt: Sie
der Troſt, wañ wir betruͤbt. iſt in allem oben an, drum ſie
173. Die wahre Liebe e⸗ auch nichts beſiegen kan.
wig ſteht, wann alles andre 179. Sie iſt das allerhoͤch⸗
ſchnell vergeht: Sie weichet ſte Gut, wañ ſincken wolt der
nicht in unſrer Noht, bis wir ſchwache Muht: So ſchenckt
verneuet find in Gott. ſie Krafft und Leben ein, ſo daß
174. O Liebe! du haſt mich auch nichts kan beſſer ſeyn.
befiegt, darzu mein Hertz inn 180. Diß iſt die Spur wo
Gott vergnuͤgt: Ich weiß Schweſter⸗Lieb macht licht,
ſch: von keiner andern Pein, als was tunckel ſchwartz und truͤb: |
ewig dir getreu zu ſen. Wer diß nicht hat, iſt Gottes
uſifn 175. O Schweſter⸗ Lieb! Feind, hätt er ſich auch zu todt
halt feſt an GOtt, weil Liebe geweint. | Nr
ſtaͤrcker als der Tod: Ein Flam⸗ 181. Doch, wer die reine |
me, die ein ewigs Feur. O wie Liebe keũt, acht nicht, wie heiß 2
5 iſt Schweſter⸗Lieb ſo theur! das Feuer ee | |
| j Day NEN la⸗
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73
| Schlacken nim̃t dahin, u. rei⸗ 187. Es iſt bey mir ſo aus⸗
e mgt den verliebten Sinn. gemacht, daß ich hier alle ðꝛeud
fd: Menn 182. Und weil die treue verſagt: Und was mein
Liebes⸗Hand mich hat ge⸗Troſt dafuͤr zu ſeyn, das ſind
bracht in dieſes Band: So die liebe Schweſtern mein.
lieb ich, wies erträglich iſt, wie 188. O was ein Gluͤck u.
man mir auch ſonſt oft ein⸗ groſes Heil iſt worden mir da⸗
mißt. N durch zu Theil: Daß ich in
183. Die Schweſter⸗Lieb Chriſti Kirch gebracht, wo
iſt frehlich ſchoͤn wer nur recht man ihm dienet Tag u. Nacht.
drin einher thut gehn: Der kan 189. Drum hab auch ge⸗
auch in der groͤſten Pein den⸗ geben hin, das liebſt in dem ver⸗
noch von Hertzen ſelig ſeyn. ſiebten Sinn: Daß ich recht
18 Wi e pflegt einverleibet werd, und allen
| 4. hauf ſeiner Bahn Schweſtern lieb und werth.
wann ihm was wird zu Leid) 190. Wie GOttzerfzeulich
gethan: Dem muß es glücken iſt der Gang, bey viel und
uber Nacht, daß er zum rech⸗ manchem harten Drang: Und
ten Ziel gebracht. wann der Dorn⸗Stich bringt
185. O liebe Schweſtern viel Wehn, thut Schweſter⸗
was ein Gut, wann uns im Lieb zur Seiten ſtehn.
Leiden waͤchſt der Muht: Es 191. O liebe Schweſtern!
gibt uns taͤglich neue Krafft, wie ſo froh bin ich, daß wir
1 auf unſer rauhe Wanderſchaft. find worden fo: Daß nichts
725 186. Daß wir einander kan heilen unſre Pein, es muß n
N bleiben treu, und Keins des an⸗ nur Schweſter⸗Liebe ſeyhn.
dern Schmertzen ſcheu: Viel⸗ 1 92. Dañ Schweſter⸗Lie⸗
mehr in einem reinen Sinn, be fo beſtellt, daß fie im Leiden
ſich eins vors andre gebe hin. nicht zerfällt: Iſts trüb 0 und
pw: A |
19
dunckel um fie her, fo weicht Leben nicht Hintvagt: So iſt
fie noch viel weniger. es nur ein leer Gedicht; ob man
193. Dann fie liebt alle⸗ gleich noch ſo ſchöͤne ſpricht.
zeit nur. ſo, daß ſie kan ſeyn im
Leiden froh: Wenn ſich der
Glantz der Schoͤnheit zeigt, u. nie dem Guten widerſtrebt:
fo wird fie klein u. ſehr gebeugt. Den kan ſie machen rein und
194. Dan oft der ſchwaͤr⸗ klein, waͤr auch ſein Hertz ein
tze Trauer⸗Flor gezogen an Felſen⸗Stein. |
dem Jungfraun⸗Ebor: Hier 200. Wo wahre Liebe das
iſt Gedult der Wanderſtab, u. Gewicht, da iſt ein ſolches
auch des Hoͤchſten Wundergab ſcharff Gericht: Sie laͤutert
195. Wann wir in der be⸗ auch den reinsten Sin, der ſich
trübten Zeit durch Engel⸗ChoͤGOtt wolt ergeben hin.
re wie verneut: So ſiehet man 201. Damit er von Un⸗
mit Wunder an, was Liebe lauterkeit von Eigen⸗Liebe
in dem Leiden kan. gantz befreyt: Dann was noch
196. Das iſt ihr Schmuck nicht iſt Engel⸗ rein, kan nicht
und Jungfraun⸗Zier, wann ins Heil ge gehen ein. |
fie im Ceiden bricht herfuͤ: 102. Diß iſt der lautern
Wer lieben wolte ohne Pein, Liebe Spur, wo man der Goͤtt⸗
kan nicht zum Himel gehen ein lichen Natur Theilhafftig wiꝛd
197. O wahre Liebel brich ohn eitlen Ruhm, und geht
herfür, und zeige uns die off⸗ ins innre Heiligthum.
ne Thuͤr: Zu gehen freudig 203. Allwoͤ man erſt recht
aus und ein, daß nichts ver⸗Liebe pflegt, als wie ein Prie⸗
dunckle unſern Schein. ſterlich Geſchlecht: Wer dieſes
| 198. Da, wo man mir Amt einmal vertritt, der ift
von Lieben ſagt, und doch ie Goͤttlichem Gebluͤt.
3 5
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Er in der wah⸗
199. Wen Liebe lebt,
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— —— —wö— —
204. Und waͤr die Liebe auf das Bild der Sterblichkeit
nicht fo ſchoͤn, was ſolte uus ſo 210. Im ieben wird fonft _
machen gehn Die rauhe Bahn nichts: geſehn, als was kan.
in dieſer Zeit, in ſo viel Muh rein vor GOtt beſtehn: Sie
und Hertzenleid. lloͤſet allen Fluch und Bann,
205. Wo Liebe ſtets den ſeht doch, was wahre Liebe kan.
Scepter führt, iſt alle Thor⸗ zr. Die reine Liebe flie⸗
heit wie verirrt: Sie iſt der ſet ein daſelbſt, wo Hertz und
klugen Lampen Licht, wo es Sinen rein: Ihr Weſen ſelbſt
niemal an Oel gebricht. iin Gott beſteht, dieweil ſie
206. DieSchweſter⸗Liebe nimmermehr vergeht.
iſt gar ſchoͤn, ſie macht uns ꝛ 12. Wie kan ein Hertz
Gottes Fuß nachgehn: Fuͤhrt fo ſtille ſeyn, das gantz mit
ſie ſchon oft in Creutz u. Noht, Lieb genommen ein: Nichts
fie kan erloͤſen von dem Tod. wird gehoͤrt, nichts wird geſehn
207. Die Schweſter⸗Lieb als nur was kan vor GOtt
kan leiden viel, ſie hat kein an⸗ beſtehhhnn.
der End noch Ziel: Scheint oft "273. Drum hab ich auch
mal alles Grade krum, ſie iſt dig Eins erwaͤhlt, fuͤr allem,
als wär fie taub und ſtumm. was auf dieſer Welt: Die Lie⸗
208. Es iſt gar lieblich an be herꝛſcht durch alles hin, was
zu ſehn, allein der reinen Lieb ſcheint Verluſt, iſt ihr Gewin.
nachgehn: Sie bringet uns 214. Wo Liebe felbſten
zuletzt dahin, daß nichts bethoͤ⸗ bricht die Bahn, beym Fehlen
ret unſern Sinn. man nicht irren kan: Und
209. Die Liebe, ſo bey waͤrs einFall, wo alles bricht,
Schweſtern blüht; ſteht höher, durch Lieben wird man auf⸗
als was man ſonſt ſteht: weil gericht.
fie hat Unverweßlichkeit, loͤßt 215. Darum, ihr lieben
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Schwe⸗
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Schweſtern mein, wir wollen einander ſeyn ſo nah verwandt.
ſtets Liebfertig ſeyn: Dann 221. Iſt dann auch wohl
Liebe iſſet Lebens⸗Brod, und ein beſſer Gut, als wo die Lieb
hilfft zuletzt aus aller Noht. ſtets breiten thut Der Schwe⸗
216. Kein Leiden iſt, das ſtern, die im reinen Sin ſich
fie beſchwert, weil ſolches nur Jungfraͤulich ergeben hin!
die Liebe naͤhrt: Und kommt 222. Zu leben in der Liebe
auf ſie ein harter Stoß, ſie ſo, daß ſie ſonſt nichts kan ma⸗
ruht der Weißheit in dem chen froh: Als nur dieſelbe bie⸗
EN Je reine Lich Hertzen ſucht
Tr. Je reine Liebe Hertzen ſucht. wo
2 17 . Dic einde, 223. Sie ſchencket oft in
wo Ichheit oder Zweyhbeit iſt: vielem Leid, wann Schweſter⸗
Wer ſeiner ſelbſt nicht komen Lieb im harten Streit: Viel
| bittre Suͤſigkeiten ein, fo wer⸗
218. Die Jungfrauſchafft den wir recht Findlich-Eleim,
ſo Gott erwaͤhlt, glaͤntzt da, 224. Drum iſt uns auch
wo man ſich ſelbſt entfällt: ſo wohl geſchehn, weil wir die
Drum will ich ſagen ab, was Wege koͤnnen gehn: Wo man
ab, der iſt der Liebe Todẽ⸗Grab
mein, ſo kan ich recht Jung⸗ erwirbt zum Ehgemahl den,
fraulich ſnn. ſo erwuͤrgt am Ckeutzes Pfal.
ſo hoch, ſie zieht nicht mit am war mit gemeynt, um welche
fremden Joch: Wer gern wolt wir ſo lang geweint: Doch blieb
ruhn in ihrem Schooß, der bey ſo viel Schmach u. Hohn
i ae, Sn deter Gal „ch un Bat ine
H: 220. Kein groͤſer Gluͤck,
kein groͤſer Heil koͤnt werden le
mir allhter zu Theil: Als in arzeiger ſich im Lichtes⸗Glantz
wi;
6
bes⸗Frucht, die man in reinen
219. Die reir e Liebe ſteht 225. Die Jungſtauſchafft
„ „% Mun hat der ſchoͤ⸗
22 6. N ne Perle Krantz
dem treuen Schweſter⸗Bar d C3 Wo⸗
22 N
8
Womit die Jungfrauſchafft 232. Und leget bey den
gekrönt, wann fie iſt lang ge⸗ſchoͤnen Krantz, der Weisheit
nug verhoͤhnt. Schmuck im Lichtes⸗Glantz:
227. Und kommen zu der O Wunder! weil wir hier ſo
Aehnlichkeit, daß wir erbaut klein, und ſollen dort fo ſchoͤne
in JEſu Seit: Und heiſſen die ſeyn. h dnsthld an
eliebte Wahl der Tauben: u. 233. Es iſt ein unverweß⸗
Jungfrauen⸗Zahl. lich Gut, das uns erhaͤlt die
228. Drum wird uns auch Liebes⸗Glut: Und ſcheinen wir
der Gang oft leicht, wann ſich oft dumm und thor, gar bald
nur Schweſter⸗Liebe zeigt: bricht Schweſter⸗Lieb hervor
weil ſie die Frucht vom Himel 134. Bekraͤntzet unfre
her, und auch der Jungfraun⸗Simpelheit; vergeſſen wir die
Schmuck und Ehr. Traurigkeit: Da ſehen wir, wie
229. Und weil wir in das Wunder⸗ ſchoͤn die Schweſter⸗
Looß gebracht, daß jedes nur Liebe uns macht gehn.
darauf bedacht: Wie es dem 235. Mit groſer Freude
Andern ſey zur Freud u. Troſt unſern Gang, vergeſſen unſern
in der betruͤbten Zeit. Trauer⸗Klang: So wird be⸗
230. Dann koͤnt auch wol reitet in viel Leid der Jung⸗
was beſſers ſeyn, als wann in fraun⸗Schmuck zur Hochzeſf⸗
ſo viel bittrer Pein Der Lie⸗ Freud. Re N
be Balſam ſtetig fließt, der al⸗ 236. Wolt ſich ſchon ſonſt
le Bitterkeit verſuͤßt. was preiſen an, uns zu ermuü⸗
231, O Schweſtern was den auf der Bahn: Es kan
ein hoher Preiß, wo Schwe⸗ nicht ſeyn, weil unſer Wohl iſt,
ſter⸗Liebe brennt ſo heiß: Daß was uns dorten werden (ol; x
ihre Brunſt uns mach fo rein, 237. Drum freuen wir
daß jedes kan jungfraͤulich ſeyn uns in dem Gang: ob gleich
KERNE
| u
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93 3
23
oft Trauren für Geſang: Und 2 Ann alles, was
heiſe Thraͤnen flieſen hin, es iſt 43. ie Augen ſehn,
der groͤſeſte Gewinn. iſt nichtig, kan gar bald ver⸗
238. Daß man nicht weicht, gehn: Der Tod nimmt alle
wañ auch wird trüb der Him⸗Schoͤnheit hin, fo oft bethoͤrt
mel und die Schweſter⸗Lieb: den albern Sinn. '
Dann in der Prob fällt nuf 244. MWeraber feufcheLies
dahin, was nicht nach lau⸗ be ſucht, und ſich errettet durch
term Gottes⸗Sinn. die Flucht: Der findet die er⸗
239. Wer nicht kan leiden, habne Bahn, wo auch kein
geht vorbey, was Schweſter⸗Thor drauf irren kan. 0
Lieb ihr Adel ſey: Dann ſie 245. Und wandelt dañ ſehr
im Duncklen oft erſcheint, wan freudig fort, hoͤrt und verſteht
wir uns faſt zu todt geweint. kein eintzigs Wort: Das ihm
. Sie bringet neue ſonſt wolte reden drein, er ach⸗
Schönheit an, fo fieht man, tets nicht, laͤßts nur ſo ſeyn.
was die Liebe kan: Sie macht 246. Bis daß nach viel ge⸗
das Alte wieder neu, fo ſieht habter Muh ſein Tagwerck iſt
man, was ihr Adel ſey. ch: E vollendet hie: Und nach des Le⸗
Ignaz 41. Dann fie iſt allzeit bens BEN verſetzt zur
ſolcher Art, daß ſie ſich mit der ſtillen Ewigkeit.
Keuſchheit paart: Bis ſie in 247. Da wird mit Him⸗
dem verliebten Sinn gibt end⸗ mels⸗Luſt geſpeißt der keuſch
lich Alles gar dahin. und reine Liebes⸗Geiſt: Das
2242. Michts iſt, das ſie ſich viel Eedraͤng iſt ab und loß,
vorbehaͤlt, waͤrs auch das liebſt man ruht der Weisheit in
auf dieſer Welt: Dann fie. hat dem Schooß. 655
alle Ding verſagt, wärs auch 248. Diß iſt das End von
Na * hoͤchſten Tugend Pracht. dieſer Bahn, ſeht Seinen
* ö ö N 6
I. | .
,
24
2 WWS ̃ ͤT— dT!!! Vase a EN
was die Liebe kau Wir hier Thun oft ins Gericht: Daß
nur ihrem Fuß nachgeht, der ſie auch ſo gering gemacht, wie
wirdalldort von Gott erhöht.) Staub auf Erden nichts geacht
2.49. Die Treu erwirbt 254. So machet ſolches
Standhafftigkeit, wodurch be. doch nicht bang; ob Zeit und
ſtiegen Welt und Zeit: Wer Weile öfters aug: So wird
darin feig und nicht behertzt, man doch nicht abgeneigt moch
hat bald der Weisheit Kron daß man ſich der Lieb entzeucht.
verſchertz , 2355. Er macht die Schwe⸗
g Dann in derſelben ſter⸗Lieb nur neu, von aller
Lager⸗Staͤtt iſt alles ſauber Ich⸗ u. Meinheit frey: So
rein und nett: Drum wird wird man recht wie Gold be⸗
anlichts da genommen ein, es währt, wann alle Schlacken
muß nur gantz Jungfraͤulich find verzehrt..
uin Bu
256. Doch iſt die waͤhrte
feat. EINEN 35 ö * e 7
kit f Liebe wie biſt Schweſterſchafft, nebſt Lieb u.
25 J. O duſoſchön, wer Leid mit Ol verhafft: Der
iſdlte dit nicht gern nachgehn? wird nach vieler Traurigkeit
9 8 7 10 Hu 1 5 0 e kleidẽ in e
Hiſt , nichts iſt, es wird durch 9 2 nn wird mann
dich ver fuß. 25 7. Dire Schönbelt
Drum heißt: lieb ſehn, wan Erd und Himmel
nur ohn Mnaß und Ziel, die ſchnell vergehn: Wan alles
Sthweſteru liebt man nie zu durch einander ſchneyt, ſo
macht ſie uns in GOtt erneut.
258. Sie ſelbſten bleibet
—
Lieb vermaͤhlt. unbewegt: ob ſie ſchon alles
1653) Drum kan es ihnen hebt und tragt. Aldort in ſe⸗
Fehlen nicht, kommt ſchon ihr ner Ewigkeit ſieht man 15 f
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| 25
ihre Lauterkeit. Lieb vom Himmel kam: Und
ß Wann ſie in Fönigz hat uns an die Lieb gebracht,
lichem Pracht erſcheint in da es für uns am Creutz
ihrer under⸗Macht: Der geſchlacht.
Sonnẽ⸗Glantz iſt Tunckelheit 265. Dieſelbe Liebe iſt die
vor ihrer groſen Herrlichkeit. Flamm, die uns geſchuieltzet
260. Dann werden in Er⸗ fo zuſam: Daß der verliebte
ſtaunen ſtehn, das groſe Wun⸗ Sinn uns ſpeißt, und jedes
der anzuſehn: Die, ſo ihr Thun Nam Jungfraͤulich heißt.
alhier veracht, und ihr Ge⸗ 266. Diß iſt die Kraft von
ſchlecht verhoͤhnt, verlacht. dieſem Lied, dieweil ein jedes
261. Dann wird fie koͤ⸗ ſich bemuͤht: In dieſem Spiel
niglich regiern, nach allem ſo ſchoͤn zu ſeyn wie ein eins
Wunſch den Scepter fuͤhrn: faͤltigs Taͤubelein. 3
So wie es Gott befehloffen 267. So kan die hoͤchſte
hat von Ewigkeit in ſeinem Wunder⸗Kraft bethauen uns
Raht. mit ihrem Saſt: So find wir
262. Weil Liebe iſt ſein koͤniglich geziert, daß eins des
eigen Bild, der hohen Gott⸗ andern Hertze ruͤhrt.
heit Kron und Schild: So viel 268. Weil ſie der Lampen
ſich ihre Frucht vermehrt, wird Oel und Schein, drum muß
Gottes Namen hochgeehrt. ihr Glantz ohn End erfreun:
263. Auch iſt ſonſt nichts, Gehts anders her, ſo lieben wir,
das mich erfreut, als Liebe, ſo ſo bleibt ſie unſre Kron u. Zier.
das Hertz erneut: Dieſelbe 269. O ſchoͤne: Schmuck:
bleibt mein Eigenthum, und O edler Zweig! ſo grünet aus
will ihr geben ſteten Ruhm. dem Liebereich: Die Liebe wird
264. Und auch dem aus⸗ uns all erhoͤhn, um rein vor
erwaͤhlten Lam, das bloß I Gottes Thron zu ſtehn.
«6
m en ee en nn — nn nn
270. O Schweftern!; laſt Schluß nur dieſer ſey, daß
uns dencken dran, daß wir ges alle bleiben ewig treu. p guſeng
treu auf dieſer Bahn: Sind yu. Die Schweſter⸗Liebe
wir gleich wol gering und klein, hat die Art, daß fie. die Jung⸗
aldort wird alles anders ſeyn. frauſchaft bewahrt. Sie was
271. Der Liebe Brunnen, ſchet alles rein und weiß zu
wie man ficht, hat ausgeboren gehen ein ins Paradeis.
dieſes Lied: Der Wunſch vom W
a Schluß⸗Lied. 101717
W᷑ Ann die vereinte Harmonie die Geiſter halt in eine zuſam men,
So wird die viel gehabte Müh verzehrt, wie Stopplen in den Flam̃en.
Weg Eigenheit! wir ſind nun Eins in Gottes Liebe worden .
Du wirſt verbannt, und kanſt nicht ſtehn in dem ſo hehen orden.
Die Einigkeit hat GoOtt zum Grund, und bringet ein, was war verloren:
Diß iſt die Fruͤcht vom neuen Bund, weil 5 aus Gottes Geiſt geboren.
Wer die nicht hat, wird ausgekehrt von denen reinen Chören:
Die Kett zerbricht, wann Eigenheit nur Ja die Stimme, hören,
2 t F 1 0 2. N 5
Iſt etwas noch, das an ſich hält, und laf fein Guts nicht mit einflieſen,
f Pee fein Glück in jener Welt, und muß gar ängklich dafür büfen.
Wee ſich verläßt, heift wolgeborn, und iſt ſchnell angeländet, Mun
W aller Jammer gantz dahin und anf einmal verſchwindet. ti
. 235 1 4 „ . 1 1 * *
Drum wollen wir in dieſem Band der Lieb fein feſt zuſammen halten,
Wo dieſes Feuer anzebrandt, muß eigne Lieb als wie erkalten. RT”
. Es ift Gefahr, wo mans verficht, und fällt aus denen Schrancken:
Wer gehet aus der Harmonie, muß hin und wieder wancken. J Ar
1 a z *
Wir wollen dann den hohen Preiß vereinter Liebe feſt bewahren,
Weil di die allerſchoͤnſte Weiß der Lieder in den Junafraun⸗Schaaren:
145 1 nicht ſo klingt, iſt abgethan hey denen reinen Choͤren, R
Die Eintracht laßt zu jeder Zeit Ne ſchoͤnſten Weiſen hören.
Drum lernen wir auch vielerley der Stim⸗ und Thonen, daß fie klingen,
So können wir, wies font auch ſey, die allerſchönſten Lieder ſugeg E *
de Salomo! hohl aus der reinen Schaar die reine Taube, 1 4 —
Daß nuſte Junzfrauſchafft und Kron ja ewig nie mand raue.
a inn in n 4 * in ant! 0s
Nin u 1 N D ö E BARTH N aa
—
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14
Naoachgeſammleter Anhang.
Johr, lift Gott alfag en
ei Mofa ve Ge Bari ne 5. Die Helden gehen aus,
tt ter den Dornen
55 Garten der Chriſlichen n und die in Gottes Haus als
Tl gen nern en He treue Knechte: Sind noch nicht
tes innerm Heiligthum. ir und Fit mid zu ch an
| und Fried Gottes Geſchlechte.
Des Hochſen Wunder⸗ 6. Das neue Jions⸗Heer
Kraft aufs neu wird ſie⸗ aus GStt vom Himel her, zeigt
ehaft, und laͤſt ſich 4 eine Bluͤthe. Der Fridens⸗Bott
eigt. an die neue Maͤhr, da aß macht Bahn im Weg nach
oh erwaͤhlte Heer ſoll tryum⸗ Canaanı und 121 Ne
7. Drum freuet fich mein
. Der Frtpene⸗Bott geht Hertz, und achte nicht den
aus, und achtet keinen Stꝛaͤuß, Schmertz dẽ ich muß leidẽ: Weil
voll Geiſtes Triebe: Daß man worde mir bekant des Weg zum
ſich macht bereit zur frohen land, der güldnen Zeite.
REN in reiner Liebe. e Ache (iD e
Das gantze Zions⸗Heer t zuruft aufs ne
gibt dieſem Ruf Scher, mit Kan Lamt hen, ie A =
1 05 Freuden: ſie ſind darauf gene⸗Kraft aglich acht ſiege⸗
edacht, des Höchften Wunder⸗ 15 in allen Wehen.
Made weit aus zu breiten. 9. Mun iſt die Zeit geborn,
4. Jetzt iſt die rechte Zet wo funden, was verlorn, das
0 daß man ſich mach bereit 1» Blüehgetzoften Das Heil tuht
| dieſen Tagen: Was vor verbor⸗ un aufgehn, was lang kein
den wat, fo manche Zeit und Aug geſehn, komt eingeloffen.
> Ba
3 ne *
— — — — ——
10, Jeruſalem die Stadt, man das neue Lied, und preiſtk
fo guͤldne Tohre hat, zeigt ihre Gottes Wunde: Guͤtz.
Schoͤne; Die Waͤchter rufen 2. Da gehet Gottes Volck
aus: geht ein in Gottes Haus hinein, empfängt den Kelch
mit Lobgetoͤhne. mit ſuſem Wein, und Brod aus
11. Kraft, Ehr und Herr⸗JIJEſu Haͤndẽ: Da ſtehn die Juͤn⸗
lichkeit ſey unſerm GOtt be⸗ ger all bereit, umworffen mit
reit, wann ſeine Frommen von dem weiſſen Kleid, beguͤrt an
allen Orten her der Erden, und ihren Landen. Sie heben Hertz
dem Meer zu Hauffen komen. und Hand empor, und oͤffnen
12. Wir ſehen ja voran Gottes Hertz und Ohr.
auf unſter Glaubens⸗Bahn, 3. Kommt doch herzu in
was Gott thut ſchencke: Was aller Eil, und gebet acht aufs
wird erſt ſeyn bereit, wan man rothe Seil, wo kein Blut wird
wird alles Leid nicht mehr u Die Feinde müſſen
gedencken. da hinauf, dann GOtt behutet
13. Tryumph, Victoria, dieſes Hauß, und wachet umver⸗
des Herren Tag iſt nah, man droſſen. Hier iſt die Liebe das
Hörer Weiſen: Wie das erwählte Panter, da man Ihm dienet für
Heer des Schoͤpffers Macht und für, r.
und Ehr thut herrlich preiſen. 4. Der ſchmale Weg nach
e eee e „Canaan, da auch kein Kind
Dx Zeit rückt nun mit mehr irren kan wird nun aufe
acht herbey,da Ephrata neu bettete: Weil die Geſalb⸗
wird werde frey vom Dienſt der ten vorher gehn, und vor das
Eitelkeit: Das Fꝛiedens⸗Haus Volck mit vielem Flehn u. Seuf⸗
iſt ſchon erbaut, wo GOtt ſich n zu Gott baͤtk. So fließt
ſelbſt mit Menſch vertraut in das reine Salbungs⸗Oel von
dieſen letzten Zeiten. Da ſinget ihnen her auf Leib 8
4
—
alle Jahr, und bin beſchuͤrmet
viele Koſtbarkeiten. O lang ge⸗
*
3
5. Ein neues Wunder nun Hertzen keuſch und rein, laſt euer
erſchallt, das gehet durch den Lob⸗Lied hoͤren: Bin ich ſchon
gantzẽ Wald, daß auch die Thieꝛ ſchwach, und kan nicht gehn,
zahm werden: Wo weder Hütt fo darf ich doch die Freude
noch Hauß zu ſehen, da ſieht ſehn, und helf das Lob vermehrc.
man Gottes Diener ſtehn in hei⸗Die Engel freus ſich ſchon lang
ligen Gebaͤrden. Nun komnit auf euren ſchoͤnen Lobgeſang.
das endlich an das Licht, wo⸗ 9. Ich kan vergeſſen alles
von der Geiſt fo vieles ſpricht. Leyd, mein Hertze wallt vor lau⸗
6. Halleluja ich ſtimm mit ter Freud von Dancken und von
zu, wo dieſe find in ſtoltzer Ruh, Loben: Dann die Verhetſſung
will ich mein Pfund beylegen: iſt geſchehn, die Frommen wer⸗
Bey dieſer heiligen Gemein den bald eingehn, nach viel
ſoll auch mein Huͤtt u. Woh⸗ gehabten Proben. Ich will
nung ſeyn, ſo erb ich mit den mein Leben geben hin vor
Segen. So werd ich juͤnger GOtt, das bleibet mein Gewinn.
10, Ich heb mein Haupt
vor Gefahr. mit Freudẽ auf, weil ich erlangt
7. Hier findt man Ruh ins die Geiſtes⸗Tauff, und werd
HErven Saal, wo die Jung⸗ auch neu geboren: ich trag das
frauen allzumal ſich ſchmuͤ⸗Creutz ſchon lange Zeit, und bin
cken und bereiten. Hier mangelt zum Gottes⸗dienſt bereit, ich
weder Oel noch Wein, die Lie⸗ werd nicht gehn verlohren. Tri⸗
be ſchencket reichlich ein ſo um ph, Triumph Victoria und
ewiges Halleluja. 9
Err Je Chriſt, du
8. Ihr Bruͤd ru. Schwe. höͤchſtes Gut, und Lüfte
ſtern groß und klein, die 155 im ſpiel meiner Seelen: Sun
m | 2 Hul
wuͤnſchte frohe Zeit! des Lam̃es
Hochzeit wird bereit. |
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Huld für Wander thut, will mich von der Erd, aus unver⸗
ich mit Freud erzehlen. dienten Gnaden. 0
2. Bin ich ſchon nur ein 8. Und mir erworben eine
glimmend Tacht, und ſehr ge⸗Ort in Gottes Haus zu Ehren:
ring auf Erden: Dort wird der Wo Gottes Kinder fort und
Heilgen Nidertracht in GOtt fort ewig ſein Lob vermehren.
Khöhet werden. 9. Was groſe Freud und
3. Drum reiſe ich im Se⸗ Seligkeit wird alsdann erſt
gen hin in meinem Trauer⸗ſtan⸗ aufwachen: Wañ alle Fromen
de: Dort blüht mein Heil mit ſeyn befreyt vons Todes Grim
viel Gewinn in dem verheiſnen und Rachen.
Lande 10. Kot ihr verlobten in
4. Alwo das Hoffen kom⸗dem Bund, die mit mir auf
men ein der Lieb⸗Erwaͤhlten dem Wege: Seyd Gott getreu
rommen: Wo alzumal zu mit Hertz und Mund, und wer⸗
ehen ſeyn, die aus viel Truͤbſal det nimmer träge. |
komen. eine 11. Weil Gottes Lieb un⸗
5. Weil ſich geendet alles endlich groß die IEſus thaͤt voꝛ⸗
Leid, und Elend hier auf Erden: tragen: Da er verließ ſeins Vat⸗
Wird es in jener Freuden⸗Zeit ters Schooß u. ließ ans Creutz
um ſo viel beſſer werden. ſich ſchlagen. 7 N
6. Drum iſt mein Hertz 12. Aus lauter Lieb und
durch Gottes Gut und Liebe Guͤtigkeit umſonſt dahin gege⸗
hoch erhaben: Weil er im Her⸗ben: Ins Todes Grimm und
tzen und Gemuͤth mich thut Bitterkeit, ſein unſchuldiges
unendlich laben. eben. | ABLE:
7. Des Bundes Blut, p| 13,
theur und wehrt, hat meiner Yun dran, was wird aldor⸗
Suͤnde Schaden geheilt, eꝛkauft ten werden: Nach der gebroch⸗
7. | 2 2 nen
Drum wollen wi ſtets
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5 4
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3
nen Creutzes⸗VBahn, und Leiden tragen: Die kommen aus ſo
hier auf Erden. 1 viel Gefahr, und heiſſen Truͤb⸗
14. Dann was ein jeder ſals⸗Tagen.
ſaͤet aus in dieſem kurtzen Leben: 20. Was groſe Freud wiꝛd
So bringt er eine Frucht nach da geſehn an denen Lamms⸗
Dea der Lohn wird ihm ge⸗ Jungfrauen: Die nimmer aus
geben. dem Tempel gehn, ohn Ende
15. O Wol demnach! wer Gott anſchauen.
feine Saat im Segen thut aus⸗ 21. Ach jal es iſt die Herr⸗
breiten: Den wird die unver⸗ lichkeit, Die nimmer 99255 auf⸗
diente Gnad mit groſem Heil hoͤren: Weil ſie in alle Ewig⸗
. | fkeit wird ohne Ende währen.
16. Bi Boins She u Das geli 2 Zion ia Gottes
errlichkeit, da man mit ſchoͤne Das gelielte Sion wird in Gottes Herne
Hale Ihn in die Lang der de Jen an tem Creune bene derben
Ewigkeit wird unaufhoͤrlich fe e
Dr innwendig gantz herrlich und mit guͤl⸗
e 5 Stücken gekleidet mit Frend
Dann wird die Freud Wanne im des nis Pala see vir
und hohe Würd recht klar ge. e
ſehẽ werden; Die nie ein menſch⸗ Hach, Ale 9 dan.
e e an gedenck, wie viele bittre
1 Schmertzen mir taͤglich einge⸗
en eh dien ſcenckt Ach! möge ich doch Bald
en ſehr ſchoͤne: Und auf d ſehen das Heil von oben her,
Berge Zion ſtehn, mit oilem ie ammer⸗Meer.
ö re eine groſt ie biel and manche
Schaari die Sieges⸗Pa n che und bitſeſz t
n ſonſt muß von deid e 7;
&
fagen, wie feine groſe Treu in
trübten Zeit. Acht wie haͤlt ſich meinent vilen Sed mir hat
verborgen das lang erblickte geſtanden bey: Waͤr dieſes nicht
Heil, daß ſo viel ſchwere Sor⸗ geſchehen in der betruͤbten Zeit,
gen worden zu meinem Theil. halt muͤſſen ich vergehen vo
3. Achl wem ſol ich es kla⸗ vielem Weh und Leid. |
gen? wer weiß von dieſer Noht? 7
oft uber mich ergehen in der be⸗
Ol wie iſt Gottes Guͤte
doch wil den Jammer tragen, ſo ſuͤſe in der Eng, wenn man
ſolts waͤhrẽ biß in Tod. Villeicht von Seuffzen muͤde bey ſo viel
hat GOtt erſehen nach ſeinem Noht⸗Gedraͤng: Weil oft die
weiſen Naht, wie mir hier ſol ſchwere Laͤſten drucken den
geſchehen auf feinem Lebens⸗ bloͤden Sinn in ſeinem vilem
d. N [Braſten, daß aller Muht
4. Drum mich ſo hart ge⸗ faͤllt hin.
troffen die kümmerliche Zeit, 8. Wer haͤtte ſollen mey⸗
daß faſt dahin das Hoffe von nen in feiner Jugend⸗Zeit, daß
Gottes Guͤtigkeit. Ach! wie ſol ſo ein langes Weinen und vie⸗
ich erheben den matt⸗ u. blöden les Hertzenleid noch wäre durch
Sinn, mein kuͤm̃erliches Leben zu gehen in dem ſo treuen Sin,
mimmt alle Kraft dahin. biß alle bittre Wehen nehmen
F. Iſt dann mmfonft ge⸗ das Alte hin.
loffen fo manche Zeit u. Jahre 9. Doch iſt es nun getꝛoffd,
ſol dann mein langes Hoffen nach vielem Hertzenleid er⸗
ſelbſt ſeyn verloren gars Doch wirbt das lange Hoffen die
wil, weil ich ſehr müde, warten wahre Seeligkeit. Bald werd
im Demuts⸗Sinn, big das mir ich Garben binden auf mei⸗
Gottes Güte nimmt meinen nem Traͤhnen⸗Feld, dann
Kummer hin. wird mein Gluck ſich finden
6. Ich kan es doch nicht in jener neuen Welt. |
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— —— — — —
10, Drum wil den Jamer ſtete Schmertzen ſchwaͤchen
tragen, der mir iſt aufgelegt, Kraft und Helden Muth.
bald werd von Güte ſagen, 3. Wurd ich nicht in mei⸗
und wie uns Gott oft trägt. ner Bluͤthe, in der zarten Ju⸗
Nach den betruͤbten Zeiten gend ſchon öfters von viel
geht man zur Ruhe ein, al⸗Seuffzen müde, weil ich truge
wo die viele Leiden ewig ver⸗ meinen Hohn. Kumer⸗volles
geſſen ſeyn. | N war zu je⸗
| 5, 00 eit mein S 11
Das Hertze, welches in heiliger Schmeltze, truͤbnus meiner Seelen mu
„ d wo if dan
e ee wo iſt dann ſeine
ben Seen.. Gute, die mich ſonſt fo vaterlich
9 hat in meiner Jugend⸗Bluͤte
der unverſehnen Drange oft gelabt fo ſuͤſſigliche Weil
/ über die, (nebſt vieleim mir scheint in fo viel Wehen,
Leid) alle Wetter find ergange; als ob ich verſtoſſen wär, und
Ol dez ſehrbetruͤbten Zeit: Auch von Elend müft vergehen in
das Schifflein war bedecket dem tiefen Jammer⸗Meer.
gantz mit Wellen rund umheꝛ, * Doch, das Fuͤncklein, ſo ;
weil ſich Gottes Gunſt verſte⸗ mir blieben, heiſt Gedult in
cket in dem Voden⸗loſen Meer. vielem Leid, und weil die ins
4. Acht wo habich es ver⸗Hertz geſchrieben, werd ich dan
ſehen, dacht ich oft in meinem und nun erfreut: Dieſes iſt mein
| Sinn; follen dann die viele Trauer⸗Speiſe, dieſes macht
Wehen nehmen mich lett gar mich dorthin ſehn, wo mein
dahin Hab ich nicht von gan⸗ duͤrr⸗und magres Reiße wird
| boch Hertzen ſtets geſucht das in voller Blüte ſtehn.
hoͤchſte Gute nunmehr Bi 6. Bin ich dann damit be⸗
1 | B frathen
10 4
*
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*
2
— — ——— — -— —
rathen, wird die Hoffnung u wehrte Entſprieſung
bringen ein, wo ich aller Sorg aus Goͤttlicher Liebl wie
entladen, und ſo vieler Liebes ſuß find doch deine geheiligte
Pein: Wird es endlich noch Trieb: Denn wer fie genieſet,
gelingen, daß nach fo viel Weh muß werden verſuͤſet, was für
und Leid werde dortLob⸗Lieder ſteꝛ u. bitter u. ſchwartze u. trüb.
fingen in der ſel gen Ewigkeit. 2. O IJ Eſu, mein Leben
7. Drum ſey ſtill, O liebe und einige Zier! ach, laß dir
Seele! hab Gedult und leide gefallen zu wohnen bey mir!
dich, du entgehſt der Trauer: Kan ich dich nicht haben, find
Hoͤhle, und das Wetter leget andere Gaben verloren, und
ſich: Ich ſeh ſchon im Blick er⸗waͤrs auch die ſchoͤneſte Zier.
ſcheinen, nach der langen 3. Vertreibe, OFEN im
ſchwartzen Nacht, wo zu End iunerſten Grund die Seuche,
das lange Weinen, und man ſo öffters mich tödlich ver⸗
zu dem Ziel gebracht. wundt: So kan ich eindringen,
8. Ol wie werd ich end⸗ und endlich erringen, durch
lich loben, nach ſo vielem Weh deine Genade den ewige Bund.
und Leid, Gott nach fo viel 4. Achl laß mich ſtets woh⸗
Wunder⸗Proben, in der frohe nen in deinem Gezelt, weil ich
Ewigkeit. Jetzund will ich mir daſſelbe vors beſte erwaͤhlt.
leiden, tragen, waͤrs auch ſchon Viel heiliges Kuͤſſen man da
die geöfte Pein, bin ich ſchon thut genieſen, weil Geiſte und
noch hart geſchlagen, dort Hertze mit JEſu vermaͤhlt.
wird alles anders ſeyn. 5. OI eEſu Jehoval du
6. llliebliche Wonn komm, leuchte
bel „une en doch in mir, du Göttliche Son!
e 0 oralen BIN a HS Reha kh A
be ane Turtel⸗Tauben wird nach Nen Licht⸗Stralen, ſo trag ich
einem kleinen Ungewitter angenehm in dem u das
eiligen Andencken Sottes u, feinen Liebe,
fe:
—— —
das Liebſte, das Beſte davon.
6. Mein Holder,
Liebſter und einige Luſt, la
niir doch nichts änders mehr
werden bewuſt, Als dich nur
alleine zu lieben gantz reine:
Ach! laß mich ſtets trincken an
deiner Lieb⸗Bruſt.
7. Dich Loben und Lieben d
iſt herrlich und ſchoͤn, und alſo
nur deinen Fuß⸗Tritten nach⸗
gehn: Laͤſt nimermehr wancke
in heiligen Schrancken, wann
Himel und Erden auch ſolten
vergehn.
c — — — ——
‚29
10. Kolm alle ihr Fromen:
mein frolocket zugleich, daß keines
laß mehr werde noch matte noch
weich: Im Dancken und Lobe,
in Leiden und Proben; dieweil
wir erblicket das Soͤttliche
Reich. | u
* IS N v
as ſanffte Oel unſers Ober⸗Hohen⸗Prie⸗
fiers Chriſti JTEſu flieſet reichlich von ſei⸗
nem geſegneten Haupt bis an den Saum
ſeines Kleids, als da iſt ſein heiliger Leib
und Glieder ſeinet Kirchen: So werden
unſere Gebaͤter angenehm vor dem reinen
Angeſichte Gottes, und unſerer wird im
N gedacht in feinem‘ innern Heilig⸗
hum. gr u EDEN, 72
2
E wie viel und ſchwere
8. Wie herrlich und lieb⸗ N Sänger ach wie viele Roht⸗
lich wird ſchallen der Klang,
wenn Jungfern dort fingen
den neuen Geſang: Von Men⸗
ſchen erkaufet, im Blute ge⸗
tauffetz treu bleiben auf Erden
im bitterſten Drang.
9. Dann werden ſie Choͤre
um Choͤre da ſtehn, und alſo
mit Freuden dem Lame nach⸗
gehn: Mit ſchoͤneſten Weiſen,
Gedraͤnge! eh man kom̃t zum
rechten | el
ſchwere Sachen ſtoſen zu wer
iel. O was viel u.
tuht verlachen dieſer Welt ihr
eitles Spiel. Doch will ich
aufs neue dem Beſten nachja⸗
gen, nicht achten, was andre
auch dencken und ſagen.
| B In ich gleich zur Seit
gefallen, und geirrt in
unendlich zu preiſen den, ſo hat meinem Wallen auf der ſchma⸗
geheilet die Schmertzen 7
Wehn.
en Lebens⸗Bahn. Was ein
2
x
>
6
. EN X
2 * *
10
—— —
Wunder, weil geſehen, daß fo uͤbergroß: Nunmehr aber, da
wenige beſtehen, wo Gott al⸗ erwachet, wo mich lauter Guͤt
llein helffen kan. Doch ſoll diß anlachet, kan ich ruhn in Got⸗
nun bleiben, wie oben beſchrie⸗ tes Schooß. O Freude im Le⸗
ben, mich wieder aufs neue im ben! nun kan ich vergeſſen, wo
Guten zu uͤben. ſſonſten vorhero bin traurig ges
Cageſtus felbft macht Weg⸗ geſeſſen. l 1
geleiſe auf deꝛ ſchweꝛen Pil⸗ Fa mußte ich oft ſagẽ:
ger⸗Reiſt, wer dem folget, ir⸗ Ach mein GOtt: was muß
ret nicht. Finden ſich gleich ich tragen bey der Widerwaͤr⸗
ſchwere Sachen, wer nur thut tigkeit? Iſt mein Handel dañ
die Welt verlachen, wird im verdorben, ſo iſt IEſus doch
Fallen aufgericht. Drum will geſtorben, daß ich werd von
mich aufs neue ſo uͤben im Le⸗ mir befreyt. Diß ſoll mir nun
ben, damit ich nur bleibe dem bleiben ins Hertze geſchrieben,
Guten ergeben. daß nicht will aufhören nur
D Ann weil ichs gar früh JEſum zu lieben.
verſehen, da wolt JEſu Geher anders willic wei⸗
Fuß nachgehen, weil ich nicht nen, wolt mich blenden lee⸗
genug geliebt: Hat ſichs gar res Scheinen, bleibt die Liebe
bald umgewendet, daß das rech doch mein Ziel: Was man au⸗
te Aug Heede demea. fer dem thut machen, iſt nur
re ſehr betruͤbt. Drum will Tand und leere Sachen, und
ich nun allem demſelben abſa⸗ ein eitles Kinder⸗Spiel. Drum
gen, was mich nicht macht Lie⸗ will ich nunmehro nur deme
be im Hertzen umtragen. nachfragen, was ſtetig macht
Ed ich kam an dieſe Enge, Liebe im Hertzen umtragen.
wo das rechte Noht⸗Ge⸗ Ca Aette ich vor denen Zeiten
draͤnge, war mein Jammer | ſelbſt von SOtt mich 14115
tie
leite, ich waͤr anders als ich bin;
L Aeßt er mich ſchon oft dar⸗
11
—
waͤr zſſchweben: Es iſt doch fo aus⸗
aber ſo iſts nicht gerathen, weil gemacht, daß ich bleib an ihm
in allen meinen Thaten herꝛſch⸗ behangen, wie es auch vorhin
te lauter Eigen⸗Sinn. Drum! ergangen, iſt es alles nun ver⸗
will mich auf ewig verlaſſen in ſagt. O ſeligs Gedeyen! weil
allen, um alſo dem Schoͤpffer wieder gefunden, wo ich mich
zum Beſten gefallen. vor Anfang mit habe verbund
Ch lief wohl in meinem Uß ich ſchon in vielen Soꝛ⸗
5 Meynen, und bey vielem gen, von dem Abend bis
leeren Scheinen war es ein be⸗ an Morgen meine Zeit ſo brin⸗
truͤbte Sach: Weil dadurch gen hin: Es iſt alles abgemeſ⸗
das Beſt verſehen, wo man ſen, wer das hoͤchſte Gut erle⸗
eigne Weg thut gehen, und ſen, findt alldorten den Gewiñ.
nachfolgt des Fleiſches Klag. Dꝛum will mich auch üben ohn
Drum will ich hinfuͤhro mein Klagen und Zagen, zu lernen
Eignes rergeſſen, fo kan ich im mein Creutze mit Freuden zu
Goͤttlichen Weſen geneſen. tragen. |
K Ommt dann auf die Prob M Ehm ichs an, wies Gott
das Beſte, wer an GOtt M beſchloſſen, kan ichs tragen
ſich nur haͤlt feſte, kan nicht unverdroſſen, waͤr es auch der
fallen noch vergehn. Wer ſich ſchwerſte Stein: Liebe lehret
ſelbſten kan verſagen, wird in alles tragen, und wers kan
allen Truͤbſals⸗Tagen konnen aufs aͤuſerſt wagen, geht zuletzt
bleiben und beſtehn. Drum zum Himel ein. Drum will
will ich in allem nur dieſes er⸗ ich nachjagen, was mich thut ſo
waͤhlen, worinnen mich G Ott üben, weil ich mich GOtt has
kan zu den Seinigen zaͤhlen. be zu eigen verſchrieben.
n Warum will ich nun
H
neben hin und her im Elend O lieben, Lebens⸗lang mich
B 3 alſo
12. ’
— — — . —ñœ6ã4EF — — LEN
alſo üben, daß ich bleibe G Ott ſollen, diß eiſt meiner Seelen
getreu: gehets anders, als ich Trauck: Rau ich GOtt mein
dencke, ich mich nach der Sa- Hertz vortragen, hör ich nicht,
che leucke, wie ich ihin gefaͤllig was andre ſagen: ſondern preiß
ſeh. Diß ſoll mir nun bleiben ihn mit Geſung. O ſeligs Vers
das Liebſte auf Erden, bis daß gnügem nun wird mir einkom⸗
ich werd dorten verherꝛlichet men, daß ich werd vereinet den
werden. Goͤttlichen Frommen.
MRongen andre in viel Freu⸗ Achen, die ich nicht kan
P den, will ich traurig gehn faſſen, will ich alle fahren
und leiden, was Gott ber
mich verhaͤngt: Sind es Sa⸗
chen, die vergehen, will ich mich meine Sachen Andern nicht
nach dem umfehen, was mir Beſchwerden machen, fo treff
Heil und Segen bringt. O fees ich die rechte Bahn. Nun
ligs Vergnuͤgen wer dieſes ges wird mirs bald gluͤcken, ich
troffen, iſt tapffer bey langſa⸗ werde geneſen, nachdem ich fo
men Schritten geloffen. lange bin traurig geſeſſen.
IUaälen mich viel andre Seen mich die beſtẽ Freun⸗
Sachen, will ich laſſen es de in den Koht, als waͤrens
ſo machen, und des Meinen Feinde, will ichs leiden in Ge⸗
nehmen wahr: Wolte mich dult. Lernt man ſolche Laͤſte
daneben kraͤncken, was man tragen, und dabey ſich ſelbſt
ſonſt ſo leicht kan dencken, heiſts verſagen, wird erworben Got⸗
bey mir: Es iſt Gefahr. Drum tes Huld. Nichts beſſers auf
will ich in allem dahin mich Erden wird jemals gefunden,
beſtreben, vor Gott und den als wer ſich in Liebe zum Leis
den verbunden. |
laͤſſen, Tagen, daß geht mich
nicht an. Ich will ſehn, daß
Menſchen unſchuldig zu leben.
R Eden andre, was ſie wol⸗
len, Ehriſten leben, wie fie
Un⸗
Nverruͤckt ſoll dieſes ſtehen,
daß ich will in allen Wehe
U
bleiben meinem Ott getreu. &
Rennt mich an ein befftig
Schnauben, will ich es vor erſt
nicht glauben, bis ich frage,
was es ſey. Und wann ich ſo
13
weil ich verſaget das hin und
her Wancken.
(s⸗Buͤrde ſind die Laͤſte, ſo
hier tragen Wander⸗Gaͤſte,
ſieht man nur nicht ſauer drein:
Es thut heilen alte Wunden,
faͤllts ſchwehr in betrubten
bleibe in liebenden Schranckẽ, Stunden, dort wird alles an⸗
fo kan ich in Ewigkeit nim⸗
mermehr wancken.
V
Gott ergeben, !
mand reden drei |
mich an ſonſt nichts kehren,
was mich einer wolte lehren,
wolt mir je: |
ders ſtyn. O ſeligl wer fo ſich
zum Creutze hingeben, erlan⸗
Oll Vergnügen iſt mein get aldorten das ewige Leben.
Leben, weil ich mich hab s
Ene alte Suͤnden-⸗Falle,
die nur ſtuͤrtzen in die Hoͤl⸗
n: Thu ich lle, ſind auf ewig abgethan. Ich
hab alles hingegeben, was nur
heiſet Widerſtreben, weil ich
das muß lauter Liebe ſeyn. O geh ein andre Bahn. Und ſolt
ſelige Zeit
worinnen
gen gefunden. |
Ill mein Himmel wer:
den truͤbe, frag ich nach!
en! O ſelige Stunde! ich unendlich im Elend um:
das wahre Vergnuͤ⸗ſchweben, fo will ich doch ewig
Gott bleiben ergeben.
Agen, Klagen will ich mei⸗
den, mich von allen Din⸗
derſelben Liebe, die macht licht, gen ſcheiden, was mich nicht
was fünfter ſchwartz: Wolten alldort erhöht.
zuletzt geſungen,
es iſt gelungen, weil mein
Thun in Gott beſteht. O
groſe Meeres⸗Wellen gegen
mir ſich hoch auf ſchwellen, ich
erſenck mich niederwaͤrts.
Drum werd ich feſt bleiben in heiligs Verſag
auf Erden die weil es m
Goͤttlicken Schraucken, die⸗
So wird noch
daß es heißt:
gen der Dingen
acht
dor⸗
14
nn An ee ——— — — nn mann nn —
dorten verherrlichet werden. bey Nachte und Tage zu loben:
8. Auch lernen daneben mit him⸗
Num kommen gefloſſen die liſchen Weiſen das neue Lied
A güldenen Zeiten, wo man fingen, den Hoͤchſten zu preiſen.
ſieht des Lames Jungfrauen 6. Was werden vor herr⸗
ſich weiden: Und gehen am liche Wunder geſehen?s wann
Reihen mit lieblichem Singen, Seelen ins innere Heiligthum
im heiligen Schmucke Ihm gehen: Und bringen die willige
Opfer zu bringen. Opfer, daneben dem HErren
2. O herrlichſte Schoͤnheit ſich ſelbſten zum Eigenthum
der Goͤttlichen Seelen die alſo geben. |
die Wunder des Herren er⸗ 7. O ſeligs Geneſen! O
zehlen: Und bleiben erhaben himmliſchs Gedeyen! wann
in liebenden Flammen, zu loben Stroͤme des Lebens uns innigſt
des HErren geheiligten Name. erfreuen: Und machen uns gruͤ⸗
3. Die Stroͤme des Lebens nen im Paradies⸗Garten mit
unendlich aus flieſen, den lieben⸗ ſchoͤneſten Fruͤchten, von man⸗
den Hertzen die Leiden verſuͤſen: cherley Arten. 1
Viel Dancken und Loben muß 8. So bleiben die heilige
ſtetig erklingen dem König von Seelen in Schrancken, wann
Oben mit lieblichem Singen. himliſche Liebe ſie nimer laͤſt
4. O huͤpfet von Freuden wancken In herrlichſter Zierde
ihr treueſte Seelen, wir wollen und Schoͤne da ſtehen, auch
die Wunder des Schoͤnſten er⸗nim̃ermehr weichen inSchmeꝛ⸗
zehlen: Daß Herrlichkeit, Ehre tzen und Wehen.
und Glorie erſcheine an ſeiner 9. Die Einheit erneuet
vermaͤhlten u. lieben Gemeine. mit himmliſchen Freuden, ſo
5. Weil Er uns ſo treulich muͤſſe verſchwindẽ die trauri⸗
zuſammen gezogen Ihn ſtetig ge Zeiten: U. wo man zuvor
| in
2 ns nee 15
in viel Schmertzen geſeſſen, Hertzen uns freuen.
muß alles vergehen und wer⸗ 14. Wann Liebe in Liebe
den vergeſſen. In eines thut flieſen, ſo koͤnnen
10. Ich ſehe ſchon bluͤhen wir innere Kraͤfte genuͤſen:
die guͤldene Krone in himli⸗ Hier alles Vergeſſen heiſt ſeligſt
ſcher Schoͤne, mit Freude und Verweſen, und koͤnnen in
Wonne: Wo reine und lieben⸗Goͤttlichem Werfen geneſen.
de Hertzen in prangen, fo alhier 17. Wir wollen uns leben
Find ſtetig dem Lame nach⸗ in Schmertzen und Leiden, fo
gangen. wird uns in Ewigkeit nichtes
11. O ſeligſte Seelen! mehr ſcheiden: Und wan wir
zeigt reine Gebaͤrden, wir ſind Beherrſcher der Sinnen ſind
ja zuſam̃en erkauft von der worden, jo müſſen ſich öffnen
Erden: Unendlich muß unſer die guͤldene Pforten.
Gebaͤte aufſteigen dem Lame 16. Nun wil ich mich nich⸗
zu Ehren mit tiefeſtem Beugé.] tiger 1 entladen, weil
12. Einfaͤltig, von Hertz, Gott mich beguͤnſtigt mit him⸗
in liebenden Flammen, die liſchen Tathen: Und wann ich
weil wir entſproſſen aus him̃⸗ ſo bleibe in Goͤttlichen Schran⸗
| du Mutter der Bloͤden, ach,
Untreu erroͤthen! gib ſelber
|
|
|
|
liſchem Saamen: Weg zwey⸗ cken, fo kan ich in Ewigkeit
heit, wir haben nun beſſere Sa⸗nimermehr wancken.
chen, drum koͤnnen wir deine 17, Und bleibe verbunden
Verbildung verlachen, mit allen Getreuen, die GOtt
13. Ol ewige Weißheit, thut von innen und auſſen ver
neuen: Hier ſing ich mit Klein⸗
laß uns doch nimmer durch heit in Leiden und Proben, dort
werd ich unendlich des Schoͤpf⸗
fers Macht loben. e
18. Kraft, Ehr u. Macht
mee ' Herr⸗
das Beſte zum guten Ge⸗
deyen, fo koͤnnen wir alle er
A
Frommen, die der Goͤttlichen
16
—
Herrlichkeit ſeye gegeben dem Natur
der uns geſchencket ein heiliges 6. Theilhafft worden, und
Leben. Hier wollen wir laſſen zum Orden derer Seelen zuge⸗
die Trauer⸗Stim klingen, biß zaͤhlt, die da heilig und jung⸗
daß wir dort werden das neue 21 5 ſich mit IEſu ſelbſt ver⸗
maͤhlt.
Lied ſingen. .
| 9. 7. Gott geſuchet und ver⸗
DIR Er Gott liebet, und ſich fluchet alle Luft der Eitelkeit,
aber in der Lieb getreu ſich ergeben, um zu leben in der
zu ſeyn, wird nicht müde, bis Zucht und Heiligkeit.
der Friede nimt fein gantzes 8. Ob zwar wenig unterthaͤ⸗
Weſen ein. nig dieſem Geiſt der reinen
2. O was Wonne bringt die Juen ſind doch viele, die das
Sonne in das rechte Friedens⸗ Ziele mit viel Schmertzen lang
Haus! ſie macht lichte das geſucht. |
Geſichte, treibt die Finſternis 9. Und geftritten, viel erlit⸗
hinaus. f ten in dem ſchweren Kampf
3. Und macht helle jede Stel⸗ und Streit, hart gerungen
le, die vor finſter, ſchwartz u. durch gedrungen, bis ſie gaͤntz⸗
trüb, fie erneuet und befreyet lich find befreyt. 1
ſolches Haus ven fremder Lieb. 10. Von den vaſten, und nun
4. Und gibt Weſen zum ge⸗ raſten in dein reinen Liebes⸗
neſen jeder Seel, die ſich ſo übt, Schooß und der Hoͤle, wo die
und den Glauben nichts laͤſt Seele wird vonCreaturen bloß.
rauben, ſich zum Opffer GOtt 12. Darum fingen fie und
dargibt. 755 bringen unſerm GOtt Danck,
5. Drum ihꝛ Liebe, thut euch Ruhm und Preiß, laſſen hoͤ⸗
üben, und folgt dieſer Friedens⸗ ren ihm zu Ehren Lieder auf
Spur, weil ihr kommen zu den ie ſchoͤnſte Weiß.
12.
|
r
1
r
17
wu. Du
— ——— —
12. Mein Hertz wallet, mein flieſen in der Liebe Ungrund⸗
Mund lallet, ruͤhmt mit ihnen Meer, und dem Herren aller
Gottes Gnad; weil Er Kraͤf⸗Herren geben Danck, Preiß
te zum Geſchaͤffte wiederum ge⸗Ruhm und Ehr 4
ſchencket hat. 19. Mit den Frommen, die
13. Und aufs neue ſeine Treue da kommen aus Truͤbſal und
ſpuͤren laͤſt im innern Grund, groſſem Leid zu den Freuden, b
feine Guͤte im Gemuͤthe ſchme⸗ die bereiten GOtt ein Lob in
cken laͤſt der Seelen Mund. Ewigkeit. N
14. Wer kan dencken, was zu
10. i !
ſchencken unſerm Ott vor ſol⸗ M Ein Geiſt iſt erfreut, weil
che Gnad? ich will geben hin Gott mich verneut, und
mein Leben, opffern mich ihm ſeine Genad zum Leben, das
früh und ſpat. ewig, beruffen mich hat.
ag. Und im Schweigen tief 2. Die Goͤttliche Lieb mit
mich beugen vor der hoͤchſten maͤchtigem Trieb die hat mich
Majeſtaͤt, einwaͤrts kehren, al⸗beruͤhrt, und über den irrdiſchen
da hoͤren, was mein Lehrer Himmel geführt.
und Prophet . 3. Da ſeh ich die Schaaꝛ vorm
16. Mich wird lehren, mein goͤldnen Altar, die bringet dem
Begehren ſoll nur hingerichet HErrn Lob, Ehre, Kraft
ſeyn, wo die Fuͤlle in der Stil⸗ Weisheit und Herrlichkeit gern.
le mir ſpricht Kraft u. Weſe ein. 4. Ich huͤpffe und ſpring für
17. Das wird fromen, wenn Freuden und ſing mit ihnen
ich kommen zu der ſtillen Sab⸗ das Lied des Lamm es und Mo⸗
baths⸗Ruh, wo nach Leiden fe mit Hertz und Gemuͤth.
ich in Freuden leben kan, und 5. O felige Stund! nun wird
noch dazu. Ä auch mein Mund eröffnet, um
18. GOtt genieſen au zer⸗Lob mit ihnen zu .
2 ei⸗
21
5
heiligen GOtt. kroͤnt; drum jauchzet, daß
6. Der uns durch viel Leid u. Himmel und Erden erthoͤnt.
Truͤbſal bereit, gemachet recht | 10. Die Stunde iſt da (ſingt
neu, von Banden und Truͤbſal Hallelujah!) daß alle gehn ein
und Aengſten gantz frey. zur Hochzeit des Lammes, die
7. Nun kau uns nicht mehr heilig und rein.
das feindliche Heer der grim⸗ 11. Man ruffet ſchon laut
migen Rott beaͤngſt gen, weil der himmliſchen Braut: der
fie find geſtuͤrtzet von GOtt. Koͤnig iſt nah, er kommet, er
8. Sie werden gequält, und komniet, ſingt Hallelujah.
wir ſind gezählt zu Abrams Antwort der Braut.
Geſchlecht, dieweil wir gehal⸗ 12. Wir fuͤhlen den Segen,
ten das Goͤttliche Recht. und gehn ihm entgegen, und
9. Wir ſind nun erloͤßt und ruffen ihm zu: komm Liebſter
wir find getröft, mit Segen ge⸗ und bring uns zur ſeligen Ruh.
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Geſaͤng der einſamen
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Enthaltend eine neue Sammlung
| Geiſtlicher Lieder.
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TITAFITTIAFIAUERN N RIERERTTITTES
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ins Hertz hinein, die ſchoͤnen Himmels⸗Lehren, und
Wunder an zu preißen, laſſen jedes, wie es kan, die ſchoͤn⸗
die mir ſtets vor den Augen ſten Weiſen hören.
ſeyn, und mich dich loben heie| 4. Drum werden fie auch
fen: Ich bin geführt an einen nimmer muͤd, die Liebe blüht
Ort, wo ich im Frieden wohne, in Flammen, weilſie aus Goͤtt⸗
und Gottes Kinder fort und fort lichem Gebluͤt, der ſie gebracht
dir dienen ohne Lohne. zuſammen: das Lamm, ſo ihre
2. Drum will dir dancken fruͤh Ehr und Pracht, bleibt ohne
und ſpath, weil du mirs laͤßſt End erhoben, drum thun ſie
gelingen, daß ich aus unverdien⸗ auch zur Mitternacht Ihn all⸗
ter Gnad auch darf im Chor zuſammen loben. Be
mit fingen: wo man die ſchoͤn⸗ 5. Halleluja! ich bin erwacht
ſten Weiſen hört von denen rei⸗ ich will auch mit eintreten, wo 77
nen Schaaren, und ohne End man Gott dienet Tag und
dein Lob vermehrt, wann fie Nacht mit Singen u. mit Baͤ⸗
beyſammen waren ten: und will mein beſtes wa⸗
3. Zur Mitternacht, wann gen dran, daß ich kan mit erlan⸗
alle Welt in tiefen Schlaf erſun⸗ gen der Keuſchheit Kron auf die⸗
cken, ſo gehn ſie ein in Gottes ſer Bahn, worin man dort wird
Zelt, oft wie vor Liebe BA prangen. 0
. Kar TEE 0
005 Ch G Ott! ſchreib mir und ſtimmen ihre Lieder an mit
.
i home miſſer.
un „ een, ra
2. . Drum, O ihr Klugen!
A Th Hertzens ⸗Bruͤder! mercket doch, wie Pharao euch
ſtehet auf, und foͤrdert Laſt und Joch verdoppelt ſucht
euren Glaubens⸗Lauf: zu legen auf, um euch zu hemen
erweckt den Geiſt, und geht her⸗ in dem Lauf: dann was den al⸗
für, der Bräutigam iſt vor der ten Menſchen ziert, die Seel
Thür: richt eure Lampen kluͤg⸗ vom hoͤchſten Gut abfuͤhrt.
lich zu, und eilt zu der verheiſſ 6. Dann haben wir nur das
nen Ruh gemeint, was allhier ſichtbar⸗
2. Daumunfregeit heißt Mit⸗ lich erſcheint: ſo iſt das Hertz
ternacht, und Zioͤns Heiland iſt ſchon umgewandt nach Sodom
erwacht, drum rufft der Waͤch⸗ und Egyptenland, und kan es
ter auf der Waart: es eilt zu jeder an uns ſehn, daß uns be⸗
End die Creutzes⸗Fahrt. Wer liebt zuruck zu gen.
wolte dann ſo thoͤricht ſeyn, und 7. Ach wie verſtrickt iſt unſre
Sorglos wieder ſchlafen ein. Zeit in der erlaubten Eitelkeit!
3. Ihr, unſers Koͤnigs Sie⸗ das kommt daher, weil in der
ges⸗Beut, die ihr mit mir bes Buß nicht feſt gegruͤndet iſt der
ruffen ſeyd: erweckt den Ernſt, Fuß. Die Huͤfft im Kampff
verſaͤumet nicht den Glaubens⸗ nicht wird verrenckt, noch auch
Wandel in dem Licht, weil ihr, des Todes Pfort zerſprengt.
nach der Senaden⸗Wahl, erfehe 8. Dann aus dem Elementen⸗
ſeyd zum Abendmahl. Haus faſt niemand mehr ſich
4. Hier wird das Braut⸗Feſt wagt heraus: man wuͤrcket
zubereit in mancher Creutzes nur Gerechtigkeit, darin der al-
Niedrigkeit: wer dieſe Zeiten te Menſch ſich freut, und bauet
achtet nicht, muß endlich hoͤren ſo das alte Land, die neue Welt
im Gericht, wann wird ver⸗ bleibt unbekannt.
ſchloſſen ſeyn die Thür, ich fee 9. Man buhlet nur mit einer
euchnicht, weicht von mir. Braut, die aus des Adams
Seit
|
Seit erbaut, und diß iſt dieche⸗ Tod die Feind beſiegt Und was
legenheit, da unſte Liebe wird der Augen Luft verfügt, wird
gezweyt, wann der vergiffte blindungs nun im Tod gebuͤßt.
Zucker Mund uns macht ver 3. 0 f riſtis 5
geſſen unſern Bund. 9 Ch machet euch bereit, die jr
10. Dann wer das Sünden⸗ ihr ſeyd Ehrifti Brüder der wer
Bett berührt, des GeiftesKräfe Herriftener Haupt, u. ihr ſeyd f
fe bald verliert: da kommet der ſeine Glieder: wer in der Liebe
Philiſter Schaar, und ſchnei⸗ ſteht, kan ja nicht ſehen zu, daß |
det ihm ab ſeine Haar, ſo folgt einer trag allein, und er bleib in ar:
darauf das Trauer⸗Spiel, daß der Ruh: a
er muß mahlen in der Muͤhl. 2. Die Liebe dringet ihn, daß |
11. Drum die ihr Gottes er das Creutz will tragen weil
Erb⸗Geſchlecht, und habt das IEſus geht voran, will er es
Naziraͤer⸗Recht gebuͤſet ein in mit ihm wagen, und ſolt er wer⸗
ihrem Schooß: die Locken ſind den muͤd/ ſo weiß er diß
bald wieder groß, beweiſet fer⸗dabey, wer IEſu gehet nach,
ner eure Krafft, wann fie euch dem iſt er auch getreu. iD,
zwinget in Verhafft 3. Bewahrt die edle Zeit, die
1a. Zwar wen getroffen die⸗ ihr noch habt zu lebẽ, der HErr
ſes Spiel, kan anderſt kommen iſt ja nicht weit er kan euch
nicht zum Ziel, als daß er buͤß Krafte geben, er ſelber geht vor⸗
daß Leben ein; doch kan ihm diß an, und macht den Weg bereit,
nicht ſchaͤdlich ſeyn, weil er ja daß ihr koͤnt folgen nach bis in
ſonſten nichts verliert, als nur die Ewigkeit ee 9
das Bild, das ihn verführt“ 4. Owas für groſe Freund wird |
13 Ihr reinen Geiſter, Got⸗ ſeyn beh allen denen, die in der 5
tes Zier, merckt auf, es iſt nun Ewigkeit ſich nach euch hertzlich 5 |
|
vor der Thür die Zeit, da Sim⸗ſehnen wenn ihr euch machet
ſon zwar, erliegt; dochein dem loß von dieſer eitlen Welt, ſo
1 3 neh⸗
6
nehmen ſte euch auf zu ſich ins Suͤnden Abgrund machet reg.
Himmels ⸗Zelt. 4. So wird mir dann die
5. So groß wird ſeyn die Quell verwehrt, und ich werd
Freud, daß niemand es kan ja- trocken ausgezehrt, daß mir
ht u. en, in jener Ewigkeit, bey al: entgeht der Lebens⸗Saft, und
len, die getragen, in Schooße A⸗ zu dem Gehen alle Krafft: drum
brahams, zu jener Freuden⸗ bleibt das beben dieſer Zeit mein
Zahl, und werden halten mit Gegenpart in dieſem Streit.
das groſe Abendmahl. 5. Und dieſes haͤufft mir mei⸗
. 10 4. ne Schmach, weil ich muß fuͤh⸗
mi A möcht ich endlich brechen len alle Tag, daß auf mir ligt
durch durchs Fleiſch⸗Gehaͤg der Feinde Spott, weil ich ge⸗
und ſeine Burg, und durch die nieſe Gunſt bey Gott, und doch
alte Suͤnden Welt, darin ung mi meiner Wanderſchafft in
viele Netz geſtellt: ſo koͤnte ich ihrem Land bin in Verhafft.
im Heiligthum verkuͤndigen 6. Doch macht mir dieſes
des Hoͤchſten Ruhm. mehr Beſchwerd, wann ich da⸗
2. Drum eilt mein Geiſt zu neben innen werd, daß, die mir
ſeinem Looß, um bald zu wer⸗ſolten Balſam ſeyn, mir oft
den frey und bloß von dein, was viel Bittres ſchencken ein: wie⸗
ihn allhier beſchwert, und ihm wohlen nach der Liebe Pflicht
oft alle Kraft verzehrt: ſo daß mein Thun und Wandel einge⸗
ich ſeufzend gehe hin, weil ich ſo richt.
ſehr gedraͤnget bin. 7. So lieb ich dann den Creu⸗
3. Dann oft macht mir die al⸗ tzes⸗Pfal und meines Meiſters
te Schlang durch ihren Stachel Naͤgel⸗Maal: ich ſchelt mit
angſt und bang: wann wieder nichten, wann auch mir wird
nach Egyptenland der Seelen nachgeredt zur Ungebuͤhr: ich
Aug wird umgewandt, das in ſegne deine der mir flucht: ſeht,
des Fleiſches Vorgehaͤg der dieſes iſt des Creutzes 81 J A
8
|
7
— — nenn — — —
3. Ich bin verſtummet wie Creutzes⸗Weg : ſo wunderts
das Kamm, das dorten an dein mich, daß man fo blind, ſo irr u.
Creutzes⸗Stamm nicht hören fleiſchlich ift geſinnt, und ſuchet
lieſe feine Stimm; ob gleich die Ruh ins Feindes Land, da uns
Schaͤrer über ihm. Donn das Creutz iſt zuerkannt.
Stillſeyn in der Leid ensj⸗ Nacht 13. Das Creutz erwirbt der EN
hat uns das Heil zu wegẽ bracht. Seelen Koft, und preßt herz
9. Und waͤnn mir Ungemach aus den ſuͤfen Moſt; es beuget
ſchleicht nach, fo huͤt ich mich mich und machet klein, u. lehrt
vor aller Klag: dann dieſes iſt mich ſchlecht und niedrig ſeyn;
die rechte Cur, fo buͤßt das Le⸗ auch giebt mirs ſteten Unter⸗
| ben der Natur, und man wird richt in der verlobten Liebes⸗
endlich gar befreyt von des Ge⸗ Pflicht.
richtes Strengigkeit. 14. Es iſt mein Leit⸗Stern u.
10. Wohlan! ich faſſe mich Compaß, und leitet mich ohn
aufs neu auf ewig dem zu blei⸗ Unterlaß den rauhen Weg nach
ben treu, der mir fo reichlich Golgata: Oſelig! wer demſel⸗
ſchencket ein den Kelch mit bit⸗ ben nah, daß er das Eli ſtimme
term Myrrhen⸗Wein: und tra⸗ an, fo iſt zu End die Creutzes⸗
ge meinen Leidens⸗Stand, der Bahn. g
mir von oben zuerkannt. 18. O was erwirbt die Lei⸗
11. Und ſolte ich auch Lebens⸗ dene⸗Zeit vor eine groſe Seelig⸗
lang nur müͤſſen ſingen den Ge⸗ keit! Hertz und Gewiſſen wer⸗
‚fang von Jammer und von Here den rein ine Lichtes Glantz ge⸗
tzenleid: ſo wolt ich doch nicht kleidet ein: ſo gehet ein ins Him⸗
ſeyn befreyt von dieſer angeneh⸗melreich, wer liebt und leidet
men Buͤrd, dardurch man end⸗ hier zugleich |
lich ſelig wird. 16. So muͤſſe mir dann in dem
12. Stum wan ich bey mir ü- Streit Gedult ſtets bleiben an
berleg den eng⸗ beſchraͤnckten der Seit. So manchen a
r Ken a
3 87
ſo manche Kron ein ſolcher Strei⸗der Prophet und Evangeliſt:
ter traͤgt davon: diß iſt kein lee⸗ wer ſich in Gehorſam wird zu
res Mund⸗Gedicht, Ahn ihr bekennen, den ſie au 5
hat es uns n | König. und Prieſter auerh
Wer fich ihr Ks nichts ne⸗
fen fl: Karte 555 Weg it, die ben ihr liebet, den wird fi emit
Wahrheit und Leben Wie heiligem Geiſte erfuͤllen, daß
ſolches der Geiſt hat von oben Stroͤme der Warheit von ihne
bezeugt, der, als Er getaufft ausquillen.
ward, ob ihme thaͤt ſchweben. 4. So gehts dem, der en
O ſtelig! wer 1 EI am ſtum zum Süßer eee ‚fo
erreicht, das er iſt zum Lieben wird er, wie fell bſten bezeuget
durchs Waſſer verſchrieben.ſein Mund, mit un et Di s
Da heißt es aus Waſſer und 10 d. Het, u.
Geiſte gebohren, und a d | j die B des
reh e Braut⸗Zahl er⸗ gms, Pig
kohren. je 11 eſtreben nur Ihm
©, Im Waſſer gelobete Treu ben, damit, wann erſe
und Bekaüũtnuß eroͤffnet die die Mitternachts⸗ Kin de
Thuͤre zum richtigen Pfad: da wir werden als |
find ſich des Geiſtes febr] nahe Wahrheit erfunden. 5
ee da wird uns 5. n 0 e
e
110 laß dich nicht irren f ae
noch jemand verwirren zu ge⸗ 1 Ja it:
hen die Wege, die Chriſtus ge: ft
Face A 9 era 5 an 1 = |
0 15 1115 W
4 (mncc | 8
Und kluͤglich ihr Geiſtliches Frucht geſchafft: die Hoffnung
Tagwerck vollenden. ſpricht, es wird gelingen, dann
5 6. Gott hilfft ſtets den alten Feind
Ne heil ge Euſt⸗Spiel reiner in uns bezwingen.
Art der Kinder, die die ob 4. Wau uns in dieſer Zeit ges
re Mutter kennen, iſt, daß ſie lingt, ſo iſts auf Seithen Got⸗
ehlich find gepaart, u. in der heil⸗ tes gar verlohren: dann was
gen Lieb als Engel brenen: es nicht durch das Sterben dringt,
hat Ott ihnen zugeſagt, vor ſie wird nur in dieſes Leben ausge⸗
zu ſorgen Tag und Nacht, bohren. Wer ſich vom Creutz
auch ſtets in ihrer Mitt zu hat abgekehrt, ſeinutes in der
wohnen, und ſie mit Gnade u. Zeit verzehrt, und kan nicht im
9
Barinhertzigkeit zu lohnen. Gericht beſtehen, wann feine
daß fie nicht auch zugleich er⸗
2. Sie find zwar öfters ſehr Zeit dahin, muß er zu Grunde
ſeſchwert mit vielem Jam̃er gehen. |
in denveidens⸗Tagen; doch hat 5. Des Lebens Wurtzel und
ſte Gottes Treu gelehrt an ſeiner Gewicht iſt Creutz, wer damit
Gunſt mit nichten zu verzagen: reichlich iſt verſehen, bringt ſei⸗
ſie werden niemals fo gedrückt, Wunder an das Licht, wann
Erd und Hümmel wird zu
quickt der Troſt von oben in dem Grunde gehen: die Ewigkeit iſt
ertzen, daß fie vergeſſen alle dieſer Zeit in ihrer Hoͤhe, Laͤng
ehen Leid und Schmertzen. und Breiteinlungrund, der nicht
3. So pflegt deren den⸗ zu ergründen, vor ihr muß al⸗
Zweig ſehr Wund erkſchoͤn les Leben dieſer Zeit verſchwin⸗
im Sterben aus zu grunen: den.
wer lebt u. ſtirbet hier zugleich, Zuſatz. 8
dem muß der Tod ja ſelbſt zum See Brunn! ergie⸗
Lebẽ dient. So wird in truͤb⸗u. e dich, und laß die Got⸗
| fünſtrer Nacht dem Leben Der, tes⸗Fuͤlle auf uns regnen, das
*
9 ae g
mit wir wandeln wuͤrdiglich 4. Da wird man erſt das
auf deinem Weg, da uns pflegt Wunder ſehn, das uns allhier
zu begegnen viel Creutz in un⸗ fo in der Eng gehalten, daß
ſerm Leidens Stand, und ſtaͤr⸗ wir bey fo viel Leid und Wehn
cke uns durch deine Hand, da- die Rein⸗und Einheit liefen
mit wir ringen um den Segen, nicht erkalten: und wie der
den du den treuen Streitern reinen Liebe Flamm, die aus
endlich wirſt beylegen. dem Paradieſe kam, hielt un⸗
2. Wir ſehen ja nicht mehr fer fehnliches Verlangen bey
zuruͤck, und wollen nicht dem ſo viel Noth und Tod ſo man⸗
Creutzes⸗Dorn entweichen, che Jahr gefangen.
bis daß wir werde Zions Gluͤck . Nun Amen, dieſes fen der
nach abgelegter Leibes Buͤrd Schluß, wann in der Creu⸗
erreich: der uns durchs Creutz tzes⸗Schul wir nicht ermuͤden,
ſo zubereit, der ſtehe ſtets an der Tod dem Leben weichen
unſrer Seit, und woll uns mit muß, und dringt hervor der
den Augen führen, fo wird lang⸗gewuͤnſchte Frieden:
einſt unſer Haupt die Sieges⸗ wann wir nicht weichen von
Krone ziehen.
3. Dann wird man ſingen
von der Beut, wann aller
Streit iſt in den Sieg ver⸗
ſchlungen, und in der ſtillen
Ewigkeit dem HErrn das 6
Halleluja wird geſungen: die
Wunder⸗ſchoͤne Herrlichkeit
wird dann erwecken tauſend
Freud, und was empfinde unſ⸗
re Seelen, wird eins dem an⸗
dern mit Verwunderung er⸗
zehlen. |
der Bahn nach dem verheiſſ⸗
nen Canagan, und bleiben treu
in unſerm Wallen, ſo wird
zuletzt noch unſer Lob und
anck erſchallen.
DREIER
Daur dem Gnaden⸗Bund,
de GOtt im Waſſer⸗Bad mit
uns aufrichtet, da wir uns
7, |
r Glaubens⸗Grundruht
ihm zu ſeinem Dienſt verpflich⸗
tet, zu bleiben ihm getreu von
| | Her⸗
u
|
|
Bund, im innern Grund.
nem Liebes⸗Rath in uns thaͤt
uns mit Licht und Klarheit
mit ſchnellem La
11
Hertzens⸗Grund im Gnaden⸗ 6. Und wie die Lehr, ſo iſt
Bund. denn auch daher ihr Leben boͤß,
2. Eh dieſer Bund von GOttſihr Hertze falſch im Grunde,
uns worden kund, da warenſund laͤſtert Gott darzu mit
wir als die verirrte Schafe ihrem Munde; veracht, ver⸗
und lagen feſt im tiefen Suͤn⸗ ſpottet ſeinen Gnaden ⸗Rath
den⸗Schlafe, und wußten mit Wort und That.
nichts von Gottes Gnaden 7: Dennoch ſo bricht mit
Macht nun an das Licht die
— — —
zu
ung dubch fein iſt ohn unſer wiederſtehen der Luͤgen, daß
Wiſſen mit ſeim Bild gezeich⸗ es jederman wird ſehen, wie
net, wovon wir kunten wer. alle Falſchheit werden wird
den nicht enteignet; weil ſeine zernicht durch dieſes Licht.
falſche Lehr und groſſe Lift) 8. Drum kommt herbey ge⸗
ſehr kraͤfftig iſt. | troſt, und ohne Scheu, die ihr
4. Da aber Gott nach ſei noch bis daher im Ruff geblie⸗
ben, doch aber nicht in Chriſti
Tod verſchrieben, gebt ſeinem
Leben, und auch feiner. Lehr
Kraft Ruhm und Ehr.
9. Und werdet klein, dringt
mit Gewalt hinein ins Reich
a in Eil der Himmeln durch die enge
| gyptens Pforte, folgt länger nicht der
Fleiſch und Babels Lehr zu Schlangen klugen Worte, die
Taffen , und die verruchte Hur euch bisher nur hat gehalten
mit Ernſt zu haſſen, weil ihre auf in eurem Lauf ne ae
Lehr nichts iſt als Menſchen. 10. Es rufft euch GOtt
Der W. 0 hatt Warheit, und wird kraͤftig
offenbahren ſeinen Willen, u.
thaͤt anfüllen, da ſah ein jeder
in dem Lichtes⸗Schein die
Warheit ein. |
5. Und macht f
7
Tand, gegruͤndt auf une, durchs Creutz an heft de
i f 0
2
12
daß ihr euch ſolt mit ihm ver⸗
ſoͤhnen laſſen, und feinen Frie⸗
dens⸗Bund zu Hertzen faſſen,
weil in ihm liegt der Grund
der Seltgkeit auf den Beſcheid:
11. Daß man Gehör geb ſei⸗
nem Wort und Lehr, und laß
ſich mit ihm durch den Tauff
nen ſich mit ſeinem
Chriſti Tod.
thut beugen, und laͤßt verſoͤh⸗
Gott durch
15. O ſelig iſt demnach zu
jeder Friſt, der alſo wird mit
feinem GOtt verſöhnet, ob er
gleich drob wird von der Welt
verhoͤhnet, ſo folgt doch drauf
begraben, und ſo darauf em⸗
pfang des Geiſtes Gaben, die
Gott dem Glauben theur ver⸗
heiſſen hat auf ſolche That.
12. Es kan das Heil uns
werden nicht zu Theil, es ſey
denn, daß wir folgen Chriſti
Leben, u. uns in ſeinen Creutz⸗
Tod einergeben, zu tragen ihm
ſein Creutze willig nach durch
Spott und Schmach.
13. Diß iſt der Rath, den
Gott beſchloſſen hat, den
ſelbſt ſein liebſter Sohn auch
mußt erfuͤllen, zu offenbahren
uns des Vatters Willen, und
daß allein der Weg zum Vat⸗
ter iſt durch IEſum Chriſt.
14. Wer dieſen hoͤrt,
von Gott gelehrt,
Leben immer hoͤher ſteigen,
der iſt
und kan ins
hier und in Ewigkeit die F
ligkeit. g i Frifrich Fe |
Je Bruder⸗Lieb haͤlt wah⸗
D re Treu, ob gleich Verſu⸗
chung mancherley: ſie ſteht im
Leiden, wie in Freud, diß ſtillt
des Hertzens Bangigkeit.
2. Die Bruder⸗Lieb wird im:
mer gruͤn, im beiden iſt diß ihr
Gewinn: daß ſie im Zagen nicht
gewagt lie bat es auf den deren
ewagt. |
3. Die Bruder-Lieb hat fe
ſten Grund, das wird erſt in
dem deiden kund: bricht der Na⸗
tur Gewalt entzwey, ſo wird
die Bruder⸗Liebe fren.
4. Dann bricht die Bruder⸗
Lieb herfuͤr, weil GOttes Gna⸗
de leuchtet ihr: ſie bricht durch
—
alle Finſterniß, fo wird die Bru:
der 4
K
weil er ſich unter Gottes Rath
1
2
4
23
der⸗Liebe ſuß. Frucht iſt da.
F. Die Brudeꝛ⸗Liebe dringt 11. Wir ringen nach der Bru⸗
hinein in IEſu Hertz auch bey der⸗Lieb, gibts gleich ſo man⸗
der Pein: wird fie oft wund, fo che freche Dieb, und Feinde die
heilet der fie wieder, der ihr Man ſie rauben gern; ſo ſtehet ſie feſt
und Herr. in dem HErrn. its
6. Die Bruder⸗Lieb hat viele
Pein; doch oft im Weinen Zu⸗
cker⸗Wein: ihr Hertzens Thraͤ⸗
nen ſteigen auf, und helffen foͤr⸗
dern unfern Lauf. der nach der Hoͤh geneigt.
7. O Bruder⸗Liebel brich her⸗ 13. Die Bruder⸗Liebe wech
für, und brenne doch auch recht ſelt ab, jetzt heißt es: an das
in mir: mach mein Hertz recht Creutz und Grab, dann bricht
zum Brand⸗Altar, ſo brenn ich fie wieder neu herfur. O Bru⸗
mit, doch ohn Gefahr. der⸗Liebe GOttes Zier.
8. Brenn, Bruder⸗Lteb, bren 14. Heut iſt die Bruder⸗Liebe
immer fort in IEſu oder GOt⸗ ſchwartz, bis morgen licht⸗ hell
tes Wort: ſo brennt das Hertz, iunenwarts: ſehr liebend in der
verbrennt doch nicht, diß iſt ein Brüder Grund, da ſtehet feſt
wunderbar Geſchicht. deer Creutzes⸗ Bund.
9. Darob ſich Moſes hat ent 15. Die Bruder⸗Lieb fließt
ſetzt, fo uns im Bruder⸗Geiſt nach dem Maaß der Gnad in
ergetzt: erzittert man im Geiſt ein geheiligt Faß, und wieder
dafur, ſo brich du doch in mit aus zu GOttes Ehr, fo iſt die
herfuͤr. Liebe ja nicht ſchwer.
10. OBruder⸗Liebe brich her 16. Die Bruder⸗Lieb geht
oft gedrückt, im Lieben doch nie⸗
mal erſtickt: der Palmbaum
wird zur Erd gebeugt, und wie⸗
für, ich foͤrchte mich gar nicht enge her und iſt in GOttern⸗
vor dir: Gebaͤren bringet Zit⸗ weitert ſehr: ſie wird jet aug
tern ja, auch Freude, wenn * weit, ſo fine Die
| 3 Liebe
—
12. Die Bruder⸗Lieb wird
14
Liebe, liebe Leut. Dampff. | 94
27. Die Bruder⸗Liebe dringt 23. So gehet es im Bruder⸗
durch Noth, meint man ſchon Lauff, jetzt gehts hinunter, dan
oͤfters , ſie ſey Todt: dann drin⸗ hinauf: bald in die Tief, jetzt
gr fie ins Leben ein, fo muß die in die Hoͤh, jetzt in das Wohl
ruder⸗Liebe ſeyn. bald in das Weh. |
18. Die Bruder⸗Lieb wächft| 24. 8
in der Zeit, ihr Baum ſteht in iſt erſtickt, bald: fie hat meinen
der Ewigkeit: drum wird ſie Geiſt erquickt. Jetzt ſcheint fie.
nimmermehr vergehn, das wer⸗ wie erſtorben ſchier, bald hilfft
den treue Brüder (Glieder) ſehn. fie wieder dir und mir,
19. Die Brudersfiebe wird 25. Dann wird das Feuer
beſtehn, wann andre wie ein angezuͤndt, das war ein kleine
Schneck vergehn: dann fie er⸗Weil gehemmt: jetzt brennt die
halt in JEſu Sieg, bey allem Flamine Lichter⸗loh, verzehret
blut gen Kampff und Krieg. Holtz, Heu, Stopffel, Stroh-
20. Sie iſt ein unverweßlich 26. Seht, was die Bruder⸗
Gurt, DIE macht den Bruͤder⸗ Liebe kan, ſeht, welchen Wald
Hertzen Muth: ſie waget es auf ſte zuͤndet an: vermag die fal⸗
Gut und Blut, ſeht, was die ſche Zunge diß, vielmehr die
Bruder⸗Lieb nicht thut. wahre Lieb gewiß. er
r. Sie iſt ja ſtaͤrcker als der 27. Ich faſſe hierzu auch ein
Todt, und feſt auch in der Hoͤl⸗Hertz, und ſuche ſte, wäre auch
len⸗Noth; das hat dein JIEſus in Schmertz: fie laßt ſich finden
Liebes⸗Hertz erwieſen in dem in der eit, und bleibet feſt in
Hoͤllen (bittern) Schmertz. Ewigkeit. *
22. Sieh ſeine bruͤderliche Treu 28. Sie iſt die Frucht vom
und wags darauf, er ſtehet bey: hoͤchſten Gut, die Flamm des |
verzage nicht im Brudeꝛ⸗ HErrn iſt reine Glut: wer
Kampff, er gehet über wie ein boͤſe iſt, bleibt nicht an ihr/ ie iſt
ver⸗
+ 4
24%, Jetzt heiſßts: die Liebe
15
verzehrend für und für. Lieb in reinem Grund, wokies
29. Den frommen Hertzen be einſpricht IEſu Mund.
machet ſie gantz leichte all ihr 35. Drum Bruder, O be⸗
Glaubens⸗Muͤh: ſind ſie wie ſchneide dich! und hilf, daß ich
kalt, O wie ſo warm iſt doch der beſchneide mich: kein unbeſchni⸗
Bruder⸗Liebe Arm. ten Hertz kan ſeyn in treu und
30. Umfangend iſt die Bru⸗ wahrer Brüder Gmein.
der⸗Liebz doch nur den Treuen 36. Der HE beſchneidet
nicht fuͤr Dieb: Ach ſeelig wer uns im Geiſt, er macht, daß
ſie hat und haͤlt, der iſt weit Bruder⸗Liebe fleußt: ſo gibt es
uber alle Welt.. Reben und auch Wein, diß ha⸗
31, Ach war ich doch von dir ben wir im HErrn gemein.
zentzünd! du Bruder⸗Lieb, ja 37. Wer will den Einfluß
Gg Ottes Kind: Geburt aus hindern ſo, daß wir nicht ſolten
ED, du Flam̃ des HErrn, werden froh: wir trincken all
wer dich hat, wird verzehret aus einer Quell, genannt 36
gern.? „ n ſus Immanuel (diß Brünnlein
32. Wer dich nicht hat, iſt flleßet immer hell.
ſtets in Noth, man meint zu 38. Da trincken wir und
leben und iſt Todt: Man hält| werden ſatt, und ob ſie waͤren
ſich und verliert fich doch, ach noch ſo matt: kommt, liebe
diß iſt ja ein ſchweres Joch. Bruder ſehet diß, hier waͤchſet
—
33. Viel ſchwerer als der Ber⸗ auf das Engel⸗Süuß. FERN ARE ap 2
— — — —
ge Stein, ein immer Leid und 39. Davon ſie eſſen gleich
Noth und Pein: nicht wir, dieweil ſie unſre Brüder
| hier: fie trincken mit uns Zu⸗
einmal ein recht Todten⸗Thal.ſcker⸗Wein, wann wir den
34. Diß dringt mein armes Creutz⸗Kelch trincken fein.
Exite ſo, und wär gern aller 40. Sie heiſſen Brüder, und
Bruͤder froh, durch Bruder: ſinds auch, es iſt bey ihnen 95
ſieben in der Btuͤder⸗Zahl iſt
—
I
N
———
—
— — — —
—— . —
—
— — ——
{ 2 ii + A
——e—
|
|
|
5
|
Fri ten ma
16
Gebrauch, daß ſie einander Chriſtt ſchmalenCreutzes⸗ e⸗
flammen an, ſo thun ſie bey gen. N: 6
uns nun und dann. 2. Chriſtus, der helle Mor⸗
41. Damit wir ſollen ſeyn gen⸗Stern, den Abraham
zn Mund, fie flaminet auch im worden. |
du wilt, mir iſt nicht wohl, wo ſchloſſen: die Welt, mit ihrem
fe nicht au, Neich und Pracht, hat er am
Das Ewigkeit mit ihrem hren Fürsten gusgeſtoſſen.
Tag vertreibet alle Noth 5. Als er vollendet den Ereu⸗
17
iſt ew'ges Leben ew'ge Gnad, Tauſend Tauſend ohne Jahl,
und Schaͤtz der Ewigkeit die die all durch freyeblebes⸗Wahl
Fuͤlle. ſein Creutz ſich haben auser⸗
6. Der dort am Creutz hing kohren.
fo verſchmaͤth, bleibt ewiglich zo. Da ſah man auf der
nun hoch erhöht, gecroͤnt mü gantzen Welt der Kirche Chri⸗
Ehr u. Herrlichkeiten: Er rufft ſti Marter⸗Feld erfüllt mit
nun: wem gefaͤllt mein Reich, Blut und Marter⸗Cronen.
der werd zu erſt am Creutz mir O wie viel Streiter haben nicht
gleich, ſo will ichs ihm alſo be⸗ in dieſem Kampff das ew ge
eiden. Licht durch Chriſti Creutz und
7. Nach ihm hat die gezwoͤlff⸗ Todt gewonnen. |
te Zahl, durch ſeine hohe Creu⸗ 11. Was ſahe doch das Maͤrt⸗
tzes⸗Wahl, die Creutzes⸗Bahnſrer⸗Heer ? daß fie zu dieſer
zu erſt betreten: die all, auf Creutzes⸗Ehr ſo hitzig haben
ihres Meiſters Stimm, bis an ſich gedrungen: die ſahen in der
ihr Ende folgten ihm, durch Ewigkeit den Herzog unſter
viel und manche Creutzes⸗Noͤ⸗ Seligkeit, dem es durchs Creutz
then. ſo hoch gelungen. N
3. Auf Erden war ihr Theil 12. Sein Licht das hat ſie ſo
und Lohn die hochgeſchaͤtzte entzuckt, daß ſie vor Liebe
Marter⸗Cron, die ihnen wur⸗ gantz verruͤckt von aller Welt
de aufgeſetzet: durch Sterben geachtet worden: weil fie vor
ſind ſie gangen ein dorthin, wo Welt⸗Luſt, Ehr und Freud des
auf des Ereutzes⸗Pein ewige Creutzes⸗Sckmach und Bit⸗
Ruh und Freud ergoͤtzet. terkeit erwehlet in dem Creu⸗
9. Doch ward duch fie der tzes⸗Orden. 1
Creutzes⸗Krantz noch lange 13. Dem folgte nach ein an⸗
nicht erfüllet gantz: denn Chri⸗ der Heer, das auch des Creu⸗
ſtus hat durch ſie geboren 55 tzes⸗Schmach und Ehr Be
18
nein Theil ſich auserwehlet: wahre Glieder⸗Schaar iſt we⸗
die in der Wuͤſten ohne Zahl ſentlich daran gehefftet: wer
ſich ſelbſten au des Creützes diß Geheinmuß faßt und liebt,,
Pfal freywillig haben ange⸗ der wird dadurch alſo geuͤbt,
pfahleto : daß Fleiſch und Blut dran
149 Sie haben dieſes Lebens wird eutkraͤfftet.
Luͤſt in Durſt und Hunger 18. Sie gehen all den einen
wohl gebuͤßt in Peltzen und in Weg; ob ſchon des Creutzes
Ziegen⸗ Fellen: nit Mangel, Marter⸗Schlaͤg guf mehr als
Truͤbſal, Ungemach dem eine Weiß geſchehen: das Le⸗
Uteutzes⸗ Lamm gefolget nach ben muß verleugnet ſeyn, es
in Hoͤlen, Hütten und iu Cellen. laßt ſich nicht ohn Todt⸗ und
Aus dieſen grünte ‚auch Pein zu Gott und in fein
hervor der nuserwehlte Jung⸗ Reich eingehen. 2 203
frau n⸗Chor, die durch daͤs 19. Die Weisheit Gottes
Creutz ſich gar verſchnitten: die
ich erwehlt den Jungfrau n⸗
Sohn zum Braͤutgam und der
Keuſchheit Cron, durch ſeine
Krafft am Creutz erſtritten.
weiß und ſieht, wie jeder Zeit
und jedem Glied das rechte
Creutz ſie ſoll formiren. Die
Mutter, die uns neu gebiert,
9 + iur
und in die neue Stadt einfuͤhrt,
16 Die Linie aus dem Creu⸗
Itzes⸗Wort waͤchzt bis aus End
der Zeiten fort, und gruͤnet
allch in unſern Tagen: wir ſe⸗
hen ihr Gewaͤchs noch heut,
der Creutzes⸗Chor der letzten
' Fel w
1 Der Exeutz⸗Baum ſteht
m
*
—
f.
ird auch noch ſein e das iſt das Creutz
tragen . unns toͤdt,
ene da fuͤtwahr, und Chriſti 21.
—
kan alles Wunder⸗wol regiren.
20. Sie ſchnitzt das Creutz
nach ihrein Sinn, ſo daß ſich
unſer Willen drin zum rechten
Sterben hin kan geben: daun
was nach unſerm Willen geht,
nicht, das
und gibt auch nicht
ke Leben: dn
Drum bringt ein
das rech 41
jede
neue
VVV
neue Zeit ein neues Creutz und de wird das Wunder zeigen.
neue Streit, wodurch uns Ott 25. Wir kommen immer naͤ⸗
will uͤberfuhrenz dann was wirſher dran, bis daß der letzte
wiſſen, greiffen, ſehn, dabey Kampff geht an, da man das
kan Witz und Wille ſtehn, und Eli Lama ſchreyet: da wird
braucht ſich nicht gantz zu ver⸗ der Glaubens⸗Lauf vollbracht,
1.2 neee uh det ſich des Creutzes
22. Die Liebe zu dem hoͤch⸗ Nacht, wo ewige Leben uns
ſten Gut, die ſchafft das Creutz, erfreuet. We een
und gibt auch Muth; ob fiel 26. Da werden wir das Wun⸗
ſchon oft wird ſehr betrübet: der ſehn an den viel tauſend
ſie wird im Creutz wie Gold Heiligen, die alle ſind am
bewaͤhrt, wer liebt, und nicht Creutz geſtorben: wie jeder Zeit⸗
ihr Creutz erfahrt, der hat lauf Stand und Grad hier ſein
noch nicht recht treu geliebet. beſondre Ereutz⸗Schul hat, da
23. O Ereutzes⸗Brunn ins jedem feine Cron erworben.
Lainmes Blut! wie biſt du 27. Da kriegen wir auch unſ⸗
unfrer Seel ſo gut, re Cron, die mir dann vor des
machſt helle leider, reine Ser⸗ Lammes Thron mit allen
len: wie machſt du ſo geſchlacht Heilgen, werffen nieder, und
und klein? wo konte doch was loben das erwürgte Lam)
beſſers ſeyn? als ſich gantz dei⸗ das durch den Todt am Creu⸗
ner Eur befehlen. bes⸗Staium das rechte Leben,
24, Wir flögen hoch wie bringet wieder. e
Lucifer und raubten GOH| 1. 3.0 en b: ſelir
gar ſeine Ehr, wenn er Doe de iſt nunmehr W
nicht durchs Creutz koͤnt beu⸗ er nah, daß man im Lande
gen. Drum, Sue e ae Lied wird
der, faßt doch Muth, es geht ingen; wir haben eine feſte
gewiß noch alles gut, das En⸗ RR Rinne ne
5 40 2 .
*
1
dea ein ſolch neu Lied wird
29,
bauet hat, und die kein Feind Zion oft gedraͤnget hat.
kan zwingen, ihr Schirm und 5. Er ſtoͤſſet fie durch fein Ge⸗
Schutz, ihr Maur und Wehr walt, daß ſie im Grund zur
leyn Heil und Fried von oben Erden fallt, wie hoch und feſt
her. fie ſtehet; fie wird zertreten
2. Thut auf die Thore rund gantz und gar mit Fuͤſſen einer
umher, verſchlieſſet ſolche nim⸗ armen Schaar, die ſte zu vor
mermehr, wie vor der Zeit ge⸗ verſchmahet, mit Ferſen gantz
ſchehen; daß das gerechte Volck geringer Leut wird ſie zerſtoſſen
des HErrn von allen Enden ohngeſcheut. |
nah und fern mit Freuden her⸗ 6. Der We auf welchem der
ein gehen, welch lang auf Gerecht und Fromme geht, iſt
ſolche Zeit geharrt, den Glau⸗ recht und ſchlecht, oh ihn ſchon
ben treu und rein bewahrt. viel verlachen: der Steg, wor⸗
3. Du haͤlteſt Frieden ünmer⸗ auf der grechte Hauf fortſetzt
dar der treu gebliebnen GOt⸗ im Glauben ſeinen Lauff, thuſt
tes⸗ Schaar, wie du ihr zu ge⸗ du ſelbſt richtig machen, wir
ſaget; dein Zuſag iſt gewiß und warten, HErr, auf dich allein
feſt, drauf fie im Glauben ſich um Weg der heil gen Rechten
verlaͤßt getroſt und unverzaget; dein |
verlaßt euch ewig ohn Aufhoͤrn 7. Meins Hertzens Luſt und
auf einen ſolchen treuen Herrn. gantzer Sinn ſteht nur allein
4. Denn Gott der Herr gericht dahin, dein Namen hoch
ein s Iſcaels iſt ewiglich ein zu ehren, und daß ich dein ein⸗
ji N: y ſtarcker Felß, der alle Macht daͤchtig ſey des Abends, wenn
Wand wird brechen, er beuget die der Tag vorbey, des Nachts
durch Schmertz und Weh, ſo dein zu begehren, darzu mit
wohnen noch in Babels Hoͤh, meinem Geiſt in mir wach ich
And wird fein Zion raͤchen, und frühzeitig auf zu dir.
naueedrigen die hohe Stadt, die 8. Wo dein Recht geht im
„ 0 Land
*
75 .
21
Land einher, dient es dem wirſt du verſchaffen in dir
Volck zur Zucht und Lehr, das Fried und Ruh, und ewigs
auf der Erd thut wohnen, zu Freuden⸗Leben: was hier durch
üben Recht und G'rechtigkeit, uns wird ausgericht im Glau⸗
doch wenn gleich deine Guͤtig⸗ ben und aus Liebes⸗Pflicht,
keit will der Gottloſen ſchonen, hat uns dein Geiſt gegeben;
und ihnen ſich dein Gnad an⸗du Gott biſt unſer HErr
beut, lernen ſie doch kein allein, ob gleich noch andre
Gerechtigkeit. Herren ſeyn.
9. Sie uͤben noch im richt gen 12. Die über uns auf Erd
Land viel Ubelthaten, Sund regier'n, doch wenn fie G'wiſ⸗
und Schand, dein Recht ſieſſens⸗Herrſchafft fuͤhr'n, thun
hoͤhnend ſchmaͤhen, weil ſie wir die Ehr dir geben, und den⸗
dein Licht und Herrlichkeit, wecken an den Namen dein, denn
zu ſich dein Volck macht bereit, all, die todt in Suͤnden ſeyn,
2 2
mit nichten koͤnnen ſehen, denn nicht bleiben vor dir leben;
ſie ſind blind, und ſehen nicht,
welch hohe Ding dein Hand ft:
verricht. ffuͤr geh'n.
10. Wenn ſie es aber nock 13. Wenn du ſie heimſuchſt,
einmal erſehen, werden ſie gantz wird ihr Pracht vertilget, und
kahl beſtehn in groſſer Schan: zu nicht gemacht, da wird als
de, wenn du im Eiffer dich dann verſchwinden all ihr Ge⸗
machſt auf, und den verboß⸗ daͤchtniß, weil du, HErr, fort
ten Heiden⸗Hauf wirſt ſtecken faͤhreſt, aller Heiden Heer zu
in den Brande, du wirſt ſie plagen, die dich ſchaͤnden. Du
durch dein Feur verſehr'n, faͤhreſt fort, bis dein Gericht
und dadurch deine Feind ver⸗
zernicht.
vn.
11. Uns aber, deinem Welck
die, ſo verſtorben, nicht auf⸗
ſtehn, wenn deine Heil' gen her⸗
3
der Heiden Macht und Werck
14. Du wirft. dein Macht
und
N
41
und Herrlichkeit beweiſen in der Sünd mit dir hier abge⸗
Gerechtigkeit, bis alle Feind be⸗ ſtorben ſind, die werden zu dem
zwungen in dieſer und in jener Leben mit ihrem Leichnam auf⸗
Welt, weil aller Zeit ein End erſtehn, wenn Zions Herr⸗
beſtellt, wenn Sünd und Todt ſchafft wird angehn, und dir
verſchlungen. Herr, in der die Ehre geben: wacht auf,
Trübſal ſucht man dich, dein und rühmt mit Freud und,
Jacht macht ruffe aͤngſtiglich. Muth, die ihr bisher im Grab
5, Gleichwie ein Wulb in geruht. Aebi
Schwingerſchafft, die zue Ge⸗ 18. Dein Thau wird in der
burt hat wenig Kraft vor neuen Welt ſeyn als ein Thau
Angſt und vielen Wehen, in im grünen Feld, da alles lieb⸗
groſſen Schmertzen ſchreyet lich grünet; aber der andern
ſehr, ſo gehts auch uns noch Todten Land, die hier dich ha⸗
ot, O Herr! wie du kanſt ben nie erkannt, nur ſtets der
hoͤr'n und ſehen; der ſchwan⸗ Welt gedienet, wirft du ſtuͤr⸗
gre Leib macht viel Beſchwer'n zen in Feuer⸗Pfuhl, wenn du
bis du uns voll wirft ausge Mär auf dem Richter⸗Stuhl.
BAER N 19. Geh hin, mein Voſck!
16. Diß macht uns oft die ein kleine Zeit, da ich dir hab
Zeit noch lang, und will dem ein Statt bereit zu deiner Rz
Geiſte machen bang, daß wir he⸗Kammer, halt noch daſelbſt
kaum Odem holen, noch den ein wenig Rah, und ſchleuß die
noch koͤnnen wir dem Land Thuͤre nach dir zu, verbirg
nicht helffen, bis wir in dem dich vor dem Jamer der Welt
Stand, wie uns dein Geiſt be⸗ ein kleinen Augenblick, bis daß
fohlen, Babels Einwohner mein Zorn vorüber ruck.
fallen nicht, bis Zion in uns 20. Dann ich, der HErr,
auf gericht. werd ziehe aus im Eiffer⸗Geiſt
17, HErr, deine Todten, die von Haus zu Haus, e
12 n 92 eit
5
7
3
heit der Gottloſen heim zu ſu⸗
chen in Babels Land, alsdann
wird offenbar bekannt das
Blut, das ſie vergoſſen, und
wird verheelen nimmermehr,
2 Pr e erwuͤrgt um meine Lehr.
enter: 11.
Dilag unſre Krafft und
groſe Thaten kans nich
2
23
met, ernſtlich haſſen: und uns
nach ihrer ſuͤſen Lehr einander
lieben mehr und mehr
grünen; wann eins dem an⸗
dern ſucht zu dienen: wann
ſich verbindet Hertz und Hertz,
weicht aller Jammer, Weh
gelingen und gerathen: das 7. Kein Maaß und Meß⸗
Haus wird nur gebaut au
Sand, und nnſer Hertz bleibt
unerkannt,
2. Soll Gottes Liebe inuns
br ennen, ſo lerne man ſich ſelbſt
erkennen: und halte alles in
Verdacht, was uns den Hun⸗
mel truͤbe macht.
3 Dann nur die Liebe kan
uns geben das GOtt⸗gelaſſne
Freuden⸗Leben: im Klein⸗ſeyn
105 Schmertz.
Stab iſt zu finden, der Liebe
Abgrund zu ergruͤnden: ſo
bringt man auch durch Woͤr⸗
ter nicht ihr Lob und Adel an
das Licht.
8. W0 fü e eimnal das Hertz
durchdrungen, iſt Haß und
Mißgunſt bald verſchlungen:
und was noch fremde Kraͤffte
gusgefe
gt. 1
giebt fie, groſen Muth, und 9. Doch diß geſchiehet: nicht
daͤmpffet a durch Rechten, vielweniger
4. Soll aber
e das Ruder durch Streit und Fechten:
führen, und unſre Tritt und dann wo die Liebe unten liegt,
Gaͤng regieren: ſo muͤſſen wir da wird der Feinde Macht be⸗
sauf unſrer Fahrt Neeb. fiege
rung ſeyn gepaart.
10 Wann Erd und Himel
Is. Wir müſſen unſern Rath wird vergehen, bleibt reine Lie⸗
61
era, was von uns kom⸗ be veſte ſlehen: dann .
6. So kan dae Paradies aus⸗
hegt, wird durch ſie weint
r 02 0a
24
iſt Weſenheit, geſchieden von auf ſeine Staͤrck und ſeiner
der Sinnlichkeit. ‚Hände Thun und Werck.
11. Concept und Bilder fal⸗ 17. Damit will er die Liebe
len müfjen, wo fie beherrſchet zwingen, und unter feinen
die Gewiſſen: was Weſenheit Willen bringen: doch weil er
nicht in ſich hat, macht keinen noch nicht iſt gebeugt, die rei
Geiſt vergnuͤgt und fatt. ne Jungfrau von ihinffeucht
12. Kein Menſch kan ihren 18. Wer noch gerecht in ſei⸗
Umzirck meſſen, jemehr man nen Wegen, dem handelt ſtets
ER:
von ihr pflegt zu eſſen, jemehr die Lieb entgegen: und wer
man von ihr eſſen will: dann noch Unrecht in ſich traͤgt,
in ihr wohnt die Gottes⸗Fuͤll. wird gar zur Tenn hinaus ge⸗
13. Sie iſt das Centrum in fegt. 7
dem Leben, aus ihrem Brun 19. O ſelig! wer nebſt ihren
entſpringt daneben ein Meer Gaben init nichts verlanget
voll Weisheit und Verſtand, ſich zu laben und der all ſeine
daran ihr Adel wird erkannt. Tage ſucht zu enden in der
14. Wer durchs Geſetze ſie Liebe Zucht N
beſchraͤncket, den Geiſt der rei⸗ 20. Dann die der Demuth
nen Liebe kraͤncket: kein Men⸗ ſich befleiſſen, iſt reicher Troſt
ſchen⸗Joch iſt ihr bewußt, ſie von ihr verheiſſen: und die im
liebet ſtets in freyer duſt. Glauben und Gedult erwar⸗
25. Und ob ſie ſchon an nichts ten ihres Gottes Huld.
gebunden; fo, wird doch reine 21. Die werden zwar auch
Zucht gefunden bey dem Ge⸗ oft betruͤbet, und in dem Lei⸗
ſchlecht, wo fie zu Haus: dan den wohl geübet, und wun⸗
ſie treibt fremde Bulſchafft aus. derbarlich zubereit auf jene
16. Wer über ſie iſt mißver⸗frohe Ewigkeit.
gnüget, hat eigne Lieb noch 22. Drum halten wir ſie hoch
nicht beſieget: er trotzet noch in Ehren: ſie wird der Nat
771 9
\ 25
Rath zerſtoͤhren, und alles] 4. Da ließ die, fo ihm aus⸗
bringen an den Tag, was unſ⸗ erkohren zu feiner Braut, ihn
rer Eintracht ſchleichet nach. nun allein, ſo Font es dann
23. Dort werden wir erſt nicht anders ſeyn: ſein ſchoͤner
recht fie preißen mit Wunder⸗Braut⸗Schmuck ging verloh⸗
ſchoͤnen Himmels ⸗Weiſen: ren, und er ward nach der
wañ einſt im weiſſen Kleider⸗Thiere Art mit feines gleichen
Zierd ihr gantzes Heer erſchei⸗ nun gepaart. 8
nen wird. 5. So fiel der Menſch dann
: ſacob marhz. im Exſincken in einen harten
Eo der Menſch zu Got⸗Todes⸗Schlaf, und hat, als
tes Ehre nach ſeinem Bil⸗ ein verirrtes Schaf, gewendt
de zubereit, daß in die lange ſich von des Geiſtes Wincken:
Ewigkeit er ohne Zwang Ge⸗ da ward der Baum geftellet
ſetz und Lehre ihm diene, und dar, auf daß der Fall würd
auch noch dabey ein Herr der offenbar. ep g
Creaturen ſey. 6. Dann weils die alte
2. Da ſolte er ſich auch ver⸗Schlang verſpielet, und A⸗
mehren durch Engel⸗reine dam erbt, was ſie verſchertzt,
Himmels⸗Lieb, und ohne Luſt hat ſie der Handel ſo geſchmertzt
und Suͤnden⸗Trieb die Kinder daß ſie an ihm den Muth ges
von ſich ausgebaͤhren: damit kuͤhlet: drum mußt er aus dem
mit ſolchem Gottes⸗Bild das Paradeis ſein Brod erwerben
Paradieſe werd erfüllt. in dem Schweiß.
3. Ach aber leider! was ge⸗ 7. So ſind nun alle Adams⸗
ſchahe? er hat verfehlet dieſe Kinder den Elementen unter⸗
Spuhr, weil er erforſchte die than, und baͤten dieſe Goͤtter
Natur, und jedem Ding ins an, die ſie ernehren, und nicht
Hertze ſahe: entſtund in ihm minder nach derer Krafft und
die guͤſternheit durch die Magia Weſenheit gebildet ſeynd und
dieſer Zeit. D zubereit,
+
26
— —
8; Doch iſt der Menſch noch 12. Da font man Wunder⸗
mehr verſuncken er giebet auch Dinge ſehen, wie es ging die⸗
Gott kein Gehoͤr, ſein Geiſt fe vierzig Jahr, da ſich Figu⸗
kan ihn nicht ſtraffen mehr, ren ſtellten dar von deme, wie
weil er im Eitlen iſt ertruͤn⸗ es ſolte gehen: wann endlich
cken: drum hat der Mangel wird der Gnaden⸗Bund des
alſobald erfordert. Prieſter Geiſts Geſchaͤffte machen kund.
und Gewalt. 13. Das Volck pflegt im⸗
9. Da hat Gott Abraham mer abzumeichen, fie hingen
kewehlet zu feinem Volck und gar den Goͤtzen an, weibnech
rb⸗Geſchlecht, er zeigt auch nicht offenbahr der Mann, der
Iſagt Fine Recht, und hat es heilen ſolte alle Seuchen: durch
1 0 0 nicht vekheelet: aus ih⸗ den mit Gott verſohnet wird,
Hi kam der groſe Hirt, der was jemals von ihm abgeirrt.
alles ſatminlet, was verirrt. 14. Herngcher kamen auch
10. Gott hats mit ihnen ſo Propheten, die ſandte vor ſich
regieret, daß Iſtael in freim= her der Held: fie brachten von
dein Land erkennen ſolte ſeine der neuen Welt hervor Geſich⸗
Hand: die in Egypten fie, ge⸗ cer, Traͤum und Reden, und
führet, und dann auf die be⸗ wie ſich in der guͤldnen Zeit
ſtimimtegeit ſie von der Dienſt⸗ ſolt enden aller Streit und Leid.
‚barkeit befrez t. 15, Bis endlich der iſt ſelb⸗
11. Durch einen Mann, den ſten kommen der das Verlorne
er beladen mit ſeinem Rath wiederbrachl; wiewohl von
und Gottes⸗Macht: der von Jederman veracht: weil er
den Seinen hochgeacht, weil das Creutz auf ſich genomen, ö
er durch Krafft und Wunder⸗ und durch den bittern Creu⸗
Thaten das Land beweget und tzes⸗Tod uns wieder hat ver⸗ i
gerührt, und fein, Volck fieg- ühnt mit BOtt. f
reich ausgeführt, 156. Wer ihm gedencket nach
Ä 27
zu ringen, muß auf ſich neh⸗Prieſter⸗Amt und Scepter
men gleiche Schmach, fo wird führt. 41 25 ans
zuletzt der frohe Tag ihm die 20. Dann wird die Creatur
erwuͤnſchte Erndte bringen: befreyet vom Oienſt der ſchnoͤ⸗
dann wo der alte Menſch er⸗ den Eitelkeit, wann ſich die
liegt, der Neue uͤberwindt und Erde weit und breit vom Fluch
ſiegt. aeentladet und erneuet, und
17. Die nun von Chriſti GOtt ausgieſet ſeinen Geiſt
Geiſt erwecket, und ihm gefol⸗ guf alles Fleiſch, wie er vers
get in der Zeit; auch von der heit.
groſen Herrlichkeit die Vor⸗ 21. Die nun das Luſt⸗Spiel
koſt ſchon allhier geſchmaͤcket, dieſer Zeiten mehr lieben als
ſo daß fie ſich dem Lamm vers die Guaden⸗Wahl, verſcher⸗
traut auf ewig hin als ſeine tzen auch das Abendmahl u.
—— — —
Braut: werden in dem Reich det Freu⸗ |
18. Die werden, wann den die tauſend Jahre herr⸗ |
Gott wird erſcheinen, und ſchen nicht, noch helfen halten
das Gerichte fangen an, wie das Gericht.
es die Schrifft hat kund gethan, 22. Drum die nicht Freunde
gezehlet werden zuden Seinen ſſch erwerben durch Wehlthun
und als des HErren Eigen⸗ in der neuen Welt, zur Lincken
thum verkuͤndigen des Lam⸗ werden hingeſtellt, ihr Hoff⸗
mies Ruhm. „ nung wird un Tod erſteiben,
19. Dann wird die Hoff: weil ſie nur haben in der Zeit
nung Zions grünen, wann geliebt den Schein der Hei⸗
d e der de d e e dee
£ „ wer jetzt vor ihm nieder⸗ 23. D * zweyte Tod haͤlt ſie 5 7 *
fallt, wird dem erwuͤrgten gefangen bis auf das groſe
game dienen; wann feine Jubel Jahr, da alles, was
Er mit ihm regiert, 255 gebunden war „aufen 8
Ber? ö | eit
y: 5:
28.
% ni) Fl Ba uBy BEN Bu
heit wird gelangen: wer fo bey dir hoch geacht, geb allem
durchs Feuer worden rein, als⸗gute Nacht: dort wi ich erben.
dann zur Ruhe gehet ein. 2. Ich hab erkannt, wie all
24. Drum muß ſo manche dein leerer Tand gebauet iſt auf
Jahr verwalten der Mittler Sand, wird nicht beſtehen.
fein Verſoͤhnungs⸗Amt, bis Dort ſind bereit in jener Ewig⸗
alles, was von Adam ſtammt keit, nach dieſer eitlen Freud,
im Feuer hat die Prob erhal⸗ viel tauſend Wehen
ten: fo wird dann endlich of⸗ 3. Ich geh die Bahn, die
fenbar das groſe Hall⸗und nür gerathen an, der ſelbſt
Jubel⸗Jahr. mein Helffers⸗Mann, IEſus
25. So macht der groſe Fuͤrſt mit Namen Es Alt, Genn,
der Prieſter dem Vater alles weil dieſes Waffe Bad’ Er
unter than, er loͤſet allen Fluch ſelbſt geſtifftet hat dem heilgen
und Bann, weil er gebunden Saanen. er
den Verwuͤſter: der Demuth 4. Wer diß verachtt, und
Luſt⸗Spiel, das zuvor verwuͤſt laͤſſet aus der Acht, was Got⸗
gelegen, kommt empor. tes Raht bedacht, wird muͤſ⸗
26. Zuletzt wird er aus frey⸗ fen zagen: wann die erfreut,
em Willen das Reich deim fo hier in dieſer Zeit ins To⸗
Vater raͤumen ein, dann wird des Bitterkeit es thäte wagen.
der Vater alles ſeyn, und al⸗ 5. II. gingen ein, wo man ver⸗
le Hoͤh und Tiefen füllen. O ſagt dem Schein der nicht thut
Gloria! O Herrlichkeit! dann machen rein von unſern Sün⸗
iſt zu End der lange Streit. den. Der Glaube ſieht allein
13 auf Gottes Gut, wo man
Ahr hin, O Welt! ich habe ſich fo bemüht, und laͤſſt dahin⸗
mir erwehlt, was meinem den. | a
SoOtt gefällt, dir will ich ſter 6. Was Babel ticht wider
ben. Ich hab verſagt, was das groſe Licht, ſo er ſelbſt air 1
| | r gericht
49
gericht der Kirch zu gute: und Schweiß, zu gehen ein ins
ſelbſt die Bahn alſo getretten Paradeis. |
an, wo man nicht irren kan z. Er iſt der Artzt, durch ſei⸗
am Bundes⸗Blute. ne Hand ſchafft Gott, daß
7. Weil dieſer Kauf im ho⸗ endlich alles Land muß wie⸗
hen Glaubens⸗Lauff durch ſei⸗ der zu ihm kehren: durch ihn
ne Todes⸗Tauff zu gut geſche⸗ find alle Ding gemacht, und
hen: wer folgt ſo gleich, auch werden durch ihn wiederbracht,
nie wird matt noch weich, der zu Gottes Lob und Ehren. Er
wird in Gottes Reich aldort hat der Liebe Quell entdeckt,
eingehen. und uns vom Todes⸗Schlaf
Frl. nad 14 eerrweckt.
den Gottes⸗Lam! 4 Fuͤrwahr er iſt das Au. O,
wie heilig und wie wun⸗ ein Gnaden⸗Blick macht alles
derſam biſt du, wer kans er⸗ froh, was ihm kommt in die
se von Anfang, da die Haͤnde: diß bleibt ein ewig fe⸗
elt gemacht, warſt du ſchon ſter Bund, daß der, fo aller
in dem Geiſt geſchlacht, und Dinge Grund, wird ſchaffen,
trugſt die Laſt der Suͤnden daß das Ende wird alles wie⸗
Aus dir fließt alle Gottes⸗ der ſtellen dar, wie es vor be⸗
Huld durch deine Langmuthſnen Zeiten war.
und Gedult. 5. Zwar hat der Jammer
2. Diß iſt der neue Gnaden⸗ keine Zahl, darin wir lagen
Bund, der durch des Hohen⸗ allzumal: wer font diß Meer
Prieſters Mund auf Erden ergründen? kein Engel, keine
kundbahr worden: dann dieſes Maſeſtaͤt, kein Heiliger und
Lamm trug unſte Noth als kein Prophet war ſtarck geung
weſentlicher Menſch und SOtt, zu finden, daß er font heben
und öffnete die Pforten, durch dieſen Stein, es mußt ein
ſeinen Kampf und Todt Gottes⸗Traͤger ſeyn. |
16 3
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30,
its ³˙ mern ie ET ER E
F. O herrlich⸗hohe Wunder und vieler Müh vor dieſem Jo⸗
Eur! wann über alle Creatur ſeph beugen, und in der groſ⸗
das Lamm wird triumphiren: fen: Hungers⸗Noth ſich ihm
wohl dem! dem dieſe Cur be: verkauffen um das Brod, ſo
liebt, und ſich dem Creutzes⸗wird alsdann erweichen ihr
Tod ergibt, der wird den Him⸗ harter Sinn nach langer Zeit,
mel zieren, der kommt zuͤ der
erwehlten Zahl, und zu dem 10. Das Lanim ſey hoch ge⸗
groſen Abendmahl. benedeyt, fein Reich und ſeine
7. Wer aber hier den Bund Herrlichkeit wird alles uͤber⸗
verſchmaͤht, und ſeines Her⸗
tzens Rath nachgeht, wird doch
und alle Feind, die ihm noch
zuletzt noch finden, daß ihm jetzt zuwider ſeynd, die wer⸗
det Becher eingeſchenckt, da⸗ den ſich noch beugen vor ihin
raus ein jeder wird getraͤnckt, und ſeiner werthen Braut;
der noch gedient der Suͤnden die hier mit ihm am Creutz
Die Schmach, die er hier hat vertraut 128
geſcheut, wied dorten ſeyn ſein rr. Und endlich wird der wer⸗
Ehren⸗ Kleid. the Sohn mit ſeiner Herrſchaft,
L. Doch wird diß ſchreckliche Reich und Kron dem Vater
Gericht der Suͤnden Quelle willig dienen: dann wird des
daͤmpffen nicht: dann der am Vaters Majeſtaͤt, die uͤber al⸗
Creutz geſtorben, der macht le Thronen geht, durch ſeinen
durch feine Artzeney von Sün⸗ Sohn ausgruͤnen. Der Geiſt,
den Tod und Hoͤlle frey, und der ſonſt verborgen war, macht
hat das Heil erworben. In ſei⸗ alsdann alles offenbahr.
nen Purpur⸗rothen Blut er⸗ Y, P. 6 171 f
ſtirbt zuletzt der Hoͤllen⸗Glut.
9. Dann werden ſie auch ihre I nicht unterdruͤcket von dem
Kaie nach lan zem Leid Gewicht, das mir hat bene
1 egt⸗
von ſeiner ſtrengen Herbigkeit.
ſteigen: Sind, Teuffel, Tod
Ef, |
RE bin gedruckt und doch
at
31
legt mein GOtt, der mich u al⸗ wahre Gute nicht, das ſich
le Dinge nagt. fo lang ich war nach keines Menſchen Bildern
in jenem Dienſt ver ſteicket hay richt. Bey mir iſt eines groß
ich zum Bau des Teinpels ins und klein, ich pflege jedem fo
gemein getragen bey die allerz zu ſeyn, wie er ich ſucht, und
ſchwerſte Stein. Dañ da ich eꝛſt leb gelaſſen, drum kan mich
darzwiſchen kam, und ſolche keiner mit der Selbheit faſſen.
Laſten auf mich nahm, ward 4. Und waͤr noch eine Tiefe
Gott geloͤßt, und ich bezwun⸗ zu ergruͤnden auf meiner lang⸗
gen, in Ihm iſt mirs, und Ihm gehabten Wanderfahrt, ge⸗
auch unch gelungen. wiß ich häfte keine Muͤh ge⸗
2. Doch war ich öfters blöd ſpahrt, und mich nicht denen
u. voller Zagen, das Gute lag rauhen Creutzes⸗Winden zu
mir anz doch wußt ich nicht, daß einem Spiel ſo gar gegeben hin,
wer ſich G Ott u. Menſchen hat daß ich nun mir ein Wunder
verpflicht, auf beyden Achſeln worde bin. So iſt mir dan nun
muͤſſe lernen tragen, in wel⸗ kein Verluſt auf meiner Reiſe
chem Looß und reinen Prieſter⸗mehr bewußt, und wann es
Sinn ich nun ein Gottes⸗Traͤ⸗ ſcheint, es ſey verlohren, ſo
ger worden bin. O ſelig! wer wird ein Phoͤnix aus der Aſch
nie hoͤher ſteigt, als daß ſein Fuß gebohren.
die Erd erreicht: dan deſſen Hoͤh 5. Die Eintracht meiner im
bleibt ohnbeſieget, der feinem gelaſſnen Willen mit Gottes
Bruder zu den Fuͤſſen lieget. Rath hat mich dahin gebracht,
3. Concepten, Formen, Bil⸗ daß ich mir ſelbſt in allem ab⸗
der, Weiſen S rancken, die geſagt, drum kan ſtets reine
andern bauen ihren Himel auf, Liebe aus mir quille. O wel
die ſind vernicht in meinem ein hoch⸗begluͤckter Ehren⸗
Glaubens⸗Lauf; dan was ſich Stand! wer alſo Gott iſt
formt nach menſchlichen Ge⸗ kommen in die Hand, daß er
Dancken, das iſt noch lang das BER ana, ſich
1
ſich nach ihm lenckt und dreht Orden zur Ausgeburt der rei
und ihm nicht mehr im Wegeſnen Liebe, worden
ſteht. In dieſem Luſt⸗Spiel Henſchel: 16. millen
iſt verſchwunden der Jammer Ch dancke Gott, wan ich
vieler mißvergnuͤgten Stunde.] J betrachte, daß er mich hat
6. Und haͤtt ich nicht diß Raͤ⸗ ſo vaͤterlich der Welt, die mir
tzel bald errathen, gewiß ich viel Jammer machte entfuͤh⸗
haͤtte meinen Stand verletzt, ret und gebracht zu ſich, und
als mich die Mutter von dem gab mir ſein Geſetz, wodurch
Schooß geſetzt, und lie mich ich aus dem Netz, darin ich
in dem Janimer⸗Waſſer ba⸗ehmals war verſtricket, gezo⸗
den, daß ich als wie entſeelt gen und heraus geruͤcket.
in vieler Schmach oft in den 2. Und wann ich dencke an
letzten Todes⸗Zuͤgen lag. Und die Muͤhe, die er an mich hat
ob ſie ſich ſchoͤn hart geſtellt; angewandt, da er mir feine
ſo hab ich mich doch nicht geſellt Gnad verliehen, und macht mir
zu fremden agen und zu ſeinen Rath bekannt, (woraus
denen, die neben ihrhuch frem⸗ in dieſer Zeit entſtund ſo
der Lieb ſich ſehnen. mancher Streit) ſo pfleg ich
7. Drum iſt der Hader end⸗ auf den Himmels⸗Wegen
lich bald geſchlichtet, es iſt gez mich deſto ſchneller zu bewegen.
ſchehn, die Wercke folgen nach, 3. Wie manchen Berg mußt
und werden endlich bringen an ich beſteigen wie manche Bu⸗
den Tag, wann dieſes Welt⸗ ſche u. Gehaͤg, eh ſich die him
Gebaͤu wird ſeyn vernichtet, meles⸗Thuͤr kont zeige u. der be⸗
was hier dem Ereutz fo nahe draͤngte Creutzes⸗Weg: daß
war verwandt, und unſern weil Gerechtigkeit noch war
bloͤden Augen unerkannt. Dan mein Ehren⸗Kleid, mußt ich
wird, wer inich zuvor gedrückt, erſt ihren Schmuck verlieren,
mich ſelig preißen und begluͤckt, eh ich Font feine Gnade ſpuͤh⸗
weil in gecroͤnten Prieſter⸗ ren.
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4. Dann da ich dachte nun zu
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ein, ließ ſich der Phariſaͤer ſehen,
der mich verblendt mit ſeinem
Schein: da ward mir in dem
Grund erſt recht das Uebel
kund, und weil ich ſahe nichts
als Suͤnden, ſo blieb die Gna⸗
de weit dahinden. b
5. Das Elend war faſt nicht
zu tragen, weil ich ſo vieles an⸗
gewandt, und ſolt daneben
doch verzagen an Gottes Gnad
in meinem Stand: doch ging
mir wieder auf in meinem
Glaubens⸗Lauf die Sonn, u.
macht mein Leid verſchwinden,
da kont ich bald die Gnade
finden.
6. Drum ſoll mein Geiſt
E Ott ewig loben vor feine Guͤ⸗
te, Gnad und Treu, weil er
in ſo viel ſchweren Proben bis⸗
*
3
8 3
der Welt, mit reinem Hertzen
ſeine Rechte, und lebet ſo, wies
ihm gefaͤllt: drum ruͤhm ich
feine Enad, die mich behütet
hat in ſo viel Jammer, Noth
und Weinen, und mich geſam̃⸗
let zu den Seinen.
8. Und weil nun dieſe Gnade
gruͤnet, und unter uns das
Ruder führt: ſo wird der Suͤnd
nicht mehr gedienet, der alte
Menſch ſein Recht verliert. Da
lebt man in der Ruh, und lobt
Gott immerzu, der nach viel
Arbeit und Bemuͤhen hat ſei⸗
nem Erhe Heil verliehen.
:(prıffina7. ;
ICh dringe ein in JEſu
2 Liebe, weil er allein mir
helffen kan, wenn ich mich in
dem Leiden übe, daß ich ſonſt
keinen Troſt verlang, und hal⸗
te ſtill, nach ſeinem Will,
her mir hat geſtanden bey: auch den er in ſeinem weiſen Rath,
hat er den Altar, nicht ohne ſelbſt uͤber mich beſchloſſen hat.
viel Gefahr, am End und Abend 2. Solt ich auch keinen Troſt
dieſer Tagen bey uns, den empfinden, ſo lang ich leb auf
Seinen, aufgeſchlagen.
7. Daſelbſt verehret ſein Ge⸗
ſchlechte, das auserkauffet Be
diefer Erd, wird ſich die Leis
dens⸗Frucht doch finden, wenn
IEſus meinen Leib verklaͤhrt:
| in
34 Be b: leſe⸗ ee
in jener Freud wird all mein Der 122. Pfalm
Leid vergeſſen und nicht mehr 18. |
geſehn, wann ich vor GOtt Ch freue mich in meinem
werd freudig ſtehn. Geist des, daß mir iſt von
3. Thu ich mich ſchon in dem verſprochen, der ſeine Zu⸗
Schmertzen finden, fo leb ich ſag treulich leiſt, und was er
doch in fanfter Ruh, weil ſie redt, nicht wird gebrochen,
mich nur mit dem verbinden, daß wir bald alle werden ins
der mir das Leiden fuͤget zu: gemein ins Herren Haus mit
die Feuer⸗Tauff muß ihren Freuden gehen ein.
Lauff durch alle Glieder fuͤh⸗ 2. Dann wird man unſre
ren aus, bis ſie die Seele bringt Fuͤſſe ſehn, die bisher ſtunden
nach Haus. in dem Hoffen in Jeruſalems
4. Das Truͤbſals⸗Feuer Thoren ſtehn, die ohn verſchloſ⸗
muß mich brennen, daß es die ſen ſtehen offen, vor uns und
Schlacken ſchmeltze ab, will alle, die der HErr erwaͤhlet aus
ich mich einen Chriſten nennen, allen Voͤlckern auf der gantzen
muß ich mit IEſu in das Welt. „
Grab: ich bin vergnuͤgt ſo 3. Jeruſalem iſt ſchoͤn ges
wies GOtt fügt, werd ich baut, als eine Stadt der wah⸗
nur recht geleibet ein in feine renFrommen, die ſich der HErr
heilige Gemein. hat ausgeſchaut, daß ſie dar⸗
5.. Da find ich viel getreue in zu Hauffe kommen; hin⸗
Brüder, die auch mit mir auf zur neuen Stadt Jeruſa⸗
vereinigt find, und helffe ſin⸗ lem, dahin ſich ſammlen die
gen ihre Lieder, die durch das zwölf Jacobs⸗Staͤmm.
Creutz gefloffen find: denn 4. Fürnemlich die gezwoͤlffte i
nicht gefällt die Luft der Welt, Zahl des HErren Stamm, die
drum fie auch mit der heilgen feinen Nahmen gepredigt habe
Wahl dort werden halten A⸗ überall Iſraels Volck, dem
bendmahl. heil⸗
2 / y HT 1 FR
heilgen Saamen, die werden durch ſeines Geiſtes Kraft mir
all in hoͤchſter Freud u. Wonn meines Hertzens Wunſch er⸗
ſtets fingen Danck dem HErrn füllen, ich wünſche dir viel
in ſuͤſſein Thon. Segen Fried und Heyl, ſo hab
5. Da werden auch zwölf ich auch an deinem Frieden
Stuͤle ſtehn vor GOttes kla⸗Theil
*
rem Angeſichte, und man wird 9. Ich will hinfort zu aller
darauf ſitzen ſehn die, wan der Zeit von unſers Gottes Hauſe
König halt Gerichte, das Uir⸗ wegen, dir Treu zu leiſten,
theil werden helffen führen ſtehn bereit in Kraft, die mir
aus auf Stuͤlen in des König Gott wird zulegen, und will
Davids Haus. dein beſtes ſuchen für und für,"
6. Jeruſalem wuͤnſcht Gluͤck fo. g'nieß ich auch das Gute
und Heil, die ihr ſeyd ſeine einſt in dir. |
treue Freunde, ihr folt dafür! 10. Lob ſey dem König von
ein beſſer Theil ererben, als die Zion, der ewig berzfehet und
ihre Feinde, es muͤſſe denen regieret auf ſeinem hocher⸗
allen wohl ergehn, die gegen habnen Thron, da Er ſeins
dir in treuer Liebe ſtehn. Reiches Scepter fuͤhret; wer
7. Es muͤſſe Ruh und Friede nur iſt ſeines Reiches Unter⸗
ſeyn, die ewig ohne End ſoll than, der ſtimm ſein Lob und
dauren, weil kein Feind mehr Halleluja an.
wird kommen ein inwendig 11. Ihr Bürger von Jeru⸗
zwiſchen deine Mauren, die ſalem thut Echnaren:weif
Feinde müſſen weichen all zu den König loben, das wird
ruͤck, weil deine Pallaͤſt ſind Ihm ſeyn recht angenehm,
voll Sieg und Gluͤck. wenn ſein Nahme ſo hoch er⸗
8. Um meiner lieben Bruͤ⸗ hobenz ja alles, was zu feinem
derſchafft, und aller treuen Dienſt bereit, vermehre ſeinen
Freunde willen woll 8 Ruhm in Ewigkeit.
ö 2 |
36
y: P. 3 19. ſichs raſten in unſers GOttes
h gehe meine Straaſe als Haus.
wie betrübt dahin, vielbeiden 5. Drum will in Hoffnung
ohne Maaſe ſchwaͤcht oft den) ſtehen, bis mir mein Gluͤck kom̃t
Pilger⸗Sinn: waͤr doch zumlein, und alle meine Wehea wer⸗
Endgeloffen die lang. ſchwe⸗ den vergeſſen ſeyn. Des Lebens
re Reiß, da oͤfters mich betrof⸗bittre Druͤſen wird GOtt zu
fenviel bittrer Todes⸗Schweiß. einem mal ⸗ in jener Walt ver⸗
2. Wnnn alle Welt hat Freu⸗ ſuͤſen im frohen Himels⸗Sgal.
de in ihrem eitlen Sinn, mußt h. jo an: 20. miſſer |
ich auf dürrer Heyde mein Eh gehe nun zur Kam ner
Straaſe gehen hin, betruͤbt und Jein, und laß mein Hertz ge:
sehr verlaſſen, von Freund und troͤſtet ſeyn; ich ruh an des Ge:
Feind verlacht, daß mich oft liebten Bruſt, da labt mich ſuͤ⸗
kaum kont faſſen von Traurig⸗ e Him nels⸗LCuſt, und ſchließ
keit der Nacht. die Thure nach mir zu, ſo kan
3. Weil öfters blieb verbor⸗ nichts ſtoͤhren meine Ruh.
gen der Troſt vom Himmel her, 2. Es iſt genug, daß ich ver⸗
und mich viel ſchwere Sorgen bracht ſo manche Stund in
umgeben wie ein Meer: was fuͤnſtrer Nacht, ſo manche Ta⸗
Wunder, daß oft bebet mein ge, Jahr und Zeit in gutge⸗
Hertz von dem Gefuͤhl des meinter Eitelkeit: jetzt aber geb
Todts, weil abgelebet, und ich alles hin, was mich be⸗
bald errreicht das Ziel. ſchwert in meinem Sinn.
4. Doch hab im Blick erſehen 3. Dann wann mein Freund
als wie ein dunckler Schein, durchs Fenſter guckt, wird
die Pforten offen ſtehen, wo mein verliebter Geiſt entzuckt:
ich werd gehen ein. Da legt mein Derke wird in ſchneller
man ab die Laſten, da iſt der Ell durch ohe von feinem Lie⸗
Jam ner aus, wie ſuͤſe laßt bes⸗Pfeil, drum bleib ich al⸗
et MER
lem
| | 37
2 2 7 2 2 ;
lem abgekehrt, was meine Lie⸗ 3. Diß iſt der Stand der Nie⸗
be nicht vermehrt. drigkeit, den Ehriſtus feiner
+. Nun iſt verloſchen und zu Kirch bereit: im Leiden lernet
End, was man ſonſt falſche man Gedult, ſanfftmuͤthig le⸗
Liebe nennt: der viele Kumer, ben ohne Schuld, und trifft
path und fruͤh ſamt mancher die Demuth noch mit ein, fo
Arbeit Sorg und Muͤh, und wird man kindlich rein u klein.
was mir ein Vergnügen war, 9. Wer hier in dieſer Schul
iſt nun erkannt und offenbahr. bewaͤhrt, der wird von allem
5. Ich mercke nun je mehr u. ſausgeleert, was ſonſten Hertz
mehr, daß dieſes kommt von und Geiſt beſchwehrt: ſo wird
oben her, wann wir von allem man recht zu GOtt gekehrt, da
Welt⸗Gebrauß geleeret werden faͤllt hinweg der ſchwere Stein,
teinlich aus: dann werden wir der ſonſt gemacht ſo manche
nicht innig ſtill, ſo lernen wir Pein. f |
nicht Gottes Will. 10. Da man oft gangen iſt
6. Drum wer nicht dieſe klei⸗ einher in mancher Unruh und
ne Welt betäubet und in Ord⸗Beſchwer, und blieb dahinden
nung haͤlt, und ſeine Sinnen auf dem Weg, weil man zum
fo regiert, daß Unſchuld ſeine Guten war ſo traͤg: das macht
Gaͤnge ziert: der kan nicht ſi⸗ des Hertzens Acker⸗Feld mit
tzen zu Gericht, wann Chriſtus Dorn und Diſteln war unmſtellt.
einſt das Urtheil ſpricht. 11. O wie iſt dieſes Joch ſo
7. Dann diß erfahr ich alle leicht! das uns hat IeEſus an⸗
Tag/ daß wo man leidt, iſt kei⸗ gezeigt: O wie iſt dieſe Buͤrd
ne Klag: die Flag erheiſchet das ſo fügt fie ſchließt uns auf das
Gericht, und wo man richt, Paradies, da blüht uns unſre
da liebt man nicht, ja wer da Seligkeit, die uns in Ewigkeit
richt, verlaumdet auch. Das erfreut.. |
iftja RESET 12, O JeEſu] wahrer 9
3 ſter
1 *
2
38 i
ſter⸗Fuͤrſt, wie ſehr hat dich nach 2. Da er mir in das Hertz
uns gedürft, daß du verließſt geſchrieben, daß ich fein Ei⸗
deins Vaters Schooß, du ka⸗genthum ſolt ſeyn; drum will
meſt zu uns arm und bloß: u. ich bleiben abgeſchieden von
haſt verſagt die Herrlichkeit, aller Liebe, die nicht rein die
die bey dem Vater dir bereit. falſche Luft bleibt unbewuſt,
13. Drum folg ich dir zur mir nun in dem verlobten
Schaͤdel⸗Staͤtt, da iſt der Platz, Sinn, den ich ihm geb zu eis
wo uns das Bett iſt zubereit gen hin.
vor die Natur: wer nicht ver⸗ 3. Bin ich ſchon oft zur
laͤſſet dieſe Spur, wird Seit gefallen, und hab durch
endlich rein an Hertzund Sinn, Schwachheit es verſehn, ſo
und find im Sterben den Gewin hoͤrt er doch mein glaubigs
14. Wohlan, mein ZEN, Lallen, und thut mir ſelbſt zur
der du mich aufs neue lockeſt Seite ſtehn, reicht mir ſein
kraͤfftiglich durch deine Tau⸗Hand im ſchwachen Stand,
ben⸗Augen rein: verblende mich daß ich durch ihn kan feſt be⸗
mit deinem Schein, damit ich ſtehn, wann die Verſuchungs⸗
nim̃er von dir wend mein Aug Winde wehn. |
„and Herb bis an mein End. 4. Drum acht ich keiner
Inn 21
1. Aagſt und Schmertzen, wenn
ci Ch hab mit Zefa mich ſie ſchon gantz umgeben mich,
verlobet, um treu zu blei⸗ weil er mich ſtaͤrcket in dem
ben bis in Tod, ob Teuffel, Hertzen, und hat ſein Aug auf
Welt darwider tobet, ſo halt mich gericht; wenn ich verirrt,
ich mich an meinen Gott; thut er, mein Hirt, mich lei⸗
dann IeEſu Blut kommt mir ten, und mir ſelbſt beyſtehn,
zu gut, daß ich kan halten die⸗ daß ich kan taͤglich weiter gehn.
fen Bund, den er in mir thaͤt s. Zur ſtillen Ruh und Hertz⸗
machen kund. Vergnuͤgen, wo die vereinten
Geiſter
Geiſter gehn, und durch die Füſſen hin, macht uns in un?
reine Liebes Zügen verbunden ern: Augen klein, und das
vor dem Throne ſtehn wie eine Hertz von dem Hoffart rein.
Braut, die ſich vertraut dem 9. Drum fahr nur fort mit
Lamm allhter auf dieſer Welt, Liebes⸗Schlagen, mein GOtt,
zu leben nur, wies ihm gefaͤllt. mit mir in dieſer Zeit; durch
6. Es iſt doch nichts auf die⸗Liebe laß ich mich bewegen, zu
fer Erden, das uns von JEſu ſtehen deinem Winck bereit,
ſcheiden kan, wir wollen noch und geb mich hin, nach deinem
getreuer werden ihm unſerm Sinn, zu halten aus dur
Haupt und Ehe⸗Mann, und deine Gnad, wie es dein Rat
dringen ein in ſeine G'mein, beſchloſſen hat. 4
und ſtehen feſt auf unſrer 10. Muß ich das Creutz noch
Wacht: daß wir ihm dienen laͤnger tragen, ſo ſey dein Wil⸗
Tag und Nacht le meine Ruh, damit ich in
7. Die eitle Welt iſt nicht den Leidens⸗Tagen vollkomen
zu ſchaͤtzen, weil wir mit ihm werd bereitet zu; daß ich die
verbunden ſeyn, es kan uns Freud und Seligkeit ererben
auch kein Sturm verletzen, kan durch GOttes Gnad, die
dringt ſchon der Schmertz ins JEſus mir erworben hat.
Hertz hinein, wir werden ſchon M dn
dort nach dieſer Zeit, wenn wir J wig beſtehet, wen alles ſonſt
gehn in die Eidigkeit. andre zu Grunde vergehet: die
8. Durchs Creutz ſind wir Wurtzel iſt Leiden, die Fruͤch⸗
mit ihm verbunden, zu leben te ſind Freuden, da ſieht man
fo, wies Gott gefällt, durchs das Leben am Creutze erhoͤhet.
Creutz wird alles uͤberwunden 2. O Wunder! das Haupt
die Suͤnd, der Teuffel und die iſt mit Dornen gekroͤnet, fein
Welt, es beugt den Sinn zun Leben verachtet, Ve
Hobel
noch unfern Lohn empfangen 3 Ch ſpüͤhre ein veben, das e.
— ee en ne ne
48
verhoͤhnet: die blutige Wunde, ſten Leiden.
die er hat empfunden, die haben 2. O Brüder! wir wollen zu⸗
uns wieder mit GOtte ver⸗ſammen ung freuen, dieweil
ſoͤhnet. e wir am Creutze gefunden den
3. Was ſolt uns nun ſcheiden Treuen, der uns hat erkauffet:
von Himliſcher Liebe? wir fin⸗ wir ſind ja getauffet zum To⸗
den im Leiden die maͤchtigſte de, was ſolt ung das Leben noch
Triebe :es reinigt die Hertzen, reuen?
verſuͤſſet die Schmertzen, ver: 8. Das immer nicht waͤhret,
21205 die Geiſter zuſammen in ja balde vergehet, wir wiſſen
Liebe. ein Anders, das ewig beſtehet:
4. Was Freude auf Erden drum laßt ung nicht klagen
ſolt koͤnnen uns trennen, wir in Schmertzen und Plagen,
wollen kein andere Freude mehr wir ſehn ja das Leben am
kennen, als die wir durch Ster⸗ Creutz erhoͤhet. |
ben am Creutze erwerben: wo 9. Was innere Freude wird
IeEſus uns ſelbſten auch Brüͤ⸗oͤſters verſpuͤhret, wenn JE⸗
der thut nennen. ſius die Hertzen im Grunde be⸗
. Und ſolten auch Himliſche ruͤhret, es ſeye in Freuden, es
Freuden erſcheinen, die da eye mit Leiden, fein Scepter
3990 nicht herrühren von Schmer⸗ beſtaͤndig im Frieden regieret.
ten und Weinen: ſo fühlt man 10. O Schweſtern! die wir
um Hertzen doch innere Schmeꝛ⸗ſind durchs Creutze vereinet,
Gen, dieweil fie die Eintracht da nunmehr kein andere Liebe
am Grunde verneinen. erſcheinet: als die uns erkohrẽ,
6. Drum ſag ich: es ſoll mich mit Schmertzen geboren, wo
von IeEſu nichts ſcheiden, und alle Getheiltheit auf ewig ver⸗
ſoltens auch Trohnen und Kro⸗ neinet. Da,
nen begleiten: waͤrs Schmertzen ır. Was innere Freude wird
zu nennen, ſo thu ich bekennen oͤfters gefunden, wann Gei⸗
deu, der da geſieget im bitter⸗ ſter
r 5 '
a 8
ſter zufammen von oben ver⸗ hat verſprochen, ſo werden wir
verſchwunden.
12. Was ſolt dann noch unſ⸗ Altar, der mich bishero hat
re Vereinigung ſtoͤhren, wer getragen; ob ich ſchon abge⸗
will uns den Einfluß der Gei⸗
ſter verwehren. O heiliges Le⸗
ben! das in die gegeben, die zu Stand zu ſchuͤtzen pflegt aus
der Geſellſchafft des Lammes lauter Gnaden, mich auch mit
men in Liebe zerflieſen, weil Beſchwerden,
wir ſo viel innerne Freude ge⸗
nieſen, nach dunckelen Zeiten,
da Schmertzen und Leiden,
ſich über uns thaͤten ſo haͤuffig zurecht werde gebracht durch
14. Wir bleiben zwar ſtetig
mit Leiden beleget, dann Lei⸗
41
bunden: wann himmliſche mit ihm zu Ehren erhoben.
Liebe bringt heilige Triebe, u. 23. |
was uns noch graͤmet, iſtewig Ch will von Gottes Güte
2 ſagen, weil ich gefunden den
irret war: dabey hat ſeine
Hand, die mich in meinem
vielem Creutz beladen.
2. Doch trag ich willig die
dieweils gereicht
zu ſeiner Ehr: und ſolt ich auch
kleinmuͤthig werden, es dient
nur, das ich mehr und mehr
gehoͤren.
13. Drum laßt uns zuſam⸗
feine Liebes⸗Macht, und durch
die Wirckung ſeiner Wunden,
die ich in mancher Noth em⸗
ergieſen.
den iſts, was uns auf Erden pfunden.
verpfleget: das hin und her 3. Es wird doch noch das
Wacken, das auſer den Ziel getroffen; wann es ſchon
wi 5 *
Schrancken, wird alles durchs oͤfters uns gebricht: dann wo
Leiden zu Boden geleget. die Liebe nehrt das Hoffen,
15. Wir wollen nun alle den da kans am Ende fehlen nicht.
Koͤnig dort oben in Freuden u. Wer oͤfters keinen Rath in die⸗
Leiden erheben und loben: em. Leben hat, der findt die
wann alles gerochen, wie . bald wieder offen, 155
e
enth.
* 3 2 fi
ara
troffen.
45
ſeines
* — — nn
Hertzens Wunſch ges bringen; doch will ich nun in
| Gott eindringen. g
4. Wer ſich allhier zum 7. Diß ſoll dann nun mein
Creutz bequemet, obs ihm Eintzigs bleiben, daß ich ab⸗
auch ſchon beſchwerlich ſcheint, weiche nimmermehr, und will
der wird gefeſſelt und bezaͤh⸗ aufs neue mich verſchreiben,
net, darüber oft wird lang ge⸗ daß ich vor meines Gottes Ehr
weint: dann da iſts Leben hin will leiden bis in Tod, und wan
nach Gottes Rath und Sin, auch Schmertz und Noth mein
und muß ſich im Gericht ver⸗Leben wolte gantz verzehren:
zehren; doch kans die Hoff⸗ es wird dennoch nicht ewig
nung nicht zerſtoͤhren. waͤhre u Kent
5. Wann einſt der HErr wird b:nothanzjnie Rn
Zion retten, dann wird mir eEſus iſt der treuſte Hirt ſei⸗
auch mein Theil und Looß, Iner Schafen; Er laͤßt keines
dann wird er alle Band und ſo verirrt hinweg raffen: Er
Ketten der Tochter Zions ma⸗ ruft immer mehr herbey zu der
chen loß: da wird vergeſſen
ſeyn die bittre Todes⸗Pein,
und wird alsdann erſt frucht⸗
bar werden, was ausgedorrt
auf dieſer Erden. |
6. Mein Hertz wird oͤfters
Heerde, daß die Zahl voll wer⸗
de. a
2. Treuer Hirte hohl zu dir
bald die deinen, die da gehen
in der Irr von viel Weinen:
die in ihrer Jugend⸗Bluͤt ſich
aufgezogen, und dennoch darf verſchrieben dich ohn End zu h
ichs wagen nicht, weil mich
nicht wenig hat betrogen der
falſche Schein vom eignen
Licht, und mich vom Weg ge⸗
führt, daß ich oft wie verirrt
*
lieben. | rn
3: Ach die fehnen ſich allhier
und geloben, daß ſie bleiben treu
an dir auch in Proben, die ſo
haufig ohne Maaß fie umge⸗
muß meine Lebens ⸗Zeit zu⸗ ben, daß fie muͤd zu leben.
4 Zeuch
4. Zeuch uns ſchnell nach Li⸗ 9. Und wann wir aus deiner
banon hinzulanffen, daß wir Full ſatt find worden, iſt er⸗
um der Weißheit Kron Oehl langt das rechte Ziel: Meſechs⸗
einkauffen: daß wir nicht in Pforten machten uns viel
Tohrheit ſtehn, wann erſchei⸗Hertzenleid, da wir waren in
net, warum wir geweinet. "fo viel Gefahren.
5. Es iſt ja kein Kinder⸗Tand ro. O du werthe Sarons⸗
durch zukommen, wo man Blum! ſanf und milde, ſieh,
wird mit Gott verwandt und wie hier dein Eigenthum im
den Frommen: weil die Zeiten Gefilde ſich nach deiner Hilf
ſehr bedrange hier im Leben, ſtreckt aus: O das Stehnen!
wer ſich GOtt ergeben. und der vielen Thränen..
6: Diefes merck ich oͤffters 11. Doch, wann in betruͤb⸗
wol, wann ich gehe, daß ich ter Zeit Gott giebt Segen,
Schmiertzens⸗Kummer voll ſo muß nicht die Eigenheit ſich
nuch umſehe, daß fo ein ge⸗ drein legen: dann der reine Lie⸗
ringe Zahl, die ſich kraͤncken bes⸗Suͤm macht vergehen,
und nach dir ſich lencken. was Gott nicht erſehen.
2. Ach! ſo laß doch deinen 12. Wann der Balſam rei⸗
Geiſt in uns walten, der die ner Lieb kommt vom Himel,
rechte Wege weiſt ohn Erkal⸗ fo wird Licht was ſchwartz u.
ten: damit wir in Lauterkeit trieb: das Getuͤmmel, ſo die
dich ſtets faſſen und nicht mehr Sinnen uͤberhaͤufft, muß ver⸗
verlaſſen. gehen ſamt viel andern Wehn.
3. Deinen Segen theile mit 13. Iſt auch wol ein groͤſte
deinen Lieben, die durch deine Freud hier auf Erden? als
groſe Guͤt dir verſchrieben.ſo gehen an der Weid init den
Zeuch uns tief in dich hinein Heerden; wo der gute treue
und dein Weſen, fo find wir Hirt ihr ſelbſt pfleget, und im
geneſen. | Schooß ſie träger. OD 155
I BL TE e er u u
vo.
43
44 | ner
124. Was iſt muͤd und abge⸗ 3 Bald wird die Sabaths⸗
matt, ſchwach auf Beinen; Ruh erſcheinen, wann iſt vol⸗
O! des treuen Hirten Rath, lendt die ſechſte Zeit: dann wird
der den Seinen ſo bekannt in dem Satan und den Seinen
ihrem Leid und viel Wehen, der Kercker werden zubereit.
wann ſte faſt vergehen. Der alten Schlang wird wer:
15. O! wie wol iſt unſre den bang, weil man ihr legt
Tracht, weil wir komen Gott die Feſſelan, daß ſte nicht mehr
zu dienen Tag und Nacht mit verführen kan.
den Fromen. Doch iſt unſre
Freud verſpart, bis wir wer⸗
den dort verherrlicht werden.
4. In dieſen tauſend Jubel⸗
Jahren wird ſich des Feindes
Neid und Gifft nicht mehr auf
a: miſſer. . . Erden offenbahren, dann fo
o: ar die ihr euch laßt Chri⸗ bezeuget uns die Schrifft: daß
Aten nennen, gedeuckt des Wolf und Lamm, was wild
Erren alle Tag, daß jeder und zahm, wird in derſelben
u lern recht erkennen, und Jubel⸗Zeit beyſammen gehn
nicht umſonſt den Namẽ trag: auf einer Weid. 1
wer Chriſtum liebt, und ſich 5. Die Voͤlcker werden nicht
ergibt der reinen Zucht, der mehr kriegen, und ſich einan⸗
wird fuͤrwahr mit ihme herr⸗ der haſſen nicht, ſie werden
ſchen tauſend Jahr. kommen und ſich ſchmiegen,
2. Wer ſich befleißt dem zu und fallen auf ihr Angeſicht:
entfliehe, was nichtig iſt, u irr⸗ und allzugleich in Chriſti Reich
diſch heißt, und laͤßt ſein Her⸗das Lamm verehren und die
e immer ziehen von oben Braut, die ihm aldann wird
er durch ſeinen Geiſt: der wird anvertraut.
alsdan mit ſtimmen an das 6. Da werden ſie die Schwerd⸗
neue Lied vor Gottes Thron, ter nehmen, ſamt allem, was
Sion ihm und ſeinem zum Krieg gehoͤrt, und fie zum
er
%
Ackerbau bequemen, weil nie⸗ und Spott, bekehren fich zu
mand mehr den Frieden ſtoͤrt: ihrem Gott fi k
Gerechtigkeit, Heil, Fried und ſeh: 2. Min
Freud wird uͤberſchatten jeder⸗ mimt alle, ihr Kinder von
Abrahams Saamen, die
man, es wird verſchwinden
Fluch und Bann. ihr noch herſtammet von Ja⸗
7. Kein Bruder wird den an⸗ cobs Geſchlecht; und ruͤhmet
dern lehren, weil ſie die Sal⸗ des HErren geheiligten Na⸗
bung alle lehrt, noch ſagen: men, weil auf euch iſt kommen
erkenne den HErren: dann je⸗ das kindliche Recht.
der GOttes Stimme hoͤrt 2. Und ſeyd auch Mit⸗Erben
Es werden dann Gott baͤten der himmliſchen Güter, weil
an die Koͤn ge, Fuͤrſten groß JEſus durchs Creutze den Ein⸗
und klein, und geben ihm die
Ehr allein. enden an euren Bemüthern,
8. O ſelig ſind! die nicht er⸗ ihm treulich zu folgen bey Tas
weichen im vorgelegten Kampf ge und Nacht. 20 8
und Streit, bis ſie das Ziel und z. Und weil ihr aus himmli⸗
End erreichen u. gehen ein zu ſchem Saamen gebohren, zum
dieſer Freud: da daͤnn das Lam̃ göttlichen: Leben im heiligen
aus Davids Stamm, das ſie Schmuck, daneben aus aller⸗
erkaufft mit ſeinem Blut, zer⸗ley Voͤlcker erkohren, drum
brechen wird des Treibers ſehe doch nimmermehr keiner
Ruth. Ene zuruck. 99
9. Dann wird er Iſraels Ge⸗ 4. Zu folgen dem Lamme
ſchlechte, in ihrem lange Witt⸗ aus Heiligem Triebe, keuſch,
wen⸗Stand, verleihen wieder zuͤchtig, jungfraͤulich, ohn al⸗
ſtine Rechte und fie geleiten in len Verdruß, den Namen des
ihr Land: fo werden die, ſo nun Vatters an Stunen geſchrie⸗
allhie ſind aller Völker Graͤul 55 Zeichen der Liebe zu
90105 3 eurem
Lend gemacht: umguͤrtet die
*
* * h
*
46.
euren Genuf
Ui weil ihr durchs Blu⸗
te des La umes erkauffet, .
fraͤulich zu leben, damit ihr
zugleich gantz rein ohne Fle⸗
cken ihm ſtetig nachlauffet,
daß ihr mit ererbet das goͤtt⸗
liche Reich. 97
6. O heiliges Leben, O herr⸗
licher Handel! wenn ihr ſo er⸗
geben der oberen Zucht, daß
euere Wege mit göttlichen
Wandel geziehret, und keines
verbleibe ohn Frucht.
‚7. So bleib ich mit allen in
Liebe verbunden, und trette im
Glauben gantz freudig mit an,
auch treu zu verbleiben, wenn
kommen die Stunden der Lei⸗
90 ich lauffe die goͤttliche
ahn.
mia 73 |
un alle mit Freuden,
ihr Schweſtern und Bruͤ⸗
der, und helffet betreten den
ſchmaleſten Steg, wir ſind ja
!
1
I
I
|
|
1
nicht beffer als unfere Glieder,
die vor uns gewandelt in Mar:
ter und Schläg. |
2. Weil IEſus Fuͤrſprecher
— —
geworden fuͤr allen, die mit
ihm aufrichten im Ereutze den
Bund: drum laßt uns nur ſe⸗
hen, daß wir ihm gefallen, zu.
kuͤſſen den Liebſten mit heilt⸗
gem Mund. |
3. So koͤnnen wir oͤfters ver⸗
kuͤnden mit Freuden den Todte
des HErren und tragen am
Leib das Zeichen des Ereutzes
voll Schmertzen und Leiden,
daß nichts an uns finde das
huriſche Weib. „n
4. Laßt brennen in Flammen
der Hiebe die Hertzen, und lieben
den König mit innigſter Brunſt
umfaſſet und kuͤßt ihn mit hei⸗
ligem Schertzen, weil er uns
begabet mit himmliſcher Zunſt
5. Dein Leben, O FEfu!
werd taͤglich vermehret in al⸗
len den Deinen, die tragen den
Bund, damit fit kein Reitzung
noch Lockung bethoͤret, dir
leben zu Ehren all Tage und
Stun ‚ler. r
Ommt Bruͤder⸗Hertzen ſa⸗
get mir, wer iſt der Mann
bringet hier fein himliſch
Erbe
*
*
der
Erbe wieder ein,
Hertz beſtellet ſeyn.
2. Wer ohne Falſch den Wan⸗
#7
del fuhrt, in deſſen Mund wird getretten an.
nicht geſpuͤhrt ein Wort, das
Luͤgen in ſich hat, um zu ver⸗
drehen Gottes Rath.
3. Wer ſtets auftichtig geht
einher, den keine Wind bewe⸗
gen mehr, und der nicht aͤndert
einen Sinn, wann die Ver⸗
ſuchung ſtoßt auf ihn.
4. Der nicht verlaͤßt den
ſchmalen Weg, wann ihn das
Fleiſch will machen träg: und
die Vernunft nicht zieht zu
Rath, wann ihm entgehet
Gottes Gnad.
5. Der ſich erwehlet ſolche
Bahn, die Fleiſch und Blut
nicht ſtehet an: der fliehet,
was ihn hier begluͤckt, und lie:
bet was ihn unterdtuͤckt.
6. Der eitler Ehr nicht gehet
nach, und haͤlt ſich ſtets an
Chriſti Schmach, der wan⸗
delt grad und haſſet krulſt dem
ſchadet nichts / er kommt nicht
uin. | 14
7. Und wann er auch ſchon
Das 51. Cap. Eſaja 6: f
Y 9.
N Ach dich im Geiſt recht
munter auf, mach dich
auf, du bedraͤngter Hauf,
Zion zeuch Macht und Staͤrcke
an, die alle Macht beſiegen
kan, und ſchmuͤck dich herrlich
ſchoͤn, du heil'ge Stadt, Jeru⸗
ſalem, die GOtt zum Koͤnig hat.
2. Dann es wird nun und
nmimmermehr hinfort ein Un⸗
beſchnittener, der noch nicht iſt
von Hertzen rein, in dir Re⸗
gent und König ſeyn; mach dich
derhalben aus dem Staube
auf, ſteh auf, Jeruſalem, du
g'fangner Hauf. |
3. Mach deinen Hals nun
loß und frey, reiß alle Babels
Tochter Zion lang gefangen
warſt im Zwang und Drang;
ſo ſpricht der HErr: ihr ſeyd ver
kaufft umſonſt, und werdt
ohn Geld geloͤßt aus freyer
Gunſt. 14. Mein
Band entzwey, worin du
IG
48
4. Mein Volck (ſo ſpricht pred gen uns vom hoͤchſtẽ Gut:
des HErren Mund:) welchs die da zu Zion ſagen freudig⸗
trat am erſten in den Bund, lich: dein GOtt iſt König in
zog bald dem Land Egypten zu dir ewiglich. u,
um Welt⸗genuß und Fleiſches 8. Der Waͤchter Stimm und
Ruh, und wurd daſelbſt vor Lob⸗gethoͤn ſchallt laut und
niir ein fremder Gaſt, von hell gantz wunderſchoͤn, und
Aſſurs Macht und Gwalt auch ruͤhmen mit vereinter Kraft
ſehr belaſt, = den HErrn, der Zion Heil vers
5. Wie thut man mir dann haft; dieweil nun bald mit
nun jetzund, fo ſpricht und Augen jederman das neu⸗be⸗
fragt des HErren Mund; kehrte Zion ſehen kan.
mein Volck, welch's noch im 9. Laßt mit einander frölich
Mund mich fuͤhrt, wird irr ſeyn, und ruͤhmen, was zuvor
und gantz uinſonſt verfuͤhrt; unrein und wuͤſt war zu Se:
weil feine Herrſcher, bloß aus ruſalem, das wird dem HErrn
Heucheley, viel Heulens ma⸗ ſeyn angenehm, der nun fein.
chen und ein ber Sehen. Volck ſo reichlich hat getroͤſt,
5. Mein Name, ſpricht der und ſein Jeruſalem mit Macht
groſe HErr, von ſolchen wird erloͤßt.
verlaͤſtert ſehr: derhalben fell! ro. Der Herr hat offenbar
mein Voſck, das ich mir aus⸗ gemacht ſein'n heiligen Arm
erwaͤhlet, kennen mich, welchs und ſtarcke Macht, daß aller
nun zur Zeit mein n Namen Heyden Augen ſehn, wie Gott
heilig preißt, durch welche ich ſein Zion thut erhoͤhn; ja gar
elbſt rede aus dem Geiſt. bis an der Welt End fichet
7. Wie lieblich find die Fuͤß man das Heil, das GOtt an
‚and Tritt der Botten, die da ſeinem Volck gethan. g
Heil und Fried verkündigen 1x. Weicht, weicht, und zie⸗
mit Freud und Muth, und het aus von dann, Want e
45
: 9 5 |
12. Ihr folt mit Eilen nicht dazu bereit, fein Ackerwerck zu
ſammlen bald aus aller Welk. Herr und Meiſter, der iſt ges
= | recht und fehr entſtelſt gegen
He den n, Pf. e en n un
‘fg 48%
Ein Geiſt iſt oft von Ju⸗ Seile von mir weg gewandt,
50
ſchien, ſo wachſt doch keine und Schmach muſt tragen, ſo
Frucht darin, wird duͤrr, eh wart t doch auf dich Ruh und
mans ausrauffet. Freud, auf deine Plager Pla⸗
7. Davon der Schnitter ſeine gen. Der Wechſel iſt gantz
Hand nach Wunſch nicht kan wunderlich, wer in der Zeit
voll kriegen: ſo iſt quch frucht⸗ erhebet ſich, wir d nach der Zeit
loß all ihr Tand, 1 fie, . cet Ae ee
nur betrugen, der Gärben⸗ 12. Wer aber hier in diefer
Binder (merckt gar wohl) der Zeit ausſtehet viele Proben,
kan noch Hand, noch Arme und beugt ſich unter Exeutz und
voll auf ihrem Acker ſammlen. Leid, wird dort von GOtt er⸗
8. Und welche ihnen gehn hoben: der ſteh mit Geiſt und
vorbey, durchaus nicht moͤgen Kraft uns bey, daß wir im
prechen: des HErren Segen Leiden recht getreu bis an das
auf euch ſey, daß euch nichts End verharren.
mög gebrechen, wir ſegnen 12. Preiß Lob, Ehr, Ruhm,
euch un Namen des HErrn, und Herrlichkeit mit Freuden
der wird von ſolchem Babel werd geſungen GOtt, und dem
fern, auf Zion aber bleiben. Lamm in Ewigkeit von aller
Suat. Dolcker Zungen: der Zion
9. Drum, Zion, auf! lo bſihm hat auserwaͤhlt, auch uns
deinen GOtt, und preiße dei⸗ hat mit zur Zahl gezaͤhlt, die
nen Koͤnig, und kehr dich nicht GOtt wird ewig loben. 2 5
an Babels Spott, der fen dir] g nn am
viel zu wenig, Babel wird 0
f Mein
wien nach viel gehabteim Leid weil in dem erſten Flug ich
r 2
ich Vermögen hat. _— das viel Fog und Gu⸗
fi
7. Ach GOtt! e nie iin Leiden müde, wars auch
zu geben, wann
nie 11
2.
zu.
52 8 * .
au (ben, fogshter nl gaus Gott vom Hummel her⸗
9 805 in meiner Blu- macht ruhn, waũ man iſt
the und bloͤden a Kinder⸗Sinn müde in ſtillem riedens⸗Meer.
offt wurd von Seu zen muͤde, 24. Da legt ſich alles Brau⸗
Gedult traͤgt alles hin. ſen, da weht ein ſanfter Wind,
17. Es macht. letzt geneſe was oͤfters machte Brausen iſt
aus Gottes Freundlichkeit: nun an ſeinem End.
wo man betruͤbt geſ
ſeſſen in ſo 25. So muß es dann gelin⸗
viel bittrem Leid. gen, wer nur im Leiden treu,
18. Daß ich mich ſo hingeben der kan mit Freuden ſi fingen,
in meiner Jugend Blüt, war was Gottes Gute ſey.
um ein reines Leben, und um 26. Die in ſo vielen Preſſen
das ew'ge Gut und manchen rauhen Wind
19. Wo teiht und wol gelit⸗ zuletzte macht geneſen⸗ daß
Pd in dem verliebten Sinn: inan ein Gottes⸗Kind.
ommt ein der 0 5 Frieden, 27. Wie ſchoͤn wird da geſun⸗
BER 5 Fa et h f 125 ee denen inmen DR
iſt der Zweig der Kir⸗0heißt es iſtgelu en, wa
8 ſo lehret Gottes Rath e def ers kon. * 5 17
iß machet reine Furchen, daß 28. Die Segen volle cu
gruͤnet unſre Saat. mich oft fo. überhaͤufft / d
„ar, So muß zum 1 die⸗ Hertz Sinn und e ale
nen, dem der iſt recht getreu: wie W r erſaͤuft.
I Saat muß lieblich grüne Nin rind ſuſe ſchla⸗
1 91 1 ee ſey. fen i im Schooß der reinen 17
N 75 n nichts mehr zu ſchaf⸗
| | uſter ſchwartz und |
gen ac I |
A 0 4 { 8
Di een Sir Du ee
83
80 e gage — Han mei Lebenlang, was
5 en e A einſchencken in
aged dane ol noch hai em arten, Drang
werben a — 90 Am jener ef ee Göttl ſche Gedeyen
mas 1 95 E 8, macht
neh dre dei Ha: reuen in un⸗
WER San wird fa recht ; jere ottes Haus. |
ſcheinen, was hier im Creu⸗ 39 O allerliebſte Seelen!
ctzes⸗Thal verdeckt bey e blüht ein groſes Heyl: es
Deinen der auserwaͤhlten heißt mit Gordvefmaͤhlen die
Zahl. daran haben Theil
33. O was vor ſchoͤne Se 40. Die Weſenheit von oben
chen wird man da hoͤrn und will fich gern brin en 27 15
un
ſehni der Trauer⸗Mu wi rd nur ſte k feſt in © 5 8
he die at neh wehr ach ; 9 tan von d 0
ih
1 55 "Ba bringt man ſeine ten, ad Hana
Garben mit groſen Freuden daman in! N
ein, wo andre müffen darben, hat geliebet Shen. 1
N man u 94 42. Die
4 DIS dene A
reicht ſelbſt die ie
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N 1 die h
1 155 1 5 deſes kan ertragen,
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30 aer 1 eh : Die nit
Kr da geleget bey, wer
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Kir kur rein e r Ach! ach, 1 1
, Kaum 0 Peeſſen, die ohne 55 und
ko me l wwe hei die
vas el bigs B. u u fe ME er- Straas
s ein nißt. Wer haͤtte ſollen 1 an,
er aus d den, 81 1 bey ſo langem Leid nicht
ebe e auf ſolt hoͤrn das Kraͤncken.
iſt in G0 Ott ve rſune O! der betruͤbten Zeit, wann
der ih ihn Br 1 5 1505 oU pge
47. 4 Alle muß ihn la⸗Stille⸗ſeyn, kom! men noch haͤr⸗
115 19 1 ee e Piel die mir geine fen:
die te e ade
tt erfreut.
Hi 1 mir! 1 1
ein.
3. Wis foll. man daun nan
0 agen uber dien N
72 75 Ae e € 11 ebenen ein Ki fü 127
15 ier a 05 1 70707 al . den ſüſen BR
155
N
u 1 at
15 .
M ein 1
ei un
ch wei⸗
Maaß mir wen u einge. u Ä
55.
ſchi eigen, das Dencken hoͤret 9 Diß fi nd des Glaubens
auf, diß brigget tiefes Beugen Schranckt, ſo lehrt ein Ottes
ih dem ſo ihuͤden Lauf: ſo Find, wer darinn bleibt ohn
muß ich immer wandern in, Wanckeh der kommt zum gu⸗
ſcht bett übtem S Sinn, von; eis ten End. Drum wol, es iſt ge⸗
ner Noht aut andern, biß al ſchehen, ich gehe meinen Gang,
le Kraft dahin. dort werd ich EOtt erhoͤken
6. Doch iſt mir dieſes blieben mi vielem b⸗Geſang. nr
in meinem vielen Leid, wie in 6:4 3
ſo viel Betruͤben die groſe Gů⸗ d JE h lieber Pilger, bitte;
tigkeit mir hat vor dien en ſen Jah⸗ l cke auf, wie alles eilt; nit
ren in de m 855
aus wah sfahren gehelf- 100 ente zu: dach daß wir ei 1
ren immerhin. auch hinzu Au unsers Geiles
Wann Schergen mich wahren R
| ug 51 d viele Lic 2. Der Degel in, der Luft,
chenckt G Ott das Liebſt im ſich freut, der Fiſch im Waſ⸗
Leben nach 5 bettübten Zeit. ſer ſich erneut, der Stein eilt
So bin ich La berathen mit nach der Erden zu: ach daß
nd hau gleich, wollt wir eilten auch gaz, zu unsers,
ich m Kg 1 ade, verſchertzt Geiſtes ſtillen Ruh!
ich Gottes 3. Die Erde iſt ein tuner
8. "Dam like ſch bebangen Ball, wer ſich drauf ſetzet,,
an ſeiner Freundlichkeit, dort kommt zu Fall: drum ruffet
werd in Ehren prangen nach dir ja alles zu: ach eile doch du
viel gehabtem Leid. Die Freu⸗ auch hinzu zu deines Geiſtes
de in dem Leben, ſo einſt all⸗ ſtillen Ruh.
dort erſcheint, wird die Erlö⸗ 4. Diß Leben iſt ein Trauer⸗
füng geben, wann Knggenng Spiel, wer viel drauf ſetzt,
geweint. ne verlicret viel, drum hoͤr 173
au g ni
7
was 79 mid 1115 110 1 0 „daß ich 520 A i
U den 92 Ku oh ‚oa dal .
ſes doch as ſenc
And in Gott die 1 Aug enbil ick u N EA 1
7. Wann man mich ſchmaͤ⸗ in Gottes Willen ruh.
het und vergcht t, mein Thun 12. Ein jeder wuͤrcke, was
als Thorheit nur verlacht, ſo er kan, mein Wuͤrcken heiſſet
nimmt mir dieſes nicht die nichts gethan: drum ſchließ ich
Ruh, weil ich von ſelbſt mit ſe⸗ meine Augen zu, mein Hertze
15 19 und halt verdächtig, wuͤnſcht Aug im era, „daß
Sich thu. ich nu 1 775 in Gott d tuh,
2 Zwar wird der Welt @tück 13. Ein jeder ſtreite, was er
hoch geſchaͤtzt; mich aber die⸗ kan, wer leidet, 10 00 Himel
ſes nicht ergetzt, mich treibts an, erlange ich diß noch darzu,
im Hertzen immerzu, bey al⸗ daß ich im Willen Gottes ruh,
lein, was ich denck u. thu⸗daß ſo kanns nicht beſſer gehen zu.
ich in SOtt moͤcht finden Ruh 14. Wann einer auch weiſ⸗
9. Gott iſt das choc ſagete, und eee
ete
37
redete, und hätte dieſes nicht ben mußt erwerben, was in
darzu, daß er in Gottes Mil Adam war verfherßt.
len ruh fo heißts: es taugt 4. Das hoͤchſte Gut u wahre
nichts, was ich thu. Weſen, das ſelig macht, und
15. Mein eignes Thun heißt giebt Gchefen, wohnt in GOt⸗
nichts gethan, wie gut ichs tes Hertz allein: und quillt
immer fange an, forufft mir aus durch Ze Wunden,
-
IeEſus immer zu: ohn mich wer das funden, der kan froh
find't Niemand wahre Ruh,
drum eil ich nur nach Ihme zu
pma 334. abe
| N ch viel und manchen
1 Trauer⸗Stunden wird
endlich doch der Schatz gefun⸗
den, der in Gott Geneſen
heißt: da wird bey verliebten
Sachen froͤlich lachen der zu⸗
vor gedruͤckte Geiſt. er
2. In dieſer Welt iſt nicht
zu finden, was unſern Jam⸗
mer macht verſchwinden, und
das Hertz koͤnt machen ſatt:
daun es kan niemand geneſen
in dem Weſen, das nur Schein
und Luͤgen hat.
3. Wer wolt dann da ſein
Gutes hoffen, wo Adam hat J
der Todt getroffen, welches
Gott fo ſehr geſchmertzt: daß
er guch durch Todt und en
und frölich ſeyn. er
5. Wem diefer Brunnen iſt
geſchencket, der wird nach lan⸗
gem Durſt getraͤncket, und ge⸗
genieſet Lebens⸗Brodt, das der
Seelen⸗Hunger naͤhret und
verzehret endlich Schmertzen,
Augſt und Noth.
6. Da wohnet das vollkom̃⸗
ne Gute, da gruͤnt die duͤrre
Aarons⸗Muthe, als des Prie⸗
ſters Looß und Theil: und das
Salb⸗Oel der Genaden macht
den Schaden unſers Geiſtes
wieder heil. |
7, In dieſes zweyten Adams
Seite find't man das Kleinod
aller Freude, welches Weh und
Jammer ſtillt: und in Adams
Schlaf entwichen, da verbil⸗
91 ‚fein verklaͤrtes GOttes⸗
Bild. 1140
8. Doch
8. Doch wer diß Kleinod ſchencket ein: wann fein Joch
recht will faſſen, muß alles wir ohne Klagen ihm nachtra⸗
andre fahren laſſen, was durch gen, weicht von uns der Sor⸗
falſche Luft bethoͤrt: wer er⸗gen⸗Stein. 1
wehlt die Eine Reine, muß 13. Kommt alle, die ihr ſeyd
alleine innigſt ihr ſeyn zuge⸗ beladen, rufft IEſus, ich will
kehrt. euch berathen, lernt ſanfftmuͤ⸗
9. Dann ſie allein kan uns thig ſeyn von mir: dann von
ergoͤtzen, und unſern Geiſt zu Hertzen Demuth uͤben, bringet
frieden ſetzen; obſchon in der Lieben, Ruh und Freude für
Sterblichkeit Creutz und Elend und für." e
uns noch druͤcket, ſie erquieket, |; 14. So kommt zum Ziel das
und verfüßer alles Leid. lange Hoffen, die Liebe macht
10. Doch laͤßt ſichs nicht nach den Himmel offen, die nichts
eignem Wille mit dieſer Speiß weiß von Ich und Mein: wen
den Hunger ſtillen, wer noch fie kan zum Kindlein machen,
Selbheit in ſich hegt, muß der deſſen Sachen lauffen endlich
Sünden Luft erſt büßen, als richtig ein. 5 805
genieſen, was der Baum des 18. Dann ſie treibet durch ih⸗
Lebens traͤgt. re Flammen die reine Geiſter
11. Von Innen lebt der Geiſt ſtets zuſammen in des Himels
im Frieden, wann er von allem Harmonie: allwo GOttes
iſt geſchieden, was zur Zeit Luſt⸗Spiel klinget, und ver⸗
und Welt gehört: wann der ſchlinget allen Jammer, Angſt
ſonſt zertheilte Wille eins und und Muͤh. 1
1515 ſich zu ſeinem Urſprung 16. Was Lob und Danck
£> t Ie
geſtorben, dann iſt die wahre der ewig iſt und war, wird
Ruh erworben, die uns FEfus man alle Kronen bringen, 140
*
A *
ehrt. 11 24119 7 wird da von Allen dem groſen
12. Wenn unſte Selbheit iſt GOtt zu Ehr erſchallen, dem
2
7
2 7
y 4
59
wird klingen: Er iſt alles, er du wirſt nicht zu Epotte®
iſts gar. ſchaͤndt man dich deiner Jung⸗
25,54. Cap. Eſajad frauſchafft, veracht man deine
6:be 3. Wittwenſchafft, und fragt, ob
Mu freue dich, und ruͤhme wuͤſt ſt du nichts von BDtte.
U ſehr, die du unfruchtbar 5. Wird er doch, der dich hat
biſt bisher, und jauchze, die gemacht, von Ewigkeit ihm zus
nie ſchwanger worden; denn, gedacht, (Jehovah groß iſt er
die einſam gelaſſen war, hat erkennet,) ſeyn dein Heil and,
eine groͤßre Kinder⸗Schaar „HErr Zebaoth, der Heil ge,
als die den Mann hat zum und Iſtaels Gott, von aller
Conſorten. „Welt nach fo genennet. N
2. Mach weit den Raum der 6. Und ob du im Geſchrey
Huͤtten dein, und breite aus muſt ſeyn, daß du detruͤbt im
die Teppig fein, thu ihrer hin⸗Hertzen dein, als wie ein Weib
fort nicht verſchonen: ſpann vom Mann verlaſſen, das ſehr
deine Liebes⸗Seile aus zum verſtoſſen ſich befindt, faſt gar
Schmuck und Zierd in GOttes als ein gejagte Hind, ſpricht
Haus, denn du wirft ewig drin⸗ Gott: ich will dich doch um⸗
nen wohnen. . CR faſſeit. K ei
3. Du wirſt nun bald in kur⸗ 7. Ich hab dich einen Augen⸗
ger Zeit zur rechten und zur blick verlaffen, daß ich dich er⸗
lincken Seit ausbrechen, daß in quick mit ew'ger Gnade und
allen Landen dein Saam beerb Erbarmen, wenn ich meine
das Heidenthum, und wird Barmhertzigkeit auef chütte
bewohnen rings herum die nahe, weit und breit, zu ſam̃⸗
Staͤdte derer, die zu ſchanden. len dich in meine Armen.
4. Drum fuͤrchte dich hinfort 8. Denn ſolches ſoll mir alſo
nicht mehr, du wirſt zu ſchan⸗ ſeyn als wie das Waſſer, da
| kg eingetreten / einen BES
6
zu machen, der bleibet ſtehen Gott, dein König, wohnt in N:
immerhin, daß ich nach dem dir, der wird dich ewig fuͤr und
verlobten Sinn in Liebe ſchlich⸗ für mit feinen Gnaden⸗Fluͤgeln
te alle Sachen. decken. f N
9. Und ob ſchon Berge gehn 13. Denn wer nun wider
zu Grund, und Hügel fallen;
[OU mein Bund des Friedens ſchaͤmen und zu Spott; weil
nimmer von dir weichen: du ſolchs wird ohne mich geſchehe:
wirſt in der betruͤbten Zeit ſehn wer will den überfallen dich,
meine Haͤnde ausgebreit, und, wer kan dir ſchaden, dieweil ich
dir ſelbſten will zur Seiten
was dein Aug erſah, erreichen.
10. Denn Gott iſt ſelb ſt ſtehen. | |
dein Schmuck und Zierd, der 14. Und ob fie dir ſchon ma⸗
deine Steine legen wird zumſchen bang, daß du oft ſchreyeſt
dich ſich rott, wird ſelbſt ſich
Grund des Baues mit Saphi⸗ für Geſang, weil groſſt Truͤb⸗
ren; die Fenſter von Eryſtallen ſal noch vorhanden, hab ich es
rein, die Thore von Rubinen doch gerichtet aus, und ſie ge⸗
fein, mit Edelſtein die Graͤn⸗ ſtoſſen gantz hinaus, ſo das ſie
tzen zieren. | alle ſind zuſchanden.
zz. Und deiner Kinder groſe 15. Denn aller Zeug, der wi⸗
Zahl, gelehrt vom HErren all⸗ der dich wird zubereitet emſig⸗
zumal, beſitzen Ruh und groſ⸗ lich von denen, die gerott zu⸗
ſen Frieden, der ihnen ewig ſammen, daß ſie mit ihrer Laͤ⸗
bleiben wird, weil ſie der Frie⸗ ſter⸗Zeug dir machen nur Ver⸗
dens⸗Geiſt regiert, und fie von hinderung, den wirſt du ime⸗
allem abgeſchieden. richt verdammen.
12. Denn du wirſt durch Ge⸗ 16. Das iſt das Erb von mir
rechtigkeit zum Opfer gaͤntzlich bereit, das iſt derer Gerechtig⸗
zubereit, daß keine Furcht dich keit, ſpricht GOtt der HErr,
mehr wird ſchrecken; denn die meine Knechte, drum fingen
7 fie:
eure —
61
fie ſchon in der Zeit, in Freu⸗ Wunder⸗Rath wohl ſiebenfach
den und in Traurigkeit, von verfiegelt; kein Menſch, kein
ihres groſſen Könige Rechte. Engel oͤffnen kan: das Laͤm̃lein
17. Der Winter iſt nun bald thuts, drum lobe man!
davon, die Turtel⸗Taub ver⸗ 3. Die hoͤchſte Geiſter allzu⸗
kuͤndigt ſchon den Fruͤhling, der mal nun dir die Knie beugen,
iſt im Beginnen; ob manſchon der Engel Millionen Zahl dir
hoͤrt ihr n Trauer⸗Thon, wirds goͤttlich Ehr erzeigen, ja alle
doch der Tochter von Zion Treatur dir ſchreyt: Lob, Ehr,
noch groſſe Freud und Ruhe Preiß, Macht in Ewigkeit.
bringen. 4. Die Patriarchen erſter
18. Des freuet ſich, und ruͤh⸗Zeit den lang⸗ verlangten gruͤ⸗
met ſehr die noch Verſchloſſene ſen, und die Propheten ſind
bisher, im Vorſchmack des, erfreut, daß ſies nun mit genies
was ſie erblicket; und ruͤſtet fen: auch die Apoſtel ſingen dir
ſich, zu ſtehn bereit, wenn ich Hoſana mit uns Kindern hier.
eroͤffne ſolche Zeit, worin ſie 3. Der Märtrer Kron von
wird von Gott begluͤcket. Gelde glaͤntzt, fie bringen dir
ber: Zr: die Palmen: die Jungfern
in lobet alle Gottes weiß und ſchoͤn gekraͤntzt die
Sohn, der die Erloͤſung ſingen Hochgelt⸗Pſalnten ‚fie
funden; beugt eure Knie vor ruſfen wie aus einem Munde:
ſeinem Thron, ſein Blut hat das hat des Lammes Blut ge⸗ NB
überwinden; Preiß, Lob, Ehr, gekon t a
515 ck, Krafft, Weisheit, 6. Die Vaͤter aus der Wuͤ⸗
Macht ſey dem erwuͤrgten Lam̃ ſteney mit reichen Garben
gebracht. | 0. [Fommenz die Creutzes⸗Traͤger
2. Es war uns GOttes Licht mancherley: wer zaͤhlt die an⸗
und Gnad und Leben hart ver⸗ dern Frommen? ſie ſchreiben
riegelt! ſein tiefer Sinn, ſein deinem Blute zu den tapffern
aun e Sieg
b
Genter. 1
A2
Sieg, die edle Rah. Streit, damit wir es wider
ie Nan deinerkaufftes Volck dle Feinde fo wagen, zuſtehen
allhie ſpricht Halleluja Amen! als Helden, bis daß fie geſchla⸗
wir beugen jetzt ſchon unſte gen, und endlich im Triumph
Knie in deinem Blut und die Kron davon tragen. 0
Numen: bis du uns bringſt 2. Dann ich hoͤr im Geiſte
zuſammen dort aus allem von oben erſchallen, daß Ba⸗
Volck, Geſchlecht und Ort. bel die Stoltze nun balde wird
8. Was wird das ſeyn, wie fallen, der Waͤchter ruft: wa⸗
werden wir von ewger Gnade chet! mit goͤttlicher Stimm,
fügen? wie uns dein Wunder⸗ ſehr hoch von der Zinnen, da⸗
Fuͤhrer hier geſucht, erloͤßt, mit man vermmm, daß Zion
getragen: da jeder ſeine Harfft nun balde zur Ruhe ſoll kom⸗
bringt, und ſein beſonders Kob⸗ men, u. GOtt wird erlöfen die
Lied ſingt. „ . heiligen Frommen, an Babel
9. Des freuen wir uns allzu ſich rächen, damit ſte umkom⸗
ſamm im Ereutzes⸗Thal hle⸗ ien: n de EB 3
mieden, und folgen diesem hol⸗ 3. Drum freu ich mich innigſt
den Lamm, von aller Welt der goͤttlichen Gnade die er
geſchieden! da jedes ſtimmt mir erwieſen, daß ich auf dein
ſein Theil mit an, fo gut es Pfade der Tugenden lauffe,
hat, ſo gut es kan.
.
7
Oi Brüder und Schwe⸗ zu Theil, daß ich kan ſehr freu⸗
altern, thut ja nicht ein⸗ dig in Kampfe beſtehen, zum
ſchlaffen, ergreiffet vielmehro Trotz meiner Feinde, wann fie
de göttlichen Waſſen; den es anfehen, daß ich mit den
Zarniſch am Leibe, das Siegern dort werde eingehen.
chwerdte zur Seit, und zie- . Drum guͤrt ich aufs neue
. und
het gantz freudig in Kampfe u. mein Shwerdt an die Lenden,
DL, W
gantz ohne Verweil, dieweil
r 1
an
8 obet
63
und will noch mehr Ernſte u. 2. Wir ſehen zwar noch imn⸗
Eiffer anwenden, dieweil es merdar das Feuer in uns gluͤ⸗
thut gelten ein ewige Kron, en; doch will nicht gantz der
die Faͤulen die werden zum Lichtes⸗Glantz die Hertzen uͤ⸗
Spotte und Hohn, vom Fein⸗ 16 da mancher Rauch
de geſchlagen, verwundet, ge⸗ verblendt das Aug, daß man
fangen, hergegen die Kaͤmpf⸗ nicht frey kan ſehen, wie es
fer un Triumph dort prangen, pflegt herzugehen:
dieweil ſte die Krone des Sie⸗ 3.
ges empfangen. Liebe ſeyn, einander nicht be⸗
5. Drum auf! ihr Mitbruͤ⸗truͤben, kein Arges ſehn, ſich
der und Schweſtern zuſamen, nicht aufblehn, in Demuth
entbrennet in goͤttlichem Eif⸗ſich ſtets uͤben, von Falſchheit
fer als Flammen, und werdet frey ohn Heucheley in Liebe
aufs neue ermuntert zu gehn immer brennen, und nimmer⸗
die heiligen Wege, um freu⸗ mehr ſich trennernn
2iß zu ſtehn, als Helden, die 4. Drum der du biſt, OIEs
alles um alles mit wagen, den ſu Ehrift! am Creutzes⸗ Stam
75 nicht weichen, bis daß geſtorben, und Gottes Gunſt
fie. geſchlagen, fo. könnt ihr im durch deine Brunſt haſt wies
Siege die Beut davontragen derum erworben, viel Heil u.
Band! wodurch wir feſt und unſern Schaden heilen.
verbunden. O Bruder⸗Lieb! 5. Oft rufen wir, O H Err!
O reiner Trieb! ſo alles über- zu dir, laß doch die Lieb dͤurch⸗
wunden, was noch unrein, dringen ein jedes Hertz; obs
und was gemein, wird ferner gleich viel Schmertz dein Her⸗
hin vertrieben, wann wir nur be ſolte bringen: mach weich
immer lieben. und zart, was noch paß
3. Wann Brüder rein voll
O Ereutzes⸗Stand! Oedles wolſt du uns nun mittheilen,
6 4
daß unſre Hertzens⸗Erde voll weil die Erloͤſung ſich nun hat
Liebes⸗Fruͤchte werde. gefunden. *
6. Voll Blümmelein, da je⸗ 2. Erwuͤnſchtegeit brich doch
des Schein das andre herrlich herfuͤr mit deiner Schoͤne,
mache. O Liebes⸗Sonn! O daß man die ſeh erhöht, die
Gnaden⸗Wonn! doch bald zur jetzt ſo ſehr bedraͤngt, gib doch
Freud aufwache, damit die dabey, daß ſich ein jeder ſo ge⸗
Bluͤth die man noch ſieht vor wöhne, und lerne, was man
Kälte hart verſchloſſen, doch dort vor ſchoͤne Lieder ſingt.
möge recht ausſproſſen. So wird allmahlich in dem
7. Dein heller Schein hat ins⸗Gang und dem ſo bittren Treu⸗
Na die Glieder ſchwartz ges tzes⸗Orang gebohren aus, bey
rennet, weil jedes nicht das vielem Weinen, was dorten
hohe Licht an ſich und andern wird in jener Welt erſcheinen.
kennet: drum brich hervor, 3. O wie ſo wohl wirds dem
O Licht im Flor, wie vormals zuͤletzte noch gerathen, wer ſei⸗
oft geſchahe, du biſt uns ja ne Zeit allhier im Elend zu⸗
ſehr nage. gebracht, wie wird er plotzlich
39 dDdeoh ſeyn aller Sorg entladen,
O Groſes Heyl! ſo einſt all⸗ weil er allhier hat GOtt ge⸗
—dorten wird erſcheinen, dienet Tag und Nacht. Es iſt
wann man nach ſo viel Leid fuͤrwahr ein groſes Gut, wer
wird die Erloͤſung ſehn, ſo hier allhier kaͤmpffet bis aufs Blut,
auf dieſer Welt verdeckt durch und thut es bis aufs Aeuſerſt
langes Weinen, und Zion als⸗ wagen, der lernt zuletzt von
dann wird aus feinem Kercker Gottes Güte ſagen:
ehn. Dann wird die lange 4. Wie ſelbe dult und traͤgt
Traue r⸗Nacht, die öfters ſo bey fo viel Niedrigkeiten. Be⸗
viel Leid gemacht, vergeſſen ſonders denen, die ſich auf das
ſeyn und gantz verſchwunden, aͤuſerſt hin gegeben bis 35
f
=
11
en
1
MM
34
*
VT 65
Tod in den betrübten Zeiten ten zul gebracht, und kan nach
S was ein groſes Gut komt den betrübten Zeiten ſich dort
ein mit viel Gewinn! Drum ohn End auf Zions Auen wei⸗
find wir alle fleiſſig dran, daß den. |
jedes thue, was es kan, daß 7. Wäs iſts dann Wunder,
keinem fehl, wann man wird daß wir uns fo innigſt ſehnen,
ſehen, daß Zions Herrlichkeit daß Zions Herrlichkeit möcht
wird ſchnell angehen. werden offenbar, die vor ſo
5. Dann wird man Wunder lang verſteckt bey viel gehab⸗
ſehn die jetzt nicht auszuſagen, ten Thraͤnen. O komm: ach
wann ein ſo groſe Freud wird komme bald! du frohes Freu⸗
werden offenbahr: die hier den⸗Jahr. Die gantze Schoͤpf⸗
auf dieſer Welt ſo hart von fung ſtimmt init an: Ach
Gott geschlagen, find dort GOtt! loß bald den ſchweren
das Allerſchoͤnſt bey der ſo lie Bann, fo thut die Creatur
ben Schaar Drum iſts mit beſchweren, daß moͤg das
denen wohl beſtellt, die 12 aͤngſtlich Harren bald aufhöre.
leiden auf der Welt, und laſſen 8. Wir find ja ſtets bereit
in dem Todt verderben, was um würdig zu erſcheinen mit
dorten Gottes Reich nicht kan allen Heiligen vor deinem Aus
ererben. geſicht, drum hoͤre das Gebaͤt,
6. Die ſchwere Leidenſchafft / das oft mit fo viel Weinen vor
womit wir find: umgeben, dem Genaden⸗Stuhl nach dei⸗
treibt oft den Geiſt ſo ein, daß ner Huͤlf gericht. Doch o wir
alle Luſt vergeht, drum iſt kein ſchon ſo hart beſchwert, daß
Wunder, daß man öfters mud wir oft ſind wie ausgezehrt:
zu leben, und ſtreckt ſich aus ſo halten wir doch an mit Fle⸗
nach dem, was uns alldort er⸗hen: laß Zion bald aus ſeinem
hoͤht. O ſelig! wer diß ſtets Kercker gehen. een
betracht, der wird zum rech?
1
wi SZ
A. N
6 9
ſtte ſtehn, daß das, was er ge⸗
O Jet! m 12 du biſt der macht, nicht ſolt zu grunde
kechte Prieſter worden, gehn.
niemand kommt ohne dich zu 5. Drum fuhr BD weiter
dieſem reinen Orden: der Va⸗ fort, und lieſe es geſchehen,
ter hat mich auch erſehn zu daß endlich aus dem Saam
dien Spiel, drum bleibt dein des Weibs hervor thaͤt gehen
Vorgang mir mein Vorbild ein Prieſterlich Geſchlecht,
und mein Ziel. nnach ſeinem Sinn bereit, das
2. Nur daß ich nicht gewußt, waͤr von allem Fall in Ewig⸗
und mußt es erſt erfahren, daß keit befreyt.
Adam fiel, als er mit Eva 6. Dann GOtt war nun⸗
ſich thaͤt paaren: erſt ſtund er mehr aus ſich ſelbſtẽ ausgegan
unter GOtt, und war darzu gen, da ihn Marta hat durch
gemacht, daß durch ihn wuͤrd ſeinen Geiſt empfangen: und
ans Licht der Weisheit Spiel hat zu einem maal, da er ſtarb
gebracht. als ein Lamm, die Hoͤlle ſaint
3. Der Teuftl muß te ſich hier⸗ dem Tod beſiegt a Creutzes⸗
über hefftig ſchaͤmen, weil Stamm.
ihn der erſte Menſch den 7. Die IE ſum nun allhier
Thron⸗Sitz thaͤt einnehmen: ale ihren HErrn erkennen, die
allein er war gar bald auf Hin⸗ konnen ſich init Recht auch bi:
derliſt bedacht, und hat ihn oh⸗ ter⸗Prieſter nennen: dann:
2 ne Müh um ſeine Krafft ge⸗ ihm ſo nachgeht, ein Prie 4
bracht. mit ihm iſt, und opfert ſchſo
4. Daß er in Eva fiel, und auf ohn alie Hinderliſt.
hat alſo verlohren den reinen 8. Und wer es alſo ben.
Prieſter⸗Stand, worzu er durch deſſen Geiſt iſt worde
war erkohren: doch mußte der kan ſich zehlen n
Hottes Rath und Vorſatz fe⸗ er reinen Orden: 150 105
erſoͤh⸗
——
Verſöohnungs⸗Amt mit ihm
vor ſeine Leut, und bleibt ein
PIE auch dort in der Ewig- Ch
eit a a
9. Amen, mach du es wahr
an mir und allen denen, die
dich davor erſehn, damit wir
uns gewoͤhnen, daß wir vor
Gott ſo ſtehn, vergeben je:
derman, und bitten, daß ſie
GOtt in Gnaden nehme an.
8 D Nachklang.
$
67
hen durch das Friedens⸗Thor
zu dem verlobten Prleſter⸗
Chor. 2
5. Amen, amen in deinem
Nahmen, O Jeſu! bringe
uns zuſammen, dein vorer⸗
wehltes Eigenthum, zu dei⸗
nes Nahmens Lob und Ruhm.
1 henter - 41.
IeEſun der du mich erkoh⸗
ten zu deinem Schatz
und Eigenthum, durch deinen
Geiſt auch neu gebohren: drum
geb ich dir Preiß, Danck, und
Er mir hat dieſes laſſen
flieſen ins Hertz, der wol⸗ ir Pr
le auch) eingieſen den Geiſt in Ruhm, O heil ge Wahl! daß
mich, eh ich werd alt, und ich zur Zahl gezaͤhlet, da ſein
mich nicht laſſen werden kalt. Wunder⸗Macht ſehr herrlich
2. Damit ich hier auf dieſer wird ans Licht gebracht.
Erden moͤg Rh zubereitet 2. Drum auf! und laßt uns
werden: bis endlich ich dahin weiter gehen, ſeht! wie der
gelang, allwo man lobet mit HErr ſelbſt geht voran, durch
Geſang. ihn wir auch im Kampff be⸗
3. Den Hohen⸗Prieſter, der ſtehen, daß uns der Feind nicht
erworben das Heyl, als er für ſchaden kan: dann feine Krafft
uns geſtorben, und uns durch macht uns ſieghafft, drum zie⸗
ſeines Geiſtes Krafft zum Gu⸗ hen wir getroſt ins Feld, wie⸗
ten machet tugendhafft. der den Teufſel und die Welt.
4. O wie ſo herrlich wird es 3. Wird uns ſchon offtmals
eh wann ich nach vielem angſt und bange, daß unſer
Creutz und Wehen rd de Geben 115
3 . 724 ar: ene 2 8 1 * 1 un
Fang ua |
us
uus ſchießt die alte Schlange, nem Blut, drum faſſe ich oft
mit ihrein gantzen Hoͤllen⸗Heer neuen Muth.
durch ihren Gruͤnm, gantz G⸗Henker 1174.
ungeſtüͤm̃, ſo fiegen wir durchs O Eſu Kraft der treuen
Lammes Blut, und faſſen wie⸗ elen, die fich dir ga
der neuen Muth. ergeben hin, und dir mit Ern
4. Kan dann der Feind ſo ſſich anbefehlen, fo daß fie hier
nichts gewinnen, durch ſeinen nach deinem Sinn, im engen
Gifft und Grünnmen Wuth, Weg, und ſchmalen Steg,
ſo thut er andre Liſt erſinnen, nur leben in gantz reiner Zier,
und ſchleicht in unſer Fleiſch daß fe allein gefallen dir.
Und Blut, durch falfcheLuft,| 2. Und allem haben abgeſa⸗
die unbewuſt den Kaͤmpffen, get, mit vollem Ernſt die Welt
die nicht werden weich, big ſie verflucht, ſich ſelbſt
gehn ein in Gottes BR verleugnet und gewaget
J. Da fie dann nach viel mit JEſu in die ſcharffe Zucht
Glaubens ⸗Probẽ ererben, was der Ereutzes⸗Noth, biß in den
ift beygelegt, und gehen ein den Todt, zu folgen nach ohn allen
Erru zu loben, wo jedes feine) Schein, daß fie ihm gantz er⸗
rone traͤgt, die ſie erbeut t, geben ſeyn.
hier in dem Streit. Drum 3. Die hat der Vatter ſich er
freu ich mich in meinem Sinn, kohren, geſammlet aus der
daß ich auch mit gezaͤhlet bin. 14 75 Welt, in IEſu Chri⸗
6. Und laß nicht ab im Kampf
die gantze Nacht, dieweil ich einer Braut, die ihm vertraut,
werde helffen ſingen mit denen, und ſie mit JEſu Blut erbeut t
die zuſammen bracht, von da ſie erbaut aus ſeiner Seit.
Abrams Saam, die ſich das 4. Wir ſind nun feſt mit ihm
Lamm erkauffet hat mit ſei⸗ verbunden, zu halten . ey
n . | einer
o neu gebohren, und gantz
zu ringen, und währt es ſchon zum Eigenthum erwaͤhlt, zu
r
8
„
3
feiner Treu, weil er den Tul ohe: 43,
überwunden, und macht uns O Leben! das da ewig waͤh⸗
von ihm los und frey, damit iet, das nichts von einem
wir nur auf feiner Spur fort Abgang weiß, das mir die Lie⸗
wandeln in dem Lebens⸗Weg: be hat beſcheret: was geb ich
ach! werde doch ja keines trag dir vor einen Preiß? wer kan
F. Wir koͤnnen Gottes Guͤte doch wohl den Werth aus ſa⸗
preiſen, die er an uns erwie⸗ gen, den dem die Lieb pflegt
fen hat, daß er uns gantz ohn beyzutragen, den nach viel
alles Gleiſſen, gebracht zu ſol⸗ ausgeſtandner Buß erfreut
cher hohen Gnad, ja ſo daß ihr ſeligſter Genuß.
wir nur ihm allhier, zu Ehren 2. Wie lange bin ich ſchon
leben auf der Welt, biß wir geloffen um dich, du edles Klei⸗
vor feinen Thron geſtellt. nod du, in wie viel Schmertzen,
6. Drum ſollen wir GOtt Dulden, Hoffen geſehnet mich
ſtets erheben, weil er uns aus nach deiner Ruh, da oft er⸗
bedachtem Rath n ae muͤdet vor Verlangen, und
reinen Gottes⸗Leben, gefiellt bald vor Leid war gar vergan⸗
in ein beſondern Grad der gen, in dem der bittre Licbes⸗
Seligkeit, die er bereit t den Schmertz ſehr hart gedrückt
‚seinen, die hier keuſch und rein mein mattes Hertz.
zu eigen ihm ergeben ſeyn. | 3. Wie haft du mich nun üe
7. So daß fie in ihm haben berſchwemmet, ich leb, und
Frieden, in ſtiller Ruh und weiß oft ſelbſt nicht wie, was
Hertzens⸗Freud, dabey ſich iſts? das dieſe Quelle hemmet,
gaͤntzlich abgeſchieden von aller die mir ſtets flieſſet ohn Müh:
Ungeſtüm nugkeit, und alfo jemehr fie ſich in mich ergiefet,
fort, nach Gottes Wort, im jemehr wird alles Leid verfüs
Leben a früh und fpath,ifet, jemehr gepreſſet und ge⸗
biß fie errtichen Salems Stadt. drückt, jemehr von oben her
n 33. begluͤckt
70 | | r
hegluͤckt. r das Heil ge gangen ein, dar
4. Mein Leben kommt nun wird des Streites Ende ſeyn.
aus dein Sterben, jemehr Ver⸗ b: 44.
luſt, jemehr Gewinn, wo al⸗ J Sanfte Ruh, O! Her⸗
les ſcheinet zu verderben, da gens ⸗Freud, die man ge⸗
waͤchſt der tapffre Glaubens⸗ nießt ſchon in der Zeit, wann
Sina, der bloß im Nichts⸗ unſer Geiſt wird hingeruͤckt zu
ſeyn iſt gegruͤndet, und in dem⸗Gott, daß er vor Lieb ent⸗
ſelben alles findet, wo ale zuckt, und ſo im Schauen ſie⸗
les gantz zu Boden liegt, wird het ſchon hinein, wo GOttee
i elt und Suͤnd ya in Freud wird herrlich
fliegt. eyn.
a ein ſoll mein Hertz nun 2. Jeruſalem, du GoOttes
ſtetig loben den, der mir ſchien Stadt, dein Schoͤnheit mich
ſo hart zu ſeyn, und in den bewogen hat, dieweil ich dich
bittern Leidens⸗Proben mich im Geiſt g eſchaut, wie du ſo
(oft gelaſſen gantz allein: da⸗ herrlich ſch n erbaut: drum ich
mit die falſche Lieb verzehret, von Hertzen ſehr verlangend
Glaub, Hoffnung und Gedult bin, daß ich bald vollig werd ge⸗
bewaͤhret, dabey das Hertz in nommen hin |
Gott gegruͤndt. O Liebe! die 3. O! theures werthes Got⸗
nichts uͤberwindt. ſtes⸗Lamm, der reinen Seelen
6. Sie iſt auch an demEEreu Braͤutigam, weil du der keu⸗
erſtorben, und ward ins Gra ſchen Jungfrau 'n Sohn, drum
hinein geſenckt, wodurch. fie beug ich mich vor deinem Thron
endlich uns erworben eingeben, und gebe dir von Hertzen wil⸗
das nicht wird gekraͤnckt von lig hin den tief gebeugten und
Jammer, Leiden, Schmertz verlobten Sin mn
und Banden, dann es iſt von 4. Ich werde ſchon im Ei
dem Tod erſtanden, und in gewahr, daß bald 1 ab
Wr er su
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Jubel Jahr, da die verlobte and he
Jungfrau'n⸗Zahl e e oller Ueberflußl
aͤlt das Abend⸗Mahl, was ſo quillt aus Gottes Her⸗
Freuden⸗Wonne mich ſchonſtzen gleich einem ſtarcken Waf⸗
jetzt erquickt, dieweil ich ſolches ſer⸗Guß, und treibt weg allen
hab im Geiſt erblickt. Schmertzen: macht leicht die
F. Drum eil ich, daß ich Fein ſonſt ſo ſchwere Laſt, und nimt
zum End, und fo mit Freud hinweg den Hertzens⸗Praſt.
den Lauff vollend, damit ich 2. Ergieß doch auch in mei⸗
auch geſammlet werd zu denen, ne Seel den angenehmen Re⸗
die allhier auf Erd erwuͤrget, gen, du ſanft und ſuſes Lie⸗
und nun ſchon im Wartẽ ſtehn, bes⸗Oel, ertheil mir deinen
daß ſie empfangen uns, wenn Segen: verſchaff, daß meine
wir eingehn: Lampe brenn, und ich mich
6. Jus obere Jeruſalem, da ſelber recht erkenn.
ſich geſammlet die zwoͤlf Staͤm 3. Die Dunckelheit der frü:
Iſraels, die gefolget mit dem ben Nacht wird ja durch dich
LCamme hier auf jeden Tritt: vertrieben, das Harte wird ge⸗
drum ſpielen ſie ſchoͤn an dem ſchlacht gemacht durch dein ſo
glaͤſern Meer mit Gottes zartes Lieben: wie oft erqui⸗
Harpffen ihm dem Lamm zu cket Hertz und Muth die ange⸗
Ehr. nehme Gnaden⸗Fluth.
7. Halleluja! gelobt ſey der, 4. Es mangelt hier auf kei⸗
ein maͤchtig und wahrhaffti⸗ ner Seit, ſein Licht uns ſtets
ger, der uns durch Lieb gezo⸗ erleuchtet, ſein Waſſer auch
gen hat, daß wir erfahren ſei⸗ zu rechter Zeit das duͤrre Hertz
nen Rath: drum ſingen wir befeuchtet, und was ver⸗
aus vollem Hertzens⸗Grund, ſchmachtet iſt, erfriſcht, fein
zund dancken ihm dafuͤr zu je⸗ Feuer bey uns nie verliſcht.
der Stund. inn nn a ih es elke
N nelen
ar
Ann. e
nne
115
73
nelein? daraus ehmals getrun⸗
bittern Tod, und daß er uns
cken die Patriarchẽ ins gemein: entnommen. O Schmertzen⸗
iſt diß nicht auch der Fumcken, volles Liebes⸗Spiel! du haſt
der oft ihr Hertz entzündt ſo hier weder Maaß noch Ziel.
gar, daß keiner wußte, wer ro. Zuletzt wird doch das
er war. i | Gottes:Lamımn, fo hier auf
6. Ein jeder war in den ver⸗ dieſer Erden geſchlachtet ward
liebt, der noch nicht war er⸗ am Crentzes⸗Stamm, noch
ſchienen: was iſts dann? das hoch erhoben werden: dann
uns noch betruͤbt, jetzt koͤnnen e ge⸗
wir ihm dienen, dann der iſt buͤhret Lob und Ehr allei
nun aus Licht gebracht, wor⸗ 11. Drum auf, O werthe
nach die Vaͤter lang getracht. Zions⸗Heerd! gedenck an deſ⸗
7. Ach! aber ach! O groſes ſen Treue, der uns erkauffet
Leid! jetzt will den niemand von der Erd, auf daß er uns
kennen, der unſert halben alle⸗ erfreue mit feinem Troſt in je⸗
zeit in heiſſer Lieb thät breũen: ner Welt, wann dieſe Huͤtt dar⸗
auf den fie hofften insgemein, niederfaͤlt :
muß jetzt ein Gaſt und Freind⸗ Glam
ling ſeyn. . |
ech 16.
S Sclig iſt derſelbe Meuſch
8. Er wird ja von der gan⸗ 8 Gott und
tzen Schaar zum Creutzes⸗Tod feinen Naͤchſten hertzlich liebt:
verwieſen, und die ihn liebten dann niemand wird mehr ne⸗
immerdar, auch damals ihn ben uns betrübt, wo dieſes rei⸗
verliefen: O unerhoͤrte Liebes⸗ ne ne pflegt zw brennen.
Pein! bis in den Tod getreu zu Soll aber fie in mir ſtets gruͤ⸗
eyn. nen, ſo muß ich ihr anhaltend
9. Das Warten war der Vaͤ⸗ dienen, und meine gantze We⸗
ter Noth auf den, der jetzt ge⸗
kommen: wir klagen an den ſtehn bereit. |
bens⸗Zeit zu ihrem Dienſte
73
2. Drum koſtets Fleiß, auf den und von Hindernuͤſſen, u.
ihrer Bahn zu bleiben: man wandelt ſtetig auf der Bahn,
muß ihr ſtets ein reines Opf⸗ die richtig geht nach Canaan.
fer ſeyn, und durch das Ster⸗ 5. Wer lebt in dieſem Ruf
ben in ſie dringen ein, will
man ſich ihrer Gunſt recht ein⸗
verleiben: dann wer gedencket
ſolcher maaßen mit Eruft zu
wandeln ihre Straaßen, der
muß des eignen Lebens Haß
beleben ohne Unterlaß.
3. Wie manche Tag und
Jahr pflegt man zu gehen
der Meynung nach den ſchma⸗
len Lebens⸗Pfad, und kan
daneben Gottes weiſen Rath
ſo ſchwerlich faſſen und im
Grund verſtehen. Es muß
uns ſeine Gnad umgeben, ſo
man verlaͤugnen ſoll das Le⸗
ben, das in der Feindſchafft
und Guaden⸗Lichte, vergreif⸗
fet ſich an ſeinem Naͤchſten
nicht, er haͤlt ſich ſelber lieber
im Gericht: und kehret imer
einwarts das Geſichte, da
lernt er feiner wahr zu nehmen
und ſeine Menſchheit zu bezaͤ⸗
men. Wer iſt in dieſen Stand
verſetzt, niemand betruͤbet und
verletzt. f
6. So hat die ſchmale Bahn
zum neuen Leben zum erſten
ſelbſt gebahnt der Held im
Streit, als er des Todes Gift
und Bitterkeit und unſer viel
und langes Widerſtreben hat
an des Creutzes Stamm be⸗
aufgewacht, und unſermGeiſt zwungen, und weil es ihm zu
viel Schmertzen macht. erſt gelungen, ſo kanns auch
4 So gruͤnet dann der neue denen fehlen nicht, die ihm in
Bund der Gnaden, der uns das Liebe ſind verpflicht.
Gnaden⸗Licht hat beygelegt, 7. Dann dieſe haben auch ſo
das ſtets der Liebe ſüͤſe Fruͤch⸗ viel zu ſtreiten, dieweil der
te tragt: wer mit demſelben Fuͤrſt der hohen Ritterſchafft
reichlich iſt beladen, der wird ihr Leben haͤlt gefangen in Ver⸗
eloſet im Gewiſſen von Buͤr⸗ le drum muͤſſen ſie ſo ie
f 8 Juin fr
74
ge Zeiten leiden: doch wann von der Erden, und ſeynd dem
fr OOtt um Hilf anſchreyen, Lamm im ſchmalen Ci eutzes⸗
ſo merckt ſein Ohr auf die Ber Gang gefolget nach, verſtehen
treuen, und feine Hilfe bald den Geſang: daneben ferner
er ſcheint, weil fie vor ihin ge⸗ ihnen folge werden, die nach
beuget ſeynd. . geendten Leidens⸗Tagen nun
Nachklang. ſchoͤne weiſſe Kleider tragen, ein
NEruſalem die Mutter, die unbegreifflich groſſe Schaar,
dort oben, erlangt zuletzt die GOtt verehren immerdar.
noch eine groſe Zahl, die hier 4. Die haben ihr Gewand in
im Streit beſieget allzumal duncklen Zeiten im Blut des
des Todes Macht und ihrer Lammes weiß und hell ge⸗
Feinde Toben. Wann einſt der macht, und ſtehn vor Gottes
Hochzeit⸗Tag wird kommen, Stuhl nun Tag und Nacht,
da werden ſammlen ſich die das Lamm wird fie alldorten
Froinmen, die allhier in der ſicher weiden, wo reine friſche
Creutzes⸗Eh gebohren find in Waſſer quillen, und wird ihr
vielem Weh. langes Weinen ſtillen. So
2. Dann wird man auf dem wird das Wunder jener Welt
Berge Zion ſehen die Braut, fuͤrtrefflich werden dargeſtellt.
die da die reine Taub allein: 5. Der zwar, fo JIEſu an
der Jungfrauen, die ſchoͤn ge- der Seit gelegen, hat dieſes
kleidet ſeyn, iſt keine Zahl, die Wunder im Geſicht betracht,
ihr zur Seiten ſtehen. Da wird und in der Offenbahrung kund
man dan, zu Gottes Ehren gemacht: doch wann ſich ſolt
von Gnad und Guͤte ſingen die Ewigkeit bewegen, und ih⸗
hören, wann einſt das Harf⸗
wird am gläfern Meer. dann Gottes Wunder⸗volles
3. Nur die, ſo hier erkauffet Licht kann unſer Aug begreif⸗
f ‚fen nicht. 47. O
re Wunder aus ſich laſſen, ſo
fen⸗Spieler Heer erſcheinen kan kein Sterblicher fie faſſen,
6: haumaı L
47.
Unbegreifflichs Gnaden⸗
O Licht! das mir zur Zeit
der Mitternacht erſchienen 5
u. hat mich reichlich unterricht,
wie ich ſoll GOtt im Geiſt u.
Wahrheit dienen: nun nahet
ſich die frohe Zeit, da Frieden
Ruh und Sicherheit wird mei⸗
nes Hertzens Sehnen ſtillen,
und Gott wird meine Bitt
erfuͤllen.
2. So oft die reine Gnaden⸗
Fluth den muͤden Geiſt auf uns ein
feiner Reiß erquicket, ſo oft 5. D
verſpielet Fleiſch und Blut,
und wird in ſeinem Leben un⸗
terdruͤcket: dann niemand ge⸗
hẽ kont zuvor durch dieſes feſt
verſchloſſne Thor, bis JEſus
ſelbſt den Todt gerochen, und
Ei die Schiedwand abgebro⸗
en.
!
3. Zwar ſprach dort David
im Geſicht: man ſoll des Le
bens Thore weit aufmachen:
doch kont er gleichwohl ſelbſten
nicht vernichtigen des Todtes
Rachen: es bliebe ſtehen das
Gericht, bis IEſus ſelbſt den
FR 5
verzehrt, daß
K 2800 daß
75
Streit geſchlicht, da gieng er
ein mit denen Choͤren, die
Gott in reinem Geiſt verehren.
4. Mein treuer IEſu! big
mir doch, und laſſe mirs in
meinem Streit gelingen, da⸗
mit ich mög das Sünden⸗Joch
in meinem Leben noch alſhier
bezwingen, das in ſich keine
Nahrung hat, und meinen
Geiſt nicht machet ſatt: dann
wo das Fleiſch nicht wird ge⸗
kraͤncket, da wird kein Troſt
geſchencket.
rum iſt es ſchwer und
muͤheſam zu dringen durch,
weil uns die Zeit verſchlungen:
der Eindruck fehlet, wie das
Lamm iſt durch den Todt zum
Leben eingedrungen, und hat
die Welt mit Gott verföhnt,
da es mit Dornen ward ge⸗
kroͤnt, und auch zugleich die
eind gebunden, und Todt und
ölle überwunden. |
6. Dann als uns alle hat
bethört die Schlang durch das
vergiffte Verſen⸗Stechen,
da ward des Geiſtes Krafft
wir nicht konten
ihr
—
FE TEE .. I a
ihr den Kopff zerbrechen: drum ſo nicht erſehen von GOtt in
hat im Blut⸗gefaͤrbten Kleid, der Genadenwahl entſeeleteinſt
das Adam, da er in die Zeit wird zur Verweſung gehen.
verwieſen wurde, mußte tra⸗Es hal ja anders keinen Grund
gen, das Lamm den alten Feind als daß es ſtets den Geiſt ver⸗
geſchlagen. wundt, und legt ihm Stricke,
7. Dig iſt die ſchwere Laſt Netz und Banden, dann es iſt
und Bürd, fo lang wir ſolche auſer Gott entftanden. a
an uns muͤſſen tragen, die 10. Ich hab nun feſt bey mir
Suͤnd nicht gar ertoͤdtet wird bedacht, nach Gottes Rath den
und pflegt das Creutz am Ders ſchmalen Weg zu wallen, und
tzen uns zu nagen: bis wieder will nicht hoͤher ſeyn geacht,
iſt in Todt gebracht, was war als die, fd vor mir haben GOtt
iu Adams Fall erwacht, und gefallen: die danckten ihm in
das, ſo hier in Schmach und Leid und Freud, und haben ſich
chanden war eingewickelt, auch nicht geſcheut, ſich hier
auferſtanden. als Fremdlinge zu tragen; dort
8. So hab ich nun in mir wird ihr Zweig zur Fruchtbar⸗
zernicht, was mich beſchwert keit gusſthla gen.
und quält in den Gedancken, rr. Und ob das Fleiſch ſchon
weil es dem Glauben wider⸗ oͤfters trag, ſo will ich mich doch
ſpricht, und laͤßt mich bleiben unermuͤdet üben, zu uͤberwin⸗
nicht in dent Schrancken, wor⸗ den fein Zehaͤg, und will daben
auf mein. Aug allein gericht, befliſſen ſehn zu lieben: wanns
und weil mir oͤfters Licht ges auch ſchon oft dem Geiſt g:
bricht in Gottes Wegen, die bricht, daß er im Blut beſudelt
verborgen, wird er am beſten ligt, ſo wird doch Gott in
vor mich ſorgen. meinen Sachen zuletzt ein gu⸗
9. Wir hoffen darauf allzu⸗ tes Ende machen. G e
mal, daß das verdrießlich Bild, 12, Dann Simſons Geiſt of
19 S 5% au
77
gufgewacht, und hat die Strick 15. Da werden in den Staub
und Band der Fuͤnſternuͤſſen, gebuͤckt anbätend endlich kom⸗
als er beſiegt der Höllen Macht men muͤſſen, die fie zuvoren
wie eine ſchwache Schnur ent⸗ hart gedrückt, und legen fich
zwey geriſſen. O was vor zu ihren Fuͤſen, und ſagen:
ane groſe Schaar! die ehmals GOtt hat euch geliebt, weil
gen war, und nicht ihr zur Zeit, da ihr betruͤbt,
zur Freyheit Font gelangen, und von den Feinden hart ge⸗
iſt da zum Kercker qusgegan⸗ ſchlagen, nach feinem Namen
13. So hat ſich dann das 6:11:11: 58. 10
Guaden Wort uns eingeleibt Was iſt des Menſchen
und Gottes Huld erworben: Stand! eite. Trug und lee⸗
nun iſt zerſprengt der Hollen res Meinen, wann man alles
fort , und auferweckt, was angewandt, was das Beſte
lag im Todt erſtorben. Der pflegt zu ſcheinen, iſt es doch
eld hat durch des Creutzes nur Menſchen⸗Tand, und ſehr
rafft beſiegt die hohe Ritter⸗ weit vom Chriſten⸗Stand
ſchafft, die Adam hat zum Fall 2. Auf der ſchmalen Ereu⸗
bewogen, und hat ſie nackend tzes Spur iſt viel Rechtens je
gusgezoge. eentſtanden, weil der Geiſt und
24. Er wird auch noch die die Natur ſind einander Pros
folge Stadt zuletzt mit ſeinen teſtanten: wann die in uns
Fuͤſen gar zertreten, die ſich ſo werden reg, ſind wir immer
hoch geſetzet hat, daß ihre Macht uns im Weg. ei
muß jederman anbaͤten: ale 3. Wann wir oͤfters lang ges
dann wird er geringe Leut, vor tracht nach dem Ziel, das vor⸗
denen jeder ſich geſcheut und geleget, wird es wieder bey
die veracht in dieſem Leben ‚Jung Nacht, Pop ſich eigne
mit Ehr und Herrlichkeit er⸗Liebe reget: wer nüt ihr noch
he. 83 iſt
28
N N . 42 5 3
1 behafft, hat zum Reißen pflegt man hier im Ruf zu
wenig Krafft. wandeln! und iſt nicht von ſich
4. O wie manchen hat ſie befreyt, kau ſich nicht zu wi⸗
nicht wiederum zuruͤck gewen⸗ der handeln: weil man bey ſt
det, und mit ihrem falſchen ſelbſt zu Haus, und nicht von
das Grab, wo andre liegen:
D der allzu ſchlechten Haab!
hindurch geholffen hat: endlich
die alles ſchafft, wenn ſonſten
alles thut zerrinnen: biſt du
mit nicht da, ſo bleibet unſer Thun
Gott verföhnt, darum läßt verlohren, haͤtt man auch ſonſt
gen: gehts ſchon vor ſich das Beſte auserkohre.
durch der Holten Pfort, kom 2. Die Weſenheit ſchenckt
ich doch an meinen Ort. „ Fraͤffte ein, wordurch pie
8. O wie manche gute Zeit ungfrauſchafft erworben;
*. ne —
d
S
w
— a nn an — — —
hält man ſich auf mit leerem waren doch von EDtt erleſen!
Schein, iſt auch das ſchoͤnſte drum welt er ihre Schoͤrheit
Spiel verdorben: wann dieſe dort es laſſen ſeben, no ale
da, ſo iſts, was hie und dort Welt wird druͤber in Erſtau⸗
zu werden, man wird erfaufs nen ſtehen.
85 17 0 den Menſchen und der 6. Diß iſt das @örtliche Ge⸗
rden. |
3. Was nicht von da, macht Kraͤyß gerichtet: jetzt ſſeht nan
mehr abirrn ven E Ott und ſie als wie geſchwaͤcht, weil
ſeinem reinen Weſen; thut ihre
man ſich ſchen aufs ſchoͤnſte O wohl dem! wo das
—
Prie⸗
ſchlecht, womit der Erden⸗
oheit hier vernichtet.
ziern, fo kommt man doch
nicht zum Geneſen Wann
Jungfrauſchafft an uns iſt
wie zum Weſen worden, ſo iſt
auch hergeſtellt der rechte Prie⸗
ſter⸗Orden.
4. Hier findet man, was
Gott anſchaut, und ſich zu
ſeiner Luſt erkohren; ſo bald
des Hohen⸗Prieſters Braut
ſteht da, ſo werden ausgebo⸗
ren die Kinder, ſo ſonſt kein
Geſchlecht allhter auf Er:
den, drum werden ſie in Maye⸗
ſtuͤt verherrlicht werden.
5. Wann ihre Wayſenſchaft
zu End, wird man erſt ſehn,
was ſie geweſen, da ſie oft
kaum ein reund gekennt; und
ſterthum allhier iſt worden,
der wird fo gleich vern hlt
den.
7. Dann wo nicht iſt das
rieſterthum, laͤßt Sophia
ſich gar nicht ſehen, weil die⸗
ſes iſt ihr hoͤchſter Rubm, wo
man nur heilt der Suͤnden
Wehen: drum fliehet ſie, wo
man thut richte und verdame,
weil diß in Ewigkeit mit ihr
nicht init zufenn:
8. Dann wer nur liebt die
Jungfrauſchafft, und hegt
nicht Prieſterliche Sitten,
kommt nicht zu ihrer Tugend
Krafft, haͤt er auch Tod und
Welt beſtritten: wie dort des
Prie⸗
dem seinften Jungfraun Or⸗
gelen
Zahl allhier gekommen.
80
Prieſters Weib mußt ſeyn ein ſchlaf und träume. |
ungfrau rein, fo muß der 4. Es freu ſich Ephrata, der
ungfrau ehen ihr Mann Hochzeit⸗Tag iſt nah, wer
ein Prieſter ſehn. wills verwehren: daß nicht die
9. Drum fordert es nur We⸗ Stimme bald man wird in
ſenheit, allwo man alles hat unſerm Wald mit Freuden
beyſammen, wer Eins nur hoͤren: 1
hat, der bleibt gezweyt, kan . Kommt in des Koͤnigs
nicht aus Gottes Lieb herſtam⸗ Sagl, kommt zu dem Abend⸗
men. Drum liebe ich, was mahl, es iſt bezwungen des
Aarons Prieſterthum thut Feindes Gifft und Neid: nun
leren, ſo wird Melchiſedech die wird in Ewigkeit GS Ott Lob
Jungfrau mir zuführen. gesungen, fer.
et, 5 ‚Jacob! 5 r. eU, ;,
O Wie bin ich erfreut! daß Wie wohl iſts dem gelun⸗
mich die Gnaden⸗Zeit hat aen! der gekommen aͤn den
aufgenommen: und daß ich in Ort, wo die heil ge 1
die Wahl der keuſch⸗verlobten der frommen kommet vor nach
kor Gottes Wort, dann da wird
2. Nun wird aufs allerbeſt das Hertz geſchlacht, und wird
aufs nahe Oſter⸗Feſt der erſt hervor tee was ſich
Schmuck bereitet: wann an Gott zum Dienſt erleſen, nach
dem Jubel⸗Jahr wird die er⸗ des Geiſtes wahren Weſen.
kauffte Schaar nach Haus ge⸗ 2. Dann wann unſre Gei⸗
leitet, mu. * ſtes Kraͤffte preiſen Gott im
3. Driüm rußft uns Icſus Heiligthum, lernen wir des
zu, auf daß die Sabbaths⸗Ruh HErrn Geſchaͤffte, auszubrei⸗
niemand verſaͤume: damit ten ſeinen Ruhm: er hat uns
nicht, wann die Braut ihm darzu erwehlt, und gebracht
einſtens wird vertraut, er in ſein Gezelt, wo der Geistes
| 81
Geiſtes⸗Wille ruhet in der ſolchen, die ſehr enge in Ver⸗
Segens⸗FJuͤlle. hafft mit dem Geiſt verbunden
3. O wie theuer find die Stun⸗ſind, der gebiert zu Gottes
den! darin wir gekommen find, Kind, daß fie in dem Gnaden⸗
wer mit Gottes Rath verbun⸗ Leben koͤnnen Gottes Güt er⸗
den, und ihm als ein kleines heben.
Kind folget, der wird erſt ge 7. Darum wollen wir ſtets
wahr, wie ihn GOtt fo man⸗ preißen unſers Gottes Lieb u.
che Jahr hat getragẽ auf de Ar⸗Treu, und ihm Lob und Ehr
men ſeiner Liebe mit Erbarmen. erweiſen, weil er wieder uns
4. Darum, O du meine See⸗ aufs neu, ſpeiſet mit der Him⸗
le! lobe G Ott aus aller Krafft, mels⸗Koſt, und uns giebet
dancke ſeiner Segens⸗Quelle, neuen Troſt. Dann wann wir
die uns ſo viel Guts geſchafft: auf ihn ſtets achten, laͤſſet er
fein Genaden⸗reiches Licht laß uns nicht verſchmachten.
bey dir verloͤſchen nicht, und 8. HErr du wolleſt uns ftete.
ermuntere dich wieder, fing ihm ziehen auf dem rechten ſchmalẽ
Lob⸗und Liebes⸗Lieder. Pfad, daß dem Ungluͤck wir
5. Dann die neue Erde bluͤ⸗ entfliehen durch die Liebe und
het, breit ſich aus zur Frucht⸗ Genad; die uns machet täglich:
barkeit, wer ſich recht darum neu, wann wir bleiben ihr ge⸗
bemuͤhet, daß er werde zube⸗ treu. Darum auff ihr Rlugen
reit zu der heil gen Glieder⸗ alle, lobet GOtt mit frohem
Zahl, die nach Gottes weiſer Schalle. 65 bei le
Wahl find zu feinem Diet z. O Gre.
erkohren, und aus ſeinem Geiſt Seht! wie des Davids Geiſt
gebohren. 5 O ſchon durch die Feinde
6. Dem wird Gottes Guͤte reißt, thut trefflich ſiegen, und
folgen und des Paradieſes ſchwingt die Fahn mit Pracht,
Kraft, die ſich theilet mit Er weil durch fein groſe 1
R rn re a
82
der Feind muß liegen. Grimm, und groſeslingeſtüm
2. Die Botten ſind ſchon kan ihn nicht ſchaden: dann
auf, daß ſie dem frommen Gott ſtreit vor ſein Heer, er⸗
Hauff uf Heyl verkünden, rettet feine Ehr, weil ſie in
fo lang verborgen war, weil Gnaden.
kommt das frohe Jahr, das 8. Es kommt ein Friedens⸗
wird abwenden. Bott, der zeiget an, das Lot
3. Die Leid⸗und Trauerzeit, nun wieder ledig von ſeiner
da ſie in vielem Streit art Feinde Macht, die ihn mit
muſten ringen, die gehet nun groſem 48 07 geraubt ruhm⸗
dahin, na ich Gottes Rath und redig.
Siun: davon thun fingen. 9. Ber Frieden iſt gemacht,
4. Die Friedens⸗Botten weil kommen von der Schlacht
ſchoͤn, die nun ſehr freudig Abram mit Namen. Die Fein⸗
gehn die Friedens⸗Straſen, de ſind veracht, und gantz zu
und tragen Thriſti Bild, den nicht gemacht, der ſtoltze Saa⸗
reinen Glaubens ⸗Schild, und men.
Geiſtes Waffen. 10. Melchiſedech kommt an,
5. Sie haben Schwerdter all: und bringet Abraham von
man hoͤrt Poſaunen⸗Schall Gott den Seegen trägt Brod
in ihremczehen: das Lamm iſt und Wein ihm auf, weil er
in der Mitt, und thut ſehr ſanfte Dt Feinde Hauff thaͤt nieder
Tritt, ſchoͤn anzufehen. legen.
6. Sie ziehen in das Feld, 11. Nun ruhet alles wol, iſt
‚Asyyiagiı tapffrer Held um⸗ Fried und Sreuden-voll, mit
gukt die Lenden, mit Wahr⸗Danck und Loben; weil GOtt
heit angethan, und ſtehen als durch feine Macht, hat gantz
ein e den Stab in Haͤn⸗ 20 11 0 gemacht der Va
55
Der Feinde Gifft und
53. Sehr
1
2 — . nn nn LU. 0
: F. g. yurß: fen ee 83
| 53. faſſen, bald drauf kam an ein
Ehr lang und viel hab ich neue Maͤhr von jenen Friedens⸗
S gekracht, wie mir mein Straaßen: die Botten waren
Heil moͤcht werden, dabey der voller Freud, das Wunder an
eitlen Welt verſagt, und aller zu prelßen von der fo groſen
Freud der Erden, allein das Seligkeit, die lang von GOtt
Beſte blieb zuruͤck, worin mich verheiſſen.
ſchwer kont faſſen, dieweil die 5. Das ſuͤſe Evangelium,
Welt und gal der Gluͤck mich von IEſu angeprießen, macht
noch nicht hat verlaſſen. bald das Eitle ſtumm und
2. So gienge ich dann hin dumm, und thut die Luſt ver⸗
und her, und ſucht auf allen ſuͤſen, wodurch das Himmel⸗
Straaßen, ob moͤchte finden, reich erjagt, weil man ſich
wo der waͤr, den ich gern wolt Gott ergeben: wer ſo hat al⸗
umfaſſen: viel leerer Dunſt lem abgeſagt, wird dort in
bließ inich oft an, daß meint, Freuden ſchweben
es war das Weſen; doch blieb 6. Diß iſt das Heil, ſo uns
verfehlt die rechte Bahn, woſanbracht, die lauter Gutes ſa⸗
man kommt zum Geneſen. gen, dabey der eitlen Welt ver⸗
3. Die Eleinenten dieſer Welt ſagt, und Gott im Hertzen
brachten mir zu viel Sorten tragen. Drauf wurd der wei⸗
von Menſchen die im Scheinſſe Gottes⸗Rath, den er in Lie⸗
verſtellt bey vielen ſchoͤnen bes⸗Drangen geſtifft im Tauf
Worten: daß meint, es waͤr und Waſſer⸗Bad, mit Freuden
die rechte Sach, ich hät mein untergaungen. ingrdilbied
Glück gefunden; allein wann 7. Da wurd gebaut ein Got⸗
ſah von hinten nach, ſo war tes⸗Haus voll Himmels ſuͤſen
es wie verſchwunden. Lehren, und wer nur da gin
4. Als ich fo wanckte hin ein und aus, thaͤt Gottes Lob
u. her, und wußt e vermehren; das Hinimelreich
Wal a war
84
war offenbar, die Welt wolt
faſt vergehen; was lang ver⸗
deckt verborgen war, ließ ſei⸗
ne Wunder feben.
8. Der allerreinſte Kirchen⸗
Zweig thaͤt wiederum ausgruͤ⸗
nen in Gottes und in Chriſti
Reich, das mußt zum Segen
N een
Prieſter Orden.
11. Diß ſetzt ſich wider GOtt
und Chriſt, auch Gottes Dienſt
daneben, ſtellt ſich, als ob es
beſſer wuͤßt, wie man ſoll Gott
erheben, und giebt dem Suͤn⸗
den⸗Meuſchen Preiß, wornach
ihn thut geluͤſten, macht ihn
dienen: doch blieb die Herrlich⸗daneben Dinge weiß, wo jene
keit zuruͤck, die dort erſt wird
erſcheinen, das recht erwuͤnſch⸗
nichts drum wuͤßten.
12. Setzt ſich wider die Ma⸗
te volle Stück blieb noch ver⸗ jeſtaͤt, thut die Herrſchafft ver⸗
deckt im Weinen.
9. Das Thier, ſo vor geweſen
war, und iſt; doch nicht auf
Erden, mußt erſt noch werden
offenbar, eh es gericht kont wer⸗
den: und wann es ſteigt vom
Abgrund auf, wo es ein weil
verſchloſſen, ſo hemmet es den
Glaubens⸗Lauf der ſonſt macht
unverdroſſen. a
10. Diß iſt das alte Sünden:
Thier, das noch entdeckt muß
werden, eh Chriſti Reich uns
bricht herfuͤr, und wir verherr⸗
kicht werden: diß wohnt in uns,
eh wir verklaͤrt, und Gottes
eigen worden, diß iſt, ſo Chri⸗
ſti Kirch verſtoͤhrt, und heil gen
achten, wo nur ein Prieſter
und Prophet, der muß ſich
laſſen ſchlachten, und wuͤrgen
durch den Bruder⸗Haß, den
Cain angeerbet: wer einmal
trinckt aus dieſem Faß, in E⸗
wigkeit verdirbet. |
13. Diß iſt die Suͤnd, ſo hier
noch dort, noch jemal wird
vergeben, die Rache waͤhret
fort und fort, hier und in je⸗
nem Leben, die Bande von des
Todts Gewalt ſind nimmer
auf zu loͤſen, bis aller Frevel
en l ſo ausgeübt im Bde
en. |
14. Dies
erwacht, thut hier im Segen
| bluͤhen
errlichkeit, fo dort
BAR
blühen, wo man Gott dienet nur lauter Guͤt, die mich fo
Tag und Nacht, und ſich nur wolte uͤben, weil ich in meiner
thut bemuͤhen, daß man getreu Jugend Bluͤth mich hatte
in feinem Thun, noch Gottes GOtt verſchrieben.
Wohlgefallen, der wird ſuͤß 18. Ach was ſeh ich mir dor⸗
nach der Arbeit ruhn vor vie⸗ ten bluͤhn! wann alles Leid zu
len andern allen. Ende, und nach ſo vielerley
15. Wie bin ich doch ſo hertz⸗Bemuͤhn ruhen die muͤde Haͤn⸗
lich wohl, daß es bisher ge⸗ de. Nach viel⸗gehabter Tages⸗
lungen, weil oft im Schmerz Laſt folgt Friede nach dem Lei⸗
tzen Kummer⸗voll im Segen den, wie Gott es alles abge⸗
durchgetrungen: wann mein faßt, und lohnet mit viel Freu⸗
verboßtes Suͤnden⸗Thier mich den. |
thatedrücken, quälen, fobrach| 19. Wann öffnen ſich die
ein neues Licht herfuͤr, zum ew'ge Thor, wo Zion ein wird
Troſt der armen Seelen. kommen, ſo wird der ſchwartze
16. Die Hoffnung thaͤt der Trauer⸗Flor der Kirchen ab⸗
Ancker ſeyn in meinen Truͤb⸗ genommen. O was ein Wun⸗
ſals⸗Tagen, GOtt ſchenckt mir der wird man fehn! wañ ſie mit
nun gantz anders ein, daß kan groſen Schaaren werden aus
von Güte ſagen: die Liebe zu ihrem Kercker gehn, wo fie ges
dem hoͤchſten Gut, bracht mich fangen waren. 4
aus den Gefahren, wo öfters) 20. Mit Weinen werden fie
fiel der Helden⸗Muth in mei⸗ ausziehn, andre mit groſen
nen Kinder⸗Jahren. reuden: viel Voͤlcker werden
17. Ob gleich ſehr oft das ſich bemuͤhn, die Wunder aus⸗
Ziel verfehlt, bey fo viel guten zubreiten; Jeruſaſem wird
Meinen, daß mußte ſeyn als ſeyn erbaut, erhoͤhet in viel
wie entſeelt von viel und lan⸗Ehren, der Tempel wird da⸗
gem Weinen: ſo war es doch 00 geſchaut, kefenut Wen
e | 3 er
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86 | MR |
der⸗Lehren. Reich wird man nichts anders
rr. Von Morgen und von finden, als Frieden und Ge⸗
Abend her wird man Geſchenck rechtigkeit, die ſtets ein inder
darbringe, vom auſern Ende an kuͤſſen: denn dieſe angenehme
dein Meer wird manLob⸗Hie⸗ Zeit wird alles Leid verfüfen,
der ſinge zu Ehre dem Allmaͤch⸗ 25. Nach der ſo langen Trau⸗ |
tigen, der fie fo ſchoͤn erbauet: er⸗Nacht allhier in Meſechs
was nie zuvor ein Aug geſehn, Pforten, da Zion zum Lied⸗
wird nua im Licht geſchauet. lein gemacht, und hart gedraͤn⸗
22. An allen Orten rund get worden, Kein Schwerdt
umher wird man im Segen noch Spieß iſt da zu ſehn, noch
wohnen, der Friede wird ſeyn von dergleichen Waffen, wo
wie ein Meer, womit GOtt man einander machet Wehn U
ſelbſt wird lohnen. Dann wird noch thut dergleichen fi affen.
ein jeder mit viel Freud ruhen 26. Die Schlange ſelbſt kan
in ſeiner Huͤtten, in ſtoltzer ihren Gifft nun niemand mehr
Ruh und Sicherheit und un- einmeſſen, weil ſie allein das
verwelckten Frieden. | Unglück trifft, daß fie muß Er⸗ |
23. Nun hoͤret man kein boͤß den eſſen. Die gantze Schoͤpf⸗
Geſchreh auf dieſer gantzenEr⸗ fung iſt befreyt vom Fluch und
den, weil nichts als lauter Lieb Bann, daneben erloͤßt vom
und Treu mehr wird gehoͤret Dienſt der Eitelkeit in dieſem
weeden kein reiſſend Thier wird Freuden⸗Leben.
ſeyn zu ſehn auf Zions gruͤnen 27. Anjetzt iſt ſte mit uns be⸗
Heyden, weil Wolf und Lam ſchwert, die wir ſind Gottes
zuſammen gehn, und mit ein⸗Waͤyſen, und ſeufzen, daß er⸗
ander weiden. ö | fuͤllet werd, was er ſo lang ver⸗
24. Auch Küh nnd Bären heiſſen. Wir ſehne uns den gan⸗
init zugleich in Eines ſich ver= Ken Tag, Ach ZO tt! laß bald
binden, in dieſem neuen Zions erſcheinen, wo auf maß BE
18 i A
87
alle Klag, vergeſſen alles Wei⸗ 4. Drum werden Kudblein
nen. gerüſtet zum Streiten, damit
28. Das iſt das End von ie ſchlagen die Feinde zur Sei⸗
dieſeim Lied, die Hoffnung blei⸗ ten, weil ſelbſt der König
bet ſtehen, bis daß man aller thut fornen angehen, konnen
Orten ficht, daß weg ſind alle ſie freudig im Kampffe beſte⸗
Wehen, und kein Geſchrey noch hen.
Hertzendleid man mehr wird 5. Juͤnglinge werden nun
ſehn noch hoͤren: auch in die wieder gebohren, die ſich dem
Laͤng der Ewigkeit wird dieſe HErren zu eigen verſchworen,
5 waͤhren. und achten ſelbſten ihr Blut
eise: 44
Sdoaer lobſinget, ihr Kin⸗ hen wie Golde im Feuer.
der der Liebe, die ihr gez) 6. Prieſter, die täglich ins
zogen aus heiligem Triebe; Heiligthum gehen, ſtetig ge⸗
ruͤhmet die Wunder des Koͤ⸗beuget vors Lammes Stuhl
nicht zu theuer, daß ſie beſte⸗
nigs von oben, der uns hilft
ſiegen in Leiden und Proben.
2. Dann er e die Ar⸗
men, Elenden, biß ſich ihr Lei⸗
den in Freuden muß wenden,
und thut ſie richtig die Wege
fort fuͤhren, wo auch die Tho⸗
ren nicht koͤnnen auf irren.
3. Helden, ſo oͤffters die Fein⸗
ſtehen, tragen zwoͤlff Perlen,
die kuͤnſtlich bereitet, gehen
ſehr praͤchtig und herrlich ge⸗
kleidet. f
7. Koͤnig und Fuͤrſten die
kommen gegangen, jauchzend,
frolockend mit treflichem
Prangen, ſpielen und fingen
mit heiligen Freuden, damit
de geſchlagen, und fie ſehr ſſie ſtaͤrcken die Armen im Lei⸗
praͤchtig zur Schaue getragen, den. 1 46
find. nun verwundet vorm. Ewig und ewig iſt nim̃er
Feinde zu Schanden, liegen kein Schweigen, wo des ams
gefangen inFeſſel und Banden. Jungfrauen gehen am Reigen,
n | | mit
8 0
b: leffe:
88
mit den Geſpielen, die ſchoͤn ſie daß man Gerechtigkeit wird
begleiten, ſehr praͤchtig ſtehen ſehn in ihr, wie einen Glantz,
an ihnen zur Seiten. aufgehn, ihr Heil entbrennen,
9. Joſeph thut wachſen und wie ein Fackel, in Rein⸗und
ſchoͤn ſich ausbreiten, daß es Klarheit, ohne Mackel.
auch Freude wird bringen den 2. Daß auch die Heiden in
Heyden: und ob die Feinde dem Lichte ſehen dein ſo hell
ſchon wider ihn kriegen, wird ſcheinende Gerechtigkeit, und
er doch nimmer im Kampffe alle Könige beſtuͤrtzet ſtehen,
erliegen. wenn ſie anſchauen deine Herr⸗
10. Benjamin wird bald das lichkeit: da wirſt du denn fuͤr
Königreich führen, alles was deine Schand mit einem neuen
männlich iſt, wird er regieren, Nam genannt, welchen des
und wird beſiegen die Hohen HErzen Mund wird nennen,
auf Erden: fo wird Jehova lden ſelbſt muß alle Welt be⸗
verherrlichet werden. kennen. |
11. Drum ſingt ihr Kinder 3. Dann wirſt du ſeyn ein
der Liebe zuſammen, und Krone ſchöͤn gezieret ins HEr⸗
brennt in GoͤttlichemEiffer als ren Hand, die groſſes an dir
Flammen, daß davon Himel thut, und deinem Gott, der
und Erde erſchalle, und alſo auf dem Thron regieret, in ſei⸗
unſerem Koͤnig gefalle. ner Hand ein koͤniglicher Hut;
55. „ da ſoll es heiſſen nimmermehr,
Das 62. Cap. Bfais. daß dich verlaſſen hab der
Un Zion willen will ich nim⸗HErr, noch jemand dein Land
mer ſchweigen, noch um wuͤſte ſchelten, das nun erleuch⸗
Jerusalem mich halten ſtill: tet alle Welten.
ich will von ihr im Geiſt er⸗ 4. Du ſolt von Gott den
muntert zeugen, weil ihre Hof⸗ ſchoͤnen Namen haben, er wird
nung bald geht in die Full; dich nennen: meine Luſt 5
| | ihr
ihr; und dein Land, damit er
dich wird begaben, ſein lieber
Buhle heiſſen für und fuͤr: dan
der HErr, der dich ewig liebt,
und oft hat laſſen ſeyn betrübt,
Dar En Aach und N
gefallen, und ein Lan
für andern allen. sa |
5. Wie ein verliebtes Hertz
liebt ihren Buhlen, ſo werden
auch die lieben Kinder dein ſich
täglich übe indenLiebes- Schu:
len, in deiner Liebe dir getreu zu
ſeynzund wie eins Braͤut gams
ſeine Braut ſich freuet, die
ſich ihm vertraut, ſo wird dein
Gott ſich deiner freuen, und
ſein Lieb oft zu dir verneuen.
6. Jeruſalem, ich will auf
deine Mauren beſtellen durch
den Geiſt ein ſtarcke Wacht
89
Gott darzu gewürdigt, vers
ſchweiget nicht des Hoͤchſten
Lieb und Treu, bis daß Jeru⸗
ſalem wird ausgefertigt, dann
wird Gotts Lob auf Erden
werden neu: was GOtt mit
Eid hat feſt gemacht bey ſei⸗
nes rechten Armes Macht, und
was er Zion hat verſprochen,
haͤlt er ihr ewig ungebrochen.
8. Ich will (ſpricht GOtt)
nicht mehr den Feinden geben
zur Speiß dein eingefamletes
Getrayd: du ſollt von deiner
Frucht hinfuͤhro leben, die du
erworben haſt durch viel Ar⸗
beit; ich will auch deinen Freu⸗
den⸗Moſt, der dich viel Muͤhe
hat gekoſt, nicht mehr die Frem⸗
den trincken laſſen, noch von
der Kelter laſſen faſſen.
von treuen Waͤchtern, die da 9. Die in der Erndte einge⸗
ſollen lauren auf alle falſche ſammlet haben, die eſſen billig
Geiſter Tag und Nacht, und
hinfort nimmer ſtille ſeyn, den
auch ihr eigne Spieß, und weil
fie GOtt füllt mit viel Geiſtes⸗
HErrn im Geiſt bedienen rein“ Gaben, fo fingen fie dem HEr⸗
und ſtets von ſeinen Wundern ren Ruhm und Preiß: und die
zeugen, auf daß bey ihnen ſey
kein Schweigen. |
| 7. Ihr, die i
einbracht den truͤben Moſt, die
trincken billig auch getroſt des
hr nun von Weins, der rein iſt ohne He⸗
| M fen
90
— nn u m nn —
fen, in Sottes Heiligthums⸗ des HErrn Erloͤſeten von
Vorhoͤfen. f
10. Geht hin, mein Volck, wird dich heiſſen eine Stadt,
geht hin durch alle Thore, und die GOtt in bieb beſuchet hat,
zeigt den Voͤlckern meinen Wil⸗ und ewiglich bleibt unverlaſſen,
len an: bereit den Weg dein weil GOttes Arme fie um⸗
Volck, das ich erkohren, und faſſen. J. Fremen
56
machet fürfie eine ebne Bahn:
raumt auf all harte Anſtoß⸗ Spy Geiebte des Lammes, du
Stein, daß ihr der Blinden O himmliſcher Chor, du goͤtt⸗
ie mögt ſeyn: thut das Pa⸗ liche Wonne, verachtet zuvor,
mer der Lieb aufſtecken, zur bald wirſtu floriren, und ewig⸗
Hieh die Voͤlcker zu erwecken lich ziehren den Himmel, drum
r. Der HErr laͤßt durch den hebe die Hertzen empor.
Geiſt bereit ſich hören, fein) 2. Nun wirſt du gekroͤnet mit
Stimm erſchallt bis an das Himliſcher Zier, dieweil du in
nd der Welt: wer ſich von mancherley Probẽ allhier haft
feinem Geiſt noch laſſet lehren, ohneErkalte, den Glaube behal⸗
der wird der Tochter Zion zu ten: drum hat GOtt ſein Luſt⸗
gezuͤhlt. Sagt der zerſtreuten ſpiel und Freude mit dir.
Zion an; dein Heil kommt; 3. Verbirgt ſich auch oftmals
mach dich auf die Bahn, er in deinem Gemuͤth die Sonne
wird dir in der Liebe lohnen, der Gnaden, ſo werde nicht
Babel vergelten, und nicht mud: dann in den Stein⸗Ri⸗
ſchonen. tzen das Taͤublein muß ſitzen,
12, Man wird alsdann das wann alles am Himmel ver⸗
Volck von Zion nennen, (wañ finſtert ausſieht. | |
alles Leid von ihn n wird ſeyn 4. Bald blickt dich der liebſte
gewandt) das heil ge Volck, Freund wiederum an, und lo⸗
das ſeinen GOtt wird kennen, cket dein Hertze, zu fate 1
. | ahn
Schmach und Schand. Man
Baer
91
Bahn in ſeinen Fußſteigen, jungfraͤulich und rein, ſo ſind
bis du wirſt erreichen die ewi⸗ wir vereinet mit dieſer Gemein:
ge Klarheit, da alles gethan. und wollen mit ihnen Fußfaͤl⸗
5. Dann unſer GOtt ſelbſten lig bedienen den, dem da ges
iſt Sonne und Schild, ſein buͤhret die Ehre allein.
Antlitz erfreulich erquickend u. ge enter 55.
mild: O herrliche Thaten! die
trefflich gerathen, wann einſt e
Ei erwachen nach Goͤttlichem
bild
ich das Prangen des
Lichts, ſo zeigt den Sabbath
Bild. ö an, der Morgen⸗Stern iſt auf⸗
6. In Chriſto die Pforte ge- gegangen, und zeiget mir die
oͤffnet erſcheint, wer aus ihm Lebens⸗Bahn: drum freu ich
gebohren, hat ſeligſt geweint: mich in feinem Licht, und will
weil aͤngſtliche Stunden ſind fort eilen gantz behend, damit
endlich verſchwunden. O him̃⸗ ich bald den Lauf vollend.
liſche Zierrath! wer haͤtt es ge⸗ 2. Ich ſeh im Geiſte offen ſte⸗
meint. j)hheen die Pforten von Jeruſa⸗
7. O ſelig! wer dieſes von lem, allwo zuſammen bald
Hertzen bedenckt, daß uns iſt eingehen die zwoͤlff erwaͤhlte
in Chriſto ſo vieles geſchenckt; Jaqcobs⸗Staͤmm, die hier im
der lernet den Willen in De⸗ Gang, Mit Lobgeſang, dem
muth zu ſtillen, wann er ſich Lamm gefolget fruͤh und ſpat,
in dieſes Geheimnuß erſenckt. drum gehn fie ein in Gottes
8. Da findt er die Roſe und Stadt. 905 |
himmliſche Frucht, die buͤckend 3. Ich ſeh die Morgen⸗Roͤthe
die Engel zu ſehen geſucht: auch leuchten in meinem Geiſt mit
ſieht er da wohnen viel himm⸗groſſer Freud, ihr Thau thut
liſche Thronen, die alle lobſin⸗ alles Land befeuchten zur vol⸗
gen in reineſter Zucht. len Lieb und Fruchtbarkeit,
9. Und weil wir ſind hel drum freu ich iich hertztüig er
r der
Ach auf, mein Geiſt und
92 e e ere eee e
der Treu und groſſen Lieb und 7. Das neue Reich bricht nun
Gnad, die mir mein Gott er- herfüre, da alles voller Freud
wieſen hat. wird ſeyn es offnet ſich die guͤld⸗
4 Ich wandle nun am Strohm ne Thuͤre, wo IEſus bald wird
des Lebens, der dent 9 7 fuͤhren ein die heilge Zahl
dem Paradies, Und krincke zum Hochzeit⸗Mahl, da ihm
Waſſer, das vergebens auf al⸗ die Braut zur rechten ſteht,
le durſt ge Seelen fließt; und im guͤldnen Schmuck ſchoͤn
eß dabey, ich ſag es frey, vom einher geht.
Lebene⸗Brod, das mir giebt 8. Man ſteht die Ritter⸗Kraͤn⸗
Staͤrck, fo daß ich feine Krafft tze tragen in dieſer ſchoͤnen neu⸗
vermerck. en Welt, dieweil fie hier das
5. Ihr Auſerwaͤhlte Bunde: Creutz getragen, im Kampff
Genoſſen, mit denen ich ver⸗sgeſtanden als ein Held. Drum
bunden bin, ich will aufs neu faß ich Muth, und wags aufs
mich unverdroſſen mit euch Blut, will achten weder Spott
im reinen Jungfrauen Sinn noch Hohn, daß ich auch trag
machen bereit zu der Hoch⸗
zeit, und folgen treulich nach yur ua
denLamm, als meinem ſchoͤn⸗ Wo auf, O meines Gei⸗
ſten Braͤutigam. tes Luft! und mich in
. Dann ich hör ſchon die dich verſetze: mir ſey nichts
Waͤchter ſingen, und ſpielen anders mehr bewußt, als daß
mit viel Lobgethön: fie thun ich mich ergöge an deiner Schoͤ⸗
die froͤlich Bottſchafft brin⸗ ne ewiglich, damit mein Au
gen, daß Zion ſoll zur Ruh nur ſeh auf dich, und mi
eingehn, und nun die Freud kein Feind verletze. |
und Seeligkeit ererben, ſo uns 2. Du haſt mich ja von Ju⸗
I Eſus hat geſchenckt aus un: ‚gend an init deinem Troſt ge⸗
verdienter Gnad. leitet, und mich auf meiner
7 ö | Cxeutzes
mn ——ů—
die Beut davon. |
1 ss. Jenfeman
8 3
=
a in a
93
Creutzes⸗Bahn in Liebe ein⸗ groß, wer ſolte dich nicht eh⸗
gekleidet: drum iſt nach meinem ren, weil du bift deiner Kin⸗
Leidens⸗Stand in meinem der Looß: laß ihre Freud ſich
rechten Vatterland das Erbe mehren. Hilff ihnen in dem
mir bereitet. f ſchweren Streit beſiegen allen
3. Du ſieheſt tief ins Hertz Zorn und Neid, die ihre Ruh
hinein, was darin pflegt zu verſtoͤren.
wohnen: find ſich darin noch 7. Es hat dein Geiſt vom
Heuchel⸗Schein, ſo wollſt du Gnaden⸗Lohn in dieſen dunck⸗
nicht verſchonen: damit in mir len Zeiten uns etwas ja ent⸗
werde zernicht, was nicht kan decket ſchon: drum thun wir
ſtehn, wann dein Gericht die uns bereiten auf jenen frohen
Menſchen wird belohnen. Freuden⸗Tag, wo ohne Noth
4. Laß meinen Geiſt ermuͤ⸗ und ohne Klag du fie wirft ſi⸗
den nicht den ſchmalen Weg cher leiten, d
u lieben, weil mich dein ho⸗ h: Jacob 59. Mar tm
es Gnaden⸗Licht vorlaͤng⸗ Winde wohl
ſtens hat verſchrieben zu der Sbetracht, und darauf gie⸗
ſo lieb⸗ und werthen Schaar, bet fleiſig acht, wie jeder iſt zur
die unterm Creutze immerdar Welt gewandt, und macht von
in deinem Lob fi uͤben. Gottes Wort nur Tand: ſo
5. Wie manchen ſüͤſenLiebes⸗ wird man druͤber ſehr im Geiſt
Blick hab ich ja ſchon genoſ⸗ betruͤbt, weil man an Gottes
fen, da oft durch unvermu⸗ ſtatt die Welt nur liebt.
thes Gluͤck mit Freud ward 2. Man redet viel von Gottes
übergofien. Drum bitt ich, Weg und von dem ſchmalen
O mein treuer Hort! bring Creutzes⸗Steg, worauf ein
mich doch durch die enge Thor nicht irren kan, und wer
Pfort mit allen Bundsgenoſſe. denſelben tretet an, der wird
6. Es ſind ja deine Wercke allhier verſpott, verhoͤhnt,
1 01 M3 veracht
9 | Ä
— man m nn en — —UI—œ—
veracht, und von der Welt Geiſt gehoͤrt; und ſeynd doch
zum Narren gar gemacht. wieder umgekehrt, bis endlich
3. Der Meuſch von ſich ſelbſt ſie durch ihren Schein Betrug
gar nicht weiß, was iſt des den Geiſt gedaͤmpfft und ſei⸗
neuen Menſchen Speiß: er ſie⸗ nen Gnaden⸗Zug.
hets nur vor Thorheit an, was 7. Drum wann Gott wer⸗
Chriſti Geiſt ſchafft, thut und den ſoll der Preiß, ſo koſtets
kan. Dann wann der Menſch uns viel Muͤh und Fleiß, daß
nicht alſo leben kan, fo ſieht uns mit ihrer falſchen Lehr die
ers an als einen Fluch und Hur zu Babel nicht bethoͤr:
Bann. die ihren Gifft und ſuͤſen Zau⸗
4 Ein Chriſt der Welt lebt ber⸗-Wein ftatt Chriſti Lehr
zum Verdruß, der Engeliden Menſchen ſchencket ein.
Schau⸗Spiel werden muß, 8. Ein jeder eyle fort aufs
1 & iſt 1 IR 5 5 on Schein, dea g de
creutziget und lebt in GOtt. Heucheley zu wallen auf der
O Geben das da Paradis Lebens⸗Bahn, weil wir ges
heißt, und das nur gruͤnet aus ſchworen zu der Fahn, die uͤn⸗
durch Chriſti Geiſt. ſer Held hat ſelbſten ausge⸗
5. Es iſt zwar zu beklagen ſſtreckt, und dadurch unſern
hier, daß man muß ſehen, Geiſt zum Streit erweckt.
wie das Thier ſich uͤbergiebet 9. Wann er den Herrn der
auch der Hur, für dieſe Wund Fuͤnſternuß und ihrer Macht
iſt keint Eur: fo wird noch al⸗ begegnen muß, ſamt dem ver⸗
les unter ſie gebracht, und derbten Fleiſch und Blut und
Chriſti Kirch zu einem Spott der vergifften Schlangen:
gemacht. Brut: dann dieſe Feinde ma⸗
6. Es haben viele abgeſagt chen ihre Beut, wann unſer
der Hur mit ihrem ſtoltzen Glaube ſinckt und Schiff bruch
Pracht: des Lebens Wort im leidt. hi An 35 =
1 % * g 4 2 10. un.
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2 u u ee Me ii ee u FR 2
95
. ͤ v e ee eee "ur
10. Nun wird die Hur ge⸗ neuen Welt dem Hohen⸗Prie⸗
feier bald, es geht zu End ſter ewig zugeſellt.
des Thiers Gewalt, das Pa⸗ y Fig: 60.
radies wird offenbar, es komt Syyp Anm mein Jammer ab⸗
das Freuden⸗reiche Jahr: der gewogen, waͤr ich hin zu
Anfang erndt das Ende wie⸗GOtt gezogen, lebte in gar
der ein, Erquickung wird des ſüſer Raͤſt. So muß vieles
Streites Ende ſeyn. I dulden tragen, daß auch darff
11. Der lang⸗gehoffte Abend⸗kein Mörtlein ſagen, waͤrs
Schein der Sabbaths⸗Ruhe auch ſchon die ſchwerſte
bricht herein, und was die Laſt. |
Frommen mit Begier erwar⸗ 2. Gantz unendlich iſt der
teten, iſt vor der Thuͤr: dann Schmertze, den ich trage in dem
ſeht die Hur zum Triumph Hertzen, weil mein Wunſch
wird gefuͤhrt, es wird geſam⸗ nicht kan geſchehn, daß die
let, was da war verirrt. ſchoͤnen Zions⸗Pforten oͤffne⸗
12, O Schande l wer in dieſer ten fich aller Orten, wie es
Zeit mit Eſau feine Seligkeit vormals war zu fehn.
verſchertzet um ein Linßen⸗ 3. Hot ich gleich die Lieder
Muuß der kommt zu kurtz in ſingen, muß ich doch die Zeit
feiner Buß: dann wer durchs zubringen in viel Hertzens
Feuer geht, der bleibet klein, Engigkeit: weil ſonſt alles,
und geht ſchon hier zu ſeiner was ſeh machen, nichts als
Ruhe ein. lauter ſolche Sachen, die ver⸗
13. Dann wer ſich hier dem gehen mit der Zeit.
Lainm vertraut, und wirddes 4. Wer das Hoͤchſte Gut er⸗
Hohen Prieſters Braut, re⸗ leſen iſt bey vielen wie vergeſ⸗
gieret nicht nur tauſend Jahr) ſen muß einſam perlaſſen ſtehn,
fein Regiment bleibt imerdar: weil ihm alles abgeneu⸗
es bleibt die Jungfrau in der get wird er tief uh
1 euge
95
—
gent muß in vielem Elend die das Ziel doch nicht getrof⸗
ehen
E | | ffen, weil fie haben diß verſehn,
5. Viele auch der beſten Hoͤn⸗ und nicht bey dem einen blie⸗
ner ſind nur Schein⸗u. Mund⸗ ben, dabey aufgehört zu lieben:
Bekenner, hangen an der ſieht man fie nun ruͤckwerts
Nichtigkeit. Was ſoll man gehn. .
noch weiter ſagen? viele Wun⸗ ro. Ach! der toll⸗und blin⸗
den ſind geſchlagen, drum ſuch de Handel ſchwaͤcht den reinen
ich die Einſamkeit. Lebens⸗Wandel, diß iſt ein be⸗
6. Gantz unmeßlich iſt mein truͤbte Sach. Wer ſich nicht
Stoͤhnen, unaufloͤßlich meine in GOtt kan faſſen, ſich und
Thraͤnen, die oft wie ein tiefes alles fahren laſſen, hat viel
Meer mich bedecken und um⸗Reu auf jenen Tag. |
2575 weilen lauter Wider⸗ 11. Diß ſoll bleiben meine
255 ſeh von allen Orten Krone, GOtt zu lieben ohne
er. | Lohne, weil er felbften ſo ge⸗
7. Ach! du ſeliges Betruͤben, than. Wer einmal das Ziel
wer nicht hoͤret auf zu lieben getroffen, der iſt recht und
in des Lebens Bitterkeit: wer wohl geloffen hier auf ſeiner
in Hoffnung nicht verzaget u. Glaubens⸗Bahn.
es bis aufs euſerſt waget, 12. Drum will leiden, was
wird zuletzt von G Ott erfreut. mich graͤmet, und vertragen
8. Wer aushaͤlt in allen was mich zaͤhmet: weil man
Preſſen, wird zuletzt in GOtt ſo wird zubereit zu dem rech⸗
geneſen, bringet ſeine Ernde ein; ten Freuden⸗Leben, das uns
aber wer nicht treulich han⸗Gott alldort wird geben in
delt, und auf zweyen Wegen der 2 Ewigkeit.
wandelt, iſt bereit viel ſchwere 5: ober: 61.
reude wird ver⸗
Pein. | Ms F
9. O wie viele find. geloffen! Wßpuhe, wo Jens ſelbſt
7» PU
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3 ————— —— —jç—ç—
31 97
regiert die Seelen, die gantz Streit ſchon oft zu Grund ge⸗
kleine, die Hertzen, die gantz gangen, und pfleg am Creutz
reine: was Freud wird da ver⸗ zu hangen, da ſtets der ſchwe⸗
fpürt, wo JEſus ſelbſt regiert. re Streit vermehrt das bittre
2. Doch O ein harter Todt! Leid.
zu ſterben ohne Noth, wo 7. Doch leidet ſichs noch
man ſich frey begeben der hoͤch⸗ wohl, wo nachmals Freuden⸗
ſten Luft im Leben, wo man voll das Hertze wird beglucket,
N N | vun. eglüchet
41 of a ſich ſelbſten daß man oft wie entzuͤcket if
5 Die ſtarcke Liebes Macht in Fe [ uk),
hat mich dahin gebracht mein " 10 140 ar
Leben zu entfagen, und mich „8. Wo aber dieſe Klag er⸗
in Todt zu wagen, worzu ſcheiner alle Tag, daß auch im
mich hat gebracht die ſtarcke Todt erſtorben, was man in
Liebes⸗Macht. BDEE erworben, das iſt ein
‘4. Doch bleibt mir noch ein 5 Klag, ſo ſterben alle
Schmertz, der drucket ſehr das 1— 5 |
Hertz, weil ich nicht gantz kan 9. Die höchfte' Liebes Lust,
werden befreyt von den Be⸗ die mir ehmals bewußt, laͤßt
ſchwerden, die drucken ſehr nuch doch nie verderben: auch
das Hertz, O welch ein bitt⸗ mitten in dem Ster ben bleibt
rer Schmertz! mmir nunmehr bewußt die
F. Der Erden ihre Ding find hoͤchſte Liebes⸗Cuſt.
mir zwar ſehr gering; doch iſt ro, Ich bin vun fanft und
noch was daneben, das iſt ſtill in meines Gottes Will,
nicht hingegeben, das iſt nicht weil ich zur Ruh gekommen,
ſo gering als dieſer Erden Ding. indem ich mir entnommen,
6, Ich bin zwar durch viel drum inf ich fanft und ſtill in
Leid und manchen ae, Gottes Will.
Bl 11.
Gil g; Nat hats doch ein treue
Es
98
„ar, Sein Will iſt meine wenns auch geht durch Creutz
Speiß auf meiner Pilger⸗ und Schmach.
Reiß, drum ich um nichts 4. Ja G Ott hat ſich ſelbſt
mehr flehe, als nur: dein Will auserwaͤhlet die Seelen, die
geſchehe, der iſt auf meiner ſich gantz allein mit ſeinem lieb⸗
Reiß nunmehr die beſte Speifj. ſten Sohn vermaͤhlet, ſo daß
| 62. ſi keuſch geblieben ſeyn, geſa⸗
get ab, auch bis ins Grab, der
II Siele, die ſich mit JEſu Welt und aller falſchen Luſt, die
ſelbſt verbindt: dann alle Kraft IEſus Liebe unbewuſt.
auch aus der Hölle fie weder 5. Die reine Liebe macht ver⸗
ſchwaͤcht, noch uͤberwindtz weilſſchwinden all eitle Luft zur
Gottes Lam, ihr Braͤutigam, Creatur: ſo hald wir une mit
fie haͤlt in feinen Armen feſt, ihr verbinden, und folgen treu⸗
und pfleget ihr aufs allerbeft.. lich ihrer Spur, ſo ſpricht ſie
2. Es iſt auch nichts auf dieſer ein, daß keuſch und rein wir
Erden, das dieſem zu verglei⸗ gantz in unverfaͤlſchter Treu,
chen ſey: von allem Kummer ohn allen Trug und Heucheley.
und Beſchwerden macht IE⸗ 6. Ja Liebe hat Gott ſelbſt
ſus ſolche Seele frey, die keuͤſch bewogen, daß er dahin gab ſei⸗
und rein, nur ihm allein zu nen Sohn, die hat uns auch an
Ehren lebt als ſeine Braut, ihn gezogen „daß wir ihm dies
und ſtetig nur auf ihne ſchaut. nen ohne Lohn; dieweil um⸗
3. Den hohen Ruff und groſ⸗ ſonſt, aus freyer Gunſt, er uns
ſen Adel man ſchwerlich hier aus gantz geheimer Wahl ge⸗
ausſprechen kan der Seelen, bracht zur keuſchen Jungfraun
die gantz ohne Tadel, und treu Zah
4
d Lammes Spur inſlig beugen vor ihm, als ſeine
Alle
in folget treulich nach, und werthe Braut, ja gar zu en
1 7
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10
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geblieben ihrem Mann; fo daß 7. Drum ſollen wir uns bil⸗
—
3
99
EEE STETTEN Su tagen rare ER RERLR er -
Fuͤſſen neigen, und werden ſo da Cherubim und Seraphim,
mit ihm vertraut zu einem erheben werden ihre Stimm.
Leib, wie Mann und Weib, 11. Wohl mir! weil ich nun
vertragen Lieb und Leid zu⸗ bin vermaͤhlet des Allerhoͤchſten
gleich: ſo geht man ein ins liebſten Sohn, und hab die
Koͤniareich. Schoͤnſte mir erwaͤhlet, die
8. Kommt, all ihr liebſten täglich ſpielt vor ſeinem Thron,
Bunds⸗Genoſſen, die ihr mit ſich den theilt mit, die nie er⸗
Chriſti Geiſt getaufft, weil muͤdt im keuſchen Kampff die
IEſus Lieb auf euch gefloſſen, gantze Nacht, bis ſie nach ih⸗
und durch fein theures Blut rem Bild erwacht.
er kaufft zu feinem Ruhin, und 12. Drum ſoll ſie auch die
Eigenthum, aus allen Voͤlckern Meine bleiben, weil ich erfah⸗
auf der Welt, zu ſeinem Lob ren ihre Treu: fie kan der Fein⸗
und Dienſt erwaͤhlt. de Macht vertreihen, und macht
29. Ich will mich nun noch von allem Kummer frey, ſie
mehr befleiſſen, als ich gethan iſt die Braut, die mir vertraut,
mein Lebenlang, die Liebes: dazu mein keuſcherEhe⸗Mann:
Wunder hoch zu preiffen mit ach! fehet doch das wunder an.
herrlich⸗ſchoͤnem Lob⸗Geſang: 13. Ich bleibe ewig ihr ver⸗
weil ich gebohrn, und auser⸗ ſchworen, in wahrer unver⸗
kohrn, da JEſus mich nach faͤlſchter Treu, dieweil ſie mich
ihm genannt, durch unfer treu⸗ hat auserkohren „daß ich ihr
es Ehe- Band. treu⸗Ergebne ſey, und ſo fort
10. Drum werd ich auch die an, als Weib und Mann, ver⸗
neuen Lieder mit ſtimimen / wer bunden feſt in Leid und Weh:
die gantze Schaar, als Erſt⸗ das iſt die rechte heilge Eh.
linge, die meine Brüder, an : E. g· 1 Br hs t
jenem groſſen Jubel⸗Jahr, im e Naas mei Leben doch 05
hohẽ W Sbald ON ee O
840 % en⸗
100 Br
Menſchen⸗Kinder! werdet Flug ſucht ich das Liebſt im Leben;
und dencket dran: wer meint, allein, ich mußt, eh ichs ver⸗
er haͤtt den edlen Schatz ges meint, in vielem Elend ſchwebẽ.
funden, und bleibet doch nicht 4. Doch ward mein Liebes⸗
richtig auf der engen Bahn, Sinn nicht aufgehoben; ob⸗
kan plotzlich, eh ers mercken ſchon viel Schmertzen mich um⸗
kan, des Richters Stim ne gaben wie ein Meer: nun wer⸗
werden: thu Rechenſchafft vou de ich alldort GOtt ewig lo⸗
deinem Thun, wie du gelebt ben, wann ſeine Macht erhoͤht
auf Erden. pon allen Orten her. Drum
2. Wo wird der arme Geiſt wohl! wer hier ſein deben⸗laug
wohl übernachten? wanna Dies nichts anders ſucht auf Erden,
ſe Hütte fälle der auſern Sterb⸗ als wie er dort in jener Welt
lichkeit, drum wohll wer die- moͤg Gottes Erbe werden.
ſes fleißig thut betrachten, wie s. Ich habe freylich oft in
er den Wandel führ all ſeine vielem Stoͤhnen ungangen
Lebens- Zeit. Wer Gottes hier in vieler Noth und Trau⸗
Langmuth und Gedult ſich rigkeit, dabey mein Heil ge⸗
nicht laͤßt gehn zu Hertzen, ſucht mit vielen Thraͤnen,
kan ſich bald überfallen ſehn falſo zugebracht die gantze Lei
mit vielem Weh und Schmerz bens Zeit. Nun aber hab nach
zen. SGottes Wahl mein Elend ab!
5 1 . ſich meine Fahrt geladen: gut Nacht, ihr
glücklich geendet, weil ich das Frommen allzumal, ich ruh
wahre Gut geſucht auf dieſer im Schogß der Gnaden.
Welt: drum hat ſich auch 145 a een ee
mein Schmertzen umgewen⸗ d Je ſchoͤne ſiehts hier aus
det, weil ſtets geſucht zu leben, weil nun da ſteht erbaut
wie es Gott gefallt. Gar) als wie ein Gottes⸗Hauß die
fſtüͤh in miner Jugend Bluͤth reine JEſus⸗Braut! ich bin
* — 20 Zr? * ji e v
P 5 4
a ]˙˙ Zoe a ai nee See Zus W
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vereinet mit in ſeligem Gedey⸗ te es auch nur das kleinſte ſeyn
en, wenn ihre Hoffnung bluͤht, und heiſen daß koͤnt auf dieſer
thu ich mich mit erfreuen. Spur mit Gottes Guͤte preiſen.
2. Was mich ſo ſehr erfreut, 6. Der HErr woll nicht ver⸗
auch offt in viel Gedraͤng, iſt ſchmaͤhn, was wir fuͤr ihn ge⸗
lauter Lieblichkeit und fchöne bracht, wann wir für Ihme
Lobgeſaͤng. Die Schweſtern flehn in unſter Niedertracht.
groß und klein find ſtets be⸗ Wenn feine Taͤubelein fo in⸗
reit zum Betten ein kleiner Au⸗ nigſt nach Ihm girren, woll
genſchein macht ſie zuſammen Er ihr ſehnlich ſchreyn im
kreten. g. 145 Heiligthum erhoͤren.
3. So geh ich auch mit ein Y: FE |
| SSA er Ankh RB
in offuẽ Andacht⸗Raum, trinck Ic ſeelig iſt die Fahrt,
mit von IEſus⸗Wein und eß Wie gluͤcklich angelaͤndet
vom Lebens⸗Baum. Dicvich⸗ auf der mühſamen Reiß zur
ter leuchten ſchoͤn, ſehr lieb⸗ frohen Ewigkeit, das ausge⸗
lich anzuſchen, das viele Lob: ſchlaffne Glück hat alles ums
gethoͤn thut Gottes⸗Lamm gewendet, weil es erwachet iſt
erhoͤhen. hach der betruͤbten Zeit. Nun⸗
4. Deß bin ich Freuden voll mehr iſt vergeſſen das Klagen
und „rühme Gottes Macht, und Zagen, was in‘ fo viel
weil Er mir thut 5. e Schnurtzen ich thaͤte umtra⸗
mich hieher gebracht. Die vie⸗ gen.
le Traurigkeit, die ich zuvor 2. Wie viel Bekuͤmmernuß
— *
getragen, macht mich nun je⸗ betruͤbte geit vnd Stunden hab
derzeit von Sotteg Eateſagen ich auf Diefer Welt im Elend
4 O. möchte ch doch auch zugebracht: die ſchweregeler⸗
ein wenig bringen dar, nach Preß hat mich oft zugen un⸗
nechtem Kinder Brauch bey den, daß wie best her lend
de en Schack und fis ven Zipumigtii. der gc
2 a
202
Doch was mir in dieſem Stand übergeben, der von allem Trug
uͤbrig geblieben, ließ mich und Liſt iſt eutfernet, und dem
nicht aufhoͤren unendlich zu Pracht dieſer Welt hat abge⸗
lieben. flügt: dieſer wird nach dieſen
3. Dann, der mich hat be⸗Tagen Lob und Danck dem
dacht, daß ich alldort ſolt Lamme ſagen. 50
werden ein Erb in Gottes 2. Das fuͤr ihn ſich ſchlach⸗
Reich nach dei ſo müden ten laſſen, und geopffert ſei⸗
Lauf: und weilen ich verſagt nem GOtt: und fuͤr unſre Miſ⸗
die Freude dieſer Erden, weil ſethaten hat getragen Schmach
ich nach fo viel Leid von Ihm und Spott. O wohl allen de⸗
Ban auf in. .feligitet nen! die find befliſſen ſpath
Wonne mit allen Lieb⸗From⸗ und früh ſeine Liebe zu vereh⸗
men, die all aus viel Elend ren, und ſo ihre Zeit verzehren.
und Truͤbſal ſind kommen. 3. Dieſe werden an dein Rei⸗
4. Wohl dann! es iſt voll⸗ hen der vereinten Chriſten⸗
bracht, mein Schiff iſt ange⸗ Schaar mit einander ſich er⸗
laͤndet nach der ſo ſel gen Fahrt freuen, wann das angenehme
5 ſtillen Ewigkeit: wie wohl Jahr weg wird nehmen alles
iſt dem geſchehn, der ſo den Leid, nach der trüb⸗und tun⸗
Lauf vollendet, und uͤberwun⸗ ckeln Zeit: drum will auch in
den hat des Lebens Nichtig⸗ allen Proben Ihn ſchon hier
keit. Ihr Liebſten im Leben, unendlich loben.
habt Liebe im Leiden, dort 4. Was wird dann alldort
wird man belohnet mit Him̃⸗ erſt werden! wann ſich endet
liſchen Freuden. aller Streit, dann allhier auf
nee n 0 dieſer Erden findt man lauter
Ohl dem, der in feinen Traurigkeit. O was Freude!
rxeben feinem: Heiland wann vorbey aller Jammer
Fe Chriſt ſich hat gaͤntzlich und Geſchrey, wann oe
9 81 en
103
fen man wird hören das Ge⸗ gelangen, wo der Braͤut' gam
fang der Hinimels⸗Choͤren. und die Braut werden lieblich
5. Da wird mon in reinen die empfangen, die ihm allhier
Flammen loben den, der nun zugetraut: da wird man aufs
regiert uͤber uns, die Er zu⸗allerbeſt richten zu das Hoch⸗
ſamen ſeinem Vater zugefuͤhrt. zeit⸗ Feſt, 5 ſich dann die
O was wird da ſeyn vor Freud! Seraphinen freuen und die
wann wir gantz in E Ott er⸗Cherubinen.
neut; und wann ſich all unſer 9. Hierauf die Propheten
Leiden wird verwandeln in viel prangen, und der Patriarchen
Freuden. Zahl, dann ſie warten mit
6. Was allhier kein Aug ge⸗ Verlangen auf das ſchoͤne
ſehen, wird dort werden offen⸗Hochzeit⸗Mahl: welches ſeyn
bar, wann wir vor dem wer⸗ wird zubereit in der Wieder⸗
den ſtehen, der hier ſehr ver⸗bringungs⸗Zeit, da wird eyn
achtet war; dann wird man die Braut des Herren in ſehr
in ſchoͤnſter Zier ſehen alle die, groſen Pracht und Ehren.
fo hier find mit muntern Glau⸗ 10. Da wird ſie der König,
bens⸗Schritten nach gefolgt zieren mit der Unſchuld Per⸗
des Lammes Tritten. len⸗Kleid: Wunder ſchoͤn wird
7. Nun wohlan! du Gottes: fir floriten, weil ihr iſt an ih⸗
Saamen, ſey getroſt und un: rer Seit das erwehlte Sie⸗
verzagt, weil du es auf ſeinen ges Heer, die da an dem glaͤ⸗
Namen in dem Glauben haft ſern Meer loben ihres Gottes
gewagt: es wird kommen hald Namen, und ihn ewig preißen
die Zeit der erwuͤnſchten Ser Am. eg A
ligkeit, da mit vielen Ehren: | Gef: » 67.PINd 0
Kronen dich der Himmel wird Ohl dir /: die du haſt
belohnen. EBD geglaubet beym
8. Dann wirft du zur Freud Creutz und in der en
1 8 5 ro
104 ;
Prob: biſtu:/: gleich troſtloß, der⸗Sach en! die jetzt ſehr treff⸗
drm beraubet, das raubt dir lich ſehen aus, wird wohl der
nicht des Glaubens Lob. Du Todt noch heßlich machen, wen
traͤgſt das beſte Theil davon, er zerbricht des Leibes Haus:
G Ott ſelbſt iſt nun dein Schild drum freut ſich Zion, die ver⸗
und Lohn: dein Haus bleibt acht, und heßlich iſt allhier ges
auf dem Felßen ſtehen, dein macht, der Todt wird nicht viel
Gluck wird nimmermehr ver⸗ an ihr finden, damit er ihren
gehen. SGSGeeiſt kan binden. |
2. O Welt: /: wie ſehr wird 5. Das En: /: de wird de An⸗
ſichs umwenden, weil du haſt fang kroͤnen, und alles machen
Gottes Rath veracht: dein klu⸗ offenbar: dañ wird man erſt den
ger Sinn thaͤt dich verblenden, Glauben kennen, wann kommt,
daß du nichts haſt auf GOtt was nicht geſehen war. Dann
gewagt, du haft aufs Sandige alles findet feine Statt, was
gebaut, weil du aufs Sichbare SOLLE verheiſſen und geredt,
getraut, des rechten Wegs haſt und wird gewiß erfüllet werde,
du verfehlet, und dir ein ſchlech⸗ trotz allem Ungluͤck auf der
tes Theil erwehlet. Erden. ‚9:39
3. Die du: / als Naren haſt 6. Drum iſt: / gluͤckſelig der
verlachet, die haben weiß und zu ſchaͤtzen, der Glauben Hält
wohl gethan: weil ſie die Rech⸗ und Gott bleibt treu: Gedult
nung drauf gemachet, daß kan ihn zu Frieden ſetzen, bis
a ohnmoͤglich fügen kan, das Gehoffte kommt herbey.
er hat die rechte Straaß ge⸗Der kurtzen duncklen Glau⸗
reißt, der dem nur glaubt, was bens Zeit folgt nach die frohe
Gott verheißt, die Thorheit hat Ewigkeit, die das Gottſelige
noch nie geirret, Welt⸗Klugheit Vertrauen einfuͤhren wird ins
aber viel verfuͤhret. ſel'ge Schauen. ö
3. O wie: /: viel ſchoͤne Wun⸗ Du Sau deiſtdas Week
105
.2ęEę3qj)F T——T—T—— — . ::..... ᷣ 8 — —
der Chriſten, und bringet Brod gen, und hingenenunen mieis
vom Himmel her: er traͤncket nen Sinn, drum werd ich auch
aus der Liebe Brüͤſten, die ma⸗ durch Lieb bewogen, mich ih⸗
ö
chet leicht, was ſonſt iſt ſchwer.
Doch iſt der Glaube Gottes
Gab, u. eine ungemeine Haab:
die Erde kan nicht Glauben
geben, fie toͤdtet nur des Blau:
bens Leben.
8. Der Glaube iſſet Gottes
Weſen, und macht in ihm ver⸗
gnügt und fatt: macht ſelig
und in Gott geneſen, fo daß
man keinen Hunger hat nach
Welt und nach der Creatur,
man folget nur der Liebe Spur,
und wird rerborgentlich genaͤh⸗
ret, davon ein Welt⸗Kind
nichts erfaͤhret.
ö 6
a ri mn 8. g 4
Won mir! weil ich nun hab ich mich
me gantz zu geben bin, in wah⸗
rer Treu, ohn Heucheley, ſo daß
ich auch zu jeder zeit verbleibe
ſeinem Winck bereit. |
3. Und weil es mir fo wohl
gelungen, daß ich dich meinen
Freund erblickt, und ich durch
Liebe gantz bezwungen, daß
oft davon mein Geiſt entzuͤckt,
drum bleibt bereit zu jederzeit
mein Hertz, zu folgen deinem
Gang, bis ich den vollen Sieg
erlang. 5 N
4. Weil du in Langmuth
mich getragen, und weggenom⸗
men meine Sind, drum will
ich alles auf dich wagen, weil
ſtarck durch dich be⸗
gefunden den allerſchoͤn⸗ find, und weiche nicht, bis mir
ten liebſten Freund, und hab geſchicht, daß ich mit Freud
mich feſt mit ihm verbunden, vollend den Lauff, und von dir
weilers ſo hertzlich gut gemeynt
da ich verirrt, hat er mein Hirt
gerufen
werd genommen auf. 5
5. Drum will ich mich aufs
mich durch ſeine neu befleiffen, um mich zu hal⸗
Stim; drum will ich treulich ten keuſch und rein, und auch
folgen ihm.
im Wandel es erweiſen, daß
h |
2. Weiler in Liebe mich gezo⸗ du mir alles biſt allein, mich
| O ſchei⸗
7
* *
4 0
2 5 N 4 2
Me
106
ſcheiden ab, bis in das Grab,
von allem, was auf dieſer Welt,
15 ich geh ein ins Hunmels⸗
Zelt
6. Da ich werd in verklar⸗
tem Leibe auch ſtinmen an das
neue Lied, mit dem geſchmuͤck⸗
ten keuſchen Weibe gezeugt aus
oͤttlichem Gebluͤt, die IEſus
hat, durch feine Gnad, erwor⸗
ben ihm zum Eigenthum, zu
1 und Ruhm.
7. O! all ihr auserwaͤhlte
Brüder, die ihr noch feſt im
Bunde ſeyd, ermannet euch
aufs neue wieder, dieweil der
Hochzeit⸗Tag nicht weit. Es
— —
ſtehẽ ſchon viel vor dem Thron,
die uns zuruffen allzumal, zu
4e grole Abendmahl.
Be Zeit! voller
nach
findet man das Ziel und der
Weisheit Spiel.
3. Dann ſein Werck im Geiſt
fine Kraft bew eeißt jetzt in viel
Gebaͤhrungs⸗Noͤthen; doch er
wird den Tod bald toͤdten:
dann die Noth verheißt uns
den Sieg im Geiſt.
4. Wenn die Angſt iſt da, iſt
die Freude nah: wenn das Kind
zur Welt gebohren, oͤffnen ſich
die Freuden⸗Thoren. Das
n folgt auf Golga⸗
5. „Wem es nicht gebricht an
dem Glaubens ⸗Licht, der wird
weißlich koͤnnen deuten unſrer
Zeiten Dunckelheiten, da das
Abend⸗Licht ſchon durchs
Dunckle bricht.
6. Und, wer darauf merckt,
—
Heimlichkeit, die ſich zeigt wird in GOtt geſtaͤrckt: dann
Be. © unſern Tagen, mehr als
nſer Mund kan ſagen: es iſt
nicht mehr weit die Erqui⸗
ckungs⸗Zeit.
2. Gottes Wunder⸗ Spiel eilt
zu ſeinem Ziel: die Geburt
dringt durch die Enge, und.
man ſieht bey taufend Wehen
doch ſehr wohl von ſtatten ge⸗
hen das Erloͤſungs⸗Werck in
der Schwachheit Staͤrck.
7. Wenn ſein Tag anbricht,
der uns Ruh verfpricht, macht
ſein Rath, der war weren
au
mancherley Gedraͤnge
*
N
207
aus der Finſternuß den Mors| Kinder ausgebaͤhren: dann
gen. Was er will, geſchicht, wird offenbar die verlobte
wann fein Tag anbricht. Schaar.
8. Durch den Abend⸗Schein 13. Aber die auf Erd war ge⸗
dringet jetzt herein die Vol⸗ ehrt u. waͤhrt, weil ſie viele hat
lendung aller Zeiten, da ſich gebohre, geht ſamt ihrer Frucht
Tag und Nacht wird ſcheiden, verlohren: dan die reine Heerd
und nicht mehr wird ſeyn fuͤllt die neue Erd.
Streit, Geſchrey und Pein. 14. Groß iſt G Ott der HErr,
y. Auch des Treibers Neid, niemand trotze mehr, dann er
Ungeſtümm und Streit wird hat der Starcken Wagen, Bo:
nicht mehr gefunden werden gen, Spieß und Schild zer⸗
auf der gantzen weiten Erden: ſchlagen, daß man niemand
dann die guͤldne Zeit bringt zu mehr forthin kriegen lehr.
End den Streit. 15. Er wird geben Krafft ſei⸗
10. Zions Thraͤnen Saat ner Ritterſchafft, und mit
wird nach Gottes Rath nun Staͤrck und Macht umguͤrten
bald ihre Erndte bringen, und ſeinen Koͤnig, ſeinen Hirten:
das Leid und Weh verſchlin⸗ der durch ſeine Krafft Sieg und
gen: dann wird werden ſatt, Heyl verſchafft. in
die gehungert hat. 16. Die verachte Schaar, die
11. Wann diß bricht herein, verworffen war, wird er aus
wird es anders ſeyn: wann die dem Staub erheben, und ihr
Satten dieſer Erden ſich ums Reich und Scepter geben: er
Brod verkauffen werden: wird ſtellen dar, was verbeie
ſcheuckt man Freuden⸗Wein fen war. |
den Betruͤbten ein. 17. Eilends wirds geſchehn,
12. Die, ſo unfruchtbar und was Gott hat erſehn: unver⸗
verlaſſen war, wird mit Freu⸗ muth wird er aufwachen, und
den, Ruhm und Ehren ven die Feind zu ſchanden mach 118
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108
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und die Miedrigen aus dem oft gebrauchet, treibt er nun
Staub echoͤhn. die Krämer aus, um) die Art,
18. Selig iſt, wer wacht, die da nichts tauget, und wan
und giebt fleißig Acht, daß in med dee Wechsler. Kraam,
diefen aden Zeiten er mög 90 Du was Blind und
feine Lamp bereiten: der hats Dil. :
wohl bedache, felig At, wer + Diet macht er dann ge⸗
wacht. ſund, und ſchenckt ihnen ihre
e Sünden darauf laſſen ich zur
Sager der Tochter Zion / ſiehe Stund junge Kinder mit ein⸗
dein Roͤnig kommt za dir ſanfe⸗ finden: ſia gende mit ſchoͤnem
muͤthig und reitet auf einem & Thon Hoſianngchottes Sohn.
ſel und auf einem Fuͤllen der 5. Wird dann ſchon die Kraͤ⸗
Luſtbaren Eſelin. merey, und was nicht rein,
Jon was betruͤbſt du dich / gantz verj get, daß es ſheint,
Si du ſcheineſt gantz ver⸗ als obs aus ſey: Zion ſey nur
laſſen, ſiehe wie ſanfftmüchi⸗ unverzaget, daun wann dieſes
glich will der Koͤnig dich um⸗ iſt geſchehn, pflegt der Koͤnig
faſſen: reitet nur ein Eſelin, einzugehn.
drum faß Muth in deinem 6. Dann ſteht min der Juͤn⸗
Sinn. ger Schaar freudig da vor ih⸗
2. Dann dein gantz verlaͤſſ- me ſtehen, und die Töchter
ner Stand, drin du ſcheineſt Paar bey Paar mit Geſang
zu vergehen, iſt ihm ja ſo wohl am Reihen gehen: auch die
bekannt: aber er will gerne ſe⸗Maͤgde hinten nach geben ihre
hen, ob du ihm aus Lieb und Freud an Tag. | |
Treu dienen wilt ohn Mauer Nachklang.
ley Ach ich hoͤr das troͤſtlich
3. Sieh wann er im Tem⸗ Schreyen, das mir rufft ſo
pel⸗Hauß ſtrenge Peitſchen freundlich zu, kan ee
| | 8 nicht
n
1
109
nicht drüber freuen, noch im 6. So möcht ich vor Leid
Hertzen finder Ruh. Niemand rergehen, dann auch ſelbſt der
forgt vor Zion mehr, ihre Kinder ⸗Schaar thaͤte man
Straaſen ſtehen leer. mit Freuden ſehen bringen
1. Ja die Thore ſtehen öde , Opffer zum Altar, huͤpfften
niemand will mehr geben ein, oft vor Freuden auf bey dern
und die ſchoͤne Morgen⸗Roͤthe unverfaͤlſchten Tauf.
ſcheinct gantz erblaßt zu ſtyn, 7. Alte, Juͤngling und Jung⸗
auch die Bürger dieſer Staͤdiſfrauen wolten ſich aus reinem
ſcheinen ſelbſten mud u. matt. Trich mit Jungfrau Sephia
3. Und die Waͤchter, die dafnauen in geheim und keuſcher
liefen auf den Gaſſen hin und Lieb. Jedes wolt jungfraͤulich
her, und mit Freud und Wonſſeyn, voller Tugend, keuſch
ausriefen die fo ſckoͤne Him⸗ und rein. 2
mels⸗Lehr, werde oft gering ge] 8. Nr umehr ficht man viele
acht u. von vielen garverlacht Alten, ſich verkriech en hin und
4. Auch die wahre Bruder⸗ her, dann die Liebe will erkal⸗
Liebe, die fo herrlich ſchöͤn ge⸗ſten, und der Jugend gantzes
blüht, da die reinen Geiſtee Heer giebt der Welt ertz,
Triebe brachten Segen, Heil Muth und Sinn gantz getroſt
und Fried, ſcheint veracht, und freudig hin.
gering und klein, ſolt nur diß 9. Drum thut Zion billig
nicht ſchmertzlich ſeyn. kſagen über dieſen Jammer⸗
5. Wann ich dencke, wie vor Stand, und mit Leid und
Jahren alt und junge, groß Wehmuth ſagen: ach wie hat
und klein oft in Freud beyſam⸗ file umgewandt! ach wie hat.
men waren, brachen Brod die groſe Freud ſich verkehrt in
u. Liebes⸗Wein, truncken mit Schmertz und Leid.
viel Freud und Wonn, lobten 10. O ihr Waͤchter Zic ns
IEſum Gottes Sohn. werthe werdet doch nickt auch
f O3 ermuͤdt
.
EL.
ku
* i 8
110 . >
ermuͤdt, ruffet zu der gantzen veracht, haͤttens nicht gemeint,
Heerde, bietet an viel Heyl daß fo ſchoͤn fir ſcheint, die ver⸗
und Fried; bringt mit Klag⸗ acht, die ſie ſo veracht. |
Gebet vor Gott Zions Jam⸗ 7. Dann ein Kron: / ja ein
mer, S'ehimertz und Noth. ſchoͤne Kron jeder traͤgt zur
6: ubret: 17 1. Beut, die ihn ſtets erfreut
i Age nicht: /: Zion zage nicht, nach dem Hohn. O ein ſchoͤner
.
ob die Heerd ſchon klein, iſt Lohn. ;
ſie doch nun rein ohnen ier
darum zage nicht. Ur Mitternacht ward ein.
2. Sieh wie werth: / iſt die J Geſchrey: wacht auf!
kleine Heerd, und weil ſie ſo wacht auf! es kommt herbey
klein, kan jte Jungfrau ſeyn: der Braͤutigam bebende.,
drum iſt auch ſo werth ſie, die Steht auf, die ihr geladen
kleine Heerd. ſeyd, es iſt nun nicht mehr
3. Obs ſchon ſcheint: /: mer⸗ Schlafens Zeit, die Nacht
e, obs ſchon ſcheint, als wolt eilt ſtarck zu Ende. En
fie vergehn, wird man doch 2. Auf! nehmet wahr der
105 bald ſehn, wie ſie ſcheint, wie Gnaden⸗Zeit, und fliehet
Br; ſo ſchoͤn fie ſcheint. Traͤg⸗und Sicherheit: ſteht
| 4. Dann ihr Kleid: /: dann auf vom Schlaf der Sünden,
ihr Trauer⸗kleid, das ſie jetzt eh ihr verſchlafft das gro⸗
hat an, wird bald abgethan, fe Glück, das allbereits iſt im
. ja ihr Kleid, ja ihr Trauer⸗Geſchick, und bleiben muͤßt
5 Kleid. dahinden. |
5. Dann wird man: /: ja als⸗ 3. Vergeßt die edle Perle
dann wird man ſehen, wie ſo nicht, die euch in dem Gena⸗
schön fie einher wird gehn, den⸗Licht vor zeiten iſt erſchie⸗
jederman wird es ſehn alsdañ. nen: da ihr euch auf die Flucht
6. Die veracht: / die fie. ſo gemacht, und in WW e
a Maaãit⸗
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5 . y : u
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Mitternacht nicht länger wol⸗ der die Verſoͤhnung lehret.
tet dienen. 7. Dann Jericho die alte
4. Und ſteht nicht ſtill in So⸗Stadt, die Mauren bis an
doms Land, dann Gottes⸗ Himmel hat, wird nicht
Zorn iſt angebrannt, und ſei⸗ dung Schwerdt geſchlagen:
ne Tenne feget: es warnet es fo ert hier die Bundes⸗Lad,
zwar der fromme Loth, und di get man, nach Gottes
wird darum mit Schmach u. R ſie herum zu tragen.
Spott von Freund und Feind 8. Mein Hertz und Geiſt iſt
beleget. hoch erfreut, dann meine Lam⸗
5. Dann er iſt fremd und un- pe iſt bereit, E Ott wird das
bekannt oft denen, die ihm an⸗Oel wohl ſchencken: wann an⸗
Terwandt; und darf es doch derſt ich nicht laſſe nach
nicht ſagen: weil man ſo gerne Ihm nach zu folgen in der
ſieht zurück, und ſuchet in der Schmach, und die Natur zu
Welt fein Gluͤck mit Vortheil kraͤncken.
zu erjagen. 9. Ich weiß auch anders
6. O treu gebliebne Gottes⸗ nichts zu thun, als nur in ſei⸗
Schaar! merck auf, es kom̃t nem Willen rubn von gut⸗ und
das frohe Jahr, das dein Be: boͤſen Wercken: es fordert we⸗
baͤt erhoͤret: dann Moſes der diß noch das, als nur des
ſchließt die Huͤtte zu, und Jo⸗ eignen Lebens Haß, er woll
fun bringts Vol zur Ruͤh, uns darin ſtaͤrcken. |
©
— —
IE —
Ach Gott ſchreib mir 3 Der Glaubens Grund 19 ai
Ach Herkeng- Brüder 4 Die Bruder⸗Lieb 12
Ach machet euch bereit 5 Die Ewigkeit. 1
Ach moͤcht ich endlich 6 Die frohe Zeit 19
Chriſtus der Weg 8 Durch unſre Kraft 23
Das Heilge Luſt⸗Spiel 9 Es war der Menſch 2
*
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2 Au 2 ® 2 er“ . 1 3 — An N,
IT2- * * . f
68
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Fahr hin O Welt 28 9 1 855 Nr ſu Krafft der
Gebenedeytes Gottes 29 O Leben das dag
Ich bin gedruͤckt 388 ſauffte Ruh 70
Ich dancke Gott 32 O Segeus voller 71 |
3 dringe ein O yelig iſt derſelbe 72
h freue mich O was iſt des Menſchen 77
sch gehe meine Weſenheit aus SOtt 78
15 1 gehe nun wie bin ich erfreut 80
Ich hab mit IEſu 38 O wie wohl iſts dem 80
Ich ſpuͤhre en 39 Seht wie des Davids 81
ch will von BOH 41 Sehr fang und 83
eſus iſt der 42 Singet W 87
Ihr die ihr * | 4% Un Zion willen 895
Kommt all ih 45 Verlobte des Lammes 90
Kommt alle mit 46 Wach auf mein 91
Kommt Hertzens⸗ u 46 Wach auf 0 92
Mach dich im Geiſt 4 Wann man die Sache 9 3
Mein Geiſt iſt 49 Wann mein Jammer 95
Mein Gluck iſt mir 51 Was Freude wird 95
Mein Leben 19 54 Wie gut hats doch 98
Mein lieber Pi 5; Wie iſt mein 99
Nach viel und „ 57 Wie ſchoͤn ſtehts 100
Nun freue dich un 59 Wie ſelig iſt ee
Nun lohet alle 61 Wohl dem der 107
O Bruͤder und 5 62 Do dir „„
O Creutzes⸗Stand on mir weil 105
Ogroſes 1 64 Wunderbare Zeit 5 .
SIE biſt 66 5 Jim was betrübſt 18
O FEW, der du mich ur Mitternacht 118
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